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60,913
Offizieller Arbeitsbesuch von Herrn Moustapha Ka, Kulturminister Senegal, in Bern am 4. September 1992
42
Anlässlich des offiziellen Arbeitsbesuchs des senegalesischen Kulturministers in Bern kamen verschiedene Themen zur Sprache, darunter die Teilnahme der Schweiz an der «Biennale Internationale des Arts» in Dakar, eine eventuelle Beteiligung am Projekt eines Museums über die Geschichte des Sklavenhandels auf der Halbinsel Gorée, verschiedene kulturelle Austauschprogramme zwischen Senegal und der Schweiz seit 1970 sowie der Beitritt der Schweiz zur Frankophonie-Organisation ACCT.
German
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1992-09-28
1992-09-28
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Senegal (Allgemein)
Frankophonie|Kulturelle Beziehungen
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Afrika|Dakar|Genf|Gorée|Senegal|Winterthur
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Biennale de Dakar|Caritas|EDA/Direktion für internationale Organisationen|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|EDI/Bundesamt für Kultur|Internationale Organisation der Frankophonie|Nationale schweizerische UNESCO-Kommission|Stiftung Pro Helvetia|TV5|UNO|UNO/Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur
EDA/Direktion für internationale Organisationen
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Frauchiger Urs|Ka Moustapha|Kammer Jean-François|Laely Thomas|Matteucci-Keller Sylvie|Schenk Sabine
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Senegal (Generale)
Francofonia|Relazioni culturali
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Biennale de Dakar|Caritas|Commissione nazionale svizzera per l'UNESCO|DFAE/Direzione delle organizzazioni internazionali|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|DFI/Ufficio federale della cultura|Fondazione Pro Helvetia|ONU|ONU/Organizzazione per l'educazione, la scienza e la cultura|Organizzazione internazionale della Francofonia|TV5
DFAE/Direzione delle organizzazioni internazionali
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Frauchiger Urs|Ka Moustapha|Kammer Jean-François|Laely Thomas|Matteucci-Keller Sylvie|Schenk Sabine
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Sénégal (Général)
Francophonie|Relations culturelles
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Biennale de Dakar|Caritas|Commission nationale suisse pour l'UNESCO|DFAE/Direction des organisations internationales|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|DFI/Office fédéral de la culture|Fondation Pro Helvetia|ONU|ONU/Organisation pour l'éducation, la science et la culture|Organisation internationale de la francophonie|TV5
DFAE/Direction des organisations internationales
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Frauchiger Urs|Ka Moustapha|Kammer Jean-François|Laely Thomas|Matteucci-Keller Sylvie|Schenk Sabine
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Senegal (General)
Cultural relations|Francophonie
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Africa|Dakar|Geneva|Gorée|Winterthur
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Biennale de Dakar|Caritas|FDFA/Directorate of International Organizations|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|FDHA/Federal Office of Culture|International Organisation of the Francophonie|Pro Helvetia Foundation|Swiss National Commission for UNESCO|TV5|UN/Educational, Scientific and Cultural Organization|UNO
FDFA/Directorate of International Organizations
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Frauchiger Urs|Ka Moustapha|Kammer Jean-François|Laely Thomas|Matteucci-Keller Sylvie|Schenk Sabine
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60,000
https://dodis.ch/60913
Bericht
Bericht, German
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60000-60999/dodis-60913.pdf
# G E S P R A E C H S - P R O T O K O L L ## Offizieller Arbeitsbesuch von Herrn Moustapha KA, Kulturminister SENEGAL, in Bern am 4. September 1992 ## Allgemeines Wie Minister KA (MK) ausführt, ist die Biennale Internationale des Arts in Dakar das grösste kulturelle Ereignis Afrikas. $50 \%$ des Budgets wird von Senegal getragen. Die teilnehmenden Länder sollten jeweils die Reisekosten ihrer Künstler sowie die Transportspesen für deren Werke übernehmen. MK zeigt sich sehr erfreut über die definitiv zugesagte Teilnahme der Schweiz (die Bestätigung erfolgte am Morgen anlässlich der Gespräche mit dem BAK) und führt weiter aus, dass sämtliche afrikanischen Länder ebenfalls zugegen sein werden. Die Dreiteilung der Biennale in eine internationale Kunstausstellung, eine internationale Gesprächsrunde und Tage der Partnerschaft ist nach wie vor vorgesehen. Die schweizerische Präsenz wird in enger Zusammenarbeit zwischen der DIO (Koordination im Rahmen der bilateralen Beziehungen), dem (für die Beteiligung von schweizerischen Künstlern an internationalen Veranstaltungen solcher Art zuständigen) BAK und Pro Helvetia (Unterstützung im Rahmen des Süd-Nord Kulturaustausches) geplant. Ein weiteres wichtiges Anliegen MKs betrifft die Halbinsel Gorée, ein, wie er es selbst betont, ehrgeiziges Projekt, welches ein von der ganzen Welt konzipiertes historisches Monument sowie ein dem Sklaventum gewidmetes Museum vorsieht. Letzteres soll zudem ein Dokumentations- und Forschungszentrum beherbergen. Das Projekt solle an das Gewissen der ganzen Menschheit appellieren, damit sich eine solche historische Tragödie nie mehr wiederholen kann. Um das Ganze zu verwirklichen, soll eine internationale Stiftung gegründet werden, welche sich der Förderung des Projekts sowie den Finanzierungsfragen annimmt. Direktor Frauchiger (UF) weist darauf hin, dass es zuerst gilt, die Menschen für das Projekt zu sensibilisieren - erst wenn dies gelungen sei, sollte die Finanzierungsfrage in Angriff genommen werden. Schweizer Künstler, die sich nach Gorée begeben, können zu gegebener Zeit bestimmt gefunden werden. Frau Matteucci (MAT) weist auf die Schweizerische UNESCO-Kommission hin mit ihren Kontakten zu Kreisen, die möglicherweise für eine Mithilfe interessiert werden können. MK ergänzt, dass die UNESCO von den Plänen bereits Kenntnis habe, sich finanziell aber noch nicht engagiert habe. Die Schweiz sei zudem das erste Land, dem das Projekt offiziell vorgestellt werde. MAT bestätigt das grundsätzliche Interesse der schweizerischen Seite an diesem Vorhaben und bringt die Bereitschaft der DIO zum Ausdruck, der Bildung eines Unterstützungskomitees im Rahmen der Möglichkeiten Hand zu bieten. # Austauschprogramme Nebst einer Kunstausstellung, Filmen, einer Literaturwoche sowie einem Literatentreffen, welche Dank Unterstützung von Pro Helvetia zwischen 1970 und 1990 in Dakar gezeigt bzw. abgehalten wurden, fand auch das vom 1. bis 8. Juni d.J. in Winterthur mit viel Erfolg abgehaltene senegalesische Festival Afro-Pfingsten Erwähnung, welches von Pro Helvetia mitfinanziert wurde. Bedauert wird von beiden Seiten, dass die Kontakte nicht aktiver sind. Wie UF ausführt, ist die Finanzlage von Pro Helvetia momentan prekär, wird doch ihr Gesamtbudet von einer Kürzung um ca. 1/4 bedroht. Die Realisierung von gemeinsamen Projekten durch Senegalesen und Schweizer, die in beiden Ländern präsentiert werden, sollten dennoch im Bereich des Möglichen liegen. Herr Laely (TH) betont, dass folgende Vor- aussetzungen erfüllt sein müssen: direkter Dialog, gegenseitiger Kulturaustausch (nicht lediglich Export), Zusammenarbeit und Kontinuität. Wie MK erklärt, möchte er anlässlich seines Besuches sämtliche Möglichkeiten von Austauschprogrammen und Zusammenarbeit erforschen, und zwar auf so verschiedenartigen Gebieten wie Kultur (z.B. Musik, Tanz), Landwirtschaft, Patenschaften zwischen schweizerischen und senegalesischen Schulen, Frankophonie, Umweltschutz usw. Wie Frau Schenk ergänzend ausführt, leistet die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sei 15 Jahren in Senegal Hilfe bei der Landwirtschaft (Grundausbildung, technische Schulen) und der Agrarwirtschaft. Die CARITAS und andere Hilfswerke sind im Gesundheitswesen (z.B. Beschaffung von Medikamenten) tätig. Was die Frankophonie betrifft, weist Herr Kammer (KJF) auf den Beitritt der Schweiz zur ACCT in Dakar hin sowie auf ihre Teilnahme an verschiedenen Anlässen und zahlreichen Aktionen (u.a. TV5), welche nach schweizerischer Politik - wie KJF betont - der Gesamtheit der Frankophonie und nicht einem einzelnen Land zugute kommen sollen. Speziell herausgehoben wird in diesem Zusammenhang, auf schweizerischer wie auf senegalesischer Seite, auch die bedeutende Rolle von Genf (internationale Dimension durch die Präsenz von und direkte Verbindung zur UNO und anderen internationalen Organisationen; kulturelle Schaltstelle mit der Eröffnung einer Antenne der Pro Helvetia).
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Reports/Studies
39,368
Nr. 496. Finanzplanung des Bundes für die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe 1975-1979
38
Der Bundesrat beschliesst, den im Finanzplan für 1975 und 1976 festgelegten Globalzahlen für die die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe als verbindliche Richtlinien zuzustimmen und die Globalzahlen 1977 bis 1979 als interne Planungsrichtlinien zu genehmigen. Darin: Politisches Departement und Volkswirtschaftsdepartement. Gemeinsamer Antrag vom 1.3.1974 (Beilage). Darin: Finanz- und Zolldepartement. Mitbericht vom 7.3.1974 (Beilage). Darin: Politisches Departement und Volkswirtschaftsdepartement. Stellungnahme vom 14.3.1974 (Beilage). Darin: Finanz- und Zolldepartement. Vernehmlassung vom 20.3.1974 (Beilage). Darin: Politisches Departement und Volkswirtschaftsdepartement. 2. Stellungnahme vom 25. 3.1974 (Kenntnisnahme).
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1974-03-27
1974-03-27
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Technische Zusammenarbeit
Humanitäre Hilfe
null
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Australien|Bangladesch|Belgien|Dänemark|Deutschland|Entwicklungsländer|Frankreich|Indien|Indochina|Indonesien|Industrieländer|Italien|Japan|Kanada|Nepal|Neuseeland|Niederlande|Norwegen|Österreich|Pakistan|Portugal|Schweden|Türkei|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich|Westen
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Afrikanischer Entwicklungsfonds|Asiatische Entwicklungsbank|Bundeskanzlei|Bundesrat|Bundesversammlung|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|EFD/Eidgenössische Finanzverwaltung|Eidgenössisches Departement des Innern|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|Eidgenössisches Finanzdepartement|EU/Europäische Kommission|Europäische Union|Interamerikanische Entwicklungsbank|Internationales Komitee vom Roten Kreuz|Nationalrat|OECD/Entwicklungshilfekomitee|Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung|UNO|UNO/Entwicklungsprogramm|UNO/Welternährungsprogramm|WBG/WB/Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung|WBG/WB/Internationale Entwicklungsorganisation
Bundesrat
Bundeskanzlei|Bundesrat/Finanz- und Wirtschaftsdelegation|EFZD/Finanzkontrolle|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|Eidgenössisches Finanzdepartement
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Sauvant Jean-Marc
Brugger Ernst|Chevallaz Georges-André|Raeber Thomas
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null
Cooperazione tecnica
Aiuto umanitario
null
null
Australia|Austria|Bangladesh|Belgio|Canada|Danimarca|Francia|Germania|Giappone|India|Indocina|Indonesia|Italia|Norvegia|Nuova Zelanda|Occidente|Paesi Bassi|Paesi in via di sviluppo|Paesi industrializzati|Pakistan|Portogallo|Regno Unito|Stati Uniti d'America (USA)|Svezia|Turchia
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Assemblea federale|Banca asiatica di sviluppo|Banca Interamericana di Sviluppo|Cancelleria federale|Comitato internazionale della Croce Rossa|Consiglio federale|Consiglio nazionale|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|DFF/Amministrazione federale delle finanze|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell'interno|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|Dipartimento federale della difesa, della protezione della popolazione e dello sport|Dipartimento federale delle finanze|Fondo africano di sviluppo|GBM/BM/Agenzia internazionale per lo sviluppo|GBM/BM/Banca internazionale per la ricostruzione e lo sviluppo|OCSE/Comitato per l'assistenza allo sviluppo|ONU|ONU/Programma alimentare mondiale|ONU/Programma per lo sviluppo|Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico|UE/Commissione europea|Unione europea
Consiglio federale
Cancelleria federale|Consiglio federale/Delegazione economica e finanziaria|DFFD/Controllo delle finanze|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|Dipartimento federale delle finanze
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Sauvant Jean-Marc
Brugger Ernst|Chevallaz Georges-André|Raeber Thomas
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Coopération technique
Aide humanitaire
null
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Allemagne|Australie|Autriche|Bangladesh|Belgique|Canada|Danemark|États-Unis d'Amérique (USA)|France|Inde|Indochine|Indonésie|Italie|Japon|Népal|Norvège|Nouvelle-Zélande|Occident|Pakistan|Pays en voie de développement|Pays industriels|Pays-Bas|Portugal|Royaume-Uni|Suède|Turquie
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Assemblée fédérale|Banque asiatique de développement|Banque interaméricaine de développement|Chancellerie fédérale|Comité international de la Croix-Rouge|Conseil fédéral|Conseil national|Département fédéral de l'intérieur|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports|Département fédéral des affaires étrangères|Département fédéral des finances|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|DFF/Administration fédérale des finances|Fonds africain de développement|GBM/BM/Association internationale de développement|GBM/BM/Banque internationale pour la reconstruction et le développement|OCDE/Comité d'aide au développement|ONU|ONU/Programme alimentaire mondial|ONU/Programme pour le développement|Organisation de coopération et de développement économiques|UE/Commission européenne|Union Européenne
Conseil fédéral
Chancellerie fédérale|Conseil fédéral/Délégation économique et financière|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral des affaires étrangères|Département fédéral des finances|DFFD/Contrôle des finances
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Sauvant Jean-Marc
Brugger Ernst|Chevallaz Georges-André|Raeber Thomas
null
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Technical cooperation
Humanitarian aid
null
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Asie du Sud-Est continental|Australia|Austria|Bangladesh|Belgium|Canada|Denmark|Developed countries|Developing countries|France|Germany|India|Indonesia|Italy|Netherlands (the)|New Zealand|Nippon|Norway|Pakistan|Portugal|Sweden|The West|Turkey|United Kingdom|United States of America (USA)
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African Development Fund|Asian Development Bank|EU/European Commission|European Union|FDF/Federal Finance Administration|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|Federal Assembly|Federal Chancellery|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Defence, Civil Protection and Sport|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|Federal Department of Finance|Federal Department of Home Affairs|Inter-American Development Bank|International Committee of the Red Cross|National Council|OECD/Development Assistance Committee|Organisation for Economic Co-operation and Development|Swiss Federal Council|UN/Development Program|UN/World Food Programme|UNO|WBG/WB/International Bank for Reconstruction and Development|WBG/WB/International Development Association
Swiss Federal Council
FDF/Control of Finances|Federal Chancellery|Federal Council/Delegation for economic and financial questions|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|Federal Department of Finance
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Sauvant Jean-Marc
Brugger Ernst|Chevallaz Georges-André|Raeber Thomas
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35,000
https://dodis.ch/39368
Bundesratsprotokoll
Bundesratsprotokoll
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39000-39999/dodis-39368.pdf
Finanzplanung des Bundes für die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe 1975 - 1979 Politisches Departement und Volkswirtschaftsdepartement. Gemeinsamer Antrag vom 1. März 1974 (Beilage) Finanz- und Zolldepartement. Mitbericht vom 7. März 1974 (Beilage) Politisches Departement und Volkswirtschaftsdepartement. Stellungnahme vom 14. März 1974 (Beilage) Finanz- und Zolldepartement. Vernehmlassung vom 20. März 1974 (Beilage) Politisches Departement und Volkswirtschaftsdepartement. 2. Stellungnahme vom 25. März 1974 (Kenntnisnahme) Gestützt auf den gemeinsamen Antrag des Politischen Departements und des Volkswirtschaftsdepartements und mit Zustimmung des Finanzund Zolldepartements sowie aufgrund der Beratung hat der Bundesrat b e s c h l o s s e n : 1. Den im Finanzplan für 1975 und 1976 festgelegten Globalzahlen als verbindliche Richtlinien für die Gestaltung der jeweiligen Jahresbudgets wird zugestimmt. Vorbehalten bleiben Aenderungen, die sich im Bereiche der humanitären Hilfe und der Schuldenkonsolidierungen aus unvorhergesehenen Ereignissen ergeben könnten. 2. Die im Finanzplan für 1977 bis 1979 festgelegten Globalzahlen werden als interne Planungsrichtlinien genehmigt. 3. Das EPD wird beauftragt, im gegebenen Zeitpunkt die im Zusammenhang mit dem Finanzplan erforderlichen Botschaften an die Bundesversammlung, in Zusammenarbeit mit dem EVD, auszuarbeiten und sie dem Bundesrat vorzulegen. Protokollauszug (Antrag mit Beilagen) an: - EPD 20 zum Vollzug - EVD 10 " - FZD 9 zur Kenntnis - EFK 2 " - FinDel 2 " - BK 1 (AS) Für getreuen Auszug, der Protokollführer: EIDGENOESSISCHES POLITISCHES DEPARTEMENT EIDGENOESSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT t. $140(4)$ - RR/so A u s g e t e i l t Nicht für die Presse bestimmt A n d e n B u n d e s r a t Finanzplanung des Bundes für die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe 1975 - 1979 # 1 Einleitung 11 Mit Beschluss vom 31. Oktober 1973 haben Sie das Politische Departement und das Volkswirtschaftsdepartement beauftragt, im Bereiche der Ausgaben für die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (d.h. der öffentlichen Entwicklungshilfe) eine Prioritätsordnung auszuarbeiten, wobei dem Beschluss des Bundesrates, die Auslandbeziehungen in eine mittlere Prioritätsstufe einzureihen, Rechnung getragen werden soll. Dieser Auftrag an die beiden Departemente erfolgte im Zusammenhang mit Ihrem Beschluss, der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA) die Bereitschaft des Bundesrates mitzuteilen, dass Sie den Eidgenössischen Räten noch 1974 die Gewährung eines Kredites von 200 Millionen Franken an diese Institution vorschlagen werden. Sie waren der Ansicht, dieser Kredit erreiche im Verhältnis zu anderen Einzelausgaben der öffentlichen Entwicklungshilfe einen solchen Umfang, dass sich eine Ueberprüfung der Ausgaben in den verschiedenen Bereichen - technische Zusammenarbeit, Finanzhilfe, Nahrungsmittelhilfe, humanitäre Hilfe - aufdränge. Die seither von der Eidg. Finanzverwaltung in Aussicht genommenen Ausgabenkürzungen zur Verbesserung der Finanzlage des Bundes, die dem Bundesrat unterbreitet werden, betreffen auch den Bereich der öffentlichen Entwicklungshilfe. Wir haben für den Zeitraum 1975-1979 in Diskussion mit der Eidgenössischen Finanzverwaltung Kürzungen im Betrage von 372 MillionenFranken zugestimmt. Davon entfallen 315 Millionen auf die Finanzhilfe, bei welcher in der Programmierung - gegen Ende der genannten Periode inbezug auf den Umfang der Auszahlungen noch eine grössere Elastizität besteht. 57 Millionen entfallen auf technische Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Nahrungsmittelhilfe, für welche das 5-Jahres-Programm nur die Fortsetzung der Tätigkeit im bisherigen Umfang ermöglicht. Wir verweisen für die Details auf die Ausführungen in Kapitel 4. 12 Indem sich unsere beiden Departemente auf die reduzierten Beträge einigten, erzielten sie zugleich Uebereinstimmung über die Prioritäten im Rahmen der damit vorgesehenen Aufwendungen in den einzelnen Bereichen für 1975 und 1976. Wir beabsichtigen, Ihnen im Folgenden darzulegen, warum die im beiliegenden Finanzplan vorgesehenen Ausgaben für die öffentliche Entwicklungshilfe das Minimum darstellen, das wir verantworten können, ohne die politische und wirtschaftliche Stellung unseres Landes, insbesondere gegenüber den Entwicklungsländern, in schwerwiegendem Masse in Gefahr zu bringen. 13 Bekanntlich hat die Kommission des Nationalrates zur Beratung des Gesetzes über die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe am 31. Januar 1974 beschlossen, dem Nationalrat zu beantragen, vom Bundesrat einen Zusatzbericht über die durch die Energiekrise entstandene neue Situation auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit zu verlangen. Sofern der Nationalrat diesem Antrag folgt, wird eine allfällige Schlussabstimmung über das Gesetz bis voraussichtlich ins Jahr 1975 hinausgeschoben. Wir werden in Ziffer 47 auf die daraus entstehenden Probleme betreffend neue Kreditvorlagen an das Parlament zurückkommen. Mit dem hier vorliegenden Antrag wird der Inhalt des erwähnten Zusatzberichtes nicht präjudiziert. Immerhin muss schon jetzt festgestellt werden, dass die Auswirkungen der Energiekrise auf viele und wichtige Entwicklungsländer noch grössere Anstrengungen zugunsten dieser Länder erfordern. Diese Auffassung kommt auch in der Schlusserklärung der Energiekonferenz von Washington vom 14. Februar 1974 zum Ausdruck: "Ils *) feront des efforts soutenus pour maintenir et Elargir le flot de l'aide au développement bilatéralement et par le canal des institutions multilatérales, sur la base d'une solidarité internationale s'étendant à tous les pays avec des ressources appropriées." Es würde der Schweiz schlecht anstehen, sich von dieser Haltung zu distanzieren. 2 Bedeutung unseres Beitrages an die internationale öffentliche Entwicklungshilfe für die Schweiz 21 Die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind wesentliche Elemente unserer Aussenpolitik. Die Schweiz muss zur Erhaltung und Verbesserung internationaler Beziehungen, die dem Frieden und dem allgemeinen Wohlergehen dienen und damit die Grundlagen unseres eigenen Wohlergehens festigen, nach Kräften beitragen. Auch erhält unsere Neutralitätspolitik ihre volle Bedeutung in dem Masse, als sie mit einer klaren Solidaritätspolitik verbunden ist, die in allen Bereichen Gestalt annimmt, in welchen es um das Los der Völkergemeinschaft und ihrer Mitglieder geht. Die stets deutlicher zu Tage tretende gegenseitige Abhängigkeit der Völker verleiht zudem diesem Aspekt unserer Aussenpolitik zunehmende Bedeutung. Die Probleme der Entwicklungszusammenarbeit gehören, neben jenen des internationalen Handels, der Währungsbeziehungen und der Auslandinvestitionen, zu den wichtigsten Bereichen der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Der Bundesrat hat bei verschiedenen Gelegenheiten öffentlich die Notwendigkeit hervorgehoben, an ihrer Lösung intensiver teilzunehmen. Der Grad dieser Teilnahme wird seit Jahren in erster Linie anhand des Vergleichs zwischen den finanziellen Aufwendungen der verschiedenen Industriestaaten - ausgedrückt in Prozenten des Bruttosozialproduktes - zugunsten der Entwicklungsländer gemessen. Dieser Vergleich bezeugt den Willen der Industrieländer, die für eine gemeinsame Aufgabe erforderlichen grossen Mittel (zur Zeit ca. 10 Milliarden US-Dollar im Jahr) in angemessener Lastenverteilung aufzubringen. *) Die an der Konferenz teilnehmenden Länder (inkl. Frankreich), d.h. die Mitglieder der Europäischen Gemeinschaften, die USA, Kanada, Japan und Norwegen. 22 Die Schweiz ist besonders stark von den internationalen Wirtschaftsbeziehungen abhängig. Deren Ausgestaltung ist dementsprechend für sie von sehr grosser Bedeutung. Deshalb kann sie es sich nicht leisten, ihre Stellung in den diesbezüglichen Verhandlungen und Gesprächen durch eine unverhältnismässig geringe Anstrengung auf dem Gebiete der öffentlichen Entwicklungshilfe zu gefährden. Eine Schädigung des politischen Ansehens unseres Landes kann mit der Zeit die Möglichkeit der Entfaltung der schweizerischen Wirtschaftsinteressen beeinträchtigen. Dies trifft besonders in den vielen Entwicklungsländern zu, wo die wirtschaftliche Führung - mehr oder weniger direkt - von der politischen abhängig ist. Die Mittel der schweizerischen öffentlichen Entwicklungshilfe die zu einem wesentlichen Teil in unserem eigenen Land ausgegeben werden - erlauben schweizerischen Firmen, wichtige und zukunftsorientierte Aufträge in Entwicklungsländern auszuführen. Dank der schweizerischen Leistungen an Weltbank und IDA sowie an die regionalen Entwicklungsbanken kann sich unsere Industrie um die von diesen Instituten finanzierten Aufträge bewerben. Die schweizerische Industrie hat z.B. allein von der Weltbankgruppe in den vergangenen 25 Jahren Aufträge von weit über 1 Milliarde Franken erhalten. Diese Aufträge bedeuten in vielen Fällen den Eintritt in einen neuen Markt und ziehen oft auf Jahre hinaus Anschlusslieferungen nach sich. Es ist auch darauf hinzuweisen, dass seit langem rund ein Fünftel der schweizerischen Gesamtexporte nach den Entwicklungsländern geht, die somit einen sich stets ausweitenden Markt für unsere Wirtschaft darstellen. Zudem erzielte die Schweiz im Verkehr mit den Entwicklungsländern seit Jahren einen bedeutenden Handelsbilanzüberschuss (1972: 2,7 Milliarden Franken; 1973: 2,8 Milliarden Franken). Die Erhaltung unseres Marktanteils in den Ländern der Dritten Welt ist heute besonders wichtig. Die Erdolkrise wird die nicht-erdolproduzierenden Entwicklungsländer sehr hart treffen, und dies in einem Zeitpunkt, in dem deren Einfuhren zwecks Ausbau der Infrastruktur und Durchführung der Industrialisierungsprogramme gesteigert werden sollten. Dem entwicklungspolitischen Interesse, die Entwicklungsländer in die Lage zu versetzen, ihre Entwicklungsprogramme weiterzuführen, entspricht das handelspolitische Interesse der Schweiz, ihre Ausfuhren nach diesen Ländern gerade dann aufrechterhalten zu können, wenn ein weltweiter Nachfragerückgang zu einer Verschärfung des Konkurrenzkampfes auf dem Weltmarkt führen kann. Die Schweiz nimmt auch eine bedeutende Stellung als Investor (Fortefeuille und Direktinvestitionen) in den Entwicklungsländern ein. Auch das schweizerische Engagement in Form privater Kredite ist in diesen Ländern beträchtlich. Aus diesem Grunde sind alle Massnshmen zur Starkung der Wirtschaftskraft dieser Länder für uns von direktem Interesse. Schliesslich möchten wir unterstreichen, dass - angesichts der jüngsten Entwicklungen im Rohstoffbereich - die öffentliche Entwicklungshilfe allgemein ein wichtiges Element für die Verstärkung unserer Position in Verhandlungen betreffend die Versorgung unseres Landes darstellen kann; unter Umständen könnte sie, insbesondere als Finanzhilfe, in dieser Hinsicht sogar eine spezielle Bedeutung als eigentliches Verhandlungsinstrument erlangen. 3 Die Ausgaben des Bundes für internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe aufgrund der bestehenden Rahmenkredite 31 Die bisherigen Aufwendungen der Schweiz für die öffentliche Entwicklungshilfe (d.h. für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe) waren - gemessen am Bruttosozialprodukt - im Vergleich mit jenen der westlichen Industriestaaten bescheiden, wie dies aus folgender Tabelle hervorgeht: | | Schweiz | Oeffentliche Entwicklungshilfe in <br> \% des BSP <br> Durchschnitt der DAC-Länder 1) | | :-- | :--: | :--: | | 1968 | 0,14 | 0,38 | | 1969 | 0,16 | 0,36 | | 1970 | 0,14 | 0,34 | | 1971 | 0,11 | 0,35 | | 1972 | $0,22^{2)}$ | 0,34 | | 1973 | $0,17^{3)}$ | $0,35^{3)}$ | | 1974 | $0,16^{3)}$ | $0,35^{3)}$ | 1) DAC = Entwicklungshilfeausschuss der OECD, welchem die folgenden Mitglieder angehören: Australien, Belgien, Dänemark, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Oesterreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Vereinigtes Königreich, USA; Kommission der Europäischen Gemeinschaften. 2) Die starke Erhöhung gegenüber 1971 ergab sich daraus, dass bei der 3. Wiederaufstockung der IDA ausnahmsweise zwei Jahrestranchen des schweizerischen Beitrages gleichzeitig fällig wurden. 3) Schätzungen In den Jahren 1968-1972 stand die Schweiz mit diesen Leistungen an zweit- und drittletzter Stelle aller DAC-Staaten, was einen frappanten Kontrast zur Tatsache darstellt, dass sie inbezug auf das Pro-Kopf-Einkommen mit an der Spitze dieser Länder steht. Seit dem Eintritt der Schweiz in das DAC im Jahre 1968 wird dieser geringe Anteil der Schweiz an der internationalen öffentlichen Entwicklungshilfe von den übrigen Industriestaaten immer wieder beanstandet. 32 Die Ausgaben des Bundes für die öffentliche Entwicklungshilfe nahmen von 1968 bis 1971 nur unbedeutend zu (1968: 110 Millionen, 1971: 120 Millionen), stiegen 1972, im ersten Jahr nach Eröffnung des ersten Rahmenkredites für Finanzhilfe, (aus dem in Fussnote 2 zur vorstehenden Tabelle genannten Grund) auf 244 Millionen, und sanken 1973 auf ca. 217 Millionen ab. Der Zuwachs von-1968 bis 1973 bewegte sich in allen Bereichen, ausser bei der Finanzhilfe (diese ist erst 1971, durch die Eröffnung eines ersten Rahmenkredites, in umfassender Weise aufgenommen worden), im Rahmen desjenigen der Gesamtausgaben des Bundes. Der Anteil der Ausgaben für öffentliche Entwicklungshilfe an den Gesamtausgaben des Bundes ging von 1968 bis 1971 von 1,6\% auf 1,2\% zurück, stieg 1972 (aus dem genannten Grunde) auf 2,3\%, und sank 1973 wieder auf 1,9 \% (Budget) ab. 33 Die von den eidgenössischen Räten bewilligten, zur Zeit laufenden Rahmenkredite waren bis zum 31. Dezember 1973 gemäss folgenden Grössenordnungen beansprucht: - Vom Rahmenkredit für technische Zusammenarbeit vom 26. Juni 1972, im Umfang von 275 Millionen Franken und mit einer Geltungsdauer von 2 1/2 Jahren, waren 122 Millionen Franken formell verpflichtet und 123 Millionen programmiert (d.h. mit den Partnern für bestimmte Projekte fest vorgesehen). Die verbleibenden 30 Millionen werden bis Ende 1974 verpflichtet oder programmiert sein. Dementsprechend muss, damit weitere Verpflichtungen eingegangen werden können, wie vorgesehen ab Anfang 1975 ein neuer Rahmenkredit zur Verfügung stehen. - Vom Rahmenkredit für die humanitäre Hilfe vom 4. Dezember 1972 von 100 Millionen Franken (Geltungsdauer 3 Jahre) sind 25 Millionen Franken engagiert und ausbezahlt worden. - Vom Rahmenkredit für Lebensmittelhilfe vom 4. Dezember 1972 im Umfange von 50 Millionen Franken (Geltungsdauer 3 Jahre) sind 16 Millionen ausgenützt. - Der Rahmenkredit für die Finanzhilfe (20. September 1971) im Umfange von 400 Millionen Franken, dessen Geltungsdauer mindestens 3 Jahre beträgt, ist zu 300 Millionen Franken fest engagiert. Aufgrund unserer sorgfältigen und der Finanzlage des Bundes nach Möglichkeit Rechnung tragenden Politik kann das Engagement der noch verbleibenden 100 Millionen Franken voraussichtlich bis gegen Mitte 1975 erstreckt werden. Der Beitrag an die vierte Wiederaufstockung der IDA von 200 Millionen Franken wird jedoch vom Parlament noch gesondert zu bewilligen sein. 34 Aus dem Gesagten ergibt sich die Notwendigkeit, während der Jahre 1974/1975 vom Parlament neue Ermächtigungen zu verlangen, die es der Schweiz erlauben, ihre öffentliche Entwicklungshilfe (gemessen in Prozenten des Bruttosozialproduktes) nicht zu vermindern. 4 Finanzplanung 1975 bis 1979 41 Die Planung der Ausgaben für die öffentliche Entwicklungshilfe des Bundes hat sich stets an den Absichtserklärungen des Bundesrates betreffend die schweizerische Politik gegenüber den Entwicklungsländern orientiert. Erstmals haben Sie 1969, als Sie der Empfehlung des DAC über die Bedingungen der Hilfe zustimmten, eine Zielsetzung für die Grössenordnung der öffentlichen Entwicklungshilfe der Schweiz angenommen. Diese Empfehlung sieht ausdrücklich vor, dass nur jene Mitgliedländer den vereinbarten Kriterien genügen, die sich mit ihrem EntwicklungshilfeVolumen den durchschnittlichen Leistungen aller DAC-Länder annähern. In einem vertraulichen, Ihnen zur Kenntnis gebrachten Protokoll wurde festgelegt, dass eine Abweichung nach unten um mehr als $25 \%$ vom Durchschnitt als ungenügende Annäherung betrachtet wird. Die gleiche Forderung ist auch in der 1972 revidierten Empfehlung des DAC über die Bedingungen der Hilfe enthalten, der Sie am 11. Oktober 1972 zugestimmt haben. In Ihrem Bericht an die Bundesversammlung über das Verhältnis der Schweiz zu den Vereinten Nationen vom 16. Juni 1969 erklärten Sie: "Der Bundesrat strebt eine verstärkte Entwicklungshilfe inner- und ausserhalb des Rahmens der Vereinten Nationen an, die auch eine intensivere Teilnahme an den Entwicklungsprogrammen der UNO bewirken soll." Anlässich der Proklamation der Strategie für das zweite Entwicklungsjahrzehnt der Vereinten Nationen hat der Bundesrat in einer autonomen Erklärung zuhanden der schweizerischen und internationalen 0effentlichkeit am 24. Oktober 1970 seinen Willen zum Ausdruck gebracht, die öffentliche Entwicklungshilfe spürbar zu erhöhen (wobei Sie allerdings vermieden, den in dieser Strategie enthaltenen Richtsatz von 0,7 \% des Bruttosozialproduktes für öffentliche Entwicklungshilfe anzuerkennen). In den "Richtlinien der Regierungspolitik in der Legislaturperiode 1971 bis 1975" vom 13. März 1972 erklärten Sie dann ausdrücklich, dass "der staatliche Beitrag" (für die öffentliche Entwicklungshilfe) "in den nächsten Jahren schrittweise dem Durchschnitt der staatlichen Leistungen der andern westlichen Industrieländer" (d.h. der DAC-Länder) "angenähert werden soll". Dieser Durchschnitt beträgt seit einigen Jahren rund $0,35 \%$ des Bruttosozialproduktes. Wie aus der vorstehenden Tabelle hervorgeht, kamen wir dieser Zielsetzung kaum näher. Die öffentliche Entwicklungshilfe hat sich von 1968 bis 1973, gemessen am Bruttosozialprodukt, nur unwesentlich erhöht (1968: 0,14 \%; 1973: 0,17 \%). 42 Im Finanzplan vom 15. November 1973, wie wir ihn am 3. Dezember 1973 dem EFZD unterbreitet haben, gingen wir von der erwähnten Zielsetzung des Bundesrates aus. Es ergaben sich dadurch Ausgaben von 2,4 Milliarden Franken für die Jahre 1975 bis 1979. Die im Hinblick auf die gespannte Finanzlage des Bundes von uns angenommenen Kürzungen, die im beiliegenden Finanzplan vom 21. Februar 1974 ihren Ausdruck finden, bedeuten wesentliche Abstriche an den vorgesehenen Programmen, und erlauben es nicht, die vom Bundesrat gutgeheissene Zielsetzung, nämlich die Annäherung an den Durchschnitt der DAC-Länder, selbst wenn man diesen um $25 \%$ vermindert, zu erreichen. Wie aus der folgenden Tabelle hervorgeht, gestatten sie kaum, den 1972 erreichten Stand zu halten. | | Oeffentliche Entwicklungshilfe <br> in $\%$ des BSP | | | :--: | :--: | :--: | | Jahr | Finanzplan vom <br> 15. Nov. 1973 | Finanzplan vom <br> 21. Februar 1974 | | 1975 | 0,23 | 0,21 | | 1976 | 0,25 | 0,21 | | 1977 | 0,26 | 0,19 | | 1978 | 0,30 | 0,23 | | 1979 | 0,30 | 0,21 | 43 Im Sinne einer vorübergehenden Notmassnahme glauben wir für die Jahre 1975 und 1976 die Zahlen des beiliegenden reduzierten Finanzplanes vom 21. Februar 1974 als verbindliche Weisung verantworten zu können, obwohl sich dadurch Nachteile ergeben. - Der Dienst für technische Zusammenarbeit wird während dieser Jahre kaum neue Projekte ins Programm aufnehmen können, da die verfügbaren Mittel gerade ausreichen, um laufende Projekte zu Ende bezw. weiter zu führen und das bereits bestehende Programm, unter Berücksichtigung der zu erwartenden Teuerung, zu verwirklichen. - Im Bereiche der humanitären Hilfe ist die Bedarfsschätzung recht schwierig. Die eingesetzten Zahlen erlauben auch hier nur die Weiterführung des laufenden Programms. Sollten grössere Katastrophenfälle eintreten, wäre mit höheren Ausgaben und entsprechenden Nachtragskrediten zu rechnen. - Die für die Nahrungsmittelhilfe eingesetzten Beträge haben zur Folge, dass angesichts der steigenden Transport- und Nahrungsmittelkosten eine ständige Verringerung der tatsächlich zur Verteilung gelangenden Mengen stattfindet. - Die Kürzungen bei der Finanzhilfe wirken sich besonders schwerwiegend aus. Für bilaterale Darlehen besteht, abgesehen von den Beträgen für bereits in Planung begriffene Kredite, nur eine bescheidene Reserve von 15 Millionen Franken für die beiden Jahre 1975 und 1976. Sollten in diesen Jahren schweizerische Beiträge für grössere internationale Aktionen - z.B. in Indochina oder im Zusammenhang mit den Folgen der Erdölkrise - erforderlich werden, so wäre diese ohne Zweifel völlig ungenügend. Aus diesen Kürzungen ergibt sich ein starkes Uebergewicht der multilateralen Beiträge im Bereiche der Finanzhilfe. Unsere Mitgliedschaft bei beziehungsweise unsere engen Beziehungen zu den internationalen Finanzierungsinstitutionen haben zur Folge, dass wir bei Kapitalerhöhungen oder bei Aeufnungen von Spezialfonds, die immer international koordinierte Aktionen darstellen, aus politischen und wirtschaftlichen Gründen nicht ohne Nachteil abseits stehen können. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass die weiteren internationalen Verhandlungen über die Leistungen an diese Finanzierungsinstitutionen uns erlauben werden, noch eine gewisse Verschiebung vom Multilateralen auf das Bilaterale vorzunehmen. Um der Budgetsituation des Bundes soweit wie möglich Rechnung zu tragen, werden wir mit der Leitung der IDA Gespräche aufnehmen, um eine Erstreckung der Auszahlungen unseres Beitrages von 200 Millionen Franken auf vier, anstelle von drei Tranchen zu erreichen. Dies hätte allerdings zur Folge, dass 1978 voraussichtlich zwei IDA-Tranchen zu zahlen wären, nämlich die letzte aus der vierten und die erste aus der fünften Wiederaufstockung. - Die für die Schuldenkonsolidierung eingesetzten Beträge sind äusserst bescheiden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass gewisse Entwicklungsländer infolge der Energiekrise ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachzukommen vermögen und Schuldenkonsolidierungen vereinbaren müssen. Je nach unserem Anteil an der Aussenverschuldung eines solchen Landes werden wir nicht darum herumkommen, bei solchen Aktionen mitzumachen, wofür unter Umständen höhere Beträge nötig werden als sie im vorliegenden Finanzplan enthalten sind. Bekanntlich verfügt der Bundesrat über die Vollmacht, gegebenenfalls unter Vorbehalt von Art. 89/4 BV, Schuldenkonsolidierungsabkommen in eigener Kompetenz abzuschliessen. Die benötigten Mittel werden nicht dem Rahmenkredit für Finanzhilfe belastet. Trotz der eben dargelegten Anstrengungen, die Auszahlungen zu kürzen oder zu erstrecken, zeigt sich bei der Finanzhilfe - und damit für die öffentliche Entwicklungshilfe im Ganzen -, dass eine Einordnung dieses Bereiches in eine mittlere Budgetpriorität ohne angemessene Flexibilität nicht möglich ist. In diesem Sinne muss dem Umstand Rechnung getragen werden, dass erst 1971 der erste Rahmenkredit für Finanzhilfe gesprochen wurde und somit das Finanzhilfeprogramm des Bundes sich noch in seiner Aufbauphase befindet. Es ist ihm deshalb auch in der heutigen finanziellen Situation des Bundes noch Raum zu einer gewissen Entfaltung zu gewähren. 44 Die Zahlen des beiliegenden Finanzplanes vom 21. Februar 1974 für die Jahre 1977-1979 sollen als verwaltungsinterne Planungsrichtlinie gelten, wobei eine allfällige Erhöhung im gegebenen Zeitpunkt im Lichte der Entwicklung des Bundeshaushaltes sowie der internationalen Lage zu überprüfen sein wird. Diese Richtlinie ist nötig, da ein zweckmässiger und rationeller Einsatz der Mittel nur möglich ist, wenn über einen längeren Zeitraum geplant werden kann. 45 Weitere Kürzungen, die über den beiliegenden Finanzplan hinausgehen, können wir aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, auf die wir vorne hingewiesen haben, nicht verantworten. Sie kämen notwendigerweise einer bewussten Abkehr von der bisher wiederholt offiziell erklärten Zielsetzung für die öffentliche Entwicklungshilfe gleich, und es wäre unumgänglich, unsere Haltung auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene in diesem Sinne zu ändern. In einem Moment, in welchem wir das grösste Interesse an einer allgemeinen Verstärkung der internationalen Solidarität und wirtschaftlichen Zusammenarbeit bekunden, scheint uns dies ausgeschlossen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Länder mit besonders grossen Budgetschwierigkeiten, wie Schweden, Grossbritannien und Dänemark, in den letzten Jahren ihre öffentliche Entwicklungshilfe nicht nur nicht reduziert, sondern sogar weiter ausgebaut haben. 46 Um die im beiliegenden Finanzplan für die Jahre 1975-1979 vorgesehenen Ausgaben tätigen - und das ihnen unterliegende Programm verwirklichen - zu können, müssen über die laufenden Rahmenkredite hinaus weitere Verpflichtungskredite gesprochen werden. Ueber das Ausmass und die Zusammensetzung dieser Kredite sowie den Zeitpunkt entsprechender Vorlagen an das Parlament wird erst zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden sein. Immerhin kann heute schon gesagt werden: Der Dienst für technische Zusammenarbeit sollte Ende 1974 über einen neuen Rahmenkredit verfügen können, d.h. eine entsprechende Botschaft ist dem Parlament vorher zu unterbreiten. Ferner wird das Darlehen an die IDA dem Parlament noch 1974 zu unterbreiten sein, wie dies der IDA im Auftrage des Bundesrates mitgeteilt wurde. Wir werden Ihnen zu gegebener Zeit, unter Berücksichtigung der nationalen und internationalen Situation, die entsprechenden Anträge unterbreiten. Ergänzend sei bemerkt, dass noch 1974 dem Parlament ein Kreditabkommen mit Nepal ( 15 Millionen Franken für einen Strassenbau) zur Genehmigung unterbreitet werden wird. Diese Kreditverpflichtung geht zu Lasten des bestehenden Rahmenkredites für Finanzhilfe. # 5 Antrag Aufgrund der vorstehenden Ausführungen b e a n t r a g e n wir Ihnen: 1. Den im beiliegenden Finanzplan für 1975 und 1976 festgelegten Globalzahlen als verbindliche Richtlinien für die Gestaltung der jeweiligen Jahresbudgets zuzustimmen. Vorbehalten bleiben Aenderungen, die sich im Bereiche der humanitären Hilfe und der Schuldenkonsolidierungen aus unvorhergesehenen Ereignissen ergeben könnten. 2. Die im beiliegenden Finanzplan für 1977 bis 1979 festgelegten Globalzahlen als interne Planungsrichtlinien zu genehmigen. 3. Das EPD zu beauftragen, im gegebnen Zeitpunkt die im Zusammenhang mit dem beiliegenden Finanzplan erforderlichen Botschaften an die Bundesversammlung, in Zusammenarbeit mit dem EVD, auszuarbeiten und sie dem Bundesrat vorzulegen. EIDGENOESSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT EIDGENOESSISCHES POLITISCHES DEPARTEMENT Der Stellvertreter: (E. Brugger) Geht zum Mitbericht an: Finanz- und Zolldepartement Protokollauszug an: Politisches Departement in 20 Exemplaren zum Vollzug Finanz- und Zolldepartement in 6 Exemplaren zur Kenntnis Volkswirtschaftsdepartement in 10 Exemplaren zur Kenntnis DEPARTEMENT POLITIQUE FEDERAL Délégué à la Coopération technique Division des organisations internationales DEPARTEMENT FEDURAL DE L'ECONOMIE PUBLIQUE Division du Commerce # t. 140 (4) ## CONFIDENTIEL Berne, le 21.2.1974. ## PLAN FINANCIER DE L'AIDE PUBLIQUE AU DEVELOPPEMENT 1974 - 1979 # 1.140 (4) **CONFIDENTIAL** ## FRESTATIONS DE LA SUISSE EN FAVEUR DES PAYS EN DEVELOPPEMENT ### Versements, Prestations 74-79 **Au 21.2.1974** ### Millions de francs | Rubriques fonctionnelles | 73 | 74 | 75 | 76 | 77 | 78 | 79 | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | **A. Valeurs absolues** | | | | | | | | | Total des prestations publiques et privées (1+2+3+4) | 810 | 918 | 1130 | 1272 | 1379 | 1607 | 1702 | | 1. Prestations publiques à des conditions de faveur | 222 | 226 | 332 | 357 | 356 | 466 | 471 | | 1.1. Confédération (a) | 217 | 220 | 325 | 339 | 357 | 476 | 450 | | 1.1.1. Coopération au développement (véritable en annexe) | 153 | 153 | 231 | 281 | 266 | 372 | 349 | | 1.1.2. Aide alimentaire : | | | | | | | | | - aides en céréales : 71-73; 74-76; 77-80 | 31 | 31 | 34 | 35 | 40 | 43 | 46 | | - produits laitiers : 73-75; 76-78; 79-81 | | | | | | | | | 1.1.3. Aide humanitaire : 73-75; 76-78; 79-81 (c) | 36 | 34 | 40 | 43 | 51 | 61 | 65 | | 1.2. Cantons, communes et autres institutions publiques | | | | | | | | | (d) | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | | 2. Autres prestations publiques (crédits aux conditions du marché) : Confédération | 7 | 5 | 5 | 5 | 7 | 8 | 10 | | 3. Prestations de l'économie privée (investissements, crédits commerciaux et autres (e)) | 500 | 600 | 700 | 800 | 900 | 1000 | 1100 | | 4. Prestations des œuvres privées d'entraide (f) | 91 | 87 | 93 | 100 | 106 | 113 | 121 | | **B. Valeurs en % du PIB** | | | | | | | | | Total des prestations publiques et privées (1+2+3+4) | 0.62 | 0.64 | 0.72 | 0.73 | 0.72 | 0.79 | 0.78 | | 1. Prestations publiques à des conditions de faveur | | | | | | | | | 1.1. Confédération | 0.17 | 0.16 | 0.21 | 0.21 | 0.19 | 0.23 | 0.21 | | 1.1.1. Coopération au développement | | | | | | | | | 1.1.2. Aide alimentaire | | | | | | | | | 1.1.3. Aide humanitaire | | | | | | | | | 1.2. Cantons, communes et institutions | | | | | | | | | 2. Autres prestations publiques (Confédération) | | | | | | | | | 3. Prestations de l'économie privée | 0.39 | 0.42 | 0.44 | 0.45 | 0.47 | 0.49 | 0.50 | | 4. Prestations des œuvres privées d'entraide | 0.06 | 0.06 | 0.06 | 0.06 | 0.06 | 0.06 | 0.06 | | Produit national brut (PNB) (g) | 131.1 | 144.1 | 158 | 174 | 191 | 204 | 218 | (a) Uniquement contributions en faveur des PVO, selon normes OCDE/CAO (b) Aide alimentaire comprend les contributions en espèces au PAN (voir calculs à l'annexe 2) (c) Aide humanitaire, déduction faite des contributions en espèces au PAN, des frais d'administration du CICR (estimés au 50 % de la contribution) et des contributions à des pays développés (voir calculs à l'annexe 2). (d) Prestations des cantons, des communes et d'institutions publiques (Hautes Écoles, etc.) : Accroissement annuel de 1 million de 1972 à 1979. (e) Prestations de l'économie privée : l'accroissement annuel considéré est de Fr. 100 millions dès 1974. (f) Prestations des œuvres privées d'entraide : Accroissement annuel de 7 %. (g) PNB chiffres 1972-74 selon le plan financier du GFFD du 31 octobre 1973, puis accroissements annuels de 10 % jusqu'en 1977, et dès 1978 l'accroissement est ramené à 7 %. COOPERATION AU DEVELOPPEMENT ET AIDE HUMANITAIRE ET ALIMENTAIRE VERSEMENTS Au 21-2-74 (montants en millions de franes) ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) | Rubriques budgetaires | 73 | 74 | 75 | 76 | 77 | 78 | 79 | Total <br> 79-79 | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | | 7. DEPARTENENT ECONOMIQUE PUBLIQUE <br> - Coopération au développement : (h) | 65.5 | 51.- | 90,2 | 66,6 | 30.- | 5.- | | 191.5 | | Rub. 703.600 .01 Prêts à l'étranger <br> - Crédits à AID (IBA) | $\begin{aligned} & 63.3 \\ & 43.3 \end{aligned}$ | 48.8 | 81.- | 59,6 | 23.- | 5.- | | 198.5 | | - Crédits à des Banques régionales de développement (f) (contribution à des fonds) | 10.- | 21.- | 21.- | 10.- | | | | | | - Crédits bilatéraux : (f) | 10.- | 27.8 | 60.- | 49,6 | 23.- | 5.- | | | | Rub. 703.600 .10 Participation au capital de Banques régionales de développement (f) <br> - Crédits de consolidation | 2.2 | 2.2 | 9.2 | 7.- | 7.- | | | 23.2 | | Rub. 703.600 .02 Crédits de consolidation (k) | 7.- | 5.- | 5.- | 5.- | 7.- | 8.- | 10.- | 35.- | | B. RESUME | | | | | | | | | | Aide humanitaire | 42.7 | 41.- | 47.5 | 53.- | 62.- | 74.- | 78.- | 314.5 | | Aide alimentaire | 28.- | 28.- | 30.- | 31.- | 36.- | 38.- | 41.- | 176.- | | Coopération au développement | 149.5 | 155.- | 251.2 | 280.6 | 266.- | 372.- | 349.- | 1518.8 | | Crédits de consolidation | 7.- | 5.- | 5.- | 5.- | 7.- | 8.- | 10.- | 35.- | | TOTAL | 220.2 | 224.- | 334.7 | 369.6 | 371.- | 452.- | 478.- | 2045.3 | NOTES : (a) En 1973, crédit de paiement de Fr. 70 millions plus crédit complémentaire de 7 millions. (b) Voir détails à l'annexe 2 (c) Crédits à fonds perdus qui seront estimés ultérieurement, venant en diminution de la rubrique 202.600 .02 . Les prêts remboursables en monnaie du pays bénéficiaire sont également classés sous cette rubrique. (d) Couverts par crédit-cadre de coopération technique. (e) Couverts par crédit-cadre d'aide financière. (f) Voir détails à l'annexe 2. (g) Considéré que partie correspondante aux bourses de ressortissants de FVD, jusquà épuisement du crédit-cadre en cours; dès 1976, ces bourses sont couvertes par le crédit 202.493 .01 de coopération technique. (h) Ces crédits sont couverts par le crédit-cadre d'aide financière de Fr. 400 millions, à l'exception des prêts pour des projets intégrés qui sont signalés à la rubrique $202.600,01$. (i) I compris PAM en espèces. (j) En 1973 y compris crédit complémentaire. (k) Nouvelle rubrique nécessaire afin de distinguer immédiatement les crédits de conooliadation. # TABLEAU DE CALCUL DES CREDITS ## DE COOPERATION AU DEVELOPPEMENT ### AU 21-2-74 ### ET AIDE HUMANITAIRE INTERNATIONALES | | 73 | 74 | 75 | 76 | 77 | 78 | 79 | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | **1. COOPERATION AU DEVELOPPEMENT** | | | | | | | | | **Coopération technique** | 79 | 99 | 108 | 115 | 127 | 139 | 150 | | - Contributions générales à des organisations internationales | 22 | 24 | 26 | 28 | 32 | 35 | 38 | | - Contributions à des projets d'organisations internationales (aide associée) | 6 | 8 | 8 | 10 | 12 | 15 | 17 | | - Contributions à des projets de collectivités ou d'institutions suisses | 15 | 17 | 19 | 20 | 21 | 23 | 26 | | - Projets de la Confédération : - Projets combinés, à fonds perdus - " " prêts | 34 21 - - | 48 31 2 | 52 35 2 | 55 38 2 | 59 39 3 | 62 41 3 | 66 43 4 | | - Assistance technique (missions d'experts isolés, assistants techniques, bourses etc.) | 9 | 10 | 10 | 10 | 11 | 12 | 12 | | - Préparations supervisions et évaluations, formation et information | 4 | 5 | 5 | 5 | 6 | 6 | 7 | | - Bourses universitaires à des ressortissants de FVD | 2 | 2 | 3 | 3 | 3 | 3 | 3 | | **Aide financière** | 70,5 | 56 | 143,2 | 164,6 | 139 | 233 | 199 | | - Projets intégrés : - Période 73-74, crédit 49 mio - " 75-77, " 60 " - " 78-80, " 70 " | 5 5 - 43,3 | 5 5 - 50 | 3 3 50 | 15 10 50 | 17 10 7 | 20 8 10 | 27 6 11 | | - Crédits AID - Période 71-73, crédit 130 mio - " 75-77, " 200 " - " 78-80, " 300 " | 43,3 43,3 - 50 | - 50 | 50 50 | 50 50 | 50 50 | 125 50 75 | 75 75 | | - Banque internat. de développement Banque asiatique de développement : - Capital, période 73-75, crédit 6,6 mio - " " 77-79 " 12 " - Fonds spéc. " 73-75 " 20 " - " " 76-78 " 45 " - " " 79-81 " 60 " | 12,2 2,2 6 - 4 | 23,2 2,2 20 7 | 30,2 2,2 7 | 40 2,2 15 | 34 4 15 | 63 4 15 | 72 4 20 | | - Fonds africain de développement : - Période 73-75, crédit 12 mio - " 76-78 " 24 " - " 79-81 " 36 " | 4 | 4 4 | 4 8 | 8 | 8 8 | 8 12 | 12 | | - Banque interaméricaine de développement - Fonds suisse 74-76, crédit 30 mio - Capital 75-77 " 21 " - " 78-80 " 9 " - Fonds spécial 78-80 " 100 " | 10 | 10 7 | 10 7 | 7 | 7 3 33 | 3 3 33 | 3 33 | | | 73 | 74 | 75 | 76 | 77 | 78 | 79 | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Crédits globaux bilatéraux : | 10 | 27,6 | 60 | 59,6 | 38 | 25 | 25 | | - Crédits antérieurs à 1972 : | 10 | 12,8 | 9 | 5,6 | | | | | Crédit Pakistan 22,5 mio | 1 | 5 | 7 | 5,6 | | | | | Turquie 13 | 5 | 6 | 2 | | | | | | Inde 31,5 | 4 | 1,8 | | | | | | | - Crédits d'équipement 72 - 74 : | | 15 | 43 | 26 | 5 | | | | Inde 35 mio | | 5 | 25 | 5 | | | | | Inde mixte 25 | | 5 | 5 | 10 | 5 | | | | Indonésie 29 | | 5 | 13 | 11 | | | | | - Autres crédits 72 - 74, crédit 49 mio | | | 8 | 18 | 18 | 5 | | | Bangla Desh 20 mio | | | 2 | 6 | 7 | 3 | | | Turquie 15 | | | 5 | 5 | 5 | | | | Autres 14 | | | 1 | 5 | 6 | 2 | | | - Crédits période 75 - 77, crédit 150 mio | | | | 10 | 15 | 20 | 25 | | TOTAL COOPERATION AU DEVELOPPEMENT | 149,5 | 155 | 251,2 | 280,6 | 286 | 372 | 349 | | 2. AIDE HUMANITAIRE | | | | | | | | | Aide humanitaire (selon annexe 1) | 42,7 | 41 | 47,5 | 53 | 62 | 74 | 78 | | - PAM en espèces | 3 | 3 | 4 | 4 | 4 | 5 | 5 | | - frais adm. CICR | 3 | 3 | 3 | 4 | 5 | 6 | 6 | | - contr. pays développés | 1 | 1 | 1 | 2 | 2 | 2 | 2 | | TOTAL, selon CAD | 35,7 | 34 | 38,5 | 43 | 51 | 61 | 65 | | 3. AIDE ALIMENTAIRE | | | | | | | | | Aide alimentaire (selon annexe 1) | 28 | 28 | 30 | 31 | 35 | 38 | 41 | | + PAM en espèces | 3 | 3 | 4 | 4 | 4 | 5 | 5 | | TOTAL, selon CAD | 31 | 31 | 34 | 35 | 40 | 43 | 45 | | 4. CREDITS DE CONSOLIDATION | 7 | 5 | 5 | 5 | 7 | 8 | 10 | 3003 Berne, le 7 mars 1974 # Distribué Au C on s e i l f é d é r a l Plan financier de la coopération au développement et de l'aide humanitaire pour les années 1975 - 1979 $940 . / 942$. R a p p o r t - j o i n t à la proposition du Département politique fédéral et du Département de l'économie publique du ler mars 1974 La proposition commune du Département politique fédéral et du Département de l'économie publique appelle de notre part les objections suivantes: - La présentation de cette proposition nous paraît prématurée et inopportune dans la mesure où elle vise à obtenir de votre autorité une garantie qui mette l'aide au développement à l'abri des coupures budgétaires supplémentaires que vous pourriez être amenés à opérer encore dans le cadre de l'adoption du programme d'urgence destiné à restaurer l'équilibre des finances fédérales. Or cette mesure d'exception ne se justifie pas davantage à l'égard de l'aide au développement que d'autres secteurs de dépenses. On pourrait craindre, à juste titre, qu'elle se heurte à l'incompréhension d'autres services qui, eux-aussi, sont particulièrement touchés par le pregramme précité. Il convient donc d'y renoncer pour éviter une inégalité de traitement qui n'a pas sa raison d'être et réserver à votre instance une liberté d'action suffisante pour lui permettre de conférer à ce programme toute l'efficacité souhaitable. - D'autre part, nous ne pouvons souscrire entièrement au plan financier qui fait l'objet de cette proposition, quand bien même les chiffres qu'il retient ont été réduits, sur notre demande, par rapport au plan primitivement présenté par les deux départements. Alors que les prévisions relatives à l'aide humanitaire et à la coopération technique nous paraissent acceptables, il n'en est pas de même en ce qui concerne l'aide financière. En effet, les dépenses prévues dans ce domaine continuent à présenter, spécialement pour l'année 1975, un taux de progression hors pair, qui reste inacceptable si l'on veut parvenir à résorber dans une mesure suffisante le déficit considérable que les prévisions actuelles laissent apparaitre pour le prochain exercice. L'octroi à l'IDA d'un prêt de 200 mio de francs, répartis sur trois ou éventuellement quatre années, est la cause principale d'une telle progression. Dans la mesure où cette dépense ne peut être compensée par des économies correspondantes réalisables dans le cadre d'autres projets, il nous parait indispensable que vous vous saisissiez une fois encore de la question de ce prêt et envisagiez la possibilité de revenir sur votre décision en la matière. - Nous pensons en outre que, dans les circonstances actuelles, il est prématuré de donner au DPF des directives en ce qui concerne l'élaboration de nouveaux crédits de programme. Cette question ne devrait être réglée que lorsque les mesures adoptées dans le cadre du programme d'urgence et leurs conséquences exactes sur l'avenir seront connues. - Enfin, bien que pleinement conscients de la portée politique et économique de l'aide au développement et du rôle important qu'elle joue du point de vue des relations internationales, nous estimons néanmoins que cet aspect ne doit pas l'emporter sur tous les autres. Il ne saurait, en tous cas, justifier, à notre avis, que sotte tâche se développe sans tenir compte dans une mesure appropriée ni des ressources financières dont dispose la Confédération, ni de la priorité qui lui a été assignée. Enfin, si elle constitue un stimulant certainement très utile pour assurer une progression de l'effort d'aide et fixer certains objectifs, la comparaison de cet effort, que le CAD effectue entre pays membres sur la base de leur produit national, reste cependant avant tout indicative et ne saurait préjuger des possibilités réelles d'effort des gouvernements. Compte tenu des considérations qui précèdent, nous vous proposons de d é c i d e r de: 1. Reporter toute décision en ce qui concerne le plan financier 1975-76 et les perspectives 77-79 à une date ultérieure à l'adoption des mesures d'urgence destinées à restaurer l'équilibre des finances fédérales. 2. Reconsidérer, compte tenu des impératifs financiers, la question de la participation de notre pays à la 4 e reconstitution de l'IDA et envisager, dans la mesure où la dépense de 200 mio de francs qu'elle entraîne ne peut être compensée par des économies correspondantes sur d'autres projets, la possibilité de revenir sur votre décision antérieure en la matière. 3. Renoncer, jusqu'à adoption des mesures d'urgence précitées, à formuler à l'intention du DPF, des directives relatives à l'élaboration de prochains crédits de programme. DEPARTEMENT FEDERAL DES FINANCES ET DES DOUANES ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) # A u s g e t e i 1 t 3003 Bern, 14. März 1974 An den Bundesrat Finanzplanung des Bundes für die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe 1975-1979: Stellungnahme des EPD und des EVD zum Mitbericht des EFZD vom 7. März betreffend den Antrag des EPD und des EVD vom 1. März 1974 Wir nehmen zum Entscheidungsdispositiv im Mitbericht des EFZD wie folgt Stellung: 1 ad 1.): 11 Unser Antrag bezweckt nicht, der Finanzplanung für die öffentliche Entwicklungshilfe eine Sonderstellung zuweisen zu lassen, sondern Sie - im Hinblick auf die zur Wiederherstellung des Gleichgewichts im Bundeshaushalt zu treffenden Entscheidungen - auf die besonderen Probleme aufmerksam zu machen, die sich in diesem Bereiche stellen. Sie haben inzwischen über die Ihnen im Zusammenhang mit den genannten Entscheidungen vom EFZD vorgelegten Ausgabenplafonds für 1975-79 befunden, auch über denjenigen für die öffentliche Entwicklungshilfe, der mit den von uns im Antrag vom 1. März unterbreiteten Zahlen uber* einstimmt. Auf diesen Globalzahlen beruhen die für die einzelnen Jahre (1975/76; 1977-79) vorgesehenen Ausgaben, die nun im Sinne unseres Antrages festgelegt werden können. 12 Wir sind uns durchaus bewusst, dass Ihr Entscheid über die Ausgabenplafonds für 1975-79 noch dem Vorbehalt der Entscheide von Parlament und Volk über die Massnahmen zur Wiederherstellung des Gleichgewichtes im. Bundeshaushalt unterliegt. 2 ad 2.): 21 In den oben erwähnten Globalzahlen für öffentliche Entwicklungshilfe ist der Beitrag von 200 Mio. Franken an die 4. Wiederaufstockung der IDA enthalten, den Sie am 31. Oktober 1973 in Aussicht zu nehmen und im Jahre 1974 dem Parlament zur Genehmigung zu unterbreiten beschlossen haben. Wir weisen nochmals darauf hin, dass ein Verzicht auf den vorgesehenen Beitrag an die IDA unter keinen Umständen in Betracht gezogen werden sollte. Wenn dieser Beschluss zurückgenommen würde, ohne dass das parlamentarische Verfahren eingeleitet worden wäre und sich als unüberwindliche Hürde erwiesen hätte, würde dies die Glaubwürdigkeit der schweizerischen Regierung schwer beeinträchtigen, da der in Aussicht genommene Beitrag an die IDA sowohl der schweizerischen wie der internationalen Oeffentlichkeit bekannt gegeben wurde. 22 Neben dieser Konsequenz brächte eine Absage an die IDA - oder eine entsprechende Kürzung der Ausgaben für öffentliche Entwicklungshilfe in den Jahren 1975-79 gegenüber dem von uns vorgeschlagenen Finanzplan, wie sie das EFZD in seinea Mitbericht als Alternative anregt - weitere schwerwiegende politische wie auch wirtschaftliche Nachteile, auf die wir in unserem Antrag bereits ausführlich eingegangen sind. Eine Kürzung dieser Ausgaben müsste die Schweiz, angesichts ihrer bisher schon sehr bescheidenen Leistung, die mit den von uns vorgeschlagenen Aufwendungen im internationalen Vergleich gerade knapp gehalten werden könnten, sowohl gegenüber den Industrieländern (im Hinblick auf einen angemessenen Lastenausgleich) wie auch gegenüber den Entwicklungsländern in eine auch politisch sehr schwierige Lage bringen. Vom Standpunkt unserer Aussenwirtschaftspolitik aus ist hervorzuheben, dass ein Absinken unserer öffentlichen Entwicklungshilfe den Bundesrat eines Instrumentes berauben würde, welches ihm, gerade im heutigen Zeitpunkt der Rohstoffverknappung und der vorgesehenen allgemeinen Verschärfung des internationalen Wettbewerbs auf den für uns wichtigen Märkten der Entwicklungsländer, von entscheidendem Nutzen sein kann. 3 ad 3.): Wie sich aus unserem Antrag ergibt, müssen Verpflichtungskredite für die Weiterführung der technischen Zusammenarbeit und für den Beitrag an die IDA noch im laufenden Jahre dem Parlament beantragt werden, womit der von uns vorgeschlagene Auftrag an das EPD angezeigt erscheint. Selbstverständlich wird, inbezug auf Form und genauen Zeitpunkt der Anträge und den Umfang des Kredites für die technische Zusammenarbeit, den innenpolitischen Umständen Rechnung zu tragen sein. EIDGENOESSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT EIDGENOESSISCHES POLITISCHES DEPARTEMENT Der Stellvertreter: (E. Brugger) 3003 Berne, le 20 mars 1974 Distribué Au C on s e i l é d é r a l Plan financier de la coopération au développement et de l'aide humanitaire pour les années 1975-79 $940 / 942$ Rapport complémentaire relatif à l'avis du Département politique fédéral et du Département de l'économie publique du 14 mars 1974 Le Département fédéral des finances et des douanes a pris connaissance de l'avis exprimé par les deux départements précités au sujet de son rapport-joint du 7 mars 1974. Il maintient néanmoins les propositions qu'il a faites dans ce rapport, pour les raisons suivantes : # 1) ad 1 Contrairement à ce qu'affirme sur ce point l'avis précité, les plafonds de dépenses qui ont été projetés pour les années 1975-79 dans le cadre du programme d'urgence et qui correspondent, en ce qui concerne l'aide au développement, aux chiffres retenus par le plan financier qui vous est présentement soumis, n'ont fait encore l'objet d'aucune décision de votre part. On ne saurait donc exclure pour l'heure que, devant la nécessité de réaliser des économies supplémentaires, vous vous voyez contraints de procéder à une réduction de ces plafonds. Ces derniers n'ont donc pour l'instant aucun caractère définitif, pas plus que le plan financier de l'aide au développement établi sur la base de chiffres correspondants. C'est pourquoi il nous parait prématuré de vouloir solliciter de votre part l'approbation de ce plan tant que le niveau définitif des plafonds de dépenses n'est pas arrêté. 2) ad 2 La participation de notre pays à la 4 e reconstitution de l'IDA, à raison d'un prêt de 200 mio de francs répartis sur 4 ans, entraîne un accroissement des dépenses d'aide financière tel qu'il serait jugé excessif même si l'on avait affaire à une tâche hautement prioritaire. C'est la raison pour laquelle nous restons d'avis qu'une réduction des dépenses dans ce domaine est nécessaire et qu'il est indispensable que vous réexaminiez la possibilité de renoncer à ce prêt. Si une telle solution devait cependant, à votre avis, se révéler impossible, il conviendrait alors d'inviter les départements concernés à compenser cette dépense, en retardant l'exécution de certains projets cu même en y renonçant. Une réduction de 30 à 40 mio de francs par an, ramenant les dépenses d'aide financière à un taux plus raisonnable, devrait, pensons-nous à l'encontre des départements intéressés, être réalisable sans trop grand préjudice économique ou politique pour notre pays. # 3) ad 3 Ainsi que nous l'avons déjà souligné plus haut, tant que les plafonds de dépenses projetés dans le cadre du programme d'urgence n'ont pas été arrêtés de manière définitive, le plan financier de l'aide au développement conserve un caractère provisoire. Dans ces circonstances, il nous paraît prématuré d'inviter le DPF, avant même l'adoption de ce programme, à considérer ce plan comme une base déterminante pour l'élaboration de nouveaux crédits de programme. DEPARTEMENT FEDERAL DES FINANCES ET DES DOUANES ![img-2.jpeg](img-2.jpeg) 3003 Bern, 2. April 1974 $81 \mathrm{Hb} / \mathrm{Sp}$ # Ausgeteilt An den B und e s r a t Modell Leitungsorganisation für die Gesamtverteidigungsübung 1975 M i t b e r i c h t zum Antrag des Militärdepartements vom 18. März 1974 1 Den Anträgen auf Seite 13 stimmen wir zu. 2 Zum Abschnitt I / Erfahrungen aus dem Gesamtverteidigungskurs 1974 21 Die Feststellung unter Ziffer 2.1, wonach die Bundeskanzlei für den Fall von Krisenlagen über keine genügend leistungsfähige Organisation verfüge, trifft nur zu, soweit es sich um den 24 Stunden-Betrieb auf längere Sicht handelt. 22 Unter Ziffer 2.3.2 ist von den Nachrichtenchefs der Bundeskanzlei und sämtlicher Departemente die Rede. Wir erinnern daran, dass diese Institution heute noch weitgehend fohlt, also zuerst noch geschaffen werden müsste.
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GovDecisions
45,956
Le Ministre de Suisse à Washington, M. Peter, au Directeur de la Division du Commerce du Département de l’Economie publique, W. Stucki
21
A diverses reprises déjà, la Suisse s’est déclarée prête à entrer en négociations commerciales avec les USA. Classement thématique série 1848–1945: II. RELATIONS BILATÉRALES 9. Etats-Unis 9.1. Négociations commerciales
French
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1934-05-22
1934-05-22
11
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Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Wirtschaft)
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Kolumbien|New York|Ohio|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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Economiesuisse
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Child Richard Washburn|Hotz Jean|Nef Victor|Sayre Francis Bowes|Williamson David
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Economiesuisse
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Washington DC
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Economiesuisse
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45,000
https://dodis.ch/45956
Schreiben
French, Schreiben, Peter Marc
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Stucki</a><span id="fnref_3_2_1_1_2_2_8" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_2_2_8">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline">Washington, <span class="tei-date3 tei-date">22 mai 1934</span></div> </div> <p class="tei-p tei-p">C’est avec le plus vif intérêt que j’ai pris connaissance de votre office du 8 mai, qui a eu toute mon attention.<span id="fnref_3_2_1_1_4_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_4_2">2</a></span> Je vous remercie aussi de l’exposé que vous avez rédigé concernant la préparation aux négociations éventuelles<span id="fnref_3_2_1_1_4_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_4_4">3</a></span> et j’en ai fait parvenir copie à <a href="https://dodis.ch/P751" class="tei-persName" target="">M. Nef</a> en le chargeant d’élaborer une circulaire à l’intention des membres du Trade Council. Je suis satisfait, d’autre part, de voir que le Vorort, du moment que <a href="https://dodis.ch/P751" class="tei-persName" target="">M. Nef</a> avait pris l’engagement de transmettre le procès-verbal de la séance du Trade Council de <a href="https://dodis.ch/G23" class="tei-placeName" target="">New York</a> aux Chambres de commerce et groupements industriels intéressés, l’a fait en plaçant la question sur le terrain voulu et en traçant nettement les données. Il serait en effet fâcheux que chacun voulût prendre des initiatives en cette matière et qu’on entretînt de divers côtés des correspondances avec des organes américains, en présentant des postulats isolés. Depuis des mois, j’ai répété à <a href="https://dodis.ch/P751" class="tei-persName" target="">M. Nef</a> et aux intéressés que j’ai vus que, dans des négociations de ce genre, la préparation se faisait avant tout par les groupements intéressés en Suisse, par le Vorort et autres organisations entrant en ligne de compte, que c’était votre Département qui examinait, le cas échéant avec les représentants et experts de l’industrie, de l’agriculture, des douanes, les bases de nos demandes. A votre tour, vous soulignez encore le fait, que j’avais également indiqué à <a href="https://dodis.ch/G23" class="tei-placeName" target="">New York</a>, que, comme dans toutes les négociations, ce qui est déterminant, ce sont les demandes formulées par les exportateurs en Suisse, et non pas les vœux des représentants à l’étranger et de leurs clients. Mais j’ai régulièrement indiqué aux importateurs-représentants d’exposer leurs desiderata aux maisons suisses qu’ils représentent, en nous en donnant le cas échéant connaissance.</p> <p class="tei-p tei-p">2. En ce qui concerne la question de personnel (vœu du Trade Council quant à la désignation pour la préparation des négociations d’une personne ayant une expérience spéciale en matière commerciale), je me réserve, si cela vous convient, d’en parler avec vous lors de mon séjour en Suisse cet été.<span id="fnref_3_2_1_1_5_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_5_2">4</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">3. Quant à la mission <a href="https://dodis.ch/P38945" class="tei-persName" target="">Child</a>, je vous ai indiqué comment elle était tracée officiellement. Je n’ai peut-être pas assez insisté dans ma lettre du 20 avril<span id="fnref_3_2_1_1_6_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_6_4">5</a></span> sur le fait que c’est le Département d’Etat qui déniait absolument que l’ancien Ambassadeur eût quoi que ce soit à faire avec les futurs accords commerciaux. J’ai signalé, cependant, qu’il avait pleine liberté pour poursuivre son enquête à son gré. Que Mr. <a href="https://dodis.ch/P38945" class="tei-persName" target="">Child</a>, assez remuant et discoureur, ait parlé en fait officieusement de questions diverses au cours de son voyage, y compris des relations commerciales des Etats-Unis avec tel ou tel pays, je n’en serais point surpris. Ce que je vous ai indiqué, c’est la mission dont il a été expressément chargé par le Président et le Secrétaire d’Etat et ce qu’on en disait officiellement au Département.</p> <p class="tei-p tei-p">4. Conformément à vos instructions répétées, j’ai indiqué à diverses reprises au Département d’Etat que la Suisse était prête à entrer en négociations aussitôt que la loi autorisant le Président à conclure les traités tarifaires aurait passé.<span id="fnref_3_2_1_1_7_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_7_2">6</a></span> Pour bien marquer le point, je l’ai encore confirmé par une lettre personnelle à Mr<a href="https://dodis.ch/P2275" class="tei-persName" target="">Sayre</a>, Secrétaire d’Etat-adjoint, chargé des négociations commerciales. Bien qu’oralement Mr<a href="https://dodis.ch/P2275" class="tei-persName" target="">Sayre</a> se soit montré très favorable à ma suggestion d’inclure la Suisse dans la liste des Etats avec lesquels on explorerait le terrain aussi vite que possible, tout ce que j’ai pu obtenir par écrit, c’est l’accusé de réception ci-joint.<span id="fnref_3_2_1_1_7_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_7_8">7</a></span> Mr<a href="https://dodis.ch/P2275" class="tei-persName" target="">Sayre</a> m’avait déclaré, lors de notre entretien, qu’aussitôt après le vote du Congrès, il aurait à constituer tout un personnel et tout une organisation pour faire les études nécessaires, pays par pays, en vue des futurs pourparlers «exploratoires» qui ne pourront être entrepris tous à la fois, mais bien les uns après les autres.</p> <p class="tei-p tei-p">Il est certain, d’autre part, que le Département d’Etat est désireux, avant tout, d’éviter même l’apparence d’avoir pris un engagement quelconque avec n’importe quel Etat au sujet des négociations éventuelles en vertu des pouvoirs demandés par le Président, tant que ces pouvoirs n’auront pas été accordés. De là son extrême prudence, surtout en ce moment-ci où le projet gouvernemental est violemment attaqué par les sénateurs des régions industrielles. Hier, le Sénateur d’<a href="https://dodis.ch/G8848" class="tei-placeName" target="">Ohio</a> a parlé pendant plus de quatre heures sur ce sujet. Il s’est plaint amèrement, dans son discours, du fait que le Département d’Etat avait refusé de lui communiquer le texte de l’accord conclu avec la <a href="https://dodis.ch/G206" class="tei-placeName" target="">Colombie</a>, qui ne sera sans doute rendu public que lorsque le Président pourra se passer de l’avis et du consentement du Sénat pour le signer.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-add1 tei-add-edition">[...]</span><span id="fnref_3_2_1_1_9_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_9_2">8</a></span></p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_2_2_8"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 7110 1/139</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_2_2_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_4_2"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Cf. n<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 32.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_4_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_4_4"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Cf. annexe I du n<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 32.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_4_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_5_2"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Cf. annexe II du n<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 32.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_5_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_6_4"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Non reproduit.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_6_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_7_2"> <dt class="fn-number">6</dt> <dd class="fn-content">Le Trade Agreement Act est signé le 12 juin par le Président.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_7_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_7_8"> <dt class="fn-number">7</dt> <dd class="fn-content">Non reproduit.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_7_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_9_2"> <dt class="fn-number">8</dt> <dd class="fn-content">Sur la copie du télégramme du Secrétaire d’Etat à la légation américaine à Berne, confirmant le 18 juillet l’offre d’ouverture de conversations exploratoires faite la veille au Ministre <a href="https://dodis.ch/P5344" class="tei-persName" target="">Peter</a> à <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a>, le Vice-directeur de la Division du Commerce <a href="https://dodis.ch/P46" class="tei-persName" target="">Hotz</a> note le 31 juillet: <span class="tei-orig tei-orig">Auftragsgemäss habe ich dem</span> am. <span class="tei-add1 tei-add-edition">[erikanischen]</span><span class="tei-orig tei-orig">Gesandt. <span class="tei-add1 tei-add-edition">[en]</span>Sekretär <a href="https://dodis.ch/P40862" class="tei-persName" target="">Williamson</a> heute obige Mitteilung verdankt und beigefügt, dass unsere weitern Erhebungen etc. erst gegen August weitergeführt werden können. Er hat mir dann</span> wersch. <span class="tei-add1 tei-add-edition">[iedenen]</span>M.[gemeinenJFragen <span class="tei-orig tei-orig">über unsere Handels- und Vertragspol.//f/7c/gestellt, wobei es sich herausstellte, dass er bei uns sondierte und nach <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a> berichten muss, wo man sich offenbar</span> vorerst <span class="tei-orig tei-orig">klar werden will, ob Verhandlungen mit uns etwelche</span> Aussicht auf Erfolg <span class="tei-orig tei-orig">hätten. Man scheint dort – wie obiges Telegr. <span class="tei-add1 tei-add-edition">[am]</span>verrät – sich nicht Misserfolgen aussetzen zu wollen.</span> Le Vorort de l’Union suisse du commerce et de l’industrie est informé confidentiellement des dispositions américaines <span class="tei-orig tei-orig">(<span class="tei-idno tei-idno">E 7110 1/139</span>).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_9_2">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
45000-45999/dodis-45956.pdf
Le 28 mai 1934. Ref. G. 19-9 Ad V. 8-USA. - 8 Accords de commerce dits de réciprocité. ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Monsieur le Directeur, C'est avec le plus vif intérêt que j'ai pris connaissance de votre office du 8 mai, qui a eu toute mon attention. Je vous remercie aussi de l'exposé que vous avez rédigé concernant la préparation aux négociations éventuelles et j'en ai fait parvenir copie à M. Nef en le chargeant d'élaborer une circulaire à l'intention des membres du Trade Council. Je suis satisfait, d'autre part, de voir que le Vorort, du moment que M. Nef avait pris l'engagement de transmettre le procès-verbal de la séance du Trade Council de New York aux Chambres de commerce et groupements industriels intéressés, l'a fait en plaçant la question sur le terrain voulu et en traçant nettement les données. Il serait en effet fâcheux que chacun voulât prendre des initiatives en cette matière et qu'on entretenât de divers côtés des correspondances avec des organes américains, en présentant des postulats isolés. Depuis des mois, j'ai répété à M. Nef et aux intéressés que j'ai vus que, dans des négociations de ce genre, la préparation se faisait avant tout par les groupements intéressés en Suisse, par le Vorort et autres organisations entrant en ligne de compte, que c'était votre Département qui examinait, le cas échéant avec les Au Département fédéral de l'Economie publique, Division du Commerce, représentants et experts de l'industrie, de l'agriculture, des douanes, les bases de nos demandes. A votre tour, vous soullgnez encore le fait, que j'avais également indiqué a New York, que, comme dans toutes les négociations, ce qui est déterminant, ce sont les demandes formulées par les exportateurs en Suisse, et non pas les voeux des représentants à l'étranger et de leurs clients. Mais j'ai régulièrement indiqué aux importateurs-représentants d'exposer leurs desiderata aux maisons suisses qu'ils représentent, en nous en donnant le cas échéant connaissance. 2. En ce qui concerne la question de personnel (voeu du Trade Council quant à la désignation pour la préparation des négociations d'une personne ayant une expérience spéciale en matière commerciale), je me réserve, si cela vous convient, d'en parler avec vous lors de mon séjour en Suisse cet été. 3. Quant à la mission Child, je vous ai indiqué comment elle était tracée officiellement. Je n'ai peut-être pas assez insisté dans ma lettre du 20 avril sur le fait que c'est le Département d'Etat qui déniait absolument que l'ancien Ambassadeur eût quoi que ce soit à faire avec les futurs accords commerciaux. J'ai signalé, cependant, qu'il avait pleine liberté pour poursuivre son enquête à son gré. Que Mr Child, assez remuant et discoureur, ait parlé en fait officieusement de questions diverses au cours de son voyage, y-compris des relations commerciales des Etats-Unis avec tel ou tel pays, je n'en serais point surpris. Ce que je vous ai indiqué, c'est la mission dont il a été expressément chargé par le Président et le Secrétaire d'Etat et ce qu'on en disait officiellement au Département. 4. Conformément à vos instructions répétées, j'ai indiqué à diverses reprises au Département d'Etat que la Suisse était prête à entrer en négociations aussitôt que la loi autorisant le Président à conclure les traités tarifaires aurait passé. Pour bien marquer le point, je l'ai encore confirmé par une lettre personnelle à Mr Sayre, Secrétaire d'Etat-adjoint, chargé des négociations commerciales. Bien qu'oralement Mr Sayre se soit montré très favorable à ma suggestion d'inclure la Suisse dans la liste des Etats avec lesquels on explorerait le terrain aussi vite que possible, tout ce que j'ai pu obtenir par écrit, c'est l'accusé de réception ci-joint. Mr Sayre m'avait déclaré, lors de notre entretien, qu'aussitôt après le vote du Congrès, il aurait à constituer tout un personnel et tout une organisation pour faire les études nécessaires, pays par pays, en vue des futurs pourparlers "exploratoires" qui ne pourront être entrepris tous à la fois, mais bien les uns après les autres. Il est certain, d'autre part, que le Département d'Etat est désireux, avant tout, d'éviter même l'apparence d'avoir pris un engagement quelconque avec n'importe quel Etat au sujet des négociations éventuelles en vertu des pouvoirs demandés par le Président, tant que ces pouvoirs n'auront pas été accordés. De là son extrême prudence, surtout en ce mo-ment-ci où le projet gouvernemental est violemment attaqué par les sénateurs des régions industrielles. Hier, le Sénateur d'Ohio a parlé pendant plus de quatre heures sur ce sujet. Il s'est plaint amèrement, dans son discours, du fait que le Département d'Etat avait refusé de lui communiquer le texte de l'accord conclu avec la Colombie, qui ne sera sans doute rendu public que lorsque le Président pourra se passer de l'avis et du consentement du Sénat pour le signer. 5. Je n'ai pas appris que d'autres Etats eussent pris des mesures spéciales, à Washington, en vue de la préparation des futurs accords commerciaux. Veuillez agréer, Monsieur le Directeur, l'assurance de ma considération la plus distinguée. 1 annexe. Ministre de Suisse. Copie envoyée au Département Politique Fédéral.
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Correspondence
35,040
Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend die Genehmigung des Abkommens über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste (Vom 13.7.1962) MESSAGE du Conseil fédéral à l'Assemblée fédérale concernant l'approbation de l'accord de commerce, de protection des investissements et de coopération technique conclu entre la Confédération suisse et la République de Côte d'Ivoire (Du 13.7.1962)
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1962-07-13
1962-07-13
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Elfenbeinküste (Wirtschaft)
Ausländische Direktinvestition (ADI)|Elfenbeinküste (Politik)|Wirtschaftsbeziehungen
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Costa d'Avorio (Economia)
Costa d'Avorio (Politica)|Investimenti diretti esteri (IDE)|Relazioni economiche
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Côte d'Ivoire (Economie)
Côte d'Ivoire (Politique)|Investissements directs étrangers (IDE)|Relations économiques
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Ivory Coast (Economy)
Economic relations|Foreign directs investments (FDI)|Ivory Coast (Politics)
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35,000
https://dodis.ch/35040
Botschaft des Bundesrats
Botschaft des Bundesrats
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35000-35999/dodis-35040-de.pdf;35000-35999/dodis-35040-fr.pdf
# 8534 ## Botschaft des ## Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend die Genehmigung des Abkommens über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste (Vom 13. Juli 1962) Herr Präsident! Hochgeehrte Herren! Wir beehren uns, Ihnen das Abkommen über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit, welches am 26. Juni 1962 in Abidjan mit der Republik Elfenbeinküste abgeschlossen wurde, zur Genehmigung zu unterbreiten. I Im ersten Teil unserer Botschaft vom 4. Juni 1962 betreffend die zwei mit den Republiken Niger und Guinea neulich abgeschlossenen Abkommen (BBl 1962, I, 1437) haben wir insbesondere die jüngste Entwicklung unserer rechtlichen Beziehungen mit den unabhängigen afrikanischen Ländern südlich der Sahara beschrieben. Wir haben vor allem hervorgehoben, dass die zwei Verträge, die wir Threr Genehmigung unterbreiteten, nur die ersten einer Serie seien, die die Schweiz früher oder später mit gewissen dieser Staaten, worunter die Elfenbeinküste, abschliessen wird. ## II Nachdem uns die Regierung der Republik Elfenbeinküste benachrichtigt hatte, dass sie das Wesentliche des ihr auf ihren Wunsch unterbreiteten Abkommensentwurfes annehme, haben wir unsern Botschafter in Abidjan, Herrn J.Stroeblin, beauftragt, die noch hängigen Einzelheiten zu regeln und den Vertrag mit den Behörden der Elfenbeinküste zu unterzeichnen, was am 26. Juni 1962 geschah. # III Die Bestimmungen des mit der Elfenbeinküste unterzeichneten Abkommens sind praktisch dieselben wie diejenigen, die in den mit Niger und Guinea abgeschlossenen Abkommen enthalten sind: 1. Artikel 1 umschreibt den Rahmen, in welchem sich die technische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern abzuwickeln hat. 2. Die Artikel 2 bis 6 enthalten die Bestimmungen, die man gewöhnlich in den Handelsabkommen findet, d.h. die Meistbegünstigungsklausel und die Festsetzung von Kontingenten für die Einfuhr von nicht liberalisierten Produkten. Diese Bestimmungen stehen im Einklang mit dem Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland. 3. Die Artikel 7 und 8 betreffen den Schutz der schweizerischen Investitionen in der Elfenbeinküste, indem sie insbesondere den Transfer ihrer Erträgnisse und den Erlös aus ihrer Liquidation garantieren sowie, im Falle von Uneinigkeit zwischen den Parteien, die Anrufung eines Schiedsgerichtes vorsehen. 4. Das für eine Periode von zwei Jahren, d.h. bis zum 31. Dezember 1963 unterzeichnete Abkommen kann von Jahr zu Jahr verlängert werden. Im Falle der Kündigung durch eine der Parteien bleiben die Bestimmungen betreffend den Schutz der Investitionen noch während zehn Jahren nach dem Datum des Ablaufs des Abkommens anwendbar. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 13. Juli 1962. Im Namen des Schweizerischen Bundesrates, Der Bundespräsident: P. Chaudet Der Bundeskanzler: Ch. Oser # Bundesbeschluss betreffend ## die Genehmigung des Abkommens über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste Die Bundesversammlung<br>der Schweizerischen Eidgenossenschaft,<br>gestützt auf Artikel 85, Ziffer 5 der Bundesverfassung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 13. Juli 1962,<br>beschliesst:<br>Einziger Artikel Das am 26. Juni 1962 in Bern abgeschlossene Abkommen über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste wird genehmigt. Der Bundesrat wird ermächtigt, es zu ratifizieren. 6415 # Abkommen über ## den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste Die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft<br>und<br>die Regierung der Republik Elfenbeinküste haben, im Bestreben, die zwischen den beiden Ländern bestehenden Freundschaftsbande enger zu knüpfen und die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit sowie ihren Handelsverkehr zu fördern, folgendes vereinbart: ## Artikel 1 Wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit Die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und die Regierung der Republik Elfenbeinküste verpflichten sich, im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Staaten, insbesondere auf wirtschaftlichem und technischem Gebiet, gemäss ihrer Gesetzgebung und nach Massgabe ihrer Möglichkeiten zusammenzuarbeiten und einander zu helfen. ## Artikel 2 ## Meistbegünstigung Die beiden Hohen Vertragsparteien kommen überein, einander in allen ihren wirtschaftlichen Beziehungen, einschliesslich auf dem Gebiete des Zolles, die Meistbegünstigung zu gewähren. Die Meistbegünstigung bezieht sich jedoch nicht auf die tarifarischen Vorteile, Zugeständnisse und Befreiungen, die jede der Hohen Vertragsparteien - den angrenzenden Staaten im Grenzverkehr, - den Staaten, die mit ihr einer Zollunion, einer Freihandelszone oder einer gleichen Währungszone angehören, die bereits bestehen oder in Zukunft geschaffen werden, gewährt oder gewähren wird. # Artikel 3 ## Einfuhrregelung in der Schweiz Die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft gewährt für die Einfuhr der Erzeugnisse mit Ursprung und Herkunft Elfenbeinküste dieselbe liberale Regelung, wie sie heute besteht. ## Artikel 4 ## Einfuhrregelung in der Elfenbeinküste Die Regierung der Republik Elfenbeinküste bewilligt die Einfuhr von Erzeugnissen schweizerischen Ursprungs und schweizerischer Herkunft und insbesondere derjenigen, die auf der beiliegenden Liste $S$ aufgeführt sind, bis zur Höhe der bei jedem Posten angegebenen Werte. Sie lässt ferner die schweizerischen Erzeugnisse an den Einfuhrbefreifngen oder an den für die Einfuhr ausländischer Erzeugnisse eröffneten Globalkontingenten teilhaben. Die schweizerischen Waren werden im Rahmen des Systems der Globalkontingente denjenigen drittländischen Ursprungs gleichgestellt. ## Artikel 5 ## Handelsauskünfte Die zuständigen Stellen beider Regierungen erteilen einander innert nützlicher Frist alle zweckdienlichen Auskünfte über den Handelsverkehr, insbesondere die Ein- und Ausfuhrstatistiken und den Ausnützungsstand der im Abkommen aufgeführten Kontingente. Insbesondere werden die schweizerischen Behörden wenigstens einmal im Jahr den Behörden der Elfenbeinküste das Total und die Zusammensetzung der schweizerischen Einfuhren der Erzeugnisse der Elfenbeinküste mitteilen. Ebenso werden die Behörden der Elfenbeinküste den schweizerischen Behörden das Total und die Zusammensetzung der Einfuhren schweizerischer Erzeugnisse in der Elfenbeinküste mitteilen. ## Artikel 6 ## Zahlungsregelung Die Zahlungen zwischen der Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Regierung der Republik Elfenbeinküste, einschliesslich der aus dem Warenverkehr im Rahmen des vorliegenden Abkommens sich ergebenden Zahlungen, erfolgen gemäss der zwischen der Franc-Zone und der Schweiz in Kraft befindlichen Regelung. # Artikel 7 ## Schutz der Investitionen Den Investitionen sowie den Vermögenswerten, Rechten und Interessen von Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften einer der Hohen Vertragsparteien auf dem Gebiet der andern wird eine gerechte und billige Behandlung zuteil, die mindestens derjenigen gleichkommt, welche jede Vertragspartei ihren eigenen Angehörigen zuerkennt, oder aber die den Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der meistbegünstigten Nation gewährte Behandlung, wenn diese günstiger ist. Jede Vertragspartei verpflichtet sich, den Transfer des Ertrages aus der auf ihrem Gebiete durch die Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der andern Vertragspartei ausgeübten Arbeit und geschäftlichen Tätigkeit sowie den Transfer der Zinsen, Dividenden und anderer Einkünfte, der Amortisationsbeträge und, im Falle der teilweisen oder gänzlichen Liquidation, des Erlöses aus derselben, zu bewilligen. Falls eine Vertragspartei Vermögenswerte, Rechte oder Interessen von Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der andern Vertragspartei enteignet oder verstaatlicht oder gegen diese Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften irgendeine andere Massnahme der direkten oder indirekten Besitzentziehung ergreift, muss sie gemäss Völkèrrecht für die Zahlung einer effektiven und angemessenen Entschädigung Vorsorge treffen. Der Betrag dieser Entschädigung, welcher zur Zeit der Enteignung, Verstaatlichung oder Besitzentziehung festzusetzen ist, wird in einer transferierbaren Währung ausbezahlt und dem Berechtigten ohne ungerechtfertigten Verzug überwiesen, welches auch sein Wohnort sei. Die Massnahmen der Enteignung, Verstaatlichung oder Besitzentziehung dürfen jedoch weder diskriminierend sein noch im Widerspruch zu einer bestimmten Verpflichtung stehen. ## Artikel 8 ## Schiedsgerichtsklausel zum Schutze der Investitionen Entsteht zwischen den Hohen Vertragsparteien eine Streitigkeit bezüglich der Auslegung oder Durchführung der Bestimmungen des obigen Artikels 7 und kann diese Streitigkeit nicht auf diplomatischem Wege innerhalb von sechs Monaten befriedigend beigelegt werden, so wird sie auf Begehren der einen oder andern Vertragspartei einem aus drei Mitgliedern bestehenden Schiedsgericht unterbreitet. Jede Vertragspartei bezeichnet einen Schiedsrichter. Die beiden bezeichneten Schiedsrichter ernennen einen Oberschiedsrichter, der Angehöriger eines dritten Staates zu sein hat. Hat eine der Vertragsparteien ihren Schiedsrichter nicht bezeichnet und ist sie der Einladung seitens der andern Vertragspartei, innerhalb von zwei Monaten diese Bezeichnung vorzunehmen, nicht nachgekommen, so wird der Schiedsrichter auf Begehren dieser letzteren Vertragspartei vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt. Können die beiden Schiedsrichter sich innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Bezeichnung nicht über die Wahl des Oberschiedsrichters einigen, so wird dieser auf Begehren einer der Vertragsparteien vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt. Ist in den Fällen, die in den Absätzen 2 und 3 dieses Artikels erwähnt sind, der Präsident des Internationalen Gerichtshofes verhindert oder ist er Angehöriger einer der Vertragsparteien, so erfolgen die Ernennungen durch den Vizepräsidenten. Ist dieser verhindert oder Angehöriger einer der Vertragsparteien, so erfolgen die Ernennungen durch das älteste Mitglied des Gerichtshofes, das nicht Angehöriger einer der Vertragsparteien ist. Sofern die Vertragsparteien es nicht anders bestimmen, setzt das Gericht sein Verfahren selber fest. Die Entscheide des Gerichts sind für die Vertragsparteien verbindlich. # Artikel 9 ## Gemischte Kommission Eine gemischte Kommission tritt auf Verlangen der einen oder andern der beiden Vertragsparteien zusammen. Sie überwacht die Anwendung dieses Abkommens und verständigt sich über alle die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten fördernden Anordnungen. ## Artikel 10 ## Anwendung des Abkommens auf Liechtenstein Dieses Abkommen ist auf das Fürstentum Liechtenstein anwendbar, solange dieses mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft durch einen Zollanschlussvertrag verbunden ist. ## Artikel 11 ## Inkrafttreten und Erneuerung Dieses Abkommen erstreckt seine Wirksamkeit rückwirkend auf den 1. Januar 1962 und ist gültig bis zum 31. Dezember 1963. Es kann von Jahr zu Jahr stillschweigend für ein weiteres Jahr erneuert werden, sofern es nicht von der einen oder andern Vertragspartei drei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird. Es ist von seiner Unterzeichnung an provisorisch anwendbar; sein endgültiges Inkrafttreten ist abhängig von der Notifikation jeder Vertragspartei an die andere, dass sie die verfassungsmässigen Bestimmungen über den Abschluss und die Inkraftsetzung internationaler Vereinbarungen beobachtet habe. Im Falle der Kündigung bleiben die in den obigen Artikeln 7 und 8 vorgesehenen Bestimmungen noch während zehn Jahren auf die vor der Kündigung vorgenommenen Investitionen anwendbar. Geschehen in Abidjan in doppelter Ausfertigung am 26. Juni 1962. Für die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft Der schweizerische Botschafter: (gez.) J.Stroehlin Für die Regierung der Republik Elfenbeinküste Der Finanz- und Wirtschaftsminister: (gez.) R.Saller # Liste 8 Einfuhr von schweizerischen Waren in die Republik Elfenbeinküste. | Ordnungs-Nr. | Bezeichnung der Waren | Jahreskontingente in 1000 SFr. | | :--: | :--: | :--: | | 1 | Medizinalmilch, Kondensmilch, sterilisierte, pasteurisierte Milch usw. | 150 | | 2 | Diverse kontingentierte chemische Produkte, wovon Farbstoffe und pharmazeutische Produkte | $200+$ s.b. | | 3 | Diverse kontingentierte Textilprodukte, wovon bedruckte Baumwollgewebe und Taschentücher | 600 | | 4 | Röhrenverbindungsstücke | 50 | | 5 | Diverses kontingentiertes mechanisches und elektrisches Material, einschliesslich Rechenmaschinen und Registrierkassen | $400+$ s.b. | | 6 | Nähmaschinen | liberalisiert | | 7 | Schreibmaschinen | 100 | | 8 | Photographische Apparate und Zubehörteile, Grammophone, Pick-ups, Motoren, Plattenspieler, Plattenwechsler usw., wovon wenigstens 50 Prozent für kinematographische Apparate (Projektoren und Kameras) | 100 | | 9 | Diverse kontingentierte Apparate und Instrumente, wovon Mikroskope | 100 | | 10 | Uhren und Bestandteile zu Reparaturzwecken, Gehäuse für Uhren | 300 | | 11 | Verschiedenes, einschliesslich Ersatzteile | 500 | s.b. $=$ gemäss Bedarf.
# 8534 ## Botschaft des ## Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend die Genehmigung des Abkommens über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste (Vom 13. Juli 1962) Herr Präsident! Hochgeehrte Herren! Wir beehren uns, Ihnen das Abkommen über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit, welches am 26. Juni 1962 in Abidjan mit der Republik Elfenbeinküste abgeschlossen wurde, zur Genehmigung zu unterbreiten. I Im ersten Teil unserer Botschaft vom 4. Juni 1962 betreffend die zwei mit den Republiken Niger und Guinea neulich abgeschlossenen Abkommen (BBl 1962, I, 1437) haben wir insbesondere die jüngste Entwicklung unserer rechtlichen Beziehungen mit den unabhängigen afrikanischen Ländern südlich der Sahara beschrieben. Wir haben vor allem hervorgehoben, dass die zwei Verträge, die wir Threr Genehmigung unterbreiteten, nur die ersten einer Serie seien, die die Schweiz früher oder später mit gewissen dieser Staaten, worunter die Elfenbeinküste, abschliessen wird. ## II Nachdem uns die Regierung der Republik Elfenbeinküste benachrichtigt hatte, dass sie das Wesentliche des ihr auf ihren Wunsch unterbreiteten Abkommensentwurfes annehme, haben wir unsern Botschafter in Abidjan, Herrn J.Stroeblin, beauftragt, die noch hängigen Einzelheiten zu regeln und den Vertrag mit den Behörden der Elfenbeinküste zu unterzeichnen, was am 26. Juni 1962 geschah. # III Die Bestimmungen des mit der Elfenbeinküste unterzeichneten Abkommens sind praktisch dieselben wie diejenigen, die in den mit Niger und Guinea abgeschlossenen Abkommen enthalten sind: 1. Artikel 1 umschreibt den Rahmen, in welchem sich die technische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern abzuwickeln hat. 2. Die Artikel 2 bis 6 enthalten die Bestimmungen, die man gewöhnlich in den Handelsabkommen findet, d.h. die Meistbegünstigungsklausel und die Festsetzung von Kontingenten für die Einfuhr von nicht liberalisierten Produkten. Diese Bestimmungen stehen im Einklang mit dem Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland. 3. Die Artikel 7 und 8 betreffen den Schutz der schweizerischen Investitionen in der Elfenbeinküste, indem sie insbesondere den Transfer ihrer Erträgnisse und den Erlös aus ihrer Liquidation garantieren sowie, im Falle von Uneinigkeit zwischen den Parteien, die Anrufung eines Schiedsgerichtes vorsehen. 4. Das für eine Periode von zwei Jahren, d.h. bis zum 31. Dezember 1963 unterzeichnete Abkommen kann von Jahr zu Jahr verlängert werden. Im Falle der Kündigung durch eine der Parteien bleiben die Bestimmungen betreffend den Schutz der Investitionen noch während zehn Jahren nach dem Datum des Ablaufs des Abkommens anwendbar. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 13. Juli 1962. Im Namen des Schweizerischen Bundesrates, Der Bundespräsident: P. Chaudet Der Bundeskanzler: Ch. Oser # Bundesbeschluss betreffend ## die Genehmigung des Abkommens über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste Die Bundesversammlung<br>der Schweizerischen Eidgenossenschaft,<br>gestützt auf Artikel 85, Ziffer 5 der Bundesverfassung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 13. Juli 1962,<br>beschliesst:<br>Einziger Artikel Das am 26. Juni 1962 in Bern abgeschlossene Abkommen über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste wird genehmigt. Der Bundesrat wird ermächtigt, es zu ratifizieren. 6415 # Abkommen über ## den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Elfenbeinküste Die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft<br>und<br>die Regierung der Republik Elfenbeinküste haben, im Bestreben, die zwischen den beiden Ländern bestehenden Freundschaftsbande enger zu knüpfen und die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit sowie ihren Handelsverkehr zu fördern, folgendes vereinbart: ## Artikel 1 Wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit Die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und die Regierung der Republik Elfenbeinküste verpflichten sich, im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Staaten, insbesondere auf wirtschaftlichem und technischem Gebiet, gemäss ihrer Gesetzgebung und nach Massgabe ihrer Möglichkeiten zusammenzuarbeiten und einander zu helfen. ## Artikel 2 ## Meistbegünstigung Die beiden Hohen Vertragsparteien kommen überein, einander in allen ihren wirtschaftlichen Beziehungen, einschliesslich auf dem Gebiete des Zolles, die Meistbegünstigung zu gewähren. Die Meistbegünstigung bezieht sich jedoch nicht auf die tarifarischen Vorteile, Zugeständnisse und Befreiungen, die jede der Hohen Vertragsparteien - den angrenzenden Staaten im Grenzverkehr, - den Staaten, die mit ihr einer Zollunion, einer Freihandelszone oder einer gleichen Währungszone angehören, die bereits bestehen oder in Zukunft geschaffen werden, gewährt oder gewähren wird. # Artikel 3 ## Einfuhrregelung in der Schweiz Die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft gewährt für die Einfuhr der Erzeugnisse mit Ursprung und Herkunft Elfenbeinküste dieselbe liberale Regelung, wie sie heute besteht. ## Artikel 4 ## Einfuhrregelung in der Elfenbeinküste Die Regierung der Republik Elfenbeinküste bewilligt die Einfuhr von Erzeugnissen schweizerischen Ursprungs und schweizerischer Herkunft und insbesondere derjenigen, die auf der beiliegenden Liste $S$ aufgeführt sind, bis zur Höhe der bei jedem Posten angegebenen Werte. Sie lässt ferner die schweizerischen Erzeugnisse an den Einfuhrbefreifngen oder an den für die Einfuhr ausländischer Erzeugnisse eröffneten Globalkontingenten teilhaben. Die schweizerischen Waren werden im Rahmen des Systems der Globalkontingente denjenigen drittländischen Ursprungs gleichgestellt. ## Artikel 5 ## Handelsauskünfte Die zuständigen Stellen beider Regierungen erteilen einander innert nützlicher Frist alle zweckdienlichen Auskünfte über den Handelsverkehr, insbesondere die Ein- und Ausfuhrstatistiken und den Ausnützungsstand der im Abkommen aufgeführten Kontingente. Insbesondere werden die schweizerischen Behörden wenigstens einmal im Jahr den Behörden der Elfenbeinküste das Total und die Zusammensetzung der schweizerischen Einfuhren der Erzeugnisse der Elfenbeinküste mitteilen. Ebenso werden die Behörden der Elfenbeinküste den schweizerischen Behörden das Total und die Zusammensetzung der Einfuhren schweizerischer Erzeugnisse in der Elfenbeinküste mitteilen. ## Artikel 6 ## Zahlungsregelung Die Zahlungen zwischen der Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Regierung der Republik Elfenbeinküste, einschliesslich der aus dem Warenverkehr im Rahmen des vorliegenden Abkommens sich ergebenden Zahlungen, erfolgen gemäss der zwischen der Franc-Zone und der Schweiz in Kraft befindlichen Regelung. # Artikel 7 ## Schutz der Investitionen Den Investitionen sowie den Vermögenswerten, Rechten und Interessen von Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften einer der Hohen Vertragsparteien auf dem Gebiet der andern wird eine gerechte und billige Behandlung zuteil, die mindestens derjenigen gleichkommt, welche jede Vertragspartei ihren eigenen Angehörigen zuerkennt, oder aber die den Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der meistbegünstigten Nation gewährte Behandlung, wenn diese günstiger ist. Jede Vertragspartei verpflichtet sich, den Transfer des Ertrages aus der auf ihrem Gebiete durch die Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der andern Vertragspartei ausgeübten Arbeit und geschäftlichen Tätigkeit sowie den Transfer der Zinsen, Dividenden und anderer Einkünfte, der Amortisationsbeträge und, im Falle der teilweisen oder gänzlichen Liquidation, des Erlöses aus derselben, zu bewilligen. Falls eine Vertragspartei Vermögenswerte, Rechte oder Interessen von Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der andern Vertragspartei enteignet oder verstaatlicht oder gegen diese Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften irgendeine andere Massnahme der direkten oder indirekten Besitzentziehung ergreift, muss sie gemäss Völkèrrecht für die Zahlung einer effektiven und angemessenen Entschädigung Vorsorge treffen. Der Betrag dieser Entschädigung, welcher zur Zeit der Enteignung, Verstaatlichung oder Besitzentziehung festzusetzen ist, wird in einer transferierbaren Währung ausbezahlt und dem Berechtigten ohne ungerechtfertigten Verzug überwiesen, welches auch sein Wohnort sei. Die Massnahmen der Enteignung, Verstaatlichung oder Besitzentziehung dürfen jedoch weder diskriminierend sein noch im Widerspruch zu einer bestimmten Verpflichtung stehen. ## Artikel 8 ## Schiedsgerichtsklausel zum Schutze der Investitionen Entsteht zwischen den Hohen Vertragsparteien eine Streitigkeit bezüglich der Auslegung oder Durchführung der Bestimmungen des obigen Artikels 7 und kann diese Streitigkeit nicht auf diplomatischem Wege innerhalb von sechs Monaten befriedigend beigelegt werden, so wird sie auf Begehren der einen oder andern Vertragspartei einem aus drei Mitgliedern bestehenden Schiedsgericht unterbreitet. Jede Vertragspartei bezeichnet einen Schiedsrichter. Die beiden bezeichneten Schiedsrichter ernennen einen Oberschiedsrichter, der Angehöriger eines dritten Staates zu sein hat. Hat eine der Vertragsparteien ihren Schiedsrichter nicht bezeichnet und ist sie der Einladung seitens der andern Vertragspartei, innerhalb von zwei Monaten diese Bezeichnung vorzunehmen, nicht nachgekommen, so wird der Schiedsrichter auf Begehren dieser letzteren Vertragspartei vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt. Können die beiden Schiedsrichter sich innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Bezeichnung nicht über die Wahl des Oberschiedsrichters einigen, so wird dieser auf Begehren einer der Vertragsparteien vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt. Ist in den Fällen, die in den Absätzen 2 und 3 dieses Artikels erwähnt sind, der Präsident des Internationalen Gerichtshofes verhindert oder ist er Angehöriger einer der Vertragsparteien, so erfolgen die Ernennungen durch den Vizepräsidenten. Ist dieser verhindert oder Angehöriger einer der Vertragsparteien, so erfolgen die Ernennungen durch das älteste Mitglied des Gerichtshofes, das nicht Angehöriger einer der Vertragsparteien ist. Sofern die Vertragsparteien es nicht anders bestimmen, setzt das Gericht sein Verfahren selber fest. Die Entscheide des Gerichts sind für die Vertragsparteien verbindlich. # Artikel 9 ## Gemischte Kommission Eine gemischte Kommission tritt auf Verlangen der einen oder andern der beiden Vertragsparteien zusammen. Sie überwacht die Anwendung dieses Abkommens und verständigt sich über alle die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten fördernden Anordnungen. ## Artikel 10 ## Anwendung des Abkommens auf Liechtenstein Dieses Abkommen ist auf das Fürstentum Liechtenstein anwendbar, solange dieses mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft durch einen Zollanschlussvertrag verbunden ist. ## Artikel 11 ## Inkrafttreten und Erneuerung Dieses Abkommen erstreckt seine Wirksamkeit rückwirkend auf den 1. Januar 1962 und ist gültig bis zum 31. Dezember 1963. Es kann von Jahr zu Jahr stillschweigend für ein weiteres Jahr erneuert werden, sofern es nicht von der einen oder andern Vertragspartei drei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird. Es ist von seiner Unterzeichnung an provisorisch anwendbar; sein endgültiges Inkrafttreten ist abhängig von der Notifikation jeder Vertragspartei an die andere, dass sie die verfassungsmässigen Bestimmungen über den Abschluss und die Inkraftsetzung internationaler Vereinbarungen beobachtet habe. Im Falle der Kündigung bleiben die in den obigen Artikeln 7 und 8 vorgesehenen Bestimmungen noch während zehn Jahren auf die vor der Kündigung vorgenommenen Investitionen anwendbar. Geschehen in Abidjan in doppelter Ausfertigung am 26. Juni 1962. Für die Regierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft Der schweizerische Botschafter: (gez.) J.Stroehlin Für die Regierung der Republik Elfenbeinküste Der Finanz- und Wirtschaftsminister: (gez.) R.Saller # Liste 8 Einfuhr von schweizerischen Waren in die Republik Elfenbeinküste. | Ordnungs-Nr. | Bezeichnung der Waren | Jahreskontingente in 1000 SFr. | | :--: | :--: | :--: | | 1 | Medizinalmilch, Kondensmilch, sterilisierte, pasteurisierte Milch usw. | 150 | | 2 | Diverse kontingentierte chemische Produkte, wovon Farbstoffe und pharmazeutische Produkte | $200+$ s.b. | | 3 | Diverse kontingentierte Textilprodukte, wovon bedruckte Baumwollgewebe und Taschentücher | 600 | | 4 | Röhrenverbindungsstücke | 50 | | 5 | Diverses kontingentiertes mechanisches und elektrisches Material, einschliesslich Rechenmaschinen und Registrierkassen | $400+$ s.b. | | 6 | Nähmaschinen | liberalisiert | | 7 | Schreibmaschinen | 100 | | 8 | Photographische Apparate und Zubehörteile, Grammophone, Pick-ups, Motoren, Plattenspieler, Plattenwechsler usw., wovon wenigstens 50 Prozent für kinematographische Apparate (Projektoren und Kameras) | 100 | | 9 | Diverse kontingentierte Apparate und Instrumente, wovon Mikroskope | 100 | | 10 | Uhren und Bestandteile zu Reparaturzwecken, Gehäuse für Uhren | 300 | | 11 | Verschiedenes, einschliesslich Ersatzteile | 500 | s.b. $=$ gemäss Bedarf.
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#ST# No **so** # Bundesblatt 114. Jahrgang Bern, den 26. Juli 1962 Band II ### **#ST# 8534 Botschaft** **des** **Bundesrates** **an** **die** **Bundesversammlung** **betreffend** **die** **Genehmigung** **des** **Abkommens** **über** **den** **Handelsverkehr,** **den** **Investitionsschutz** **und die** **technische** **Zusammenarbeit** **zwischen** **der** **Schweizerischen** **Eidgenossen-** **schaft** **und der** **Republik** **Elfenbeinküste** (Vom 13. Juli 1962) Herr Präsident! Hochgeehrte Herren! Wir beehren uns, Ihnen das Abkommen über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit, welches am 26. Juni 1962 in Abidjan mit der Republik Elfenbeinküste abgeschlossen wurde, zur Genehmigung zu unterbreiten. ## I Im ersten Teil unserer Botschaft vom 4. Juni 1962 betreffend die zwei mit, den Republiken Niger und Guinea neulich abgeschlossenen Abkommen (BB1 1962, I, 1437) haben wir insbesondere die jüngste Entwicklung unserer rechtlichen Beziehungen mit den unabhängigen afrikanischen Ländern südlich der Sahara beschrieben. Wir haben vor allem hervorgehoben, dass die zwei Verträge, die wir Ihrer Genehmigung unterbreiteten, nur die ersten einer Serie seien, die die Schweiz früher oder später mit gewissen dieser Staaten, worunter die Elfenbeinküste, abschliessen wird. II Nachdem uns die Regierung der Republik Elfenbeinküste benachrichtigt hatte, dass sie das Wesentliche des ihr auf ihren Wunsch unterbreiteten Abkommensentwurfes annehme, haben wir unsern Botschafter in Abidjan, Herrn **Bundesblatt. 114. Jahrg.** **Bd. II.** **10** 134 J. Stroehlin, beauftragt, die noch hängigen Einzelheiten zu regeln und den Vertrag mit, den Behörden der Elfenbeinküste zu unterzeichnen, was am 26. Juni 1962 geschah. III Die Bestimmungen des mit der Elfenbeinküste unterzeichneten Abkommens sind praktisch dieselben wie diejenigen, die in den mit Niger und Guinea abgeschlossenen Abkommen enthalten sind: 1. Artikel l umschreibt den Eahmen, in welchem sich die technische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern abzuwickeln hat. 2. Die Artikel 2 bis 6 enthalten die Bestimmungen, die man gewöhnlich in den Handelsabkommen findet, d.h. die Meistbegünstigungsklausel und die Festsetzung von Kontingenten für die Einfuhr von nicht liberalisierten Produkten. Diese Bestimmungen stehen im Einklang mit dem Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland. 3. Die Artikel 7 und 8 betreffen den Schutz der schweizerischen Investitionen in der Elfenbeinküste, indem sie insbesondere den Transfer ihrer Erträgnisse und den Erlös aus ihrer Liquidation garantieren sowie, im Falle von Uneinigkeit zwischen den Parteien, die Anrufung eines Schiedsgerichtes vorsehen. 4. Das für eine Periode von zwei Jahren, d.h. bis zum 81.Dezember 1963 unterzeichnete Abkommen kann von Jahr zu Jahr verlängert werden. Im Falle der Kündigung durch eine der Parteien bleiben die Bestimmungen betreffend den Schutz der Investitionen noch während zehn Jahren nach dem Datum des Ablaufs des Abkommens anwendbar. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 13. Juli 1962. Im Namen des Schweizerischen Bundesrates, Der Bundespräsident: **P.** **Chaudet** Der Bundeskanzler: **Ch.** **Oser** 135 (Entwurf) #### **Bundesbeschluss** **betreffend** **die** **Genehmigung** **des** **Abkommens** **über** **den** **Handelsverkehr,** **den** **Investitionsschutz** **und die** **technische** **Zusammenarbeit** **zwischen** **der** **Schweizerischen** **Eidgenossenschaft** **und der** **Republik** **Elfenbeinküste** Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, . gestützt auf Artikel _85,_ Ziffer 5 der Bundesverfassung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 18. Juli 1962, beschliesst: Einziger Artikel Das am 26. Juni 1962 in Bern abgeschlossene Abkommen über den Handelsverkehr, den Investitionsschutz und die technische Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bepublik Elfenbeinküste wird genehmigt. Der Bundesrat wird ermächtigt, es zu ratifizieren. **6415** 136 _Übersetzung_ _aus dem_ _französischen_ _Originaltext_ **Abkommen** **über** **den** **Handelsverkehr,** **den** **Investitionsschutz** **und die** **technische** **Zusammenarbeit zwischen** **der** **Schweizerischen Eidgenossenschaft** **und der** **Republik** **Elfenbeinküste** Die Eegierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und die Eegierung der Eepublik Elfenbeinküste haben, im Bestreben, die zwischen den beiden Ländern bestehenden Freundschaftsbande enger zu knüpfen und die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit sowie ihren Handelsverkehr zu fördern, folgendes vereinbart: Artikel l _Wirtschaftliche_ _und_ _technische_ _Zusammenarbeit_ Die Eegierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und die Eegierung der Eepublik Elfenbeinküste verpflichten sich, im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Staaten, insbesondere auf wirtschaftlichem und technischem Gebiet, gemäss ihrer Gesetzgebung und nach Massgabe ihrer Möglichkeiten zusammenzuarbeiten und einander zu helfen. Artikel 2 _Meistbegünstigung_ Die beiden Hohen Vertragsparteien kommen überein, einander in allen ihren wirtschaftlichen Beziehungen, einschliesslich auf dem Gebiete des Zolles, die Meistbegünstigung zu gewähren. Die Meistbegünstigung bezieht sich jedoch nicht auf die tarifarischen Vorteile, Zugeständnisse und Befreiungen, die jede der Hohen Vertragsparteien - den angrenzenden Staaten im Grenzverkehr, 137 - den Staaten, die mit ihr einer Zollunion, einer Freihandelszone oder einer gleichen Währungszone angehören, die bereits bestehen oder in Zukunft geschaffen werden, gewährt oder gewähren wird. Artikel 3 _Einfuhrregelung_ _in der_ _Schweig_ Die Eegierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft gewährt für die Einfuhr der Erzeugnisse mit Ursprung und Herkunft Elfenbeinküste dieselbe liberale Eegelung, wie sie heute besteht. Artikel 4 _Einfuhrregelung_ _in der_ _Elfenbeinküste_ Die Eegierung der Eepublik Elfenbeinküste bewilligt die Einfuhr von Erzeugnissen schweizerischen Ursprungs und schweizerischer Herkunft und insbesondere derjenigen, die auf der beiliegenden Liste S aufgeführt sind, bis zur Höhe der bei jedem Posten angegebenen Werte. Sie lässt ferner die schweizerischen Erzeugnisse an den Einfuhrbefreiungen oder an den für die Einfuhr ausländischer Erzeugnisse eröffneten Globalkontingenteii teilhaben. Die schweizerischen Waren werden im Eahmen des Systems der Globalkontingente denjenigen drittländischen Ursprungs gleichgestellt. Artikel 5 _Handelsauskünfte_ Die zuständigen Stellen beider Eegierungen erteilen einander innert nützlicher Frist alle zweckdienlichen Auskünfte über den Handelsverkehr, insbesondere die Ein- und Ausfuhrstatistiken und den Ausnützungsstand der im Abkommen aufgeführten Kontingente. Insbesondere werden die schweizerischen Behörden wenigstens einmal im Jahr den Behörden der Elfenbeinküste das Total und die Zusammensetzung der schweizerischen Einfuhren der Erzeugnisse der Elfenbeinküste mitteilen. Ebenso werden die Behörden der Elfenbeinküste den schweizerischen Behörden das Total und die Zusammensetzung der Einfuhren schweizerischer Erzeugnisse in der Elfenbeinküste mitteilen. Artikel 6 _Zahlungsregelung_ Die Zahlungen zwischen der Eegierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Eegierung der Eepublik Elfenbeinküste, einschliesslich der aus dem Warenverkehr im Eahmen des vorliegenden Abkommens sich ergebenden Zahlungen, erfolgen gemäss der zwischen der Franc-Zone und der Schweiz in Kraft befindlichen Eegelung. 188 Artikel 7 _Schutz_ _der_ _Investitionen_ Den Investitionen sowie den Vermögenswerten, Kechten und Interessen von Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften einer der Hohen Vertragsparteien auf dem Gebiet der andern wird eine gerechte und billige Behandlung zuteil, die mindestens derjenigen gleichkommt, welche jede Vertragspartei ihren eigenen Angehörigen zuerkennt, oder aber die den Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der meistbegünstigten Nation gewährte Behandlung, wenn diese günstiger ist. Jede Vertragspartei verpflichtet sich, den Transfer des Ertrages aus der auf ihrem Gebiete durch die Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der andern Vertragspartei ausgeübten Arbeit und geschäftlichen Tätigkeit sowie den Transfer der Zinsen, Dividenden und anderer Einkünfte, der Amortisationsbeträge und, im Falle der teilweisen oder gänzlichen Liquidation, des Erlöses aus derselben, zu bewilligen. Falls eine Vertragspartei Vermögenswerte, Eechte oder Interessen von Staatsangehörigen, Stiftungen, Vereinigungen oder Gesellschaften der andern Vertragspartei enteignet oder verstaatlicht oder gegen diese Staatsangehörigen, Stiftungen; Vereinigungen oder Gesellschaften irgendeine andere Massnahme der. direkten oder indirekten Besitzentziehung ergreift, muss sie gemäss Völkerrecht für die Zahlung einer effektiven und angemessenen Entschädigung Vorsorge treffen. Der Betrag dieser Entschädigung, welcher zur Zeit der Enteignung, Verstaatlichung oder Besitzentziehung festzusetzen ist, wird in einer transferierbaren Währung ausbezahlt und dem Berechtigten ohne-ungerechtfertigten Verzug überwiesen, welches auch sein Wohnort sei. Die Massnahmen der Enteignung, Verstaatlichung oder Besitzentziehung dürfen jedoch weder diskriminierend sein noch im .Widerspruch zu einer bestimmten Verpflichtung stehen. Artikel 8 _Schiedsgerichtsklausel_ _zum_ _Schütze_ _der_ _Investitionen_ Entsteht zwischen den Hohen Vertragsparteien eine Streitigkeit bezüglich der: Auslegung oder Durchführung der Bestimmungen des obigen Artikels 7 und kann diese Streitigkeit nicht auf diplomatischem Wege innerhalb von sechs Monaten befriedigend beigelegt werden, so wird sie auf Begehren der einen oder andern Vertragspartei einem aus drei Mitgliedern bestehenden Schiedsgericht unterbreitet. Jede Vertragspartei bezeichnet einen Schiedsrichter. Die beiden bezeichneten Schiedsrichter ernennen einen Oberschiedsrichter, der Angehöriger eines dritten Staates zu sein hat. Hat eine der Vertragsparteien ihren Schiedsrichter nicht bezeichnet und ist' sie der Einladung seitens der andern Vertragspartei, innerhalb von zwei Monaten diese Bezeichnung vorzunehmen, nicht nachgekommen, so wird der 139 Schiedsrichter auf Begehren dieser letzteren Vertragspartei vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt. Können die beiden Schiedsrichter sich innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Bezeichnung nicht über die Wahl des Oberschiedsrichters einigen, so wird dieser auf Begehren einer der Vertragsparteien vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt. Ist in den Fällen, die in den Absätzen 2 und 8 dieses Artikels erwähnt sind, der Präsident des Internationalen Gerichtshofes verhindert oder ist er Angehöriger einer der Vertragsparteien, so erfolgen die Ernennungen durch den Vizepräsidenten. Ist dieser verhindert oder Angehöriger einer der Vertragsparteien, so erfolgen die Ernennungen durch das älteste Mitglied des Gerichtshofes, das nicht Angehöriger einer der Vertragsparteien ist. Sofern die Vertragsparteien es nicht anders bestimmen, setzt das Gericht sein Verfahren selber fest. Die Entscheide des Gerichts sind für die Vertragsparteien verbindlich. Artikel 9 _Gemischte_ _Kommission_ Eine gemischte Kommission tritt auf Verlangen der einen oder andern der beiden Vertragsparteien zusammen. Sie überwacht die Anwendung dieses Abkommens und verständigt sich über alle die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten fördernden Anordnungen. Artikel 10 _Anwendung_ _des_ _Abkommens_ _auf_ _Liechtenstein_ Dieses Abkommen ist auf das Fürstentum Liechtenstein anwendbar, solange dieses mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft durch einen Zollanschlussvertrag verbunden ist. Artikel 11 _Inkrafttreten_ _und_ _Erneuerung_ Dieses Abkommen erstreckt seine Wirksamkeit rückwirkend auf den 1. Januar 1962 und ist gültig bis zum 31. Dezember 1963. Es kann von Jahr zu Jahr stillschweigend für ein weiteres Jahr erneuert werden, sofern es nicht von der einen oder andern Vertragspartei dreiMonate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird. Es ist von seiner Unterzeichnung an provisorisch anwendbar; sein endgültiges Inkrafttreten ist abhängig von der Notifikation jeder Vertragspartei an die 140 andere, dass sie die verfassungsmässigen Bestimmungen über den Abschluss und die Inkraftsetzung internationaler Vereinbarungen beobachtet habe. Im Falle der Kündigung bleiben die in den obigen Artikeln 7 und 8 vorgesehenen Bestimmungen noch während zehn Jahren auf die vor der Kündigung vorgenommenen Investitionen anwendbar. Geschehen in Abidjan in doppelter Ausfertigung am 26. Juni 1962. Für die Eegierung der Für die Eegierung der Schweizerischen Eidgenossenschaft Eepublik Blfenbeinküste Der schweizerische Botschafter : Der Finanz- und Wirtschaftsminister : (gez.) _J.Stroehlin_ (gez.) _R.Salier_ 141 Liste S Einfuhr von schweizerischen Waren in die Eepublik Elfenbeinküste. Ordnungs-Nr. Bezeichnung der Waren Jahreskontingente in 1000 SFr. 1 Medizinalmilch, Kondensmilch, 150 sterilisierte, pasteurisierte Milch usw. 2 Diverse kontingentierte chemische Produkte, 200 + s.b. wovon Farbstoffe und pharmazeutische Produkte 3 Diverse kontingentierte Textilprodukte, 600 wovon bedruckte Baumwollgewebe und Taschentücher 4 Eöhrenverbindungsstücke 50 5 Diverses kontingentiertes mechanisches und 400 + s.b. elektrisches Material, einschliesslich Bechenmaschinen und Eegistrierkassen 6 Nähmaschinen liberalisiert 7 Schreibmaschinen 100 8 Photographische Apparate und Zubehörteile, 100 Grammophone, Pick-ups, Motoren, Plattenspieler, Plattenwechsler usw., wovon wenigstens 50 Prozent für kinematographische Apparate (Projektoren und Kameras) 9 Diverse kontingentierte Apparate und 100 Instrumente, wovon Mikroskope 10 Uhren und Bestandteile zu Eeparaturzwecken, 300 Gehäuse für Uhren 11 Verschiedenes, einschliesslich Ersatzteile 500 s.b. = gemäss Bedarf.
null
GovComm/Press
39,494
Nr. 851. Verwendung des Schweizerfrankens im Ausland
37
Ungarn würden gerne den Schweizerfranken anstelle des Dollars als feste Kursrelation zwischen dem Escudo und dem Forint verwenden. Die Banco de Portugal wird informiert, dass der Bundesrat und die Notenbank den Gebrauch des Schweizerfranken ohne direkten Bezug zur Schweizerischen Wirtschaft bekämpfen.
German
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1973-11-29
1973-11-29
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Währungsfragen / Nationalbank
Portugal (Wirtschaft)|Ungarn (Wirtschaft)|Wirtschaftsbeziehungen
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Portugal|Ungarn
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Bundesrat|Portugal/Nationalbank|Schweizerische Nationalbank
SNB/Direktorium
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Questioni monetarie / Banca nazionale
Portogallo (Economia)|Relazioni economiche|Ungheria (Economia)
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Portogallo|Ungheria
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Banca nazionale svizzera|Consiglio federale|Portogallo/Banca nazionale
BNS/Direzione generale
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Questions monétaires / Banque nationale
Hongrie (Economie)|Portugal (Economie)|Relations économiques
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Hongrie|Portugal
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Banque nationale suisse|Conseil fédéral|Portugal/Banque nationale
BNS/Direction générale
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Monetary issues / National Bank
Economic relations|Hungary (Economy)|Portugal (Economy)
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Hungary|Portugal
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Portugal/National Bank|Swiss Federal Council|Swiss National Bank
SNB/General Direction
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35,000
https://dodis.ch/39494
Protokoll-Nationalbank
German, Protokoll-Nationalbank
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39000-39999/dodis-39494.pdf
851. Portugal und Ungarn haben ein Zahlungsabkommen, welchem feste Kursrelationen des Escudos und des Forints zum Dollar zuprunderelert sind. Weil die Abwertungen und Kursschwankungen des Dollars eine Erschwerung des Verkeßirs nach sich zogen, hat Ungarn vorgeschlagen, das Zahlungsabkommen auf den Schweizerfranken zu basieren. Der Banco de Portugal, der die ablehnende Haltung der Schweiz regen die Verwendung, des Frankens im Ausland bekannt ist, hat die Nationalbank über den ungarischen Vorschlag unterrichtet und um eine Stellungnahme gebeten. Es ist ihm bestätigt worden, Regierung und Notenbank bekämpften den Gebrauch der schweizerischen Währung für Zahlungen oder zum Zwecke der Kursfixierung, wenn keine direkte Beziehung zwischen solchen Transaktionen und der schweizerischen Wirtschaft bestehen. Die Erfahrung zeige, dass eine solche Verwendung stets empfindliche Rückwirkungen auf den Geld-, Kredit- und Kapitalmarkt hat und die währungspolitischen Massnahmen beeinträchtige. Der schweizerische Geld- und Kapitalmarkt sowie das schweizerische Wirtschaftspotential seien zu klein, um ohne Schaden die aus einer internationalen Rolle erwachsendenAufgaben zu übernehmen. Die bei schweizerischen Banken deponierten Auslandfelder überstiegen 80 Milliarden Franken; sie erreichten das Doppelte der inländischen Geldmenge und entsprächen ungefähr drei Vierteln des Bruttosozialproduktes. Notiz zu Protokoll. Protokollauszug an das I. Departement.
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Protocols
40,117
Compte rendu des entretiens entre le Conseiller fédéral Pierre Graber et M. Mohamed Hassan El Zayyat, Ministre des Affaires Etrangères de la République arabe d'Égypte, du mercredi 2.5.1973, au Caire, Ministère des Affaires Étrangères
8
Lors de la conversation entre les chefs de la diplomatie suisse et égyptienne sont discutés l'état des relations bilatérales et le conflit du Proche-Orient, en particulier le rôle d'Israël et le problème palestinien.
French
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1973-05-23
1973-05-23
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Ägypten (Politik)
Ägypten (Allgemein)|Israel (Politik)|Naher und Mittlerer Osten|Palästina (Allgemein)
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Ägypten|Algerien|Arabische Staaten|Assuan|Beirut|Deutschland|Europa|Frankreich|Gazastreifen|Genf|Golanhöhen|Helsinki|Indien|Israel|Istanbul|Kairo|Mittelmeer|New York|Osmanisches Reich|Pakistan|Palästina|Russland|Schweden|Syrien|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich
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Ägypten/Aussenministerium|Bundesrat|Bundesversammlung|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Europarat|Internationales Komitee vom Roten Kreuz|Newsweek|Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa|Schweizerische Botschaft in Kairo|UNO|UNO/Sicherheitsrat
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
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Abboud Salah|Balfour Arthur James|Berthoud Yves André|Bindschedler Rudolf|Chenaoui Abdel Moneim|el-Sadat Muhammad Anwar|El-Zayyat Muhammad Hassan|Frey Hans Karl|Gelzer Michael|Graber Pierre|Hegazi Abdel Aziz|Herzl Theodor|Indermühle Jean-Jacques|Jarring Gunnar|Johnson Lyndon B.|Khalil Abdel Kader|Khalil Kamal|Kirchschläger Rudolf|Meir Golda|Moser Emilio|Sabri Hussein Zulfikar|Simonin Pierre-Yves|Thalmann Ernesto|Thévenaz Pierre|Waldheim Kurt|Zaki Salah
Simonin Pierre-Yves
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Egitto (Politica)
Egitto (Generale)|Israele (Politica)|Palestina (Generale)|Vicino e Medio Oriente
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Algeria|Assuan|Beirut|Egitto|Europa|Francia|Germania|Ginevra|Golan|Helsinki|Il Cairo|Impero ottomano|India|Israele|Istanbul|Mediterraneo|New York|Pakistan|Palestina|Regno Unito|Russia|Siria|Stati Uniti d'America (USA)|Striscia di Gaza|Svezia
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Ambasciata svizzera al Cairo|Assemblea federale|Comitato internazionale della Croce Rossa|Consiglio d'Europa|Consiglio federale|Dipartimento federale degli affari esteri|Egitto/Ministero degli affari esteri|Newsweek|ONU|ONU/Consiglio di sicurezza|Organizzazione per la sicurezza e la cooperazione in Europa
Dipartimento federale degli affari esteri
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Abboud Salah|Balfour Arthur James|Berthoud Yves André|Bindschedler Rudolf|Chenaoui Abdel Moneim|el-Sadat Muhammad Anwar|El-Zayyat Muhammad Hassan|Frey Hans Karl|Gelzer Michael|Graber Pierre|Hegazi Abdel Aziz|Herzl Tivadar|Indermühle Jean-Jacques|Jarring Gunnar|Johnson Lyndon B.|Khalil Kamal|Kirchschläger Rudolf|Meir Golda|Moser Emilio|Sabri Hussein Zulfikar|Simonin Pierre-Yves|Thalmann Ernesto|Thévenaz Pierre|Waldheim Kurt|Zaki Salah
Simonin Pierre-Yves
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Égypte (Politique)
Égypte (Général)|Israël (Politique)|Palestine (Général)|Proche et Moyen-Orient
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Algérie|Allemagne|Assouan|Bande de Gaza|Beyrouth|Égypte|Empire ottoman|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe|France|Genève|Helsinki|Inde|Israël|Istanbul|Le Caire|Mer Méditerranée|New York|Pakistan|Palestine|Pays arabes|Plateau du Golan|Royaume-Uni|Russie|Suède|Syrie
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Ambassade de Suisse au Caire|Assemblée fédérale|Comité international de la Croix-Rouge|Conseil de l'Europe|Conseil fédéral|Département fédéral des affaires étrangères|Égypte/Ministère des affaires étrangères|Newsweek|ONU|ONU/Conseil de sécurité|Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe
Département fédéral des affaires étrangères
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Abboud Salah|Balfour Arthur James|Berthoud Yves André|Bindschedler Rudolf|Chenaoui Abdel Moneim|el-Sadat Muhammad Anwar|El-Zayyat Muhammad Hassan|Frey Hans Karl|Gelzer Michael|Graber Pierre|Hegazi Abdel Aziz|Herzl Tivadar|Indermühle Jean-Jacques|Jarring Gunnar|Johnson Lyndon B.|Khalil Kamal|Kirchschläger Rudolf|Meir Golda|Moser Emilio|Sabri Hussein Zulfikar|Simonin Pierre-Yves|Thalmann Ernesto|Thévenaz Pierre|Waldheim Kurt|Zaki Salah
Simonin Pierre-Yves
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Egypt (Politics)
Egypt (General)|Israel (Politics)|Near and Middle East|Palestine (General)
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Algeria|Arab states|Aswan|Cairo|Egypt|Europe|France|Gaza Strip|Geneva|Germany|Golan Heights|Helsinki|India|Istanbul|New York|Ottoman Empire|Pakistan|Palestine|Russia|Sweden|Syrien|United Kingdom|United States of America (USA)
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Council of Europe|Egypt/Ministry of Foreign Affairs|Federal Assembly|Federal Department for Foreign Affairs|International Committee of the Red Cross|Newsweek|Organization for Security and Co-operation in Europe|Swiss Embassy in Cairo|Swiss Federal Council|UN/Security Council|UNO
Federal Department for Foreign Affairs
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Abboud Salah|Balfour Arthur James|Berthoud Yves André|Bindschedler Rudolf|Chenaoui Abdel Moneim|el-Sadat Muhammad Anwar|El-Zayyat Muhammad Hassan|Frey Hans Karl|Gelzer Michael|Graber Pierre|Hegazi Abdel Aziz|Herzl Tivadar|Indermühle Jean-Jacques|Jarring Gunnar|Johnson Lyndon B.|Khalil Kamal|Kirchschläger Rudolf|Meir Golda|Moser Emilio|Sabri Hussein Zulfikar|Simonin Pierre-Yves|Thalmann Ernesto|Thévenaz Pierre|Waldheim Kurt|Zaki Salah
Simonin Pierre-Yves
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40,000
https://dodis.ch/40117
Berichterstattung / Aufzeichnung
French, Simonin Pierre-Yves, Berichterstattung / Aufzeichnung
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40000-40999/dodis-40117.pdf
DEPARTEMENT POLITIQUE FEDERAL Berne, le 23 mai 1973. p.B.15.21.Eg(1) - SI/za CONFIDENTIEL # C o m p t e - r e n d u des entretiens entre le Conseiller fédéral Pierre Graber et M. Mohamed Hassan El Zayyat, Ministre des Affaires Etrangères de la République arabe d'Egypte, du mercredi 2 mai 1973, au Caire, Ministère des Affaires Etrangères 1. Délégation suisse : Monsieur le Conseiller fédéral Graber, Chef du Département politique fédéral; Monsieur l'Ambassadeur Thalmann, secrétaire général du Département politique fédéral; Monsieur l'Ambassadeur Frey; Monsieur l'Ambassadeur Bindschedler; Monsieur le Ministre Moser; Monsieur le Ministre Gelzer; Monsieur le Ministre Thévenaz; Monsieur Berthoud, conseiller de l'Ambassade au Caire; Monsieur Indermühle, (traduction); Monsieur Simonin, secrétaire du Chef du Département, (procès-verbal). 2. Délégation égyptienne : Monsieur Zayyat, Ministre des Affaires Etrangères ; Monsieur l'Ambassadeur Sabry (Berne); Monsieur le Sous-Secrétaire d'Etat Kamal Khalil; Monsieur le Ministre Chenaoui; Monsieur le Ministre Hegazi; Monsieur Salah Abboud; Monsieur Salah Zaki; Monsieur l'Ambassadeur Abdel Kader Khalil. Langues de travail : français et anglais Débat de la séance : 09.45 h M. Zayyat souhaite la bienvenue à la délégation suisse et exprime le grand plaisir de recevoir un membre du gouvernement helvétique en Egypte. Le geste suisse a été fort apprécié par la RAE; il en veut pour preuve l'audience accordée dans une atmosphère familiale par le Président Sadate à M. Graber, dès après l'arrivée de ce dernier au Caire. L'intention de l'Egypte est d'entretenir des relations aussi étroites que possible avec la Suisse. Il est souhaitable que cette première rencontre au niveau ministériel soit suivie d'autres. M. Zayyat rend hommage aux Suisses établis en Egypte, à leur esprit d'entreprise et à leurs activités. La RAE ouvre son coeur et ses bras à la coopération internationale; cette ouverture vers l'extérieur a d'ailleurs toujours correspondu aux périodes fastes de son histoire. Au contraire, lorsqu'elle s'est repliée sur elle-même, elle a connu des périodes de stagnation. L'Egypte n'a pas à se plaindre de l'histoire suisse ni de ses relations avec la Suisse. Le pays qui reçoit aujourd'hui la délégation suisse est un pays blessé et meurtri qui entend guérir le plus rapidement possible; tous ses efforts sont tendus vers ce but. Ce qu'il attend d'autrui, ce n'est pas la guérison, mais un effort de compréhension, car l'Egypte est très souvent mal comprise dans le monde. M. Graber remercie son collègue de ses propos amicaux et souligne combien il a été sensible à l'accueil qui lui a été réservé, notamment par le Président Sadate. La Suisse entend pratiquer une politique d'ouverture, non seulement sur l'Europe, mais sur le monde. Elle n'a qu'une ambition : être utile, au mieux de ses forces. Si Le Caire a été choisi comme lieu de la première conférence régionale d'ambassadeurs, c'est qu'ilnous a paru important d'acquérir une vision claire des choses, en un endroit qui est le centre même de gravité du monde arabe. C'est une région à laquelle la Suisse n'appartient pas, encore qu'elle sente à quel point le bassin méditerranéen la concerne, par tradition, par besoin et par sentiment. M. Graber souhaite que l'on s'exprime librement, de part et d'autre, dans un climat de confiance et de compréhension mutuelles. Il réitère ses remerciements pour l'accueil chaleureux fait à la délégation et à lui-même et invite M. Zayyat à se rendre en Suisse, dès que ses obligations le lui permettront. M. Zayyat se propose d'expliquer la situation de son pays, six ans après le bouleversement que l'on sait. Lui-même et les Egyptiens de sa génération, nés sous l'occupation britannique, ont été élevés et ont vécu sous le signe de la résistance aux Anglais. Venir à bout de l'occupation étrangère, tel était leur but premier. Effort noble, certes, mais exclusivement négatif : il fallait à l'époque défaire au lieu de faire. C'est des années 50 que date la marche vers l'indépendance et la révolution sociale. Notre génération a été livrée à elle-même, elle a dû construire sa propre voie. Nous étions tous animés du même désir : offrir à tous les Egyptiens une chance de mieux vivre, de vivre dans la dignité. L'ancien système a été remplacé par un nouveau. Il est vrai que cette révolution a touché des intérêts étrangers (y compris des intérêts suisses). Certains Egyptiens n'ont pas été épargnés, mais ce fut pour un bien supérieur, le bien de tous. La RAB, pays essentiellement agricole, doit s'industrialiser. Pour cela, elle est ouverte à toute assistance, d'où qu'elle vienne. L'Egypte moderne, ce n'est pas uniquement Assouan construit grâce à l'aide de l'URSS; d'autres pays - comme la RFA - participent à l'effort de développement. Nous aurions été très heureux de pouvoir compter sur une contribution suisse. Cela étant, l'Egypte n'est l'agent de personne - ni de l'URSS, ni des USA, ni .... de la Suisse - sinon d'elle-même. Dans le passé, nous avons lutté contre les Ottomans (musulmans), les Britanniques (protestants) et les Français (catholiques). Aujourd'hui, nous luttons contre le sionisme qui, à son tour, tente d'occuper la place vide. Notre lutte n'a pas et n'a jamais eu un caractère religieux; nous ne nous opposons pas au sionisme parce qu'il est juif. Nous ne sommes pas anti-juifs, puisque nous procédons de la même origine sémitique que les Juifs. L'image si souvent présentée d'une Egypte anti-juive est fausse; toute son histoire en témoigne. A lire certains articles qui paraissent dans le monde sur l'Egypte, on a le sentiment ici de découvrir un autre pays que nous ne connaissons pas. Vous avez pu constater vous-même que les Cairotes ne sont pas des "evil people" ! Ce que nous combattons, c'est le sionisme en tant que mouvement impérialiste et expansionniste. Nous ne refusons pas aux Juifs le droit d'avoir "a roof over their head". Mais progressivement Israël s'est étendu (1954, 1956, 1967) et le toit a fini par couvrir non seulement leur "home" en Palestine, mais toute la Palestine et au-delà, en Egypte et en Syrie. Jusqu'où irontils ? Israël s'est toujours refusé de révéler son objectif final (Herzl à Balfour). M. Eshkol, répondant un jour au Président Johnson a déclaré : "What border are you speaking about ?" (cité par "Newsweek"). Les USA justifient l'envoi d'armes à Israël par la situation de légitime défense dans laquelle il se trouverait. Mais les buts d'Israël sont-ils légitimes ? Les armes américaines ne servent qu'à la défense de sa politique d'expansion. Notre objectif est de faire quelque chose, de construire une nouvelle situation. Nous sommes prêts à sacrifier jusqu'à notre réputation pour édifier la paix. En juin 1967, les Israéliens ont dépassé les limites en sortant de Palestine pour conquérir tout le Moyen-Orient. Il ne s'agit pas, bien entendu, d'une conquête nécessairement physique. Ce qu'ils veulent, c'est tenir Le Caire, Beyrouth et d'autres capitales sous leur contrôle et prouver qu'ils peuvent intervenir n'importe où et à n'importe quel moment. Le retour des Juifs à l'intérieur des frontières de la Palestine est un problème palestinien et non égyptien. Le surarmement des Israéliens indique-t-il que ceux-ci ne sont pas sûrs actuellement de leur sécurité ? Un pays est sûr de lui dans la mesure où il vit en paix. A nox yeux, la condition "sine qua non" de la paix au Moyen-Orient est le retour aux frontières internationales. La paix ou l'absence de paix signifie la présence ou non d'Israël sur les territoires égyptiens. La paix n'est pas impossible et l'Egypte est prête à tous les sacrifices pour la construire; elle est disposée à accepter toute suggestion qui garantisse à Israë1 sa sauvegarde ("life-line") et à l'Egypte sa sécurité. Le caractère égyptien est très fier; jamais nos compatriotes n'ont accepté que des territoires égyptiens continuent à être occupés par Israë1. Nous demandons le retour aux frontières internationales entre notre pays et la Palestine, sans parler de Gaza et du Golan qui constituent des cas spéciaux. Le problème palestinien est un problème en soi. Il existe à nos yeux quatre possibilités de solution qui, en fait, se réduisent à une seule : 1. La Palestine, terre arabe depuis 1500 ans, doit le rester; cette solution est théoriquement bonne et honnête ("fair") mais irréaliste, car elle ignore le fait que plus de 3 millions de Juifs vivent en Palestine. 2. Une Palestine exclusivement juive est également impossible; c'est une solution qui ne tient pas compte de l'avenir. 3. Une autre solution - bonne et acceptable en théorie - serait de faire de la Palestine un Etat fédératif, à l'exemple de la Suisse ou des USA, où Juifs et Palestiniens vivraient ensemble sur un même territoire. Cette solution ne peut être retenue par un Etat théocratique ("non secular") tel que Israël. 4. La partition de la Palestine est la seule solution possible, une partition dont la clef de répartition ( $50 \%-50 \%$ ou même $90 \%-10 \%$ ) devrait être encore trouvée. Il appartient aux Israéliens et aux Palestiniens de s'entendre là-dessus. Il faut faire cesser ce conflit et admettre l'Etat juif en Palestine. Après l'avoir longtemps niée, l'Egypte reconnait aujourd'hui l'existence d'Israël (que l'on a, pendant de très nombreuses années, fait précéder du qualificatif "so-called"). Mme Meir commet aujourd'hui la même erreur à l'égard des Palestiniens dont elle s'obstine à nier l'existence. Il faut qu'Israël sache que les Palestiniens existent, qu'il le veuille ou non; telle est la condition de tout règlement. M. Zayyat a personnellement voué ses efforts à définir et mener une politique d'ouverture vers l'Europe (rétablissement des relations avec la RFA - son premier déplacement officiel a été fait en Europe), car il croit à l'existence d'un rapport vital entre le MoyenOrient et le vieux continent. L'Egypte désire la paix, une paix solide, réelle et honnête, c'est-à-dire qui englobe la question palestinienne (coexistence de deux nations). Cette paix ne saurait cependant régner aussi longtemps que les territoires égyptiens seront occupés et tant qu'une solution nous sera imposée par la force militaire ou politique. L'Egypte veut la paix dont elle a le plus urgent besoin, elle désire pouvoir travailler, voire se sacrifier pour elle. Si nous laissons aller les choses, les Israéliens seront bientôt 5 millions et disposeront d'armements toujours plus perfectionnés. Faut-il subir encore plus de destructions pour gagner cette paix ? Le cercle infernal de la guerre, créé par la peur, freine sinon arrête le progrès auquel aspire notre pays. La communauté internationale doit faire comprendre aux Israéliens qu'"ils ne doivent pas exagérer", sous peine de prolonger indéfiniment le conflit. Ia Suisse peut le dire amicalement à Israë1. Nous demandons à la Suisse - située au coeur de l'Europe et qui ne fournit pas d'armes à Israë1 - de comprendre notre point de vue et de contribuer à modifier l'image préfabriquée que trop souvent l'Europe se fait des Egyptiens. M. Graber remercie M. Zayyat de ses propos empreints de franchise. Les efforts de l'Egypte pour vivre en paix rencontrent notre compréhension, car la Suisse, elle aussi, désire vivre dans l'indépendance et la paix. M. Graber explique les fondements de la politique extérieure suisse, la neutralité et la politique de neutralité, en se servant de deux exemples récents (accord avec les CE, CSCE). Ia politique de neutralité ne va pas sans servitudes : elle impose au gouvernement et non à l'opinion publique - une attitude d'extrême réserve et de discrétion. Cette attitude explique la confiance dont jouit la Suisse dans le monde; grâce à elle, la Suisse peut être disponible, n'importe où et n'importe quand. Nous jouons notre rôle en toute modestie, conscients des limites de nos possibilités (rôle lors des conflits d'Algérie et indo-pakistanais). Ia disponibilité a pour corollaire la solidarité et l'universalité. Ia logique voudrait que notre politique d'universalité nous conduise à l'ONU. Ie peuple suisse admet une participation active aux institutions techniques des NU, mais manifeste une répugnance extrême à adhérer à l'ONU politique. Ie fait est que nos compatriotes attendent trop de cette institution. Mais lorsque l'ONU aura atteint un degré vraiment universel, sans doute connaîtrons-nous une évolution au niveau de l'opinion publique qui, toute puissante, décidera en dernier ressort. Ie1 est le cadre de notre politique qui est ouverte, solidaire, très attachée à la recherche de la paix. Mais quel que soit son désir de paix et en dépit de sa disponibilité traditionnelle, nous ne voyons pas comment la Suisse pourrait être utile actuellement dans la recherche d'une solution du problème dramatique du Moyen-Orient. Nous ne pouvons nous départir d'un certain sentiment de résignation; l'on finit par dire que ce qui est, est. Nous sommes devenus les observateurs sceptiques d'une situation que nous sentons bloquée et qui, pour l'heure, reste inextricable. A propos de la Palestine, nous ne sommes pas en mesure de juger si la solution de la partition prônée par l'Egypte est la meilleure; elle semble toutefois se rapprocher du réalisme nécessaire. L'Egypte n'a pas tort de ressentir les jugements de notre opinion publique comme injustes. Il faut cependant comprendre à quel point le peuple suisse a été choqué et irrité par des événements qui l'ont touché directement, physiquement. Il y a vu une injustice flagrante. L'opinion chez nous n'a pas fait de distinction entre Palestiniens et Arabes en général, une confusion que je me suis efforcé de lever à l'occasion d'un débat devant le Parlement. Il ne faut pas attacher trop d'importance à certaines réactions épidermiques de la presse qui - faut-il le souligner ? gênent à l'occasion le gouvernement suisse lui-même. M. Graber remercie derechef M. Zayyat de son exposé exhaustif et très intéressant, en l'assurant que ses propos ont été enregistrés et qu'il a bien "senti" le problème. M. Zayyat précise que l'Egypte a accepté toutes les dispositions de la Résolution 242 du Conseil de Sécurité et qu'elle a répondu le 15 février 1971 au mémorandum Jarring (du 8 février 1971). Il rappelle qu'aux termes de cette réponse, la RAE promettait de mettre fin à l'état de guerre et de respecter dorénavant la souveraineté et l'intégrité territoriale d'Israël ainsi que son droit de vivre en paix à l'intérieur de frontières sûres et reconnues. Les assurances données par l'Egypte se sont heurtées cependant à une véritable conspiration du silence. Concernant la neutralité suisse : nous avons remarqué que la Suisse s'abstenait souvent au sein des organisations internationales (notamment lors de la conférence des Croix-Rouge à Istanbul). Quelles sont les raisons de ces abstentions? Vous avez conscience de l'indivisibilité de la paix; votre attitude à Helsinki le prouve. Quant à nous, nous restons à l'écart de la CSCE, car nos soucis ne sauraient être partagés avec quiconque; il n'est pas moins vrai que la sécurité de l'Europe dépend de la situation au Moyen-Orient. Votre exposé nous a été très utile; il a contribué à la compréhension mutuelle. J'espère, de mon côté, que mes explications auront jeté quelque lumière sur la position égyptienne. Puisse quelque chose de concret sortir de ces entretiens, à l'image de ces antiquités que vos compatriotes déterrent en Egypte ! M. Graber remercie son collègue de cet échange de vues qui prouve que les contacts humains ne sont jamais vains. A Helsinki, la délégation suisse s'est exprimée en faveur de l'inclusion du problème de la sécurité en Méditerranée, comme élément de la sécurité européenne. Helsinki est du reste une conférence dont nous attendons les résultats avec un certain scepticisme. Quant aux votes suisses, je pense que nos collaborateurs pourront s'en entretenir tout à l'heure. M. Thalmann pose deux questions : a) Nous avons pris connaissance avec intérêt de votre récente proposition - adoptée le mois dernier par le Conseil de Sécurité - tendant à une sorte de "réactivation" de la mission Jarring; pourriez-vous nous en dire plus ? Qu'attendez-vous de cette initiative ? b) A propos du lieu du débat, quelles sont les possibilités, selon vous, d'une réunion (du Conseil de Sécurité) à Genève ? M. Zayyat ad a) : Nous n'avons pas demandé de "réactiver" en fait la mission Jarring, mais l'élaboration par le Secrétaire général d'un rapport sur ses activités. Sur la base de ce rapport détaillé, il conviendra d'examiner s'il existe une possibilité de ranimer la mission du diplomate suédois. Ce que nous voulons, c'est briser cette conspiration du silence dont nous avons parlé. Nombreux sont ceux qui ignorent ce que l'Egypte a déclaré accepter. Mon pays a tout fait ce que l'on peut attendre de lui en faveur de la paix. ad b) : Le délégué de l'Inde a déclaré que New York n'était pas le meilleur endroit. D'aucuns ont même parlé du Caire. Quant à M. Kirchschläger, on m'a dit qu'il souhaitait Genève. Fin de la séance : 12.00 h
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Notes/Internal
50,886
Tibeteraktion Nepal
28
Bericht über die Hilfsaktion der Schweiz für Tibetflüchtlinge in Nepal und die dabei auftretenden Management-Probleme. Dabei werden auch Konflikte mit der tibetischen Arbeiterschaft und der nepalesischen Regierung angesprochen.
German
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1976-02-26
1976-02-26
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Technische Zusammenarbeit
Nepal (Wirtschaft)|Tibetische Flüchtlinge
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Chialsa|Jawalakhel|Nepal|Tibet
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EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|Helvetas|Nepal/Regierung|Nepalesische Teppich-Handelsgesellschaft
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Joss Heinz
Schild Andreas
Joss Heinz
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Cooperazione tecnica
Nepal (Economia)|Profughi tibetani
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Chialsa|Jawalakhel|Tibet
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DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|Helvetas|Nepal/Governo
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Joss Heinz
Schild Andreas
Joss Heinz
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Coopération technique
Népal (Economie)|Réfugiés tibétains
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Chialsa|Jawalakhel|Népal|Tibet
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DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|Helvetas|Népal/Gouvernement
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Joss Heinz
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Technical cooperation
Nepal (Economy)|Tibetan Refugees
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Chialsa|Jawalakhel|Tibet
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Carpet Trading Company|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|Helvetas|Nepal/Government
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Joss Heinz
Schild Andreas
Joss Heinz
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50,000
https://dodis.ch/50886
Aktennotiz / Notiz
German, Aktennotiz / Notiz, Joss Heinz
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50000-50999/dodis-50886.pdf
# 27. Feb. 1976 ## TIBETERAKTION NEPAL ## 1. Das Projekt Die Schweiz hat in die gesamte Tibeteraktion seit deren Beginn 5,2 Mio Franken investiert, wovon Fr. 450'000.-- in Form von Beteiligungen. Diese Leistungen erfolgten a fonds perdu. Die Teppichprojekte ( 3 Handicraft Centren, 1 Handelsgesellschaft "Carpet Trading Company (CTC)") erzielten 1973 einen Gesamtumsatz von HC. 8,7 Mio ( $=$ SFr. $2^{\prime} 520^{\prime} 000 .-1$ ). Die vier Firmen beschäftigen 800 Leute. Die gesamte Teppichproduktion Nepals betrug 1974 ca. $15^{\prime} 700 \mathrm{~m} 2$. Davon entfallen auf die SATA-Gruppe $9^{\prime} 550 \mathrm{~m} 2$ ( $6^{\prime} 800 \mathrm{~m} 2$ in den HCCs, $2^{\prime} 750 \mathrm{~m} 2$ in Heimarbeit auf eigene Rechnung der Bewohner der drei Siedlungen). Die CTC exportiert jährlich ca. $4^{\prime} 000 \mathrm{~m} 2$. Sie ist damit das bedeutendste Teppichexport-Unternehmen Nepals. Neben Erzeugnissen des Kunsthandwerks sind Teppiche das wichtigste Fertigprodukt der nepalesischen Exportwirtschaft. ## 2. Management-Probleme Von seiten der schweizerischen und nepalesischen Berater/Verwaltungsratsmitglieder werden insbesondere bezüglich Jawalakhel und Chialsa-HCC Mangel in der Fuhrung festgestellt. Dies führte im Falle von Jawalakhel - vorläufig noch inoffiziell - zu Rügen von seiten der Regierung und im Falle von Chialsa zu Konflikten mit der Arbeiterschaft. Entsprechend liegen die Probleme in Jawalakhel im Bereich der Entscheidungsbefugnis und in der Kontrolle der Verwaltung und Produktion, in Chialsa im Bereich der Mitarbeiterfuhrung. Bei der CTC liegen die Probleme in der Beziehung mit der nepalesischen Regierung. Von Regierungsseite wird die Importaktivitat der Gesellschaft kritisiert, andrerseits beklagt sich CTC über die Lizenzenpolitik des Industry \& Commerce Departementes, was zu Engpässen in der Liquiditat der ganzen Gruppe fuhrt. Eine Analyse der Probleme ist aufgrund der hier vorhandenen Informationen nicht möglich. Sie muss auf Platz durchgeführt werden. # 3. Was steht auf dem Spiel ? Die Probleme betreffen SATA, die nepalesische Regierung und Tibeter. Eine Analyse ihrer Ursachen erscheint aus drei grundsätzlichen Ueberlegungen notwendig: a) Durch die Kritik der Regierung an der Geschäftspraxis der CTC und Jawalakhel HCC ist auch SATA als Aktionär betroffen. Eine rasche Klärung der Differenzen ist für SATA im allgemeinen und im besondern wegen der pendenten Uebergabeverhandlungen wichtig. Jede berechtigte Kritik von seiten der Regierung schwächt die Verhandlungsposition von SATA. b) Die bestehenden Probleme können Ansatzpunkt sein für einen Vertrauensschwund zwischen Tibetern und SATABeratern. Dass Spannungen zwischen Schweizern und Tibetern schwere Folgen haben können, zeigt die Geschichte der Tibeteraktion. Eine Vermittlung "von aussen" kann dazu beitragen, die Probleme auf einer rationalen Ebene anzugehen. c) Die Teppichunternehmen bilden das ökonomische Rückgrat der Tibeteraktion. Sie sind langfristig nur dann funktionstüchtig, wenn ihnen der Goodwill der Regierung gesichert ist. Voraussetzung dafür ist ein Geschäftsgebaren, das möglichst keinen Anlass zur Kritik gibt. ## 4. Kosten Der TZ-Koordinator in Nepal schlägt den Besuch zweier TZMitarbeiter vor, um eine Problemanalyse durchzuführen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Die Kosten einer solchen Mission für 3 Wochen betragen Fr. 12'000.--. Sie sind durch einen noch laufenden Antrag zugunsten der Tibeter in Nepal gedeckt.
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Notes/Internal
30,291
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21
Rencontre officieuse de Maurice Couve de Murville et de René Payot. Point de vue français sur l'intégration européenne. Manoeuvres pour freiner l'association de la Grande-Bretagne à la CEE.
French
1962-01-01
1962-09-21
1962-09-21
22
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Europäische Organisationen
Europäische Union (EWG–EG–EU)|Frankreich (Politik)
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Frankreich|Genf|Österreich|Paris|Schweden|Vereinigtes Königreich
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Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Union|Frankreich/Staat|Journal de Genève|Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung|Österreich/Staat|Schweden/Staat|UK/Staat
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Jolles Paul Rudolf|Micheli Pierre|Schaffner Hans|Stopper Edwin|Wahlen Friedrich Traugott
Long Olivier
Couve de Murville Maurice|Gaulle Charles de|Long Olivier|Payot René
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Organisazioni europee
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Austria|Francia|Ginevra|Parigi|Regno Unito|Svezia
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Jolles Paul Rudolf|Micheli Pierre|Schaffner Hans|Stopper Edwin|Wahlen Friedrich Traugott
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European Free Trade Association|European Union|Journal de Genève|Oesterreich/Staat|Organisation for Economic Co-operation and Development|UK/State
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Jolles Paul Rudolf|Micheli Pierre|Schaffner Hans|Stopper Edwin|Wahlen Friedrich Traugott
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Couve de Murville Maurice|Gaulle Charles de|Long Olivier|Payot René
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30,000
https://dodis.ch/30291
Schreiben
French, Schreiben
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Schaffner</a><span id="fnref_3_4_2_2_3_4_8" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_8">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <span class="tei-add2 tei-add-opener">Personnel et confidentiel</span> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Berne, <span class="tei-date3 tei-date">21 septembre 1962</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Un de mes amis suisses<span id="fnref_3_4_2_2_7_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_7_2">2</a></span> qui pratique <a href="https://dodis.ch/P364" class="tei-persName" target="">M. Couve de Murville</a> depuis une quinzaine d’années et qui vient de passer une dizaine de jours de vacances en sa compagnie me dit:</p> <p class="tei-p tei-p">1. C. de M.<span id="fnref_3_4_2_2_9_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_2">3</a></span> ne lui a pas caché que du côté français, on (le <a href="https://dodis.ch/P460" class="tei-persName" target="">Général de Gaulle</a>) n’est pas favorable à l’entrée de l’<a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">Angleterre</a> dans le <a href="https://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName" target="">Marché commun</a>. Il a admis que le projet de répartition des prélèvements sur les produits agricoles introduit par la Délégation française à 3 heures du matin, lors de la dernière rencontre entre les Six et le <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">Royaume-Uni</a>, avait été présenté dans le dessein de freiner la négociation qui avançait trop vite au gré de <a href="https://dodis.ch/G18" class="tei-placeName" target="">Paris</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">2. En revanche, à l’égard de la Suisse, le Gouvernement français est animé des meilleures intentions. Il reconnaît la valeur de la neutralité suisse qui ne doit pas être un obstacle à un arrangement avec le <a href="https://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName" target="">Marché commun</a>. Ceci n’exclut pas, toujours selon C. de M., une négociation économique notamment en ce qui concerne l’agriculture.</p> <p class="tei-p tei-p">3. C. de M. estime que la Suisse devrait se méfier de l’<a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">Angleterre</a> qui la trahira comme elle a toujours trahi lorsque ses intérêts sont en jeu. De même la Suisse, en cherchant son chemin vers le <a href="https://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName" target="">Marché commun</a>, ne devrait pas trop s’embarrasser de l’<a href="https://dodis.ch/G31" class="tei-placeName" target="">Autriche</a> et de la <a href="https://dodis.ch/G15" class="tei-placeName" target="">Suède</a>. La position de la Suisse serait plus forte et ses chances plus grandes si elle opérait seule, plutôt que d’avoir ces deux pays à tirer dans son sillage.</p> <p class="tei-p tei-p">Telle est la façon de penser de C. de M. rapportée par l’un de ses amis de longue date qui est en même temps un observateur politique très sûr et expérimenté.</p> <p class="tei-p tei-p">A mon avis, la contradiction n’est qu’apparente entre la réserve exprimée au sujet de l’entrée de l’<a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">Angleterre</a> dans le <a href="https://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName" target="">Marché commun</a> et l’invite à la Suisse de tenter sa chance seule.</p> <p class="tei-p tei-p">C. de M. est trop intelligent et cynique pour se faire des illusions sur la possibilité qu’a le <a href="https://dodis.ch/P460" class="tei-persName" target="">Général de Gaulle</a> de bloquer éternellement la réunion des Six et de l’<a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">Angleterre</a>. D’autre part, depuis l’échec de la négociation sur la grande Zone européenne de libre-échange en décembre 1958<span id="fnref_3_4_2_2_19_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_19_6">4</a></span>, la tactique de la <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">France</a> a toujours été d’essayer de dissocier les pays maintenant membres de l’<a href="https://dodis.ch/R10096" class="tei-orgName" target="">AELE</a>.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_8"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content">Notice: <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 2804(-)1971/2/106</span></span>. Des copies de ce document sont adressées à P. Micheli, E. Stopper et à P. R. Jolies.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_7_2"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Indication manuscrite de <a href="https://dodis.ch/P1110" class="tei-persName" target="">Long</a>: <span class="tei-orig tei-orig">il s’agit de <a href="https://dodis.ch/P784" class="tei-persName" target="">M. René Payot</a>, directeur du <a href="https://dodis.ch/R963" class="tei-orgName" target="">Journal de Genève</a>, qui me l’a confié à titre strictement personnel et confidentiel.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_7_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_2"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content"><a href="https://dodis.ch/P364" class="tei-persName" target="">M. Couve de Murville</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_19_6"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Le 15 décembre 1958, date à laquelle se tient un Conseil des Ministres de l’OECE, marque la fin de la négociation sur la grande zone de libre-échange. Cf. <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 2001 (E)1972/33/</span> C 40</span> et <span class="tei-orig tei-orig">C 67.</span> Sur les vues du <a href="https://dodis.ch/P460" class="tei-persName" target="">Général de Gaulle</a> à propos de ce projet, cf. DDS, vol. 21, doc. 19, <a href="https://dodis.ch/15014" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/15014</a> et 28 <span class="tei-orig tei-orig">(<a href="https://dodis.ch/15032" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/15032</a>).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_19_6">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
30000-30999/dodis-30291.pdf
# LEGÉLÉGUÉ ## AUX ACCORDS COMMERCIAUX Personnel et confidentiel ## Monsieur le Conseiller fédéral F.T. Wahlen Note à Monsieur le Conseiller fédéral H. Schaffner Un de mes amis suisses qui pratique M. Couve de Murville depuis une quinzaine d'années et qui vient de passer une dizaine de jours de vacances en sa compagnie me dit 1. C. de M. ne lui a pas caché que du côté français, on (le Général de Gaulle) n'est pas favorable à l'entrée de l'Angleterre dans le Marché commun. Il a admis que le projet de répartition des prélèvements sur les produits agricoles introduit par la Délégation française à 3 heures du matin, lors de la dernière rencontre entre les Six et le Royaume-Uni, avait été présenté dans le dessein de freiner la négociation qui avançait trop vite au gré de Paris. 2. En revanche, à l'égard de la Suisse, le Gouvernement français est animé des meilleures intentions. Il reconnaît la valeur de la neutralité suisse qui ne doit pas être un obstacle à un arrangement avec le Marché commun. Ceci n'exclut pas, toujours selon C. de M., une négociation économique notamment en ce qui concerne l'agriculture. 3. C. de M. estime que la Suisse devrait se méfier de l'Angleterre qui la trahira comme elle a toujours trahi lorsque ses intérêts sont en jeu. De même la Suisse, en cherchant son chemin vers le Marché commun, ne devrait pas trop s'embarrasser de l'Autriche et de la Suède. La position de la Suisse serait plus forte et ses chances plus grandes si elle opérait seule, plutôt que d'avoir ces deux pays à tirer dans son sillage. Telle est la façon de penser de C. de M. rapportée par l'un de ses amis de longue date qui est en même temps un observateur politique très sûr et expérimenté. (x) Il aingit de M. René Payot, diuitum du "Toumal de $\quad \bullet / \bullet$ Gomèm" qui un l'in confin a titin stinitumant pensuml it confinhutiel. A mon avis, la contradiction n'est qu'apparente entre la réserve exprimée au sujet de l'entrée de l'Angleterre dans le Marché commun et l'invite à la Suisse de tenter sa chance seule. C. de M. est trop intelligent et cynique pour se faire des illusions sur la possibilité qu'a le Général de Gaulle de bloquer éternellement la réunion des Six et de l'Angleterre. D'autre part, depuis l'échec de la négociation sur la grande Zone européenne de libre-échange en décembre 1958, la tactique de la France a toujours été d'essayer de dissocier les pays maintenant membres de l'AELE. ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Copie à : - Monsieur le Directeur E. Stopper - Monsieur l'Ambassadeur P. Micheli - Monsieur le Ministre P. Jolles
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Correspondence
52,153
Décision de la BNS à l'égard des banques de développement ayant des dépôts en Suisse
28
La Banque nationale suisse ne soumet plus les banques internationales aux mesures de protection monétaire. Cette décision est conforme à la politique générale de la BNS pour favoriser les activités financières des banques de développement en Suisse.
French
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1977-09-20
1977-09-20
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Finanzhilfe
Finanzplatz Schweiz|QdD15 Dokumente für Register|UNO (Sonderorganisationen)
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Afrikanischer Entwicklungsfonds|Asiatische Entwicklungsbank|Interamerikanische Entwicklungsbank|Schweizerische Nationalbank|WBG/WB/Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
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Jacobi Klaus
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Béguin Jean-Pierre
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Aiuto finanziario
ONU (Organizzazioni specializzate)|Piazza finanziaria svizzera|QdD15 Dokumente für Register
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Banca asiatica di sviluppo|Banca Interamericana di Sviluppo|Banca nazionale svizzera|Fondo africano di sviluppo|GBM/BM/Banca internazionale per la ricostruzione e lo sviluppo
DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna
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Jacobi Klaus
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Béguin Jean-Pierre
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Aide financière
ONU (Organisations spécialisées)|Place financière suisse|QdD15 Dokumente für Register
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Banque asiatique de développement|Banque interaméricaine de développement|Banque nationale suisse|Fonds africain de développement|GBM/BM/Banque internationale pour la reconstruction et le développement
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures
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Jacobi Klaus
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Béguin Jean-Pierre
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Financial aid
QdD15 Dokumente für Register|Swiss financial market|UN (Specialized Agencies)
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African Development Fund|Asian Development Bank|Inter-American Development Bank|Swiss National Bank|WBG/WB/International Bank for Reconstruction and Development
FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs
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Jacobi Klaus
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Béguin Jean-Pierre
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50,000
https://dodis.ch/52153
Aktennotiz / Notiz
French, Béguin Jean-Pierre, Aktennotiz / Notiz
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52000-52999/dodis-52153.pdf
Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement HANDELSABTEILUNG Département fédéral de l'économie publique DIVISION DU COMMERCE Le 20 septembre 1977 Bg/gst. 799.3.0.1 799.3.2.0 Lat.Am. 850.5 799.2.1.0 Note d'information: Décision de la BNS à l'égard des banques de développement ayant des dépôts en Suisse Jusqu'à présent, les dépôts des banques de développement en Suisse étaient soumis aux mesures de protection monétaire qui ont été introduites dans notre pays entre 1972 et 1974: les dépôts ne bénéficient pas d'un intérêt; au-delà d'un certain montant, les dépôts sont soumis à une commission spéciale. Désireuse d'éviter tout risque de conflit entre l'application de ces mesures et les engagements que la Suisse a pris à l'égard des banques de développement, la Banque nationale suisse vient de décider que ces mesures ne leur seraient plus applicables. Elle vient donc d'écrire en ce sens à la Banque asiatique de développement, à la Banque interaméricaine de développement, à la Banque mondiale et au Fonds africain de développement (lettres datées des 8-9 septembre 1977). La décision de la BNS est pleinement conforme à la politique générale de cette institution de favoriser les activités financières des banques de développement en Suisse. Le texte standard des lettres envoyées par la BNS figure en annexe à cette note. Etant donné que la Suisse n'est pas membre de la Banque mondiale, le texte de la lettre relative à cette dernière comporte une modification, qui est aussi indiquée en annexe. Annexe mentionnée K. Jacobi) # Copie à: Ambassade de Suisse, Abidjan (à l'attention de M. L. de Battista) Ambassade de Suisse, Manille (3 copies à l'attention de MM. Dupont et Aenishänslin, ADB, ainsi que de l'Ambassade) Ambassade de Suisse, Washington (3 copies, dont 1 pour M. Aoki) Banque nationale suisse, Zurich, avec remerciements pour envoi des copies de lettres au soussigné Service de la coopération technique, DPF (3)
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Notes/Internal
69,649
Concept Maghreb / Égypte: spécificité algérienne
28
Zentrale Aspekte für Möglichkeiten algerisch-schweizerischer Kooperation sind die Anpassung der Schweizer Ansätze an lokale Gegebenheiten, die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie die Bedeutung eines Abkommens zwischen Algerien und dem IWF für europäische Unterstützung. Darin: Bericht «Concept Maghreb / Égypte: spécificité algérienne» von J. Saxod vom 24.2.1994 (Beilage).
German
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1994-03-03
1994-03-03
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Algerien (Politik)
Algerien (Wirtschaft)|Technische Zusammenarbeit
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Afrika|Ägypten|Algerien|Algier|Dänemark|Europa|Finnland|Iran|Kabylie|Maghreb|Marokko|Mittelmeerländer|Naher Osten|Nordafrika|Tunesien|Vereinigte Arabische Emirate
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Al-Watan|Algerien/Armee|Algerien/Hohes Staatskomitee|Algerien/Ministerium für Arbeit und Soziales|Algerien/Nationale Befreiungsfront|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Union|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|Geschäftsstelle für Exportrisikogarantie|Internationaler Währungsfonds|Islamische Heilsfront|Schweizerische Botschaft in Algier|Weltbankgruppe
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung II
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Reimann Heinrich
Reimann Heinrich|Saxod Jean
Brandel André
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Algeria (Politica)
Algeria (Economia)|Cooperazione tecnica
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Africa|Algeri|Algeria|Danimarca|Egitto|Emirati Arabi Uniti|Europa|Europa meridionale|Finlandia|Iran|Kabylie|Maghreb|Marocco|Medio Oriente|Nordafrica|Tunisia
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Al-Watan|Algeria/Alto Comitato di Stato|Algeria/Esercito|Algeria/Fronte di liberazione nazionale|Ambasciata svizzera ad Algeri|Associazione europea di libero scambio|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|Fondo monetario internazionale|Fronte islamico di salvezza|Gruppo della banca mondiale|Ufficio di garanzia dei rischi di esportazione|Unione europea
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica II
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Reimann Heinrich
Reimann Heinrich|Saxod Jean
BL null
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Algérie (Politique)
Algérie (Economie)|Coopération technique
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Afrique|Afrique du Nord|Alger|Algérie|Danemark|Égypte|Émirats arabes unis|Europe|Europe méridionale|Finlande|Iran|Kabylie|Maghreb|Maroc|Proche-Orient|Tunisie
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Al-Watan|Algérie/Armée|Algérie/Front de libération nationale |Algérie/Haut Comité d'État|Algérie/Ministère du travail et des affaires sociales|Ambassade de Suisse à Alger|Association européenne de libre-échange|Bureau de la garantie contre les risques à l'exportation|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|Fonds monétaire international|Front islamique du Salut|Groupe de la Banque mondiale|Union Européenne
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique II
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Reimann Heinrich
Reimann Heinrich|Saxod Jean
BL null
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Algeria (Politics)
Algeria (Economy)|Technical cooperation
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Africa|Algeria|Algiers|Denmark|Egypt|Europe|Finland|Iran|Kabylie|Maghreb|Middle East|Morocco|Südeuropa|Tunesia|United Arab Emirates
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Al-Watan|Algeria/Army|Algeria/High Council of State|Algeria/National Liberation Front|European Free Trade Association|European Union|Export Risk Guarantee Agency|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|International Monetary Fund|Islamic Salvation Front|Swiss Embassy in Algiers|World Bank Group
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division II
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Reimann Heinrich
Reimann Heinrich|Saxod Jean
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65,000
https://dodis.ch/69649
Aktennotiz / Notiz
German, Aktennotiz / Notiz, Brandel André
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69000-69999/dodis-69649.pdf
POLITISCHE ABTEILUNG II p.B.15.21.Alg. - BL/BMO - p.B.73.A6.0 Bem, 3. März 1994 # Notiz ## "Concept Maghreb / Egypte: spécificité algérienne" Die Adressaten dieser Notiz erhalten in der Beilage das von Herrn Jean Saxod, 1. Mitarbeiter unserer Botschaft in Algerien, verfasste Papier "Concept Maghreb / Egypte: spécificité algérienne. Herr Saxod hat diese Arbeit während der kurzen Zeit, die er bei unserer Abteilung während seines Arbeitseinsatzes in Bern verbrachte, gemacht. Wir möchten den Empfängern die Lektüre dieses Papiers empfehlen. POLITISCHE ABTEILUNG II H. Reimann ## Beilage erwähnt Kopien: - BAWI, EVD, z.Hd. von Herrn Botschafter N. Imboden - BAWI, EVD, Afrikaländerdienst - DEH, Dienst Europa / Mittelmeer - Finanz- und Wirtschaftsdienst - Herrn Y. Rossier, EVD, Generalsekretariat - Schweiz. Botschaft Algier - RX, FMD, AMA, BL - Politisches Sekretariat # CONCEPT MAGHREB / EGYPTE (ad. p.B.75.57,-ROY du 21.09.93) ## Spécificité algérienne Dans le cadre de l'étude du concept précité, il a été convenu d'apporter quelques remarques complémentaires à la lueur des événements qui se déroulent en Algérie depuis l'automne 1993. Le court exposé qui suit n'a pas d'autre prétention que de mettre en évidence quelques réflexions utiles quant aux possibilités de mise en place d'un programme plus étroit de coopération entre la Suisse et l'Algérie. ## Généralités Quitte à enfoncer quelques portes ouvertes, il n'est pas inutile de rappeler que, si sur le plan géographique, le bassin méditerranéen, dont nul ne nie le facteur d'unité historique, rapproche les pays riverains, ce même bassin, sur les plans économique, politique et surtout culturel, prend les allures d'un précipice à géométrie variable, selon les humeurs et les comportements des acteurs en présence. Au Nord, alors que les grands groupes industriels nouent des alliances supranationales face à la concurrence extra-européenne et que les repésentants des Gouvernements prônent au sein des arènes internationales la nécessité de l'intégration, les populations, au nom du sacro-saint droit à l'autodétermination, etc., redessinent presque quotidiennement des frontières, dont la délimitation et le marquage n'allèrent pas sans peine. Le Sud n'échappe pas aux tendances susmentionnées. On notera toutefois une importante différence, en ce sens que les acteurs, en dehors du Coran (en tant que Livre Sacré), n'affichent que des vélléités de rapprochement, contrariées par des différences ethniques et culturelles importantes vécues au quotidien et à fleur de peau. A ce titre, on se rappelle ici, les échecs répétés de la République Arabe Unie. De même l'UMA, restée à ce jour à l'état de résolution, n'a que très peu de chances de passer au stade opérationnel dans un proche avenir et ce, malgré les déclarations de bonnes intentions et la mise en place des corps constitutifs. # Evolution en Algérie Plusieurs observateurs relèvent que 130 années de colonisation n'ont fait qu'occulter le phénomène de la disparité des 'clans', de leurs divergences et de la complexité du rituel des allégeances, dont dépend en fin de compte l'étendue du territoire d'influence de tel ou tel 'totem' et ce, qu'elle que soit la région africaine. L'Occident cultive la démocratie et l'impose comme le modèle incontournable à l'évolution de toute société aspirant à la modernité. Dont acte, avec les conséquences sur lesquelles l'on ferme pudiquement les yeux, la naissance des démocraties 'dictatoriales'. L'Algérie n'a pas échappé à ce phénomène. Le FLN l'a emporté et a régné sans partage depuis son accession à l'indépendance. En décembre 1991, un surprenant euphémisme par litote expliquant au peuple que le "processus démocratique des élections était interrompu pour sauver la démocratie" (silence en Occident où la crainte de l'intégrisme a remplacé celle du péril jaune) marquait un tournant définitif. Le pouvoir, dont l'autorité était déjà fortement entamée depuis les événements d'octobre 1988, tombe en déliquescence. La lutte des 'clans' se déroule au grand jour (tous les crimes et autres exactions commis récemment ne sont pas l'oeuvre exclusive du FIS), l'insécurité grandit, le HCE gère la crise et passe la main après avoir joué les prolongations jusqu'à fin janvier 1994. La conférence nationale des 24 et 25 janvier s'achève comme prévu par de nombreux connaisseurs par la passation 'démocratique' des pouvoirs à l'armée. Le nouveau gouvernement de transition a trois ans pour redresser la barre et devra éventuellement affronter la menace de sécession de la Kabylie. Comment a t'on pu en arriver là ? De tous les facteurs (dont l'explosion démographique n'est pas des moindres), le plus évident est le pétrole. Les hydrocarbures ( $97 \%$ des exportations) ont contribué plus au malheur qu'au bien-être de l'état. L'Algérie, véritable grenier à grains non seulement autosuffisant mais pays exportateur de produits agricoles jusqu'à l'indépendance, subit les contrecoups d'une industrialisation à outrance, sans considération pour l'environnement, qui contraint aujourd'hui les autorités à importer $80 \%$ des besoins alimentaires de la population. La manne pétrolière a fortement contribué à transformer l'Algérien en acheteur de tout ce que livraient à ses yeux avides, les devantures des commerces européens. Dès 1986, cette rente s'est rétrécie comme une peau de chagrin, sans que pour autant fussent prises les mesures qui s'imposaient : - relance de l'agriculture, - rénovation du parc industriel, - construction de logements, - modernisation du système d'éducation nationale (abandonné aux mains de mullahs iraniens et égyptiens, - diversification de sa production et de sa commercialisation sur les marchés internationaux A cela s'ajoute une pratique viciée, à laquelle s'est prêté sans remord les fournisseurs étrangers, celle des "biens d'accompagnement". Cette subtile formulation prévoyait au départ un crédit de réserve pour l'envoi de pièces de rechange, etc. Très rapidement, ces "biens" sont venu arrondir la commission usuelle versée par le vendeur à l'acheteur. En d'autres termes, il ne s'agit ni plus ni moins que de corruption, dénoncée à grands renforts de déclarations tonitruantes, mais rarement punie. Récemment, la presse locale (le quotidien El Watan vient de recevoir un prix de la presse internationale pour son courage et son mérite) fait état de cette corruption dont le montant ( 26 milliards de US\$) équivaudrait à celui de la dette extérieure. Sans commentaire. # La position de l'Europe (pour plus de détails : ad.: s.C.41.765.0.Alg.) En bref, en février 94, l'Algérie a renouvelé sa demande de soutien financier substantiel que l'Union européenne serait prête à lui garantir à condition qu'un accord préalable soit conclu avec le FMI. Cet accord FMI/Algérie devrait intervenir prochainement, pour autant que cette dernière accepte les termes de la première. L'achoppement n'est pas seulement technique, il y a également des questions de vocabulaire à résoudre, de susceptibilités à ménager. Une décision est imminente en regard des résultats désastreux de l'année fiscale 1993, non encore chiffrés avec précision. On laisse entendre que la recette des hydrocarbures couvrirait à peine le service de la dette et quelques besoins alimentaires de toute première nécessité. Dans tous les cas, existent des accords de coopération entre la CE et le Sud, dont les trois volets principaux ont été revus en juin 92 au titre d'une 'politique méditerranéenne rénovée', assortie de l'annonce d'un 'partenariat euro-maghrébin' en vue de l'instauration progressive d'une zone de libre-échange. Les principaux états prioritaires sont le Maroc, la Tunisie et l'Algérie. Quant aux états membres de l'AELE, leurs gouvernements n'ont pas montrés, à ce jour, d'intérêts plus particuliers pour les pays d'Afrique du Nord. Dans les conditions instables qui prévalent depuis novembre 93, la Finlande et le Danemark ont décidé récemment de fermer purement et simplement leurs représentations à Alger. ## La position de la Suisse Les relations commerciales entre la Suisse et l'Algérie ne font pas exception à la règle et sont soumises en dehors des marchés certifiés et garantis (commandes d'Etat) et aux marchés couverts par un crédit de la Banque mondiale, aux disponibilités et aux facilités de crédits accordés par des instituts financiers privés ou la GRE. Ces derniers ont resserré les cordons de la bourse et attendent également de prendre connaissance de l'accord que doit signer, bon gré mal gré, l'Algérie avec le FMI. Comme mentionné plus haut, les hydrocarbures jouent un mauvais tour à l'Algérie qui se voit pénalisée du fait que son PNB par habitant se situe au-delà du montant-limite. Avec la disparition des crédits mixtes et en l'absence d'accord de libre échange, il reste à la Suisse deux possibilités de marquer sa présence en Algérie, - la signature d'accords-cadres, le moment n'est pas propice, - les actions par le biais de la Coopération technique. En ce qui concerne ce dernier point, on relèvera ici trois actions récentes qui ont connu des sorts divers : 1) les instruments de musique : action ponctuelle à l'initiative de Monsieur l'Ambsassadeur H. Reimann. 2) la formation bancaire aussi connue sous le titre de 'mission Taillefer', qui connait des hauts et des bas, 3) le traitement des déchets ménagers de la Ville d'Alger, qui se termine en queue de poisson. Comme l'a souligné le rédacteur du concept de base, le critère déterminant reste celui de l'efficacité, et il n'est pas remis en cause. Toutefois, faut-il encore qu'il y ait ne serait-ce que l'ombre, non seulement d'intérêt, mais aussi de volonté de mener à bien une action dont l'efficacité est reconnue par le partenaire algérien. Dans le cas de la formation bancaire, si les services administratifs suisses ne relancent pas systématiquement leur partenaire, en l'occurance un institut bancaire algérien, le dossier et son budget font l'objet de reports annuels. Il y a quelque chose de gênant à devoir inviter le demandeur de bien vouloir nous tenir informés, à la limite de nous réitérer son intérêt. Le dossier du traitement des déchêts ménagers est par certains points très caractéristique d'une certaine mentalité peu compatible avec notre critère d'efficacité. Dans un premier temps, la DDA et son partenaire suisse PEG prennent contact avec un bureau algérien EDIL. Par la suite, pas moins de quatre instances sont venues, passez-moi l'expression, mettre leur grain de sel dans ce qui devait déboucher sur une étude de faisabilité, première étape d'une action éventuelle plus importante : un projet de coopération d'envergure, touchant deux points précis et sensibles, ceux de l'environnement et de la pollution maritime. Toute personne qui n'aurait fait que le trajet : aéroport/centre ville, sait de quoi il est question. Après de longs mois de silence, l'une de ces instances demande une nouvelle affectation au budget prévu, n'ayant qu'un rapport secondaire quant à son emploi prioritaire. Le propos ici n'est pas d'ironiser, mais bien de mettre en évidence les différences culturelles, soulignées au début de ce papier. Au Nord, bien qu'il soit tenu compte d'une marge souple d'adaptation, le but défini et décrit reste le but visé. Au Sud, tout est adaptable, modifiable, y-compris le but. Le rédacteur pense personnellement qu'il est foncièrement erroné de croire que le ressortissant Nord-africain est fataliste. Il s'agit là d'une fausse lecture de cette parole répétée en toutes occasions et à longueur de journée : "Inch'Allah". Cette expression, souvent irritante aux oreilles des rationalistes, permet au locuteur de tenir entrouvertre la porte à un meilleur marché que celui qu'il est sur le point de conclure, ne serait-ce que dans l'espace d'un jour, voire une heure, et à plus forte raison d'un mois et plus. Dans ces conditions, étant donné que les probabilités de voir nos partenaires algériens adopter nos méthodes de travail ressortisse de la pure spéculation, et que contre vents et marées nous voulons concrétiser nos offres d'une perspective de jours meilleurs, il ne nous reste pas d'autre alternative : - soit modifier notre concept quant au but de la coopération, sans se départir du critère d'efficacité, - soit retrouver nos partenaires sur leur propre terrain en optant pour une traduction indigène du 'inch'Allah', nous laissant l'éventualité d'une esquive honnête sans que personne ne perde la face. # Le choix des objectifs Ceci dit, se pose le choix des objectifs utiles et prioritaires. Sur la base des informations à notre disposition, à savoir principalement : - $47 \%$ d'analphabètes, et - $24 \%$ de chômeurs, dont $60 \%$ de jeunes au-dessous de 30 ans, priorité devrait être donnée aux projets touchant la scolarité et les établissements dispensant une formation professionnelle technique et/ou manuelle. Un autre champs d'action pourrait couvrir l'aide au développement de petites et moyennes entreprises en vue de créer des emplois au nombre grossissant des jeunes qui envahissent chaque année le marché, bien que n'ayant pas obtenus leur baccalauréat. D'entente avec les services compétents de la DDA, on pourrait également dresser une liste des ONG (comme cela fut fait dans d'autres pays, p.ex. l'Afrique du Sud) opérant dans les secteurs précités, et entamer un dialogue préparatoire permettant de mettre sur pied un programme d'aide conforme à leurs attentes, pour autant que le partenaire sélectionné manifeste un intérêt certain. Au reste, il conviendrait aussi de reprendre langue avec la Bawi, une fois l'accord Algérie / FMI signé, pour revoir les possibilités qui s'offrent après avoir recalculé le revenu par tête d'habitant, dont le montant ne cesse de s'effriter.
null
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Notes/Internal
50,384
«Démocratie française»
21
Sortie du livre de M. Giscard d'Estaing, Président en exercice, qui présente ses réflexions dans le but de gagner le consensus de l'opinion publique aux grands axes de sa politique. Son ouvrage manque principalement de mesures concrètes et d'un calendrier.
French
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1976-10-14
1976-10-14
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Frankreich (Politik)
Frankreich (Allgemein)
Paris
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Deutschland|Frankreich|Paris|Skandinavien
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion
Deutschland/BRD/Sozialdemokratische Partei|Frankreich/Kommunistische Partei|Frankreich/Nationale Hochschule für Verwaltung|Frankreich/Sozialistische Partei
Schweizerische Botschaft in Paris
EDA/Generalsekretariat/Information|EDA/Politische Direktion/Politisches Sekretariat
null
Bodmer Gaspard
Giscard d'Estaing Valéry|Weitnauer Albert
Bodmer Gaspard|Sermet Francis
null
Francia (Politica)
Francia (Generale)
Parigi
null
Francia|Germania|Parigi|Scandinavia
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica
ENA|Francia/Partito Comunista|Francia/Partito socialista|Germania/RFA/Partito socialdemocratico
Ambasciata svizzera a Parigi
DFAE/Direzione politica/Segreteria politica|DFAE/Segreteria generale/Informazione
null
Bodmer Gaspard
Giscard d'Estaing Valéry|Weitnauer Albert
Bodmer Gaspard|Sermet Francis
null
France (Politique)
France (Général)
Paris
null
Allemagne|France|Paris|Scandinavie
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique
Allemagne/RFA/Parti social-démocrate|France/École nationale d'administration|France/Parti communiste|France/Parti socialiste
Ambassade de Suisse à Paris
DFAE/Direction politique/Secrétariat politique|DFAE/Secrétariat général/Information
null
Bodmer Gaspard
Giscard d'Estaing Valéry|Weitnauer Albert
Bodmer Gaspard|Sermet Francis
null
France (Politics)
France (General)
Paris
null
France|Germany|Paris|Scandinavia
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs
France/National School of Administration|France/Socialist Party|Germany/FRG/Social Democratic Party|Parti communiste français
Swiss Embassy in Paris
FDFA/Directorate of Political Affairs/Political Secretariat|FDFA/General Secretariat/Information
null
Bodmer Gaspard
Giscard d'Estaing Valéry|Weitnauer Albert
Bodmer Gaspard|Sermet Francis
null
50,000
https://dodis.ch/50384
Schreiben
French, Schreiben, Bodmer Gaspard|Sermet Francis
null
50000-50999/dodis-50384.pdf
AMBASSADE DE SUISSE EN FRANCE Ref.: 341.0. - BR/SE/lu CONFIDENTIELLE 75007 PARIS, le 14 octobre 1976 141, Rue de Grenelle Tél. 351-6292 / 351-7380 / 351-8697 Télex 27969 Chèque Postaux Paris 5695-57 Réception: 9 h. à 11 h. 45 Direction politique Département politique fédéral "Démocratie française" Monsieur l'Ambassadeur, La sortie en librairie du livre de M. Giscard d'Estaing, dont un résumé est annexé à ces lignes, a été qualifiée, par la presse et les observateurs, "d'événement historique". Il l'est, en effet, dans le sens où rares sont les Chefs d'Etat en exercice qui ont tenu à exposer leurs réflexions dans un ouvrage. La démarche surprend moins si on la ramène à son auteur. Elle s'inscrit parfaitement dans l'effort d'explication auquel le Président de la République s'astreint pour gagner le consensus de l'opinion publique aux grands axes de sa politique. Le livre, mis en vente le 11 octobre, vise le même but, quand bien même son auteur ait cherché à se distancer de sa fonction officielle. L'aspect didactique de l'exposé est frappant: structure rigoureuse, style clair et accessible. Mais au lieu d'écrire cet ouvrage dans le style des grands commis sortis de l'ENA - une merveille du genre -, M. Giscard d'Estaing aurait peut-être été mieux inspiré en se laissant aller à sa sensibilité qui est vive et à son talent d'écrivain qui est grand. Tout au long des 175 pages, M. Giscard d'Estaing se montre, en éducateur avisé, critique envers lui-même et sa politique. Il confirme sa préférence pour les changements sans secousses et apparaît à la fois comme un conservateur éclairé et un progressiste prudent. Son insistance en faveur de la propriété privée et l'absence de références explicites à l'héritage dans le long passage sur les inégalités le placent indubitablement à droite de l'échiquier politique, alors que certaines notions le rapprochent davantage des sociaux-démocrates allemands ou scandinaves, auxquels il se réfère fréquemment et même parfois des idées de la gauche française. Parmi celles-ci figurent, entre autres, l'élimination des privilèges qui se reproduisent automatiquement, l'idée de diminuer l'écart social, l'accession à la propriété aux dépens de la location, la diffusion du capital dans toute la nation et la possibilité pour tous d'acquérir un patrimoine. M. Giscard d'Estaing a en outre repris dans son essai des thèmes qui lui sont chers. Il développe par exemple longuement la notion de pluralisme qui devrait, à ses yeux, s'étendre à tous les pouvoirs: les institutions politiques, les organisations de masses, la presse, l'économie, etc.. La partie du livre traitant de l'unification de la société par un groupe de citoyens situés entre la bourgeoisie et le prolétariat confirme la volonté de M. Giscard d'Estaing de gouverner au centre. L'allusion à la République fédérale d'Allemagne, bénéficiant de la collaboration de tous les partenaires sociaux, souligne l'effort de décrispation et de dialogue entrepris depuis 1974. Dans d'autres chapitres, M. Giscard d'Estaing dénonce une fois de plus le sectarisme idéologique et les arrière-pensées politiques; il déplore aussi le caractère inutilement dramatique du débat politique en France. Les principes guidant la politique extérieure, indépendance, coopération et solidarité ne sont pas nouveaux. La lutte contre l'inflation demeure un des objectifs majeurs de la démocratie française. Dans le même ordre d'idée, la référence constante aux réalisations accomplies depuis 1974, les critiques répétées du collectivisme confinent à l'électoralisme et affaiblissent par là même une étude qui, pourtant, cherche à se placer au niveau des grands courants de la pensée politique. Le principal grief tient cependant à l'absence de mesures concrètes et d'un calendrier précis ainsi qu'au caractère flou de certaines propositions. Plusieurs commentateurs ont relevé le hiatus qui apparaît entre les bonnes intentions et leur réalisation. Il n'en demeure pas moins que la publication, par un Président de la République en fonction, d'un livre qui quelqu'en soit le contenu fera l'objet de nombreuses critiques, exige du courage. Si, à ce jour, comme c'était à prévoir, la presse de la gauche l'a immédiatement attaqué, en y relevant les aspects partisans et les contradictions, la presse écrite de la majorité et l'audiovisuel l'ont en général bien accueilli et très largement commenté, contribuant à en faire un succès de librairie sans précédent. Fort de ce succès, M. Giscard d'Estaing a d'ailleurs déjà fait connaître son intention de donner à son ouvrage une suite qui tiendra compte des réactions suscitées. Veuillez agréer, Monsieur l'Ambassadeur, l'assurance de ma considération très distinguée. L'Ambassadeur de Suisse: Annexe: mentionnée. Copie est adressée: - au Secrétariat politique du Département politique fédéral; - à Information et Presse, Département politique fédéral.
null
null
null
null
null
null
Correspondence
54,189
Centralisation de Trafipro
28
Suite à la demande de la Direction de Trafipro, la DDA envisage d’informer les autorités rwandaises de l’avancement des travaux d’étude de la centralisation de Trafipro. Un projet de lettre est envoyé à l’Ambassade suisse à Kigali afin d'y joindre des remarques.
French
null
1978-07-18
1978-07-18
null
null
Ruanda (Allgemein)
Technische Zusammenarbeit
null
Kigali
Kigali|Ruanda
Schweizerische Botschaft in Kigali
EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|ETHZ/Betriebswissenschaftliches Institut|Ruanda/Aussenministerium|TRAFIPRO
EDA/Staatssekretariat/DEZA/Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit/Sektion Ostafrika
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Honegger Max
Rohner François|Schweizer Eric|Spühler Roland
Rham Philippe de
null
Ruanda (Generale)
Cooperazione tecnica
null
Kigali
Kigali|Ruanda
Ambasciata svizzera a Kigali
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|PFZ/Istituto di management industriale|Ruanda/Ministero degli affari esteri|TRAFIPRO
DFAE/Segreteria di Stato/DSC/Cooperazione bilaterale allo sviluppo/Sezione Africa orientale
null
null
Honegger Max
Rohner François|Schweizer Eric
Rham Philippe de
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Rwanda (Général)
Coopération technique
null
Kigali
Kigali|Rwanda
Ambassade de Suisse à Kigali
DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|EPFZ/Institut du management industriel|Rwanda/Ministère des affaires étrangères|TRAFIPRO
DFAE/Secrétariat d'État/DDC/Coopération bilatérale au développement/Section Afrique orientale
null
null
Honegger Max
Rohner François|Schweizer Eric
Rham Philippe de
null
Rwanda (General)
Technical cooperation
null
Kigali
Kigali|Rwanda
Swiss Embassy in Kigali
ETHZ/Institute of Industrial Management|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|Minicoop|TRAFIPRO
FDFA/State Secretariat/SDC/Bilateral Development Cooperation/East Africa Section
null
null
Honegger Max
Rohner François|Schweizer Eric
Rham Philippe de
null
50,000
https://dodis.ch/54189
Aktennotiz / Notiz
French, Rham Philippe de, Aktennotiz / Notiz
null
54000-54999/dodis-54189.pdf
null
null
null
null
null
null
null
Notes/Internal
64,941
Nr. 302. Konferenz zur Überprüfung des Übereinkommens über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und von Toxin-Waffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen, Genf, vom 3. bis 21.3.1980; Delegation, Instruktionen
38
Der Bundesrat beschliesst antragsgemäss, dass die Schweiz als Vollmitglied an der Konferenz zur Überprüfung des Übereinkommens über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung biologischer Waffen und von Toxin-Waffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen in Genf teilnimmt und sich mit rund 1,05 Prozent an den Kosten beteiligt. Darin: Departement für auswärtige Angelegenheiten. Antrag vom 14.2.1980 (Beilage). Darin: Militärdepartement. Mitbericht vom 21.2.1980 (Zustimmung). Darin: Finanzdepartement. Mitbericht vom 21.2.1980 (Zustimmung).
German
null
1980-02-27
1980-02-27
null
null
Abrüstung
null
null
null
Genf|Kanada
null
Bundesrat|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport|Eidgenössisches Finanzdepartement|EMD/Generalstabsdienste/Untergruppe Operationen|Ständige Mission der Schweiz bei der UNO und den anderen internationalen Organisationen in Genf|UNO
Bundesrat
null
null
Sauvant Jean-Marc
Arx Herbert von|Aubert Pierre|Jeanrenaud Maurice|Mark Wilhelm|Pictet François
null
null
Disarmo
null
null
null
Canada|Ginevra
null
Consiglio federale|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale della difesa, della protezione della popolazione e dello sport|Dipartimento federale delle finanze|DMF/Stato maggiore generale/Gruppo delle operazioni|Missione permanente della Svizzera presso l’ONU e le altre organizzazioni internazionali a Ginevra|ONU
Consiglio federale
null
null
Sauvant Jean-Marc
Arx Herbert von|Aubert Pierre|Jeanrenaud Maurice|Mark Wilhelm|Pictet François
null
null
Désarmement
null
null
null
Canada|Genève
null
Conseil fédéral|Département fédéral de la défense, de la protection de la population et des sports|Département fédéral des affaires étrangères|Département fédéral des finances|DMF/Etat-major général/Groupe des opérations|Mission permanente de la Suisse auprès de l'ONU et des autres organisations internationales à Genève|ONU
Conseil fédéral
null
null
Sauvant Jean-Marc
Arx Herbert von|Aubert Pierre|Jeanrenaud Maurice|Mark Wilhelm|Pictet François
null
null
Disarmament
null
null
null
Canada|Geneva
null
Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Defence, Civil Protection and Sport|Federal Department of Finance|Permanent Mission of Switzerland to the UN and to the other international organisations in Geneva|Swiss Federal Council|UNO
Swiss Federal Council
null
null
Sauvant Jean-Marc
Arx Herbert von|Aubert Pierre|Jay Raymond Harry|Jeanrenaud Maurice|Mark Wilhelm|Pictet François
null
null
60,000
https://dodis.ch/64941
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
null
64000-64999/dodis-64941.pdf
Konferenz zur Ueberprüfung des Uebereinkommens über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und von Toxin-Waffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen, Genf, vom 3.bis 21. März 1980; Delegation, Instruktionen Departement für auswärtige Angelegenheiten. Antrag vom 14. Februar 1980 (Beilage) Militärdepartement. Mitbericht vom 21. Februar 1980 (Zustimmung) Finanzdepartement. Mitbericht vom 21. Februar 1980 (Zustimmung) Antragsgemäss hat der Bundesrat b e s c h l o s s e n : 1. Die Schweiz nimmt als Vollmitglied an der Konferenz zur Ueberprüfung des Uebereinkommens über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und von Toxin-Waffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen, die vom 3. bis 21. März 1980 in Genf tagen wird, teil. Das Departement für auswärtige Angelegenheiten wird beauftragt, die nötigen Anmeldungen vorzunehmen. 2. Die schweizerische Delegation an der Konferenz setzt sich wie folgt zusammen: Delegationschef: Herr Botschafter F. Pictet, Ständige Mission in Genf. Delegierte: Herr Oberst i Gst Dr. Wilhelm Mark, Stab GGST, Operationssektion, Militärdepartement; Herr Dr. Maurice Jeanrenaud, Botschaftsrat, Ständige Mission Genf, Herr Dr. Herbert von Arx, Wissenschaftlicher Adjunkt, Mitarbeiter des Rechtsberaters des Departements für auswärtige Angelegenheiten. Die aus Bern kommenden Mitglieder der Delegation erhalten ein Taggeld von Fr. 130.--. Dem Delegationschef kann, sofern er Ausgaben im Zusammenhang mit seiner Funktion nachweist, ein Zuschlag bis zu maximal Fr. 15.-- pro Tag ausgerichtet werden. Die Kosten gehen zu Lasten der Departemente, welchen die Delegierten angehören. 3. Die Ausführungen des Antrags gelten für die Delegation als Direktiven. 4. Die Schweiz wird sich mit $1,05 \%$ oder etwas mehr an den Kosten beteiligen, was nach dem geschätzten Budget von $\$ 410^{\prime} 000 .--$ und bei einem Kurs von 1,64 rund Fr. 7'060.-- ausmachen wird. Dieser Betrag ist unter die Rubrik 201.493.08 "Administrative Kosten der Teilnahme der Schweiz an internationalen Konferenzen und Kommissionen" einzustellen. Protokollauszug an: - EDA 10 zum Vollzug mit Vollmacht - EMD 4 zur Kenntnis - EFD 7 " - EFK 2 " - FinDel 2 " Für getreuen Auszug, der Protokollführer: Ausgeteilt # An den Bundesrat Konferenz zur Ueberprufung des Uebereinkommens über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und von Toxin-Waffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen (in Genf vom 3. bis 21. März 1980); schweizerische Beteiligung, Delegation, Instruktionen I. Vom 3. bis 21. März 1980 wird in Genf die Konferenz zur Ueberprufung des sogenannten B-Waffen-Uebereinkommens, vom 10. April 1972, stattfinden. Sie hat zur Aufgabe, "die Wirkungsweise dieses Uebereinkommens zu überprufen, um sicherzustellen, dass die Ziele der Präambel und die Bestimmungen des Vertrages, einschliesslich jener betreffend die Verhandlungen über chemische Waffen, verwirklicht werden" (Art. XII des Uebereinkommens). Ein spezieller Ausschuss von Vertragsparteien, in welchem unser Land aus Personalgründen nicht vertreten war, hat Vorbereitungen für die Durchführung der Konferenz getroffen. Seine Vorschläge, die sich weitgehend an die Regeln der 1975 bzw. 1977 durchgeführten, den Atomsperrvertrag bzw. den Meeresgrundvertrag betreffenden Ueberprufungskonferenzen anlehnen und die noch durch die Konferenz selber zu genehmigen sind, lassen sich im wesentlichen folgendermassen zusammenfassen: 1. Der Entwurf für die Verfahrensregeln sieht für die Teilnahmeberechtigung folgendes vor: - Die Vertragsparteien können vollberechtigt teilnehmen. - Staaten, die das Uebereinkommen unterzeichnet, aber nicht ratifiziert haben, können sich an den Debatten der Konferenz beteiligen, haben jedoch kein Stimmrecht. Sie haben ausserdem das Recht auf Dokumentation und können selber schriftliche Dokumente einreichen, die als Konferenzdokumente betrachtet werden. - Anderen Staaten, die Partei des Uebereinkommens werden können, wird ein Beobachterstatus eingeräumt. - Des weitern können sich die UNO, Spezialagenturen der UNO und regionale intergouvernementale Organisationen mit abgestuft verminderten Rechten vertreten lassen. 2. Die provisorische Tagesordnung sieht neben den verfahrensmässigen Traktanden als Hauptgeschäft vor: Ueberprüfung der Wirkungsweise des Uebereinkommens: A) Generaldebatte B) Artikel I bis XV des Uebereinkommens C) Präambelabsätze und Ziele des Vertrags. 3. Das Büro der Konferenz soll insgesamt 21 Chargierte umfassen. Es soll zusammengesetzt sein aus dem Präsidenten (möglicherweise Botschafter Harry Jay, Kanada, der den Vorbereitungsausschuss präsidiert hat), 16 Vizepräsidenten und je einen Präsidenten und Vizepräsidenten der Redaktionskommission und der Vollmachtenüberprüfungskommission. Es ist nicht vorgesehen, dass unser Land eines dieser Aemter zu übernehmen hätte. 4. Die Kostenverteilung ist folgendermassen vorgesehen: Die an der Konferenz teilnehmenden Staaten, die den Vertrag ratifiziert oder auch erst unterzeichnet haben, sollen die Aufwendungen gemäss ih- rer UNO-Beitragsquote (oder, für Nichtmitglieder der UNO, dem entsprechenden Aequivalent) unter sich aufteilen, wobei zusätzlich der Differenz zwischen Teilnehmerzahl und Zahl der UNO-Mitglieder Rechnung zu tragen ist. # II. In der das Uebereinkommen betreffenden Botschaft vom 17. Januar 1973 steht unter "Würdigung des Vertrages" (Seite 9): "Zusammenfassend darf man sagen, dass das Uebereinkommen auch vom schweizerischen Standpunkt aus zu begrüssen ist, stellt es doch einen Schritt zur vollständigen Beseitigung der B- und C-Waffen dar. Man kann dem entgegenhalten, das Abkommen erfasse von diesen beiden Waffentypen nur jenen, dessen Verwendung ohnehin wenig wahrscheinlich sei, banne hingegen die weitaus grössere Gefahr des Einsatzes von C-Waffen nicht. Trotzdem wird der Vertrag wertvolle Dienste leisten. Und nicht zuletzt ist mit ihm in der Geschichte der Abrüstungsbemühungen seit dem Zweiten Weltkrieg ein Markstein gesetzt worden, handelt es sich doch zum ersten Mal um wirkliche Abrüstung und nicht, wie bei den bisherigen Abkommen, "nur" um eine Massnahme der Rüstungsbegrenzung." In diesem Sinne sollte unser Land, das das Uebereinkommen ratifiziert hat, auch an der Konferenz zu dessen Ueberprüfung teilnehmen. Es steht nicht fest, ob die Konferenz zu allfälligen Aenderungen oder Ergänzungen des Uebereinkommens gelangen wird. Voraussichtlich dürfte ihr Ergebnis in einem unverbindlichen Schlussdokument (oder mehreren) bestehen, wie das bereits bei der Sperrvertrags- und bei der Meeres-boden-Ueberprüfungskenferenz von 1975 bzw. 1977 der Fall war. Ein solches Dokument kann jedoch Vorläufer für spätere Revisionen sein. Unsere Delegation sollte daher nach Möglichkeit mithelfen, zu verhindern, dass die Tragweite des bestehenden Verbots in irgendeiner Weise eingeschränkt wird. Hingegen sollte die Delegation Vorschläge unterstützen, welche allenfalls ersichtliche Schwächen des Uebereinkommens zu beseitigen und dessen wirksame Anwendung zu sichern in der Lage wären, vorausgesetzt natürlich, dass sie mit bestehenden Normen des Völkerrechts und mit unserem Status als ständig neutraler Staat vereinbar sind. III. Für die Delegation ist folgende Zusammensetzung vorgesehen: # Als Delegationschef: - Herr Botschafter F. PICTET, Ständige Mission in Genf ## Als Delegierte: - Herr Oberst i Gst Wilhelm MARK, Stab GGST, Operationssektion Militärdepartement, - Herr Dr. Maurice JEANRENAUD, Botschaftsrat, Ständige Mission Genf, - Herr Dr. Herbert von ARX, Wissenschaftlicher Adjunkt, Mitarbeiter des Rechtsberaters des Departements für auswärtige Angelegenheiten. Die aus Bern kommenden Mitglieder der Delegation erhalten ein Taggeld von Fr. 130.-. Dem Delegationschef kann, sofern er Ausgaben im Zusammenhang mit seiner Funktion nachweist, ein Zuschlag bis zu maximal Fr. 15.- pro Tag ausgerichtet werden. Die Kosten gehen zu Lasten der Departemente, welchen die Delegierten angehören. ## IV. Auf Grund der jetzt zur Verfügung stehenden Unterlagen dürfte unser Beitrag an die Gesamtkosten der Konferenz folgendermassen aussehen: Die budgetierten Gesamtkosten belaufen sich auf \$410'000.-. Unsere Beitragsquote wäre nach UNO-Verteilerschlüssel 1,05 \%; dieser Ansatz kann aber zum Ausgleich der nicht anwesenden UNO-Mitglieder noch etwas angehoben werden. Damit ergäbe sich beim Kurs von 1,64 für uns eine Beitragssumme von rund Fr. 7'060.- . Dieser Betrag ist unter die Rubrik 201.493.08 "Administrative Kosten der Teilnahme der Schweiz an internationalen Konferenzen und Kommissionen" einzustellen. # V. Nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen des Militärdepartements beehrt sich das Departement für auswärtige Angelegenheiten deshalb, dem Bundesrat zu ## b e a n t r a ge n : 1. Die Schweiz nimmt als Vollmitglied an der Konferenz zur Ueberprüfung des Uebereinkommens über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und von Toxin-Waffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen, die vom 3. bis 21. März 1980 in Genf tagen wird, teil. Das Departement für auswärtige Angelegenheiten wird beauftragt, die nötigen Anmeldungen vorzunehmen. 2. Die schweizerische Delegation an der Konferenz setzt sich wie folgt zusammen: Delegationschef: - Herr Botschafter F. Pictet, Ständige Mission in Genf ## Delegierte: - Herr Oberst i Gst Dr. Wilhelm Mark, Stab GGST, Operationssektion, Militärdepartement, - Herr Dr. Maurice Jeanrenaud, Botschaftsrat, Ständige Mission Genf - Herr Dr. Herbert von Arx, Wissenschaftlicher Adjunkt, Mitarbeiter des Rechtsberaters des Departements für auswärtige Angelegenheiten. Die aus Bern kommenden Mitglieder der Delegation erhalten ein Taggeld von Fr. 130.-. Dem Delegationschef kann, sofern er Ausgaben im Zusammenhang mit seiner Funktion nachweist, ein Zuschlag bis zu maximal Fr. 15.- pro Tag ausgerichtet werden. Die Kosten gehen zu Lasten der Departemente, welchen die Delegierten angehören. 3. Die Ausführungen des Antrags gelten für die Delegation als Direktiven. 4. Die Schweiz wird sich mit $1,05 \%$ oder etwas mehr an den Kosten beteiligen, was nach dem geschätzten Budget von $\$ 410^{\prime} 000$.und bei einem Kurs von 1,64 rund Fr. 7'060.- ausmachen wird. Dieser Betrag ist unter die Rubrik 201.493.08 "Administrative Kosten der Teilnahme der Schweiz an internationalen Konferenzen und Kommissionen" einzustellen. EIDGENOESSISCHES DEPARTEMENT FUER AUSWAERTIGE ANGELEGENHEITEN Pierre Aubert Zum Mitbericht an: - Militärdepartement - Finanz- und Zolldepartement Pretokollauszug an: - Departement für auswärtige Angelegenheiten (10 Exemplare), mit dazugehörender Voll- macht - Militärdepartement (3 Exemplare) - Finanz- und Zolldepartement (3 Exemplare) - Bundeskanzlei (zur Ausfertigung der Vollmachten)
null
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null
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GovDecisions
54,693
Nr. 10, Telegramm Nr. 123. Erklärung des Bundesrates zur rumänischen Umsiedlungspolitik. Elemente und Kommentare aus Budapester Sicht
47
Um den Bundesrat auf die vorgesehene Erklärung zur rumänischen Umsiedlungspolitik vorzubereiten, erörtert der Schweizer Botschafter in Budapest den Standpunkt Ungarns und die internationale Bedeutung des Konflikts um die ungarische Minderheit in Rumänien.
German
null
1988-09-05
1988-09-05
null
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Ungarn (Politik)
KSZE-Folgetreffen von Wien (1986–1989)|Minderheitenfragen|Rumänien (Politik)
Budapest
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Arad|Cluj-Napoca|Deutschland|Moskau|Rumänien|Siebenbürgen|Ungarn|Wien
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung I
Bundesrat|Kulturforum Budapest|Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa|Pravda|Ungarische Sozialistische Arbeiterpartei|Ungarn/Generalkonsulat in Cluj-Napoca|Ungarn/Parlament|Ungarn/Politbüro der Sozialistischen Arbeiterpartei|Ungarn/Regierung|Warschauer Pakt/Konsultativkomitee
Schweizerische Botschaft in Budapest
null
Staehelin Jenö
Wipfli Paul
Ceauceșcu Nicolae|Grósz Károly|Kádár János|Pardo Patrick|Szueroes Matyas
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null
Ungheria (Politica)
Questione delle minoranze|Riunione CSCE di Vienna (1986–1989)|Romania (Politica)
Budapest
null
Arad|Cluj-Napoca|Germania|Mosca|Romania|Transilvania|Ungheria|Vienna
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica I
Consiglio federale|Forum culturale di Budapest|Organizzazione per la sicurezza e la cooperazione in Europa|Partito Socialista Ungherese dei Lavoratori|Patto di Varsavia/Commissione consultiva|Pravda|Ungheria/Consolato generale in Cluj-Napoca|Ungheria/Governo|Ungheria/Parlamento|Ungheria/Politburo del Partito Socialista
Ambasciata svizzera a Budapest
null
Staehelin Jenö
Wipfli Paul
Ceauceșcu Nicolae|Grósz Károly|Kádár János|Pardo Patrick|Szueroes Matyas
null
null
Hongrie (Politique)
Conférence-bilan de la CSCE à Vienne (1986–1989)|Questions des minorités|Roumanie (Politique)
Budapest
null
Allemagne|Arad|Cluj-Napoca|Hongrie|Moscou|Roumanie|Transylvanie|Vienne
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique I
Conseil fédéral|Forum culturel à Budapest|Hongrie/Bureau politique du Parti Socialiste|Hongrie/Consulat général à Cluj-Napoca|Hongrie/Gouvernement|Hongrie/Parlement|Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe|Pacte de Varsovie/Comité Consultatif|Parti socialiste ouvrier hongrois|Pravda
Ambassade de Suisse à Budapest
null
Staehelin Jenö
Wipfli Paul
Ceauceșcu Nicolae|Grósz Károly|Kádár János|Pardo Patrick|Szueroes Matyas
null
null
Hungary (Politics)
CSCE follow-up meeting in Vienna (1986–1989)|Minority Issues|Romania (Politics)
Budapest
null
Arad|Cluj-Napoca|Germany|Hungary|Moscow|Romania|Transylvania|Vienna
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division I
Cultural Forum Budapest|Hungary/Consulate general in Cluj-Napoca|Hungary/Government|Hungary/Parliament|Organization for Security and Co-operation in Europe|Pravda|Swiss Federal Council|Warsaw Pact/Political committee
Swiss Embassy in Budapest
null
Staehelin Jenö
Wipfli Paul
Ceauceșcu Nicolae|Grósz Károly|Kádár János|Pardo Patrick|Szueroes Matyas
null
null
50,000
https://dodis.ch/54693
Politischer Bericht
Politischer Bericht, German
null
54000-54999/dodis-54693.pdf
original: SIN kopien : BRF BRE SRU PGF p. $A .27 .31 . B$ dudopest $\mathrm{P} . \mathrm{B} .50 . \mathrm{Re}(\mathrm{No})$ PR budapest, 05.09.1988, 08.00 h, u r g e n t 123 (1. teil) hnnnh P.B.Ne 10 fuer: politische abteilung i, botschafter j.c.a. staenelin euer nr. 101 erklaerung des bundesrates zur rumaenischen unsiedlungspolitik elemente und kommentare aus budapester sioht. 1. $z$ w e 1 f a c h e p r o b l e m a t i k. aus meiner sicht muss zwischen zwei fragenbereichen unterschieden werden: a. die vorgaenge in rumaenien an sich, bzw. die behandlung der minderheiten, die zu internationalem aufsenen gefuenrt nat. b. der konflikt, der wegen der rumaenischen minderheitenpolitik schon seit jahren zwischen ungarn und rumaenien schwelt, sich zunehmend vertieft und bereits auch internationale ausweitungen zeigt. es liegt auf der hand, dass eine erklaerung des bundesrates diesen zwei verschiedenen ebenen rechnung zu tragen hat und so zu fassen ist, dass sie nicht als parteinahme fuer das eine oder andere land verstanden wird. 2. d e r s t a n d p u n k t u n g a r n s. ueber die umstaende und entwicklungen der ungarisch-rumaenischen auseinandersetzungen um die frage der behandlung der minderheiten in rumaenien habe ich wiedernolt berichtet und auch diverse texte von offiziellen erklaerungen (partei, reglerung, parlament) uebermitteit, worin der ungarische standpunkt zum ausdruck kommt. als eine art zusammenfassung dieser verlautbarungen kann die erklaerung gelten, die parteisekretaer szueroes, hauptsprecher fuer die ungarische aussenpolitik, wenige tage vor dem am 26.8. in arad stattgefundenen treffen grosz - ceausescou, in der presse verbreitenliess. ich gebe nachstenend diese erklaerung auszugsweise im wortlauwieder, da ein hochgestellter beamter im hiesigen am mir gegenueber letzte woche, d.h. nach dem treffen von arad, diese erklaerung als nach wie vor gueltig und massgebend fuer die ungarische haltung bezeichnet hat. szueroes erklaerte: "unsere grundsaetzliche haitung bleibt unveraendert. wir sehen die ungaren, die jenseits unserer grenzen leben, als teil der ungarischen nation an. entsprechend fuenren wir unsere politik, diese spiegelt unsere Verantwortung fuer deren schicksal wider. wir bestreben uns, den nationaien zusammenhalt aller ungaren zu bewanren und zu staerken, und mithin auch die integritaet unserer nationalen vergangenheit. wir bemuehen uns deshalb auch, die zersplitterung der ungaren oder deren zwangsweise assimilation zu vernindern. wir haben uns fortwaehrend konstruktiv gezeigt. uns trifft keinerlei verantwortung fuer die verschlechterung der lage..... die juengsten massnahmen haben die stellung der nationalen minderheiten rumaeniens zusaetzlich verschlechtert. diese massnahmen umfassen ungarische familien- und ortsnamen, sowie die ankuendigung und inangriffnahme einer zerstoerungsaktion, die als ''umsiedlungsplan''bezeichnet wird. all dies alarmiert zutiefst sowohl die internationale wie auch namentlich die ungarische oeffentliche meinung. all dies beeintraechtigt zwangslaeufig die bilateralen bezienungen wie auch die internationale atmosphaere ...... wir setzen uns anhaltend fuer die friedliche beilegung der divergenzen und fuer gutnachbarliche zusammenarbeit ein. auch das ungarische parlament hat sich in diesem sinne ausgesprochen. unser ziel ist eine wohlmeinende inangriffnahme der probleme unter respektierung fundamentaler menschenrechte, wogegen wir auf rumaenischer seite zur zeit keinerlei entsprechende neigung erkennen koennen. wir hoffen jedoch, dass mit weltweitem beistandt die vernunft obsiegen wird. ${ }^{1}$ 3. d a s t r e f f e n g r o s z-c e a u s e s c o u i n a r a d ( r u m. ) v o m 28. s e p t e m b e r. wie mir der bereits erwaehnte gespraechspartner im niesigen am (x) darlegte, zeigte sich ceausescou in jenen fragen, die fuer ungarn von zentraler bedeutung sind (minderheiten und umsiediungspolitik, wiedereroeffnung des generalkonsulats in klausenburg/siebenbuergen, kulturpflege) voellig unflexibel. dass man uebereinkam, sich im naechsten jahr erneut zu treffen, um, wie es niess, die nationalitaetenfrage bilateral zu loesen, bedeutet fuer ungarn ein nichtssagendes trostpflaster. einmal mehr hat sich ceausescou fuer die ungarischen grundanliegen unansprechbar gezeigt. laut $x$ laesst das ergebnis dieses treffens ebensowenig eine entspannung im bilateralen verhaeltnis erwarten wie fruenere versuche, so namentlich das zweifache treffen zwischen kadar und ceausescou von 1977 und die verhandlungen auf parteisekretaersstufe von 1987. dass die rumaenische propaganda im nachhinein das treffen als einen sieg der rumaenischen sache hingestellt hat, wird im niesigen am fuer ein weiteres zeichen rumaenischer unflexibilitaet und fehlender bereitschaft zur loesung der divergenzen genalten. als unbefriedigend, weil allzu beschoenigend, bezeichnete $x$ ueberdies auch die in der prawda erschienenen kommentare zum treffen von arad. bemerkenswert ist uebrigens, was mir $x$ zum zustandekommen dieses treffens erklaerte. grosz selbst habe schon vor zwei monaten ceausescou ein solches vorgeschlagen, aber nie eine einladung erhalten. bewegung sei in die sache gekommen, als ceausescou seinerseits sich in moskau um einen besuchstermin bemuent habe. es sei ihm bei dieser gelegenheit zu verstehen gegeben worden, dass er sich zuvor auch einmal mit grosz treffen sollte. die art, wie die einladung an grosz schliesslich erfolgte, sei an der grenze des zumutbaren gewesen, das politbureau habe nierueber stundenlang beraten, der annahme aber schliesslich zugestimmt, weil man die gelegenheit zur foerderung des dialogs nicht verpassen und sich auch nicht dem vorwurf aussetzen wollte, ungarn selbst zeige sich an bilateralen verhandlungen nicht interessiert. nach den frueneren erfahrungen sei grosz indessen keineswegs mit nochgesteckten erwartungen nach arad gefahren. 4. die inter n atio nalen auswe it ungen des ungar is ch-r umaen is ch e n k onflikt s. die ungarischen bemuehungen, die grundfragen des ungarisch-rumaenischen konfliktes mit der im rahmen der ksize diskutierten 'menschlichen dimension' in verbindung zu bringen, und namentlich die juengern ungarischen interventionen zu diesem thema im rahmen der ksize-folgekonferenz darf ich als bekannt voraussetzen. sie sind nicht ohne folgen geblieben. ich erinnere an den eclat beim budapester kulturforum. aber auch die laufenden verhandlungen in wien sind hievon betroffen. der konflikt hat damit eine erhoehte relevanz erlangt, die auch unser land nicht gleichgueltig lassen kann, ungarn hat andererseits versucht, den konflikt bei der letzten session des beratenden politischen ausschusses der wapa anhaengig zu machen, und zwar in verbindung mit dem vorschlag zur einsetzung eines sonderausschusses fuer menschenrechte und humanitaere angelegenheiten. nach meinen informationen wurde ein entscheld auf die lange bank geschoben. das neueste element in der internationalisierung des konfliktes ist wohl im vorschlag zu erblicken, den rumaenien im sinne eines gegenzuges kuerzlich in den un eingebracht hat, mit dem ziele, dort die frage der verantwortlichkeit der staaten zur verhinderung nationalistischer propaganda zur diskussion zu stellen. 5. de r n a t i o n a i s t i s c h e z u g i n d e r ungarischen mind er heitenpolit ik so legitim die ungarischen besorgnisse und forderungen angesichts der vorgaenge und entwicklungen in rumaenien erscheinen moegen, wird man sich schweizerischerseits ueberlegen muessen, inwieweit das nationalitaetenkonzept, wie es der ungarischen politik zu grunde liegt (vergl. oben pt.2), voelkerrechtlich und aussenpolitisch vertretbar ist. man wird sich dabei vor augen halten muessen, dass es ungarn gelungen ist, mit den uebrigen nachbarlaendern, wo sich aehnliche probleme stellten wie in rumaenien, tragbare loesungen zu finden und das von ungarn verfolgte konzept von diesen nach allem, was ich festzustellen vermag, unangefochten blieb. rumaenien faehrt indessen fort, die ungarische nationalitaetenpolitik als blossen ausdruck revanchistischer und expansionistischer absichten zu denunzieren und traegt gerade dadurch bei, die stimmung in ungarn aufzureizen und entwicklungen vorschub zu leisten, die es der ungarischen fuehrung auf laenge erschweren koennten, den konflikt so unter kontrolle zu halten, wie dies zur zeit noch der fall ist. dass die rumaenische umstediungspolitik im kreise der westlichen laender zunehmende beachtung findet, empfindet man hier als eine erleichterung. und mit besonderem interesse verfolgt man das verstaerkte engagement der brd, fuer die die zustaende in rumaenien ebenfalls zu einer erhoehten belastung geworden sind. wipfli. ambasulsse
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original: SIN kopien : [ BR ] F BRE SRU PGF ## F' 41 2241 [1,] [ 0] [/] [Yee ] 52.ae [(] [Fte) ] PR [i/ ] [urgent ] budaPest, 05.09.1988, 08.00 [h, ] # 123 (1. teil) hhhhh ?.3 • [7] [ 57 ] tuer: [ Politische abteilung ] [ i. ] [ botschafter j.c.a. staehelin ] euer [nr. 101 ] erklaerung [des ] [bundesrates ] [zur ] [rumaenischen umsiedlungspolitlk ] elemente [und ] [kommentare ] [aus ] [budapester sicht. ] [aus meiner ] [slcht ] [problemati k. ] 1. [zweifache ] muss [zwischen zwei ] [fragenbereichen ] [unterschieden ] [werden: ] die [vorgaenge ] [in ] [rumaenien ] [an ] [sich, bzw. ] [die ] [behandlung ] [der ] minderheiten, die [zu ] [internationalem aufsehen gefuehrt ] [hat. ] der [konflikt, ] [der ] [wegen ] [der ] [rumaenischen minderheitenpolitik ] der schon seit [jahren ] [zwischen ] [ungarn ] [und ] [rumaenien schwelt, ] [sich ] zunehmend vertieft [und ] [bereits ] [auch ] [Internationale ] [ausweitun-] gen zeigt. es liegt auf [der hand, ] [dass eine ] [erktaerung ] [des ] [bunaesrates ] [diesen ] zwei verschiedenen ebenen [rechnung ] [zu tragen ] [hat ] [und ] [so ] [zu fassen ] ist, dass sie nicht als [parteinahme ] [fuer ] [das eine ] [oder ] [andere ] [land ] verstanden wird. 2. der [standpunkt ] [Ungarns. ] ueber die [umstaende ] [und ] [entwicklungen ] [der ] [ungarisch-rumaenischen ] auseinandersetzungen [um ] [die ] [frage ] [der ] [behandlung ] [der ] [minderheiten ] in rumaenien habe [ich wiederflott ] [berichtet ] [und ] [auch ] [diverse texte ] von offiziellen erklaerungen [ (parti, ] [ regierung, parlament) ueber- ] mittelt, worin der [ungarische ] [standpunkt ] [zum ] [ausdruck ] [kommt. ] [als ] eine art zusammenfassung [dieser ] [verlautbarungen ] [kann ] [die ] [erklaerung ] gelten, die [parteisekretaer szueroes, nauptsprecher ] [ tuer die ] [ungari-] sche aussenpolitik, wenige [tage vor dem ] [am ] [26.8. ] [in ] [arad stattgefun- ] denen treffen grosz [ceausescou, ] [in ] [ der presse ] [verbreitenliess. ] [ich ] gebe nachstehend [diese erklaerung ] [auszugsweise ] [im ] [wortlauwieder, ] [da ] ein [hochgestellter beamter ] [im ] [hiesigen ] [am mir ] [gegenueber ] letzte woche, d.h. nach [dem treffen ] [von ] [arad, ] [diese ] [erklaerung als ] nach wie vor gueltlg und [massgebend ] [tuer die ] [ungarische ] [haltung ] bezeichnet hat. [szueroes erklaerte: ] 05.09.1988 [1130 ] [-t- ] [mp ] - 2 "unsere grundsaetzliche haltung bleibt unveraendert. wir sehen [die ] ungaren, die jenseits unserer grenzen [.eben, als teil ] [der ] [ungarischen ] nation an. [entsprechend fuehren wir unsere potitik. diese ] [ spiegelt ] unsere verantwortung fuer deren schicksal [wider. ] [wir bestreben uns, ] den nationaten zusammenhalt [alter ] [ungaren zu ] [bewahren und zu ] [steer-] ken, und mitnin auch [die ] [integritact unserer nationalen vergangen-] neit. wir bemuehen uns desnalb auch, [die ] [zersplitterung ] [der ] [ungaren ] oder deren zwangsweise assimilation [zu verhindern. wir haben uns ] fortwaehrend konstruktiv gezeigt. uns trifft keinerlei verantwortung tuer die verschlechterung [der [age ] [ die ] [juengsten ] [mass- ] nahmen haben die stellung der [ nationalen minderheiten rumaeniens ] zusaetzlich verschlechtert. diese massnahmen umfassen ungarische familien- und ortsnamen, sowie die [ankuendigung und inanariffnanme ] einer zerstoerungsaktion, [die ] [als "umsiedlungsplan"Pezeicnnet wird. ] all dies [ alarmiert zutiefst sowohl ] [die ] [internatio- ] nale wie auch namentlich die [ungarische oeffenttiche meinung. ] [all ] dies [beeintraechtigt zwangslaeufig ] [die ] [bilateralen beziehungen wie ] such die [internationale atmosphaere ] [ wir setzen uns anhaltend ] fuer die friedliche beilegung [der ] [divergenzen und fuer gutnacnbar] [ -] liche zusammenarbeit ein. auch das ungarische parlament [hat ] [ sich ] [in ] diesem sinne ausgesprochen. unser ziel ist eine wohlmeinende [in- ] angriffnahme der probleme unter respektlerung fundamentaler menschenrechte, wogegen wir auf rumaenischer seite zur zeit keinerlei entsprechende neigung erkennen koennen. wir hoffen jedoch, dass mit weltweitem beistandt die vernunft obsiegen wird." 3. das treffen [grosz-ceausesco u ] i n arad ( r u m. ) vom 2 8. [septembe r. ] wie mir der [bereits erwaehnte gespraechspartner im hiesigen ] [am ] [(x) ] darlegte, zeigte sich ceausescou [in ] jenen fragen, [die ] [fuer ungarn ] von zentraler bedeutung [sind (minderheiten ] [und ] [umsiedtungspolitik], wiedereroeffnung des [generalkonsulats ] [in ] [klausenburg/siebenDuergen] [, ] kulturpflege) voettig unflexibel. [dass ] [man ] [uebereinkam, ] [sich im ] naechsten jahr erneut zu treffen, [um, ] [wie ] [es ] [hiess, ] [die ] [nationati-] taetenfrage bilateral [zu toesen, bedeutet fuer ungarn ein nicnts-] sagendes trostpflaster. einmal mehr [hat ] [ sich ceausescou ] [ tuer ] [ die ] ungarischen grundanliegen [unansprechbar gezeigt. ] [taut ] [x laesst ] [das ] ergebnis dieses treffens [ebensowenig ] [eine entspannung im bilatera-] ten verhaeltnis [erwarten wie fruenere versuche, ] [so ] [namentlich ] [das ] zweifache treffen zwischen kadar [und ] [ceausescou ] [von ] [1977 ] [und die ] verhandlungen [auf parteisekretaersstufe ] [von ] [1987. ] [dass ] [die ] [ru-] maenische [ propaganda ] [ im nachhinein das treffen als einen sieg ] [der ] rumaenischen sache [hingestellt ] [hat, ] [wird ] [im hiesigen ] [am ] [fuer ] [ein ] weiteres [zeichen rumaenischer unflexibilitaet ] [und ] [ fehlender ] [ be-] reitschaft zur loesung [der ] [divergenzen ] [ genalten. als unbefriedi-] gend, welt allzu beschoenigend, [bezeichnete x ueberdies auch ] [die ] in der prawda [erschienenen kommentare zum treffen ] [von ] [arad. ] bemerkenswert ist uebrigens, [was ] [mir ] [x ] [zum zustandekommen dieses ] treffens erklaerte. grosz selbst habe schon vor zwei monaten ceausescou ein solches vorgeschlagen, [aber nie ] [eine einladung ] erhalten. bewegung sei in die sache [gekommen, als ceausescou ] seinerseits sich in moskau [um ] [einen besuchstermin bemueht ] [habe. ] es [sei ihm bei dieser gelegenhelt zu verstehen gegeben ] [worden, ] dass er sich zuvor auch einmal [mit ] [grosz treffen sollte. ] [die art, ] wie die einladung an grosz [schliesslich erfolgte, sei ] [an der ] [grenze ] des [zumutbaren gewesen. das politbureau habe hierueber stundenlang ] beraten, der annanme aber schliesslich [zugestimmt, weil.man ] [die ] [ge-] legenheit zur foerderung des dialogs nicnt [verpassen ] [und ] [sich auch ] nicht dem vorwurf aussetzen wollte, ungarn selbst zeige sich [an ] bilateralen vernandlungen nicht interessiert. [ nach ] [den ] [frueheren ] erfahrungen sei grosz indessen keineswegs mit [hochgesteckten er-] wartungen nach arad gefahren. 3 die internationalen ausweitun gen des ungarisch-rumaenischen konflikts. die ungarischen bemuehungen, die grundfragen des ungarisch-rumaenischen konfliktes mit der im rahmen der ksze [diskutierten ] "menschlichen dimension" in verbindung zu bringen, [und ] namentlich die juengern ungarischen interventionen zu diesem theme im rahmen der ksze-folgekonferenz darf ich als [bekannt ] voraussetzen. sie sind nicht ohne folgen geblieben. [ich ] [erinnere ] an den ectat beim budapester kulturforum. [aber aucn die laufenden ] vernandlungen in wien sind nievon betroffen. der konflikt [hat ] damit eine erhoehte relevanz erlangt, die [auch ] [unser land nicht ] gleichgueltig Lassen kann, ungarn hat andererseits versucht, [den ] konflikt bei der letzten session des [beratenden politischen aus-] schusses der waPa anhaengig [zu machen, ] [und ] [zwar ] [in verbindung mit ] dem vorschlag zur einsetzung eines [sonderausschusses fuer menschen-] rechte [und humanitaere angelegenheiien. ] [nach meinen Informationen ] wurde ein entscheid auf die Lange bank gescnoben. das neueste element [in der internationalisierung des konfliktes ] ist wohl [im ] vorschlag [zu ] [erblicken, ] [den rumaenien ] [im sinne eines ] gegenzuges kuerzlich in den un [eingebracht ] [hat, mit ] [dem ] [ziele, ] dort die frage [der verantwortlichkeit der staaten ] [zur ] [verhinderung ] nationalistischer propaganda zur [diskussion ] [zu ] [stellen. ] der [nationalistische ] [zug ] [in ] [der ] ungarischen [minderheitenpolitik ] so legitim die [ungarischen ] [besorgnisse ] [und forderungen angesichts ] der vorgaenge und entwicklungen in rumaenien erscheinen moegen, wird man sich [schweizerischerseits ueberlegen muessen, ] [inwieweit ] [das ] nationalitaetenkonzept, wie [es der ungarischen politik ] [zu ] [grunde ] Liegt (vergl. oben pt.2), voelkerrechtlich [und aussenpolitisch ver-] tretbar ist. man [wird ] [sich ] [dabei ] [vor ] [augen halten mueSsen, ] [dass ] es [ ungern ] [gelungen ] [ist, mit den uebrigen nachbarlaendern, ] [wo ] [sicn ] aehnliche probleme stellten [wie ] [in rumaenien, ] [tragbare besungen zu ] finden und [das ] [von ungarn verfolgte konzept von ] [diesen nach ] [allem, ] was [ich ] [festzustellen ] [vermag, unangefochten ] [blieb. ] rumaenien faehrt indessen fort, die ungarische nationalitaetenpolitik als blossen ausdruck revanchistischer und expansionistischer absicnten zu denunzieren und traegt gerade dadurch bei, die stimmung in ungarn aufzureizen und entwicklungen vorschub zu leisten, die es der ungarischen [fuehrung ] [auf ] [laenge erschweren koennten, ] den konflikt so unter kontrolle zu halten, wie dies zur zeit noch der fall [ist. ] [dass ] [die rumaenische umsiedlungspolitik ] [im kreise ] [der ] westlichen laehder [zunehmende ] [beachtung ] [findet, ] [empfindet ] [man hier ] als eine erleichterung. und mit besonderem interesse verfolgt [man ] das verstaerkte [engagement der brd, fuer die die zustaende in ru-] maenien ebenfalls zu einer [erhoehten belastung geworden ] [sind. ] wiPfli. a MbaSUiSSe
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Reports/Studies
40,718
Auswirkungen der Erdölpreiserhöhung vom 1.10.1975
28
Die jüngsten Erdölpreiserhöhungen werden die verschiedenen Staatengruppen unterschiedlich stark betreffen. Die Auswirkungen auf die Schweiz werden als minim erachtet. Die OPEC bekundet allerdings Mühe, den Preisbeschluss in vollem Unfang durchzusetzen.
German
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1975-10-31
1975-10-31
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Ölkrise (1973–1974)
Energie und Rohstoffe|Erdöl und Erdgas
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Abu Dhabi (Emirat)|Algerien|Deutschland|Entwicklungsländer|Indonesien|Iran|Japan|Katar|Kuwait|Libyen|Nigeria|Venezuela|Vereinigtes Königreich
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Internationale Energieagentur|Organisation erdölexportierender Länder|Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung V/Finanz- und Wirtschaftsdienst
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Kündig Gregor
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Kündig Gregor
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Crisi petrolifera (1973–1974)
Energia e materie prime|Petrolio e gas naturale
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Abu Dhabi (Emirato)|Algeria|Germania|Giappone|Indonesia|Iran|Kuwait|Libia|Nigeria|Paesi in via di sviluppo|Qatar|Regno Unito|Venezuela
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Agenzia internazionale dell'energia|Organizzazione dei paesi esportatori di petrolio|Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica V/Servizio economico e finanziario
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Kündig Gregor
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Crise pétrolière (1973–1974)
Énergie et matières premières|Pétrole et gaz naturel
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Abou Dabi (Émirat)|Algérie|Allemagne|Indonésie|Iran|Japon|Koweït|Libye|Nigeria|Pays en voie de développement|Qatar|Royaume-Uni|Venezuela
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Agence internationale de l'énergie|Organisation de coopération et de développement économiques|Organisation des pays exportateurs de pétrole
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique V/Service économique et financier
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Kündig Gregor
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Kündig Gregor
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Oil Crisis (1973–1974)
Crude oil and natural gas|Energy and raw materials
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Abu Dhabi (Emirate)|Algeria|Developing countries|Germany|Indonesia|Iran|Kuwait|Libya|Nigeria|Nippon|Qatar|United Kingdom
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International Energy Agency|Organisation for Economic Co-operation and Development|Organization of Petroleum Exporting Countries
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division V/Economic and Financial Service
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Kündig Gregor
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Kündig Gregor
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40,000
https://dodis.ch/40718
Aktennotiz / Notiz
German, Kündig Gregor, Aktennotiz / Notiz
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40000-40999/dodis-40718.pdf
Finanz- und Wirtschaftsdienst s.C.41.103.3.(21) - KI/sc 3003 Bern, den 31. Oktober 1975 Auswirkungen der Erdölpreiserhöhung vom 1. Oktober 1975 Im Anschluss an eine Ministerkonferenz kündigte die OPEC am 27. September 1975 eine Preiserhöhung des Erdöls von $10 \%$, berechnet auf dem sogenannten "arabian light crude", an. Die Preiserhöhung trat auf den 1. Oktober 1975 in Kraft und bringt das Fass "arabian light" von $\$ 10.46$ auf $\$ 11.51$. Der neue Preis gilt bis 30. Juni 1976. In diesem Zeitpunkt soll er neu überprüft werden. # 1. Internationale Auswirkungen Nach der Preiserhöhung vom Oktober 1973 mag dieser Schritt der OPEC relativ wenig Aufsehen erregen. Es gilt jedoch zu bedenken, dass diese neue Erhöhung nur vor vier Jahren noch fast eine Verdoppelung des damaligen Preises bedeutet hätte. Nimmt man eine komplette Befolgung des Preisbeschlusses der OPEC an, so müssten nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur ihre Mitgliedländer im kommenden Jahr insgesamt etwa 8,5 Mia $\$$ zusätzlich für das Erdöl ausgeben, während sich die gleiche Zahl für die ganze OECD auf beinahe 10 Mia $\$$ belaufen würde. Auf der anderen Seite lägen die zusätzlichen Einnahmen der OPEC bei etwa 11 Mia $\$$. Entsprechend müssten auch die Zahlungsbilanzaussichten für 1976 revidiert werden. Für die Schwachwährungsländer der Internationalen Energieagentur (IEA) handelt es sich praktisch um die zweite Erhöhung, die seit kurzem zusätzlich auf ihnen lastet. Die erste erfolgte nämlich als Resultat der tieferen Bewertung ihrer Währungen gegenüber dem Dollar. So erhöhten sich während dem dritten Quartal dieses Jahres die Importrechnungen Grossbritanniens um $9 \%$, der Bundesrepublik um 8,2\% und Japans um $1,8 \%$. Die Schweiz wurde von dieser Entwicklung nicht betroffen. Die mittleren inflatorischen Auswirkungen in den OECDLändern dürften etwa bei $0,25 \%$ liegen, immer unter der Annahme, dass die $10 \%$-Erhöhung voll wirksam wird und dass die Importpreise sich auf die Inlandpreise durchschlagen können. Am schwerwiegendaten werden die Auswirkungen wiederum bei den Ländern der "Vierten Welt" sein. Ihre zusätzlichen Aufwendungen dürften 1 Mia $\varnothing$ übersteigen, womit ihre Oelrechnung im Jahre 1976 über 15 Mia $\varnothing$ betragen wird. Betrugen die Zahlungsbilanzdefizite der nicht erd8lexportierenden Entwicklungsländer 1973 noch 5 Mia $\varnothing$, so werden sie dieses Jahr wahrscheinlich schon bei 22,5 Mia $\varnothing$ liegen. Es hat denn auch nicht an heftigen Reaktionen aus diesem Lager auf die neue Ankündigung der OPEC gemangelt. Bekanntlich haben jedoch nicht alle Mitgliedländer dem Beschluss der OPEC in vollem Umfang nachgelebt. Offensichtlich zweifelten doch einige dieser Länder an der Tragfähigkeit des Marktes. Auch konnten bisher die Abstufungen zum Grundpreis des "arabian light" nicht festgelegt werden. Diese Abstufungen, sogenannte Differentiale, sollten den Unterschieden in Qualität und Transportkosten Rechnung tragen. Die jüngsten Kontakte zwischen einigen Golfstaaten in dieser Frage haben jedoch zu keinem Erfolg geführt. Es ist noch zu früh, bereits einen Ueberblick über die tatsächlich durchgeführten Preiserhöhungen zu geben. Im einzelnen sind über die wichtigeren Erdölproduzenten folgende Angaben erhältlich: Saudi Arabien wendet das neue, zeitlich begrenzte Differentialsystem auf drei Sorten Erdöl an, das es mit anderen Golfstaaten vereinbaren will. Daraus resultiert für diese Sorten eine Erhöhung von weniger als $10 \%$, während das "arabian light" genau $10 \%$ teurer verkauft wird. Auch Iran berechnet für die leichte Qualität weniger als $10 \%$, während die schwerere Qualität mit den vollen $10 \%$ belastet wird. Kuwait hält sich an die lo-prozentige Erhöhung. Katar und Abu Dhabi passten ihre Differentiale nach unten an. Nigeria folgte ebenfalls diesem Beispiel. Libyen lässt sich angeblich weiterhin von den Marktkonditionen "leiten". Aehnliches gilt auch von Algerien, Indonesien und Venezuela, das nach der Uebernahme der Erdölindustrie bereit ist, den ausländischen Gesellschaften, die weiterhin die Operationen leiten, eine höhere Gebühr zu bezahlen, als dies im Golf üblich war. Dieser Ueberblick bleibt fragmentarisch, zeigt aber, welch grosse Mühe die OPEC hat, den am grünen Tisch gefassten Preisbeschluss auch in vollem Umfange durchzusetzen. In diesem Sinne werden natürlich auch die oben erwähnten, von der Internationalen Energieagentur angestellten Berechnungen relativiert. 2. Auswirkungen auf die Schweiz Ein Blick zurück zeigt, dass die Nachfrage sich in der Schweiz stabilisiert hat. War noch 1974 gegenüber 1973 eine Absatzeinbusse im Erdölbereich von $11 \%$ zu verzeichnen, so hat der Verkauf der wichtigsten Erdölprodukte in den ersten acht Monaten dieses Jahres verglichen mit der Vorjahresperiode lediglich um 1,5 \% abgenommen. Nach Auskunft der Erdölwirtschaft ist die Versorgungslage in der Schweiz gegenwärtig normal. Die Raffinierien sind nicht voll ausgefastet. Die Beschaffung stellt keine Probleme dar. Auf dieser Grundlage ist damit zu rechnen, dass das neue, teurere Oel erst etwa zwei bis drei Monate nach dem Preisaufschlag in der Schweiz eintreffen wird. Erst ab diesem Zeitpunkt könnte sich die Verteuerung auswirken. Von den Sachverständigen werden aber diese Auswirkungen als minim eingeschätzt. Sie werden weitgehend durch den Markt überdeckt. Dieser zeigt gegen Winter regelmässig eine Nachfragezunahme beim Heizöl und damit eine Verteuerung, während beim Benzin das Gegenteil der Fall ist. Bedeutend für die künftige Preisgestaltung ist natürlich auch die Entwicklung der Wechselkurse, wobei die Schweiz voraussichtlich nicht besonders berührt wird. Theoretische Berechnungen der "Erdölvereinigung" haben eine Preiserhöhung beim Benzin von 1,17 Rappen je Liter und beim Heizöl von Fr. 2.- je 100 kg ergeben. Die daraus resultierende jährliche Mehrbelastung unserer Handelsbilanz von 265 Mio Franken würde sich jedoch nur in bescheidenem Masse auf den für das laufende und das nächste Jahr vorgesehenen Zahlungsbilanzüberschuss unseres Landes auswirken. Diese Berechnungen stellen auf eine integrale Preiserhöhung des Erdöls von $10 \%$ ab und berücksichtigen weitere Faktoren wie Transport-, Lager- und Raffinagelosten, die eventuell ausgleichend wirken können, nicht.
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Notes/Internal
31,461
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21
Während es einen reichlich fliessenden Strom kultureller tschechoslowakischer "Exporte" nach der Schweiz gibt, tritt diese, als praktisch einziges westliches Land, in der CSSR kaum in Erscheinung. Die "Pro Helvetia" sollte ihre Aktivitäten besser mit den diplomatischen Stellen koordinieren.
German
1966-01-01
1966-02-26
1966-02-26
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Tschechoslowakei (Andere)
Kulturelle Beziehungen|Ost-West-Handel (1945–1990)|Tschechoslowakei (Allgemein)
Prag
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Ostblockstaaten|Prag|Tschechoslowakei
EDA/Direktion für internationale Organisationen
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion|EPD/Politische Direktion/Politischer Dienst Ost|Schweizerische Botschaft in Prag|Stiftung Pro Helvetia
Schweizerische Botschaft in Prag
EPD/Politische Direktion/Politischer Dienst Ost
Burckhardt Jakob
Parodi André
Erni Hans|Mossaz Lucien|Postolka Milan|Reiner Karel|Reverdin Olivier|Soucek Rudolf|Stettler Michael|Wahlen Friedrich Traugott
Vogelbacher Marcel
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Cecoslovacchia (Altro)
Cecoslovacchia (Generale)|Commercio Est-Ovest (1945–1990)|Relazioni culturali
Praga
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Cecoslovacchia|Paesi dell'Est|Praga
DFAE/Direzione delle organizzazioni internazionali
Ambasciata svizzera a Praga|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica|DPF/Direzione politica/Servizio politico est|Fondazione Pro Helvetia
Ambasciata svizzera a Praga
DPF/Direzione politica/Servizio politico est
Burckhardt Jakob
Parodi André
Erni Hans|Mossaz Lucien|Postolka Milan|Reiner Karel|Reverdin Olivier|Soucek Rudolf|Stettler Michael|Wahlen Friedrich Traugott
Vogelbacher Marcel
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Tchécoslovaquie (Autres)
Commerce Est-Ouest (1945–1990)|Relations culturelles|Tchécoslovaquie (Général)
Prague
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Pays communistes d'Europe|Prague|Tchécoslovaquie
DFAE/Direction des organisations internationales
Ambassade de Suisse à Prague|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique|DPF/Direction politique/Service politique est|Fondation Pro Helvetia
Ambassade de Suisse à Prague
DPF/Direction politique/Service politique est
Burckhardt Jakob
Parodi André
Erni Hans|Mossaz Lucien|Postolka Milan|Reiner Karel|Reverdin Olivier|Soucek Rudolf|Stettler Michael|Wahlen Friedrich Traugott
Vogelbacher Marcel
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Czechoslovakia (Others)
Cultural relations|Czechoslovakia (General)|East-West-Trade (1945–1990)
Prague
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Czechoslovakia|Eastern Bloc states|Prague
FDFA/Directorate of International Organizations
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs|Pro Helvetia Foundation|Swiss Embassy in Prague
Swiss Embassy in Prague
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Burckhardt Jakob
Parodi André
Erni Hans|Mossaz Lucien|Postolka Milan|Reiner Karel|Reverdin Olivier|Soucek Rudolf|Stettler Michael|Wahlen Friedrich Traugott
Vogelbacher Marcel
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30,000
https://dodis.ch/31461
Schreiben
Schreiben, German, Vogelbacher Marcel
null
31000-31999/dodis-31461.pdf
Kopie für die Abteilung für Politische Angelegenheiten, Sektion Ost, des Eidg. Politischen Departements, Bern. Prag, den 26. Februar 1966 643.0 - Vo/lp ad o.317. - MK/sta An die Abteilung für internationale Organisationen des Eidg. Politischen Departements | Nr. | HR | | | | | | | | | /s | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Datum | 2.3 | | | | | | | | | | | 1/20 | | | | | | | | | | | | EPD | | | | | | | | | | | | -5.3.66 | | | | | | | | | | | | 11 | | | | | | | | | | | | 15 | | | | | | | | | | | | 15.44. R. (74) | | | | | | | | | | | Herr Minister, Ihr Schreiben vom 22. d.M. betreffend die Einladung der Pro Helvetia an zwei tschechoslowakische Vertreter des Musiklebens gibt mir Anlass, die Frage der schweizerisch-tschechoslowakischen Kulturbeziehungen in grundsätzlicher Weise wieder aufzunehmen. Ich gehe dabei von der Situation aus, wie sie durch die dringenden Weisungen der Politischen Angelegenheiten vom 20. September 1965 im Zusammenhang mit der beabsichtigten Durchführung einer schweizerischen Filmwoche in Prag geschaffen wurde. Diese stützten sich auf die Ueberlegung, wonach eine normale Entwicklung auf dem kulturellen Sektor eine vorgängige Lösung der hängigen Entschädigungsforderungen auf dem Nationalisierungssektor voraussetze. Auf Grund dieser Weisungen habe ich in der Folge logischerweise nicht nur auf die Durchführung der Filmwoche, sondern auch auf die musikalisch-literarische Soirée und auf die Weiterführung der Bemühungen für die Durchführung einer schweizerischen wissenschaftlichen Buchausstellung in Prag verzichtet. Seither beschränkte sich die Tätigkeit der Botschaft auf kulturellen Gebiet auf bloss routinemässige Angelegenheiten. Die zurückhaltende Politik auf kulturellen Gebiet hat ihren Niederschlag folgerichtig darin gefunden, dass die Schweiz, jedermann sichtbar, praktisch das einzige Land unter den westlichen auch den neutralen - Staaten ist, das, soweit damit eine offizielle Beteiligung verbunden ist, in der CSSR nicht in Erscheinung tritt. Unabhängig von der departementalen Politik entwickelt die Stiftung Pro Helvetia jedoch inbezug auf die CSSR ihre eigene Tätigkeit, wie Ihnen u.a. aus der Ihnen überlassenen Kopie meines Schreibens vom 7. Januar 1966 an die Pro Helvetia bekannt ist, und auf die Sie mit Brief vom 22. d.M. zurückkommen. In die- sem Fall (Einladung an zwei Vertreter des tschechischen Musiklebens) geht die Tätigkeit der Pro Helvetia - wenn auch im Einklang mit dem in der Antwort Bundesrat Wahlens auf die Interpellation Reverdin vom 22. März 1962 umschriebenen Reziprozitätsgedanken - in Richtung des ohnehin reichlich fliessenden Stroms kultureller tschechoslowakischer "Exporte" nach der Schweiz. Es wirkt nun aber einigermassen paradox, dass die Botschaft auf Grund Ihrer Richtlinien - wenigstens bis auf weiteres - über das rein routinemässige hinaus auf eine eigentliche Propagierung schweizerischen Kulturschaffens in der hiefür heute ebenfalls empfänglichen CSSR zu verzichten gehalten ist, anderseits aber ausgerechnet ihre Dienste für die Weiterführung des kulturellen Einbahnverkehrs nach der Schweiz zur Verfügung stellen soll, wobei ihr im konkreten Fall praktisch nicht einmal die Mitwirkung bei der Auswahl der nach der Schweiz einzuladenden Persönlichkeiten eingeräumt wird. Aus diesem Grunde wurde der Pro Helvetia mit Brief vom 7. Januar mitgeteilt, die Botschaft möchte davon absehen, als offizielle Ueberbringerin der Einladung an die Herren Reiner und Postolka aufzutreten. Die Direktiven vom 20. September 1965 über die gegenüber der CSSR zu befolgende Politik auf kulturellen Gebiet sollten sich naturgemäss auch auf die Tätigkeit der Pro Helvetia erstrecken. Dies scheint in der Praxis jedoch nicht der Fall zu sein. Beweis dafür ist ein Schreiben der Pro Helvetia vom 18. Februar, das mir mit Kurier vom 22. d.M. zugegangen ist. Ich gebe Ihnen nachstehend den Inhalt dieses Schreibens im Wortlaut wieder: "Der Tschechoslowakische Botschafter in der Schweiz, S. Exo. Rudolf Soucek, hat dem Präsidenten unserer Stiftung, Herrn Dr. Michael Stettler, kürzlich den Plan unterbreitet, in Prag eine Ausstellung von Werken Hans Ernis zu organisieren. Pro Helvetia wäre im Prinzip bereit, auf ein solches Projekt einzutreten. Wir haben mit Herrn Erni Kontakt aufgenommen, um abzuklären, wie er sich zu diesem Plan stellt, und ob er allenfalls noch weitere Ausstellungsmöglichkeiten in Ostländern wahrnehmen möchte. Sobald seine Antwort vorliegt, werden wir Sie informieren. Wir wären Ihnen jedoch dankbar, wenn Sie uns Ihrerseits mitteilten, wie Sie von Prag aus gesehen die Situation für ein solches Unternehmen beurteilen, und ob Sie den Zeitpunkt für günstig halten." Für die Durchführung einer Erni-Ausstellung habe ich bereits im November 1964 die Initiative ergriffen (vgl. mein diesbezügliches Schreiben an Ihre Abteilung vom 25.11.1964). Sie haben mir damals mit Brief vom 9. Dezember die seitens der Pro Helvetia dargelegten Gründe, weshalb eine Ausstellung der Werke Ernis in der CSSR vorl8ufig nicht in Betracht gezogen werden könne, mitgeteilt. Sie waren durchaus einleuchtend. Es wäre nun sehr sonderbar, wenn die gleiche Ausstellung - ganz abgesehen davon, dass sie zur Zeit aus dem Rahmen Ihrer kulturellen Konzeption fillt - früher oder später ausgerechnet auf Initiative des tschechoslowakischen Botschafters in Bern realisiert werden sollte. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch auf meinen grunds8tzlichen Bericht vom 8. April 1963 uber die kulturellen Beziehungen zwischen der Schweiz und der CSSR, namentlich auf meine Ausführungen auf Seite 10, hinweisen. Die dort geschilderten Unzul3nglichkeiten, die sich daraus ergeben, dass im gegenseitigen Kulturaustausch die Auswahl der nach der CSSR eingeladenen Vertreter schweizerischen Kulturschaffens in der Praxis, wenn nicht kontrolliert, weitgehend durch die tschechoslowakischen Stellen auf Grund ihrer dafür angewandten Kriterien erfolgen, sind auch heute noch vollauf gültig. Bs wird Ihnen dabei auch das Vorgehen der Pro Helvetia - sowohl inbezug auf die Einladung an Vertreter des tschechischen Fusiklebens wie auch die Erni-Ausstellung nicht entgangen sein. Die Pro Helvetia setzte sich zuerst mit Herrn Erni in Verbindung, um zu erfahren, wie er sich zum Plan einer Ausstellung verhalte, und erst in zweiter Linie wird die Botschaft angefragt, wie sie von Prag aus gesehen die Situation für ein solches Unternehmen beurteile und ob sie den Zeitpunkt für günstig halte. Bs ist mir nicht bekannt, ob Sie seitens der Pro Helvetia uber ihr Vorhaben betreffend eine Erni-Ausstellung unterrichtet bzw. konsultiert wurden, nachdem ich der genannten Stiftung in meinem Brief vom 7. Januar 1965 empfohlen hatte, sich in Angelegenheiten die CSSR betreffend, jeweils vorgängig an Sie zu wenden, um dadurch eine, allerdings nicht beim Namea genannte, Koordination auch mit Ihrer Abteilung zu gewährleisten. Auf Grund der vorstehenden Ausführung möchte ich Sie bitten, die vorläufige Regelung auf dem Gebiete des Kulturaustausches betreffend die CSSR mit der Tätigkeit der Pro Helvetia abzustimmen. Die Koordination mit der Tätigkeit der Pro Helvetia wird allerdings dann ihre besondere Bedeutung erlangen, wenn sich die Weisungen vom 20. September 1965 eines Tages als nicht mehr aktuell erweisen sollten. Ich versichere Sie, Herr Minister, meiner vorzüglichen Hochachtung. Der Schweizerische Botschafter: Kopie dieses Schreibens ging an die Abt. für Politische Angelegenheiten, Sektion Ost ![img-0.jpeg](img-0.jpeg)
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Correspondence
10,691
Emeutes algériennes en Kabylie algérienne
42
Compte rendu du soulévement en Algérie et de la répression, notamment à Sétif
French
1945-01-01
1945-05-15
1945-05-15
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Algerien (Allgemein)
Algerien (Politik)|Frankreich (Allgemein)|Kolonisation und Dekolonisation
Algier
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Algerien|Amerika|Constantine|Deutsches Reich|Europa|Guelma|Kabylie|Kabylie des Babors|Nordafrika|Sétif|Tunesien
EPD/Abteilung für Auswärtiges
Algérie/Gouvernement général
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Stucki Carl Theodor|Stucki Walter Otto|Wagnière Jean Frédéric
Arber Jules
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Arber Jules
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Algeria (Generale)
Algeria (Politica)|Colonizzazione e decolonizzazione|Francia (Generale)
Algeri
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Algeria|America|Constantine|Europa|Guelma|Kabylie|Kabylie des Babors|Nordafrica|Reame tedesco|Sétif|Tunisia
DPF/Divisione degli Affari esteri
Algérie/Gouvernement général
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Stucki Carl Theodor|Stucki Walter Otto|Wagnière Jean Frédéric
Arber Jules
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Arber Jules
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Algérie (Général)
Algérie (Politique)|Colonisation et décolonisation|France (Général)
Alger
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Afrique du Nord|Algérie|Amérique|Constantine|Europe|Guelma|Kabylie|Kabylie des Babors|Reich allemand|Sétif|Tunisie
DPF/Division des affaires étrangères
Algérie/Gouvernement général
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Stucki Carl Theodor|Stucki Walter Otto|Wagnière Jean Frédéric
Arber Jules
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Arber Jules
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Algeria (General)
Algeria (Politics)|Colonization and Decolonization|France (General)
Algiers
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Algeria|America|Constantine|Europe|German Realm|Guelma|Kabylie|Kabylie des Babors|Sétif|Tunesia
Division des Affaires étrangères du Département politique fédéral
Algérie/Gouvernement général
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Stucki Carl Theodor|Stucki Walter Otto|Wagnière Jean Frédéric
Arber Jules
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Arber Jules
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10,000
https://dodis.ch/10691
Bericht
French, Bericht, Arber Jules
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10000-10999/dodis-10691.pdf
![img-0.jpeg](img-0.jpeg) # -5. JUIN 1945 ALGER, le ...I5 mai I945 ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) Le télégraphe et la radio vous auront sans doute brièvement appris les émeutes sanglantes fomentées par d'importants groupes d'Indigènes kabyles, dans la "Kabylie des Baborz" du Département de Constantine, notamment à Sétif. Vous trouverez sous ce pli deux coupures de "l'Echo d'Alger" et de "La Dépêche Algérienne", qui relatont les incidents tragiques dont s'agit. Ces révélations sont d'inspiration officielle et taisent évidemment moult faits plus ou moins graves ou mystérieux. Nombreuses furent les rumeurs, étranges ou contradictoires, qui, durant ces derniers jours, circulèrent dans toute l'Algérie et provoquèrent une grosse émotion et même beaucoup d'angoisse, surtout parmi les Juifs (ennemis héréditaires des Kabyles et Arabes), les Colons européens isolés et les populations européennes, en général. Beaucoup de ces derniers crurent à un soulèvement organisé et déclenché partout à la fois. Il n'en fut heureusement rien. Les quelques attaques de Sétif, de Guelma et d'autres lieux, qui se déroulèrent le 8 mai, coutèrent, répète-t-on, une cinquantaine de vies européennes, et furent assez rapidement maitrisées par une répression militaire et policière particulièrement violente. Des troupes furent déplacées en avion; et les mitrailleuses crachèrent avidement du ciel et de terre; on parle de plusieurs milliers de morts et blessés parmi les Indigènes ; A la Division des Affaires Etrangères du Département politique fédéral ![img-2.jpeg](img-2.jpeg) c'est cependant sous toute réserve que je vous donne cette information, incontrôlable pour le monent, me réservant de revenir sur les causes et le bilan de ces émeutes dès que je posséderai des informations plus précises. Les causes n'en sont pas encore bien connues; les communistes sont assez facilement accusés; ils se défendent habilement. L'enquête établira peut-être les responsabilités. Mais d'ores et déjà, il semble établi que les meneurs d'émeutes n'ont pas eu de peine à exploiter le grand méconter:tozent des Indigènes des contrées dont s'agit, qui ont tout particulièrement à se plaindre d'un ravitaillement par trop indigent et dont, par surcroft, l'organisation laisse toujours plus à désirer. Depuis quelques six ans, la sécheresse se renouvelle chaque année plus intensément en Algérie en particulier, et en Afrique du Nord en général. Les prochaines moissons seront plus déficitaires que jamais; les légumes manquent déjà et la ration de pain n'est que de 300 gr.; c'est absolument insuffisant pour des gens qui en font, comme les Arabes et Kabyles, leur principale nourriture. L'ordre est rétabli. Mais il est à craindre que de nouvelles émeutes éclatent derechef par ailleurs si le ravitaillement des grandes masses algériennes ne peut être sensiblement amélioré au cours de ces prochains mois; or, il convient de souligner que la plupart des membres de ces grandes masses ne s'appliquent pas ou peu - soit par leur volonté bien arrêtée de travailler le moins possible ou pas du tout, soit par leurs méthodes ancestrales et leur rendement insuffisant - à contribuer à améliorer eux-mêmes leur sort ou à faciliter la tâche du Gouvernement Général. D'autre part, on sait que beaucoup d'entr'eux disposent désormais d'armes automatiques et autres, volées ou achetées aux Allemands en Tunisie et aussi aux Américains en Algérie... Veuillez agréer, Monsieur le Ministre, les assurances de ma haute considération. 2 annexes Le Consul de Suisse,
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Reports/Studies
67,248
No 746. Conclusion d'un premier Accord de rééchelonnement de dettes avec la République du Kenya
38
Le projet d'accord et de protocole concernant le rééchelonnement de dettes kenyanes est approuvé au sens d'instructions pour les négociations. Le taux d'intérêt afférent au montant à consolider sera fixé conformément aux conditions du marché du moment. Également: Proposition du DFEP du 14.4.1994 (annexe).
French
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1994-05-04
1994-05-04
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Kenia (Wirtschaft)
Entschuldungsmassnahmen
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Kenia|Paris|Somalia|Sudan
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Bundeskanzlei|Bundesrat|Bundesversammlung|EFD/Eidgenössische Finanzverwaltung|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|Geschäftsstelle für Exportrisikogarantie|Internationaler Währungsfonds|Pariser Club|Schweizerische Botschaft in Nairobi|Weltbankgruppe
Bundesrat
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Muralt Müller Hanna
Delamuraz Jean-Pascal|Erismann Hans-Peter
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Kenya (Economia)
Misure di riduzione dei debiti
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Kenya|Parigi|Somalia|Sudan
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Ambasciata svizzera a Nairobi|Assemblea federale|Cancelleria federale|Club di Parigi|Consiglio federale|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|DFF/Amministrazione federale delle finanze|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|Fondo monetario internazionale|Gruppo della banca mondiale|Ufficio di garanzia dei rischi di esportazione
Consiglio federale
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Muralt Müller Hanna
Delamuraz Jean-Pascal|Erismann Hans-Peter
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Kenya (Economie)
Mesures de désendettement
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Kenya|Paris|Somalie|Soudan
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Ambassade de Suisse à Nairobi|Assemblée fédérale|Bureau de la garantie contre les risques à l'exportation|Chancellerie fédérale|Club de Paris|Conseil fédéral|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral des affaires étrangères|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|DFF/Administration fédérale des finances|Fonds monétaire international|Groupe de la Banque mondiale
Conseil fédéral
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Muralt Müller Hanna
Delamuraz Jean-Pascal|Erismann Hans-Peter
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Kenya (Economy)
Measures for debt relief
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Kenya|Paris|Sudan
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Export Risk Guarantee Agency|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|FDF/Federal Finance Administration|Federal Assembly|Federal Chancellery|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|International Monetary Fund|Paris Club|Swiss Embassy in Nairobi|Swiss Federal Council|World Bank Group
Swiss Federal Council
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Muralt Müller Hanna
Delamuraz Jean-Pascal|Erismann Hans-Peter
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65,000
https://dodis.ch/67248
Bundesratsprotokoll
French, Bundesratsprotokoll
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67000-67999/dodis-67248.pdf
# Conclusion d'un premier Accord de rééchelonnement de dettes avec la République du Kenya Vu la proposition du DFEP du 14 avril 1994 Vu les résultats de la procédure de co-rapport, il est décidé : 1. Le projet d'accord et de protocole concernant le rééchelonnement de dettes kenyanes est approuvé au sens d'instructions pour les négociations. Le taux d'intérêt afférent au montant à consolider sera fixé conformément aux conditions du marché du moment. 2. L'Office fédéral des affaires économiques extérieures est chargé de mener les négociations avec la République du Kenya concernant l'octroi de ce rééchelonnement de dettes. 3. L'Office fédéral des affaires économiques extérieures ou l'Ambassadeur de Suisse à Nairobi est chargé de signer l'accord et le protocole. 4. La Chancellerie fédérale est chargée, le moment venu, d'établir les pouvoirs nécessaires à la signature des accords et des protocoles. Pour extrait conforme: ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) # Conclusion d'un premier Accord de rééchelonnement de dettes avec la République du Kenya. ## 1. Cadre général Le 19 janvier 1994, le Kenya a, pour la première fois, obtenu un rééchelonnement de sa dette extérieure par ses créanciers du Club de Paris, dont la Suisse. Jusqu'alors, le Kenya avait pu faire face à ses engagements financiers internationaux et jouissait d'une bonne réputation sur le marché financier international. Ces dernières années, le pays a connu des difficultés économiques et financières croissantes. Le manque de devises s'est fait cruellement sentir. La situation du pays a encore été aggravée par une période de forte sécheresse qui a frappé toute l'Afrique de l'Est et australe. Le pays a aussi vu un afflux de réfugiés dû aux conflits que connaissent ses pays voisins (Somalie, Soudan). Par ailleurs, les revirements politiques lors de la mise en place d'un système démocratique et multipartite et les difficultés et lenteurs de ce processus ont pesé sur l'économie du pays. La confiance des investisseurs étrangers et celle des bailleurs de fonds a été fortement ébranlée. Jusqu'en 1991, le Kenya a bénéficié d'un large appui des bailleurs de fonds dont l'aide annuelle excédait un milliard de dollars. A fin 1991, les donateurs ont été inquiétés par des nouvelles sur la mauvaise gestion du gouvernement et sur des manquements au niveau du respect des droits de l'homme. Afin d'encourager le pays à introduire un système démocratique et pluraliste, mais aussi en raison des mauvaises performances du pays dans l'application des programmes de réformes économiques, à cause des problèmes de mauvaise gestion et d'atteintes aux droits de l'homme, les pays donateurs, estimant que le contexte ne permettait pas la poursuite de leur assistance, ont décidé en novembre 1991 de geler toute nouvelle aide au Kenya. Le pays a ensuite rompu le dialogue avec les institutions multilatérales (FMI, Banque mondiale) qui a repris difficilement en vue de trouver un terrain d'entente sur les réformes à entreprendre. En 1992, se sont tenues des élections présidentielles. Le dialogue sur les conditionnalités s'est poursuivi avec la Banque mondiale et enfin, en décembre 1993, le FMI a approuvé un arrangement avec le Kenya au titre de la Facilité d'ajustement renforcée afin de soutenir l'application du programme économique pour 45 millions de droits de tirage spéciaux. Les premières mesures ont été mises en place à la satisfaction du FMI. Il s'agit essentiellement de mesures dans le secteur financier et fiscal. Des mesures de réforme du secteur public ont été entamées et elles devront être poursuivies, de même que la mise en place du programme de privatisation. Cependant, le contrôle du programme sera assez serré (revue du programme par le FMI en juillet 1994) et le Kenya doit encore faire ses preuves tant sur le plan des mesures économiques que sur le plan de la bonne gestion. La communauté internationale a néanmoins repris le dialogue avec le Kenya et s'est déclarée prête à poursuivre son assistance à ce pays lors d'une réunion du groupe consultatif de la Banque mondiale à Paris en novembre 1993. L'assistance financière promise à cette occasion s'élève à 850 millions de $\$ \mathrm{US}$. Les dettes rééchelonnées à Paris sont uniquement les arriérés au 31 décembre 1993 dont l'accumulation constitue la charge la plus lourde. Cet allégement, 600 millions de dollars au total, devrait permettre au Kenya de reprendre normalement le service de sa dette de 7 milliards de dollars. Le Kenya ne prévoit en principe pas de recourir à nouveau au rééchelonnement de sa dette au Club de Paris. Les conditions obtenues sont non concessionnelles. Le remboursement des arriérés devra s'effectuer sur huit ans après une période de grâce d'une année et le taux d'intérêt correspond au taux du marché. # 2. Accord de rééchelonnement de dettes et Procès-verbal agréé L'accord de rééchelonnement de dettes à conclure avec le Kenya se base sur les recommandations du Procès-verbal agréé signé à Paris le 19 janvier 1994 entre le Kenya et les pays créanciers, dont la Suisse. L'accord bilatéral à conclure maintenant, dont le projet se trouve en annexe, est conçu comme suit : ## Article 1 Les dettes concernées sont les crédits commerciaux garantis par la GRE, d'une durée supérieure à un an, ayant fait l'objet d'un contrat conclu avant le 31 décembre 1991, arriérés au 31 décembre 1993. ## Article 2 Le remboursement s'effectuera en huit ans, entre 1995 et 2001, en versements semestriels croissants ( $5,5,10,15,20,20$ et $25 \%$ chaque année). ## Article 3 Les paiements se feront en francs suisses librement convertibles. ## Article 4 Le Kenya paiera un intérêt sur ces dettes sur la base du taux du marché (établi selon le coût de refinancement de la Confédération et des exportateurs/banques plus une marge administrative), actuellement $5,625 \%$ par an. # Article 5 Des intérêts seront perçus sur les retards de paiement. ## Article 6 Les échéances non consolidées devront être payées avant le 30 juin 1994. ## Article 7 La Suisse bénéficie de la clause de la nation la plus favorisée. ## Article 8 L'accord entre en vigueur à la date de sa signature. L'avantage de cette procédure est d'accélérer la mise en oeuvre et l'exécution de l'accord. Le texte précité ne devrait pas subir de modifications majeures. Dans le cas contraire, une nouvelle proposition serait soumise au Conseil fédéral. ## 3. Conséquences financières pour la Suisse Selon une première estimation, le montant tombant sous la consolidation envisagée s'élève à près de 24 millions de francs suisses. Le montant que la GRE devra indemniser aux exportateurs s'élève à près de 18 millions de francs. ## 4. Base légale Par arrêté fédéral du 20 juin 1980 (RS 946.240-9) concernant la conclusion d'accords relatifs à des consolidations de dettes, prorogé par arrêté fédéral du 5 octobre 1990, le Conseil fédéral est autorisé à conclure des accords de consolidation de dettes. Selon un rapport approuvé le 14 janvier 1981 (ACF du même jour non publié), le Conseil fédéral a décidé de renoncer, en règle générale, à engager des fonds de la Confédération pour de telles opérations. Le rééchelonnement de dettes avec le Kenya se fera ainsi sous forme d'un report d'échéances. ## 5. Procédure de consultation Les services compétents du Département fédéral des affaires étrangères et l'Administration fédérale des finances sont d'accord avec cette proposition. # 6. Proposition Compte tenu de ce qui précède, nous vous proposons de prendre la décision ci-jointe. ## DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DE L'ÉCONOMIE PUBLIQUE <br> Ula unum Annexes: 1 projet d'accord 1 projet de décision du Conseil fédéral Pour co-rapport à : - DFAE - DFF Extrait du procès-verbal à : - DFEP (SG 5, OFAEE 10) - DFAE - DFF - Chancellerie fédérale, pour exécution # Conclusion d'un premier Accord de rééchelonnement de dettes avec la République du Kenya Vu la proposition du DFEP du 14 avril 1994 Vu les résultats de la procédure de co-rapport, il est décidé 1. Le projet d'accord et de protocole concernant le rééchelonnement de dettes kenyanes est approuvé au sens d'instructions pour les négociations. Le taux d'intérêt afférent au montant à consolider sera fixé conformément aux conditions du marché du moment. 2. L'Office fédéral des affaires économiques extérieures est chargé de mener les négociations avec la République du Kenya concernant l'octroi de ce rééchelonnement de dettes. 3. L'Office fédéral des affaires économiques extérieures ou l'Ambassadeur de Suisse à Nairobi est chargé de signer l'accord et le protocole. 4. La Chancellerie fédérale est chargée, le moment venu, d'établir les pouvoirs nécessaires à la signature des accords et des protocoles. # Agreement ## between ## the Government of the Swiss Confederation ## and ## the Government of the Republic of Kenya on the rescheduling of debts of Kenya The Government of the Swiss Confederation and the Government of the Republic of Kenya in accordance with the recommendations of the Agreed Minute signed in Paris on January 19, 1994, between representatives of certain creditor countries, including Switzerland, and representatives of the Government of the Republic of Kenya, have agreed on the following provisions: # Article 1 1.1. The present Agreement shall apply to the following debts of the Government of the Republic of Kenya or its public sector, resulting from commercial credits guaranteed by the Swiss Confederation having an original maturity of more than one year pursuant to a contract concluded before December 31, 1991. $100 \%$ of the amounts of principal and interest (including late interest) due as at December 31, 1993 inclusive and not paid. 1.2. The total amount of the debts specified in paragraph 1.1 of this Article shall not exceed the amount of ..... million Swiss Francs. ## Article 2 The debts of the Government of the Republic of Kenya or its public sector specified in paragraph 1.1 of Article 1 of this Agreement shall be paid as follows: - $2.5 \%$ on March 31, 1995: $2.5 \%$ on September 30, 1995; - $2.5 \%$ on March 31, 1996: $2.5 \%$ on September 30, 1996; - $5.0 \%$ on March 31, 1997: $5.0 \%$ on September 30, 1997; - $7.5 \%$ on March 31, 1998: $7.5 \%$ on September 30, 1998; - $10.0 \%$ on March 31, 1999: $10.0 \%$ on September 30, 1999; - $10.0 \%$ on March 31, 2000: $10.0 \%$ on September 30, 2000; - $12.5 \%$ on March 31, 2001: $12.5 \%$ on September 30, 2001; ## Article 3 The payments specified in this Agreement shall be made by the Bank of Kenya in freely convertible Swiss Francs to a Swiss bank which is to be specified. The Government of Kenya renounces any rights of compensation for amounts due under the present Agreement. It agrees to meet all obligations on time under this Agreement, independently of any objections it may have as to the contracts of delivery between Swiss creditors and the debtors of Kenya. # Article 4 The Government of the Republic of Kenya shall pay interest on the outstanding amount. This interest shall be calculated half-yearly on the basis of 360 days a year and 30 days a month on the individual amounts as from January 1, 1994 up to the date of the payment of these debts. This interest shall be paid on March 31 and September 30 of each year, the first time to the Swiss bank which is to be specified. The rate of interest shall be $\%$ a year. ## Article 5 In case of delayed payment of each maturity specified in Articles 2 and 4 of the present Agreement, late interest will be charged at the rate of $\ldots \ldots . \%$ per year for the debts concerned for the period falling between the due maturity date and the actual payment date. This interest shall be paid at the shortest possible notice to the Swiss bank which is to be specified. ## Article 6 The Government of the Republic of Kenya undertakes to pay as soon as possible, and not later than June 30, 1994, all debt due and not paid, and not covered by this Agreement. # Article 7 The Government of the Republic of Kenya shall undertake : a) to grant Switzerland a treatment not less favourable than that granted to any other creditor country for the consolidation or rescheduling of debts at comparable terms; b) to inform the Chairman of the Paris Club of the provisions of any debt consolidation or rescheduling agreement it might conclude, as mentioned in paragraph a) of this Article. ## Article 8 The present Agreement shall enter into force on the date of its signature by the two Governments. In witness whereof the undersigned plenipotentiaries, duly authorized, have signed the present Agreement. Done in Nairobi, on in two originals in English. For the Government of the Swiss Confederation : # P r o t o c o l Pursuant to the Agreement concluded between the Government of the Swiss Confederation and the Government of the Republic of Kenya on the rescheduling of Kenyan debts, on The Government of the Swiss Confederation and the Government of the Republic of Kenya have agreed to the following complementary provisions to the rescheduling Agreement of Kenyan debts concluded on 1. The enclosed ... lists are authoritative for Swiss claims resulting from debts which are the subject of consolidation. These lists are an integral part of the present Agreement. They can be subject to modification by mutual agreement (for example after order cancellations, price modifications or later declarations). 2. The bank to be specified as foreseen in Article 3 of the Agreement is the following : Union Bank of Switzerland, Export financing, 8021 Zurich. 3. Any divergencies as to the implementation of the Agreement shall be settled as soon as possible between the Bank of Kenya and the Swiss Export Risk Guarantee Agency in Zurich, if necessary with the assistance of the Federal Office for Foreign Economic Affairs in Berne. 4. The relevant addresses concerned with the implementation of the Agreement to which this Protocol refers are the following : On the Swiss side : Federal Office for Foreign Economic Affairs of the Federal Department of Economic Affairs 3003 Berne Telephone : 031 322 22 43 Telex : 911 340 eda ch for OFAEE Fax : 031 322 23 30 Export Risk Guarantee Agency P.O. Box 8032 Zürich Telephone : 01 384 47 77 Telex : 815 060 GERG CH Fax : 01 384 47 87 Union Bank of Switzerland Export Financing Department P.O.Box 8021 Zürich Telephone : 01 235 45 28 Telex : 813 811 Fax : 01 235 45 70 On the Kenyan side : Ministry of Finance Nairobi Telephone : Telex : Fax : Bank of Kenya Nairobi Telephone : Telex : Fax : For the Government of the Swiss Confederation : For the Government of the Republic of Kenya :
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GovDecisions
46,351
Le Ministre de Suisse à Rome, P. Ruegger, au Président de la Confédération, G. Motta
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Opinions de diplomates italiens et étrangers à Rome sur l'URSS. Les procès. Flotte soviétique en Méditerranée. Relations militaires de l'URSS avec l'Allemagne. Rivalité Toukhachevski-Vorochilov. Evolution vers un «collectivisme national». Opinion de Ciano sur le Comintern. Staline vu par le Popolo d'Italia. L'Axe expêcherait un rapprochement prématuré de l'Allemagne avec l'URSS. Livraisons italiennes à l'URSS par une firme contrôlée par des capitaux suisses. Classement thématique série 1848–1945: II. LES RELATION BILATÉRALES ET LA VIE DES ÉTATS II.27 UNION SOVIÉTIQUE
German
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1937-06-22
1937-06-22
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Motta Giuseppe
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Bismarck-Schönhausen Otto von|Chvalkovsky Frantisek Karel|Ciano Galeazzo|Huseyin Ragip Baydur|Radek Karl|Stalin Josef Wissarionowitsch|Tuchacevskij Michail Nikolaevic|Vorosilov Kliment Efremovic
Ruegger Paul
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Russia (Generale)
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Berlino|Francia|Iran|Italia|Mediterraneo|Mosca|Praga|Reame tedesco|Roma|Russia|Spagna
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Motta Giuseppe
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Bismarck-Schönhausen Otto von|Chvalkovsky Frantisek Karel|Ciano Galeazzo|Huseyin Ragip Baydur|Radek Karl|Stalin Iosif Vissarionovič|Tuchacevskij Michail Nikolaevic|Vorosilov Kliment Efremovic
Ruegger Paul
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Russie (Général)
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Berlin|Espagne|France|Iran|Italie|Mer Méditerranée|Moscou|Prague|Reich allemand|Rome|Russie
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Motta Giuseppe
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Bismarck-Schönhausen Otto von|Chvalkovsky Frantisek Karel|Ciano Galeazzo|Huseyin Ragip Baydur|Radek Karl|Staline Joseph Vissarionovitch|Tuchacevskij Michail Nikolaevic|Vorosilov Kliment Efremovic
Ruegger Paul
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Russia (General)
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France|German Realm|Greater Berlin|Iran|Italy|Moscow|Prague|Rome|Russia|Spain
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Motta Giuseppe
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Bismarck-Schönhausen Otto von|Chvalkovsky Frantisek Karel|Ciano Galeazzo|Huseyin Ragip Baydur|Radek Karl|Stalin Joseph Vissarionovich|Tuchacevskij Michail Nikolaevic|Vorosilov Kliment Efremovic
Ruegger Paul
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45,000
https://dodis.ch/46351
Politischer Bericht
Politischer Bericht, German, Ruegger Paul
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"><a href="https://dodis.ch/46351" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/46351</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">Le Ministre de Suisse à <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a>e, <a href="https://dodis.ch/P88" class="tei-persName" target="">P. Ruegger</a>, au Président de la Confédération, <a href="https://dodis.ch/P729" class="tei-persName" target="">G. Motta</a><span id="fnref_3_2_1_1_2_2_8" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_2_2_8">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline">Rom, <span class="tei-date3 tei-date">22. Juni 1937</span></div> </div> <p class="tei-p tei-p">Der Gärungsprozess, der sich innerhalb des russischen Kolosses abspielt und in letzter Zeit ein so ausserordentliches Tempo angeschlagen hat, lenkt naturgemäss mehr denn je die Aufmerksamkeit der Kreise der italienischen Hauptstadt auf sich: einmal wegen der Rückwirkungen dieser Ereignisse auf die Lage in <a href="https://dodis.ch/G126" class="tei-placeName" target="">Spanien</a> - deren Bedeutung hier als von primärer Wichtigkeit gilt -, sodann aber auch wegen der möglichen Konsequenzen der <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moskau</a>er Wirrnisse auf das Vertragsverhältnis zwischen <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">Sowjetrussland</a> und <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">Nachdem wir seit bald zwanzig Jahren von jeder direkten Verbindung mit <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">Russland</a> abgeschnitten sind, kann es uns interessieren, die Eindrücke derjenigen zu vernehmen, welche die letzte Entwicklung als Zeugen oder zum mindesten als unmittelbar interessierte Beobachter mitgemacht haben. Eine Reihe der hiesigen diplomatischen Vertreter wie der türkische Botschafter, der Gesandte von <a href="https://dodis.ch/G743" class="tei-placeName" target="">Iran</a> und andere waren vor ihrer Versetzung nach <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a> in <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moskau</a> tätig; sie erhalten gewisse Beziehungen aufrecht, und ihre Äusserungen sind somit nicht ohne ein gewisses Interesse. Ausserordentlich gut informiert ist ferner der tschechoslowakische Gesandte, Herr <a href="https://dodis.ch/P20735" class="tei-persName" target="">Chvalkovsky</a>, der früher in <a href="https://dodis.ch/G25" class="tei-placeName" target="">Berlin</a> war und die periodischen Annäherungsversuche zwischen <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> und <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">Sowjetrussland</a> miterlebte. Auf Grund seiner Informationen aus <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moskau</a> via <a href="https://dodis.ch/G71" class="tei-placeName" target="">Prag</a> konnte ich Ihnen seinerzeit bestätigen, dass der Kreml, im Gefolge der Besprechungen von Berchtesgaden und unter französischem Druck, die Zusicherung gegeben hatte, keine Flottenteile ins <a href="https://dodis.ch/G291" class="tei-placeName" target="">Mittelmeer</a> zu verlegen, was zu einer Eindämmung des spanischen Konfliktes beitrug. Vor einigen Wochen, als der Prozess gegen die sowjetrussische Generalität noch nicht im Gange war, sagte mir Herr <a href="https://dodis.ch/P20735" class="tei-persName" target="">Chvalkovsky</a>, dass die Beziehungen zwischen deutschen militärischen Kreisen und den russischen Marschällen nicht ganz abgebrochen seien; dies liege nicht nur an der Tendenz einiger leitender sowjetrussischer Militärs, sondern auch an der Einstellung bestimmter militärischer Kreise in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a>, welche, über die gegenwärtige Periode hinwegblickend, das Testament Bismarks einer spätem Verständigung mit <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">Russland</a> im Auge behielten. Im Lichte der plötzlich aufgetauchten Anklagen gegen den Marschall Tukatschevski ist diese Erklärung nicht uninteressant. Der Gesandte von <a href="https://dodis.ch/G743" class="tei-placeName" target="">Iran</a>, der vor wenigen Monaten aus <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moskau</a> eintraf (wo er andauernde Beziehungen u.a. mit <a href="https://dodis.ch/P23457" class="tei-persName" target="">Radek</a> gehabt zu haben angibt), wusste von einer gewissen Eifersucht des ehemaligen Arbeiters Marschall <a href="https://dodis.ch/P15542" class="tei-persName" target="">Woroschiloff</a> gegen seinen begabteren Untergebenen Tukatschevski zu berichten. Der türkische Botschafter, <a href="https://dodis.ch/P23213" class="tei-persName" target="">Huseyin</a><a href="https://dodis.ch/P23213" class="tei-persName" target="">Ragip Baydur</a>, der mehrere Jahre in <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moskau</a> verbrachte, wiederholte stets und bleibt auch jetzt noch der Meinung, dass die Entwicklung zu einem Kollektivismus auf nicht nur autoritärer, sondern nationalistischer Grundlage relativ ungeheuer rasch fortschreite. Nach seiner Ansicht ist auch der Komintern verurteilt. Entweder wird diese Organisation sukzessive in eine Art nationales Propagandaministerium auf breitester Grundlage umgestaltet, oder aber dürfte es sich ereignen, dass der Komintern zu einer Art Internationale der «nationalen Kollektivismen», zu denen der türkische Botschafter auch den deutschen Nationalsozialismus und den Fascismus zählt, sich entwickelt. In wieweit diese Ansicht auf blossen Mutmassungen beruht, entzieht sich natürlich meinem Urteil.</p> <p class="tei-p tei-p">Für uns von direktem Interesse ist die Beurteilung der Lage durch die italienischen Beobachter. Die Botschaft in <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moskau</a> selbst ist zwar anscheinend sozusagen von allen Nachrichten abgeschlossen, die nicht in die Presse gelangen. Ich weiss aber, dass Graf <a href="https://dodis.ch/P352" class="tei-persName" target="">Ciano</a> die persönliche Ansicht geäussert hat, dass, selbst wenn in <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">Russland</a> eine nationale Entwicklung einsetze, sich <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moskau</a> der Waffe des Komintern jedenfalls auf sehr lange Sicht nicht entledigen könne; im Gegenteil müsse diese Organisation dann umso mehr die erforderliche «Diversion nach aussen» bewirken. Diese Ansicht hat manches für sich. Sie wird indessen nicht von allen politischen Mitarbeitern des italienischen Aussenministers geteilt. In diplomatischen Kreisen hörte ich den Ausdruck einer gewissen Verwunderung darüber, dass die italienische Presse den Sowjetdiktator <a href="https://dodis.ch/P955" class="tei-persName" target="">Stalin</a> so heftig angreife, nachdem möglicherweise <a href="https://dodis.ch/P955" class="tei-persName" target="">Stalin</a> selbst den «nationalen Umschwung» durchführe und später zu einem modus vivendi mit <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> und <a href="https://dodis.ch/G77" class="tei-placeName" target="">Italien</a> gelangen werde; die Heftigkeit der italienischen Presse gegenüber dem Sowjetdiktator ist in der Tat unbestreitbar. Sie spiegelt sich unter anderm in zahlreichen entrefilets des «Popolo d’<a href="https://dodis.ch/G77" class="tei-placeName" target="">Italia</a>» wider, als deren Verfasser der Regierungschef selbst gilt.</p> <p class="tei-p tei-p">Zum Schlüsse möchte ich noch eine Bemerkung wiedergeben, die, von einem italienischen Diplomaten stammend, zunächst einigermassen überrascht, aber doch Beachtung verdient: Die Bemerkung, dass einer der Vorteile der Achse <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a>-<a href="https://dodis.ch/G25" class="tei-placeName" target="">Berlin</a> in der Tatsache liege, dass dadurch <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> von einer «verfrühten Verständigung» mit <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">Russland</a> zurückgehalten wurde. Dass übrigens, trotz aller Pressekampagnen und trotz aller zurzeit gegensätzlichen Einstellungen, sämtliche Brücken zwischen <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a> und <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moskau</a> nicht abgebrochen sind, beweist die mir kürzlich bekanntgewordene Tatsache, dass eine grosse Firma in <a href="https://dodis.ch/G77" class="tei-placeName" target="">Italien</a> zu Lieferungen im Betrage von Millionen Lire von Apparaten für sowjetrussische Unterseeboote ermächtigt wurde, und zwar von der italienischen Admiralität. Dieses letztere Detail ist streng vertraulich, da die betreffende Firma schweizerischen Kapitalinteressen untersteht.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_2_2_8"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content">Rapport politique: <span class="tei-idno tei-idno">E 2300 Moskau, Archiv-Nr. 7</span>. Zu den Ereignissen in Russland.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_2_2_8">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
46000-46999/dodis-46351.pdf
# 1/ c / 15. ## Zu den Ereignissen <br> in Russland. Herr Bundespräsident, Der Gärungsprozess, der sich innerhalb des russischen Kolosses abspielt und in letzter Zeit ein so ausserordentliches Tempo angeschlagen hat, lenkt naturgemäss mehr denn je die Aufmerksamkeit der Kreise der italienischen Hauptstadt auf sich: einmal wegen der Rück Wirkungen dieser Ereignisse auf die Lage in Spanien - deren Bedeutung hier als von primärer Wichtigkeit gilt - , sodann aber auch wegen der möglichen Konsequenzen der Moskauer Wirrnisse auf das Vertragsverhältnis zwischen Sowjetrussland und Frankreich. Nachdem wir seit bald zwanzig Jahren von jeder direkten Verbindung mit Russland abgeschnitten sind, kann es uns interessieren, die Eindrücke derjenigen zu vernehmen, welche die letzte Entwicklung als Zeugen oder zum mindesten als unmittelbar interessierte Beobachter mitgemacht haben. Eine Reihe der hiesigen diplomatischen Vertreter, wie der türkische Botschafter, der Gesandte von Iran und andere, waren vor ihrer Versetzung nach Rom in Moskau tätig; sie erhalten gewisse Beziehungen aufrecht, und ihre Aeusserungen sind somit nicht ohne ein gewisses Interesse. Ausserordentlich gut informiert ist ferner der tschechoslowakische Gesandte, Herr Chvalkovsky, der früher in Berlin war und die periodischen Annäherungsversuche zwischen Deutschland und Sowjetrussland miterlebte. Auf Grund seiner Informationen aus Moskau via Prag konnte ich Herrn Bundespräsident M ot ta, Chef des Eidg. Politischen Departements, Ihnen seinerzeit bestätigen, dass der Kreml , im Gefolge der Besprechungen von Berchtesgaden und unter französischem Druck, die Zusicherung gegeben hatte, keine Flottenteile ins Mittelmeer zu verlegen, was zu einer Eindimmung des spanischen Konfliktes beitrug. Vor einigen Wochen, als der Prozess gegen die sowjetrussische Generalität noch nicht im Gange war, sagte mir Herr Chvalkovsky, dass die Beziehungen zwischen deutschen militärischen Kreisen und den russischen Marschällen nicht ganz abgebrochen seien; dies liege nicht nur an der Tendenz einiger leitender sowjetrussischer Militärs, sondern auch an der Einstellung bestimmter militärischer Kreise in Deutschland, welche, über die gegenwärtige Periode hinwegblickend, das Testament Bismarks einer spätern Verständigung mit Russland im Auge behielten. Im Lichte der plötzlich aufgetauchten Anklagen gegen den Marschall Tukatschevski ist diese Erklärung nicht uninteressant. Der Gesandte von Iran, der vor wenigen Monaten aus Moskau eintraf (wo er andauernde Beziehungen u.a. mit Radek gehabt zu haben angibt), wusste von einer gewissen Eifersucht des ehemaligen Arbeiters Marschall Woroschiloff gegen seinen begabteren Untergebenen Tukatschevski zu berichten. Der türkische Botschafter, Huseyin Ragip Baydur, der mehrere Jahre in Moskau verbrachte, wiederholte stets und bleibt auch jetzt noch der Meinung, dass die Entwicklung zu einem Kollektivismus auf nicht nur autoritärer, sondern nationalistischer Grundlage relativ ungeheuer rasch fortschreite. Nach seiner Ansicht ist auch der Komintern verurteilt. Entweder wird diese Organisation sukzessive in eine Art nationales Propagandaministerium auf breitester Grundlage umgestaltet, oder aber dürfte es sich ereignen, dass der Komintern zu einer Art Internationale der "nationalen Kollektivismen", zu denen der türkische Botschafter auch den deutschen Nationalsozialismus und den Fascismus zählt, sich entwickelt. In wieweit diese Ansicht auf blossen Mutmassungen beruht,entzieht sich natürlich meinem Urteil. Für uns von direktem Interesselst die Beurteilung der Lage durch die italienischen Beobach- t e r. Die Botschaft in Moskau selbst ist zwar anscheinend sozusagen von allen Nachrichten abgeschlossen, die nicht in die Presse gelangen. Ich weiss aber, dass Graf Ciano die persönliche Ansicht geäussert hat, dass selbst wenn in Russland eine nationale Entwicklung einsetze, sich Moskau der Waffe des Komintern jedenfalls auf sehr lange Sicht nicht entledigen könne; im Gegenteil müsse diese Organisation dann umso mehr die erforderliohe "Diversion nach aussen" bewirken. Diese Ansicht hat manches für sich. Sie wird indessen nicht von allen politischen Mitarbeitern des italienischen Aussenministers geteilt. In diplomatischen Kreisen hörte ich den Ausdruck einer gewissen Verwunderung darüber, dass die italienische Presse den Sowjetdiktator Stalin so heftig angreife, nachdem möglicherweise Stalin selbst den "nationalen Umschwung" durchführe und später zu einem modus vivendi mit Deutschland und Italien gelangen werde; die Heftigkeit der italienischen Presse gegenuber dem Sowjetdiktator ist in der Tat unbestreitbar. Sie spiegelt sich unter anderm in zahlreichen entrefilets des "Popolo d'Italia" wieder, als deren Verfasser der Regierungschef selbst gilt. Zum Schlusse möchte ich noch eine Bemerkung wiedergeben, die, von einem italienischen Diplomaten stammend, zunächst einigermassen uberrascht, aber doch Beachtung verdient: Die Bemerkung, dass einer der Vorteile der Achse Rom - Berlin in der Tatsache liege, dass dadurch Deutschland von einer "verfrühten Verständigung" mit Russland zurückgehalten wurde. Dass übrigens, trotz aller Pressekampagnen und trotz aller zurzeit gegensätzlichen Einstellungen, sämtliche Brücken zwischen Rom und Moskau nicht abgebrochen sind beweist die mir kürzlich bekanntgewordene Tatsache, dass eine grosse Firma in Italien zu Lieferungen im Betrage von Millionen Lire von Apparaten für sowjetrussische Unterseeboote ermächtigt wurde; und zwar von der italienischen Admiralität. Dieses letztere Detail ist streng vertraulich, da die betreffende Firma schweizerischen Kapitalinteressen untersteht. Genehmigen Sie, Herr Bundespräsident, die Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung.
null
null
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Reports/Studies
71,903
84.431 Einfuhr von Fröschen 84.431 Importation de grenouilles
25
Die Motion zielt darauf ab, den Import und Transit von lebenden Fröschen sowie tiefgefrorenen Froschschenkeln zu verbieten oder drastisch zu reduzieren, um Tierschutz, Artenschutz und ökologische Gleichgewichte zu wahren. Der Bundesrat hält dagegen, dass bestehende Kontrollen und Vorschriften ausreichend seien und keine hinreichenden Belege für eine Gefährdung der Froschpopulationen vorlägen. Darin: Motion Kopp vom 4.6.1984 (Beilage). Darin: Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15.8.1984 (Beilage).
German
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1984-10-05
1984-10-05
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null
Umweltschutz
Importe|Nahrungsmittelindustrie
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Bangladesch|China|Europa|Frankreich|Indien|Türkei|Westschweiz
Bundesrat
Bundesrat|Genf Flughafen|Tagesanzeiger
Nationalrat
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Aliesch Peter|Ammann Ulrich|Bonny Jean-Pierre|Bremi Ulrich|Cevey Jean-Jacques|Cincera Ernst|Dupont Bernard|Eppenberger Susi|Flubacher Karl|Früh Hans-Rudolf|Giger Titus|Giudici Luciano|Houmard Marc-André|Hunziker Bruno|Kohler Raoul|Kopp Elisabeth|Künzi Hans|Loretan Willy|Lüchinger Hans Georg|Mühlemann Ernst|Nef Georg|Salvioni Sergio|Schüle Kurt|Spoerry Vreni|Tschuppert Karl|Wyss Paul|Zwingli Walter
Honegger René
Kopp Elisabeth
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Protezione dell'ambiente
Importazioni|Industria alimentare
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Bangladesh|Cina|Europa|Francia|India|Svizzera romanda|Turchia
Consiglio federale
Aeroporto di Ginevra|Consiglio federale|Tagesanzeiger
Consiglio nazionale
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Ammann-Bern null|Bonny Jean-Pierre|Bremi Ulrich|Cevey Jean-Jacques|Cincera Ernst|Dupont Bernard|Eppenberger Susi|Flubacher Karl|Früh Hans-Rudolf|Giudici Luciano|Houmard Marc-André|Hunziker Bruno|Kohler Raoul|Kopp Elisabeth|Künzi Hans|Lüchinger Hans Georg|Mühlemann Ernst|Nef Georg|Salvioni Sergio|Schüle Kurt|Wyss Paul
Honegger René
Kopp Elisabeth
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Protection de l'environnement
Importations|Industrie alimentaire
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Bangladesh|Chine|Europe|France|Inde|Suisse romande|Turquie
Conseil fédéral
Conseil fédéral|Genève Aéroport|Tagesanzeiger
Conseil national
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Ammann-Bern null|Bonny Jean-Pierre|Bremi Ulrich|Cevey Jean-Jacques|Cincera Ernst|Dupont Bernard|Eppenberger Susi|Flubacher Karl|Früh Hans-Rudolf|Giudici Luciano|Houmard Marc-André|Hunziker Bruno|Kohler Raoul|Kopp Elisabeth|Künzi Hans|Lüchinger Hans Georg|Mühlemann Ernst|Nef Georg|Salvioni Sergio|Schüle Kurt|Wyss Paul
Honegger René
Kopp Elisabeth
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Environmental protection
Food industry|Import
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Bangladesh|China|Europe|France|India|Romandy|Turkey
Swiss Federal Council
Geneva Airport|Swiss Federal Council|Tagesanzeiger
National Council
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Ammann-Bern null|Bonny Jean-Pierre|Bremi Ulrich|Cevey Jean-Jacques|Cincera Ernst|Dupont Bernard|Eppenberger Susi|Flubacher Karl|Früh Hans-Rudolf|Giudici Luciano|Houmard Marc-André|Hunziker Bruno|Kohler Raoul|Kopp Elisabeth|Künzi Hans|Lüchinger Hans Georg|Mühlemann Ernst|Nef Georg|Salvioni Sergio|Schüle Kurt|Wyss Paul
Honegger René
Kopp Elisabeth
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70,000
https://dodis.ch/71903
Motion
Kopp Elisabeth, German, Motion
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71000-71999/dodis-71903.pdf
84.431 ## Motion Kopp Einfuhr von Fröschen Importation de grenouilles ## Wortlaut der Motion vom 4. Juni 1984 Artikel 9 Absatz 2 des Tierschutzgesetzes ermächtigt den Bundesrat, die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen aus Gründen des Artenschutzes zu regeln oder zu verbieten. Der Bundesrat wird aufgefordert, von seiner Kompetenz Gebrauch zu machen und die Ein- und Durchfuhr von lebenden Fröschen bzw. gefrorenen Froschschenkein zu verbieten oder wenigstens massiv einzuschränken. Der Bundesrat wird weiter aufgefordert, mit den übrigen Importländern von lebenden Fröschen und Froschschenkein Kontakt aufzunehmen und zu versuchen, sie zu einem ähnlichen Schritt zu bewegen. Sollten diese Bemühungen erfolglos sein, so ist als äusserstes Minimum Artikel 46 des Europäischen Übereinkommens für den Schutz von Tieren auf internationalen Transporten energisch Nachachtung zu verschaffen, wonach kaltblütige Tiere in Behältnissen und unter Bedingungen, insbesondere hinsichtlich Raum, Belüftung und Temperatur sowie erforderlichenfalls mit soviel Wasser und Sauerstoff zu befördern sind, wie es für die jeweilige Art als notwendig erachtet wird. Texte de la motion du 4 juin 1984 En vertu de l'article 9, $2^{\circ}$ alinéa, de la loi sur la protection des animaux, le Conseil fédéral peut, pour des raisons relevant de la conservation des espèces, régler ou interdire l'importation, l'exportation et le transit d'animaux et de produits d'origine animale. Le Conseil fédéral est chargé de faire usage de ladite compétence et d'interdire ou, pour le moins, de réduire massivement l'importation et le transit de grenouilles vivantes ou de cuisses de grenouilles congelées. Il est en outre invité à prendre contact avec les autres pays qui importent des grenouilles vivantes et des cuisses de grenouilles et à les inciter à prendre des mesures analogues. Si ces démarches restaient vaines, il faut à tout le moins faire respecter scrupuleusement l'article 46 de la convention européenne sur la protection des animaux en transport international, qui dispose que les animaux à sang froid doivent être transportés dans des emballages appropriés et compte tenu des nécessités relatives notamment à l'espace, à la ventilation, à la température, à l'approvisionnement en eau et à l'oxygénation selon les conditions qu'exige l'espèce considérée. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Ammann-Bern, Bonny, Bremy, Cevey, Cincera, Dupont, Eppenberger-Nesslau, Flubacher, Früh, Giger, Giudici, Houmard, Hunziker, Kohler Raoul, Künzi, Loretan, Lüchinger, Mühlemann, Nef, Salvioni, Schüle, Spoerri, Tschuppert, Wyss, Zwingli Schriftliche Begründung - Développement par écrit Im Jahre 1983 importierte die Schweiz rund 4 Millionen lebende Grünfrösche sowie rund 200 Tonnen tiefgefrorene Froschschenkel. Zur Gewinnung von 300 Tonnen Froschschenkein werden, vorsichtig geschätzt, 4 Millionen Tiere gebraucht. Auch die lebenden Frösche werden vorwiegend für kulinarische Zwecke, zu einem verschwindend kleinen Teil für Forschungszwecke verwendet. Die lebenden Frösche stammen aus verschiedenen Ursprungsländern, vor allem aus der Türkei. Die gefrorenen Froschschenkel stammen vor allem aus Indien, das 1981 rund 4000 Tonnen exportierte, was einer Zahl von rund 80 Millionen Fröschen entspricht. Die Schweiz hat in Artikel 24 der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Natur- und Heimatschutz alle Lurche (Frösche, Unken, Kröten, Salamander und Molche) unter Schutz gestellt. Massgebend für diese unter Schutzstellung war nicht nur der Artenschutz, sondern auch die bedeutende ökologische Funktion dieser Tiere. Die Einfuhr von über 8 Millionen Fröschen für vorwiegend kulinarische Zwecke steht in tiefem Widerspruch zu dieser Erkenntnis. Zahlreiche Überlegungen sprechen für ein Verbot oder für eine ganz massive Einschränkung dieser Importe. Gründe des Tierschutzes: Das Fangen und der Versand von Fröschen, insbesondere aber die Gewinnung von Froschschenkein sind äusserst grausam. Die Froschschenkel werden abgetrennt, solange das Tier noch am Leben ist. Der übrige Teil der Frösche, also rund 70 Prozent des Tieres, wird weggeworfen. Die lebenden Frösche werden unter Bedingungen transportiert, die in keiner Weise den Vorschriften von Artikel 46 des Europäischen Übereinkommens über den Schutz von Tieren auf internationalen Transporten entspricht. Die Tiere kommen oft in jämmerlichem Zustand an, viele sterben auf dem Transport. Gründe des Artenschutzes: Während allenfalls argumentiert werden kann, dass die Ursprungsländer selber für den nötigen Artenschutz zu sorgen hätten und es demzufolge nicht Aufgabe der importierenden Länder sein könne, sich Restriktionen aufzuerlegen, so muss mit aller Deutlichkeit festgehalten werden, dass die artfremden Frösche, die jeweils auf dem Transport entweichen, eine ernsthafte Gefährdung unserer einheimischen Amphibien darstellen. Gründe des ökologischen Gleichgewichts: Die Frösche haben für das Ökosystem eine grosse Bedeutung. Nicht nur sind sie natürliche Regulatoren der Insekten-, Krabben- und Nagetierbestände, sondern sind ihrerseits wichtiges Futter für verschiedene Vögel, Schildkröten und Säugetiere. Eine besonders wichtige Funktion kommt ihnen in den Reisanbaugebieten zu, weshalb beispielsweise die Volksrepublik China die Frösche unter Schutz gestellt hat. Ökologisch gesehen ist es tatsächlich ein Unsinn, zunächst die Frösche als natürliche Feinde der Krabben und kleineren Nager, die in Reisanbaugebieten besonders unerwünscht sind, zu töten, um nachher mit grossem finanziellem Aufwand Biozide mit den überall bekannten schädlichen Nebenwirkungen einzusetzen. Ethische Gründe: Auch aus ethischen Gründen ist es nicht zu verantworten, Millionen von Tieren zu töten, von welchen nur gerade die Schenkel als kulinarischer Leckerbissen verwendet werden, während der Rest (etwa 70 Prozent) weggeworfen wird. Auch wenn man die Ansicht vertreten kann, dass es primär Aufgabe der Exportländer sei, die nötigen Gesetze zu erlassen und vor allem durchzusetzen, um eine Destabilisierung eines Ökosystems zu verhindern, trifft auch die importierenden Länder eine Mitverantwortung, der wir uns nicht entziehen können. Die wohl gravierendste Konsequenz zeigt sich in Bangladesch. Mit zunehmendem Export von Fröschen steigt die Zahl der Kinder, die an den Folgen der Malaria sterben, die bekanntlich durch Fliegen übertragen wird. Fliegen bilden einen wesentlichen Teil der Froschnahrung. Die in der Begründung enthaltenen Zahlen stammen vorwiegend aus einem Artikel des Herpetologen René E. Honegger, publiziert im "Tages Anzeiger Magazin" vom 5. Mai 1984. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. August 1984 Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 août 1984 Die seit Jahren bedeutende Einfuhr von lebenden Fröschen und tiefgefrorenen Froschschenkein zu Speisezwecken wird von den Veterinärbehörden des Bundes und der Kantone aufmerksam überwacht. Dabei wurde festgestellt, dass - den in die Schweiz importierten lebenden Fröschen die Schenkel erst entfernt werden, nachdem der Kopf mittels einer Schere oder eines scharfen Messers mit raschem Schnitt abgetrennt worden ist. Die Schlachtung erfolgt somit in Übereinstimmung mit der Tierschutzgesetzgebung. Auf gleiche Weise soll, nach nicht näher überprüfbaren Mitteilungen, auch in der Türkei vorgegangen werden; - der Transport in der Regel in Übereinstimmung mit dem Europäischen Übereinkommen über den Schutz von Tieren auf internationalen Transporten und mit unserer Tierschutzgesetzgebung erfolgt. Lediglich bei etwa 5 Prozent der Sendungen lässt jeweils ein Teil der Transportbehälter zu wünschen übrig. Im Flughafen Genf, wo auch für Frankreich bestimmte Sendungen ankommen, wurde festgestellt, dass wegen der strengen schweizerischen Kontrollen die für unser Land bestimmten Sendungen durchwegs in besserem Zustand sind. Hohe Ausfuhrzahlen bedeuten nicht notwendigerweise, dass die Tierart dadurch gefährdet oder das ökologische Gleichgewicht gestört sind. Sie müssen in Beziehung zur Gesamtpopulation bzw. deren Vermehrungsmöglichkeiten gesetzt werden. Erst wenn festgestellt wird, dass der Natur mehr Tiere entnommen werden, als nachwachsen, besteht ein Grund für Eingriffe auf Grund der Vorschriften über den Artenschutz. Angaben über die Wildpopulationen von Fröschen fehlen, so dass niemand schlüssig feststellen kann, ob in den Exportländern eine Übernutzung vorliegt. Hinweise auf eine Übernutzung könnten sich aus der Feststellung ergeben, dass einzelne Exporteure in den letzten Jahren vermehrt untergewichtige Frösche geliefert haben. Eine solche Feststellung reicht jedoch für ein Einfuhrverbot nicht aus. Einzelne Exportländer, zum Beispiel Griechenland und Jugoslawien, schränken die Ausfuhr damit ein, dass sie diese erst nach Ende der Lischzeit zulassen. Die Bestände an Seefröschen in der Westschweiz gehen zurück auf entwichene oder absichtlich ausgesetzte Frösche, die zu Speisezwecken, für Tierversuche oder für private Gartenbiotope importiert wurden. Diese Populationen gefährden die geschützten einheimischen Froschbestände. Es sollte alles unternommen werden, um das Entstehen neuer Seefroschpopulationen durch weitere Importe zu verhindern. Der Bundesrat weiss, dass weite Bevölkerungskreise, namentlich in der deutschsprachigen Schweiz, das Töten von Fröschen zu Speisezwecken ablehnen. Er ist bereit zu prüfen, ob die Einfuhr von lebenden Fröschen und das Inverkehrbringen von Froschschenkeln zu Speisezwecken ganz verboten oder zumindest die Einfuhr saisonal beschränkt werden könnten. Der Erlass entsprechender Vorschriften liegt in der Kompetenz des Bundesrates. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat ## 84.455 ## Motion Meizoz Wohnbauförderung ## Aide à la construction de logements Wortlaut der Motion vom 14. Juni 1984 Der Bundesrat wird gebeten, - die Massnahmen zu treffen oder vorzuschlagen, die erforderlich sind, um die vorgesehene Verwendung des 1983 beschlossenen Rahmenkredites so zu ändern, dass die für 1985 bestimmte Kredittranche bereits 1984 freigegeben werden kann; - dem Parlament einen Beschlussentwurf für einen neuen Rahmenkredit zu unterbreiten, der die ordentliche Durchführung des Wohnbauförderungsgesetzes mindestens bis zum 31. Dezember 1986 sichert. Texte de la motion du 14 juin 1984 De Conseil fédéral est invité - à prendre ou à proposer les mesures utiles pour que le plan d'utilisation du crédit de programme voté en 1983 soit modifié de manière à rendre possible la libération, en 1984 déjà, de la tranche de crédit qui a été réservée jusqu'ici pour l'année 1985; - à soumettre au Parlement un projet d'arrêté ouvrant un nouveau crédit de programme propre à assurer une application normale de la loi fédérale sur le logement jusqu'au 31 décembre 1986 au moins. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-Saint-Gall, Aregger, Biel, Blunschy, Borel, Bratschi, Braunschweig, Bundi, Butty, Candaux, Carobbio, de Chastonay, Chopard, Christianat, Clivaz, Columberg, Cottet, Cotti Gianfranco, Couchepin, Daffion, Deneys, Dirren, Dupont, EggenbergThoune, Eggli-Winterthour, Etique, Euler, Fankhauser, Fehr, Feigenwinter, Flubacher, Friedli, Gehler, Giudici, Gloor, Grassi, Herczog, Hubacher, Jaggi, Keller, Köller Arnold, Lanz, Leuenberger Ernst, Martin, Mascarin, Mauch, MeyerBerne, Morf, Nauer, Neukomm, Pini, Renschler, RiesenFribourg, Rime, Robbiani, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Salvioni, Savary-Fribourg, Savary-Vaud, Schmid, Schmidhalter, Seiler, Stamm Judith, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Weber Monika, Weber-Arbon, Widmer, Zehnder, Ziegler (74) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Le Parlement a voté, en juin 1983, en application de la loi fédérale sur le logement du 4 octobre 1974, un crédit de programme supplémentaire de 1143 millions de francs pour encourager la construction et l'accession à la propriété de logements. Selon les prévisions faites à l'époque, ce montant devait suffire à couvrir les besoins nouveaux jusqu'à fin 1986. Or, cela ne sera pas le cas si l'on en croit l'Office fédéral du logement (OFL) qui, depuis quelques jours, s'adresse en ces termes aux requérants: «Les crédits mis à notre disposition pour 1984 sont épuisés. En ce qui concerne les crédits qui seront libérés par le Conseil fédéral pour l'année 1985, le nombre des demandes définitives parvenues à notre office est si élevé que cette tranche de crédit et, par la même, tout le crédit de programme voté par le Parlement en 1983, sont pratiquement épuisés. C'est pourquoi les nouvelles demandes définitives seront traitées seulement lorsque de nouveau crédits auront été consentis." Cette situation n'est pas tout à fait inattendue. Le rapport de gestion du Conseil fédéral pour 1983 la laissait entrevoir qui, après avoir relevé que la moitié des 1143 millions de crédits de programme votés en juin 1983 avaient été engagés au cours de la même année, attirait l'attention sur le fait que «malgré cet effort considérable, les dossiers des demandes concernant 4037 logements étaient en attente à la fin de l'année." A ce jour, ce dernier chiffre est largement dépassé. Il est donc probable que, comme on pouvait le craindre il y a quelques mois, l'OFL devra, en 1984, refuser l'aide fédérale pour 8000 à 9000 logements, dont environ 2000 maisons familiales. Cette situation est grave. Elle pose de sérieux problèmes aussi bien à ceux qui ont pour vocation de construire des logements d'utilité publique qu'aux personnes désireuses d'accéder à la propriété d'un logement ou d'une maison familiale. Elle compromet l'application, dans des conditions normales d'une loi dont l'utilité et l'efficacité sont reconnues par des milieux de plus en plus larges. La netteté du vote que le Conseil national a émis en faveur de l'aide fédérale au logement lors de la discussion sur la nouvelle répartition des
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5. Oktober 1984 N 1411 Motion Kopp **#ST#** **84.431.** **Motion Kopp** **Einfuhr** **von** **Fröschen** **Importation** **de** **grenouilles** _Wortlaut_ _der_ _Motion_ _vom 4._ _Juni 1984_ Artikel 9 Absatz 2 des Tierschutzgesetzes ermächtigt den Bundesrat, die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen aus Gründen des Artenschutzes zu regeln oder zu verbieten. Der Bundesrat wird aufgefordert, von seiner Kompetenz Gebrauch zu machen und die Ein-und Durchfuhr von lebenden Fröschen bzw. gefrorenen Froschschenkeln zu verbieten oder wenigstens massiv einzuschränken. Der Bundesrat wird weiter aufgefordert, mit den übrigen Importländern von lebenden Fröschen und Froschschenkeln Kontakt aufzunehmen und zu versuchen, sie zu einem ähnlichen Schritt zu bewegen. Sollten diese Bemühungen erfolglos sein, so ist als äusserstes Minimum Artikel 46 des Europäischen Übereinkommens für den Schutz von Tieren auf internationalen Transporten energisch Nachachtung zu verschaffen, wonach kaltblütige Tiere in Behältnissen und unter Bedingungen, insbesondere hinsichtlich Raum, Belüftung und Temperatur sowie erforderlichenfalls mit soviel Wasser und Sauerstoff zu befördern sind, wie es für die jeweilige Art als notwendig erachtet wird. Texte _de la_ _motion_ _du_ _4_ _juin_ _1984_ En vertu de l'article 9,2 [e] alinéa, de la loi sur la protection des animaux, le Conseil fédéral peut, pour des raisons relevant de la conservation des espèces, régler ou interdire l'importation, l'exportation et le transit d'animaux et de produits d'origine animale. Le Conseil fédéral est chargé de faire usage de ladite compétence et d'interdire ou, pour le moins, de réduire massivement l'importation et le transit de grenouilles vivantes ou de cuisses de grenouilles congelées. Il est en outre invité à prendre contact avec les autres pays qui importent des grenouilles vivantes et des cuisses de grenouilles et à les inciter à prendre des mesures analogues. Si ces démarches restaient vaines, il faut à tout le moins faire respecter scrupuleusement l'article 46 de la convention européenne sur la protection des animaux en transport international, qui dispose que les animaux à sang froid doivent être transportés dans des emballages appropriés et compte tenu des nécessités relatives notamment à l'espace, à la ventilation, à la température, à l'approvisionnement en eau et à l'oxygénation selon les conditions qu'exigé l'espèce considérée. _Mitunterzeichner_ _-_ _Cosignataires:_ Aliesch, Ammann-Bern, Bonny, Bremy, Cevey, Cincera, Dupont, Eppenberger-Nesslau, Flubacher, Früh, Giger, Giudici, Houmard, Hunziker, Kohler Raoul, Künzi, Loretan, Lüchinger, Mühlemann, Nef, Salvioni, Schule, Spoerri, Tschuppert, Wyss, Zwingli (26) _Schriftliche Begründung_ _-_ _Développement_ _par_ _écrit_ Im Jahre 1983 importierte die Schweiz rund 4 Millionen lebende Grünfrösche sowie rund 200 Tonnen tiefgefrorene Froschschenkel. Zur Gewinnung von 200 Tonnen Froschschenkeln werden, vorsichtig geschätzt, 4 Millionen Tiere gebraucht. Auch die lebenden Frösche werden vorwiegend für kulinarische Zwecke, zu einem verschwindend kleinen Teil für Forschungszwecke verwendet. Die lebenden Frösche stammen aus verschiedenen Ursprungsländern, vor allem aus der Türkei. Die gefrorenen Froschschenkel stammen vor allem aus Indien, das 1981 rund 4000 Tonnen exportierte, was einer Zahl von rund 80 Millionen Fröschen entspricht. Die Schweiz hat in Artikel 24 der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Natur- und Heimatschutz alle Lurche (Frösche, Unken, Kröten, Salamander und Molche) unter Schutz gestellt. Massgebend für diese unter Schutzstellung war nicht nur der Artenschutz, sondern auch die bedeutende ökologische Funktion dieser Tiere. Die Einfuhr von über 8 Millionen Fröschen für vorwiegend kulinarische Zwecke steht in tiefem Widerspruch zu dieser Erkenntnis. Zahlreiche Überlegungen sprechen für ein Verbot oder für eine ganz massive Einschränkung dieser Importe. Gründe des Tierschutzes: Das Fangen und der Versand von Fröschen, insbesondere aber die Gewinnung von Froschschenkeln sind äusserst grausam. Die Froschschenkel werden abgetrennt, solange das Tier noch am Leben ist. Der übrige Teil der Frösche, also rund 70 Prozent des Tieres, wird weggeworfen. Die lebenden Frösche werden unter Bedingungen transportiert, die in keiner Weise den Vorschriften von Artikel 46 des Europäischen Übereinkommens über den Schutz von Tieren auf internationalen Transporten entspricht. Die Tiere kommen oft in jämmerlichem Zustand an, viele sterben auf dem Transport. Gründe des Artenschutzes: Während allenfalls argumentiert werden kann, dass die Ursprungsländer selber für den nötigen Artenschutz zu sorgen hätten und es demzufolge nicht Aufgabe der importierenden Länder sein könne, sich Restriktionen aufzuerlegen, so muss mit aller Deutlichkeit festgehalten werden, dass die artfremden Frösche, die jeweils auf dem Transport entweichen, eine ernsthafte Gefährdung unserer einheimischen Amphibien darstellen. Gründe des ökologischen Gleichgewichts: Die Frösche haben für das Ökosystem eine grosse Bedeutung. Nicht nur sind sie natürliche Regulatoren der Insekten-, Krabben- und Nagetierbestände, sondern sind ihrerseits wichtiges Futter für verschiedene Vögel, Schildkröten und Säugetiere. Eine besonders wichtige Funktion kommt ihnen in den Reisanbaugebieten zu, weshalb beispielsweise die Volksrepublik China die Frösche unter Schutz gestellt hat. Ökologisch gesehen ist es tatsächlich ein Unsinn, zunächst die Frösche als natürliche Feinde der Krabben und kleineren Nager, die in Reisanbaugebieten besonders unerwünscht sind, zu töten, um nachher mit grossem finanziellem Aufwand Biozide mit den überall bekannten schädlichen Nebenwirkungen einzusetzen. Ethische Gründe: Auch aus ethischen Gründen ist es nicht zu verantworten, Millionen von Tieren zu töten, von welchen nur gerade die Schenkel als kulinarischer Leckerbissen verwendet werden, während der Rest (etwa 70 Prozent) weggeworfen wird. Auch wenn man die Ansicht vertreten kann, dass es primär Aufgabe der Exportländer sei, die nötigen Gesetze zu erlassen und vor allem durchzusetzen, um eine Destabilisierung eines Ökosystems zu verhindern, trifft auch die importierenden Länder eine Mitverantwortung, der wir uns nicht entziehen können. Die wohl gravierendste Konsequenz zeigt sich in Bangladesch. Mit zunehmendem Export von Fröschen steigt die Zahl der Kinder, die an den Folgen der Malaria sterben, die bekanntlich durch Fliegen übertragen wird. Fliegen bilden einen wesentlichen Teil der Froschnahrung. Die in der Begründung enthaltenen Zahlen stammen vorwiegend aus einem Artikel des Herpetologen René E. Honegger, publiziert im «Tages Anzeiger Magazin» vom 5. Mai 1984. _Schriftliche Stellungnahme_ _des_ _Bundesrates_ _vom 15._ _August 1984_ _Rapport_ _écrit_ _du_ _Conseil_ _fédéral_ _du 15_ _août 1984_ Die seit Jahren bedeutende Einfuhr von lebenden Fröschen und tiefgefrorenen Froschschenkeln zu Speisezwecken wird von den Veterinärbehörden des Bundes und der Kantone aufmerksam überwacht. Dabei wurde festgestellt, dass - den in die Schweiz importierten lebenden Fröschen die Schenkel erst entfernt werden, nachdem der Kopf mittels einer Schere oder eines scharfen Messers mit raschem Motion Meizoz 1412 N 5 octobre 1984 Schnitt abgetrennt worden ist. Die Schlachtung erfolgt somit in Übereinstimmung mit der Tierschutzgesetzgebung. Auf gleiche Weise soll, nach nicht näher überprüfbaren Mitteilungen, auch in der Türkei vorgegangen werden; - der Transport in der Regel in Übereinstimmung mit dem Europäischen Übereinkommen über den Schutz von Tieren auf internationalen Transporten und mit unserer Tierschutzgesetzgebung erfolgt. Lediglich bei etwa 5 Prozent der Sendungen lässt jeweils ein Teil der Transportbehälter zu wünschen übrig. Im Flughafen Genf, wo auch für Frankreich bestimmte Sendungen ankommen, wurde festgestellt, dass wegen der strengen schweizerischen Kontrollen die für unser Land bestimmten Sendungen durchwegs in besserem Zustand sind. Hohe Ausfuhrzahlen bedeuten nicht notwendigerweise, dass die Tierart dadurch gefährdet oder das ökologische Gleichgewicht gestört sind. Sie müssen in Beziehung zur Gesamtpopulation bzw. deren Vermehrungsmöglichkeiten gesetzt werden. Erst wenn festgestellt wird, dass der Natur mehr Tiere entnommen werden, als nachwachsen, besteht ein Grund für Eingriffe auf Grund der Vorschriften über den Artenschutz. Angaben über die Wildpopulationen von Fröschen fehlen, so dass niemand schlüssig feststellen kann, ob in den Exportländern eine Übernutzung vorliegt. Hinweise auf eine Übernutzung könnten sich aus der Feststellung ergeben, dass einzelne Exporteure in den letzten Jahren vermehrt untergewichtige Frösche geliefert haben. Eine solche Feststellung reicht jedoch für ein Einfuhrverbot nicht aus. Einzelne Exportländer, zum Beispiel Griechenland und Jugoslawien, schränken die Ausfuhr damit ein, dass sie diese erst nach Ende der Laichzeit zulassen. Die Bestände an Seefröschen in der Westschweiz gehen zurück auf entwichene oder absichtlich ausgesetzte Frösche, die zu Speisezwecken, für Tierversuche oder für private Gartenbiotope importiert wurden. Diese Populationen gefährden die geschützten einheimischen Froschbestände. Es sollte alles unternommen werden, um das Entstehen neuer Seefroschpopulationen durch weitere Importe zu verhindern. Der Bundesrat weiss, dass weite Bevölkerungskreise, namentlich in der deutschsprachigen Schweiz, das Töten von Fröschen zu Speisezwecken ablehnen. Er ist bereit zu prüfen, ob die Einfuhr von lebenden Fröschen und das Inverkehrbringen von Froschschenkeln zu Speisezwecken ganz verboten oder zumindest die Einfuhr saisonal beschränkt werden könnten. Der Erlass entsprechender Vorschriften liegt in der Kompetenz des Bundesrates. _Schriftliche Erklärung_ _des_ _Bundesrates_ _Déclaration écrite_ _du_ _Conseil_ _fédéral_ Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. _Überwiesen_ _als_ _Postulat_ _-_ _Transmis_ _comme postulat_ #ST# 84.455 **Motion** **Meizoz** **Wohnbauförderung** **Aide** **à la** **construction** **de** **logements** _Wortlaut_ _der_ _Motion_ _vom 14._ _Juni 1984_ Der Bundesrat wird gebeten, - die Massnahmen zu treffen oder vorzuschlagen, die erforderlich sind, um die vorgesehene Verwendung des 1983 beschlossenen Rahmenkredites so zu ändern, dass die für 1985 bestimmte Kredittranche bereits 1984 freigegeben werden kann; - dem Parlament einen Beschlussentwurf für einen neuen Rahmenkredit zu unterbreiten, der die ordentliche Durchführung des Wohnbauförderungsgesetzes mindestens bis zum 31. Dezember 1986 sichert. _Texte_ _de la_ _motion_ _du 14_ _juin_ _1984_ l!e Conseil fédéral est invité - à prendre ou à proposer les mesures utiles pour que le plan d'utilisation du crédit de programme voté en 1983 soit modifié de manière à rendre possible la libération, en 1984 déjà, de la tranche de crédit qui a été réservée jusqu'ici pour l'année 1985; - à soumettre au Parlement un projet d'arrêté ouvrant un nouveau crédit de programme propre à assurer une application normale de la loi fédérale sur le logement jusqu'au 31 décembre 1986 au moins. _Mitunterzeichner_ _-_ _Cosignataires:_ Ammann-Saint-Gall, Aregger, Biel, Blunschy, Borei, Bratschi, Braunschweig, Bundi, Butty, Candaux, Carobbio, de Chastonay, Chopard, Christinat, Clivaz, Columberg, Cottet, Cotti Gianfranco, Couchepin, Dafflon, Deneys, Dirren, Dupont, EggenbergThoune, Eggli-Winterthour, Etique, Euler, Fankhauser, Fehr, Feigenwinter, Flubacher, Friedli, Gehler, Giudici, Gloor, Grassi, Herczog, Hubacher, Jaggi, Keller, Koller Arnold, Lanz, Leuenberger Ernst, Martin, Mascarin, Mauch, MeyerBerne, Morf, Nauer, Neukomm, Pini, Renschier, RiesenFribourg, Rime, Robbiani, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Salvioni, Savary-Fribourg, Savary-Vaud, Schmid, Schmidhalter, Seiler, Stamm Judith, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Weber Monika, Weber-Arbon, Widmer, Zehnder, Ziegler (74) _Schriftliche Begründung_ _-_ _Développement_ _par_ _écrit_ Le Parlement a voté, en juin 1983, en application de la loi fédérale sur le logement du 4 octobre 1974, un crédit de programme supplémentaire de 1143 millions de francs pour encourager la construction et l'accession à la propriété de logements. Selon les prévisions faites à l'époque, ce montant devait suffire à couvrir les besoins nouveaux jusqu'à fin 1986. Or, cela ne sera pas le cas si l'on en croit l'Office fédéral du logement (OFL) qui, depuis quelques jours, s'adresse en ces termes aux requérants: «Les crédits mis à notre disposition pour 1984 sont épuisés. En ce qui concerne les crédits qui seront libérés par le Conseil fédéral pour l'année 1985, le nombre des demandes définitives parvenues à notre office est si élevé que cette tranche de crédit et, par la même, tout le crédit de programme voté par le Parlement en 1983, sont pratiquement épuisés. C'est pourquoi les nouvelles demandes définitives seront traitées seulement lorsque de nouveau crédits auront été consentis.» Cette situation n'est pas tout à fait inattendue. Le rapport de gestion du Conseil fédéral pour 1983 la laissait entrevoir qui, après avoir relevé que la moitié des 1143 millions de crédits de programme votés en juin 1983 avaient été engagés au cours de la même année, attirait l'attention sur le fait que «malgré cet effort considérable, les dossiers des demandes concernant 4037 logements étaient en attente à la fin de l'année.» A ce jour, ce dernier chiffre est largement dépassé. Il est donc probable que, comme on pouvait le craindre il y a quelques mois, l'OFL devra, en 1984, refuser l'aide fédérale pour 8000 à 9000 logements, dont environ 2000 maisons familiales. Cette situation est grave. Elle pose de sérieux problèmes aussi bien à ceux qui ont pour vocation de construire des logements d'utilité publique qu'aux personnes désireuses d'accéder à la propriété d'un logement ou d'une maison familiale. Elle compromet l'application, dans des conditions normales d'une loi dont l'utilité et l'efficacité sont reconnues par des milieux de plus en plus larges. La netteté du vote que le Conseil national a émis en faveur de l'aide fédérale au logement lors de la discussion sur la nouvelle répartition des
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Legislative
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Jahresbericht des Schweizerischen Dachverbands der Organisationen für Jugendaustausch Intermundo des Jahres 1988
42
Nach der Gründung der Interessensgemeinschaft 1987 war 1988 das erste operationelle Jahr des Verbandes, in dem das Sekretariat eröffnet und erste Aktivitäten durchgeführt wurden.
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1989-04-01
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![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Schweizerischer Dachverband der Organisationen für Jugendaustausch Association faîtière suisse des organisations d'échanges de jeunes Associazione svizzera delle organizzazioni per scambio di giovani ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) # JAHRESBERICHT 1988 RAPPORT ANNUEL 1988 RAPPORTO ANNUO 1988 ![img-2.jpeg](img-2.jpeg) | Inhaltsverzeichnis | Seite | | --- | --- | | 1. Unser Patronatskomitee | 1/2 | | 2. Bericht der Präsidentin | 3-5 | | 3. Tätigkeitsbericht der Geschäfts- stellen-Leiterin | 6-9 | | 4. Jahresrechnung 1988 und Bilanz per 31.12.1988 | 9-11 | | 5. Bericht der Revisoren | 11 | | 6. Zielsetzungen und Verbandsprogramm 1989 | 12/13 | | 7. Budget 1989 | 13/14 | | 8. Unsere Gönner | 14 | | 9. Porträt des Vorstandes 1988/89 | 15-18 | | 10. INTERMUNDO- Mitgliederverzeichnis | 18-20 | ## 1. Unser Patronatskomitee Die folgenden Persönlichkeiten unterstützen den Dachverband INTERMUNDO in seinem Gedanken «Förderung von Jugendaustausch»: ### lic. iur. Moritz Arnet, Generalsekretär EDK, Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, Bern ### Armin Baltensweiler, dipl. Ing. ETH, Präsident des Verwaltungsrates der Swissair, Zürich-Flughafen ### Professeur Lucius Caflisch, Direktor des «Institut des Hautes Etudes Internationales de l'Université de Genève», Genève ### Dr. Alfred Defago, Direktor des Bundesamtes für Kultur, Bern ### Prof. Dr. Rolf Dubs, Direktor des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Hochschule St. Gallen, St. Gallen ### Dr. Anton Keller, Nationalrat, Präsident der Parlamentarischen Gruppe für Jugendfragen, Untersiggenthal ### Dr. Karl Kennel, Präsident des Schweizerischen Roten Kreuzes, Bern ### Prof. Dr. Jost Krippendorf, Leiter der Koordinationsstelle für Ökologie | Sommaire | page | | --- | --- | | 1. Notre Comité de patronage | 1/2 | | 2. Rapport de la présidente | 3-5 | | 3. Rapport d'activité de la secrétaire générale | 6-9 | | 4. Comptes annuels 1988 et bilan au 31.12.1988 | 9-11 | | 5. Rapport des réviseurs | 11 | | 6. Objectifs généraux et programme de l'association 1989 | 12/13 | | 7. Budget 1989 | 13/14 | | 8. Nos donateurs | 14 | | 9. Portrait de notre Comité 1988/89 | 15-18 | | 10. Liste des membres INTERMUNDO | 18-20 | ## 1. Notre comité de patronage Les personnalités suivantes soutiennent INTERMUNDO et ses aspirations en matière de «Promotion des échanges de jeunes»: ### Moritz Arnet, Secrétaire général de la CDIP, Conférence suisse des directeurs cantonaux de l'Instruction publique, Berne ### Armin Baltensweiler, Président du conseil d'administration de Swissair, Zurich-Aéroport ### Lucius Caflisch, Professeur, directeur de l'Institut des Hautes Etudes Internationales de l'Université de Genève, Genève ### Alfred Defago, Directeur de l'Office fédéral de la culture, Berne ### Rolf Dubs, Professeur, directeur de l'Institut de pédagogie économique de l'Université de Saint-Gall, Saint-Gall ### Anton Keller, Conseiller national, Président du groupe parlementaire pour les questions de la jeunesse, Untersiggenthal ### Karl Kennel, Président de la Croix-Rouge suisse, Berne ### Jost Krippendorf, Professeur, directeur du service de coordination pour l'écologie de l'Université de Berne, Berne | Indice | pagina | | --- | --- | | 1. Il nostro comitato di patronato | 1/2 | | 2. Rapporto della presidente | 3-5 | | 3. Rapporto di attività della direttrice d'agenzia | 6-9 | | 4. Conti annuali 1988 e bilancio al 31.12.1988 | 9-11 | | 5. Rapporto dei revisori | 11 | | 6. Obiettivi e programma dell'organizzazione per il 1989 | 12/13 | | 7. Budget 1989 | 13/14 | | 8. I nostri sostenitori | 14 | | 9. Ritratto della nostra direzione 1988/89 | 15-18 | | 10. Lista dei membri INTERMUNDO | 18-20 | ## 1. Il nostro comitato di patronato Le seguenti persone sostengono INTERMUNDO nella sua filosofia per «promuovere lo scambio di giovani»: ### lic. iur. Moritz Arnet, segretario generale EDK, Conferenza svizzera dei direttori cantonali per l'educazione, Berna ### Armin Baltensweiler, dipl. Ing. ETH, presidente del consiglio di amministrazione Swissair, aeroporto Zurigo ### Prof. Lucius Caflisch, direttore dell'institut des Hautes Etudes Internationales de l'Université de Genève», Ginevra ### Dr. Alfred Defago, direttore dell'Ufficio federale della cultura, Berna ### Prof. Dr. Rolf Dubs, direttore dell'Istituto per la pedagogia economica dell'Università di San Gallo, San Gallo ### Dr. Anton Keller, consigliere nazionale, presidente del gruppo parlamentare per le questioni giovanili, Untersiggenthal ### Dr. Karl Kennel, presidente della Croce Rossa Svizzera, Berna ### Prof. Dr. Jost Krippendorf, direttore del Centro di coordinamento per l'ecologia dell'Università di Berna, Berna ![img-3.jpeg](img-3.jpeg) ### Unser Patronatskomitee Die folgenden Persönlichkeiten unterstützen INTERMUNDO in seinem Gedanken «Förderung von Jugendaustausch»: **Jules Kyburz,** Präsident der Verwaltungsdelegation des Migros-Genossenschafts-Bundes, Zürich **Dr. Fritz Leutwiler,** Präsident des Verwaltungsrates BBC, BBC Brown Boveri AG, Baden **François Loeb,** Nationalrat, Muri **Prof. Dr. Andreas Müller,** Nationalrat, Europarat, Europa-Union, Gontenschwil **Dr. iur. Lili Nabholz,** Nationalrätin, Zürich **Jutta Prager,** Generaldirektorin, Mövenpick, Adliswil **Leni Robert,** Erziehungsdirektorin des Kantons Bern, Regierungsrätin, Bern **Guy-Olivier Segond,** Nationalrat, Präsident der eidg. Kommission für Jugendfragen, Stadtpräsident von Genf **Rosemarie Simmen,** Ständerätin, Solothurn **Marco Solari, lic. sc. soc.,** Delegierter des Bundesrates für die 700-Jahr-Feier, Direktor der Tessiner Fremdenverkehrszentrale, Bellinzona **Dr. iur. Judith Stamm,** Nationalrätin, Luzern **Monika Weber,** Generalsekretärin des Schweizerischen Kaufmännischen Verbandes, Ständerätin, Zürich ### Notre comité de patronage Les personnalités suivantes soutiennent INTERMUNDO et ses aspirations en matière de «Promotion des échanges de jeunes»: **Jules Kyburz,** Président de la délégation administrative de la Fédération des coopératives Migros, Zurich **Fritz Leutwiler,** Président du conseil d'administration de la BBC, BBC Brown Boveri AG, Baden **François Loeb,** Conseiller national, Muri **Andreas Müller,** Professeur, Conseiller national, Conseil de l'Europe, Union européenne, Gontenschwil **Lili Nabholz,** Conseillère nationale, Zurich **Jutta Prager,** Directrice générale, Mövenpick, Adliswil **Leni Robert,** Directrice du Département de l'Instruction publique du canton de Berne, Conseillère d'Etat, Berne **Guy-Olivier Segond,** Conseiller national, Président de la Commission fédérale pour la jeunesse, Maire de Genève, Genève **Rosemarie Simmen,** Conseillère aux États, Soleure **Marco Solari,** Délégué du Conseil fédéral pour la fête des 700 ans, Directeur de la Centrale tessinoise du tourisme **Judith Stamm,** Conseillère nationale, Lucerne **Monika Weber,** Secrétaire générale du Syndicat Suisse du commerce, Conseillère aux États, Zurich ### Il nostro comitato di patronato Le seguenti persone sostengono INTERMUNDO nella sua filosofia per «promuovere lo scambio di giovani»: **Jules Kyburz,** presidente della delegazione d'amministrazione della Federazione delle cooperative Migros, Zurigo **Dr. Fritz Leutwiler,** presidente del consiglio di amministrazione BBC, BBC Brown Boveri SA, Baden **François Loeb,** consigliere nazionale, Muri **Prof. Dr. Andreas Müller,** consigliere nazionale, consiglio d'Europa, Unione europea, Gontenschwil **Dr. iur. Lili Nabholz,** consigliere nazionale, Zurigo **Jutta Prager,** direttrice generale, Mövenpick, Adliswil **Leni Robert,** direttrice dell'istruzione pubblica per il Canton Berna, consigliere di Stato, Berna **Guy-Olivier Segond,** consigliere nazionale, presidente della commissione federale per la gioventù, sindaco di Ginevra, Ginevra **Rosemarie Simmen,** consigliere agli Stati, Soletta **Marco Solari, lic. sc. soc.,** delegato del consiglio federale per il settecentennale, direttore dell'Ente Ticinese per il Turismo, Bellinzona **Dr. iur. Judith Stamm,** consigliere nazionale, Lucerna **Monika Weber,** segretaria generale dell'Associazione Svizzera dei Commercianti, consigliere agli Stati, Zurigo ![img-4.jpeg](img-4.jpeg) Evi Rigg ## 2. Bericht der Präsidentin Nach der Gründung der «Interessengemeinschaft zur Förderung von Jugendaustausch (IFJA)» im Mai 1987 war das Jahr 1988 das erste operationelle Geschäftsjahr des jungen Verbandes. Nach der Aufbauphase wurde das Sekretariat eröffnet, und die ersten geplanten Aktivitäten konnten in Angriff genommen werden. Der neue Begriff «INTERMUNDO» und unser neues Logo haben sich in weiten Kreisen gut eingeprägt und ersetzen den schwerfälligen Begriff «IFJA». Das INTERMUNDO-Team, bestehend aus einer festangestellten Leiterin des Sekretariates und sechs ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern, hat im vergangenen Jahr eine ganze Anzahl Grundsteine gelegt und Vorarbeiten geleistet für die Tätigkeit in den kommenden Jahren: - Bei unserer Informations- und Beratungsstelle in Bern wurden alle bestehenden Angebote im Bereich Jugendaustausch gesammelt. Für Verbände und Organisationen, Lehrer, Berufsberater und andere Schlüsselpersonen des Jugendaustausches ist damit erstmals eine zentrale Anlaufstelle vorhanden. - Die Offentlichkeitsarbeit wurde mit einer Pressekonferenz im Mai 1988 in Bern gestartet, an welcher rund 20 Me dienvertreter teilnahmen. Berichte über unseren Dachverband erschienen im vergangenen Jahr in rund 25 Publikationen in allen Landesteilen. Ein langfristiges PR-Konzept wurde vom verantwortlichen Vorstandsmitglied ausgearbeitet und vom Vorstand verabschiedet. - Das Verbandsprogramm für die nächsten fünf Jahre wurde vom Vorstand verabschiedet, und die entsprechenden Massnahmen für die kommenden zwei Jahre sind eingeleitet worden. - Die Dokumentation für die Mittelbeschaffung wurde in deutscher und französischer Sprache erstellt. Im November 1988 wurden die ersten Anfragen an schweizerische Grossunternehmen verschickt. Bis Ende April 1989 wurden rund 130 Firmen schriftlich und telefonisch kontaktiert. Es wurden uns bis Ende April 1989 insgesamt Fr. 41500.11988: Fr. 8500.-, 1989: Fr. 33000.-I zugesprochen. - Das Beziehungsnetz zu Politikern, Wirtschaftsführern und Schlüsselpersonen wurde ausgebaut. In unserem Patronatskomitee sind heute 20 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft vereint, welche unsere Bemühungen unterstützen. ## 2. Rapport de la présidente Après la fondation de la «Communauté d'action pour la promotion des échanges de jeunes (IFJAI» en mai 1987, I'année 1988 a été le premier exercice opérationnel de la jeune association. Après une période de préparation, le secrétariat s'est ouvert et les premières activités du programme ont commencé. Le nouveau nom «INTERMUNDO» et notre nouvel emblème se sont largement répandus et remplacent l'ancienne dénomination plus complexe «IFJA». L'équipe d'INTERMUNDO qui se compose de la responsable permanente du secrétariat et de six membres du Comité bénévoles a posé l'an dernier de nombreux jalons et effectué des travaux préparatoires à l'activité de ces prochaines années: - Dans notre service d'information et de consultation à Berne, un inventaire a été établi de toutes les offres existantes en matière d'échanges de jeunes. Les associations et les organisations, les enseignants, les conseillers en orientation professionnelle et autres personnes-clés pour les échanges de jeunes disposent ainsi pour la première fois d'un service d'information central. - Le travail dans le domaine des relations publiques a débuté par une conférence de presse qui avait lieu en mai 1988 à Berne, à laquelle participaient une vingtaine de représentants des médias. Durant l'année écoulée, des articles consacrés à notre association faîtière ont paru dans 25 journaux et revues de tout le pays. Une straté-gie concernant les relations publiques à long terme a été conçue par le membre du Comité responsable et adoptée par le Comité. - Le programme de l'association pour les cinq prochaines années a été adopté par le Comité et les mesures nécessaires pour les deux années à venir ont été prises. - La documentation en vue de la collecte de fonds d'Intermunda a été réalisée en allemand et en français. Les premières demandes écrites aux grandes entreprises suisses ont été faites en novembre 1988. A la fin d'avril 1989, 130 entreprises avaient été contactées par voie écrite et par téléphone. A la fin d'avril, Fr. 41500.- nous avaient été versés 11988: Fr. 8500.-, 1989: Fr. 33000.-I. - Le réseau de contacts avec des politiciens, des dirigeants de l'économie et des personnes-clés a été mis en place. 20 personnalités du secteur économi- ## 2. Rapporto della presidente Dopo la fondazione della «Società d'interesse per promuovere lo scambio di giovani (IFJA)» nel maggio 1987, il 1988 era il primo anno di attività della giovane associazione. Dopo la fase organizzativa è stato aperto il segretariato e si sono intraprese le prime attività previste. Il nuovo concetto «INTERMUNDO» e il nostro nuovo motto hanno fatto presa in ampie cerchie e sostituiscono il difficile concetto «IFJA». II team INTERMUNDO, composto da una direttrice del segretariato impiegata a tempo pieno e da sei membri volontari della direzione, lo scorso anno ha fissato le basi e fatto i preparativi per l'attività del prossimo anno: - Presso il nostro ufficio di informazione e di consulenza a Berna si sono raccolte tutte le possibili offerte nell'ambito dello scambio di giovani. Per la prima volta esiste un centro promozionale cui possono rivolgersi associazioni e organizzazioni, maestri, orientatori professionali e altre persone che hanno a che fare con lo scambio di giovani. - L'attività pubblica è iniziata nel maggio 1988 a Berna con una conferenza stampa, alla quale hanno partecipato circa venti esponenti dei mass media. Lo scorso anno articoli sulla nostra associazione sono apparsi su circa 25 pubblicazioni in tutte le parti del paese. II membro della direzione responsabile delle pubbliche relazioni ha elaborato un concetto a lunga scadenza approvato dal presidente. - Il programma dell'associazione per i prossimi cinque anni è stato approvato dal presidente e si sono introdotte le rispettive misure per i prossimi due anni. - La documentazione per l'acquisizione di mezzi è stata stesa in tedesco e in francese. Nel novembre 1988 si sono spedite le prime richieste alle grosse imprese svizzere. Nel mese di aprile 1989 sono state contattate telefonicamente e per iscritto circa 130 ditte. Fino alla fine del mese di aprile di quest'anno ci sono pervenuti in tutto fr. 41.500.- 11988: fr. 8.500.-, 1989 fr. 33.000.-I. - Sono aumentate le relazioni con politici, imprenditori e persone influenti. Attualmente nel nostro comitato di patronato ci sono 20 esponenti provenienti dall'economia, dalla politica e dalla scienza, che appoggiano i nostri intenti. - Das erste Weiterbildungsseminar für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Organisationen wurde Anfang Dezember in der Nähe von Fribourg durchgeführt. 25 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erarbeiteten sich unter der Leitung von Alfred Fetscherin bessere Kenntnisse im Umgang mit den Medien. - In Zusammenarbeit mit dem Gestalter unseres Verbandlogos haben wir das erste gesamtschweizerische Austauschverzeichnis in Druck gegeben. Darin wird das Programmangebot aller unserer Mitglieder aufgelistet. Das Verzeichnis erscheint inskünftig jährlich. - Wir engagierten uns in verschiedenen Gremien zu den Vorarbeiten für die Projektierung der 700-Jahr-Feier. Mit dem Gemeindeverband Surselva und den Kurdirektoren der Surselva haben wir der Bündner Regierung eine Projektskizze für ein Jugendaustauschlager 1991 eingereicht. Mit dem Bundesamt für Kultur (BAK) und der Schweiz. Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) sind wir im Gespräch bezüglich weiterer Zusammenarbeit von Projekten, welche eingereicht wurden. Wir haben uns bei verschiedenen Gesprächspartnern über die Einführung der sogenannten Carte jeune informiert. Diese Vergünstigungskarte für Jugendliche möchte man gemäss einer europäischen Koordination auch in der Schweiz einführen. INTERMUNDO ist stark daran interessiert, an diesem Projekt mitzuarbeiten, da die internationale Verflechtung resp. Gültigkeit dieser Karte sehr bedeutend ist. Neben diesen grösseren Arbeitsgebieten gab es im vergangenen Verbandsjahr kleinere Projekte, wie z. B. die Gespräche mit der Rektorenkonferenz des Kantons Zürich bezüglich Qualitätskriterien und Zeitraster von Mittelschulprogrammen oder die Erarbeitung eines Projektvorschlages für ein Austauschprogramm für Lehrlinge. Der Vorstand, das Sekretariat und unsere Mitglieder sahen sich aber auch im vergangenen Jahr mit einer ganzen Anzahl von Problemen konfrontiert; ein paar Beispiele seien als Illustration für die Situation des Jugendaustausches in der Schweiz hervorgehoben: - Die Mittelbeschaffungs-Kampagne beansprucht unerhört viel Zeit und Einsatz. Der Erfolg hält sich aber in Grenzen. Man ist sich zwar in weiten Kreisen der Wichtigkeit von Austauschprogrammen bewusst und lobt unsere Tätigkeit, hat aber die Mittel bereits anderweitig vergeben und/oder ist nicht bereit, die verfügbaren Mittel dafür einzusetzen. que, politique et scientifique qui soutiennent nos aspirations font maintenant partie de notre Comité de patronage. - Le premier séminaire de perfectionnement à l'intention des collaborateurs et collaboratrices de nos organisations a eu lieu au début de décembre 1988 près de Fribourg. Les 25 participantiels ont pu améliorer leur approche des médias grâce au concours du spécialiste Alfred Fetscherin. - En collaboration avec l'auteur de l'emblème de notre association, nous avons donné à imprimer le premier inventaire des échanges comprenant l'ensemble de la Suisse. On y trouve la description du programme de tous nos membres. Par la suite, cet inventaire sera réactualisé et publié chaque année. - Nous nous sommes engagés dans diverses instances dans le cadre des travaux préparatoires de la future Fête des 700 ans. En collaboration avec l'association intercommunale de la Surselva et les directeurs des stations thermales de la Surselva, nous avons soumis au gouvernement grison une esquisse de projet pour un camp d'échanges de jeunes en 1991. Nous sommes en pourparlers avec l'Office fédéral de la culture et le Cartel suisse des associations de jeunesse (CSAJ) quant à la poursuite de notre collaboration pour d'autres projets qui ont été soumis. - Nous nous sommes également informés auprès de divers partenaires sur l'introduction de la Carte jeune. On souhaiterait introduire cette carte de réduction pour les jeunes en Suisse aussi, en s'appuyant sur le modèle de la CE. INTERMUNDO est vivement intéressée à collaborer à ce projet car la valeur internationale de cette carte let ses imbrications) sont très importantes. Parallèlement à ces vastes domaines d'activité, il y a eu l'an dernier de petits projets, comme par exemple les entretiens avec la Conférence des recteurs du canton de Zurich à propos des critères de qualité et de la durée des programmes destinés aux gymnases ou encore l'élaboration d'une proposition de projet pour créer un programme d'échanges destiné aux apprentis. Le Comité, le secrétariat et nos membres ont été toutefois confrontés l'an dernier à un grand nombre de problèmes. Nous citons ici quelques exemples car ils illustrent bien la situation des échanges de jeunes en Suisse: - La récolte de fonds exige un investissement énorme, y compris en temps. Le - All'inizio di dicembre, vicino a Friburgo, si è tenuto il primo seminario di perfezionamento per i collaboratori e le collaboratrici delle nostre organizzazioni. Sotto la direzione di Alfred Fetscherin 25 partecipanti hanno approfondito le loro conoscenze sul mass media. - In collaborazione con l'ideatore del motto della nostra associazione abbiamo pubblicato il primo catalogo degli scambi per tutta la Svizzera. Contiene tutte le possibilità previste dei nostri membri. Il catalogo sarà pubblicato ogni anno. - Durante l'organizzazione per la progettazione del settecentennale ci siamo ingaggiati in seno a diversi collegi. Con l'associazione dei comuni Surselva e del direttore della pro Surselva abbiamo presentato al governo grigionese degli schizzi per un progetto per un campo per scambio di giovani nel 1991. Ci siamo pure messi in contatto con l'Ufficio federale per la cultura e la comunità svizzera di lavoro delle associazioni giovanili per altre possibili collaborazioni a progetti che sono già stati presentati. - Ci siamo pure informati presso vari interlocutori sull'introduzione della cosiddetta «carte jeune». Si vorrebbe introdurre anche in Svizzera questa tessera risparmio per i giovani seguendo il modello della Comunità europea. Intermundo è seriamente interessato a collaborare a questo progetto poiché la diffusione e la validità di questa carta sono molto significative. Oltre a queste attività più importanti l'associazione ha partecipato a progetti più piccoli come ad esempio i colloqui con la conferenza dei rettori del canton Zurigo sui criteri di qualità e sulla griglia oraria del programma delle scuole medie, o come l'elaborazione di una proposta di progetto per un programma di scambio per apprendisti. Comunque anche lo scorso anno la direzione, il segretariato e anche i nostri membri si sono confrontati con un gran numero di problemi. Quale esempio della situazione dello scambio di giovani in Svizzera, ne riportiamo qualcuno: - La campagna per l'acquisizione di mezzi richiede molto tempo e molto impegno. Il successo è invece limitato. Nonostante l'importanza di un programma di scambio e il fatto che le nostre attività siano riconosciute e stimate in larghi ambienti, si usano i mezzi per altri scopi e/o non si è pronti a metterceli a disposizione. - Nonostante le estese relazioni di alcuni - Trotz gut ausgebauter Beziehungen einiger unserer Mitglieder ist der politische Teil unserer Arbeit im nationalen und vor allem im internationalen Bereich aufwendig und kompliziert. Allein das Ergründen von Strukturen kann kaum effizient erarbeitet werden. So hängt ein genügender Informationsfluss resp. -stand mit den entsprechenden Einflussmöglichkeiten oft vom Zufall ab. - Zunehmend bekommen unsere Mitglieder in ihren internationalen Verbänden zu spüren, wie stark andere Länder von ihren Regierungen oder von staatlichen Organisationen unterstützt und gefördert werden. Gerade im europäischen Bereich wird es für die Schweiz immer schwieriger, bei den entsprechenden Austauschprogrammen mitzumachen. Wir können auch bei der Gestaltung neuer innereuropäischer Programme nicht mitreden und werden als Gastland nicht berücksichtigt. Unser erstes operationelles Verbandsjahr hat die wichtigsten Grundlagen für den weiteren erfolgreichen Aufbau von INTERMUNDO geschaffen. Ich danke allen Vorstandsmitgliedern und unserer Geschäfts-stellen-Leiterin für ihre professionelle Mitarbeit. Dank gebührt auch dem Bundesamt für Kultur, welches mit einer Starthilfe die Schaffung unseres Dachverbandes und einer Informations- und Beratungsstelle erst ermöglichte. Ein herzliches Dankeschön geht an alle unsere Gönner und Sponsoren, welche unseren Dachverband finanziell unterstützen. Wir sind auf dem Weg, gemeinsam stärker zu werden und unsere hochgesteckten Ziele zu erreichen! Mönchaltorf, im April 1989 Evi Rigg Präsidentin INTERMUNDO succés est toutefois limité. De larges cercles sont sans doute conscients de l'importance des programmes d'échanges et approuvent notre activité mais ils ont déjà accordé des fonds ailleurs et/ou ne sont pas disposés à engager les moyens disponibles. - Bien que certains de nos membres disposent d'un bon réseau de relations, la partie politique de notre travail dans le domaine national et international surtout est très astreignante et compliquée. Il est même difficile de s'informer efficacement des structures existantes. De ce fait, c'est souvent un hasard si l'information est suffisante et parvient aux destinataires bénéficiant d'une influence. - Au sein de leurs associations internationales, nos membres réalisent de plus en plus à quel point d'autres pays sont soutenus et encouragés par leur gouvernement ou par des organisations officielles. Au niveau européen notamment, il sera de plus en plus difficile pour la Suisse de participer aux programmes d'échanges. Nous ne pouvons pas non plus intervenir dans la conception de nouveaux programmes intra-européens et ne sommes pas pris en considération comme pays d'accueil. Le premier exercice opérationnel de notre association a posé des jalons essentiels qui permettront de poursuivre avec succès la mise en place d'INTERMUNDO. Je remercie ici tous les membres du Comité et la responsable du secrétariat pour leur collaboration efficace. Un vif merci aussi à l'Office fédéral de la culture qui, grâce à un subside de départ, a rendu possible la création de notre association faîtière et l'ouverture d'un service d'information et de consultation. Un chaleureux merci aussi à l'adresse de tous les donateurs et sponsors qui ont soutenu notre association faîtière. Grâce à nos efforts communs, nous sommes en voie de gagner en influence et de nous rapprocher de nos objectifs exigeants. Mönchaltorf, avril 1989 Evi Rigg Présidente d'INTERMUNDO dei nostri membri, la parte politica del nostro lavoro a livello nazionale e soprattutto internazionale, è laboriosa e complessa. Le strutture non possono essere elaborate con efficienza. Per questo il livello e il flusso minimo di informazioni e le rispettive possibilità di influenza dipendono spesso dal caso. - Nelle loro associazioni internazionali i nostri membri realizzano sempre più come altri paesi siano sostenuti e stimolati dal loro governo e da organizzazioni statali. Proprio in campo europeo dovento sempre più difficile per la Svizzera partecipare agli equivalenti programmi di scambio. Anche nell'allestimento di nuovi programmi europei non possiamo prendere posizione e non veniamo considerati come paese ospitante. Il nostro primo anno di attività quale associazione ha creato le basi principali per un futuro promettente di INTERMUNDO. Ringrazio tutti i membri della direzione e la direttrice delle agenzie per la loro collaborazione professionale. Un ringraziamento va anche all'Ufficio federale per la cultura, che, con un aiuto iniziale, ha permesso la creazione della nostra associazione e di un ufficio di informazione e consulenza. Un sentito ringraziamento va anche a tutti i nostri sostenitori e sponsor che ci hanno sostenuti finanziariamente. Insieme stiamo diventando più forti e stiamo raggiungendo gli scopi che abbiamo auspicato. Mönchaltorf, aprile 1989 Evi Rigg Presidente INTERMUNDO ![img-5.jpeg](img-5.jpeg) Anita Büttiker ## 3. Tätigkeitsbericht der Geschäftsstellen-Leiterin Am 1. Februar 1988 nahm ich die Arbeit für INTERMUNDO auf. Zuerst galt es, die notwendige Infrastruktur für unsere Infor-mations- und Beratungsstelle an der Brunngasse 16 in Bern zu schaffen. Meine Haupttätigkeit lag in der Beratung von Jugendlichen, Eltern, Berufsberatern sowie weiteren Interessierten hinsichtlich Jugend-austausch-Angebote unserer Mitgliederorganisationen. Insbesondere nach der Pressekonferenz und einem Interview im Radio Suisse Romande konnte ich mich der Anfragen kaum erwehren, was erstmals ganz klar aufzeigte, dass ein grosses Bedürfnis nach einer allgemeinen Anlaufstelle für Ju-gendaustauschfragen besteht. Die eingetroffenen Anfragen habe ich nach verschiedenen Kriterien fortlaufend statistisch erfasst. Nach einem Jahr Ife bruar 1988 bis Januar 19891 ergeben sich die folgenden Grafiken: ## Auflistung nach den gefragten Ländern, in welche der/die Interessent/in verreisen möchte ## 3. Rapport d'activité de la secrétaire générale J'ai commencé mon travail à INTERMUNDO le ler février 1988. Il s'est agi d'abord de mettre en place l'infrastructure nécessaire pour notre service d'information et de consultation à la Brunngasse 16 à Berne. L'essentiel de mon travail a été d'informer des jeunes, des parents, des conseillers en orientation professionnelle et autre intéressés sur l'offre de nos organisations membres en matière d'échanges de jeunes. A la suite de la conférence de presse et d'une interview à la Radio Suisse Romande notamment, j'ai été assaillie de questions: cela révélait clairement que l'ouverture d'un service d'information général sur les échanges de jeunes correspondait à un véritable besoin. En respectant différents critères, j'ai relevé statistiquement de manière continue les demandes que je recevais. Au bout d'un an lfévrier 1988 à janvier 1988), le résultat se présente comme suit: ## Classement en fonction des pays où l'intéressé(e) souhaiterait aller ## 3. Rapporto d'attività della direttrice d'agenzia Ho iniziato a lavorare per INTERMUNDO nel febbraio 1988. Si trattava innanzitutto di creare le infrastrutture necessarie per il nostro ufficio di informazioni e consulenza alla Brunngasse 16 a Berna. La mia attività principale consisteva nella consulenza per giovani, genitori, orientatori professionali e altre persone interessate alle offerte di scambi di giovani delle nostre organizzazioni associate. In particolare dopo la conferenza stampa e un'intervista alla «Radio Suisse Romande», non ho potuto far fronte alle numerose domande, il che ha mostrato per la prima volta che esiste una forte esigenza di un centro per lanciare lo scambio di giovani. Ho elaborato le richieste statisticamente, secondo vari criteri, e dopo un anno lfebbraio 1988 fino a gennaio 1989), si hanno i seguenti grafici: ## Rappresentazione secondo i paesi nei quali l'interessato(a) vorrebbe andare ![img-6.jpeg](img-6.jpeg) - ad USA/Kanada: auf die USA entfallen $37,5 \%$, auf Kanada 3,25\% - ad restl. Europa: v. a. Italien, Spanien, Skandinavien, Belgien, Dänemark - ad Südamerika/Afrika/Asien: Verteilung ca. je $1 / 2$ pro Kontinent - à propos de USA/Canada: 37,5\% des demandes pour les USA, 3,25\% pour le Canada - à propos des autres pays européens: e.a. en Italie, en Espagne, en Scandinavie, en Belgique, au Danemark - à propos de Amérique du Sud/Afrique/ Asie: la répartition est à peu près d'un tiers par continent. - USA/Canada: per USA 37,5\%, per il Canada 3,25\% - resto dell'Europa: soprattutto Italia, Spagna, Scandinavia, Belgio, Danimarca - America del Sud/ Africa/Asia: circa un terzo per continente ## Angaben über die gewünschte Aufenthaltsdauer - ad 1-7 Wochen: v. a. Anfragen für die Sommerferien ## Données sur la durée du séjour à l'étranger souhaitée par l'intéressé(e) - à propos de 1-7 semaines: ces demandes concernent principalement les vacances d'été ## Durata del soggiorno; per quanto tempo l'interessato(a) desidera trattenersi all'estero - 1-7 settimane: soprattutto richieste per le vacanze estive ![img-7.jpeg](img-7.jpeg) ## Angaben über das Alter des/der Interessenten/in Bemerkung zu den Kategorien «Länder, Dauer und Alter»: Da die Anfragen oft nur allgemein lauteten - ohne spezielle Angabe eines Landes oder der Aufenthaltsdauer -, konnten diese Kategorien nicht vollständig ausgefüllt werden. Folgende Anfragen, welche nicht durch die bestehenden Angebote abgedeckt werden können, kamen sehr oft vor: ## Australien: Angebote für über 18jährige BRD: Sommerferienaufenthalte lin Familien oder mit Arbeitseinsatzl für Westschweizer ## Frankreich/Westschweiz: Sommerferienaufenthalte in Familien oder mit Arbeitseinsatz für Deutschschweizer ## Grossbritannien: Angebote für Jugendliche ab 18 Jahren ## Kanada: Angebote für Jugendliche ab 18 Jahren USA: Schulaufenthalte lnicht Sprachschuleni von 1 Jahr für über 18jährige ## Données concernant l'âge de l'intéressé(e) Remarque concernant les catégories «Pays, durée et âge»: Comme les demandes étaient souvent très générales sans mention spécifique d'un pays ou de la durée du séjour, ces catégories n'ont pas pu être remplies complètement. Voici des demandes qui sont revenues fréquemment et ne peuvent pas être satisfaites par l'offre existante: ## Australie: offres pour des jeunes de plus de 18 ans ## RFA: séjours durant les vacances d'été Idans des familles ou liés à un travaili pour de jeunes Suisses romands ## France/Suisse romande: séjour durant les vacances d'été Idans des familles ou lié à un travaili pour de jeunes Suisses alémaniques ## Grande-Bretagne: séjours pour des jeunes ayant plus de 18 ans Canada: séjours pour des jeunes ayant plus de 18 ans USA: séjours d'un an dans une école Ipas une école de languel pour des jeunes ayant plus de 18 ans ## Età dell'interessato(a) Osservazioni sulle categorie «paese, durata e età»: Siccome spesso le richieste sono di tipo generale - non vengono specificati il paese o la durata del soggiorno - queste categorie non hanno potuto essere formulate in modo esauriente. Sono molto frequenti le seguenti richieste che non possono essere soddisfatte dalla nostra offerta: ## Australia : offerte per ragazzi di più di 18 anni ## RFT: soggiorni durante le ferie estive presso famiglie o con impegno lavorativo per Svizzeri romandi ## Francia, Svizzera romanda: soggiorni durante le ferie estive lpresso famiglie o con impegno lavorativol per Svizzeri tedeschi ## Gran Bretagna: offerte per giovani a partire dai 18 anni compiuti ## Canada: offerte per giovani a partire dai 18 anni compiuti ## USA: soggiorni scolastici Inon scuole linguistiche di un anno per giovani con più di 18 anni Nebst der Leitung der Informations- und Beratungsstelle war das erste Jahr geprägt durch die Aufbauarbeit mit dem Vorstand. Darunter fielen u. a. folgende Arbeiten: - Einladung zur Pressekonferenz, Erstellen der Pressedokumentation - Herausgabe des INTERMUNDO-Bulletins lquartalsweise! - Erstellen der Fundraising-Dokumentationsmappe in Deutsch und Französisch, Versand an 130 Grossunternehmungen der Schweiz - Erstellen der Buchhaltung und des Jahresabschlusses - Erstellen des 1. Austausch-Verzeichnisses - Detailorganisation des 1. Weiterbil-dungs-Seminars - Vorbereitungsarbeiten der Aufnahmedesuche für 10 Kontaktmitglieder und 2 Aktivmitglieder ## Verbandsmitglieder und ihre Tätigkeiten Die dem Verband angeschlossenen Organisationen ermöglichten 1988 insgesamt rund 2200 Jugendlichen einen Auslandaufenthalt resp. einen Aufenthalt in der Schweiz. Rund 30 Länder waren in einem oder mehreren Programmen involviert. Der Verband zählte per Ende 1988 insgesamt 11 Aktivmitglieder, 9 Kontaktmitglieder und ein Gönnermitglied. Im Vorstand sind 6 verschiedene Jugendaustausch-Organisationen vertreten. ## Weiterbildungsmöglichkeiten Im Verlaufe des Jahres konnte ich an zwei Seminaren von Mitgliederorganisationen teilnehmen: AFS: Europäisches Seminar über Motivation und Rekrutierung von freiwilligen Mitarbeitern in Jugendaustauschorganisationen, in der Kartause Ittingen TG, vom 16.22.4. 1988. Experiment for International Living: Publicity-Seminar, Kilkenny City, Irland, vom 16.-20.11. 1988. Beide Seminarien waren eine sehr wertvolle Ergänzung zu meiner Tätigkeit. ## Ausblick Die Informations- und Beratungsstelle kommt mehr und mehr zum Tragen, da durch die kontinuierliche Information der Mitgliederorganisationen ein Schneeballeffekt erzeugt wird und unsere Dienstleistungen immer weiteren Kreisen bekannt werden. Indiz dafür sind auch die laufenden Anfragen über Austauschmöglichkei- A côté de la gestion du service d'information et de consultation, la première année a été une année de mise en place en collaboration avec le Comité. Nous citerons ici notamment les travaux suivants: - invitation à la conférence de presse, préparation d'une documentation à l'attention de la presse - publication du bulletin d'INTERMUNDO Itrimestriel! - préparation du dossier d'information en allemand et en français en vue de la collecte de fonds; envoi à 130 grosses entreprises de Suisse - tenue de la comptabilité et établissement du bilan de fin d'année - préparation du ler inventaire des échanges - organisation détaillée du ler séminaire de perfectionnement - travaux préparatoires pour la demande d'adhésion de 10 membres correspondants et de 2 membres actifs ## Membres de l'association et leurs activités Les organisations membres de l'association ont permis en 1988 à environ 2200 jeunes d'effectuer un séjour à l'étranger ou en Suisse. Une trentaine de pays étaient représentés par un ou plusieurs programmes. L'association comptait à la fin de 198811 membres actifs, 9 membres correspondants et un membre de donateur. 6 organisations d'échanges de jeunes sont représentées au Comité. ## Possibilités de perfectionnement Au cours de cette année, j'ai participé à deux séminaires proposés par des organisations membres: AFS: Séminaire européen sur la motivation et le recrutement de collaborateurs volontaires dans les organisations d'échanges de jeunes, à la Chartreuse d'Ittingen en Thurgovie, du 16.-22.4. 1988. Experiment for International Living: séminaire sur la publicité à Kilkenny City, en Irlande, du 16.-20.11.1988. Ces deux séminaires étaient des compléments utiles à mon travail. ## Perspective Le service d'information et de consultation est de plus en plus sollicité car notre travail d'information continu et l'effet boule de neige dû à nos organisations membres font connaître toujours plus largement nos services. Témoins en sont les demandes Oltre alla direzione dell'ufficio di informazione e consulenza, nel primo anno si sono dovute fissare le basi dell'associazione insieme alla direzione. Fra gli altri erano comprese anche le seguenti attività: - Invito alla conferenza stampa, redazione della rispettiva documentazione - pubblicazione del bollettino INTERMUNDO Itrimestrale! - redazione del fascicolo di documentazione Fundraising in tedesco e in francese, spedizione a 130 importanti aziende in Svizzera - contabilità e bilancio annuale - redazione del primo catalogo degli scambi - organizzazione dettagliata del primo seminario di perfezionamento - lavori di preparazione delle richieste d'ammissione per 10 membri corrispondenti e per 2 membri attivi ## Membri dell'associazione e loro attività Le organizzazioni aderenti all'associazione hanno reso possibile a circa 2200 giovani un soggiorno all'estero o in Svizzera. Circa 30 paesi erano coinvolti in uno o più programmi. Alla fine del 1988 l'associazione contava in tutto 11 membri attivi, 9 corrispondenti e un membro sostenitore. Nella direzione sono rappresentate 6 differenti organizzazioni per scambi di giovani. ## Possibilità di perfezionamento Nel corso dell'anno ho potuto partecipare a due seminari di organizzazioni associate: AFS: seminario europeo sulla motivazione e il reclutamento di volontari nell'organizzazione di scambio di giovani nella Kartause Ittingen TG, dal 16. al 22.4. 1988. Experiment for International Living: Publicity Seminar, Kilkenny City, Irlanda, dal 16. al 20.11. 1988. Entrambi i seminari sono stati per me un prezioso completamento per la mia attività. ## Prospettive L'ufficio di informazione e consulenza assume un ruolo sempre più importante poiché, grazie all'informazione continua e all'effetto valanga delle organizzazioni associate, i nostri servizi si fanno conoscere in cerchie sempre più vaste. Indice di questo sono le costanti richieste per possibilità di scambio da parte di organizzazioni svizzere o straniere. ten von Organisationen aus dem In- und Ausland. Zuversichtlich blicke in die Zukunft, wird doch mit der breiten Streuung einer umfassenden Broschüre über Jugendaustausch-Programme ein weiterer Schritt zu einem höheren Bekanntheitsgrad der Infostelle vollzogen. Mein herzlicher Dank geht an die Mitgliederorganisationen für ihre konstruktive Zu- sammenarbeit im Startjahr 1988. Bern, im April 1989 Anita Büttiker 1. Jahresrechnung 1988 und Bilanz per 31. 12. 1988 2. 1. 1 Jahresrechnung 1988 3. 1. 1 Comptes annuels 1988 4. 1 Estratto conto 1988 | 1988 | Budget 1988 | 1987 | | | :-- | :-- | :-- | :-- | :-- | | Fr. | $\%$ | Fr. | $\%$ | | | | | | ## Erträge/Recettes/Entrate Mitgliederbeiträge/Cotisations des membres/Tasse d'adesione Ertrag Fundraising/Collecte de fonds/ Entrata Fundraising Seminarerträge/Séminaire/Entrata seminari Dienstleistungserträge/Services/Entrata prestazioni Bundesbeiträge/Subsides de la Confédération/Contributi Confederazione Zinserträge/Intérêts/Entrate interessi Total Erträge/Total recettes/Totale entrate ## Aufwand/Dépenses/Uscite Personalaufwand/Dépenses personnel/ Uscite personale Druck- und Grafikaufwand/Impression, conception/Uscite stampa e grafica Administrationsaufwand/Administration/ Uscite amministrazione Raumaufwand/Locaux/Uscite locazione Verbandsleitungsaufwand/Gestion de l'asso- ciation/Uscite prestazioni associazione Seminaraufwand/Séminaire/Uscite seminari Public-Relation-Aufwand/Relations publiques/ Uscite public relations Abschreibungen Mobiliar/Amortissement imobilierl/Anmortamento mobili Rückstellungen/Réserve/Riserve Total Aufwand/Total dépenses/Totale uscite Jahresüberschuss/Excédent annuel/ Eccedenza annua | 15375 .- | 7,7 | 14000 .- | 7,1 | 6300 .- | 99,4 | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | | 8500 .- | 4,2 | 12000 .- | 6,1 | - | 0,0 | | 3600 .- | 1,8 | - | 0,0 | - | 0,0 | | - | 0,0 | 2000 .- | 1,0 | - | 0,0 | | 169000 .- | 84,4 | 169000 .- | 85,8 | - | 0,0 | | 3709.60 | 1,9 | - | 0,0 | 36.40 | 0,6 | | 200184.60 | 100,0 | 197000 .- | 100,0 | 6336.40 | 100,0 | 50347.35 25,2 56000 .- 28,4 28,4 - 0,0 10003.95 5,0 13000 .- 6,6 6,6 - 0,0 13777.50 6,9 31000 .- 15,7 1843.85 29,1 8319.30 4,2 14000 .- 7,1 1840 .- 29,0 3467.45 1,7 7000 .- 3,6 858 .- 13,5 6992.10 3,5 - 0,0 - 0,0 - 1874.30 1,0 - 0,0 - 15628.25 7,8 15000 .- 7,6 - 0,0 - 85000 .- 42,5 60000 .- 30,5 - 195410.20 97,8 196000 .- 99,5 4541.85 71,6 4774.40 2,2 1000 .- 0,5 1794.55 28,4 # 4.2 Bilanz per 31.12.1988 4.2 Bilan au 31.12.1988 | Aktiven/Actif/Attivi | 1988 Fr. | $\%$ | 1987 Fr. | $\%$ | | --- | --- | --- | --- | --- | | Umlaufsvermögen/Capital de circulation/Capitali in circolazione | | | | | | Kasse/Caisse/Cassa | 88.95 | 0,1 | - | 0,0 | | Sparkonto/Compte d'épargne/Conto di risparmio | 83221.85 | 89,4 | 1368.75 | 59,8 | | Debitoren/Débiteurs/Debitori | 1548.35 | 1,7 | - | 0,0 | | Transitorische Aktiven/Actif transitoire/Transazioni attive | 2274. | 2,4 | 920. | 40,2 | | Total Umlaufsvermögen/Total capital de circulation/ | | | | | | Totale capitali in circolazione | 87133.15 | 93,6 | 2288.75 | 100,0 | | Anlagevermögen/Capital investi/Capitale investito | | | | | | Mobiliar und Installationen/Mobiller et installations/Mobili e installazioni | 6000. | 6,4 | - | 0,0 | | Total Anlagevermögen/Total capital investi/Total capitale investito | 6000. | 6,4 | - | 0,0 | | Total Aktiven/Total actif/Totale attivi | 93133.15 | 100,0 | 2288.75 | 100,0 | | Passiven/Possif/Possivi | 1988 Fr. | \% | 1987 Fr. | \% | | Fremdkapital/Capital confié/Capitali di terzi | | | | | | Kreditoren/Créditeurs/Creditori | 1564.20 | 1,7 | 494.20 | 21,6 | | Rückstellung Bundesbeitrag/Réserve subside de la Confédération/Restituzione contributi Confederazione | 85000. | 91,3 | - | 0,0 | | Total Fremdkapital/Total capital confié/Totale capitale di terzi | 86564.20 | 93,0 | 494.20 | 21,6 | | Eigenkapital/Capital propre/Capitale iniziale | | | | | | Verbandsvermögen/Capital de l'association/Capitale associazione | 1794.55 | 1,9 | - | 0,0 | | Jahresüberschuss/Excédent annuel/Eccedenza annua | 4774.40 | 5,1 | 1794.55 | 78,4 | | Total Eigenkapital/Total capital propre/Totale capitale iniziale | 6568.95 | 7,0 | 1794.55 | 78,4 | | Total Passiven/Total passif/Totale passivi | 93133.15 | 100,0 | 2288.75 | 100,0 | ## Kurzkommentar ## zur Bilanz per 31.12.1988 ## Aktiven: Die Liquidität ist aufgrund des noch verbleibenden Bundesbeitrages gut. Bei den Debitoren handelt es sich zum grössten Teil um Verrechnungssteuer und zum kleineren Teil um ausstehende Mitgliederbeiträge. ## Passiven: Aufgrund der massiven Budgetunterschreitung konnte die Rückstellung der Starthilfe des Bundes für 1989 um Fr. 25000.- erhöht werden. ## Bref commentaire à propos du bilan au 31.12.1988 ## Actif: en raison du subside de la Confédération, les liquidités sont bonnes. Pour le poste «débiteurs», il s'agit en majeure partie de l'impôt anticipé et pour une petite part de cotisations de membres non encore acquittées. ## Passif: comme le budget a été fortement excédentaire, la réserve du subside de la Confédération pour 1989 a pu être augmentée de Fr. $25000 .-$ - ## Breve commento sul bilancio al 31.12.1988 ## Attivi: La liquidità è buona in seguito al rimanente contributo della Confederazione. Per quanto riguarda i debitori si tratta per la maggior parte di imposte preventive e in minor parte di tasse d'adesione arretrate. ## Passivi: Visto che siamo notevolmente al di sotto del budget la riserva dell'aiuto iniziale della Confederazione per il 1989 ha potuto essere portata a fr. 25.000 .-. ## Kurzkommentar zur Jahresrechnung 1988 ## Ertrag: Dank dem unerwarteten Beitritt mehrerer Organisationen überstiegen die Mitgliederbeiträge das Budget leicht. Das Fundraising wurde erst im November 1988 aufgenommen, mussten doch zuerst die notwendigen Grundlagen (Verbands-Fünfjah-res-Programm) erarbeitet werden. Dies ist der Grund, weshalb das Fundraising-Budget unterschritten wurde. Der Bundesbeitrag ist eine einmalige Startfinanzierung. Das Seminar erbrachte wohl einerseits einen Ertrag von Fr. 3600.-, andererseits wurden Aufwendungen von total Fr. 6992.10 verzeichnet, so dass der Verband das Seminar mit total Fr. 3392.10 subventionierte. ## Aufwand: Aufgrund der verzögerten Fundraising-Aktivitäten war man bedacht, möglichst auf Sparflamme zu arbeiten. Dadurch war es möglich, alle budgetierten Positionen zu unterschreiten. Die Rückstellungen für 1989 erhöhten sich somit auf Fr. 85000.-. ## Jahresüberschuss: Der Jahresüberschuss wird auf die neue Rechnung vorgetragen. ## 5. Bericht der Revisoren Als Revisoren von INTERMUNDO - Dachverband der schweizerischen Organisationen für Jugendaustausch -, haben wir die Jahresrechnung 1988 mit der Bilanz per 31. 12. 1988 im Sinne der gesetzlichen und statutarischen Vorschriften geprüft. Wir haben festgestellt, dass - die Bilanz und die Erfolgsrechnung mit der Buchhaltung übereinstimmen, - die Buchhaltung ordnungsgemäss geführt ist, - bei der Darstellung der Vermögenslage und des Geschäftsergebnisses die gesetzlichen Bewertungsgrundsätze eingehalten sind. Aufgrund der Ergebnisse unserer Prüfung empfehlen wir, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen. Im weiteren danken wir der Geschäftsstel-len-Leiterin, Frau Anita Büttiker, für ihre geleistete Arbeit bestens. Rohrbachgraben/Bülach, 4. März 1989 Die Revisoren: sig. Paul Mumenthaler dipl. Bücherexperte SVB dipl. Betriebsökonom HWV sig. Walter Pfister cand. theol. ## Bref commentaire à propos des comptes annuels 1988 ## Recettes: en raison de l'adhésion inattendue de plusieurs organisations, les cotisations des membres ont été légèrement supérieures au budget. La collecte de fonds n'a débuté qu'en novembre car il fallait d'abord mettre en place les bases nécessaires (programme quinquennal de l'association). C'est pourquoi la collecte de fonds a été inférieure au budget. Le subside de la Confédération est un financement unique. Le séminaire a occasionné d'une part des recettes pour un montant de Fr. 3600.- et d'autre part des frais pour un montant total de Fr. 6992.10 si bien que l'association a finalement subventionné le séminaire avec un montant total de Fr. 3392.10. ## Dépenses: en raison des activités de collecte de fonds entreprises tardivement, on a veillé à limiter les frais. Il a été possible ainsi de rester en dessous de toutes les positions budgetées. Les réserves pour 1989 se sont ainsi élevées à Fr. 85000.-. ## Excédent annuel: l'excédent annuel est reporté sur le nouveau compte. ## 5. Rapport des réviseurs En qualité de réviseurs d'INTERMUNDO, l'association faîtière des organisations suisses d'échanges de jeunes, nous avons vérifié les comptes annuels 1988 et le bilan au 31.12.1988 dans le sens des prescriptions légales et statutaires. Nous avons constaté que: - le bilan et le compte des profits et pertes concordent avec la comptabilité, - la comptabilité est tenue en bonne et due forme, - les principes légaux d'évaluation sont respectés dans la présentation de l'état de fortune et des produits d'exploitation. En raison des résultats de notre vérification, nous recommandons d'adopter les comptes annuels présents. Nous remercions en outre beaucoup Madame Anita Büttiker, secrétaire générale, pour le travail fourni. Rohrbachgraben/Bülach, le 4 mars 1989 Les réviseurs: sig. Paul Mumenthaler expert comptable diplômé dipl. en gestion d'entreprise HWV sig. Walter Pfister candidat de théologie ## Breve commento sul rapporto annuale 1988 ## Entrate: Grazie all'inattesa adesione di numerose organizzazioni le tasse di adesione hanno lievemente sorpassato il budget. Il fundraising è stato intrapreso solo nel novembre 1988, si sono infatti dovute dapprima elaborare le basi necessarie (programma quinquennale dell'associazione). Per questo si è al di sotto del budget del fundraising. Il contributo della Confederazione è una sovvenzione iniziale unica. Il seminario ha portato da una parte un'entrata di fr. 3600.-, ma d'altra parte si sono registrate uscite per un totale di fr. 6992.10, cosicché l'associazione ha sovvenzionato il seminario per un totale di fr. 3392.10. ## Uscite: Considerando le ritardate attività fundraising si è pensato di puntare il piú possibile sul risparmio. E stato cosí possibile stare al di sotto di tutte le posizioni previste dal budget. Le riserve per il 1989 si sono cosí rialzate a fr. 85.000.-. ## Eccedenza annua: L'eccedenza annua viene riportata sul nuovo conto. ## 5. Rapporto dei revisori Quali revisori per l'associazione svizzera per lo scambio di giovani INTERMUNDO, di Berna, abbiamo controllato, secondo gli statuti e le prescrizioni di legge, il conto 1988 e il bilancio al 31.12.1988. Abbiamo notato che: - il bilancio e il conto profitti e perdite coincidono con la contabilità, - la contabilità è stata tenuta regolarmente, - nella rappresentazione della situazione dei capitali e dei risultati d'esercizio sono stati mantenuti i criteri di valutazione dati dalla legge. Sulla base dei risultati della nostra analisi consigliamo di accettare il presente conto annuale. Ringraziamo la direttrice, Signora Anita Büttiker, per il suo impegno. Rohrbachgraben-Bülach, 4 marzo 1989 I revisori: sig. Paul Mumenthaler dipl. esperto contabile SVB dipl. economista aziendale HWV sig. Walter Pfister cand. teol. ## 6. Zielsetzungen und Verbandsprogramm 1989 Das dritte Verbandsjahr steht im Zeichen des Weiteraufbaues und der Realisierung der angefangenen Projekte. Die allgemeinen Zielsetzungen für 1989 sind: - Noch breitere Etablierung von INTERMUNDO als gesamtschweizerisch anerkannte Informations- und Beratungsstelle für den Jugendaustausch durch publizistische Massnahmen. - Etablierung von INTERMUNDO als anerkannter Gesprächspartner im Jugendaustausch in den Bereichen Politik, Erziehungswesen und Wirtschaft. - Sicherstellung der Finanzierung der Verbandstätigkeit für mehrere Jahre, sei es durch einen Hauptsponsorvertrag und/ oder erhöhten Bundesbeitrag. Folgende Projekte will der Verband 1989 erfolgreich abschliessen: 1. Publizierung eines gesamtschweizerischen Austausch-Verzeichnisses für interessierte Jugendliche, Eltern, Berufsberater, Lehrer und Behörden. 2. Ausbau des INTERMUNDO-Bulletins als Sprachrohr aller angeschlossenen Organisationen gegenüber interessierten Kreisen fQuartalsausgabenl. 3. Festlegung von verbindlichen Qualitätskriterien und Zeitraster für die Jahresprogramme im Ausland in Zusammenarbeit mit der MittelschulrektorenKonferenz des Kantons Zürich. 4. Realisierung eines neuen HomestayProgramms für Banklehrlinge nach Neuseeland und Australien als Pilot-Joint-Venture-Projekt zwischen AFS Interkulturelle Programme, Experiment in International Living und YFU (Youth for Understanding) per 1990. 5. Realisierung eines Flugticket-Pools aller angeschlossenen Organisationen in Zusammenarbeit mit einem Airlinetik-ket-Broker, einem führenden Reiseunternehmen oder direkt mit der Swissair. 6. Beginn eines Datenbank-Aufbaues über sämtliche Jugendaustausch-Angebote in Zusammenarbeit mit den PTT Wideotextl. 7. Abschluss der Planungsphase des IN-TERMUNDO-Projektes «Aktion Begegnung 91» Jugendaustauschlager in der Surselva, Kt. Graubündenl, hinsichtlich der 700-Jahr-Feier, d.h. Konzept und Finanzierung gesichert. 8. Realisierung des 2. Weiterbildungsseminars für unsere angeschlossenen Organisationen «EDV-Einsatz im Jugendaustausch». 9. Durchführung der 1. INTERMUNDOTagung zusammen mit dem Schweiz. ## 6. Objectifs généraux et programme de l'association pour 1989 La troisième année d'existence de l'association est placée sous le signe de l'extension et de la réalisation des projets entrepris. Voici les objectifs généraux pour 1989: - reconnaissance plus large d'INTERMUNDO comme service d'information et de consultation suisse pour les échanges de jeunes grâce à des interventions multipliées dans les médias - reconnaissance d'INTERMUNDO comme interlocuteur en matière d'échanges de jeunes dans les domaines de la politique, de l'enseignement et de l'économie - garantie de financement des activités de l'association pour plusieurs années, par un accord avec un sponsor principal et/ou par une augmentation du subside de la Confédération L'association entend terminer en 1989 les projets suivants: 1. Publication à la fin de mai d'un inventaire général des échanges pour la Suisse à l'intention des jeunes, des parents, des conseillers en orientation professionnelle, des enseignants et des autorités intéressés 2. Développement du bulletin d'INTERMUNDO (trimestriel) comme porteparole des organisations membres face aux milieux intéressés. 3. Définition de critères de qualité obligatoires et d'une grille de durée pour les programmes annuels à l'étranger en collaboration avec la Conférence des recteurs de gymnases du canton de Zurich 4. Conception d'un nouveau programme Homestay destiné aux apprentis de banque (pays d'accueil). Nouvelle Zélande, Canada et Australie) comme projet pilote de joint-venture pour 1990 entre AFS Programmes interculturels, Experiment for International Living et YFU (Youth for Understanding). 5. Réalisation d'un «pool» de billets de vol de toutes les organisations membres en collaboration avec un Airline-ticket-Broker, avec une agence de voyage de tête ou encore directement avec Swissair. 6. Début de la réalisation d'une banque de données sur l'ensemble des offres d'échanges de jeunes en collaboration avec les PTT Wideotextel 7. Fin de la phase de planification du projet d'INTERMUNDO «Action Rencontre 91» (camp d'échanges de jeunes dans la Surselva, aux Grisons) en vue de la fête des 700 ans; le projet et son financement sont assurés. ## 6. Obiettivi e programma dell'associazione per il 1989 Il terzo anno dell'associazione è all'insegna dell'ulteriore sviluppo e della realizzazione dei progetti iniziali. Gli scopi generali per il 1989 sono: - rinsaldare maggiormente, tramite misure pubblicitarie, INTERMUNDO quale ufficio di informazione e consulenza riconosciuto in tutta la Svizzera per lo scambio di giovani - rinsaldare INTERMUNDO quale apprezzato interlocutore nello scambio di giovani a livello politico, dell'educazione ed economico - assicurare il finanziamento delle attività dell'associazione per più anni, sia per mezzo di un contratto con lo sponsor principale e/o di un maggior contributo della Confederazione. Nel 1989 l'associazione vuole portare a termine con successo i seguenti progetti: 1. Pubblicazione entro la fine del maggio 1989 di un catalogo generale per gli scambi per la Svizzera, destinato a giovani, genitori, orientatori professionali, maestri e autorità interessate. 2. Elaborazione del bollettino INTERMUNDO quale portavoce di tutte le organizzazioni associate nei confronti delle cerchie interessate (pubblicazione trimestrale). 3. Fissare dei criteri di qualità e griglie di durata cui attenersi per il programma annuale all'estero, in collaborazione con la conferenza dei rettori di scuola media del canton Zurigo. 4. Realizzazione di un nuovo programma Homestay per apprendisti di banca nella Nuova Zelanda, Canada e Australia, quale progetto pilota di joint-venture tra programmi interculturali AFS, Experiment for International Living e JFU (Youth for Understanding) per il 1990. 5. Realizzazione di un pool di biglietti aerei per tutte le organizzazioni associate in collaborazione con un Air-lineticket-Broker, un'importante compagnia di viaggi o direttamente con la Swissair. 6. Inizio dell'elaborazione di una banca di dati per tutte le offerte di scambio di giovani in collaborazione con le PTT Wideotextl. 7. Conclusione della fase di pianificazione del progetto INTERMUNDO «Azione incontro 91» (campo per scambio di giovani a Surselva, canton Grigioni) come convenuto in occasione del settecentennale, cioè accertare il concetto e il finanziamento. Verband der Berufsberater über aktuelle Jugendaustauschfragen und Jugendaustausch-Programme. 10. Übernahme der Projektleitung für die Erarbeitung eines Konzeptes einer CARTE JEUNE in der Schweiz> im Auftrage des Bundesamtes für Kultur. 8. Réalisation du 2ème séminaire de perfectionnement à l'intention des organisations membres: «Utilisation de l'informatique dans les échanges de jeunes» 9. Ter colloque d'INTERMUNDO en collaboration avec l'association suisse des conseillers en orientation professionnelle. Thème: questions et programmes actuels dans le domaine des échanges de jeunes 10. Prise en charge de la direction du projet «Introduction d'une CARTE JEUNE en Suisse» à la demande de la Confédération 8. Realizzazione del secondo seminario di perfezionamento per le nostre organizzazioni associate «Introduzione dell'elaborazione elettronica di dati nello scambio di giovani». 9. Svolgimento del primo congresso INTERMUNDO insieme all'associazione svizzera degli orientatori professionali su attuali questioni relative allo scambio di giovani e programmi di scambio. 10. Presa in consegna della direzione del progetto per l'«Introduzione di una CARTE JEUNE in Svizzera» su incarico della Confederazione. | 7. Budget 1989 | 7. Budget 1989 | 7. Budget 1989 | | | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | | | Budget 1989 | | 1988 | | | | Fr. | $\%$ | Fr. | $\%$ | | Ertrag/Recettes/Entrate | | | | | | Mitgliederbeiträge/Cotisations des membres/ Tasse d'adesione | 16000. | 9,5 | 15375. | 7,7 | | Ertrag Fundraising, Inserate/Collecte de fonds, annonces/ Entrate fundraising, inserzioni | 50000. | 29,7 | 8500. | 4,2 | | Seminarerträge/Séminaires/Entrate seminari | 4000. | 2,4 | 3600. | 1,8 | | Dienstleistungserträge/Services/Entrate prestazioni | 2000. | 1,2 | - | 0,0 | | Bundesbeiträge/Subsides de la Confédération/Contributi Confederazione | 10000. | 5,9 | 169000. | 84,4 | | Zinserträge/Intérêts/Entrate interessi | 1500. | 0,9 | 3709.60 | 1,9 | | Auflösung Rückstellungen/Liquidation des réserves/ Liquidazione riserve | 85000. | 50,4 | - | 0,0 | | Total Erträge/Total recettes/Totale entrate | 168500. | 100,0 | 200184.60 | 100,0 | | Ausgaben/Dépenses/Uscite | | | | | | Personalaufwand/Personnel/Uscite personale | 68000. | 40,4 | 50347.35 | 25,2 | | Druck- und Grafikaufwand/Impression et conception/ Uscite stampa e grafica | 32000. | 19,0 | 10003.95 | 5,0 | | Administrationsaufwand/Administration/ Uscite amministrazione | 24500. | 14,5 | 13777.50 | 6,9 | | Raumaufwand/Locaux/Uscite locazione | 12000. | 7,1 | 8319.30 | 4,2 | | Verbandsleitungsaufwand/Gestion de l'association/ Uscite prestazioni associazione | 5000. | 3,0 | 3467.45 | 1,7 | | Seminar- und Tagungsaufwand/Séminaires et colloques/ Uscite seminari e congresso | 15000. | 8,9 | 6992.10 | 3,5 | | Public-Relation-Aufwand/Relations publiques/ Uscite public relations | 2000. | 1,2 | 1874.30 | 1,0 | | Abschreibungen Mobiliar/Amortissement du mobilier/ Ammortamento mobili | 5000. | 2,9 | 15628.25 | 7,8 | | Rückstellungen/Réserves/Riserve | - | 0,00 | 85000. | 42,5 | | Total Ausgaben/Total dépenses/Totale uscite | 163500. | 97,0 | 195410.20 | 97,6 | | Jahresüberschuss/Excédent annuel/Eccedenza annua | 5000. | 3,0 | 4774.40 | 2,4 | ## Kurzkommentar zum Budget ## Ertrag: Die Mitgliederbeiträge steigen nur noch leicht an, weil bereits alle namhaften Organisationen Aktivmitglied bei INTERMUNDO sind. Unsere Fundraising-Aktivitäten sollten mindestens Fr. 50000.- erbringen. Fr. 10000.- davon sind als Inserateeinnahmen (Goodwill-Inserate) budgetiert. Der Dienstleistungsertrag widerspiegelt vorgesehene EDV-Beratung für unsere angeschlossenen Organisationen. Beim Bundesbeitrag handelt es sich um eine zu erwartende jährliche Pauschale im Rahmen der üblichen Vergabe an Jugendorganisationen. ## Aufwand: Der Personalaufwand steigt aufgrund einer volljährigen Anstellung 11988: nur 11 Monatel, eines erhöhten Salärs und vermehrter Reisekosten. Die Druck- und Grafikaufwendungen für die Erstausgabe des JugendaustauschVerzeichnisses fallen erstmals 1989 an. Der Raumaufwand steigt aufgrund kündigungsbedingten Umzuges in teurere Räumlichkeiten. Erstmals wird 1989 eine INTERMUNDOTagung durchgeführt, so dass aufgrund dieses Grossanlasses der Seminar- und Tagungsaufwand markant steigt. ## Jahresüberschuss: Das Budget 1989 präsentiert sich ausgeglichen resp. mit einem kleinen Überschuss. ## 8. Unsere Gönner INTERMUNDO dankt herzlich: - Bundesamt für Kultur (BAK) - Migros-Genossenschafts-Bund - Swissair - Jubiläumsstiftung der Versicherungsgesellschaften (Zürich)/Vita/Alpina - Schweizerische Volksbank - Bank Leu AG - Sandoz AG - Schweizerische Mobiliar - Ciba-Geigy AG - Schweizerische Aluminium AG - Crossair - Sibra Management SA - Intersport Schweiz AG - Elco Management AG ## Bref commentaire à propos du budget ## Recettes: Les cotisations des membres n'augmentent que faiblement parce que toutes les organisations les plus importantes sont déjà membres d'INTERMUNDO. Nos activités de collecte de fonds devraient réunir au moins Fr. 50000 .-. Sur ce montant, Fr. 10000.- sont budgetés sous forme de recettes provenant d'annonces lannonces de soutienl. Les recettes des services comprennent l'information à nos organisations membres dans le domaine de l'informatique. En ce qui concerne le subside de la Confédération, il s'agit d'un montant forfaitaire annuel qui est généralement accordé aux organisations de jeunesse. ## Dépenses: Les frais de personnel augmentent en raison d'un emploi pour une année complète len 1988: onze mois seulement, d'une hausse de salaire et de frais de voyage plus importants. Les frais d'impression et de conception pour la première édition de l'inventaire des échanges se réalisent pour la première fois en 1989. Les frais de locaux augmentent en raison d'un déménagement dans des locaux plus chers suite à une résiliation de bail. C'est en 1989 qu'un colloque d'INTERMUNDO est organisé pour la première fois, si bien que les frais de séminaire et de colloque augmentent fortement en raison de cette manifestation importante. ## Excédent annuel: Le budget 1989 est équilibré, c'est-à-dire qu'il présente un léger excédent. ## 8. Nos donateurs INTERMUNDO adresse ses vifs remerciements à: - Office fédéral de la culture - Fédération des coopératives Migros - Swissair - Jubiläumsstiftung der Versicherungsgesellschaften (Zürich)/Vita/Alpina - Banque Populaire Suisse - Banque Leu SA - Sandoz SA - Mobilière Suisse - Ciba-Geigy SA - I'Alusuisse SA - Crossair - Sibra Management SA - Intersport Suisse SA - Elco Management SA ## Breve commento sul budget ## Entrate: Le tasse d'adesione aumentano ancora solo leggermente, poiché praticamente tutte le organizzazioni importanti sono membri attivi di INTERMUNDO. Le nostre attività fundraising dovrebbero fruttare almeno fr. 50.000.-, di cui fr. 10.000.- sono previsti per gli incassi delle inserzioni (inserzioni-Goodwill). L'entrata delle prestazioni rispecchia la prevista consulenza con l'elaborazione elettronica dei dati per le nostre organizzazioni associate. Per quanto riguarda il contributo della Confederazione si tratta di un indennizzo annuo nell'ambito delle normali assegnazioni per organizzazioni giovanili. ## Uscite: La spesa per il personale aumenta in seguito all'impiego per tutto l'arco dell'anno 1988 solo 11 mesil, all'aumento dello stipendio e alle più numerose spese di viaggio. Le spese di stampa e grafica per la prima edizione del catalogo per lo scambio di giovani cadono per la prima volta nel 1989. Le spese locative aumentano poiché si è stati costretti a traslocare in sedi più costose. Nel 1989 si terrà per la prima volta un congresso INTERMUNDO; a causa di questa importante manifestazione le spese per i seminari e i congressi aumenteranno notevolmente. ## Eccedenza annua: Il budget 1989 si presenta equilibrato e perfino con una piccola eccedenza. ## 8. I nostri sostenitori INTERMUNDO ringrazia di cuore: - I'Ufficio federale della cultura - la Federazione delle cooperative Migros - la Swissair - la Fondazione per il giubileo delle compagnie d'assicurazione (Zurigo)/ Vita/ Alpina - la Banca Popolare Svizzera - la Banca Leu SA - la Sandoz SA - la compagnia Mobiliare Svizzera d'Assicurazione - la Ciba Geigy SA - I'Alusuisse SA - la Crossair - la Sibra Management SA - I'Intersport Svizzera SA - I'Elco Gestione SA ![img-8.jpeg](img-8.jpeg) 9. Porträt des Vorstandes und der Geschäftsstellen-Leiterin 1988/89 9. Portrait du Comité et de la secrétaire générale 1988/89 9. Ritratto della direzione e della direttrice d'agenzia per il 1988/89 ![img-9.jpeg](img-9.jpeg) Präsidentin **Rigg Evi** 29.1.1946 verheiratet, 2 Kinder Hausfrau und Redaktorin seit 1983 Präsidentin des Vorstandes von The Experiment in International Living 1983–1987: Mitglied des Executive Com- mittees der internationalen Experiment-Or- ganisation, welches die Richtlinien für de- ren Tätigkeit in rund 30 Ländern festlegt. Présidente **Rigg Evi** 29.1.1946 mariée, 2 enfants ménagère et rédactrice depuis 1983, présidente du Comité de The Experiment in International Living 1983–1987: membre du comité exécutif de cette organisation; ce comité défini les lignes directrices de l'activité dans une trentaine de pays. Presidente **Rigg Evi** 29.1.1946 coniugata, 2 figli casalinga, redattrice dal 1983 presidente della direzione del «The Experiment in International Living» 1983/87: membro dell'Executive Commit- tee dell'organizzazione internazionale Ex- periment che fissa le linee direttrici per le attività di circa 30 paesi. ![img-10.jpeg](img-10.jpeg) Vizepräsident **Schaufelberger Christophe** 9.4.1959 verheiratet lic. phil. I und Geschäftsführer von AFS In- terkulturelle Programme 1976/77: mit AFS für 1 Jahr in den USA 1985–1987: Vorstandsmitglied der Schweiz. Afrikagesellschaft Vice-président **Schaufelberger Christophe** 9.4.1959 marié historien et secrétaire général de AFS Pro- grammes interculturels 1976/77: un an aux États-Unis avec AFS 1985–1987: membre du comité de la «Schweizerische Afrikagesellschaft» Vicepresidente **Schaufelberger Christophe** 9.4.1959 coniugato lic. phil. I e amministratore dei programmi interculturali di AFS 1976/77: con AFS un anno negli USA 1985/87: membro della direzione della Società Svizzera di studi africani. ![img-11.jpeg](img-11.jpeg) #### Ressort: Finanzen/Administration #### Loosli Markus 26.10.1957 verheiratet, 2 Kinder dipl. Ing. ETH, Organisator bei der Firma Organisation Zoller AG, Vevey 1975/76 und 1981: mit ICYE in Island und Ghana 1976-1985: Mitarbeit im nationalen Vorstand, Europavorstand, Vorstand des Weltvereins der Austausch-Organisation ICYE 1984-1989: im Vorstand der Schweiz. Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) ![img-12.jpeg](img-12.jpeg) #### Secteur: finances/administration #### Loosli Markus 26.10.1957 marié, 2 enfants Ingénieur diplômé EPF, organisateur dans l'entreprise Organisation Zoller S.A., Vevey 1975/76 et 1981: en Islande et au Ghana avec ICYE 1976-1985: collaborateur du comité national, Comité européen, Comité de la société mondiale de l'organisation d'échanges ICYE 1982-1989: membre du Comité du Cartel suisse des associations de jeunesse (CSAJ) #### Dicastero: finanze e amministrazione #### Loosli Markus 26.10.1957 coniugato, 2 figli dipl. Ing. ETH organizzatore presso la ditta Organisation Zoller SA, Vevey 1975/76 e 1981 con ICJE in Islanda e Ghana 1976/85: collaborazione nel Comitato esecutivo nazionale, nel Comitato esecutivo europeo, comitato esecutivo dell'Associazione mondiale dell'organizzazione per lo scambio ICJE 1984/89: presidente della Federazione svizzera delle associazioni giovanili IFSAGI #### Ressort: Programm/Beratungsdienst #### Michel-Friedli Gerlinde 10.4.1947 verheiratet, 2 Kinder Hausfrau und Anglistin 1981-1983: Regional Director von Youth for Understanding (YFU) 1983-1988: National Director (Geschäftsführerin) von YFU 1988: Wahl in den International Advisory Council von YFU Inc. und in den Vorstand von YFU Schweiz ![img-13.jpeg](img-13.jpeg) #### Secteur: programme/service de consultation #### Michel-Friedli Gerlinde 10.4.1947 mariée, 2 enfants ménagère et angliciste 1981-1983: Regional Director de Youth for Understanding (YFU) 1983-1988: National director (secrétaire général) de YFU 1988: élection à l'International Advisory Council de YFU Inc. et au Comité de YFU Suisse #### Dicastero: programma/consulenza #### Michel-Friedli Gerlinde 10.4.1947 coniugata, 2 figli casalinga e anglista 1981/83: Regional Director della Youth for Understanding (YFU) 1983/88: National Director (amministratrice) della YFU 1988: Elezione nell'International Advisory Council della YFU Inc. e nel comitato esecutivo della YFU Svizzera ![img-14.jpeg](img-14.jpeg) ## INTERMUNDO ## Ressort: Offentlichkeitsarbeit ## Brandenburger Hans-Peter 16.9.1953 verheiratet, 1 Kind Landwirt und Tourismusfachmann Verwalter des städt. Gutsbetriebs Juch- hof, Zürich seit 1984: Tätigkeit in versch. Austausch- Organisationen, Aufbau der IAEN (Inter- national Agricultural Exchange Network) Praktikanten-Aufenthalt auf einer Milch- farm in Kanada ## Secteur: relations publiques ## Brandenburger Hans-Peter 16.9. 1953 marié, 1 enfant agriculteur et spécialiste en tourisme gérant du Juchhof, une entreprise agricole «modèle» de la ville de Zurich depuis 1984: activités dans diverses orga- nisations d'échanges, création de l'IAEN (International Agricultural Exchange Network) séjour et stage dans une ferme de produc- tion laitière au Canada ## Dicastero: attività pubbliche ## Brandenburger Hans-Peter 16.9. 1953 coniugato, 1 figlio agricoltore e esperto di turismo Amministratore dell'azienda agricola Juch- hof della città di Zurigo dal 1984 attività in varie organizzazioni per lo scambio, organizzazione della IAEN (International Agricultural Exchange Network) soggiorno per praticanti presso un'azienda per la produzione del latte in Canada ## Ressort: Mittelbeschaffung ## Bernet Pius U. 4.7. 1957 ledig dipl. Betriebsökonom HWV Corporate Controller bei ICS-International Catering Services AG, Kloten 1980: Teilnehmer des Camp America-Programms (West Virginia/USA) ab 1981: Schweizer Initiant des Austauschprogramms Camp America Präsident vom Ehemaligen-Verein CCAClub of Camp America 1986-1988 ## Secteur: collecte de fonds ## Bernet Pius U. 4.7. 1957 célibataire dipl. en gestion d'entreprise HWV Corporate Controller à ICS-International Catering Services SA, Kloten 1980: participant aux programmes de Camp America (Virginie de l'Ouest/EtatsUnis) dès 1981: initiateur suisse du programme d'échanges Camp America Président de la société des anciens CCAClub of Camp America de 1986-1988 ## Dicastero: acquisizione mezzi ## Bernet Pius U. 4.7. 1957 cellbe dipl. economo aziendale HWV Corporate Controller presso ICS-International Catering Services SA, Kloten 1980: partecipante del programma Camp America (West Virginia/USA) dal 1981 iniziatore svizzero del programma Camp America Presidente dell'ex associazione CCA-Club of Camp America 1986/88 ![img-15.jpeg](img-15.jpeg) Geschäftsstellen-Leiterin Büttiker Anita 22.2.1956 ledig seit 1.2.1988: Leiterin der Informations- und Beratungsstelle für Jugendaustausch und Führung des Sekretariats des Dach- verbandes INTERMUNDO 10. INTERMUNDO-Mitgliederver- zeichnis (Stand 1. April 1989) Aktivmitglieder: AFS Interkulturelle Programme Rennweg 15 8001 Zürich Tel. 01/2116041 AIESEC Kornhausplatz 8 Postfach 3000 Bern 7 Tel. 031/227718 Club of Camp America Terrassenweg 1 6048 Horw-Luzern Tel. 041/473485 Experiment in International Living Seestr. 167 8800 Thalwil Tel. 01/7205497 gruppo volontari della svizzera italiana C.P. 12 6517 Arbedo Tel. 092/274520 International Agricultural Exchange Network IIAENI Bernerstr. 301 8010 Zürich Tel. 01/4324707 Internationaler Jugend- und Kulturaustausch IICYEI Belpstr. Postfach 3000 Bern 14 Tel. 031/457780 ![img-16.jpeg](img-16.jpeg) Secrétaire générale Büttiker Anita 22.2.1956 célibataire depuis le 1.2.1988: responsable du ser- vice d'information et de consultation pour les échanges de jeunes ainsi que du secré- tariat de l'association faîtière INTER- MUNDO 10. Liste des membres d'INTERMUNDO (état au 1.4.1989) Membres actifs: AFS Programmes Interculturels Rennweg 15 8001 Zürich 1 Tel. 01/2116041 AIESEC Kornhausplatz 8 Case postale 3000 Berne 7 Tel. 031/227718 Cartel suisse des associations de jeunesse ICSAJI Rathausgasse 47 Case postale 3318 3000 Berne 7 Tel. 031/222617 Club of Camp America Terrassenweg 1 6048 Horw-Lucerne Tel. 041/473485 Experiment in International Living Seestr. 167 8800 Thalwil Tel. 01/7205497 gruppo volontari della svizzera italiana Mari Federico Case postale 12 6517 Arbedo Tel. 092/274520 Direttrice d'azienda Büttiker Anita 22.2.1956 nubile dall'1.2.1988: direttrice dell'ufficio d'infor- mazione e consulenza per lo scambio di giovani e capo del segretariato dell'asso- ciazione INTERMUNDO 10. Elenco dei membri INTERMUNDO (situazione al primo aprile 1989) Membri attivi: AFS programmi interculturali Rennweg 15 8001 Zurigo Tel. 01/2116041 AIESEC Kornhausplatz 8 Casella postale 3000 Berna 7 Tel. 031/227718 Club of Camp America Terrassenweg 1 6048 Horw-Lucerna Tel. 041/473485 Experiment in International Living Seestrasse 167 8800 Thalwil Tel. 01/7205497 Federazione Svizzera delle Associazioni giovanili IFSAQI Rathausgasse 47 Casella postale 3318 3000 Berna 7 Tel. 031/222617 gruppo volontari della svizzera italiana Mari Federico C.P. 12 6517 Arbedo Tel. 092/274520 International Agricultural Exchange Network IIAENI Gewerbestr. 12 4450 Sissach Tel. 061/986811 Okumenischer Jugenddienst Schweiz Christoph Schuler Belchenstr. 11 4310 Rheinfelden Tel. 061/873135 Schweiz. Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) Rathausgasse 47 Postfach 3318 3000 Bern 7 Tel. 031/222617 Schweiz. Verein für Landjugendaustausch IFYE-Swiss Hans-Ulrich Wüthrich Mirchelgässli 5 3532 Zäziwil Tel. 031/912283 Youth for Understanding (YFU) Bällig 64 Postfach 3601 Thun Tel. 033/227210 ## Kontaktmitglieder: AeA - L'Allemand en Allemagne André P. Dupuis en Bornuit 1880 Bex Tel. 025/63 1613 AISE/STS Seestr. 164 8700 Küsnacht Tel. 01/9106885 Apprendre en commun Stiftung zur Förderung der internationalen Verständigung unter Mittelschülern, Studenten aus versch. Schulen Asylstr. 35 8032 Zürich Tel. 01/252 1402 Aspect Metzgerrainie 9 6004 Luzern Tel. 041/517272 Eurocentres Stiftung für Europäische Sprach- und Bildungszentren Seestr. 247 8038 Zürich Tel. 01/4825040 Freiburgische Koordinationsstelle für Schüleraustausch M. Johner-Thoma Gärteli 3210 Kerzers Tel. 031/956145 International Summer Camp Postfach 61 3000 Bern 23 Tel. 031/45 8177 International Agricultural Exchange Network IIAENI Bernerstr. 301 Case postale 8010 Zurich Tél. 01/432 4707 International Culture and Youth Exchange IICYEI Belpstr. Case postale 3000 Berne 14 Tél. 031/45 7780 Service oecuménique de jeunesse en Suisse Christoph Schuler Belchenstr. 11 4310 Rheinfelden Tél. 061/87 3135 Société suisse pour les échangesde jeunes à la campagne IFYE-Swiss Hans-Ulrich Wüthrich Mirchelgässli 5 3532 Zäziwil Tél. 031/91 2283 Youth for Understanding (YFU) Bällig 64 Case postale 3601 Thoune Tél. 033/22 7210 ## Membres correspondants: AeA - L'allemand en Allemagne André P. Dupuis En Bornuit 1880 Bex Tél. 025/63 1613 AIESE/STS Seestr. 164 8700 Küsnacht Tél. 01/910 6885 Apprendre en commun Fondation pour la promotion de la compréhension internationale entre les gymnasiens et les étudiants de différentes écoles Asylstr. 35 8032 Zurich Tél. 01/252 1402 Aspect Metzgerrainie 9 6004 Lucerne Tél. 041/51 7272 Association suisse des amies de la jeune fille Fliederweg 6 8105 Regensdorf Tél. 01/840 4622 International Culture and Youth Exchange IICYEI Belpstr. Casella postale 3000 Berna 14 Tel. 031/45 7780 Servicio ecumenico per la gioventú in Svizzera Christoph Schuler Belchenstr. 11 4310 Rheinfelden Tel. 061/87 3135 Societá svizzera per lo scambio dei gio- vani in campagna IFYE-Swiss Hans-Ulrich Wüthrich Mirchelgässli 5 3532 Zäziwil Tel. 031/91 2283 Youth for Understanding (YFU) Bällig 64 Casella postale 3601 Thun Tel. 033/22 7210 ## Membri corrispondenti: AeA - L'Allemand en Allemagne André P. Dupuis en Bornuit 1880 Bex Tel. 025/63 1613 AISE/STS Seestr. 164 8700 Küsnacht Tel. 01/910 6885 Apprendre en commun Fondazione per la promozione della comprensione internazionale tra gli allievi delle scuole superiore e gli studendi delle varie scuole Asylstr. 35 8032 Zurigo Tel. 01/252 1402 Aspect Metzgerrainie 9 6004 Lucerna Tel. 041/51 7272 Associazione cattolica svizzera Pro Filla Baselstr. 27 4500 Solothurn Tel. 065/23 1506 Associazione gioventú ruale svizzera (AGRS) c/o LBL 8315 Lindau ZH Tel. 052/33 1921 Associazione svizzera di servizio agricolo volontario Casella postale 6331 8023 Zurigo Tel. 01/211 8807 Nationale Schweizerische UNESCOKommission Sektion Jugend Eigerstr. 71 3003 Bern Tel. 031/613550 Schweizerische Kommission für den Austausch von Stagiaires mit dem Ausland c/o BIGA Sektion Auswanderung und Stagiaires Bundesgasse 8 3003 Bern Tel. 031/612111 Schweiz. Landjugend-Vereinigung c/o LBL 8315 Lindau ZH Tel. 052/33 1921 Schweiz. Verband Pro Filia Baselstr. 27 4500 Solothurn Tel. 065/231506 Schweiz. Verein der Freundinnen Junger Mädchen Fliederweg 6 8105 Regensdorf Tel. 01/8404632 Schweizerische Zentralstelle für freiwilligen Landdienst Bahnhofplatz 1 Postfach 6331 8023 Zürich Tel. 01/2118807 Verband der Schweizerischen Studentenschaften VSS Erlachstr. 9 3012 Bern Tel. 031/232818 ## Gönnermitglieder: Schweizerische Volksbank Generalsekretariat Postfach 2620 3001 Bern Association suisse de service volontaire agricole et de travail Bahnhofplatz 1 Case postale 6331 8023 Zurich Tel. 01/211 8807 Association catholique Suisse Pro Filia Baselstr. 27 4500 Soleure Tel. 065/23 1506 Association jeunesse rual Suisse (AJRS) c/o LBL 8315 Lindau ZH Tel. 052/33 1921 Bureau fribourgeois de coordination des échanges scolaires Martin Johner Gärteli 3210 Kerzers Tel. 031/95 6145 Commission nationale suisse pour l'UNESCO Section Jeunesse Eigerstr. 71 3003 Berne Tel. 031/61 3550 Commission suisse pour l'échange de stagiaires avec l'étranger c/o OPIAMT Bundesgasse 8 3003 Berne Tel. 031/61 2885 Eurocentres Fondation pour les centres de langue et de formation européens Seestr. 247 8038 Zurich Tel. 01/482 5040 International Summer Camp Case postale 61 3000 Berne 23 Tel. 031/45 8177 Union nationale des étudiants de Suisse UNES Erlachstr. 9 3012 Berne Tel. 031/23 2818 ## Membres donateurs: Banque Populaire Suisse Direction générale Case postale 2620 3001 Berne Centro di coordinamento friburghese per lo scambio di studenti Martin Johner Gärteli 3210 Kerzers Tel. 031/95 6145 Commissione nazionale svizzera per l'UNESCO Eigerstr. 71 3003 Berna Tel. 031/61 3550 Commissione svizzera per lo scambio di praticanti con l'estero c/o UFIAML Sezione Emigrazione e praticanti Bundesgasse 8 3003 Berna Tel. 031/61 2885 Eurocentres Fondazione per i centri europei di lingua e cultura Seestr. 247 8038 Zurigo Tel. 01/482 5040 International Summer Camp Casella postale 61 3000 Berna 23 Tel. 031/45 8177 Unione nationale degli studenti svizzeri (UNSS) Erlachstr. 9 3012 Berna Tel. 031/23 2818 Unione svizzera delle amiche della giovane Fliederweg 6 8105 Regensdorf Tel. 01/840 4632 ## Membri sostenitori: Banca Popolare Svizzera Direzione generale Casella postale 3001 Berna ![img-17.jpeg](img-17.jpeg) Kornhausplatz 8, CH-3011 Bern, Tel. 031/222726
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Reports/Studies
67,845
Délégation économique au Chili et en Argentine, du 28.7.1994 au 2.8.1994
70
Une délégation économique suisse a effectué une visite officielle dans les deux pays les plus prometteurs, économiquement parlant, de Amérique du Sud. La mission a démontré la confiance en la Suisse et son économie de la part des autorités et du secteur privé de ces deux pays .
French
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1994-08-16
1994-08-16
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Argentinien (Wirtschaft)|Chile (Wirtschaft)
Gemischte Wirtschaftsdelegationen Delamuraz 1994
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Argentinien|Buenos Aires|Chile|Córdoba|Genf|Mexiko|Nordafrika|Südamerika|Südostasien
Bundesrat
Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen|Bundesrat|Chile/Aussenministerium|Chile/Industrieverband|Chile/Komitee für ausländische Investitionen|Chile/Nationalbank|Chile/Nationale Kammer für Handel, Dienstleistungen und Tourismus|Chile/Verband der Industrie und des Handels|Economiesuisse|Mercosur|Nafta|Swissair|Welthandelsorganisation
Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
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Delamuraz Jean-Pascal
Alemann Roberto|Angeloz Eduardo|Aninat Eduardo|Cavallo Domingo|Colombi Pedro|Di Tella Guido|Figueroa Serrano Carlos|Frei Ruiz-Tagle Eduardo|Galvez Eduardo|García Hurtado Álvaro Desiderio|Genoud José|Leblanc null|Leuenberger Andres F.|Menem Carlos|Petrella Fernando|Pou Pedro|Quintana Peña Germán Pablo|Zahler Mayanz Roberto
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Argentina (Economia)|Cile (Economia)
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America del Sud|Argentina|Asia del Sud-Est|Buenos Aires|Cile|Córdoba|Ginevra|Messico|Nordafrica
Consiglio federale
Accordo generale sui dazi doganali ed il commercio|CIEChile|Cile/Banca nazionale|Cile/Camera nazionale di commercio, servizi e turismo|Cile/Confederazione dell'industria e del commercio|Cile/Ministero degli affari esteri|Cile/Società per la crescita industriale|Consiglio federale|Economiesuisse|Mercosur|Nafta|Organizzazione mondiale del commercio|Swissair
Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca
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Delamuraz Jean-Pascal
Alemann Roberto|Angeloz Eduardo|Aninat Eduardo|Cavallo Domingo|Colombi Pedro|Di Tella Guido|Figueroa Serrano Carlos|Frei Ruiz-Tagle Eduardo|Galvez Eduardo|García Hurtado Álvaro Desiderio|Genoud José|Leblanc null|Leuenberger Andres F.|Menem Carlos|Petrella Fernando|Pou Pedro|Quintana Peña Germán Pablo|Zahler Mayanz Roberto
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Argentine (Économie)|Chili (Économie)
Voyages mixtes Delamuraz 1994
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Afrique du Nord|Amérique du Sud|Argentine|Asie du Sud-Est|Buenos Aires|Chili|Córdoba|Genève|Mexique
Conseil fédéral
Accord général sur les tarifs douaniers et le commerce|Chili/Banque nationale|Chili/Chambre nationale du commerce, des services et du tourisme|Chili/Comité d'investissements étrangers|Chili/Confédération de l'industrie et du commerce|Chili/Ministère des affaires étrangères|Chili/Société de développement|Conseil fédéral|Economiesuisse|Mercosur|Nafta|Organisation mondiale du commerce|Swissair
Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche
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Delamuraz Jean-Pascal
Alemann Roberto|Angeloz Eduardo|Aninat Eduardo|Cavallo Domingo|Colombi Pedro|Di Tella Guido|Figueroa Serrano Carlos|Frei Ruiz-Tagle Eduardo|Galvez Eduardo|García Hurtado Álvaro Desiderio|Genoud José|Leblanc null|Leuenberger Andres F.|Menem Carlos|Petrella Fernando|Pou Pedro|Quintana Peña Germán Pablo|Zahler Mayanz Roberto
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Argentina (Economy)|Chile (Economy)
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Argentina|Asie du sud-est|Buenos Aires|Córdoba|Geneva|Mexico|South America
Swiss Federal Council
Chile/Confederation for Production and Commerce|Chile/Federation of Chilean Industry|Chile/Ministry of Foreign Affairs|Chile/National Bank|Chile/National Chamber of Commerce, Services and Tourism|CIEChile|Economiesuisse|General Agreement on Tariffs and Trade|Mercosur|Nafta|Swiss Federal Council|Swissair|World Trade Organization
Federal Department of Economic Affairs, Education and Research
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Delamuraz Jean-Pascal
Alemann Roberto|Angeloz Eduardo|Aninat Eduardo|Cavallo Domingo|Colombi Pedro|Di Tella Guido|Figueroa Serrano Carlos|Frei Ruiz-Tagle Eduardo|Galvez Eduardo|García Hurtado Álvaro Desiderio|Genoud José|Leblanc null|Leuenberger Andres F.|Menem Carlos|Petrella Fernando|Pou Pedro|Quintana Peña Germán Pablo|Zahler Mayanz Roberto
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65,000
https://dodis.ch/67845
Informationsnotiz an den Bundesrat [ab 1987]
French, Informationsnotiz an den Bundesrat [ab 1987]
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67000-67999/dodis-67845.pdf
# 236 ## Au Conseil fédéral ## Note d'information 16. Aug. 1994 Délégation économique au Chili et en Argentine, du 28 juillet au 2 août 1994 Une délégation économique suisse conduite par le soussigné et comprenant une importante représentation du secteur privé sous la direction de M. Andres Leuenberger, Président du Vorort, a effectué une visite officielle au Chili et en Argentine, les deux pays les plus prometteurs en Amérique du Sud. Cette mission fait partie de notre stratégie de visiter, conjointement avec des représentants de l'économie, les principaux pays émergents en Amérique latine, dans le Sud-Est asiatique et en Afrique du Nord. Au Chili, il s'agissait de prendre contact avec la nouvelle équipe gouvernementale issue des élections du mois de décembre 1993. La délégation a été reçue par le Président de la République, M. Eduardo Frei Ruiz-Tagle - qui a accepté une invitation à se rendre en Suisse - ainsi que par les principaux membres de son gouvernement, notamment le Ministre des finances, M. Eduardo Aninat, le principal architecte de la politique économique chilienne. Elle a également eu des entretiens approfondis avec les organisations faîtières du patronat de l'économie chilienne. Le Chili est en train de passer de la période de transition de ces dernières années vers une période de développement soutenu. La délégation a pu observer un consensus national en faveur de la politique d'ouverture de libre-échange et de la démocratie. Le pays a passé avec succès les tests d'un développement durable : politiquement, par la transition du pouvoir sans éclats et d'une manière démocratique; économiquement, en ayant réussi à créer une économie compétitive prête et capable d'affronter la concurrence globale. Ce développement fait du Chili un partenaire potentiel privilégié de l'économie suisse; il est également de bon augure pour les défis que ce pays aura encore à relever en particulier en matière de réduction de la pauvreté et de protection de l'environnement. Dans ce contexte, j'ai signé avec le Ministre des affaires étrangères, M. Carlos Figueroa Serrano, un protocole de prorogation de notre crédit mixte. Le Chili est aussi un allié potentiel tout désigné de la Suisse dans les organisations multilatérales. Personnellement, j'ai été frappé par la similitude de la politique économique étrangère du Chili avec la nôtre, basée sur deux piliers : une ouverture mondiale fondée sur les règles du GATT et une politique régionale qui vise la non-discrimination dans les marches régionaux naissants. La mission a également permis de faire avancer quelques dossiers bilatéraux. Ainsi, le Chili a réaffirmé sa volonté de mettre en vigueur un accord sur la protection de la promotion des investissements dans les semaines qui suivent (après un ajustement de la clause d'arbitrage) et a promis de faire une proposition concernant un accord pour éviter la double imposition encore avant la fin de l'année. En ce qui concerne la protection de la propriété intellectuelle, le Chili s'est déclaré prêt à adapter immédiatement sa législation récente à ce sujet pour qu'elle corresponde pleinement aux exigences de l'Accord de l'Uruguay Round. En outre, les autorités chiliennes nous ont assuré que toute amélioration supplémentaire qui serait négociée avec les Etats-Unis bilatéralement ou dans le cadre d'une accession à l'accord de libre-échange nord-américain serait non-discriminatoire. A l'invitation du Gouverneur de Cordoba, M. Eduardo Angeloz - d'origine suisse et ancien candidat radical à la Présidence -, la délégation a commencé son séjour en Argentine par une visite de cette province où se trouve une importante communauté suisse. A Buenos aires, la délégation a mené des entretiens avec le Président de la République, M. Carlos Menem - que j'ai remercié de son appui pour la candidature de Genève au siège de l'OMC - et ses principaux ministres, en particulier le titulaire de l'économie, M. Domingo Cavallo. Elle a aussi rencontré des représentants de l'économie suisse, le Sénateur José Genoud, Président d'une importante commission du Sénat, et M. Roberto Alemann, ancien ministre de l'économie. L'objectif de cette étape était de poursuivre et d'intensifier les excellentes relations établies avec le Président Menem et son équipe gouvernementale. Certes, l'Argentine n'a pas encore atteint la stabilité institutionnelle du Chili. Néanmoins, les résultats atteints, en particulier la stabilité des prix, la parité entre le peso et le dollar, le surplus budgétaire, la croissance économique soutenue et surtout l'extraordinaire effort de privatisation et d'ouverture accompli permettent d'aborder avec confiance les tests politiques (élections présidentielles en 1995) et économiques (augmentation du chômage et déficit de la balance commerciale) auxquels l'Argentine sera confrontée dans les mois à venir. Si les risques de coopération semblent plus grands du côté argentin que du côté chilien, le potentiel l'est également. Au moment même où l'intégration latino-américaine (Mercosur) a fait un grand pas en avant et où les intentions argentines ont été renforcées par les décisions de l'Assemblée constituante, la présence d'une mission mixte de la Suisse a souligné la valeur que notre pays attache à l'émergence de l'Amérique latine et sa confiance dans l'avenir de ce continent. Notre délégation a pu se convaincre que la politique de stabilité économique et d'ouverture est aujourd'hui indépendante de certaines personnalités et qu'elle sera poursuivie indépendamment des résultats de l'élection présidentielle. Certaines carences institutionnelles - et par là une certaine insécurité du droit - sont reconnues par le gouvernement comme un défi restant à relever, alors que la réforme des lois sur le travail et la faillite est en bonne voie. Pour ma part, j'ai salué l'intégration latino-américaine en relevant la nécessité de considérer ce processus comme un pas vers une ouverture plus universelle. Le Gouvernement argentin a tenu à tranquilliser la délégation suisse sur ce point. L'argentine mettra en oeuvre les nouveaux accords issus du Cycle de l'Uruguay Round du GATT sans réserve et sans faire appel aux délais plus longs de mise en oeuvre dont profitent les pays en développement. En ce qui concerne la propriété intellectuelle, le gouvernement argentin est décidé à considérer les acquis de l'UR comme un minimum et espère pouvoir atteindre le niveau de protection non-discriminatoire réalisé par le Mexique dans le cadre de l'accord du NAFTA. En outre, les autorités compétentes ont assuré la délégation suisse que le taux commun de protection du Mercosur sera inférieur au taux moyen appliqué actuellement en Argentine comme au Brésil. De plus, j'ai reçu des assurances concernant la signature prochaine d'un accord pour éviter la double imposition, l'introduction du carnet ATA (admission temporaire de produits et échantillons en franchise), le règlement des créances fiscales dues à des entreprises suisses jusqu'à la fin de l'année (bocons), et la volonté du gouvernement d'aboutir à un accord sur l'augmentation des fréquences de vols pour Swissair. En conclusion, cette mission dans les deux pays pivots de ce grand marché sud-américain en formation a démontré la confiance des autorités et du secteur privé de ces deux pays dans la Suisse et son économie. Notre image y demeure excellente. Les entretiens menés à tous les niveaux ont aussi revelé l'immense potentiel qui reste encore largement sous-utilisé, non seulement en matière de coopération économique mais également de concertation dans les enceintes multilatérales. Ce voyage a posé de bons jalons pour un approfondissement de nos relations avec ces deux pays phares du continent sud-américain. Il appartient maintenant au secteur public de compléter les conditions-cadres jetées au plan bilatéral et multilatéral accord de protection et promotion des investissements, convention pour éviter la double imposition, protection de la propriété intellectuelle -, puis au secteur privé de donner un véritable contenu à ces relations. Une fois de plus, la formule de "délégation mixte" - cette fois sous une forme quelque peu plus compacte - s'est révélée efficace pour la pénétration de ce type de marché. Egalement du côté du Président du Vorort, M. A. Leuenberger, ainsi que de ses collègues de l'économie l'appréciation des résultats de la mission est très positive. La prochaine délégation que je prévois d'entente avec le Vorort se rendra en Indonésie et en Inde, à la mi-octobre. La délégation suisse a saisi l'occasion de son passage au Chili et en Argentine pour commémorer la Fête nationale avec la communauté helvétique, à qui le soussigné a apporté un message de reconnaissance et de solidarité du Conseil fédéral et du peuple suisse. Jean-Pascal Delamuraz Annexes: liste des interlocuteurs chiliens et argentins # Délégation économique suisse au Chili et en Argentine du 28 juillet au 3 août 1994 ## Interlocuteurs chiliens 1 Président de la République, M. Edouardo Frei Ruiz-Tagle 2 Ministre des Affaires étrangères, M. Carlos Figueroa Serrano 3 Ministre des Finances, M. Eduardo Aninat 4 Ministre de l'Economie, M. Alvaro Garcia avec la participation - du Président du Comité pour les investissements étrangers, M. Eduardo Moyano, - du Chef du département Organisation mondiale du Commerce du MAE, M. Eduardo Galvez, et - du Directeur de la promotion des exportations du MAE, M. Leblanc 5 Vice-Ministre des travaux publics, M. German Quintana Paña 6 Président de la Banque Centrale, M. Roberto Zahler 7 Associations faîtières (SOFOFA, Confédération des industries et du commerce, Chambre nationale du commerce, Association des banquiers) ## Interlocuteurs argentins 1 Président de la République, M. Carlos Menem 2 Ministre de l'Economie, M. Domingo Cavallo avec le Sous-Secrétaire aux investissements, M. Pedro Colombi 3 Ministre des affaires étrangères M. Guido di Tella 4 Vice-Ministre des affaires étrangères M. Fernando Petrella 5 Vice-Président de la banque centrale M. Pedro Pou 6 Président de la Commission de l'industrie du Sénat, Sénateur José Genoud 7 Ancien Ministre de l'économie, M. Roberto Alemann 8 Gouverneur de la Province de Cordoba, M. Eduardo Cesar Angeloz
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GovDecisions
32,966
Nr. 1776. Kooperationsabkommen mit Schweden auf dem Gebiete der Atomenergie
38
Damit die Schweiz von Schweden Uran zu Weltmarktpreisen und Brennstoffelemente erhalten kann, muss sie garantieren diese ausschliesslich zu friedlichen Zwecken zu verwenden. Deshalb wird mit Schweden ein Kooperationsabkommen au dem Gebiete der Atomenergie abgeschlossen. Darin: Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement. Antrag vom 10.10.1967 (Beilage). Darin: Politisches Departement. Mitbericht vom 13.10.1967 (Einverstanden). Darin: Finanz- und Zolldepartement. Mitbericht vom 18.10.1967 (Einverstanden).
German
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1967-10-24
1967-10-24
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Schweden (Andere)
Atomenergie|Schweden (Allgemein)|Schweden (Politik)|Wissenschaft
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Frankreich|Kanada|Schweden|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich|Wien
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AB Atomenergi|Bundeskanzlei|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation|Eidgenössisches Finanzdepartement|EPD/Delegierter für Atomfragen|Internationale Atomenergie-Organisation|Schweden/Regierung
Bundesrat
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Oser Charles
Böök Klas|Gnägi Rudolf|Hochstrasser Urs|Spühler Willy
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Svezia (Altro)
Energia nucleare|Scienze|Svezia (Generale)|Svezia (Politica)
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Canada|Francia|Regno Unito|Stati Uniti d'America (USA)|Svezia|Vienna
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AB Atomenergi|Agenzia internazionale per l'energia atomica|Cancelleria federale|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell'ambiente, dei trasporti, dell'energia e delle comunicazioni|Dipartimento federale delle finanze|DPF/Delegato ai problemi atomici|Svezia/Governo
Consiglio federale
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Oser Charles
Böök Klas|Gnägi Rudolf|Hochstrasser Urs|Spühler Willy
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Suède (Autres)
Énergie nucléaire|Science|Suède (Général)|Suède (Politique)
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Canada|États-Unis d'Amérique (USA)|France|Royaume-Uni|Suède|Vienne
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AB Atomenergi|Agence internationale de l'énergie atomique|Chancellerie fédérale|Département fédéral de l'environnement, des transports, de l'énergie et de la communication|Département fédéral des affaires étrangères|Département fédéral des finances|DPF/Délégué aux questions atomiques|Suède/Gouvernement
Conseil fédéral
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Oser Charles
Böök Klas|Gnägi Rudolf|Hochstrasser Urs|Spühler Willy
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Sweden (Others)
Nuclear power|Science|Sweden (General)|Sweden (Politics)
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Canada|France|Sweden|United Kingdom|United States of America (USA)|Vienna
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AB Atomenergi|Federal Chancellery|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Finance|Federal Department of the Environment, Transport, Energy, and Communications|International Atomic Energy Agency|Sweden/Government
Swiss Federal Council
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Oser Charles
Böök Klas|Gnägi Rudolf|Hochstrasser Urs|Spühler Willy
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30,000
https://dodis.ch/32966
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
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32000-32999/dodis-32966.pdf
Dienstag, 24. Oktober 1967. Kooperationsabkommen mit Schweden auf dem Gebiete der Atomenergie. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement. Antrag vom 10. Oktober 1967 (Beilage). Politisches Departement. Mitbericht vom 13. Üktober 1967 (Einverstanden). Finanz- und Zolldepartement. Mitbericht vom 18. Oktober 1967 (Einverstanden). Gestützt auf die Ausführungen des Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements, denen sich das Politische Departement und das Finanzund Zolldepartement anschliessen können, hat der Bundesrat b e s c h l o s s e n : 1. Der vorgelegte Entwurf zu einem Abkommen über die Zusammenarbeit zwischen der schweizerischen Regierung und der schwedischen Regierung auf dem Gebiete der friedlichen Verwendung der Atomenergie und der zugehörige Briefwechsel werden genehmigt. 2. Für den Fall, dass der schwedische Botschafter in Bern die Vollmacht zur Unterschrift des Abkommens erhält, wird Herr Bundesrat Spühler, Vorsteher des Politischen Departements, ermächtigt, dieses unter Ratifikationsvorbehalt zu unterzeichnen. Sollte schwedischerseits eine besondere Delegation für den Abschluss des Vertrages nach Bern kommen, so wird der Leiter der schweizerischen Verhandlungsdelegation, Herr Prof. Dr. U. Hochstrasser, zur Unterzeichnung unter dem gleichen Vorbehalt ermächtigt. Protokollauszug an das Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement, zuhanden des Delegierten für Fragen der Atomenergie (10), an das Politische Departement (4), an das Volkswirtschaftsdepartement (2), an das Finanz- und Zolldepartement (8) und an die Bundeskanzlei zur Ausfertigung der Vollmacht. Für getreuen Auszug, der Protokollführer: # A n d e n B und e s r a t Kooperationsabkommen mit Schweden auf dem Gebiete der Atomenergie ## I. Einleitung Gegen Ende 1966 teilte eine schwedische Besucherdelegation dem Delegierten für Fragen der Atomenergie mit, dass Schweden bereit wäre, der Schweiz in beschränkten Mengen Uran zu Weltmarktpreisen zu verkaufen; die Schweiz hätte jedoch zu garantieren, dass der erhaltene Kernbrennstoff ausschliesslich fïr friedliche Zwecke verwendet wird und eine Kontrolle über die Einhaltung dieser Verpflichtung zu akzeptieren. Die staatliche AB Atomenergie verfügt sodann auch über Anlagen zur Herstellung von Brennstoffelementen und wäre interessiert, schweizerische Aufträge zu erhalten. Auch in diesem Falle möchte Schweden die Gewissheit haben, dass die Lieferungen nur für friedliche Zwecke verwendet werden. AnläsSlich dieser Gespräche wurde festgestellt, dass die Auflagen über die friedliche Verwendung der Lieferungen am besten im Rahmen eines zwischenstaatlichen Abkommens der gleichen Art, wie die Verträge, die beide Länder bereits z.B. mit den USA, Grossbritannien und Kanada abgeschlossen haben, geregelt werden könnten. Entsprechend könnte in einem derartigen Abkommen ebenfalls ein offizieller Rahmen für die Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Atomenergie zwischen den beiden Ländern geschaffen werden, die bereits in erfreulichem Masse existiert. Der Abschluss eines solchen Vertrages gäbe der Schweiz auch Gelegenheit, den Willen zu einer noch engeren Zusammenarbeit zu demonstrieren, ein Schritt, der auch vom Standpunkt der schweizerischen Reaktorpolitik aus als wünschenswert erscheint. Aus all diesen Ueberlegungen sind im Einvernehmen mit dem Politischen Departement die Besprechungen mit Schweden über den Abschluss eines Kooperationsabkommens aufgenommen worden. Diese haben zu beiliegendem Vertragsentwurf geführt. Es muss höchstens noch mit kleiperen textlichen Aenderungen gerechnet werden. # II. Inhalt des Abkommens In Artikel I des Abkommens wird die Weise der Zusammenarbeit aufgezählt; vorgesehen ist ein Informationsaustausch, die Lieferung von Ausrüstungen, Einrichtungen, Materialien, Ausgangsmaterialien, speziellen Kernmaterialien und Brennstoffen, die Uebertragung von Patentrechten, der Zugang zu und die Verwendung von Ausrüstungen und Einrichtungen, die technische Unterstützung Die Zusammenarbeit findet unter von Fall zu Fall festzusetzenden Bedingungen statt. Artikel II bestimmt, dass ermächtigte Privatpersonen und Organisationen mit staatlichen Stellen und Privatpersonen und Organisationen im andern Land direkt verhandeln können. In Artikel III und IV sind die an die vorgesehenen Lieferungen von Informationen, Materialien etc. geknüpften Bedingungen enthalten. Artikel V enthält die Kontroll- und Sicherheitsbestimmungen. Sie bezeichnen die Rechte, welche die beiden Vertragsparteien haben, um die friedliche Verwendung der gegenseitigen Lieferungen wirkungsvoll zu kontrollieren. Diese Bestimmungen sind ihrem Inhalte nach analog denen der Abkommen mit Kanada und Grossbritannien. Die Vertragsparteien erklären sich bereit, sich in einem noch zu vereinbarenden Zeitpunkt über die Uebertragung dieser Kontrollrechte auf die Internationale Atom-energie-Organisation in Wien zu konsultieren. In Artikel VI sind die im Abkommen verwendeten Begriffe umschrieben. Artikel VII enthält die Schlussklauseln. Die Ratifikation wird vorbehalten. Das Abkommen wird mit dem Austausch der Ratifikationsinstrumente in Kraft treten. Seine Geltungsdauer beträgt mindestens 10 Jahre und es bleibt darüber hinaus bis 6 Monate nach Kündigung durch eine der Vertragsparteien in Kraft. Es wird in französischer und englischer Urschrift, welche gleichermassen authentisch sind, abgeschlossen. Unterzeichnungsort ist Bern. In einem Briefwechsel wird festgehalten, dass sich die Kontrollund Sicherheitsbestimmungen des Abkommens auf sogenanntes identifiziertes Material - Ausgangsmaterial, spezielles Kernmaterial und Brenn- stoffe - und Ausrustungen beziehen und dass sich die Parteien uber Aenderungen konsultieren werden, wenn die Anwendung dieser Bestimmungen zu grossen Schwierigkeiten führen sollten. # III. Schlussfolgerungen Das vorliegende Abkommen erglinzt vorteilhaft die mit andern Staaten bereits getroffenen Vereinbarungen; die mit Schweden auf diesem Gebiet bereits bestehenden Beziehungen können fruchtbar ausgebaut werden. Für den Bund bringt das Abkommen keine weitergehenden, nicht bereits mit andern Verträgen oder dem Beitritt zur IAEO übernommenen Verpflichtungen. Unser Neutralitätsstatut wird durch das Abkommen nicht berührt. ## A n $t r$ a $g$ 1. Der vorliegende Entwurf zu einem Abkommen über die Zusammenarbeit zwischen der schweizerischen Regierung und der schwedischen Regierung auf dem Gebiete der friedlichen Verwendung der Atomenergie und der zugehörige Briefwechsel werden genehmigt. 2. Für den Fall, dass der schwedische Botschafter in Bern die Vollmacht zur Unterschrift des Abkommens erhält, wird Herr Bundesrat Spühler, Vorsteher des Eidg. Politischen Departements, ermächtigt, dieses unter Ratifikationsvorbehalt zu unterzeichnen. Sollte schwedischerseits eine besondere Delegation für den Abschluss des Vertrages nach Bern kommen, so wird der Leiter der schweizerischen Verhandlungsdelegation, Herr Prof. Dr. U. Hochstrasser, zur Unterzeichnung unter dem gleichen Vorbehalt ermächtigt. EIDG. VERKGURS- UND ENERGIEWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT Beilagen ( Gnägi) Text des Abkommens (englisch und französisch) Text des Briefwechsels PA an Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement, z.H. des Delegierten für Fragen der Atomenergie (10), Politisches Departement (2), Volkswirtschaftsdepartement (2), Bundeskanzlei zur Ausfertigung der Vollmacht.
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GovDecisions
47,322
Le Chargé d’Affaires de Suisse à Lisbonne, H. Martin, au Chef du Département politique, M. Pilet-Golaz
28
Entretien avec Guisan au sujet de l’importation de chevaux et mulets du Portugal destinés à l’Armée. Considérations sur la situation militaire générale et le ravitaillement de la Suisse. Classement thématique série 1848–1945: 2. RELATIONS BILATÈRALES 2.18. PORTUGAL
French
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1941-12-11
1941-12-11
14
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Portugal (Allgemein)
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Amerika|Deutsches Reich|Europa|Ferner Osten|Frankreich|Genua|Interlaken|Lissabon|Madrid|Moskau|Pau|Sankt Petersburg|Savona|Spanien|Vereinigtes Königreich
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Pilet-Golaz Marcel
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Broye Eugène|Charrière de Sévery Jack de|Dollfus Ruggero|Guisan Henri|Jordi Eduard|Serrano Suñer Ramon
Martin Henri François
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Portogallo (Generale)
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America|Estremo Oriente|Europa|Francia|Genova|Interlaken|Lisbona|Madrid|Mosca|Pau|Reame tedesco|Regno Unito|San Pietroburgo|Savona|Spagna
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Pilet-Golaz Marcel
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Martin Henri François
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Portugal (Général)
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Pilet-Golaz Marcel
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Pilet-Golaz Marcel
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Broye Eugène|Charrière de Sévery Jack de|Dollfus Ruggero|Guisan Henri|Jordi Eduard|Serrano Suñer Ramon
Martin Henri François
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45,000
https://dodis.ch/47322
Aktennotiz / Notiz
French, Martin Henri François, Aktennotiz / Notiz
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"> <a href="https://dodis.ch/47322" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/47322</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">Le Chargé d’Affair es de Suisse à <a href="https://dodis.ch/G349" class="tei-placeName" target="">Lisbon</a>ne, <a href="https://dodis.ch/P1145" class="tei-persName" target="">H. Martin</a>, au Chef du Département politique, <a href="https://dodis.ch/P804" class="tei-persName" target="">M. Pilet</a>-Golaz<span id="fnref_3_4_2_2_3_4_9" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_9">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Berne, <span class="tei-date3 tei-date">11 décembre 1941</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">J’ai été reçu ce matin assez longuement par le Général <a href="https://dodis.ch/P495" class="tei-persName" target="">Guisan</a>, qui m’a exprimé au nom de l’armée ses meilleurs remerciements parce que votre Légation de <a href="https://dodis.ch/G349" class="tei-placeName" target="">Lisbon</a>ne avait réussi à obtenir du Gouvernement portugais une licence d’exportation de 300 chevaux et mulets dont 23 chevaux et 71 mulets destinés à l’armée venaient d’arriver cette nuit à Berne.</p> <p class="tei-p tei-p">Il s’est déclaré en principe d’accord pour continuer ces achats, lorsque je l’informai que le Colonel de Charrière venait de me faire savoir que les chevaux, qui étaient à la remonte, faisaient bonne impression et que les mulets étaient très beaux.</p> <p class="tei-p tei-p">Le Général en parlera au Chef de l’Etat Major Général et, comme les mulets déjà arrivés sont des mulets de bât pour les troupes de montagne, il se déclara en principe d’accord pour faire venir aussi, à titre d’essai, quelques grands mulets pour traction en plaine.</p> <p class="tei-p tei-p">Au point de vue de la guerre, le Général a considéré comme très grave les suites de la surprise dont les marines et les ports de <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">Grande-Bretagne</a> et des Etats-Unis avaient été l’objet en <a href="https://dodis.ch/G281" class="tei-placeName" target="">Extrême-Orient</a>. Ces deux grandes puissances venaient de recevoir un choc aussi sévère qu’inattendu, qui pouvait avoir pour elles les plus fâcheux contrecoups.</p> <p class="tei-p tei-p">Je lui donnai quelques explications sur l’état de l’armée portugaise, la situation économique en <a href="https://dodis.ch/G126" class="tei-placeName" target="">Espagne</a>, sur les routes de la Péninsule ibérique, ainsi que sur nos approvisionnements par le port de <a href="https://dodis.ch/G349" class="tei-placeName" target="">Lisbon</a>ne. Il me dit qu’il avait quelques soucis sur notre ravitaillement par <a href="https://dodis.ch/G829" class="tei-placeName" target="">Gênes</a>, car ce port était constamment attaqué par la RAF et subissait des dégâts. Je lui expliquai qu’à côté de <a href="https://dodis.ch/G829" class="tei-placeName" target="">Gênes</a>, nous disposons aussi du port de <a href="https://dodis.ch/G830" class="tei-placeName" target="">Savone</a> jusqu’ici réservé à l’importation de nos charbons.</p> <p class="tei-p tei-p">En ce qui concerne la guerre dans le reste de l’<a href="https://dodis.ch/G12" class="tei-placeName" target="">Europe</a>, il considérait que, pour le moment, l’<a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Allemagne</a> était «à bout de souffle» sur le front russe<span id="fnref_3_4_2_2_17_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_17_6">2</a></span>.</p> <p class="tei-p tei-p">Non seulement <a href="https://dodis.ch/G21" class="tei-placeName" target="">Moscou</a> et <a href="https://dodis.ch/G3147" class="tei-placeName" target="">Leningrad</a> n’avaient pas été prises, mais les Russes avançaient de nouveau dans certains secteurs et ne permettraient sans doute pas, comme cela avait été annoncé à la radio, que le front fût stabilisé.</p> <p class="tei-p tei-p">L’usure des armées avait été énorme et nous avions, du côté de notre frontière nord et nord-est, une trentaine de divisions allemandes qui venaient se reposer et se refaire.</p> <p class="tei-p tei-p">Ce travail de recomposition était si bien réglé qu’au lieu où arrivait chaque division, il y avait toujours un petit complément de troupes qui permettait de parachever plus vite la reconstitution entière de l’unité. Certaines de ces troupes du front russe recommençaient leurs exercices. En outre, des troupes allemandes rentrées du front russe avaient été, selon les informations de notre armée, également dirigées, dans un but de reconstitution, vers le sud-ouest de la <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">France</a> (selon le Colonel <a href="https://dodis.ch/P389" class="tei-persName" target="">Dollfus</a>, il doit s’agir de la région de <a href="https://dodis.ch/G12303" class="tei-placeName" target="">Pau</a>).</p> <p class="tei-p tei-p">Il n’y avait cependant pas lieu de s’attendre, pour le moment, à une invasion de la Péninsule.</p> <p class="tei-p tei-p">Le problème ibérique me permit de lui rappeler une information intéressante que j’avais puisée dans le rapport de mon collègue, M. Broyé, du 13 juin dernier<span id="fnref_3_4_2_2_27_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_27_2">3</a></span>. Il s’agissait de la déclaration de <a href="https://dodis.ch/P5120" class="tei-persName" target="">M. Serrano Suner</a> à un diplomate:</p> <p class="tei-p tei-p">«Si l’<a href="https://dodis.ch/G133" class="tei-placeName" target="">Amérique</a> entre en guerre, l’<a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Allemagne</a> demandera à l’<a href="https://dodis.ch/G126" class="tei-placeName" target="">Espagne</a> de passer à travers son territoire et comme nous ne pouvons pas nous y opposer, nous entrerons nous-mêmes en guerre pour ne pas donner l’apparence d’avoir obéi aux injonctions de l’<a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Allemagne</a>.»</p> <p class="tei-p tei-p">Le Général, qui avait probablement lu le bulletin politique du Département, ne se souvenait pas de cette précision et s’y intéressa de façon toute spéciale.</p> <p class="tei-p tei-p">En me reconduisant, il me pria à déjeuner à <a href="https://dodis.ch/G1747" class="tei-placeName" target="">Interlaken</a> pour un jour de la semaine prochaine qu’il me désignerait.</p> <p class="tei-p tei-p">J’ai fait ensuite visite au Colonel de Charrière de <a href="https://dodis.ch/P3957" class="tei-persName" target="">Sévery</a> qui me fit savoir que le Colonel <a href="https://dodis.ch/P4418" class="tei-persName" target="">Jordi</a>, Chef de l’arme de la Cavalerie, accompagné de lui-même, tenaient à me conduire au dépôt de la remonte pour voir les chevaux portugais et ensuite à Schönbühl où se trouvaient les mulets.</p> <p class="tei-p tei-p">Cette visite aura lieu vendredi 12 décembre, après-midi.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_9"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 2300 Lissabon/5</span>. <a href="https://dodis.ch/P1145" class="tei-persName" target="">Martin</a> est de passage en Suisse en décembre 1941.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_9">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_17_6"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">En marge de ce passage, <a href="https://dodis.ch/P804" class="tei-persName" target="">Pilet</a> a placé un grand point d’interrogation.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_17_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_27_2"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Pour le rapport complet du Ministre de Suisse à <a href="https://dodis.ch/G941" class="tei-placeName" target="">Madrid</a>, cf. <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 2300</span><a href="https://dodis.ch/G941" class="tei-placeName" target="">Madrid</a>/10.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_27_2">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
47000-47999/dodis-47322.pdf
# DÉPARTEMENT POLITIQUE FÉDÉRAL DIVISION DES AFFAIRES ÉTRANGÉRES Notice pour le Département $12.12 \mathrm{~kg}$ $P \mathrm{C}$ J'ai été reçu ce matin assez longuement par le Général Guisan, qui m'a exprimé au nom de l'armée ses meilleurs remerciements parce que votre légation de Lisbonne avait réussi à obtenir du Gouvernement portugais une licence d'exportation de 300 chevaux et mulets dont 23 chevaux et 71 mulets destinés à l'armée venaient d'arriver cette nuit à Berne. Il s'est déclaré en principe d'accord pour continuer ces achats, lorsque je l'informai que le Colonel de Charrière venait de me faire savoir que les chevaux, qui étaient à la remonte, faisaient bonne impression et que les mulets étaient très beaux. Le Général en parlera au Chef de l'Etat Major Général et, comme les mulets déjà arrivés sont des mulets de bât pour les troupes de montagne, il se déclara en principe d'accord pour faire venir aussi, à titre d'essai, quelques grands mulets pour traction en plaine. Au point de vue de la guerre, le Général a considéré comme très grave les suites de la surprise dont les marines et les ports de Grande-Bretagne et des Etats-Unis avaient été l'objet en Extrême-Orient. Ces deux grandes puissances venaient de recevoir un choc aussi sévère qu'inattendu, qui pouvait avoir pour elles les plus fâcheux contrecoups. Je lui donnai quelques explications sur l'état de l'armée portugaise, la situation économique en Espagne, sur les routes de la Féninsule ibérique, ainsi que sur nos approvisionnements par le port de Lisbonne. Il me dit qu'il avait quelques soucis sur notre ravitaillement par Gênes, car ce port était constamment attaqué par la R.A.F. et subissait des dégâts. Je lui expliquai qu'à côté de Gênes, nous disposons aussi du port de Savone jusqu'ici réservé à l'importation de nos charbons. En ce qui concerne la guerre dans le reste de l'Europe, il considérait que, pour le moment, l'Allemagne était "à bout de souffle" sur le front russe. Non seulement Moscou et Leningrad n'avaient pas été prises, mais les Russes avançaient de nouveau dans certains secteurs et ne permettraient sans doute pas, comme cela avait été annoncé à la radio, que le front fût stabilisé. L'usure des armées avait été énorme et nous avions, du côté de notre frontière nord et nord-est, une trentaine de divisions allemandes qui venaient se reposer.et se refaire. Ce travail de recomposition était si bien réglé qu'au lieu où arrivait chaque division, il y avait toujours un petit complément de troupes qui permettait de parachever plus vite la reconstitution entière de l'unité. Certaines de ces troupes du front russe recommencaient leurs exercices. En outre, des troupes allemandes rentrées du front russe avaient été, selon les informations de notre armée, également dirigées, dans un but de reconstitution, vers le sudouest de la France (selon le Colonel Dollfus, il doit s'agir de la région de Pau). Il n'y avait cependant pas lieu de s'attendre, pour le moment, à une invasion de la Péninsule. Le problème ibérique me permit de lui rappeler une information intéressante que j'avais puisée dans le rapport de mon collègue, M. Broye, du 13 juin dernier. Il s'agissait de la déclaration de M. Serrano Suner à un diplomate: "Si l'Amérique entre en guerre, l'Allemagne demandera à l'Espagne de passer à travers son territoire et comme nous ne pouvons pas nous y opposer, nous entrerons nousmêmes en guerre pour ne pas donner l'apparence d'avoir obéi aux injonctions de l'Allemagne." Le Général, qui avait probablement lu le bulletin politique du Département, ne se souvenait pas de cette précision et s'y intéressa de façon toute spéciale. En me reconduisant, il me pria à déjeuner à Interlaken pour un jour de la semaine prochaine qu'il me désignerait. J'ai fait ensuite visite au Colonel de Charrière de Sévery qui me fit savoir que le Colonel Jordi, Chef de l'arme de la Cavalerie, accompagné de lui-même, tenaient à me conduire au dépôt de la remonte pour voir les chevaux portugais et ensuite à Schönbuihl où se trouvaient les mulets. Cette visite aura lieu vendredi 12 décembre, aprèsmidi. Berne, le 11 décembre 1941.
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Notes/Internal
47,074
Compte-rendu de la conférence tenue à Berne le 22.6.1940 à 14 h 30, sous la présidence du Général H. Guisan
37
Sous la présidence du Général Guisan, les plus hauts responsables de l’Armée débattent de la situation générale et de la nouvelle stratégie défensive. Classement thématique série 1848–1945: V. AFFAIRES MILITAIRES ET FAITS DE GUERRE 1. Stratégie générale
German
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1940-06-24
1940-06-24
13
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Militärpolitik
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Allgäu|Alpen|Ardennes|Argonnen|Basel|Belgien|Bellegarde|Berlin|Biel|Bordeaux|Breisach am Rhein|Burgdorf|Dänemark|Delémont|Deutsches Reich|Einsiedeln|Emmenmatt|Frankreich|Gotthard|Hauenstein|Italien|Konstanz|Limmat|Linth|Luzern|Mailand|Menznau|Napf|Niederlande|Norwegen|Ostermundigen|Payerne|Pilatus|Poitiers|Polen|Pruntrut|Rhein|Rhone|Saane|Saint-Maurice|Sargans|Savoyen|Schaffhausen|Schwarzwald|Simmental|Stockhorn|Sursee|Thun|Tours|Vereinigtes Königreich|Vierwaldstättersee|Vorarlberg|Wiesental|Zug|Zürich|Zürichsee
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Bracher Hans|Huber Jakob|Labhart Jakob|Lardelli Renzo|Maginot André|Miescher Rudolf|Prisi Fritz|Wille Ulrich
Guisan Henri
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Politica militare
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<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"><a href="https://dodis.ch/47074" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/47074</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">Compte-rendu de la conférence tenue à Berne le 22 juin 1940 à 14 h 30, sous la présidence du Général <a href="https://dodis.ch/P495" class="tei-persName" target="">H. Guisan</a><span id="fnref_3_2_1_1_2_2_4" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_2_2_4">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"><span class="tei-add2 tei-add-opener">Geheim</span> <div class="tei-dateline tei-dateline">A.H.Q., <span class="tei-date3 tei-date">24. Juni 1940</span></div> </div> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Anwesend: </span>Die Kdt. des 1., 2., 3. und 4. Armeekorps<span id="fnref_3_2_1_1_4_3" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_4_3">2</a></span>,</p> <p class="tei-p tei-p">der Chef des Generalstabes der Armee<span id="fnref_3_2_1_1_5_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_5_2">3</a></span>,</p> <p class="tei-p tei-p">der Chef der Hauptabteilung III<span id="fnref_3_2_1_1_6_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_6_2">4</a></span>.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">General: </span>Die heutige Besprechung ist der Prüfung der allgemeinen Lage gewidmet, wie sie sich in den letzten Wochen als Folge der sich überstürzenden Ereignisse ergeben hat. <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a>s Armee ist geschlagen und zieht sich unter stetigen Kämpfen in allgemeiner Richtung nach Süden zurück. Die deutsche Armee folgt ihr auf dem Fusse, wobei sich verschiedene Angriffsrichtungen abzeichnen, vor allem eine <a href="https://dodis.ch/G1041" class="tei-placeName" target="">Rhone</a>tal abwärts und eine weiter westlich gelegene in allgemeiner Richtung <a href="https://dodis.ch/G10859" class="tei-placeName" target="">Tours</a> - <a href="https://dodis.ch/G11565" class="tei-placeName" target="">Poitiers</a> - <a href="https://dodis.ch/G665" class="tei-placeName" target="">Bordeaux</a>. Längs unserer Schweizergrenze ziehen die deutschen Verbände in südlicher Richtung vorbei, ohne dass bisher grössere Truppenkörper sich unserer Grenze genähert hätten. Einzelne kleine Patrouillen haben mit unsern Grenzposten Fühlung aufgenommen und sich alsdann wieder zurückgezogen. Hochsavoyen ist vorläufig noch frei von deutschen Truppen; es hat nicht den Anschein, als ob die Deutschen Hochsavoyen besetzen wollen. Dagegen sind deutsche Truppen in <a href="https://dodis.ch/G3884" class="tei-placeName" target="">Bellegarde</a>, womit unsere Verbindungen mit <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> praktisch unterbrochen sind.</p> <p class="tei-p tei-p">In <a href="https://dodis.ch/G77" class="tei-placeName" target="">Italien</a> hat sich die Lage wenig verändert. Aktionen lassen sich nicht feststdlen. An der Schweizergrenze stehen sozusagen keine italienischen Truppen. Als beruhigendes Moment mag gelten, dass die Stadt <a href="https://dodis.ch/G840" class="tei-placeName" target="">Mailand</a> ihre Kinder nach der Schweizergrenze evakuiert hat.</p> <p class="tei-p tei-p">Östlich des Bodensees im <a href="https://dodis.ch/G373" class="tei-placeName" target="">Vorarlberg</a> und <a href="https://dodis.ch/G1017" class="tei-placeName" target="">Allgäu</a> stehen fast keine deutsche Truppen, erst nördlich des <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>s zwischen <a href="https://dodis.ch/G1018" class="tei-placeName" target="">Schaffhausen</a> und <a href="https://dodis.ch/G83" class="tei-placeName" target="">Basel</a>. Im <a href="https://dodis.ch/G1029" class="tei-placeName" target="">Schwarzwald</a> kann immer noch eine kompakte Masse deutscher Truppen festgestellt werden. Hauptsächlich stark ist das <a href="https://dodis.ch/G1012" class="tei-placeName" target="">Wiesental</a> belegt.</p> <p class="tei-p tei-p">Für die Schweiz ist in den letzten Tagen namentlich das Problem der Internierung von ca. 40000 Personen (Militär- und Zivilpersonen zusammengerechnet) schwerwiegend geworden. Wir sind durch diese Flüchtlingsströme an einzelnen Orten etwas überrascht worden, doch ist es gelungen, mit wenigen Ausnahmen den geordneten Abfluss der Kolonnen sicherzustellen. Unter die Flüchtlinge mischten sich auch eine Anzahl unerwünschter Elemente, die an die Grenze zurückgestellt werden mussten. Die gegen die Schweizergrenze marschierenden franz. Soldaten sind auf dem letzten Stück vor der Schweizergrenze von den Deutschen nicht mehr verfolgt worden. In unmittelbarer Nähe der Grenze sind deshalb keine Zwischenfälle und Kampfhandlungen vorgekommen.</p> <p class="tei-p tei-p">Während sich die Armee gegenüber den internierten Soldaten entsprechend den gegebenen Weisungen verhält, kann das gleiche nicht von der Zivilbevölkerung gesagt werden. Die an verschiedenen Orten vorgekommenen Erscheinungen, lassen darauf schliessen, dass es der Bundesrat leider unterlassen hat, das Volk rechtzeitig zu erziehen und über seine Haltung gegenüber den Internierten zu belehren.</p> <p class="tei-p tei-p">Die vor einigen Tagen angeordneten Massnahmen zur stärkern Belegung unserer Westgrenze sind bekannt. Sie brauchen deshalb nicht mehr erwähnt zu werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Wirtschaftlich wird die Schweiz in eine recht schwierige Lage geraten und in allernächster Zeit zu einer umfassenden Rationierung aller Bedarfsmittel kommen müssen. Persönlich ist der General überzeugt, dass die Deutschen nunmehr in erster Linie einen politischen und wirtschaftlichen Druck ausüben werden und militärische Aktionen kaum ins Auge fassen. Die Schweiz dient gegenüber der Achse als wertvolles Transitland, dessen <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>bahnen möglichst unversehrt dem sich sicher steigenden Transitverkehr zur Verfügung stehen sollten.</p> <p class="tei-p tei-p">Trotzdem müssen wir gefasst sein, dass <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> in einem gegebenen Zeitpunkt, namentlich dann, wenn wir seinen wirtschaftlichen und politischen Drohungen Widerstand entgegensetzen, mit einem Einmarsch drohen wird. Für diesen Fall des Angriffes von allen Seiten müssen wir gerüstet sein. Hiefür gibt es drei Lösungen:</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">1. Halten in der Armeestellung, </span>wie bisher. Vorteil: Wir können uns auf eine ausgebaute Armeestellung stützen, die unserer Verteidigung die nötige Kraft verleihen wird. Nachteil: Die Armeestellung hat eine sehr grosse Frontlänge und benötigt den letzten Mann unserer Truppen. Auch dann wird die Besetzung noch ziemlich dünn sein. Als wir zu Beginn des Krieges die Armeestellung festlegten, rechneten wir immer mit einem Verbündeten, dem ein Teil der Verteidigung der Armeestellung überlassen werden könnte. Dieser Verbündete besteht heute nicht mehr, sodass wir für die Verteidigung in der Armeestellung ganz auf uns selbst angewiesen sind.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">2. Teilweise Benützung der Armeestellung unter Abbiegen nach Westen und Verlassen des bisherigen nicht ausgebauten Teiles der Armeestellung. </span>Diese Igelstellung hat den Vorteil, dass wir die ausgebauten Teile der Armeestellung Nord von <a href="https://dodis.ch/G988" class="tei-placeName" target="">Sargans</a> bis zum <a href="https://dodis.ch/G12298" class="tei-placeName" target="">Hauenstein</a> ausnützen können und auf der Westfront die ohnehin noch sehr in den Anfängen steckende Armeestellung verlassen zu gunsten einer Frontverkürzung vom <a href="https://dodis.ch/G12298" class="tei-placeName" target="">Hauenstein</a> in allgemeiner Richtung <a href="https://dodis.ch/G8646" class="tei-placeName" target="">Napf</a> - <a href="https://dodis.ch/G909" class="tei-placeName" target="">Thun</a> - <a href="https://dodis.ch/G989" class="tei-placeName" target="">St. Maurice</a>. Nachteil dieser Lösung: Die Westfront dieser Armeestellung muss neu bezogen werden und ist heute in keiner Weise ausgebaut. Wenn wir zu dieser Lösung Zuflucht nehmen, müssten wir heute schon Vorbereitungen treffen, um unsere Munitions- und Verpflegungsvorräte innerhalb dieser Armeestellung anzulegen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">3. Zurücknahme der Armee in einen Zentralraum, </span>nördlich begrenzt durch die Voralpen ungefähr auf der Linie <a href="https://dodis.ch/G27" class="tei-placeName" target="">Zürich</a>see - <a href="https://dodis.ch/G1408" class="tei-placeName" target="">Vierwaldstättersee</a> - <a href="https://dodis.ch/G8646" class="tei-placeName" target="">Napf</a> - <a href="https://dodis.ch/G909" class="tei-placeName" target="">Thun</a> - <a href="https://dodis.ch/G989" class="tei-placeName" target="">St. Maurice</a>. Diese Lösung hat den Vorteil, dass wir in den <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a> sehr stark sind, dagegen über keine Ressourcen mehr verfügen und sehr bald sowohl die Munitions-und Verpflegungsvorräte aufgebraucht haben werden. Zudem erfordert diese Lösung eine Preisgabe von fast 3/4 des Landes.</p> <p class="tei-p tei-p">Aus diesen Gründen tritt der General für die zweite Lösung ein. Die Übernahme dieser Lösung hat zur Voraussetzung, dass</p> <p class="tei-p tei-p">a) die Verschiebung der Munitions- und Verpflegungsvorräte angeordnet wird,</p> <p class="tei-p tei-p">b) aus der bisherigen Armeestellung gewisse Truppenteile herausgenommen werden, um im neuen Raume bereit zu stehen. Dies hat nicht den Sinn, dass in der neuen Stellung Befestigungen gebaut werden sollen, sondern dass mit den Truppen die mancherorts fehlende Kampfausbildung nachgeholt wird.</p> <p class="tei-p tei-p">Daneben muss die Frage der teilweisen Demobilmachung geprüft werden. Im Augenblicke der Waffenruhe in <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> werden wir nicht darum herum kommen, Teile der Armee zu entlassen. Es ist besser, dass wir diese Demobilmachung vorbereiten und nach unserem Gutfinden ausführen können, bevor uns von Seiten <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a>s diesbezügliche Bedingungen gestellt werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Die Frage der Demobilmachung ist auch zu prüfen unter dem Gesichtspunkte der Sicherung vor einem allzugrossen Anwachsen der Arbeitslosenziffer. Darüber hinaus müssen wir auch eine gewisse Truppenstärke bereithalten, um allfälligen Umsturzversuchen im Landesinnern entgegentreten zu können.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P4671" class="tei-persName" target="">Wille</a></span>tritt für einen ganzen Schritt ein und nicht für eine Zwischenlösung. Die Deutschen brauchen gegenwärtig ihre gesamte Armee zur Besetzung <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a>s und einen allfälligen Angriff gegen <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">England</a>. Auch wenn der Waffenstillstand geschlossen wird, ist kaum anzunehmen, dass die Deutschen ein grosses Interesse daran haben, eine Aktion gegen die Schweiz auszulösen. Auch vor einem Überfall brauchen wir uns heute nicht mehr zu fürchten. Das Vorgehen der Deutschen wird vielmehr so sein, dass zunächst wirtschaftliche und politische Bedingungen gestellt werden. Erst wenn wir uns entschliessen, darauf nicht einzutreten, wird vermutlich von deutscher Seite mit dem Einmarsch gedroht werden. In diesem Augenblicke haben wir noch genügend Zeit, um die Armee, soweit sie entlassen sein sollte, wieder aufzubieten.</p> <p class="tei-p tei-p">Ein entschiedener Schritt rechtfertigt sich auch aus politischen Gründen. Aus innerpolitischen Gründen vor allem deshalb, weil im Volk und der Armee das Vertrauen in die Haltbarkeit unserer Armeestellung stark gesunken ist. Die Stimmung bei den Truppen ist nicht schlecht in Bezug auf Disziplin, dagegen machen sich die Soldaten sicher auch ihre Gedanken darüber, dass sie namentlich in der <a href="https://dodis.ch/G9634" class="tei-placeName" target="">Linth</a> - <a href="https://dodis.ch/G1114" class="tei-placeName" target="">Limmat</a>stellung in der schweizerischen umgangenen <a href="https://dodis.ch/P4517" class="tei-persName" target="">Maginot</a>linie stehen. Auch mit einem Abbiegen beim <a href="https://dodis.ch/G12298" class="tei-placeName" target="">Hauenstein</a> hängt die Armeestellung in der Luft. Zudem wird man es bei uns nicht begreifen können, wenn wir trotz der eingetretenen Waffenruhe im Westen bis an die Zähne bewaffnet bleiben. Wenn gegenwärtig weder die deutsche Gesandtschaft in Bern, noch die deutsche Regierung in <a href="https://dodis.ch/G25" class="tei-placeName" target="">Berlin</a> sich anscheinend stark mit uns befassen und noch nichts haben verlauten lassen, so darf dies nicht täuschen. Es ist erwiesen, dass die Zahl unserer unter den Waffen stehenden Truppen sehr genau kontrolliert wird und früher oder später zu Anfragen, wenn nicht zu Bedingungen von deutscher Seite Anlass geben wird. Die Frage der Demobilmachung wird sich deshalb sicherlich stellen.</p> <p class="tei-p tei-p">Aus diesen Gründen tritt Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P4671" class="tei-persName" target="">Wille</a> für einen unauffälligen Abbau der Truppenstärke ein unter der Voraussetzung, dass die Truppen in einen Ruheraum zurückgenommen werden, in dem vor allem die mangelnde Kampfausbildung nachgeholt werden soll. Erst für einen spätem Zeitpunkt soll der Bezug eines Zentralraumes vorgesehen werden. In der Armeestellung können vorläufig aus Gründen der Bereitschaft und Sicherung Truppen zurückbelassen werden, als Aufräumdetachemente und zur Vollendung angefangener Arbeiten. Unter diesem Titel wird die Belassung von Truppen in der Armeestellung auch von <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> sicherlich anerkannt werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Im Zentralraum sind keine Befestigungen anzufangen. Die Stellung hat sich auf die Stärke des Geländes zu stützen, das weder den Angriff und die Entwicklung grosser Panzerverbände, noch die Einwirkung der Stukas gestattet.</p> <p class="tei-p tei-p">Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist eine Demobilmachung und eine Einstellung der Arbeiten notwendig. Das Volk und der Wehrmann rechnen selbst auch mit den von der Armee aufgebrauchten Geldern und würden es nicht verstehen, wenn im heutigen Zeitpunkt in der Armeestellung noch weitere Kredite aufgebraucht würden.</p> <p class="tei-p tei-p">Als Zentralraum kann gelten das <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>gebiet im Norden begrenzt ungefähr durch die Linie <a href="https://dodis.ch/G27" class="tei-placeName" target="">Zürich</a>see - <a href="https://dodis.ch/G9939" class="tei-placeName" target="">Einsiedeln</a> - <a href="https://dodis.ch/G1261" class="tei-placeName" target="">Zug</a> - <a href="https://dodis.ch/G1261" class="tei-placeName" target="">Zug</a>ersee - <a href="https://dodis.ch/G8646" class="tei-placeName" target="">Napf</a>gebiet - <a href="https://dodis.ch/G9660" class="tei-placeName" target="">Simmental</a> - Anschluss an <a href="https://dodis.ch/G989" class="tei-placeName" target="">St. Maurice</a>. Für den Ruheraum kann dieser Zentralraum ohne Bedenken nördlich ausgedehnt werde bis ungefähr auf die Linie <a href="https://dodis.ch/G1261" class="tei-placeName" target="">Zug</a>ersee - <a href="https://dodis.ch/G9760" class="tei-placeName" target="">Sursee</a> - <a href="https://dodis.ch/G9430" class="tei-placeName" target="">Burgdorf</a> - Bern - <a href="https://dodis.ch/G9042" class="tei-placeName" target="">Saane</a>linie E. Freiburg.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5308" class="tei-persName" target="">Miescher</a>: </span>Die Armeekorps müssen in aller kürzester Zeit wissen, was weiter zu geschehen hat. Drei Aufgaben sind gegenwärtig im Studium und teils in Ausführung, nämlich:</p> <p class="tei-p tei-p">- Werke in <a href="https://dodis.ch/G27" class="tei-placeName" target="">Zürich</a> und an der <a href="https://dodis.ch/G1114" class="tei-placeName" target="">Limmat</a>,</p> <p class="tei-p tei-p">- Kasematt-Batterien der Landesbefestigung,</p> <p class="tei-p tei-p">- rückwärtige Tanksperren an Einfallsstrassen.</p> <p class="tei-p tei-p">Sowohl im A.K. Stab, wie bei den Truppen macht man sich darüber Gedanken, ob der Ausbau dieser Anlagen noch einen Sinn hat.</p> <p class="tei-p tei-p">Bezüglich der Armeestellung im allgemeinen weiss man schon heute, dass sie ausserordentlich weit gespannt und nur mit schwachen Kräften besetzt ist. Auch der einzelne Mann macht sich diese Überlegungen und vergleicht den erfolgreichen Einbruch der Deutschen bei Breisach mit den Verhältnissen an der <a href="https://dodis.ch/G1114" class="tei-placeName" target="">Limmat</a>. Die Aufmunterung mit der behaupteten Stärke unseres Geländes hat im Mittelland keine Bedeutung, da dieses Gelände allzu ähnlich ist mit dem bisherigen Kampfgelände in den <a href="https://dodis.ch/G1008" class="tei-placeName" target="">Ardenne</a>n, in den <a href="https://dodis.ch/G10871" class="tei-placeName" target="">Argonne</a>n, und erst wenn wir zurückgehen in unsere <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>stellung wird sich der Schweizersoldat mit Recht wieder auf die Stärke und Uneinnehmbarkeit verlassen können. Man kommt unwillkürlich auf die historische Bedeutung und Aufgabe der Schweiz zurück, die darin besteht, die Wache an den <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>pässen zu übernehmen. Wenn wir uns darauf beschränken, so haben wir auch Aussicht darauf, ernst genommen zu werden und einem Angriff Stand halten zu können.</p> <p class="tei-p tei-p">In der Armeestellung ist aufzuräumen; Angefangenes, soweit sich der Aufwand lohnt, noch fertig zu stellen und im übrigen alles vorzukehren, um uns im Zentralraum stark zu machen. Sowohl beim Stadtkdo. <a href="https://dodis.ch/G27" class="tei-placeName" target="">Zürich</a>, wie an der <a href="https://dodis.ch/G1114" class="tei-placeName" target="">Limmat</a>stellung müssen die Arbeiten eingestellt werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Die neue aussenpolitische Lage lässt keine neutrale Stellung mehr zu. Solange an unsern Grenzen nicht mehr zwei Gegner stehen, sondern ringsum nur noch einer, können wir auch keine Neutralitätspolitik mehr befolgen. Dieser uns umschliessende Nachbar lebt entweder mit uns im Frieden oder im Kriege. Eine Zwischenlösung, wie sie bisher bestund, gibt es nicht mehr.</p> <p class="tei-p tei-p">Die Ansammlung deutscher Truppen im <a href="https://dodis.ch/G1029" class="tei-placeName" target="">Schwarzwald</a> sollte uns nicht allzusehr verleiten, noch wesentliche Truppen draussen zu belassen. Schliesslich können die Deutschen auf Jahre hinaus im <a href="https://dodis.ch/G1029" class="tei-placeName" target="">Schwarzwald</a> Truppen konzentrieren, ohne dass wir die Mittel hätten, ebensolange die Armee in Bereitschaft zu halten.</p> <p class="tei-p tei-p">Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist für uns eine Änderung angezeigt. Wir müssen danach trachten, dass keine Arbeitslosen im Lande untätig herumstehen und dies gibt uns vorläufig noch gegenüber <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> die Begründung, eine gewisse Truppenstärke zu behalten.</p> <p class="tei-p tei-p">Als Ruheraum kann der von Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P4671" class="tei-persName" target="">Wille</a> angegebene Teil unseres Landes bezogen werden. Auch bezüglich der Festsetzung der Grenzen des Zentralraumes ist Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5308" class="tei-persName" target="">Miescher</a> mit dem Chef der Hauptabt. III einverstanden.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5347" class="tei-persName" target="">Prisi</a>: </span>Es ist richtig, dass die Stimmung bei der Truppe in letzter Zeit starken Beeinflussungen ausgesetzt war. Bei planmässigem Arbeiten und straffer Organisation werden jedoch die Versuche zu einem Sichgehenlassen der Truppe bald behoben sein. Angefangene Bauten sollen vollendet werden, mit neuen ist nicht mehr zu beginnen.</p> <p class="tei-p tei-p">Die wirtschaftliche Abschnürung der Schweiz ist nunmehr vollkommen. Wir werden die Folgen davon in Kürze zu tragen haben. Unsere grossen Fabriken haben wohl noch einen grossen Auftragsbestand für Lieferungen nach <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">England</a>, doch weigern sich die Fabrikationsleiter mit Recht, diese Aufträge auszuführen, da der Absatz illusorisch ist. Der Wegfall des Exportes wird bei unserer Industrie einen Personalabbau zur Folge haben. Unsere Neutralität ist heute nur mehr eine Fiktion.</p> <p class="tei-p tei-p">Der Zustrom der Internierten hat zu wenig schönen Bildern Anlass gegeben. In <a href="https://dodis.ch/G4874" class="tei-placeName" target="">Delsberg</a> war die Ordnung immerhin besser als in <a href="https://dodis.ch/G3141" class="tei-placeName" target="">Pruntrut</a>, wo die gesamte Bevölkerung sich mit den fremden Soldaten mischte. Innert kürzester Frist sind deshalb die Internierten vom Kontakt mit der Bevölkerung abzuschliessen und heranzuziehen zu Arbeiten in der Armeestellung. Wenn dies für eigentliche Festungsbauten nicht zulässig ist, so sollten die Internierten zum mindesten mit dem Bau und der Instandhaltung von Verkehrswegen beschäftigt werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Eine Demobilisation verlangt umfassende Erhebungen und Vorbereitungen. Das Arbeitslosenproblem wird bei einer allzu raschen Demobilmachung sehr brennend werden und für unser Land wirtschaftlich umso schwerwiegender, als wir durch die Besetzung von <a href="https://dodis.ch/G68" class="tei-placeName" target="">Polen</a>, <a href="https://dodis.ch/G194" class="tei-placeName" target="">Norwegen</a>, <a href="https://dodis.ch/G138" class="tei-placeName" target="">Dänemark</a>, <a href="https://dodis.ch/G75" class="tei-placeName" target="">Belgien</a>, <a href="https://dodis.ch/G78" class="tei-placeName" target="">Holland</a> und <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> ohnehin gewaltige Werte unseres Vermögens verlieren, das in diesen Ländern durch den Kreditverkehr festgebunden liegt.</p> <p class="tei-p tei-p">Zur Frage der Armeestellung ist zu bemerken, dass wir in keiner Stellung lange werden halten können, weder in der vordersten, noch in der mittleren und im Zentralraum. Wenn sich die Armee schon opfern muss und untergehen soll, so geschieht dies mit Vorteil in der ausgebauten und der Truppe bekannten Armeestellung. Schlussendlich ist für den Bezug einer neuen Armeestellung die Haltung der politischen Behörde, d.h. des Bundesrates, massgebend. Die Armee hat heute den Auftrag, das Land zu verteidigen. Wenn wir sie zurücknehmen in die <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a> und 3/4 des Landes preisgeben, so ist das keine Landesverteidigung mehr, sondern eine reine Armeeverteidigung. Im <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>zentralraum werden wir grössere Schwierigkeiten mit dem Nachschub haben. Im Sommer mag es noch angehen, wenn uns der Feind aber einen Winterfeldzug aufzwingt, werden wir im <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>zentralraum sehr schlimm daran sein. Endlich ist auch zu bedenken, dass bei einem Zurückgehen in den Zentralraum die gegenwärtig im <a href="https://dodis.ch/G1029" class="tei-placeName" target="">Schwarzwald</a> stehenden 20 Div. ohne grossen Widerstand nachrücken können und so unser Hauptwirtschaftsgebiet besetzt halten, ohne uns vorläufig in unserer <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>stellung anzugreifen.</p> <p class="tei-p tei-p">Aus allen diesen Gründen muss die Aufgabe der Armeestellung und die Wahl neuer Massnahmen mit aller Gründlichkeit geprüft werden. Es geht nicht an, derart bedeutende Beschlüsse von einem Augenblick auf den ändern zu fassen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P635" class="tei-persName" target="">Labhart</a></span>hat eine Eingabe<span id="fnref_3_2_1_1_46_3" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_46_3">5</a></span> eingereicht, die ähnlich lautet wie das Votum von Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P4671" class="tei-persName" target="">Wille</a>. Er tritt ebenfalls für den Bezug einer Armeestellung im Zentralraum ein.</p> <p class="tei-p tei-p">Die Stimmung bei den Truppen hat sich in der letzten Zeit in der Tat eher verschlechtert. Das Kdo. 4.A.K. sah sich veranlasst, diesbezüglich einen scharfen Befehl an die Einheitskdt. zu erlassen. Die Kampfausbildung bei den Truppen ist durch die Bauarbeiten allzusehr vernachlässigt worden. Wenn man daran denkt, grössere Entlassungen vorzunehmen, so sollten vor allem Vorkehren getroffen werden, dass die unter den Waffen bleibenden Truppen turnusmässig möglichst volle Bestände aufweisen, denn nur mit vollen Beständen in Einheiten, Truppenkörpern und Heereseinheiten lassen sich erfolgversprechende Übungen durchführen.</p> <p class="tei-p tei-p">Bezüglich unserer militärpolitischen Lage ist Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P635" class="tei-persName" target="">Labhart</a> nicht zuversichtlich. Wir müssen uns gefasst machen, dass <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> unter Umständen die Bedingung stellt, die <a href="https://dodis.ch/G985" class="tei-placeName" target="">Gotthard</a>bahn in eigenem Betrieb zu übernehmen. Auch bezüglich der Festung <a href="https://dodis.ch/G988" class="tei-placeName" target="">Sargans</a> werden wir Einwände zu hören bekommen, die auf eine Einstellung der Bauarbeiten hinauslaufen würden. Wenn wir uns schon entschliessen, die Armee umzugruppieren, muss eine ganze Massnahme erfolgen und nicht nur eine halbe. Grundsätzlich ist er mit dem Zentralraum, so wie er dargestellt wurde und der Möglichkeit, den Ruheraum weiter zu spannen, einverstanden. In der heutigen Stellung können wir ohnehin nicht halten, so dass es angezeigt ist, diese aufzugeben.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5287" class="tei-persName" target="">Lardelli</a>: </span>Die Stimmung im I.A.K. ist gut. Dazu trägt vor allem bei, dass die Truppen des LA.K. in der letzten Woche ausserordentliche Anforderungen zu bestehen hatten aus Folge der Bereitschaft an der Grenze und der Überwachung der Internierung von Truppen. Wenn es hier und dort Anlass zu Reibereien gab, ist das darauf zurückzuführen, dass ursprünglich widersprechende Befehle ausgegeben wurden. Der Kdt. I.A.K. hat alle Massnahmen ergriffen, um diesen Misständen abzuhelfen. Die Stadt <a href="https://dodis.ch/G3681" class="tei-placeName" target="">Biel</a> soll am Samstag, 22.6.40, bis 1800 vollständig geräumt sein.</p> <p class="tei-p tei-p">In der gegenwärtigen Lage empfehle es sich keineswegs, allzurasche Entschlüsse zu fassen. Zuerst müsse festgestellt werden, welche Lage sich nach dem Waffenstillstand ergebe und erst dann könnten Massnahmen für die Demobilmachung oder die Verlegung ins Auge gefasst werden. Auf alle Fälle sollten die Grenztruppen in ihren Stellungen belassen werden. Persönlich ist Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5287" class="tei-persName" target="">Lardelli</a> für die Beibehaltung der Armeestellung, wenn er sich auch heute noch nicht definitiv dazu entschliessen kann. Schliesslich sei es Sache der politischen Behörde, zu entscheiden, welche Vorkehren die neue Lage erfordert. Wichtig sei, dass den Grenztruppen auch Aufgaben der Grenzpolizei übertragen werden können, damit das Eindringen unerwünschter Elemente von allem Anfang an verhindert wird.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstdivisionär <a href="https://dodis.ch/P551" class="tei-persName" target="">Huber</a>: </span>Solange die Lage noch unklar ist, im <a href="https://dodis.ch/G1029" class="tei-placeName" target="">Schwarzwald</a> eine starke Manövriermasse steht und an unserer Westgrenze zahlreiche motorisierte Det. versammelt sind, kann unsererseits kaum an einen Abbau gedacht werden. Höchstens könnten auf der Südfront, wo gegenwärtig keine ital. Truppen festgestellt werden, gewisse Entlassungen geprüft werden. Die Frage, ob Teile oder die ganze Armee entlassen werden können, sei vor allem von der politischen Behörde zu entscheiden. Wenn man schon zum Schlüsse komme, zu entlassen, dann sei eine durchgreifende Massnahme eher am Platze. Abgesehen von Aufräumdet. in der Armeestellung und von Werkbesatzungen an der Grenze, wäre deshalb bejahendenfalls die ganze Armee zu entlassen. Da der Krieg gegenwärtig gerade so gut im Landesinnern ausbrechen kann, nützt ein Belassen der Armee an der Grenze nicht mehr viel. Auch aus Gründen der Wiedermobilmachung würden sich weitaus klarere Verhältnisse ergeben, wenn man mit den teilweisen Entlassungen und Beurlaubungen ganz aufräumen und dafür Sorge treffen würde, dass eine Wiedermobilmachung einwandfrei spielt.</p> <p class="tei-p tei-p">Die Fortsetzung des Stellungsbaues hange davon ab, ob die Armeestellung gehalten werden solle oder nicht. Grundsätzlich sollten in der Armeestellung angefangene Bauten vollendet, dagegen nichts Neues begonnen werden. Die Landesbefestigung sei vorläufig auf die Seite zu legen, da vor dem Beginn derart kostspieliger Arbeiten, die Erfahrungen aus dem gegenwärtigen Kriege verwertet werden sollten.</p> <p class="tei-p tei-p">Nach Auffassung von Oberstdiv. <a href="https://dodis.ch/P551" class="tei-persName" target="">Huber</a> sollte die heutige Armeestellung beibehalten werden unter Herausziehen einer gewissen Reserve, die im Zentralraum zum Einsatz bereit zu halten wäre. Es würden deshalb einem Feinde drei Linien entgegenhalten: die Grenztruppen, die bisherige Armeestellung und eine Anzahl Heereseinheiten im Zentralraum. Zuzugeben sei, dass es sich dabei um eine cordonmässige Aufstellung handle, doch müssten wir bei der Gewissheit, ohnehin unterzugehen, uns da zum Kampfe stellen, wo wir stark sind. Dazu gehört vor allem die nunmehr gut ausgebaute Armeestellung. Im Gebirge sei man, abgesehen von den Verpflegungsschwierigkeiten ebenfalls nicht sehr gesichert, namentlich oberhalb der Waldgrenze nicht gegen Flugzeuge. Die Nachschubschwierigkeiten an Munition und Verpflegung seien, wenn sich die ganze Armee in den Zentralraum zurückziehe, kaum zu bewältigen. Gegenwärtig sind Vorkehren im Gange, um die Munitionsmagazine <a href="https://dodis.ch/G12530" class="tei-placeName" target="">Menznau</a> und <a href="https://dodis.ch/G11776" class="tei-placeName" target="">Emmenmatt</a> zu entleeren und weiter ins <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>gebiet zu verlegen. Desgleichen sollen die Verpflegungsmagazine <a href="https://dodis.ch/G7262" class="tei-placeName" target="">Payerne</a> und <a href="https://dodis.ch/G12556" class="tei-placeName" target="">Ostermundigen</a> in die <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>täler disloziert werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Dagegen halte er es angesichts dieser Auffassung, in der Armeestellung zu kämpfen, nicht für notwendig, die Munitions- und Verpflegungsmagazine in der Armeestellung zu verlegen. Grundsätzlich sollte deshalb, abgesehen von der Herausnahme einzelner Truppen aus der Armeestellung, am heutigen Dispositiv nichts geändert werden. Unsere Armee müsse sich grundsätzlich über das ganze Land erstrecken und unter Ausnützung des Kleinkrieges jede Scholle des heimatlichen Bodens verteidigen.</p> <p class="tei-p tei-p">Die nördliche Grenze des Zentralraumes, der mit ungefähr 3 Div. zu besetzen wäre, lässt sich wie folgt bezeichnen: <a href="https://dodis.ch/G27" class="tei-placeName" target="">Zürich</a>see - <a href="https://dodis.ch/G1261" class="tei-placeName" target="">Zug</a>ersee - <a href="https://dodis.ch/G531" class="tei-placeName" target="">Luzern</a> - <a href="https://dodis.ch/G10593" class="tei-placeName" target="">Pilatus</a> - schmälste Stelle des <a href="https://dodis.ch/G909" class="tei-placeName" target="">Thun</a>ersees - <a href="https://dodis.ch/G10589" class="tei-placeName" target="">Stockhorn</a>kette - <a href="https://dodis.ch/G989" class="tei-placeName" target="">St. Maurice</a>. Nach diesem Plane würden die Grenztruppen an der Grenze stehen, die 1., 2., 4., 5. und 6. Div. in der Armeestellung, die 3., 7. und 8. Div. im Zentralraum, während den drei Geb. Br. und der 9. Div. die Sicherung gegen Süden zufällt.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5347" class="tei-persName" target="">Prisi</a></span>glaubt, dass man den Grenztruppen nicht zumuten könne, vorn zu halten, wenn die ganze Armee teilweise bis 100 km entfernt sich im Zentralraum besammle. Die Armee sei schliesslich das Mittel zur Landesverteidigung und könne nicht 3/4 des Landes vorher preisgeben. Nach seiner Auffassung habe der Grenzschutz weiterhin an Ort und Stelle zu bleiben. In der Armeestellung sei der Weiterausbau angefangener Werke unter möglichster Heranziehung von Internierten zu fördern und überdies 3 Div. als zentrale Reserve im Landesinnern vorzusehen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P4671" class="tei-persName" target="">Wille</a></span>teilt die geäusserten wirtschaftlichen Bedenken nicht. <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> verlange bekanntlich von <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a>, dass es sofort wieder die Arbeit aufnehme, um im System des Kampfes gegen <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">England</a> eingegliedert zu werden. In gleicher Weise können auch der schweizerischen Industrie Aufträge zukommen, da unsere Industrie intakt ist und sofort mit den Arbeiten beginnen kann. Unsere Wirtschaft muss es nur verstehen können, sich diese Aufträge zu sichern und damit in die neue Wirtschaftspolitik der Achse eingegliedert zu werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Es muss dringend davon abgeraten werden, dass mit den Massnahmen noch zugewartet wird, da leicht der Fall eintreten könnte, dass man uns zum Handeln zwingen würde. Wenn wir aus unserer ohnehin schon weit gespannten Armeestellung noch 3 Heereseinheiten wegnehmen, so wird diese Cordonaufstellung so schwach, dass sie auf allen beliebigen Punkten durchstossen werden kann. Dann ist aller Widerstand zu Ende und der Kampf verloren. Die Verteilung unserer Kräfte auf drei verschiedene Linien, wie der Chef des Generalstabes vorschlägt, ist eine Kräftezersplitterung und deshalb nicht zweckmässig. Wir müssen uns darauf beschränken, neben dem Grenzschutz alle Kräfte in einem Raum einzusetzen, in dem wir auch stark sind. Im Zentralraum können wir auf jeden Fall soviele Munition und Verpflegung anhäufen, dass wir im Stande sind, bedeutend länger zu halten als in der schwachen Cordonaufstellung der heutigen Armeestellung. Damit gewinnen wir aber schon Zeit und der Einsatz des Gegners muss viel höher veranschlagt werden. Nach wie vor sind für <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> unsere <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>bahnen wichtigstes Ziel und nicht die Inbesitznahme des Schweiz. Mittellandes, das ihm nichts zu bieten vermag, was es nicht auch schon besitzen würde. Solange wir uns aber darauf konzentrieren, diese Kriegsziele und wichtigen Übergänge kraftvoll zu verteidigen, können wir uns auch Drohungen der bewaffneten Macht besser entgegenstellen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5308" class="tei-persName" target="">Miescher</a>: </span>Mit der bisherigen Taktik können wir einen Erfolg nicht mehr erhoffen. Wir müssen neue Massnahmen treffen, die unerwartet sind und vom Gegner hoch veranschlagt werden. Dazu gehört die Verteidigung in starken Bergstellungen, die weder von Tanks noch von Flugzeugen mit Erfolg angegriffen werden können.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5347" class="tei-persName" target="">Prisi</a>: </span>Der Gegner wird uns gar nicht den Gefallen tun, uns in den <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a> anzugreifen, sondern die Ausgänge der <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>täler absperren und uns aushungern.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstdivisionär <a href="https://dodis.ch/P551" class="tei-persName" target="">Huber</a>: </span>Die <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>bahnen dürften für die Achse ihre Bedeutung wesentlich verloren haben, im Augenblicke wo sie über die Bahnverbindungen durch das <a href="https://dodis.ch/G1041" class="tei-placeName" target="">Rhone</a>tal bis <a href="https://dodis.ch/G1042" class="tei-placeName" target="">Marseille</a> verfügen wird.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P635" class="tei-persName" target="">Labhart</a>: </span>Kommen wir zurück auf unsere alte Aufgabe, die <a href="https://dodis.ch/G1007" class="tei-placeName" target="">Alpen</a>pässe wirksam zu sperren und sehen wir davon ab, eine dünn besetzte Stellung zu halten, die beim ersten Angriff durchstossen wird.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">General: </span>Die Besprechungen können wie folgt zusammengefasst werden: Die Korpskdt. <a href="https://dodis.ch/P4671" class="tei-persName" target="">Wille</a>, <a href="https://dodis.ch/P5308" class="tei-persName" target="">Miescher</a> und <a href="https://dodis.ch/P635" class="tei-persName" target="">Labhart</a> sind der Auffassung, dass man nach einem Waffenstillstand zwischen <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> und <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> neue Massnahmen treffen muss im Sinne einer Zurückziehung der Armee in den Zentralraum, unter Einschaltung einer intensiven Kampfausbildung und ohne im Zentralraum Befestigungsarbeiten auszuführen.</p> <p class="tei-p tei-p">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5347" class="tei-persName" target="">Prisi</a> und Oberstdiv. <a href="https://dodis.ch/P551" class="tei-persName" target="">Huber</a> sind der Auffassung, die Armeestellung unter entsprechender Reduktion zu halten und aus ca. 3 Heereseinheiten eine Zentrale Reserve zu bilden. Auch sie anerkennen die Notwendigkeit der Kampfausbildung der Truppe.</p> <p class="tei-p tei-p">Oberstkorpskdt. <a href="https://dodis.ch/P5287" class="tei-persName" target="">Lardelli</a> möchte vorerst zuwarten, die Entschlüsse des Bundesrates hören und erst dann handeln, wobei er eher der Beibehaltung der Armeestellung zustimmen würde.</p> <p class="tei-p tei-p">Alle Anwesenden sind einverstanden, dass die Grenztruppen in ihren Stellungen bleiben, dass ausserdem Vorbereitungen getroffen werden, um Munitions- und Verpflegungsvorräte mehr im Landesinnern anzulegen.</p> <p class="tei-p tei-p">Bezüglich der Entlassungen ist man sich einig darüber, dass nach dem Waffenstillstand eine teilweise Demobilmachung, immerhin unter Berücksichtigung des Arbeitsmarktes, erfolgen sollte, wobei sich einzig Verschiedenheiten im Ausmasse ergeben.</p> <p class="tei-p tei-p">Oberstdivisionär <a href="https://dodis.ch/P551" class="tei-persName" target="">Huber</a> möchte, wenn es sich verantworten lässt, eine möglichst weitgehende Entlassung der ganzen Armee, um damit auch klarere Verhältnisse bei einer Wiedermobilmachung zu schaffen. Die übrigen Herren sind eher der Auffassung, es sollte ein stufenweiser Abbau einsetzen, unter Zurücklassung von Aufräumdetachementen in der Armeestellung. Die Entlassungen sollten sich vorläufig nicht auf die Grenztruppen ausdehnen, die auch zur Verstärkung der Grenzpolizei im Dienste behalten werden müssen. <span class="tei-add1 tei-add-edition">[...]</span></p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_2_2_4"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content">Procès-verbal: <span class="tei-idno tei-idno">E 27/14111</span>. Ce compte-rendu est rédigé par le capitaine <a href="https://dodis.ch/P297" class="tei-persName" target="">Hans Bracher</a>, officier de liaison entre le Chef du Département militaire et l’Etat-Major Général de l’Armée. Cf. aussi N<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 316 <span class="tei-idno tei-idno">E 5795/145</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_2_2_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_4_3"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content"><a href="https://dodis.ch/P5287" class="tei-persName" target="">Renzo Lardelli</a>, <a href="https://dodis.ch/P5347" class="tei-persName" target="">Fritz Prisi</a>, <a href="https://dodis.ch/P5308" class="tei-persName" target="">Rudolf Miescher</a> et <a href="https://dodis.ch/P551" class="tei-persName" target="">Jakob</a><a href="https://dodis.ch/P635" class="tei-persName" target="">Labhart</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_4_3">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_5_2"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content"><a href="https://dodis.ch/P551" class="tei-persName" target="">Jakob Huber</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_5_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_6_2"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content"><a href="https://dodis.ch/P4671" class="tei-persName" target="">Ulrich Wille</a>. Pour un organigramme de l’Armée suisse à partir du 6 mai 1940, cf. <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 27/ 14192/3</span>.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_6_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_46_3"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Non retrouvée.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_46_3">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
47000-47999/dodis-47074.pdf
# 20 h e i m ! A.H. $2,24.6 .40$. ## P r o t o k o 11 der Konferenz vom 22.6.40, 14.30, in Bern. ## Yorsitz: General Guisun. Anwesend: Die Kdt. des 1., 2., 3. und 4.Armeekorps, der Chef des Generalstabes der Armee, der Chef der Hauptabteilung III. General: Die heutige Besprechung ist der Prüfung der allgemeinen Lage gewidmet, wie sie sich in den letzten lochen als Folge der sich überstürzenden Ereignisse ergeben hat. Frankreichs Armee ist geschlagen und zieht sich unter stetigen Kämpfen in allgemeiner Richtung nach Suden zurück. Die deutsche Armee folgt ihr auf dem Fusse, wobei sich verschiedene Angriffsrichtungen abzeichnen, vor allem eine Rhonetal abwärts und eine weiter westlich gelegene in allgemeiner Richtung Tours - Poitiers - Bordeaux. Längs unserer Schweizergrenze ziehen die deutschen Verbände in südlicher Richtung vorbei, ohne dass bisher grössere Truppenkörper sich unserer Grenze genähert hätten. Einzelne kleine Patrouillen haben mit unsern Grenzposten Fühlung uufgenommen und sich alsdann wieder zurückgezogen. Hochsavoyen ist vorläufig noch frei von deutschen Truppen; es hat nicht den Anschein, als ob die Deutschen Hochsavoyen besetzen wollen. Dagegen sind deutsche Truppen in Bellegarde, womit unsere Verbindungen mit Frankreich praktisch unterbrochen sind. In Italien hat sich die Lage wenig verändert. Aktionen lassen sich nicht feststellen. An der Schweizergrenze stehen sozusagen keine italienischen Truppen. Als beruhigendes kement mag gelten, dass die Stadt Meiland ihre Kinder noch der Schweizergrenze evikuiert hat. Oestlich des Bodensees im Vorarlberg und Allgäu stehen fast keine deutsche Truppen, erst nördlich des Rheins zwischen Schaffhausen und Basel. Im Schwarzwald kann immer noch eine kompakte Masse deutscher Truppen festgestellt werden. Hauptsächlich stark ist das liesental belegt. Für die Schweiz ist in den letzten Tagen namentlich das Problem der Internierung von ca. 40'000 Personen (militär- und Zivilpersonen zusammengerechnet) schwerwiegend geworden. Wir sind durch diese Flüchtlingsströme an einzelnen Orten etwas überrascht worden, doch ist es gelungen, mit wenigen Ausnahmen den geordneten Abfluss der Kolonnen sicherzustellen. Unter die Flüchtlinge mischten sich auch eine Anzahl unerwünschter Elemente, die an die Grenze zurückgestellt werden mussten. Die gegen die Schweizergrenze marschierenden franz. Soldaten sind auf dem letzten Stück vor der Schweizergrenze von den Deutschen nicht mehr verfolgt worden. In unmittelbarer Nähe der Grenze sind deshalb keine Zwischenfälle und Kampfhandlungen vorgekommen. Während sich die Armee gegenüber den internierten Soldaten entsprechend den gegebenen Weisungen verhält, kann das gleiche nicht von der Zivilbevölkerung gesagt werden. Die an verschiedenen Orten vorgekommenen Erscheinungen, lassen darauf schliessen, dass es der Bundesrat leider unterlassen hat, das Volk rechtzeitig zu erziehen und über seine Haltung gegenüber den Internierten zu belehren. Die vor einigen Tagen angeordneten Massnahmen zur stärkern Belegung unserer Westgrenze sind bekannt. Sie brauchen deshalb nicht mehr erwähnt zu werden. Wirtschaftlich wird die Schweiz in eine recht schwierige Lage geraten und in allernächster Zeit zu einer umfassenden Rationierung aller Bedarfsmittel kommen müssen. Persönlich ist der General überzeugt, dass die Deutschen nunmehr in erster Linie einen politischen und wirtschaftlichen Druck ausüben werden und militärische Aktionen kaum ins Auge fassen. Die Schweiz dient gegenüber der Achse als wertvolles Transitland, dessen Alpenbahnen möglichst unversehrt dem sich sicher steigenden Transitverkehr zur Verfügung stehen sollten. Trotzdem müssen wir gefasst sein, dass Deutschland in einem gegebenen Zeitpunkt, namentlich dann, wenn wir seinen wirtschaftlichen und politischen Drohungen Widerstand entgegensetzen, mit einem Einmarsch drohen wird. Für diesen Fall des Angriffes von allen Seiten müssen wir gerüstet sein. Hiefür gibt es drei Lösungen: 1. Halten in der Armeestellung, wie bisher. Vorteil: Vir können uns auf eine ausgebaute Armeestellung stützen, die unserer Verteidigung die nötige Kraft verleihen wird. Nachteil: Die Armeestellung hat eine sehr grosse Frontlänge und benötigt den letzten Mann unserer Truppen. Auch dann wird die Besetzung noch ziemlich dünn sein. Als wir zu Beginn des Krieges die Armeestellung festlegten, rechneten wir immer mit einem Verbündeten, dem ein Teil der Verteidigung der Armeestellung überlassen werden könnte. Dieser Verbündete besteht heute nicht mehr, sodass wir für die Verteidigung in der Armeestellung ganz auf uns selbst angewiesen sind. 2. Teilweise Benützung der Armeestellung unter Abbiegen nach Westen und Verlassen des bisherigen nicht ausgebauten Teiles der Armeestellung. Diese Igelstellung hat den Vorteil, dass wir die ausgebauten Teile der Armeestellung Nord von Sargans bis zum Hauenstein ausnützen können und auf der Westfront die ohnehin noch sehr in den Anfängen steckende Armeestellung verlassen zu gunsten einer Frontverkürzung vom Hauenstein in allgemeiner Richtung Napf Thun - St.Maurice. Nachteil dieser Lösung: Die Westfront dieser Armeestellung muss neu bezogen werden und ist heute in keiner Weise ausgebaut. Wenn wir zu dieser Lösung Zuflucht nehmen, müssten wir heute schon Vorbereitungen treffen, um unsere Munitions- und Verpflegungsvorräte innerhalb dieser Armeestellung anzulegen. 3. Zurücknahme der Armee in einen Zentralraum, nördlich begrenzt durch die Voralpen ungefähr auf der Linie Zürichsee - Vierwaldstättersee - Napf - Thun St.Maurice. Diese Lösung hat den Vorteil, dass wir in den Alpen sehr stark sind, dagegen über keine Ressourcen mehr verfügen und sehr bald sowohl die Munitions- und Verpflegungsvorräte aufgebraucht haben werden. Zudem erfordert diese Lösung eine Preisgabe von fast $3 / 4$ des Landes. Aus diesen Gründen tritt der General für die zweite Lösung ein. Die Uebernahme dieser Lösung hat zur Voraussetzung, dass a) die Verschiebung der Munitions- und Verpflegungsvorräte angeordnet wird, b) aus der bisherigen Armeestellung gewisse Truppenteile herausgenommen werden, um im neuen Raume bereit zu stehen. Dies hat nicht den Sinn, dass in der neuen Stellung Befestigungen gebaut werden sollen, sondern dass mit den Truppen die mancherorts fehlende Kampfausbildung nachgeholt wird. Daneben muss die Frage der teilweisen Demobilmachung geprüft werden. Im Augenblicke der Waffenruhe in Frankreich werden wir nicht darum herum kommen, Teile der Armee zu entlassen. Es ist besser, dass wir diese Demobilmachung vorbereiten und nach unserem Gutfinden ausführen können, bevor uns von Seiten Deutschlands diesbezügliche Bedingungen gestellt werden. Die Frage der Demobilmachung ist auch zu prüfen unter dem Gesichtspunkte der Sicherung vor einem allzugrossen Anwachsen der Arbeitslosenziffer. Darüber hinaus müssen wir auch eine gewisse Truppenstärke bereithalten, um allfälligen Umsturzversuchen im Landesinnern entgegentreten zu können. Oberstkorpskdt.Wille tritt für einen ganzen Schritt ein und nicht für eine Zwischenlösung. Die Deutschen brauchen gegenwärtig ihre gesamte Armee zur Besetzung Frankreichs und einen allfälligen Angriff gegen England. Auch wenn der Waffenstillstand geschlossen wird, ist kaum anzunehmen, dass die Deutschen ein grosses Interesse daran haben, eine Aktion gegen die Schweiz auszulösen. Auch vor einem Ueberfall brauchen wir uns heute nicht mehr zu fürchten. Das Vorgehen der Deutschen wird vielmehr so sein, dass zunächst wirtschaftliche und politische Bedingungen gestellt werden. Erst wenn wir uns entschliessen, darauf nicht einzutreten, wird vermutlich von deutscher Seite mit dem Einmarsch gedroht werden. In diesem Augenblicke haben wir noch genügend Zeit, um die Armee, soweit sie entlassen sein sollte, wieder aufzubieten. Ein entschiedener Schritt rechtfertigt sich auch aus politischen Gründen. Aus innerpolitischen Gründen vor allem deshalb, weil im Volk und der Armee das Vertrauen in die Haltbarkeit unserer Armeestellung stark gesunken ist. Die Stimmung bei den Truppen ist nicht schlecht in Bezug auf Disziplin, dagegen machen sich die Soldaten sicher auch ihre Gedanken darüber, dass sie namentlich in der Linth - Limmatstellung in der schweizerischen umgangenen Maginotlinie stehen. Auch mit einem Abbiegen beim Hauenstein hängt die Armeestellung in der Luft. Zudem wird man es bei uns nicht begreifen können, wenn wir trotz der eingetretenen Waffenruhe im Westen bis an die Zähne bewaffnet bleiben. Wenn gegenwärtig weder die deutsche Gesandtschaft in Bern, noch die deutsche Regierung in Berlin sich anscheinend stark mit uns befassen und noch nichts haben verlauten lassen, so darf dies nicht täuschen. Es ist erwiesen, dass die Zahl unserer unter den Waffen stehenden Truppen sehr genau kontrolliert wird und früher oder später zu Anfragen, wenn nicht zu Bedingungen von deutscher Seite Anlass geben wird. Die Frage der Demobilmachung wird sich deshalb sicherlich stellen. Aus diesen Gründen tritt Oberstkorpskdt.Wille für einen unauffälligen Abbau der Truppenstärke ein unter der Voraussetzung, dass die Truppen in einen Ruheraum zurückgenommen werden, in dem vor allem die mangelnde Kampfausbildung nachgeholt werden soll. Erst für einen spätern Zeitpunkt soll der Bezug eines Zentralraumes vorgesehen werden. In der Armeestellung können vorläufig aus Gründen der Bereitschaft und Sicherung Truppen zurückbelassen werden, als Aufräumdetachemente und zur Vollendung angefangener Arbeiten. Unter diesem Titel wird die Belassung von Truppen in der Armeestellung auch von Deutschland sicherlich anerkannt werden. Im Zentralraum sind keine Befestigungen anzufangen. Die Stellung hat sich auf die Stärke des Geländes zu stützen, das weder den Angriff und die Entwicklung grosser Panzerverbände, noch die Einwirkung der Stukas gestattet. Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist eine Demobilmachung und eine Einstellung der Arbeiten notwendig. Das Volk und der Wehrmann rechnen selbst auch mit den von der Armee aufgebrauchten Gelder und würden es nicht verstehen, wenn im heutigen Zeitpunkt in der Armeestellung noch weitere Kredite aufgebraucht würden. Als Zentralraum kann gelten das Alpengebiet im Norden begrenzt ungefähr durch die Linie Zürichsee - Einsiedeln - Zug - Zugersee - Napfgebiet - Simmental - Anschluss an St.Maurice. Für den Ruheraum kann dieser Zentralraum ohne Bedenken nördlich ausgedehnt werden bis ungefähr auf die Linie Zugersee Sursee - Burgdorf - Bern - Saanelinie E.Freiburg. Oberstkorpskdt.Miescher: Die Armeekorps müssen in aller kürzester Zeit wissen, was weiter zu geschehen hat. Drei Aufgaben sind gegenwärtig im Studium und teils in Ausführung, nämlich: - Werke in Zürich und an der Limmat, - Kasematt-Batterien der Landesbefestigung, - rückwärtige Tanksperren an Einfallsstrassen. Sowohl im A.K.Stab, wie bei den Truppen macht man sich darüber Gedanken, ob der Ausbau dieser Anlagen noch einen Sinn hat. Bezüglich der Armeestellung im allgemeinen weiss man schon heute, dass sie ausserordentlich weit gespannt und nur mit schwachen Kräften besetzt ist. Auch der einzelne Mann macht sich diese Ueberlegungen und vergleicht den erfolgreichen Einbruch der Deutschen bei Breisach mit den Verhältnissen an der Limmat. Die Aufmunterung mit der behaupteten Stärke unseres Geländes hat im Mittelland keine Bedeutung, da dieses Gelände allzu ähnlich ist mit dem bisherigen Kampfgelände in den Ardennen, in den Argonnen, und erst wenn wir zurückgehen in unsere Alpenstellung wird sich der Schweizersoldat mit Recht wieder auf die Stärke und Uneinnehmbarkeit verlassen können. Man kommt unwillkürlich auf die historische Bedeutung und Aufgabe der Schweiz zurück, die darin besteht, die Wache an den Alpenpässen zu übernehmen. Wenn wir uns darauf beschränken, so haben wir auch Aussicht darauf, ernst genoamen zu werden und einem Angriff Stand halten zu können. In der Armeestellung ist aufzuräumen; Angefangenes, soweit sich der Aufwand lohnt, noch fertig zu stellen und im übrigen alles vorzukehren, um uns im Zentralraum stark zu machen. Sowohl beim Stadtkdo.Zürich, wie an der Limmatstellung müssen die Arbeiten eingestellt werden. Die neue aussenpolitische Lage lässt keine neutrale Stellung mehr zu. Solange an unsern Grenzen nicht mehr zwei Gegner stehen, sondern ringsum nur noch einer, können wir auch keine Neutralitätspolitik mehr befolgen. Dieser uns umschliessende Nachbar lebt entweder mit uns im Frieden oder im Kriege. Eine Zwischenlösung, wie sie bisher bestund, gibt es nicht mehr. Die Ansammlung deutscher Truppen im Schwarzwald sollte uns nicht allzusehr verleiten, noch wesentliche Truppen draussen zu belassen. Schliesslich können die Deutschen auf Jahre hinaus im Schwarzwald Truppen konzentrieren, ohne dass wir die Mittel hätten, ebensolange die Armee in Bereitschaft zu halten. Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist für uns eine Aenderung angezeigt. Wir müssen danach trachten, dass keine Arbeitslosen im Lande untätig herumstehen und dies gibt uns vorläufig noch gegenüber Deutschland die Begründung, eine gewisse Truppenstärke zu behalten. Als Ruheraum kann der von Oberstkorpskdt.Wille angegebene Teil unseres Landes bezogen werden. Auch bezüglich der Festsetzung der Grenzen des Zentralraumes ist Oberstkorpskdt.Miescher mit dem Chef der Hauptabt.III einverstanden. Oberstkorpskdt. Prisi: Es ist richtig, dass die Stimmung bei der Truppe in letzter Zeit starken Beeinflussungen ausgesetzt war. Bei planmässigem Arbeiten und straffer Organisation werden jedoch die Versuche zu einem Sichgehenlassen der Truppe bald behoben sein. Angefangene Bauten sollen vollendet werden, mit neuen ist nicht mehr zu beginnen. Die wirtschaftliche Abschnürung der Schweiz ist nunmehr vollkommen. Wir werden die Folgen davon in Kürze zu tragen haben. Unsere grossen Fabriken haben wohl noch einen grossen Auftragsbestand für Lieferungen nach England, doch weigern sich die Fabrikationsleiter mit Recht, diese Aufträge auszuführen, da der Absatz illusorisch ist. Der Wegfall des Exportes wird bei unserer Industrie einen Personalabbau zur Folge haben. Unsere Neutralität ist heute nur mehr eine Fiktion. Der Zustrom der Internierten hat zu wenig schönen Bildern Anlass gegeben. In Delsberg war die Ordnung immerhin besser als in Pruntrut, wo die gesamte Bevölkerung sich mit den fremden Soldaten mischte. Innert kürzester Frist sind deshalb die Internierten vom Kontakt mit der Bevölkerung abzuschliessen und heranzuziehen zu Arbeiten in der Armeestellung. Wenn dies für eigentliche Festungsbauten nicht zulässig ist, so sollten die Internierten zum mindesten mit dem Bau und der Instandhaltung von Verkehrswegen beschäftigt werden. Eine Demobilisation verlangt umfassende Erhebungen und Vorbereitungen. Das Arbeitslosenproblem wird bei einer allzu raschen Demobilmachung sehr brennend werden und für unser Land wirtschaftlich umso schwerwiegender, als wir durch die Besetzung von Polen, Norwegen, Dänemark, Belgien, Holland und Frankreich ohnehin gewaltige Werte unseres Vermögens verlieren, das in diesen Ländern durch den Kreditverkehr festgebunden liegt. Zur Frage der Armeestellung ist zu bemerken, dass wir in keiner Stellung lange werden halten können, weder in der vordersten, noch in der mittleren und im Zentralraum. Wenn sich die Armee schon opfern muss und unter.gehen soll, so geschieht dies mit Vorteil in der ausgebauten und der Truppe bekannten Armeestellung. Schlussendlich ist für den Bezug einer neuen Armeestellung die Haltung der politischen Behörde, d.h. des Bundesrates, massgebend. Die Armee hat heute den Auftrag, das Land zu verteidigen. Wenn wir sie zurücknehmen in die Alpen und $3 / 4$ des Landes preisgeben, so ist das keine Landesverteidigung mehr, sondern eine reine Armeeverteidigung. Im Alpenzentralraum werden wir grössere Schwierigkeiten mit dem Nachschub haben. Im Sommer mag es noch angehen, wenn uns der Feind aber einen Winterfeldzug aufzwingt, werden wir im Alpenzentralraum sehr schlimm daran sein. Endlich ist auch zu bedenken, dass bei einem Zurückgehen in den Zentralraum die gegenwärtig im Schwarzwald stehenden 20 Div. ohne grossen Widerstand nachrücken können und so unser Hauptwirtschaftsgebiet besetzt halten, ohne uns vorläufig in unserer Alpenstellung anzugreifen. Aus allen diesen Gründen muss die Aufgabe der Armeestellung und die Wahl neuer Massnahmen mit aller Gründlichkeit geprüft werden. Es geht nicht an, derart bedeutende Beschlüsse von einem Augenblick auf den andern zu fassen. Oberstkorpskdt. Labhart hat eine Eingabe eingereicht, die ähnlich lautet wie das Votum von Oberstkorpskdt. Wille. Er tritt ebenfalls für den Bezug einer Armeestellung im Zentralraum ein. Die Stimmung bei den Truppen hat sich in der letzten Zeit in der Tat eher verschlechtert. Das Kdo. 4.A.K. sah sich veranlasst, diesbezüglich einen scharfen Befehl an die Einheitskdt. zu erlassen. Die Kampfausbildung bei den Truppen ist durch die Bauarbeiten allzusehr vernachlässigt worden. Wenn man daran denkt, grössere Entlassungen vorzunehmen, so sollten vor allem Vorkehren getroffen werden, dass die unter den Waffen bleibenden Truppen turnusmässig möglichst volle Bestände aufweisen, denn nur mit vollen Beständen in Einheiten, Truppenkörpern und Heereseinheiten lassen sich erfolgversprechende Uebungen durchführen. Bezüglich unserer militärpolitischen Lage ist Oberstkorpskdt. Labhart nicht zuversichtlich. Wir müssen uns gefasst machen, dass Deutschland unter Umständen die Bedingung stellt, die Gotthardbahn in eigenem Betrieb zu übernehmen. Auch bezüglich der Festung Sargans werden wir Einwände zu hören bekommen, die auf eine Einstellung der Bauarbeiten hinauslaufen würden. Wenn wir uns schon entschliessen, die Armee umzugruppieren, muss eine ganze Massnahme erfolgen und nicht nur eine halbe. Grundsätzlich ist er mit dem Zentralraum, so wie er dargestellt wurde und der Möglichkeit, den Ruheraum weiter zu spannen, einverstanden. In der heutigen Stellung können wir ohnehin nicht halten, so dass es angezeigt ist, diese aufzugeben. Oberstkorpskdt. Lardelli: Die Stimmung im 1.A.K. ist gut. Dazu trägt vor allem bei, dass die Truppen des 1.A.K. in der letzten Woche ausserordentliche Anforderungen zu bestehen hatten aus Folge der Bereitschaft an der Grenze und der Ueberwachung der Internierung von Truppen. Wenn es hier und dort Anlass zu Reibereien gab, ist das darauf zurückzuführen, dass ursprünglich widersprechende Befehle ausgegeben wurden. Der Kdt. 1.A.K. hat alle Massnahmen ergriffen, um diesen Misständen abzuhelfen. Die Stadt Biel soll am Samstag, 22.6.40, bis 1800 vollständig geräumt sein. In der gegenwärtigen Lage empfehle es sich keineswegs, allzurasche Entschlüsse zu fassen. Zuerst müsse festgestellt werden, welche Lage sich nach dem Waffenstillstand ergebe und erst dann könnten Massnahmen für die Demobilmachung oder die Verlegung ins Auge gefasst werden. Auf alle Fälle sollten die Grenztruppen in ihren Stellungen belassen werden. Persönlich ist Oberstkorpskdt. Lardelli für die Beibehaltung der Armeestellung, wenn er sich auch heute noch nicht definitiv dazu entschliessen kann. Schliesslich sei es Sache der politischen Behörde, zu entscheiden, welche Vorkehren die neue Lage erfordert. Wichtig sei, dass den Grenztruppen auch Aufgaben der Grenzpolizei übertragen werden können, damit das Eindringen unerwünschter Elemente von allem Anfang an verhindert wird. Oberstdivisionär Huber: Solange die Lage noch unklar ist, im Schwarzwald eine starke Manövriernasse steht und an unserer Westgrenze zahlreiche motorisierte Det. versammelt sind, kann unsererseits kaum an einen Abbau gedacht werden. Höchstens könnten auf der Südfront, wo gegenwärtig keine ital. Truppen festgestellt werden, gewisse Entlassungen geprüft werden. Die Frage, ob Teile oder die ganze Armee entlassen werden können, sei vor allem von der politischen Behörde zu entscheiden. Wenn man schon zum Schlusse komme, zu entlassen, dann sei eine durchgreifende Massnahme eher am Platze. Abgesehen von Aufräumdet. in der Armeestellung und von Werkbesatzungen an der Grenze, wäre deshalb bejahendenfalls die ganze Armee zu entlassen. Da der Krieg gegenwärtig gerade so gut im Landesinnern ausbrechen kann, nützt ein Belassen der Armee an der Grenze nicht mehr viel. Auch aus Gründen der Wiedermobilmachung würden sich weitaus klarere Verhältnisse ergeben, wenn man mit den teilweisen Entlassungen und Beurlaubungen ganz aufräumen und dafür Sorge treffen würde, dass eine Wiedermobilmachung einwandfrei spielt. Die Fortsetzung des Stellungsbaues hange davon ab, ob die Armeestellung gehalten werden solle oder nicht. Grundsätzlich sollten in der Armeestellung angefangene Bauten vollendet, dagegen nichts Neues begonnen werden. Die Landesbefestigung sei vorläufig auf die Seite zu legen, da vor dem Beginn derart kostspieliger Arbeiten, die Erfahrungen aus dem gegenwärtigen Kriege verwertet werden sollten. Nach Auffassung von Oberstdiv.Huber sollte die heutige Armeestellung beibehalten werden unter Herausziehen einer gewissen Reserve, die im Zentralraum zum Einsatz bereit zu halten wäre. Es würden deshalb einem Feinde drei Linien entgegenhalten: die Grenztruppen, die bisherige Armeestellung und eine Anzahl Heereseinheiten im Zentralraum. Zuzugeben sei, dass es sich dabei um eine cordonmässige Aufstellung handle, doch müssten wir bei der Gewissheit, ohnehin unterzugehen, uns da zum Kampfe stellen, wo wir stark sind. Dazu gehört vor al lem die nunmehr gut ausgebaute Armeestellung. Im Gebirge sei man, abgesehen von den Verpflegungsschwierigkeiten ebenfalls nicht sehr gesichert, namentlich oberhalb der Waldgrenze nicht gegen Flugzeuge. Die Nachschubschwierigkeiten an Munition und Verpflegung seien, wenn sich die ganze Armee in den Zentralraum zurückziehe, kaum zu bewältigen. Gegenwärtig sind Vorkehren im Gange, um die Munitionsmagazine Menznau und Emmenmatt zu entleeren und weiter ins Alpengebiet zu verlegen. Desgleichen sollen die Verpflegungsmagazine Payerne und Osternundigen in die Alpentäler disloziert werden. Dagegen halte er es angesichts dieser Auffassung, in der Armeestellung zu kämpfen, nicht für notwendig, die Munitions- und Verpflegungsmagazine in der Armeestellung zu verlegen. Grundsätzlich sollte deshalb, abgesehen von der Herausnahme einzelner Truppen aus der Armeestellung, am heutigen Dispositiv nichts geändert werden. Unsere Armee müsse sich grundsätzlich über das ganze Land erstrecken und unter Ausnützung des Kleinkrieges jede Scholle des heimatlichen Bodens verteidigen. Die nördliche Grenze des Zentralraumes, der mit ungefähr 3 Div. zu besetzen wäre, lässt sich wie folgt bezeichnen: Zürichsee - Zugersee - Luzern - Pilatus schmalste Steile des Thunersees - Stockhornkette - St.Maurice. Nach diesem Plane würden die Grenztruppen an der Grenze stehen, die 1., 2., 4., 5. und 6.Div. in der Armeestellung, die 3., 7. und 8.Div. im Zentralraum, während den drei Geb.Br. und der 9.Div. die Sicherung gegen Süden zufällt. Oberstkorpskdt. Prisi glaubt, dass man den Grenztruppen nicht zumuten könne, vorn zu halten, wenn die ganze Armee teilweise bis 100 Km entfernt sich im Zentralraum besammle. Die Armee sei schliesslich das Mittel zur Landesverteidigung und könne nicht $3 / 4$ des Landes vorher preisgeben. Nach seiner Auffassung habe der Grensschutz weiterhin an Ort und Stelle zu bleiben. In der Armeestellung sei der Weiterausbau angefangener Werke unter möglichster Heranziehung von Internierten zu fördern und überdies 3 Div. als zentrale Reserve im Landesinnern vorzusehen. Oberstkorpskdt. Wille teilt die geäusserten wirtschaftlichen Bedenken nicht. Deutschland verlange bekanntlich von Frankreich, dass es sofort wieder die Arbeit aufnehme, um im System des Kampfes gegen England eingegliedert zu werden. In gleicher Weise können auch der schweizerischen Industrie Aufträ̈ge zukommen, da unsere Industrie intakt ist und sofort mit den Arbeiten beginnen kann. Unsere Wirtschaft muss es nur verstehen können, sich diese Aufträge zu sichern und damit in die neue Wirtschaftspolitik der Achse eingegliedert zu werden. Es muss dringend davon abgeraten werden, dass mit den Massnahmen noch zugewartet wird, da leicht der Fall eintreten könnte, dass man uns zum Handeln zwingen würde. Wenn wir aus unserer ohnehin schon weit gespannten Armeestellung noch 3 Heereseinheiten wegnehmen, so wird diese Cordonaufstellung so schwach, dass sie auf allen beliebigen Punkten durchstossen werden kann. Dann ist aller Widerstand zu Ende und der Kampf verloren. Die Verteilung unserer Kräfte auf drei verschiedene Linien, wie der Chef des Generalstabes vorschlägt, ist eine Kräftezersplitterung und deshalb nicht zweckmässig. Wir müssen uns darauf beschränken, neben dem Grenzschutz alle Kräfte in einem Raum einzusetzen, in dem wir auch stark sind. Im Zentralraum können wir auf jeden Fall soviele Munition und Verpflegung anhäufen, dass wir im Stande sind, bedeutend länger zu halten als in der schwachen Cordonaufstellung der heutigen Armeestellung. Damit gewinnen wir aber schon Zeit und der Einsatz des Gegners muss viel höher veranschlagt werden. Nach wie vor sind für Deutschland unsere Alpenbahnen wichtigstes Ziel und nicht die Inbesitznahme des schweiz. Mittellandes, das ihm nichts zu bieten vermag, was es nicht auch schon besitzen würde. Solange wir uns aber darauf konzentrieren, diese Kriegsziele und wichtigen Uebergänge kraftvoll zu verteidigen, können wir uns auch Drohungen der bewaffneten kacht besser entgegenstellen. Oberstkorpskait. kiescher: Mit der bisherigen Taktik können wir einen Erfolg nicht mehr erhoffen. Wir müssen neue Lassnahmen treffen, die unerwartet sind und vom Gegner koch veranschlagt werden. Dazu gehört die Verteidigung in starken Bergstellungen, die weder von Tanks noch von Flugzeugen mit Erfolg angegriffen werden können. Oberstkorpskait. Prisi: Der Gegner wird uns gar nicht den Gefallen tun, uns in den Alpen anzugreifen, sondern die Ausgänge der Alpentaier absperren und uns aushungern. Oberstdivisionär Huber. Die Alpenbahnen dürften für die Achse ihre Bedeutung wesentlich verloren haben, im Augenblicke wo sie über die Bahnverbindungen durch das Rhonetal bis Marseille verfügen wird. Oberstkorpskait. Labhart: Kommen wir zurück auf unsere alte Aufgabe, die Alpenpässe wirksam zu sperren und sehen wir davon ab, eine dünn besetzte Stellung zu halten, die beim ersten Angriff durchstossen wird. General: Die Besprechungen können wie folgt zusanmengefasst werden: Die Korpskit. Wille, Miescher und Labhart sind der Auffassung, dass man nach einem Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich neue Massnahmen treffen muss im Sinne einer Zurückziehung der Armee in den Zentralraum, unter Einschaltung einer intensiven Kampfausbildung und ohne im Zentralraum Befestigungsarbeiten auszuführen. Oberstkorpskait. Prisi und Oberstdiv. Huber sind der Auffassung, die Armeestellung unter entsprechender Reduktion zu halten und aus ca. 3 Heereseinheiten eine zentrale Reserve zu bilden. Auch sie anerkennen die Notwendigkeit der Kampfausbildung der Truppe. Oberstkorpskait. Lardelli möchte vorerst zuwarten, die Entschlüsse des Bundesrates hören und erst dann handeln, wobei er eher der Beibehaltung der Armeestellung zustiamen würde. Alle Anwesenden sind einverstanden, dass die Grenztruppen in ihren Stellungen bleiben, dass ausserdem Vorbereitungen getroffen werden, um Munitionsund Verpflegungsvorräte mehr im Landesinnern anzulegen. Bezüglich der Entlassungen istman sich einig darüber, dass nach dem Waffenstillstand eine teilweise Demobilmachung, immerhin unter Berücksichtigung des Arbeitsmarktes, erfolgen sollte, wobei sich einzig Verschiedenheiten im Ausmasse ergeben. Oberstdivisionär Huber möchte, wenn es sich verantworten lässt, eine möglichst weitgehende Entlassung der ganzen Armee, um damit auch klarere Verhältnisse bei einer Wiedermobilmachung zu schaffen. Die übrigen Herren sind eher der Auffassung, es sollte ein stufenweiser Abbau einsetzen, unter Zurücklassung von Aufräumdetachementen in der Armeestellung. Die Entlassungen sollten sich vorläufig nicht auf die Grenztruppen ausdehnen, die auch zur Verstärkung der Grenzpolizei im Dienste behalten werden müssen. # Kreditfragen. Der Chef des E.M.D. ersucht darum, dass in allen Stellen der Armee eine Ueberprüfung einsetzt, welche Kredite infolge der veränderten Verhältnisse unbeansprucht bleiben können. Dazu gehören vor allem die Kredite noch nicht angefangener Arbeiten. Oberstkorpskdt.Labhart: Die Festung Sargans sollte gleich wie St.Maurice zur vollständig geschlossenen Festung ausgebaut werden, wozu noch der Ausbau der Südfront längs der Landquart fehlt. Es sollte möglich sein, hiezu Kredite der Landesbefestigung beanspruchen zu dürfen. Oberstkorpskdt.Wille: Der Begriff angefangene Bauten muss präzisiert werden. Es ist im Grunde eine Rentabilitätsberechnung, ob ein angefangenes Werk vollendet oder die Arbeit daran eingestellt werden soll. General: Es ist Sache der A.K.Kdt. im Rahmen ihrer Kompetenzen und Verantwortung zu entscheiden, welche Werke noch vollendet werden sollen. Die Detailaussprache hierüber ergibt folgendes: Noch nicht angefangene Tankhindernisse im Raume des 2. und 3.Korps sind nicht auszuführen. Die Arbeiten im Bereich des Stadtkdo.Zürich sind einzustellen. Die Arbeiten an der Mentue sind einzustellen. General: An Ausbildungsfragen ist zu entscheiden, ob der komb.Schiesskurs weiterhin v erschoben bleiben soll, oder zur Durchführung kommt. Oberstkorpskdt.Wille: Der komb.Schiesskurs bietet die einzige Gelegenheit, um die Truppenführer mit dem neuen Kampfverfahren bekannt zu machen. Er sollte deshalb, da es nicht sicher ist, ob wir nächstes Jahr überhaupt noch Truppenkurse durchführen können, noch dieses Jahr zur Rurchführung gelangen, am besten im Monat Juli in Arosa. Vom 4.A.K. sollte hiefür ein Bat. zur Verfügung gestellt werden. Der General stimmt zu. Dagegen lässt sich eine Verschiebung des Zentralkurses für Geb.Ausbildung eher rechtfertigen, da es auch eher möglich wird, im Jahre 1941 Offizierskurse durchzuführen. Der General ist mit der Verschiebung des Zentralkurses für Geb.Ausbildung einverstanden. Ferner wünscht der Chef der Hauptabteilung III dass die Kasernen Brugg, Andermatt und Monte Ceneri wieder mit Rekrutenschulen belegt werden können. Der General ist einverstanden und ersucht den Chef des Generalstabes, die nötigen Teisungen zur Räumung dieser Kasernen zu erlassen. # Abänderung der Beförderungsverordnung. Entsprechend einem Antrage von seiten verschiedener A.E.Edt. wird für Art. 104 folgender neuer Text gutgeheissen: "a)-Eit Ausnahme der in den Art. 47 bis 62 vorgesehenen Spezialschulen und -Kursen (Zentralschulen, Schiesschulen und Schiesskurse, takt.Kurse, techn. Kurse, taktisch-technische Kurse, Kurs für den Kanitionsnachschub, Kurs für Dienste hinter der Front, Kurs für höhere takt. Ausbildıung ua.) können die für die Beförderung von Unteroffizieren und Offizieren aller Grade vorgeschriebenen Schulen und Kurse durch erfolgreiche Führung des höheren Kommandos oder erfolgreiche Ausübung der höheren Funktion in der Dauer, die den gesamthaft zu leistenden Beforderungsdiensten entspricht, ersetzt werden. -Solche Dienste können aber nicht stellvertretungsweise unter verschiedenen Malen bestanden werden, sondern sind, wenn nicht besondere Verhältnisse eine Ausnahme rechtfertigen, in der Stellung zu leisten, die dem betreffenden Unteroffizier oder Offizier im neuen Grade übertragen werden soll. b) In folgenden Fällen kann auf die Leistung von Kursen gemäss lit. a verzichtet werden: 1. auf den Techn.Kurs I bei den Genietruppen. 2. auf den Takt.techn.Kurs I bei den Verpflegungstruppen für Angehörige des Rückwärtigen-, des Transport- und des Ter.Dienstes (s.Art.63), sowie für die quartiermeister der Gz.Bat. und der höheren Stäbe, die an der Grenze des Landsturnalters stehen. c) Voraussetzung für die Pflicht zur Leistung der unter lit.a erwähnten Schulen und Kurse ist im übrigen, dass diese Schulen und Kurse während des Aktivdienstes abgehalten werden und somit bestanden werden können. Eine blosse Verschiebung solcher Schulen und Kurse über das normale Beförderungsdatum hinaus gibt keinen Anspruch auf Erlass des Dienstes und auf vorherige Beförderung. General: Es stellt sich die Frage, ob wir die sog. Bat. d'Af. zur Interni. rung zulassen wollen. Es handelt sich um den Abschaum einer Soldateska, die gegenwärtig die franz. Grenzzone terrorisiert. Falls die Deutschen auch in diesem Abschnitt eingreifen, ist es sehr wohl möglich, dass diese Bat.d'Af. versuchen, über die Grenze zu kommen. Wenn wir sie zurückweisen, so laufen wir Gefahr, dass sich die Leute einzeln bei Nacht und Nebel, teilweise als Zivilisten getarnt, wieder einschleichen und dann viel schwerer erfasst werden. Das Justiz- und Polizeidepartement wäre deshalb der Auffassung, diese Bat.d'Af. als geschlossenen Truppenkörper hereinzulassen und sofort in bewachte Lager, am besten im Anschluss an Strafanstalten, zu internieren. Dieser Auffassung widersetzt sich der Chef des E.M.D., welcher der Meinung ist, dass man unter allen Umständen diese Horde zurückweisen sollte, nötigenfalls mit Waffengewalt. Sämtliche Anwesenden sind ebenfalls der Meinung, dass wir diese Truppe nicht internieren sollten. # Bereitschaftsgrad. General: Der Bereitschaftsgrad sollte nunmehr abgebaut werden auf normale Bereitschaft. Alle Anwesenden sind mit dieser Massnahme einverstanden. Dem Kdt. 1.A.K. bleibt es unbenommen, während der Dauer des Zustromes an Flüchtlingen und zu internierenden Soldaten, für die Grenztruppen seines Befehlsbereiches einen erhöhten Grad anzuordnen. Oberstkorpakdt. Labhart hat beantragt, dass vor der Verschiebung grösserer Truppenkörper die Urlauber und die Urlauberpferde zurückgerufen werden sollten, um damit eine bessere Verschiebungsmöglichkeit zu erhalten. Dem steht entgegen, dass ein Rückrufen von Urlauberpferden auf grosse Schwierigkeiten stösst. Der General ist deshalb der Auffassung, dass von einem Rückrufen von Urlauberpferden abgesehen werden sollte. Es ist Sache der vorgesetzten Kommandostellen, dafür zu sorgen, dass die Urlauber von Truppenkörpern, die in einen andern Verband übertreten, entsprechende Weisungen im Wiedereinberufungsfalle erhalten. Die Sonntagsurlaube der Truppe und die Besuche der Angehörigen gaben Anlass zu Einwendungen seitens der A.K.Kdt. Die Besuche von Angehörigen bei der Truppe und die vorzeitige Benachrichtigung der Urlauber verursachen grosse Schwierigkeiten und Umtriebe. Es wird gegenwärtig mit diesen Urlaubsgewährungen und den Besuchen von Angehörigen zu weit gegangen. General: Wird Anlass nehmen, diese Frage mit dem Generaladjutanten zu besprechen. In der nächsten Zeit sollen, sofern dies nicht durch die Demobil- machung überholt wird, neue Weisungen kommen bez. der Beurlaubung von Wehrminnern, die andern Wirtschaftszweigen als der Landwirtschaft angehören, um damit eine Uebereinstimmung mit der Urlaubsgewährung an Landwirte herbeizuführen. Oberstkorpakdt.Wille macht aufmerksam, dass offenbar gewisse Bestrebungen im Gange sind, ein Alkoholverbot bei der Truppe einzuführen. Er hält diese Massnahme nicht für zweckmässig, da sie allzu leicht umgangen wird und nur Anlass gibt zu Regelverstössen. General: Weiss nichts von diesen Absichten, ist aber auch der Auffassung, dass davon abgesehen werden soll. Der Generaladjutant wird in diesem Sinne orientiert werden. Oberstkorpakdt. Prisi wünscht, dass die Frage der Verwendung der Internierten für Strassenbauten und Aufräumarbeiten in den Stellungen möglichst rasch geprüft werde. Desgleichen sollte es möglich sein. Artilleriestäbe, die vorübergehend keine Verwendung haben, zu beurlauben. Oberstdivisionär Huber erwähnt, dass angefragt wurde, ob die Zündbereitschaft nicht abgebaut werden könnte auf die pyrotechnische Zündbereitschaft, angesichts der Gefährlichkeit der elektrischen Zündbereitschaft in den gewitterreichen Sommermonaten. Seiner Auffassung nach sollte die elektrische Zündbereitschaft zum mindesten für die Grenzbrücken bestehen bleiben, während für die übrigen Objekte, insbesondere die Kraftwerke, die pyrotechnische Zündbereitschaft genügen sollte. Schluss der Konferenz: 1700. Der Protokollführer: Hptm.i.Gst.Bracher.
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Protocols
61,096
Die Grenzen Europas
28
Der Zerfall der UdSSR hat aus schweizerischem Blickwinkel Fragen nach den Grenzen Europas und der Mitgliedschaft der neuen Staaten in der KSZE und im Europarat aufgeworfen. Es braucht funktionielle Definitionskriterien. Darin: Zusammenfassende Notiz an den Departementschef vom 24.1.1992 (Beilage).
German
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1992-01-24
1992-01-24
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Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
Europarat
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Albanien|Atlantik|Bosnien und Herzegowina|Bosporus|Bulgarien|Chile|China|Europa|Frankreich|Japan|Kanada|Kasachstan|Korea|Neuseeland|Nordafrika|Osmanisches Reich|Russland|Türkei|UdSSR/Asiatischer Teil|UdSSR/Europäischer Teil|Ural|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich|Westeuropa|Wladiwostok|Zentralasien
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Europarat|Gemeinschaft Unabhängiger Staaten|Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa|UNO/Wirtschaftskommission für Europa|Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa
EDA/Politische Direktion/Politisches Sekretariat
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Ducrey Guy|Felber René|Kunz Johannes
Kunz Johannes|Thurnherr Walter
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Organizzazione per la sicurezza e la cooperazione in Europa (OSCE)
Consiglio d'Europa
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Albania|Asia centrale|Atlantico|Bosforo|Bosnia ed Erzegovina|Bulgaria|Canada|Cile|Cina|Corea|Europa|Europa occidentale|Francia|Giappone|Impero ottomano|Kazakistan|Nordafrica|Nuova Zelanda|Regno Unito|Russia|Stati Uniti d'America (USA)|Turchia|Urali|URSS/Parte asiatica|URSS/Parte europea|Vladivostok
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Comunità degli stati indipendenti|Consiglio d'Europa|ONU/Commissione economica per l'Europa|Organizzazione per la sicurezza e la cooperazione in Europa|Trattato sulle forze armate convenzionali in Europa
DFAE/Direzione politica/Segreteria politica
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Ducrey Guy|Felber René|Kunz Johannes
Kunz Johannes|Thurnherr Walter
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Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe (OSCE)
Conseil de l'Europe
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Afrique du Nord|Albanie|Asie centrale|Atlantique|Bosnie-Herzégovine|Bosphore|Bulgarie|Canada|Chili|Chine|Corée|Empire ottoman|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe|Europe occidentale|France|Japon|Kazakhstan|Nouvelle-Zélande|Oural|Royaume-Uni|Russie|Turquie|URSS/Partie asiatique|URSS/Partie européenne|Vladivostok
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Communauté des États indépendants|Conseil de l'Europe|ONU/Commission économique pour l'Europe|Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe|Traité sur les forces conventionnelles en Europe
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Kunz Johannes|Thurnherr Walter
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Organization for Security and Co-operation in Europe (OSCE)
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Commonwealth of Independent States|Council of Europe|Organization for Security and Co-operation in Europe|Treaty on Conventional Armed Forces in Europe|UN/Economic Commission for Europe [1947-
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Kunz Johannes|Thurnherr Walter
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60,000
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Aktennotiz / Notiz
Kunz Johannes|Thurnherr Walter, German, Aktennotiz / Notiz
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61000-61999/dodis-61096.pdf
# DIE GRENZEN EUROPAS Der Zerfall der UdSSR hat aus schweizerischem Blickwinkel in zweifacher Hinsicht die Frage nach den Grenzen Europas aufgeworfen: Einerseits gilt es zu klären, ob sämtliche aus dem KSZEMitglied UdSSR hervorgegangenen unabhāngigen Staaten weiterhin, auf entsprechendes Gesuch hin, dem Kreis der KSZE angehören können. Andererseits ist eine Haltung gegenüber allfälligen Gesuchen dieser Staaten um Mitgliedschaft im Europarat festzulegen. Nicht berücksichtigt werden hier andere Institutionen, wie ż.B. die BERD und die ECE-UNO, die mit ähnlichen Fragen konfrontiert sind. Intuitiv wird man sowohl in bezug auf die KSZE als auch auf den Europarat die Position der zentralasiatischen Republiken als problematisch empfinden. Diese Empfindung muss in rationalen politischen Kriterien ausgedrückt werden. 1. Die Untauglichkeit geographischer, geschichtlicher und weltanschaulicher Kriterien Das Schlagwort vom Europa vom Atlantik bis zum Ural hilft insofern nicht weiter, als Russland, dessen Zugehörigkeit zu Europa niemand ernsthaft in Zweifel ziehen wird, nicht von seinem grösseren asiatischen Teil, der u.a. an China, Korea und Japan grenzt, zu trennen ist. Durch die Zugehörigkeit der Türkei sowohl zur KSZE als auch zum Europarat ist im weiteren der geographische Rahmen Europas ohnehin bereits gesprengt, wenn der Bosporus als geschichtliche Grenze unseres Kontinents verstanden wird. Europa als Ort eines gemeinsamen geschichtlichen Schicksals und Sendungsbewusstseins dürfte politisch nicht verwertbar sein. Die jahrhundertelange Auseinandersetzung "Europas" mit dem osmanischen Reich müsste wiederum die Türkei ausschliessen. Allzu historisierende Konzepte würden unter den "Europäern" selbst eher das Trennende betonen, da es u.a. bedeuten würde, dass die europäischen Volker auch die neuere deutsche und sowjetische Geschichte als Teil ihrer eigenen, mitverantworteten Geschichte akzeptieren müssten, was auf absehbare Zeit nicht denkbar sein dürfte. Die aussereuropäischen Völker nahmen die gemeinsame europäische Geschichte im wesentlichen als Kolonialherrschaft wahr. Eine Abgrenzung Europas aufgrund der Geschichte könnte daher als Ansatz zu einem Neokolonialismus empfunden werden. Den gleichen Effekt würde die Definierung Europas als reli-gios-philosophische Wertegemeinschaft haben. Zudem würden multi-kulturelle Gesellschaften in Europa (Grossbritannien, Frankreich) in innenpolitische Schwierigkeiten geraten. Aufgrund dieser Kriterien wären Staaten wie Albanien, Bosnien, Bulgarien und die Türkei nur bedingt europäisch. Andererseits beruhen Staaten wie Argentinien, Chile und Neuseeland auf einem "europäischen" Wertesystem. # 2. Funktionelle Definitionskriterien Obwohl der Begriff "Europa" alles, was unter Ziffer 1 erwahnt wurde, in unserem subjektiyen Verștandnis umschliesst, ist mit diesen Kriterien keine rationale Politik zu formulieren. Die anstehenden Entscheidungen rufen nach pragmatischen und funktionellen Abgrenzungskriterien. Es ist zweckmässig und sinnvoll, das Europa der KSZE von demjenigen des Europarats zu unterscheiden. ### 2.1. KSZE In bezug auf ihre Mitglieder ist die KSZE von vornherein keine rein europäische Institution. Das Europäische an der KSZE ist ihr Gegenstand, namentlich die Sicherheit in Europa. Diese wird auch von aussereuropäischen Mächten gewahrleistet, neuerdings auch von Kasachstan, das über Nuklearwaffen verfügt und von dessen Staatsgebiet ein Teil durch den CFE-Vertrag abgedeckt ist. Da ein europäisches Interesse an einer Einbindung Kasachstans in die KSZE besteht, können konsequenterweise andere "nichteuropäische" Republiken nicht daran gehindert werden, sofern sie dies wünschen, einen Beitrag zur Sicherheit Europas im Rahmen der KSZE zu leisten. Der Ausschuss der Hohen Beamten hat daher folgerichtig alle neuen Staaten, die aus der UdSSR hervorgegangen sind, eingeladen, nach Erbringung gewisser Vorleistungen und Garantien, ein Gesuch um Aufnahme in die KSZE zu stellen. Es ist allerdings auf die Gefahr hinzuweisen, dass sich die KSZE damit ein beträchtliches Konfliktpotential auflädt. Aufgrund der zunehmenden Heterogenität würde die KSZE wohl auch in ihrem Wesen berührt (v.a. Menschenrechte). Doch gehörte es schon immer zum Wesen der KSZE, mit politischen Mitteln die Grundlage an Gemeinsamkeiten zu erweitern. Und so dürfte es auch am zweckmässigsten sein, wenn man versucht, auf die asiatischen Republiken der GUS mittels der KSZE-Instrumente Einfluss zu nehmen. # 2.2. Europarat Von tatsächlicher Bedeutung ist die Frage nach den Grenzen Europas für den Europarat. Dessen Satzung enthält keine Definition des Begriffs Europa. Die Rede ist von einem gemeinsamen Erbe, von persönlicher und politischer Freiheit, Herrschaft des Rechts und wahrer Demokratie, aufgrund derer sich die europäischen Länder zusammenschliessen. Wie unter Ziffer 1 bemerkt, erlauben diese Kriterien keine schlüssige Abgrenzung Europas. Gemäss Art. 4 der Satzung obliegt es dem Ministerkomitee, einen europäischen Staat, der diese Kriterien erfüllt, zur Mitgliedschaft einzuladen. Die Abgrenzung Europas wird dadurch zu einem politischen, souveränen Entscheid der Mitgliedstaaten. Dieser wird den Vorstellungen der Mitgliedstaaten über die künftige Rolle des Europarates Rechnung tragen müssen. Es darf als sicher angenommen werden, dass es die Absicht der Mehrheit der Mitglieder sein wird, den Europarat als regionale Organisation zu erhalten und auf universelle Aspirationen zu verzichten. Die Gefahr einer "Unterwanderung" des Europarates durch "nichteuropäische" Staaten sollte nicht überschätzt werden. Die soeben unabhängig gewordenen ehemaligen islamischen Sowjetrepubliken sind mit dem Aufbau einer eigenen Identität beschäftigt. Ausser für materielle Hilfe werden sie daher nicht unbedingt nach Europa blicken. Ein echtes Interesse am Europarat, der kaum ihren weltanschaulichen Aspirationen entspricht, darf folglich bezweifelt werden. Die fraglichen Republiken sind im übrigen noch derart weit von der Erfüllung der objektiven Beitrittskriterien in bezug auf Menschenrechte, Demokratie und Pluralismus entfernt, dass für den Europarat keinerlei Dringlichkeit besteht, zu diesem Zeitpunkt in der Beitrittsfrage schlüssig Stellung zu beziehen. # 3. Der Fall Türkei Die Mitgliedschaft der Türkei im Europarat stellt ínsofern einen gewissen Einbruch in die Homogenität des Europarates dar, als sie eine Identifizierung der Strassburger Organisation mit dem "christlichen Abendland" zu verunmöglichen scheint. Diesem Argument ist entgegenzuhalten, dass die Türkei ihr Staatswesen, die Gesellschaft (Laizismus) und die offizielle Kultur (Uebernahme der lateinischen Schrift) als Folge der kemalistischen Revolution radikal auf "Europa" ausrichtete. Diesem voluntaristischen Akt musste eine Organisation wie der Europarat Rechnung tragen. Die Bewusstseinsbildung und die staatlichen Reformen sowohl in den neuen Republiken als auch in Nordafrika verlaufen in entgegengesetzter Richtung. Die Türkei bildet daher keinen Präzedenzfall für die Aufnahme islamischer Staaten in den Europarat, sofern diese nicht ebenso radikal wie die Türkei ihre Vergangenheit abstreifen. Dabei soll nicht in Abrede gestellt werden, dass die vorkemalistische Vergangenheit nicht nach wie vor auf der Türkei lastet. # Kopien an: - JAC - PA I - PA I (Europarat) - PA III - PA III (KSZE-Dienst) - Integrationsbüro - Finanz- und Wirtschaftsdienst - DIO, Sektion UNO - DV - DEH - CM ## Schweiz. Botschaften in: Ankara, Athen, Belgrad, Bonn, Budapest, Bukarest, Brüssel, Den Haag, Dublin, Helsinki, Lissabon, London, Luxemburg, Madrid, Moskau, Nikosia, Oslo, Ottawa, Paris, Prag, Rom, Sofia, Stockholm, Warschau, Washington, Wien ## Missionen: Brüssel, Genf, New York # P. 8.58.71.Europe gén. -KJ/BUG Bern, den 24. Januar 1992 ## NOTIZ AN DEN DEPARTEMENTSCHEF ## Die Grenzen Europas Der Begriff "Europa" weckt intuitiv Assoziationen, die bei Bürgern "westeuropäischer" Länder weitgehend übereinstimmen. Diese Empfindungen, die Gewissheit darüber vortäuschen, was "Europa" ist, müssen angesichts der möglichen Aufnahmegesuche namentlich islamischer Republiken der ehemaligen UdSSR in die KSZE und den Europarat, auf die wir uns hier beschränken, in rationalen politischen Kriterien ausgedrückt werden. 1. Geographische, geschichtliche und weltanschauliche Kriterien sind untauglich: Das Schlagwort vom Europa vom Atlantik bis zum Ural wird weder der Lage Russlands (bis Wladiwostok) noch derjenigen der Türkei (KSZE- und Europaratsmitglied) gerecht. Ebensowenig ist der Begriff der geschichtlichen Schicksalsgemeinschaft nützlich, da historisierende Konzepte auch das Trennende innerhalb Europas betonen können und gegen aussen die Erinnerung an die europäische Kolonialherrschaft wachhalten. Die Entwicklung multi-kultureller Gesellschaften in Europa (Grossbritannien, Frankreich) lässt die Definierung Europas als religiös-weltanschauliche Wertegemeinschaft politisch nicht mehr zu. 2. Pragmatische und funktionelle Abgrenzungskriterien ermöglichen eine rationale Politik: Es ist zweckmässig, das Europa der KSZE von demjenigen des Europarates zu unterscheiden. 2.1.KSZE: Das Europäische an der KSZE ist ihr Gegenstand, namentlich die Sicherheit in Europa, die auch von aussereuropaischen Mächten (USA, Kanada) gewährleistet wird, neuerdings zusätzlich von Kasachstan, das über Nuklearwaffen verfügt und von dessen Staatsgebiet ein Teil durch den CFE-Vertrag abgedeckt ist. Die Einbindung Kasachstans in die KSZE ist in europäischem Interesse. Folgerichtig hat der Ausschuss der Hohen Beamten auch alle übrigen ehemaligen Sowjetrepubliken eingeladen, nach Erbringung gewisser Vorleistungen und Garantien, ein Gesuch um Aufnahme in die KSZE zu stellen. Damit ist die Frage nach den Grenzen Europas im KSZE-Rahmen vorläufig geklärt. Die Folgen sind abzuwarten. 2.2. Europarat: Die Satzung umschreibt den Begriff Europa nicht. Gemäss deren Art. 4 obliegt es dem Ministerkomitee, einen europäischen Staat, der die Kriterien von gemeinsamem Erbe, persönlicher und politischer Freiheit, Herrschaft des Rechts, Demokratie etc. erfüllt, zur Mitgliedschaft einzuladen. Im Sinne des Europarates unterliegt demnach die Abgrenzung Europas einem politischen, souveränen Entscheid der Mitgliedstaaten, die dadurch die künftige Rolle des Europarats festlegen. Es darf angenommen werden, dass sie den Europarat als regionale Organisation aufrechterhalten wollen. Das Interesse namentlich der ehemaligen islamischen Sowjetrepubliken am Europarat, der nicht ihren gegenwärtigen weltanschaulichen Aspirationen entspricht, wie auch an einzelnen europäischen Konventionen sollte nicht uberschatzt werden. Die aus der UdSSR hervorgegangenen Republiken sind noch weit von der Erfüllung der objektiven Beitrittskriterien entfernt, so dass in der Frage ihres Beitritts keinerlei Dringlichkeit für konkrete Stellungnahmen besteht. Für eine längere Zeit wird sich der Europarat damit begnügen können, vom allfälligen Interesse einzelner Republiken Kenntnis zu nehmen. Für gewisse unter ihnen wäre der Beitritt zu bestimmten Konventionen (Kultur) ein Mittel, sich schrittweise dem Europarat anzunähern. 3. Der Fall der Türkei: Die Mitgliedschaft der Türkei im Europarat bildet keinen Prăzedenzfall für die Aufnahme weiterer islamischer Staaten. Durch die kemalistische Revolution hat sich die Türkei radikal auf "Europa" ausgerichtet (Laizismus). Die Entwicklungen in den neuen Republiken und in Nordafrika laufen in die entgegengesetzte Richtung. DER CHEF DES POLITISCHEN SEKRETARIATS ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Beilage: Bericht
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Notes/Internal
44,849
Nr. 1875. Konferenz im Haag. Kreditgewährung an Russland
38
Au sujet des crédits que chaque pays pourrait mettre à disposition de la Russie, le Conseil fédéral est d’avis que tout octroit de crédits ne devrait se faire qu’à travers le consortium financier international proposé à la Conférence de Gênes; dans ces conditions, la Suisse apportera sa part.
German
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1922-07-11
1922-07-11
8
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Konferenz von Genua (1922)
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Belgien|Den Haag|Deutsches Reich|Frankreich|Genua|Italien|Polen|Rumänien|Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik|Schweden|Vereinigtes Königreich
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Dinichert Paul|Dubois Léopold|Haab Robert|Motta Giuseppe
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Conferenza di Genova (1922)
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Belgio|Francia|Genova|Italia|L'Aja|Polonia|Reame tedesco|Regno Unito|Repubblica Socialista Federativa Sovietica Russa|Romania|Svezia
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Dinichert Paul|Dubois Léopold|Haab Robert|Motta Giuseppe
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Conférence de Gênes (1922)
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Dinichert Paul|Dubois Léopold|Haab Robert|Motta Giuseppe
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Genoa Conference (1922)
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Belgium|France|Genoa|German Realm|Italy|Poland|Romania|Russland|Sweden|The Hague|United Kingdom
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Dinichert Paul|Dubois Léopold|Haab Robert|Motta Giuseppe
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40,000
https://dodis.ch/44849
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"><a href="https://dodis.ch/44849" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/44849</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">CONSEIL FÉDÉRAL<br class="tei-lb" />Procès-verbal de la séance du 11 juillet 1922<span id="fnref_3_2_1_1_2_2_4" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_2_2_4">1</a></span></div> <h1 class="tei-title4 tei-title-sub">1875. Konferenz im Haag. Kreditgewährung an <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a></h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"><span class="tei-add2 tei-add-opener">Mündlich</span> <div class="tei-dateline tei-dateline"></div> </div> <p class="tei-p tei-p">Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes führt aus, bekanntlich bilde für die Russen an der Konferenz im Haag die Kreditgewährung an <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a> die Hauptfrage. Minister <a href="https://dodis.ch/P388" class="tei-persName" target="">Dinichert</a> weist nun in seinem neuesten Bericht<span id="fnref_3_2_1_1_4_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_4_6">2</a></span>, den der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes vorliest, darauf hin, dass es angezeigt wäre, der Abordnung im Haag über diese Frage noch Instruktionen zukommen zu lassen, damit sie in der Lage wäre, in der Versammlung der nicht russischen Delegierten, die sich in nächster Zeit mit dieser Frage eingehender als bisher wird befassen müssen, eine Erklärung über die Stellungnahme der schweizerischen Regierung abzugeben. Namentlich der Vorsteher der italienischen Delegation habe darauf hingewiesen, es wäre dringend wünschbar, die Haltung der Regierungen in dieser Frage zu kennen, um den Russen hierüber eine Formel vorlegen zu können, die ihnen die Möglichkeit benähme, die Verhandlungen mit der Begründung abzubrechen, sie seien an der Haltung der Westmächte in der Kreditfrage gescheitert. Minister <a href="https://dodis.ch/P388" class="tei-persName" target="">Dinichert</a> ist der Auffassung, die Gewährung eines Darleihens von staatswegen an die Sovietregierung komme nicht in Betracht; dagegen frägt er an, ob er erklären könne, der Bundesrat wäre bereit, mit den beteiligten Kreisen die Frage der Lieferung von Waren auf Kredit an Sovietrussland unter bestimmten Bedingungen und gegen bestimmte Sicherheiten zu prüfen, sobald ein Begehren vorliege, woraus die Art und Menge der zu liefernden Waren ersichtlich wäre. Auch wünscht Minister <a href="https://dodis.ch/P388" class="tei-persName" target="">Dinichert</a> zu wissen, ob er eine Erklärung über die Teilnahme der Schweiz an dem in <a href="https://dodis.ch/G829" class="tei-placeName" target="">Genua</a> besprochenen Consortium financier international abgeben könne.</p> <p class="tei-p tei-p">Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes verweist darauf, dass die Russen Kredite von 3,24 Milliarden Goldrubel, also ungefähr 10 Milliarden Goldfranken, verlangen. Eine Kreditgewährung von Staat zu Staat sei ausgeschlossen, und ebenso aussichtslos sei die Auflage eines russischen Staatsanleihens im Ausland. Auch die private Kreditgewährung an einzelne <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a>schweizer, die zurückkehren wollen, oder an irgendwelche Personenverbindungen, die zum Zweck der Ausbeutung von Betrieben in <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a> auf Grund von Konzessionen gegründet werden, dürfte kaum nennenswerte Ergebnisse zeitigen. Die von <a href="https://dodis.ch/P388" class="tei-persName" target="">Dinichert</a> ins Auge gefasste Lösung, wonach der Bund allenfalls Waren (in Betracht fallen in erster Linie landwirtschaftliche und andere Maschinen und vielleicht gewisse Erzeugnisse der chemischen Industrie) ankaufen und <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a> auf Kredit abgeben sollte, wäre zu teuer und würde wohl, wie übrigens jede unmittelbare Hülfeleistung an die Sovietregierung, daran scheitern, dass die Russen keine genügenden Sicherheiten leisten können. Unter diesen Umständen glaubt der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes, in seiner Auffassung bestärkt durch eine telephonische Unterhaltung mit Herrn <a href="https://dodis.ch/P1832" class="tei-persName" target="">L. Dubois</a>, die Kreditgewährung an <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a> sei einzig möglich durch Vermittlung des zu schaffenden internationalen Kreditkonsortiums. Dass <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">England</a>, <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> und <a href="https://dodis.ch/G77" class="tei-placeName" target="">Italien</a> bei dieser Gründung mitzuwirken geneigt seien, könne kaum bezweifelt werden, und <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> werde sich voraussichtlich anschliessen. In <a href="https://dodis.ch/G15" class="tei-placeName" target="">Schweden</a> und <a href="https://dodis.ch/G75" class="tei-placeName" target="">Belgien</a> scheint die Angelegenheit zu ruhen; in der Schweiz wird die Schaffung der schweizerischen Sektion dieses Konsortiums zur Zeit studiert, aber die Begeisterung ist offenbar nicht gross. Trotz alledem scheint dies zur Zeit der einzig mögliche Weg, um etwas für die Unterstützung und den Wiederaufbau der Volkswirtschaft der europäischen Ostländer und auch <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a>s zu tun.</p> <p class="tei-p tei-p">Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes stellt daher den <span class="tei-emph tei-emph">Antrag: </span></p> <p class="tei-p tei-p">Es sei Herr Minister <a href="https://dodis.ch/P388" class="tei-persName" target="">Dinichert</a> zu ermächtigen, in der Versammlung der nicht russischen Abordnungen im Haag zu erklären, die Kreditgewährung an <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a> scheine zur Zeit einzig durch Vermittlung des Consortium financier international möglich, das ja auch Warenkredite einräumen könnte; die Frage der Mitwirkung der Schweiz bei der Gründung dieses Konsortiums werde geprüft, und wenn sich die nötige Beteiligung des schweizer. Kapitals finde und andere Länder ebenfalls mittun, so werde die Schweiz voraussichtlich mit ihrer Mitwirkung zu dieser internationalen Kreditaktion nicht zurückstehen.</p> <p class="tei-p tei-p">Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes fügt bei, die Lage erscheine ihm kritisch. Wenn nicht in absehbarer Zeit, trotz des offensichtlichen Unvermögens <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a>s, je wieder seinen frühem Verpflichtungen nachzukommen oder genügende Garantien für die Zukunft zu geben, etwas geschehe zu seinem Wiederaufbau, so bestehe die Gefahr, dass <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a> sich auf <a href="https://dodis.ch/G68" class="tei-placeName" target="">Polen</a>, das sich kaum über Wasser zu halten vermag, und auf das ebenfalls geschwächte <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> stürze, woraus in Verbindung mit der fortgesetzt sich verschlechternden Lage <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a>s eine Katastrophe entstehen könnte, deren erschütternder Wirkung auch andere Länder nicht zu widerstehen vermöchten.</p> <p class="tei-p tei-p">Auf Grund der Beratung wird <span class="tei-emph tei-emph">der Antrag des Vorstehers des Volkswirtschaftsdepartementes zum Beschlüsse erhoben.</span></p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_2_2_4"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 1004 1/284</span>. Etaient absents: <a href="https://dodis.ch/P7942" class="tei-persName" target="">R. Haab</a>, <a href="https://dodis.ch/P729" class="tei-persName" target="">G. Motta</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_2_2_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_4_6"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Rapport du 6 juillet 1922, non reproduit, cf. <span class="tei-orig tei-orig">J.I.6 1/1.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_4_6">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
44000-44999/dodis-44849.pdf
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``` Mündlich. Konferenz im Haag. Kredi tgewährung an Russland. 1875. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes führt aus, be kanntlich bilde für die Russen an der Konferenz im Haag die Kredit gewährung an Russland die Hauptfrage. Minister Dinichert weist nun in seinem neuesten Bericht, den der Vorsteher des Volkswirtschafts departementes verliest, darauf hin, dass es angezeigt wäre, der Ab ordnung im Haag über diese Frage noch Instruktionen zukommen zu las sen, damit sie in der Lage wäre, in der Versammlung der nicht russi schen Delegierten, die sich in nächster Zeit mit dieser Frage einge hender als bisher wird befassen müssen, eine Erklärung über die Stel lungnahme der schweizer. Regierung abzugeben. Namentlich der Vorste her der italien. Delegation habe darauf hingewiesen, es wäre dringend wünschbar, die Haltung der Regierungen in dieser Frage zu kennen, um den Russen hierüber eine Formel vorlegen zu können, die ihnen die Möglichkeit benähme, die Verhandlungen mit der Begründung abzubre chen, sie seien an der Haltung der Westmächte in der Kreditfrage ge scheitert. Minister Dinichert ist der Auffassung, die Gewährung eines ``` ``` Darleihens von staatswegen an die Sovietregierung komme nicht in Be tracht; dagegen fragt er an, oh er erklären könne, der Bundesrat wäre bereit, mit den beteiligten Kreisen die Frage der Lieferung von Waren auf Kredit an Sovietrussland unter bestimmten Bedingungen und gegen bestimmte Sicherheiten zu prüfen, sobald ein Begehren vorliege, woraus die Art und Menge der zu liefernden Waren ersichtlich wäre. Auch wünscht Minister Dinichert zu wissen, ob er eine Erklärung über die Teilnahme der Schweiz an dem in Genua besprochenen Consortium finan cier international abgeben könne. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes verweist darauf, dass die Russen Kredite von 3,2.4 Milliarden Goldrubel, also ungefähr 10 Milliarden Goldfranken, verlangen. Eine Kreditgewährung von Staat zu Staat sei ausgeschlossen, und ebenso aussichtslos sei die Auflage eines russischen Staatsanleihens im Ausland. Auch die private Kredit gewährung an einzelne Russlandschweizer, die zurückkehren wollen, oder an irgendwelche Personenverbindungen, die zum Zweck der Ausbeutung von Betrieben in Russland auf Grund von Konzessionen gegründet werden, dürfte kaum nennenswerte Ergebnisse zeitigen. Die von Dinichert ins Auge gefasste Lösung, wonach der Bund allenfalls Waren (in Betracht fallen in erster Linie landwirtschaftliche und andere Maschinen und vielleicht gewisse Erzeugnisse der chemischen Industrie) ankaufen und Russland auf Kredit abgeben sollte, wäre zu teuer und würde wohl, wie übrigens jede unmittelbare Hülfeleistung an die Sovietregierung, daran scheitern, dass die Russen keine genügenden Sicherheiten leisten kön nen. Unter diesen Uliständen glaubt der Vorsteher des Volkswirtschafts departementes, in seiner Auffassung bestärkt durch eine telephonische Unterhaltung mit Herrn L. Dubois, die Kreditgewährung an Russland sei einzig möglich durch Vermittlung des zu schaffenden internationalen Kreditkonsortiums. Dass England, Deutschland und Italien bei dieser Gründung mitzuwirken geneigt seien, könne kaum bezweifelt werden, und Frankreich werde sich voraussichtlich anschliessen. In Schweden und Belgien scheint die Angelegenheit zu ruhen; in der Schweiz wird die Schaffung der schweizer. Sektion dieses Konsortiums zur Zeit studiert, aber die Begeisterung ist offenbar nicht gross. Trotz alledem scheint dies zur Zeit der einzig mögliche Weg, um etwas für die Unterstützung ``` ``` und den Wiederaufbau der Volkswirtschaft, der europäischen Ostländer und auch Russlands zu tun. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes stellt daher den Antrag : Es sei Herr Minister Dinichert zu ermächtigen, in der Versamm lung der nicht russischen Abordnungen im Haag zu erklären, die Kre ditgewährung an Russland scheine zur Zeit einzig durch Vermittlung des Consortium^ financier international möglich, das Ja auch Waren kredite einräumen könnte; die Frage der Mitwirkung der Schweiz bei der Gründung dieses Konsortiums werde geprüft, und wenn sich die nö tige Beteiligung des schweizer. Kapitals finde und andere Länder eben falls mittun, so werde die Schweiz voraussichtlich mit ihrer Mitwir kung zu dieser internationalen Kreditaktion nicht zurückstehen. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes fügt bei, die Lage erscheine ihm kritisch. Wenn nicht in absehbarer Zeit, trotz des offensichtlichen Unvermögens Russlands ; je wieder seinen frühern Ver pflichtungen nachzukommen oder genügende Garantien für die Zukunft zu geben, etwas geschehe zu seinem Wiederaufbau, so bestehe die Ge fahr, dass Russland sich auf Polen, das sich kaum über Wasser zu hal ten vermag, und auf das ebenfalls geschwächte Rumänien stürze, woraus in Verbindung mit der fortgesetzt sich verschlechternden Lage Deutsch lands eine Katastrophe entstehen könnte, deren erschütternder Wirkung auch andere Länder nicht zu widerstehen vermöchten. Auf Grund der Beratung wird der Antrag des Vorstehers des Volks wirtschafttsdeuartementes zum Beschlüsse erhoben. Protokollauszug an den Vorsteher des Volkswirtschaftsdeparte mentes (2 Expl.) zum Vollzug. ```
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GovDecisions
41,705
Le Président de la Confédération, E. Welti, au Ministre de Suisse à Berlin, B. Hammer
21
Hammer est chargé d’informer le Zollverein de la suppression de la taxe de transit et de sonder Bismarck quant à une éventuelle reprise des négociations bilatérales. Classement thématique série 1848–1945: I. LES RELATIONS INTERGOUVERNEMENTALES ET LA VIE DES ÉTATS I.1 ALLEMAGNE
German
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1869-01-11
1869-01-11
2
public/xml/41000/dodis-41705.xml
Deutsches Reich (Allgemein)
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Berlin|Österreich|Solothurn
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Hammer Bernhard
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Bismarck-Schönhausen Otto von
Welti Emil
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Reame Tedesco (Generale)
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Hammer Bernhard
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Hammer Bernhard
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Bismarck-Schönhausen Otto von
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40,000
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Schreiben
Welti Emil, Schreiben, German
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41000-41999/dodis-41705.pdf
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Correspondence
18,721
Notice du 19 mai 1941 du Directeur-adjoint de la Société de Banque Suisse, Samuel Schweizer
28
USA Anti-Trust Investigation
French
1941-01-01
1941-05-19
1941-05-19
70
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Finanzplatz Schweiz
Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Wirtschaft)
Basel
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New York|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Zürich
Schweizerischer Bankverein
Chemical Marketing Co.|Ciba-Geigy|F. Hoffmann-La Roche|I. G. Farben|Price Waterhouse|Roche USA|Roche-Organon|Rohm & Haas Inc.|Sandoz|Sandoz Inc.|Schweizerischer Bankverein USA|Société suisse pour Valeurs de Métaux|Stockholms Enskilda Bank|Usines Chimiques et Laboratoires Français|VEB Berlin-Chemie
Schweizerischer Bankverein
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Dreyfus Armand|Hatch|Schweizer Samuel
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Piazza finanziaria svizzera
Stati Uniti d'America (USA) (Economia)
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New York|Stati Uniti d'America (USA)|Zurigo
Società di banca svizzera
Chemical Marketing Co.|Ciba-Geigy|F. Hoffmann-La Roche|I. G. Farben|Price Waterhouse|Roche USA|Roche-Organon|Rohm & Haas Inc.|Sandoz|Sandoz Inc.|Schering|Società di Banca Svizzera USA|Société suisse pour Valeurs de Métaux|Stockholms Enskilda Bank|Usines Chimiques et Laboratoires Français
Società di banca svizzera
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Dreyfus Armand|Hatch|Schweizer Samuel
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Place financière suisse
États-Unis d'Amérique (USA) (Économie)
Bâle
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États-Unis d'Amérique (USA)|New York|Zurich
Société de banque suisse
Chemical Marketing Co.|Ciba-Geigy|F. Hoffmann-La Roche|I. G. Farben|Price Waterhouse|Roche USA|Roche-Organon|Rohm & Haas Inc.|Sandoz|Sandoz Inc.|Schering|Société de Banque Suisse USA|Société suisse pour Valeurs de Métaux|Stockholms Enskilda Bank|Usines Chimiques et Laboratoires Français
Société de banque suisse
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Dreyfus Armand|Hatch|Schweizer Samuel
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Swiss financial market
United States of America (USA) (Economy)
Basle
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New York|United States of America (USA)|Washington DC|Zurich
Swiss Bank Corporation
Chemical Marketing Co.|Ciba-Geigy|F. Hoffmann-La Roche|I. G. Farben|Price Waterhouse|Roche USA|Roche-Organon|Rohm & Haas Inc.|Sandoz|Sandoz Inc.|Schering|Société suisse pour Valeurs de Métaux|Stockholms Enskilda Bank|Swiss Bank Corporation USA|Usines Chimiques et Laboratoires Français
Swiss Bank Corporation
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Dreyfus Armand|Hatch|Schweizer Samuel
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15,000
https://dodis.ch/18721
Aktennotiz / Notiz
French, Aktennotiz / Notiz
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18000-18999/dodis-18721-uek.pdf
# 7 Notice du 19 mai 1941 du Directeur-adjoint de la Société de Banque Suisse, Samuel Schweizer Strictement confidentielle ## USA Anti-Trust Investigation Je mets en circulation encore une fois la lettre No. 0197 du i i avril de notre Agence de New York, à laquelle est attachée la copie du subpoena [assignation à comparaître] qui a été notifié à notre Agence en relation avec l'enquête ci-dessus. J'ai ajouté à cette lettre toutes les coupures de journaux américains que nous avons reçues soit directement, soit par l'intermédiaire de la CIBA. J'ai souligné dans le subpoena le détail de tous les documents et renseignements qu'on nous demande. Je relève tout d'abord que la période pour laquelle on nous demande ces informations couvre tout l'espace de 1935 jusqu'à ce jour. Je relève encore que la rédaction des différentes clauses du subpoena est si large qu'il nous faudrait pratiquement envoyer tous nos dossiers et des extraits de tous les comptes concernant en aucune façon l'une ou l'autre des maisons énumérées dans le subpoena. Les maisons en question sont d'une part les maisons faisant partie du groupe Schering, et d'autre part le groupe des maisons suisses impliquées dans l'enquête, c.-à-d. Ciba, Hoffman-La Roche, et Sandoz (à ce sujet il y a lieu de relever que pour Ciba et Sandoz ce sont les raisons sociales de leurs maisons américaines qui sont indiquées, tandis que pour Hoffman-La Roche c'est la raison sociale de la maison de Bâle et non pas RocheOrganon qui figure dans le subpoena). A part cela, il y a encore la Stockholms Enskilda Bank et des maisons que nous ne connaissons pas, comme Rohm \& Haas Co. Inc., Usines Chimiques et Laboratoires Français, Chemical Marketing Co., etc. Le subpoena demande aussi les noms et adresses de toutes les maisons, sociétés, etc., dans lesquelles la banque ou n'importe quelle filiale de la banque sont intéressées à n'importe quel titre. Il me semble à première vue tout à fait exclus que nous, comme établissement, puissions donner suite d'une façon complète à toutes ces demandes d'informations, et ceci pour deux raisons: a) Au point de vue purement matériel, le volume de toutes les pièces à soumettre aux Américains serait énorme et il me semble tout à fait exclus que, dans les circonstances actuelles, nous envoyons des caisses de documents originaux en Amérique. b) Au point de vue du fond, il est évident qu'il y a beaucoup de documents ayant trait à l'origine des affaires Schering (options, etc.) que nous ne pouvons pas montrer. La situation est cependant assez grave pour que nous examinions soigneusement quelle attitude il y a lieu de prendre. L'exemple de l'I.G. Farben-Industrie dont les avoirs aux Etats-Unis ont été séquestrés par suite du refus de l'I.G. Farben de donner des informations dans une Anti-Trust Investigation, montre les dangers auxquels on est exposé. La question principale pour nous est évidemment de savoir si les autorités américaines, par suite de l'existence d'une agence de notre banque à New York, peuvent nous obliger à produire en justice tous les documents qui se trouvent en Suisse et qui ne concernent que le Siège Central. Selon une communication antérieure de M. Dreyfus, il semblerait que certains doutes existent à ce sujet à Washington et qu'on aurait pensé à nous demander un affidavit et la permission de faire vérifier nos indications en Suisse par une maison comme Price, Waterhouse \& Co. à Zurich. Une solution de ce genre serait évidemment préférable à la production de tous les documents, à la condition que l'examen de Price, Waterhouse ne porte que sur les comptes et non pas sur toute la correspondance, notes, procès-verbaux etc. (je mentionne que par exemple les procès-verbaux de la Direction Générale relatifs à la formation de Chepha et de Forinvent ne sont pas tels qu'on puisse les produire). Je crois qu'en principe notre ligne de conduite devrait être de ne pas opposer un refus formel ou brusque à des demandes de renseignements, mais de nous cacher le plus possible derrière le secret de banque d'une part et derrière l'arrêté fédéral interdisant les investigations par des autorités étrangères d'autre part. En prenant cette attitude, nous devrions cependant veiller à ne pas laisser arriver les choses au point extrême où des mesures similaires à celles prises contre l'I.G. FarbenIndustrie pourraient nous être appliquées. Pour nous protéger contre une telle éventualité, j'ai suggéré aujourd'hui de prendre de suite les précautions nécessaires, afin de séparer clairement auprès de notre siège de New York les avoirs de la clientèle des avoirs propres de la banque. Il faudrait pour cela que chaque siège ait à New York un compte A, expressément désigné comme «avoirs de la clientèle» et un compte B pour les «avoirs propres». Il faudrait en outre que l'Agence de New York attribue une partie correspondante de ses placements en titres, effets de change, etc. au comptes A et B , de sorte que dans le cas extrême les autorités américaines ne puissent s'attaquer qu'à nos propres fonds et ne puissent toucher aux fonds de la clientèle, ce qui pourrait nous exposer à des risques extrêmement graves en Suisse s'il s'agissait non pas de mesures générales, mais d'une mesure spéciale prise contre notre établissement pour des raisons dont nous sommes responsables. Je crois en outre que la vente des actions Forinvent que nous envisageons en ce moment pourra être utile en ce sens que nous ne pourrons pas être obligés de produire aussi toute la correspondance de cette société, qui ne sera alors plus en notre possession ou sous notre contrôle. Ce qui m'inquiète c'est que nous soyons sans nouvelles de notre Agence et de nos avocats au sujet de toute cette investigation et au sujet du développement qu'elle pourra prendre. D'autre part, il est évidemment difficile d'écrire ou de téléphoner à ce sujet. Mr. Hatch m'a cependant promis de me donner quelques nouvelles lors de son prochain téléphone au sujet de l'affaire Metallwerte. [Samuel Schweizer] Source: Archives UBS AG, fonds SBS, 770.058 (Chepha), carton i io; dossier IV. 2 Schering Corp. Forinvent Investigation), 19.5.1941; cf. p. 498 (notes 26) et p. 509 (notes 53 ).
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644 **7** **Notice du 19 mai 1941 du Directeur-adjoint de la Société de Banque Suisse,** **Samuel Schweizer** Strictement confidentielle _USA Anti-Trust Investigation_ Je mets en circulation encore une fois la lettre No. 0197 du 11 avril de notre Agence de New York, à laquelle est attachée la copie du subpoena [assignation à comparaître] qui a été notifié à notre Agence en relation avec l’enquête ci-dessus. J’ai ajouté à cette lettre toutes les coupures de journaux américains que nous avons reçues soit directement, soit par l’intermédiaire de la CIBA. J’ai souligné dans le subpoena le détail de tous les documents et renseignements qu’on nous demande. Je relève tout d’abord que la période pour laquelle on nous demande ces informations couvre tout l’espace de 1935 jusqu’à ce jour. Je relève encore que la rédaction des différentes clauses du subpoena est si large qu’il nous faudrait pratiquement envoyer tous nos dossiers et des extraits de tous les comptes concernant en aucune façon l’une ou l’autre des maisons énumérées dans le subpoena. Les maisons en question sont d’une part les maisons faisant partie du groupe Schering, et d’autre part le groupe des maisons suisses impliquées dans l’enquête, c.-à-d. Ciba, Hoffman-La Roche, et Sandoz (à ce sujet il y a lieu de relever que pour Ciba et Sandoz ce sont les raisons sociales de leurs maisons américaines qui sont indiquées, tandis que pour Hoffman-La Roche c’est la raison sociale de la maison de Bâle et non pas RocheOrganon qui figure dans le subpoena). A part cela, il y a encore la Stockholms Enskilda Bank et des maisons que nous ne connaissons pas, comme Rohm & Haas Co. Inc., Usines Chimiques et Laboratoires Français, Chemical Marketing Co., etc. Le subpoena demande aussi les noms et adresses de toutes les maisons, sociétés, etc., dans lesquelles la banque ou n’importe quelle filiale de la banque sont intéressées à n’importe quel titre. Il me semble à première vue tout à fait exclus que nous, comme établissement, puissions donner suite d’une façon complète à toutes ces demandes d’informations, et ceci pour deux raisons: a) Au point de vue purement matériel, le volume de toutes les pièces à soumettre aux Américains serait énorme et il me semble tout à fait exclus que, dans les circonstances actuelles, nous envoyons des caisses de documents originaux en Amérique. b) Au point de vue du fond, il est évident qu’il y a beaucoup de documents ayant trait à l’origine des affaires Schering (options, etc.) que nous ne pouvons pas montrer. La situation est cependant assez grave pour que nous examinions soigneusement quelle attitude il y a lieu de prendre. L’exemple de l’I.G. Farben-Industrie dont les avoirs aux Etats-Unis ont été séquestrés par suite du refus de l’I.G. Farben de donner des informations dans une Anti-Trust Investigation, montre les dangers auxquels on est exposé. La question principale pour nous est évidemment de savoir si les autorités américaines, par suite de l’existence d’une agence de notre banque à New York, peuvent nous obliger à produire en justice tous les documents qui se trouvent en Suisse et qui ne 645 concernent que le Siège Central. Selon une communication antérieure de M. Dreyfus, il semblerait que certains doutes existent à ce sujet à Washington et qu’on aurait pensé à nous demander un affidavit et la permission de faire vérifier nos indications en Suisse par une maison comme Price, Waterhouse & Co. à Zurich. Une solution de ce genre serait évidemment préférable à la production de tous les documents, à la condition que l’examen de Price, Waterhouse ne porte que sur les comptes et non pas sur toute la correspondance, notes, procès-verbaux etc. (je mentionne que par exemple les procès-verbaux de la Direction Générale relatifs à la formation de Chepha et de Forinvent ne sont pas tels qu’on puisse les produire). Je crois qu’en principe notre ligne de conduite devrait être de ne pas opposer un refus formel ou brusque à des demandes de renseignements, mais de nous cacher le plus possible derrière le secret de banque d’une part et derrière l’arrêté fédéral interdisant les investigations par des autorités étrangères d’autre part. En prenant cette attitude, nous devrions cependant veiller à ne pas laisser arriver les choses au point extrême où des mesures similaires à celles prises contre l’I.G. FarbenIndustrie pourraient nous être appliquées. Pour nous protéger contre une telle éventualité, j’ai suggéré aujourd’hui de prendre de suite les précautions nécessaires, afin de séparer clairement auprès de notre siège de New York les avoirs de la clientèle des avoirs propres de la banque. Il faudrait pour cela que chaque siège ait à New York un compte A, expressément désigné comme «avoirs de la clientèle» et un compte B pour les «avoirs propres». Il faudrait en outre que l’Agence de New York attribue une partie correspondante de ses placements en titres, effets de change, etc. au comptes A et B, de sorte que dans le cas extrême les autorités américaines ne puissent s’attaquer qu’à nos propres fonds et ne puissent toucher aux fonds de la clientèle, ce qui pourrait nous exposer à des risques extrêmement graves en Suisse s’il s’agissait non pas de mesures générales, mais d’une mesure spéciale prise contre notre établissement pour des raisons dont nous sommes responsables. Je crois en outre que la vente des actions Forinvent que nous envisageons en ce moment pourra être utile en ce sens que nous ne pourrons pas être obligés de produire aussi toute la correspondance de cette société, qui ne sera alors plus en notre possession ou sous notre contrôle. Ce qui m’inquiète c’est que nous soyons sans nouvelles de notre Agence et de nos avocats au sujet de toute cette investigation et au sujet du développement qu’elle pourra prendre. D’autre part, il est évidemment difficile d’écrire ou de téléphoner à ce sujet. Mr. Hatch m’a cependant promis de me donner quelques nouvelles lors de son prochain téléphone au sujet de l’affaire Metallwerte. [Samuel Schweizer] _Source:_ Archives UBS AG, fonds SBS, 770.058 (Chepha), carton 110; dossier IV.2 Schering Corp. Forinvent Investigation), 19.5.1941; cf. p. 498 (notes 26) et p. 509 (notes 53).
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Notes/Internal
59,524
Nr. 199. Nuklearenergie und Umwelt
48
Der Schweiz scheint es angebracht zu sein, dass im OECD-Bericht über Umweltprobleme die Formulierung über die Versenkung von radioaktiven Abfällen abgeschwächt wird, da diese sonst im Widerspruch zur OECD-Kernenergieagentur steht, welche die Versenkung befürwortet.
German
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1985-04-18
1985-04-18
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Atomenergie
Umweltfragen
Paris
Würenlingen
London
EDI/Bundesamt für Umwelt|EVD/BAWI/Internationale Energiefragen, IEA|EVD/SECO/Internationale Industrie-, Umwelt- und Technologiefragen|UVEK/Bundesamt für Energie
Kernenergie-Agentur|OECD/Direktion für Umwelt|Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Schweizer Delegation bei der OECD
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Clerc Alain|Hertig Heinz|Madöry Robert|Niederer Ulrich|Pictet Jean-Michel|Zangger Claude
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Questioni ambientali
Parigi
Würenlingen
Londra
DATEC/Ufficio federale dell'energia|DFEP/SECO/Questioni industriali, ambientali e tecnologiche internazionali|DFEP/UFEE/Questioni energetiche internazionali, AIE|DFI/Ufficio federale dell'ambiente
Agenzia per l'energia nucleare|OCSE/Direzione per l'ambiente|Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico
Delegazione della Svizzera presso l’OCSE
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Clerc Alain|Hertig Heinz|Madöry Robert|Niederer Ulrich|Pictet Jean-Michel|Zangger Claude
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Knapp Oscar
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Énergie nucléaire
Questions environnementales
Paris
Würenlingen
Londres
DETEC/Office fédéral de l'énergie|DFEP/OFAEE/Questions énergétiques internationales, AIE|DFEP/SECO/Questions industrielles, environnementales et technologiques internationales|DFI/Office fédéral de l’environnement
Agence pour l'énergie nucléaire|OCDE/Direction de l'environnement|Organisation de coopération et de développement économiques
Délégation suisse auprès de l’OCDE
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Clerc Alain|Hertig Heinz|Madöry Robert|Niederer Ulrich|Pictet Jean-Michel|Zangger Claude
Knapp Oscar
null
Knapp Oscar
null
Nuclear power
Environmental issues
Paris
Würenlingen
null
FDEA/FOFAE/International Energy Issues, IEA|FDEA/SECO/International Industrial, Environmental and Technological Issues|FDETEC/Swiss Federal Office of Energy|FDHA/Federal Office for the Environment
Nuclear Energy Agency|OECD/Environment Directorate|Organisation for Economic Co-operation and Development
Delegation of Switzerland to the OECD
null
Clerc Alain|Hertig Heinz|Madöry Robert|Niederer Ulrich|Pictet Jean-Michel|Zangger Claude
Knapp Oscar
null
Knapp Oscar
null
55,000
https://dodis.ch/59524
Telegramm
German, Knapp Oscar, Telegramm
null
59000-59999/dodis-59524.pdf
# CHIFFRE NUR FUR INTERNEN GEBRAUCH POUR USAGE INTERNE UNIQUEMENT 19. April $1985 * 10$ s paris, 18.4.1985 13.55 utc u r g e n t ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) 199 hhhh ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) huklearenergie und umwelt 1. der zweite bericht der oecd ueber den stand der umwelt (env (85) 3) wird ein wichtiges grundlagenpapier fuer die umweltschutzministertagung vom 19. - 20. juni 1985 sein, wie sie wissen, soll der bericht publiziert werden, bei der durcnsicht des dokumentes ist es uns aufgefallen, dass bei den schlussfolgerungen sowohl unter dem titei "problemes qui demeurent" als auch unter "nouveaux problemes" dem thema energie ein relativ breiter raum zugemessen wird und zum teil aussagen gemacht werden, die denjenigen anderer oecd-organe diameiral entgegenstehen, dies gilt vor allem fuer folgende zwei punkte: 1.1 In der mitte von seite 350 des env (85) 3, franzoesische fassung, wird die meeresversenkung leicht radioaktiver nuklearabfaelie wls "un sujet de preoccupation majeure" genannt, in einer studie der oecd-nuklearenergieagentur, die als eine "collective opinion" der oecd-laender anfangs dieses jahres publiziert wurde ("technical appraisal of the current situation in the field of radioactive waste management"), wird zur tiefseeversenkung festgehalten "dumping of low level radioactive wastes at sea involves a proven system of waste conditioning, transport and discharge. these steps have been safely carried out for many years under internationally adopted operational procedures. the operating procedures for dumping of wastes at sea, in accordance with the london dumping convention are well established. from the engineering and operational ![img-2.jpeg](img-2.jpeg) seety viewpoints, it is a viable option." text ging an b u s kopien gingen an : - b a w i - eved, bew (mm, zangger/pictet) - eved, bew, hsk, wuerenlingen (m, niederer) e. 3452 $19.04 .1985 \quad 1000$. 1.2 als "neue probleme" fuer den umweltschutz werden auf seite 353, franzoesische fassung env (85) 3 vor allem die unf aelle im rahmen der energieproduktion erwaehnt (oeltankerunfaelle und unf aelle von nuklearkraftwerken). 2. es scheint wenig angezeigt, dass von derselben organisation widersprechende aussagen zum selben thema gemacht werden, zumindest erschiene es angebracht, zu erwaehnen, welche ansicht zum gleichen thema von anderen organisationsinternen gramine geaeussert wird. wir fragen uns daher, ob es nicht ooportun waere, die zwei erwaehnten formulierungen etwas ins gleicbgewicht zu setzen, der hinweis auf die tiefseeversenkung leicht radioaktiver abfaelle sollte, unter erwaehnung der obenzitierten kollektiven oecd-meinung, abgeschwaecht werden, es sei noch erwaehnt, dass der nea-verwaltungsrat an seiner auf den 29. april angesetzten sitzung aller voraussicht nach der empfehlung zustimmen wird, die versenkungsstelle im nordatlantik fuer weitere fuenf jahre zu benuetzen (vgl. ne (85) 5 bzw. env (85) 16). In bezug auf die sicherheit der kernanlagen sollte zumindest die von der nea diesbezueglich geleisteten arbeiten aufgefuehrt werden. zur letzten frage findet bspw. diese woche hier in paris ein nea-seminar statt ("colloque sur les questions d'interface dans la securite nucleaire'). 3. obwohl die frist fuer aenderungsantraege offiziell bereits abgelaufen ist, sicherte uns die umweltdirektion zu, bis ende naechster woche noch anregungen fuer textaenderungen (sitzung des umweltausschusses) zu beruecksichtigen. 4. wir wuerden es als angezeigt erachten, wenn die zust aendigen bundesstellen einen gemeinsamen ansatz zu dieser angelegenheit finden koennten. delsocde knapp +
null
null
null
null
null
null
Correspondence
39,685
Geneva Group-OMM. Question de l'établissement du budget en francs suisse
21
Recherche d'une solution pour résoudre les difficultés passagères résultant des fluctuations monétaires. Arguments soutenant l'opposition à la substitution du dollar par le franc suisse en tant que monnaie budgétaire.
French
null
1973-11-14
1973-11-14
null
null
Währungsfragen / Nationalbank
QdD15 Dokumente für Register|UNO (Sonderorganisationen)
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Paris
Belgien|Deutschland|Frankreich|Genf|Kanada|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
Schweizerische Botschaft in Paris
EFD/Eidgenössische Finanzverwaltung|Frankreich/Aussenministerium|Ständige Mission der Schweiz bei der UNO und den anderen internationalen Organisationen in Genf|UNO|UNO/Entwicklungsprogramm|UNO/Weltorganisation für Meteorologie
EDA/Direktion für internationale Organisationen
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Dupont Pierre
Muheim Franz Emmanuel
null
Krapf Peter|Niederberger Peter
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Questioni monetarie / Banca nazionale
ONU (Organizzazioni specializzate)|QdD15 Dokumente für Register
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Parigi
Belgio|Canada|Francia|Germania|Ginevra|Stati Uniti d'America (USA)
Ambasciata svizzera a Parigi
DFF/Amministrazione federale delle finanze|Francia/Ministero degli affari esteri|Missione permanente della Svizzera presso l’ONU e le altre organizzazioni internazionali a Ginevra|ONU|ONU/Organizzazione meteorologica mondiale|ONU/Programma per lo sviluppo
DFAE/Direzione delle organizzazioni internazionali
null
Dupont Pierre
Muheim Franz Emmanuel
null
Krapf Peter|Niederberger Peter
null
Questions monétaires / Banque nationale
ONU (Organisations spécialisées)|QdD15 Dokumente für Register
null
Paris
Allemagne|Belgique|Canada|États-Unis d'Amérique (USA)|France|Genève
Ambassade de Suisse à Paris
DFF/Administration fédérale des finances|France/Ministère des affaires étrangères|Mission permanente de la Suisse auprès de l'ONU et des autres organisations internationales à Genève|ONU|ONU/Organisation météorologique mondiale|ONU/Programme pour le développement
DFAE/Direction des organisations internationales
null
Dupont Pierre
Muheim Franz Emmanuel
null
Krapf Peter|Niederberger Peter
null
Monetary issues / National Bank
QdD15 Dokumente für Register|UN (Specialized Agencies)
null
Paris
Belgium|Canada|France|Geneva|Germany|United States of America (USA)
Swiss Embassy in Paris
FDF/Federal Finance Administration|France/Ministry of Foreign Affairs|Permanent Mission of Switzerland to the UN and to the other international organisations in Geneva|UN/Development Program|UN/World Meteorological Organisation|UNO
FDFA/Directorate of International Organizations
null
Dupont Pierre
Muheim Franz Emmanuel
null
Krapf Peter|Niederberger Peter
null
35,000
https://dodis.ch/39685
Schreiben
French, Schreiben, Krapf Peter|Niederberger Peter
null
39000-39999/dodis-39685.pdf
# 0.725 .83 - KQ/MI/my 3003 Berne, le 14 novembre 1973 Bitte dieses Zeichen in der Antwort wiederholen Prière de rappeler cette référence dans la réponse Pregasi rammentare questo riferimento nella risposta A l'Ambassade de Suisse ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Monsieur l'Ambassadeur, Au cours de sa séance du 19 septembre 1973, le Geneva Group-OMM a notamment examiné la question de l'établissement en francs suisses du budget de l'Organisation Météorologique Mondiale. D'après notre mission à Genève, la tendance générale qui s'est dégagée au cours de cette réunion - et qui a été exprimée en particulier par les délégués de la République Fédérale d'Allemagne, de la Belgique, du Canada et des Etats-Unis - a été/de ne pas prendre une décision ad hoc pour résoudre des difficultés passagères résultant des fluctuations monétaires actuelles, mais de rechercher une solution à long terme applicable d'une manière générale aux institutions spécialisées dont le budget est exprimé en dollars. Par contre, la France a réitéré sa position de principe, à savoir que plus de $80 \%$ des dépenses étant effectuées en francs suisses, la comptabilité se fait presque entièrement dans cette monnaie et qu'il conviendrait d'adopter une seule et même monnaie pour la comptabilité et le budget. Pour compléter votre information, nous vous remettons en annexe un double de la lettre de notre mission à Genève, du 20 septembre 1973, ainsi qu'une copie du rapport du groupe de travail du GG (OMM) chargé d'examiner cette question. Etant donné l'attitude adoptée par la France dans la matière - attitude qui n'est au demeurant pas nouvelle - nous avons pensé qu'il ne serait pas inutile que vous preniez contact à l'occasion avec les services compétents du Quai d'Orsay pour exposer le point de vue de la Suisse. Les considérations qui suivent vous indiquent les raisons pour lesquelles, d'une manière générale, nous éprouvons une extrême réticence à l'égard d'une éventuelle substitution du franc suisse au dollar comme monnaie budgétaire et sont destinées à vous servir d'arguments vis-à-vis de vos interlocuteurs: 1. La substitution de notre franc au dollar, pas plus que le recours à une unité de compte, ne saurait résoudre le problème des fluctuations des cours des changes qui est, en fait, au centre des préoccupations des organisations internationales. Durant 25 ans, le dollar, grâce à sa stabilité, a, en tant que monnaie budgétaire, joué un rôle appréciable et apprécié. Sa dévaluation ne devrait pas, de l'avis des autorités suisses remettre en question ce rôle. 2. Il faudrait, en outre, éviter que le franc suisse ne soit appelé à jouer un rôle que les dimensions et le potentiel économique de notre pays ne lui permettraient pas de tenir. Nul n'est mieux en mesure, aujourd'hui encore, d'assumer les obligations qui découlent du rôle de monnaie budgétaire que le dollar américain, qui repose sur une puissance économique considérable et auquel le caractère de monnaie de réserve confère une importance égalée par aucune autre monnaie. 3. D'autre part, dans l'intérêt d'une normalisation de la présentation des budgets des différentes organisations des Nations Unies, le recours à une seule et même monnaie est souhaitable. Le fait que la plupart des membres du système des Nations Unies - et notamment le PNUD emploient également le dollar parle en faveur du maintien de cette monnaie. Ce maintien aurait, en outre, l'avantage d'éviter les nombreuses adaptations de nature administrative que nécessiterait toute substitution par une autre monnaie. 4. L'Administration fédérale des finances est d'avis que la solution des problèmes posés par les fluctuations des cours de change se situe en dehors d'un transfert du rôle de monnaie budgétaire du dollar à une autre monnaie. Il faut, lui semble-t-il, plutôt tendre à la recherche d'un système selon lequel les Etats membres auraient, à leur charge, leur part de pertes et, à leur crédit, leur part de gains des organisations internationales résultant des fluctuations des taux de change. 5. En ce qui concerne, enfin, les contributions des Etats membres, la pratique actuelle, selon laquelle ces derniers ont le choix, pour s'acquitter de leur da, entre les trois principales monnaies de paiement (dollar, livre sterling et franc français) semble souple et satisfaisante à l'Administration des finances, et de beaucoup préférable à celle qui consisterait à imposer à chaque Etat la monnaie dans laquelle il doit verser sa contribution. Nous vous remercions d'ores et déjà de la suite que vous voudrez bien donner à cette lettre et vous prions d'agréer, Monsieur l'Ambassadeur, l'assurance de notre considération distinguée. Direction<br>des organisations internationales<br>p.o.<br>(Muheim)
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null
null
null
null
null
Correspondence
39,875
Integrationsbedingte Anpassungsmassnahmen per 1.4.1973; Stellungnahme des EFZD vom 23.3.1973 zum Mitbericht des EVD vom 21.3.1973
28
Zwischen der Handelsabteilung und dem EFZD besteht eine Kontroverse bezüglich des Titels der Verordnung über die durch das Freihandelsabkommen bedingten Anpassungsmassnahmen. Der Begriff „europäische Freihandelszone“ erscheint der Handelsabteilung aus diversen Gründen problematisch.
German
null
1973-03-27
1973-03-27
null
null
Europäische Union (EWG–EG–EU)
Europäische Organisationen
null
null
Finnland
null
Bundeskanzlei|Bundesrat|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|Eidgenössisches Finanzdepartement|Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Union|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
WBF/Generalsekretariat
Graber Pierre
Jolles Paul Rudolf
Brugger Ernst
Bart Hans
Huber Karl
Unione europea (CEE–CE–UE)
Organisazioni europee
null
null
Finlandia
null
Associazione europea di libero scambio|Cancelleria federale|Consiglio federale|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|Dipartimento federale delle finanze|Unione europea
DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna
DEFR/Segretaria generale
Graber Pierre
Jolles Paul Rudolf
Brugger Ernst
Bart Hans
Huber Karl
Union européenne (CEE–CE–UE)
Organisations européennes
null
null
Finlande
null
Association européenne de libre-échange|Chancellerie fédérale|Conseil fédéral|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral des finances|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|Union Européenne
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures
DFEP/Secrétariat général
Graber Pierre
Jolles Paul Rudolf
Brugger Ernst
Bart Hans
Huber Karl
European Union (EEC–EC–EU)
Europe's Organisations
null
null
Finland
null
European Free Trade Association|European Union|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|Federal Chancellery|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|Federal Department of Finance|Swiss Federal Council
FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs
EAER/General Secretariat
Graber Pierre
Jolles Paul Rudolf
Brugger Ernst
Bart Hans
Huber Karl
35,000
https://dodis.ch/39875
Aktennotiz / Notiz
German, Aktennotiz / Notiz, Bart Hans
null
39000-39999/dodis-39875.pdf
# Dringend ## Notiz an Herrn Bundesrat Graber Ba 777.03 CH Integrationsbedingte Anpassungsmassnahmen per 1. April 1973; Stellungnahme des EFZD vom 23. Mïrz 1973 zum Mitbericht des EVD vom 21. Mïrz 1973. Herr Bundesrat, Auf der Traktandenliste für die Sitzung des Bundesrates vom 28. Mïrz 1973 steht die zu erlassende bundesrätliche Verordnung über die Zollansätze, die mit Wirkung auf den 1. April 1973 für Waren aus der EFTA und aus den EG gelten. Bezüglich des Titels dieser Verordnung besteht eine Kontroverse zwischen der Handelsabteilung und dem EFZD. Unseren Anträgen im Mitbericht des EVD vom 21. März 1973 stellt nunmehr das EFZD in einer Stellungnahme vom 23. Mïrz 1973 einen bloss leicht gelinderten neuen Vorschlag gegenüber. Der Ersatz des ursprünglich verwendeten Begriffs einer "Europäischen Freihandelszone" durch "Europäisches Freihandelsgebiet" vermag indessen die von uns geltend gemachten Bedenken nicht zu entkräften. Die Tatsache eines gemeinsamen Ursprungsverfahrens ist u.E. keine ausreichende Rechtfertigung für eine Zusammenfassung rechtlich und in ihrer Tragweite unterschiedlicher Freihandelsverhältnisse unter einen Sammelbegriff, der noch ohne internationalen Rückhalt ist. Wir sehen uns daher veranlasst, diesbezüglich an unserem Antrag im Mitbericht vom 21. Mïrz 1973 festzuhalten. Um eine termingerechte Beschlussfassung zu gewährleisten, verzichten wir darauf, bei der Bundeskanzlei eine Vernehmlassung zur Stellungnahme des EFZD einzureichen. Wir möchten Sie aber auf diesem Wege bitten, an der morgigen Sitzung des Bundesrates unsere Auffassung in Vertretung unseres Departementschefs wahrzunehmen und dafür einzutreten, dass die in Rede stehende Verordnung als "Verordnung über die Zollansätze für Waren aus der EFTA, den EG und Finnland" betitelt wird. Wir wären aber einverstanden, wenn diesem Titel zwecks einfacherer Identifizierung der Verordnung die Kurzbezeichnung ("Freihandelsverordnung") ("Ordonnance sur le libreAchange") beigefügt würde. Mit der vorgeschlagenen Erledigung der übrigen im Mitberichteverfahren aufgegriffenen Punkte sind wir einverstanden. DER DIREKTOR DER HANDELSABTEILUNG sig. Jolles P.S. Der Grund für unsere Insistenz ist ein politischer. Die BWG würde Anstoss am Begriff der "Europäischen Freihandelszone" nehmen; dies ist denn auch der Grund, weshalb individuelle Abkommen mit den einzelnen EFTA-Staaten abgeschlossen wurden und nicht eine multilaterale Vereinbarung. Kopien z.K. an: - Herrn Bundeskanzler Huber - Generalsekretariat EVD
null
null
null
null
null
null
Notes/Internal
44,529
Nr. 1494. Rhein-Zentralkommission
38
Désignation des délégués suisses à la première session de la nouvelle Commission centrale du Rhin et préparation des instructions dont ils seront munis. Classement thématique série 1848–1945: VII. LA NAVIGATION FLUVIALE ET LES TRANSPORTS INTERNATIONAUX
German
null
1920-04-30
1920-04-30
34
public/xml/44000/dodis-44529.xml
Schifffahrt
Multilaterale Beziehungen
null
null
Basel|Belgien|Kehl|London|Mannheim|Paris|Rhein|Saar|Strassburg|Vereinigtes Königreich|Versailles
null
Office fédéral suisse des Transports extérieurs|Société Suisse de Surveillance économique|Zentralkommission für die Rheinschifffahrt
null
null
null
null
Matter Erwin|Miescher Rudolf|Mutzner Carl|Palliser Arthur|Stauffacher Werner|Vallotton James
null
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Trasporto navale
Relazioni multilaterali
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Basilea|Belgio|Kehl|Londra|Losanna|Mannheim|Parigi|Regno Unito|Reno|Saar|Strasburgo|Versailles
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Commissione centrale per la navigazione sul Reno|Office fédéral suisse des Transports extérieurs|SSS
null
null
null
null
Matter Erwin|Miescher Rudolf|Mutzner Carl|Palliser Arthur|Stauffacher Werner|Vallotton James
null
null
Navigation
Relations multilatérales
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Bâle|Belgique|Kehl|Lausanne|Londres|Mannheim|Paris|Rhin|Royaume-Uni|Sarre|Strasbourg|Versailles
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Commission centrale pour la navigation du Rhin|Office fédéral suisse des Transports extérieurs|Société suisse de surveillance économique
null
null
null
null
Matter Erwin|Miescher Rudolf|Mutzner Carl|Palliser Arthur|Stauffacher Werner|Vallotton James
null
null
Ship transport
Multilateral relations
null
null
Basle|Belgium|Kehl|Mannheim|Paris|Rhine|Saar|Strasbourg|United Kingdom|Versailles
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Central Commission for Navigation on the Rhine|Office fédéral suisse des Transports extérieurs|SSS
null
null
null
null
Matter Erwin|Miescher Rudolf|Mutzner Carl|Palliser Arthur|Stauffacher Werner|Vallotton James
null
null
40,000
https://dodis.ch/44529
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"> <a href="https://dodis.ch/44529" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/44529</a> <div class="tei-title5 tei-title-main"> CONSEIL FÉDÉRAL<br class="tei-lb" />Procès-verbal de la séance du 30 avril 1920<span id="fnref_3_4_2_2_3_4_5" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_5">1</a></span></div> <h1 class="tei-title4 tei-title-sub">1494. <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Zentralkommission</h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Politisches Departement. Antrag vom <span class="tei-date3 tei-date">26. April 1920. Departement des Innern. Antrag vom 24. April 1920</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Laut einem Berichte des Herrn <a href="https://dodis.ch/P11984" class="tei-persName" target="">James Vallotton</a>,<span id="fnref_3_4_2_2_7_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_7_4">2</a></span> eines der Delegierten der Schweiz an den Verhandlungen der internationalen Kommission für Fragen des Transites, der Schiffahrt usw. in <a href="https://dodis.ch/G18" class="tei-placeName" target="">Paris</a>, wird eine erste Zusammenkunft der Mitglieder der <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Zentralkommission voraussichtlich auf den 3. Mai nach <a href="https://dodis.ch/G2361" class="tei-placeName" target="">Strassburg</a> einberufen. Eine offizielle Einladung zur Teilnahme an den Verhandlungen ist bis jetzt nicht eingelangt. Als Verhandlungsgegenstand ist einzig die Kontrolle der richtigen Anwendung der Bestimmungen des Friedensvertrages über den Hafen von <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a> (Art. 65 des Vertrages von <a href="https://dodis.ch/G835" class="tei-placeName" target="">Versailles</a>) vorgesehen.</p> <p class="tei-p tei-p">Das politische Departement hält es für dringend geboten, dass die schweizerischen Delegierten in der <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Zentralkommission dieser ersten Zusammenkunft beiwohnen, weil voraussichtlich die französischen Delegierten bei diesem Anlass versuchen werden, für das <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Seitenkanalprojekt Stimmung zu machen, weshalb der gegenteilige schweizerische Standpunkt auch geltend gemacht werden sollte, und sodann, weil die Schweiz das grösste Interesse daran habe, dass der Hafen von <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a> ihr für den rechtsrheinischen Abtransport ihrer Warenbezüge geöffnet werde. In dieser Richtung sind von der «Fero» beim Direktor der Häfen von <a href="https://dodis.ch/G2361" class="tei-placeName" target="">Strassburg</a> und <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a> und durch die schweizerische Gesandtschaft in <a href="https://dodis.ch/G18" class="tei-placeName" target="">Paris</a> bei der französischen Regierung Schritte getan worden, die den Erfolg hatten, dass die französische Regierung mit Note des Ministeriums des Auswärtigen vom 30. Oktober 1919<span id="fnref_3_4_2_2_9_14" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_14">3</a></span> den freien Abtransport von Kohlen aus dem <a href="https://dodis.ch/G312" class="tei-placeName" target="">Saar</a>gebiet vom <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a>er Hafen über die rechtsrheinischen Linien gestattete.</p> <p class="tei-p tei-p">Das Departement hält den Augenblick für die Veröffentlichung der Namen der schweizerischen Delegierten in der <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Zentralkommission für gekommen und unterbreitet dem Bundesrat Vorschläge für die Instruktionen, die den Delegierten für die kommende erste Zusammenkunft der Kommission zu geben wären.</p> <p class="tei-p tei-p">Im Hinblick auf die ganz aussergewöhnliche Wichtigkeit der <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>frage für die Schweiz hält es das Departement des Innern für geboten, den schweizerischen Delegierten in der <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Zentralkommission, nach dem Beispiel anderer Staaten, Experten mit besondern Fachkenntnissen beizugeben, und schlägt zu diesem Zwecke die Herren Dr. <a href="https://dodis.ch/P9541" class="tei-persName" target="">Mutzner</a> in Bern und <a href="https://dodis.ch/P37590" class="tei-persName" target="">Werner Stauffacher</a> in <a href="https://dodis.ch/G83" class="tei-placeName" target="">Basel</a> vor. Überdies wünscht das Departement, dass der englische Staatsangehörige, Herr <a href="https://dodis.ch/P37890" class="tei-persName" target="">Palliser</a>, der bis anhin Vertreter der S.S.S. in <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">London</a> war und der Schweiz infolge seiner guten Verbindungen mit massgebenden Persönlichkeiten in <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">England</a> und <a href="https://dodis.ch/G75" class="tei-placeName" target="">Belgien</a> auch in ändern Angelegenheiten gute Dienste geleistet hat, der Gesandtschaft in <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">London</a> als Experte für die <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>frage beigegeben werde.</p> <p class="tei-p tei-p">In der Beratung betont der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, bei den in Aussicht stehenden Beratungen über den <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a>er Hafen sei für die Schweiz die wichtigste Frage die, dass ihr gestattet werde, für den Abtransport der in <a href="https://dodis.ch/G3582" class="tei-placeName" target="">Mannheim</a> oder <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a> anlangenden Güter alle Bahnverbindungen, namentlich auch die rechtsrheinischen, auszunützen. Es sei also dringend nötig, dass ein mit allen Transportfragen aufs Genaueste vertrauter Mann an den Verhandlungen teilnehme, um diese Forderung durchzusetzen, da insbesondere auch für den Fall einer Betriebsunterbrechung auf den elsässischen Bahnen vorgesorgt werden müsse. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements schlägt vor, der schweizerischen Delegation als besondern Transportsachverständigen Herrn <a href="https://dodis.ch/P698" class="tei-persName" target="">Matter</a>, Stellvertreter des Oberbetriebschefs bei den Schweizerischen Bundesbahnen, beizugeben.</p> <p class="tei-p tei-p">Auf Grund der Beratung wird <span class="tei-emph tei-emph">beschlossen: </span></p> <p class="tei-p tei-p">1. Die Ernennung des Herrn Dr. Miesch er, Regierungsrat in <a href="https://dodis.ch/G83" class="tei-placeName" target="">Basel</a>, als ersten Delegierten, und des Herrn Dr. <a href="https://dodis.ch/P11984" class="tei-persName" target="">James Vallotton</a>, Advokat in <a href="https://dodis.ch/G174" class="tei-placeName" target="">Lausanne</a>, als zweiten Delegierten der Schweiz in die <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Zentralkommission ist zu veröffentlichen.</p> <p class="tei-p tei-p">2. Die Delegierten werden beauftragt, der ersten Zusammenkunft der Zentralkommission, die voraussichtlich anfangs Mai, zum Zwecke der Kontrolle der richtigen Durchführung der Friedensbestimmungen über den <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a>er Hafen, stattfinden wird, beizuwohnen.</p> <p class="tei-p tei-p">3. Sie sollen zu verhindern suchen, dass sich die Kommission auf prinzipielle Fragen, die den <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a>er Hafen nicht berühren, wie beispielsweise die Frage des <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Seitenkanals, irgendwie einlässt.</p> <p class="tei-p tei-p">4. Die Öffnung des <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a>er Hafens für den vollständig freien Abtransport schweizerischer Waren über die dort anschliessenden Bahnen, namentlich auch über die rechtsrheinischen, soll verlangt werden.</p> <p class="tei-p tei-p">5. Für die <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>schiffahrtsfrage werden den obgenannten Delegierten als ständige Experten beigegeben die Herren Dr. <a href="https://dodis.ch/P9541" class="tei-persName" target="">C. Mutzner</a>, Direktor des eidgenössischen Amts für Wasserwirtschaft in Bern, und <a href="https://dodis.ch/P37590" class="tei-persName" target="">Werner Stauffacher</a>, Präsident der Vereinigung für die Schiffahrt auf dem Ober-<a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>, in <a href="https://dodis.ch/G83" class="tei-placeName" target="">Basel</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">Die Genannten werden dem Departement des Innern unterstellt. Die vorbereitenden Beratungen, an denen sich auch das Politische Departement beteiligen wird, finden unter dem Vorsitz des Vorstehers des Departements des Innern statt.</p> <p class="tei-p tei-p">Der Delegation in die <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Zentralkommission wird für die in Aussicht stehenden Verhandlungen über den <a href="https://dodis.ch/G8801" class="tei-placeName" target="">Kehl</a>er Hafen als Sonderexperte für die Transportfragen beigegeben: Herr <a href="https://dodis.ch/P698" class="tei-persName" target="">Matter</a>, Stellvertreter des Oberbetriebschefs der S.B.B. in Bern.</p> <p class="tei-p tei-p">6. Als Experte für die <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>schiffahrtsfrage wird der schweizerischen Gesandtschaft in <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">London</a> beigegeben:</p> <p class="tei-p tei-p">Herr <a href="https://dodis.ch/P37890" class="tei-persName" target="">Palliser</a>, bisher Vertreter der S.S.S., in <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">London</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">7. Über die Frage der Entschädigung der Delegierten und Experten bei der <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Zentralkommission und des der Gesandtschaft in <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">London</a> beigegebenen Experten wird spätere Beschlussfassung Vorbehalten.</p> <p class="tei-p tei-p">8. Die Kosten der Delegation gehen zu Lasten des Politischen Departements (Rubrik eidg. Repräsentanten und Kommissarien).</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_5"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 1004 1/275</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_7_4"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Cf. n<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 315.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_7_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_14"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Non reproduite, cf. <span class="tei-idno tei-idno">E 2200 Paris 1/1551</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_14">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
44000-44999/dodis-44529.pdf
Politisches Departement. Departement des Innern. Rhein-Zentralkommission. Antrag vom 26. April 1920. Antrag vom 24. April 1920. 1494. Laut einem Berichte des Herrn James Vallotton, eines der Dele, gierten der Schweiz an den Verhandlungen der internationalen Kommission für Fragen des Transites, der Schiffahrt usw. in Paris, wird eine erste Zusammenkunft der Mitglieder der Rhein-Zentralkommission voraussichtlich auf den 3. Mai nach Strassburg einberufen. Eine offizielle Einladung zur Teilnahme an den Verhandlungen ist bis jetzt nicht eingelangt. Als Verhandlungsgegenstand ist einzig die Kontrolle der richtigen Anwendung der Bestimmungen des Friedensvertrages über den Hafen von Kehl (Art. 65 des Vertrages von Versailles) vorgesehen. Das politische Departement hält es für dringend geboten, dass die schweizerischen Delegierten in der Rhein-Zentralkommission dieser ersten Zusammenkunft beiwohnen, weil voraussichtlich die französischen Delegierten bei diesem Anlass versuchen werden, für das Rhein-Seitenkanalprojekt Stimmung zu machen, weshalb der gegenteilige schweizerische Standpunkt auch geltend gemacht werden sollte, und sodann, weil die Schweiz das grösste Interesse daran habe, dass der Hafen von Kehl ihr für den rechtsrheinischen Abtransport ihrer Warenbezüge geöffnet werde. In dieser Richtung sind von der "Fero" beim Direktor der Häfen von Strassburg und Kehl und durch die Schweizerische Gesandtschaft in Paris bei der französischen Regierung Schritte getan worden, die den Erfolg hatten, dass die französische Regierung mit Note des Ministeriums des Auswärtigen vom 30. Oktober 1919 den freien Abtransport von Kohlen aus dem Saargebiet vom Kehler Hafen über die rechtsrheinischen Linien gestattete. Das Departement hält den Augenblick für die Veröffentlichung der Namen der schweizerischen Delegierten in der Rhein-Zentralkommission für gekommen und unterbreitet dem Bundesrat Vorschläge für die Instruktionen; die den Delegierten für die kommende erste Zusammenkunft der Kommission zu geben wären. Im Hinblick auf die ganz aussergewöhnliche Wichtigkeit der Rheinfrage für die Schweiz hält es das Departement des Innern für ge; boten, den schweizerischen Delegierten in der Rhein-Zentralkommission; nach dem Beispiel anderer Staaten, Experten mit besondern Fachkenntnissen beizugeben, und schlägt zu diesem Zwecke die Herren Dr. Mutzner in Bern und Werner Stauffacher in Basel vor. Ueberdies wünscht das Departement, dass der englische Staatsangehörige, Herr Polisser, der bis anhin Vertreter der SSS in London war und der Schweiz infolge seiner guten Verbindungen mit massgebenden Persönlichkeiten in England und Belgien auch in andern Angelegenheiten gute Dienste geleistet hat, der Gesandtschaft in London als Experte für die Rheinfrage beigegeben werde. In der Beratung betont der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, bei den in Aussicht stehenden Beratungen über den Kehler Hafen sei für die Schweiz die wichtigste Frage die, dass ihr gestattet werde, für den Abtransport der in Mannheim oder Kehl anlangenden Güter alle Bahnverbindungen, namentlich auch die rechtsrheinischen, auszunlitzen. Es sei also dringend nötig, dass ein mit allen Transportfragen auf's Genaueste vertrauter Mann an den Verhandlungen teilnehme, um diese Forderung durchzusetzen, da insbesondere auch für den Fall einer Betriebsunterbrechung auf den elsässischen Bahnen vorgesorgt werden müsse. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements schlägt vor, der schweizerischen Delegation als besondern Transportsachverständigen Herrn Matter, Stellvertreter des Oberbetriebschefs bei den Schweizerischen Bundesbahnen, beizugeben. Auf Grund der Beratung wird b e s c h l o s s e n : 1. Die Ernennung des Herrn Dr. Miescher, Begierungsrat in Basel, als ersten Delegierten, und des Herrn Dr. James Vallotton, Advokat in Lausanne, als zweiten Delegierten der Schweiz in die RheinZentralkommission ist zu veröffentlichen. 2. Die Delegierten werden beauftragt, der ersten Zusammenkunft der Zentralkommission, die voraussichtlich anfangs Mai, zum Zwecke der Kontrolle der riohtigen Durohführung der Friedensbestimmungen über den Kehler- Hafen, stattfinden wird, beizuwohnen. 3. Sie sollen zu verhindern suchen, dass sich die Kommission auf prinzipielle Fragen, die den Kehler-Hafen nicht berühren, wie beispielsweise die Frage des Rhein-Seitenkanals, irgendwie einlässt. 4. Die Oeffnung des Kehler-Hafens, für den vollständig freien Abtransport schweizerischer Waren über die dort anschliessenden Bahnen, namentlich auch über die rechtsrheinischen, soll verlangt werden. 5. Für die Rheinschiffahrtsfrage werden den obgenannten Delegierten als ständige Experten beigegeben die Herren Dr. C. Mutzner, Direktor des eidgenössischen Amts für Wasserwirtschaft, in Bern, und Werner Stauffacher, Präsident der Vereinigung für die Schifffahrt auf dem Ober-Rhein, in Basel. Die Genannten werden dem Departement des Innern unterstellt. Die vorbereitenden Beratungen, an denen sich auch das politische Departement beteiligen wird, finden unter dem Vorsitz des Vorstehers des Departements des Innern statt. Der Delegation in die Rhein-Zentralkommission wird für die in Aussicht stehenden Verhandlungen über den Kehler-Hafen als Sonderexperte für die Transportfragen beigegeben Herr Matter, Stellvertreter des Oberbetriebschefs der S.B.B. in Bern. 6. Als Experte für die Rheinschiffahrtsfrage wird der schweizerischen Gesandtschaft in London beigegeben; Herr Palisser, bisher Vertreter der SSS, in London. 7. Ueber die Frage der Entschädigung der Delegierten und Experten bei der Rhein-Zentralkommission und des der Gesandtschaft in London beigegebenen Experten wird spätere Beschlussfassung vorbehalten. 8. Die Kosten der Delegation gehen zu Lasten des politischen Departements (Rubrik eidg. Repräsentanten und Kommissarien). Ad 1. Ins Bundesblatt. Protokollauszug an das politische Departement (Chef und Auswärtiges) und an das Departement des Innern (Chef, mit den Akten, und Wasserwirtschaft) zum Vollzug, an das Volkswirtschaftsdepartement (Chef, Generalsekretariat und Handel) und an das Finanzdepartement zur Kenntnis.
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Politisches Departement. Antrag vom 26. April 1920. Departement des Innern. Antrag vom 24. April 1920. Ehein-Zentralkommission. 1494. Laut einem Berichte des Herrn James ^allotton, eines der Dele gierten der Schweiz an den Verhandlui^en der internationalen Kommis sion für Fragen des Transites, der Schiffahrt usw. in Paria, wird eine erste Zusammenkunft der Mitglieder der Bhein-Zentrallaommission vor aussichtlich auf den 3. Mai nach Strassburg einberufen. Eine offi zielle Einladung zur Teilnahme an den Verhandlungen ist bis jetzt nicht eingelangt. Als Verhandlungsgegenstand ist einzig die Kontrolle der richtigen Anwendung der Bestimmungen des Friedensvertrages über den Ha fen von Kehl (Art. 65 des Vertrages von Versailles) vorgesehen. Das politische Departement hält es für dringend geboten, dass die schweizerischen Delegierten in der Hhein-Zentralkommission dieser ersten Zusammenkunft beiwohnen, weil voraussichtlich die französischen Delegierten bei diesem Anlass versuchen werden, für das Hhein-Seiten kanalprojekt Stimmung zu machen, weshalb der gegenteilige schweizeri sche Standpurkt auch geltend gemacht werden sollte, und sodann, weil die Schweiz das grösste Interesse daran habe, dass der Hafen von Kehl ihr für den rechtsrheinischen Abtransport ihrer Warenbezüge geöffnet werde. In dieser Sichtung sind von der "Fero" beim Direktor der Häfen von Strassburg und Kehl und durch die Schweizerische Gesandtschaft in Paris "bei der französischen Regierung Schritte getan worden, die den Erfolg hatten, dass die französische Regierung mit Note des Mini steriums des Auswärtigen vom 30. Oktober 1919 den freien Abtransport von Kohlen aus dem Saargebiet vom Kehler Hafen über die rechtsrhei nischen Linien gestattete. Das Departement hält den Augenblick für die Veröffentlichung der Namen der schweizerischen Delegierten in der Rhein-Zentralkommis sion für gekommen und unterbreitet dem Bundesrat Vorschläge für die Instruktionen, die den Delegierten für die kommende erste Zusammen kunft der Kommission zu geben wären. Im Hinblick auf die ganz aussergewöhnliche Wichtigkeit der Rheinfrage für die Schweiz hält es das Departement des Innern für ge^ boten, den schweizerischen Delegierten in der Rhein-Zentralkommission^ nach dem Beispiel anderer Staaten, Experten mit besondem Fachkennt nissen beizugeben, uni schlägt zu diesem Zwecke die Herren Dr. Mutzner in Bern und Werner Stauffacher in Basel vor. Ueberdies wünscht das Departement, dass der englische Staatsangehörige, Herr Polisser, der bis anhin Vertreter der SSS in London war 4nd der Schweiz infolge seiner guten Verbindungen mit massgebenden Persönlich keiten in England und Belgien auch in andern Angelegenheiten gute Dienste geleistet hat, der Gesandtschaft in London als Experte für die Eheinfrage beigegeben werde. In der Beratung betont der Vorsteher des Volkswirtschaftsde partements, bei den in Aussicht stehenden Beratungen über den Kehler Hafen sei für die Schweiz die wichtigste Frage die, dass ihr gestat tet werde, für den Abtransport der in Mannheim oder Kehl anlangenden Güter alle Bahnverbindungen, namentlich auch die rechtsrheinischen, auszunützen. Es sei also dringend nötig, dass ein mit allen Transport fragen auf's Genaueste vertrauter Mann an den Verhandlungen teilnehme, um diese Forderung durchzusetzen, da insbesondere auch für den Fall einer Betriebsunterbrechung auf den elsässischen Bahnen vorgesorgt werden müsse. Der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements schlägt vor, der schweizerischen Delegation als "besondern Transport sachver ständigen Herrn Matter, Stellvertreter des Oberbetriebschefs "bei den Schweizerischen Bundesbahnen, "beizugeben. Auf Grund der Beratung wird b e s c h l o s s e n : 1. Die Ernennung des Herrn Dr. Miescher, Begierungsrat in Basel, als ersten Delegierten, und des Herrn Dr. James Vallotton, Ad vokat in Lausanne,als zweiten Delegierten der Schweiz in die Ehein Zentralkommission ist zu veröffentlichen. _**2.**_ Die Delegierten werden beauftragt, der ersten Zusammeni kunft der Zentralkommission, die voraussichtlich anfangs Mai, zum Zwecke der Kontrolle der richtigen Durchführung der Friedensbestim mungen über den Kehler- Hafen, stattfinden wird, beizuwohnen. 3. Sie sollen zu verhindern suchen, dass sich die Kommission auf prinzipielle Fragen, die den Kehler-Hafen nicht berühren, wie beispielsweise die Frage des Ehein-Seitenkanals, irgendwie einlässt. 4. Die Oeffnung des Kehl er- Hafens*, für den vollständig freien Abtransport schweizerischer Waren über die dort anschliessen den Bahnen, namentlich auch über die rechtsrheinischen, soll ver langt werden. 5. Für die Bheinschiffahrtsfrage werden den obgenannten Dele gierten als ständige Experten beigegeben die Herren Dr. C. Mutzner, Direktor des eidgenössischen Amts für Wasser wirtschaft, in Bern, und Werner Stauffacher, Präsident der Vereinigung für die Schiff fahrt auf dem Ober-Bhein, in Basel. Die Genannten werden dem Departement des Innern unterstellt. Die vorbereitenden Beratungen, an denen sich auch das politische Departement beteiligen wird, finden unter dem Vorsitz des Vorstehers des Departements des Innern statt. Der Delegation in die. Hheii>Zentralkommission wird für die in Aussicht stehenden Verhandlungen über den Kehler-Hafen als Sonder experte für die Transportfragen "beigegeben Herr Matter, Stellvertreter des Oberuetriebschefs der S.B.B, in Bern. 6. Als Experte für die Rheinschiffahrtsfrage wird der schwei aerischen Gesandtschaft in London beigegeben; Herr Palisser, bisher Vertreter der SSS, in London. 7. Ueber die Frage der Entschädigung der Delegierten und Experten bei der Rhein-Zentralkommission und des der Gesandtschaft in London beigegebenen Experten wird spätere Besciilussfassung vorbehalten. 8. Die Kosten der Delegation gehen zu Lasten des politischen Departements (Rubrik eidg. Repräsentanten und Kommissarien). Ad 1. Ins Bundesblatt. Protokollauszug an das politische Departement (Chef und Aus wärtiges) und an das Departement des Innern (Chef, mit den Akten, und Wasserwirtschaft) zum Vollzug, an das Volkswirtschaftsdepartement (Chef, GeneralSekretariat und Handel) und an das Finanzdepartement zur Kennt nis.
null
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GovDecisions
64,794
null
21
Nachdem die Schweiz das Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen unterzeichnet hat, beschäftigt sich eine interdepartementale Arbeitsgruppe mit dessen Umsetzung. Diese soll so weitgehend wie möglich mittels bestehender schweizerischer Institutionen und Rechtsgrundlagen erfolgen.
German
null
1993-02-08
1993-02-08
null
null
Genfer Abrüstungskonferenz (1962 ...)
Chemiewaffenkonvention
null
null
Den Haag|Spiez
Armasuisse|EDI/Bundesamt für Gesundheit|EDI/Bundesamt für Umwelt|EJPD/Bundesamt für Justiz|EJPD/Bundesamt für Polizeiwesen|EMD/Gruppe für Generalstabsdienste|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|VBS/Generalsekretariat
Australiengruppe|EDI/Bundesamt für Gesundheit|EDI/Bundesamt für Gesundheitswesen/Abteilung Gifte|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|Labor Spiez|Organisation für das Verbot chemischer Waffen
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion
null
Blankart Franz|Ernst Hans-Ulrich|Koller Heinrich|Krauskopf Lutz|Liener Arthur|Roch Philippe|Wicki Toni|Zeltner Thomas
Kellenberger Jakob
null
Kellenberger Jakob
null
Conferenza di Ginevra sul disarmo (1962 ...)
Chemiewaffenkonvention
null
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L'Aja|Spiez
Armasuisse|DDPS/Segreteria generale|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|DFGP/Ufficio federale di giustizia|DFGP/Ufficio federale di polizia|DFI/Ufficio federale dell'ambiente|DFI/Ufficio federale della sanità pubblica|DMF/Stato maggiore generale
Australia Group|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|DFI/Ufficio federale della sanità pubblica|DFI/Ufficio federale della sanità pubblica/Divisione dei veleni|Laboratorio Spiez|Organizzazione per la proibizione delle armi chimiche
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica
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Blankart Franz|Ernst Hans-Ulrich|Koller Heinrich|Krauskopf Lutz|Liener Arthur|Roch Philippe|Wicki Toni|Zeltner Thomas
Kellenberger Jakob
null
Kellenberger Jakob
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Conférence de Genève sur le désarmement (1962 ...)
Chemiewaffenkonvention
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La Haye|Spiez
Armasuisse|DDPS/Secrétariat général|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|DFI/Office fédéral de l’environnement|DFI/Office fédéral de la santé publique|DFJP/Office fédéral de la justice|DFJP/Office fédéral de la police|DMF/État-major général
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|DFI/Office fédéral de la santé publique|DFI/Office fédéral de la santé publique/Division des toxiques|Groupe Australie|Laboratoire Spiez|Organisation pour l'interdiction des armes chimiques
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique
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Blankart Franz|Ernst Hans-Ulrich|Koller Heinrich|Krauskopf Lutz|Liener Arthur|Roch Philippe|Wicki Toni|Zeltner Thomas
Kellenberger Jakob
null
Kellenberger Jakob
null
Geneva Conference on Disarmament (1962 ...)
Chemiewaffenkonvention
null
null
Spiez|The Hague
Armasuisse|FDDCPS/General Secretariat|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|FDHA/Federal Office for the Environment|FDHA/Federal Office of Public Health|FDJP/Federal Office of Justice|FDJP/Federal Office of Police|FMD/General Staff
Australia Group|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|FDHA/Federal Office of Public Health|FDHA/Federal Office of Public Health/Department for Poisons|Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons|Spiez Laboratory
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs
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Blankart Franz|Ernst Hans-Ulrich|Koller Heinrich|Krauskopf Lutz|Liener Arthur|Roch Philippe|Wicki Toni|Zeltner Thomas
Kellenberger Jakob
null
Kellenberger Jakob
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60,000
https://dodis.ch/64794
Schreiben
Kellenberger Jakob, Schreiben, German
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64000-64999/dodis-64794.pdf
![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Bern, den 8. Februar 1993 EVD Bundesamt für Aussenwirtschaft EMD Generalsekretariat Gruppe für Generalstabsdienste Gruppe für Rüstungsdienste EDI Bundesamt für Gesundheitswesen Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft EJPD Bundesamt für Justiz Bundesamt für Polizeiwesen Sehr geehrter Herr Staatssekretär Sehr geehrter Herr Generalstabschef Sehr geehrter Herr Rüstungschef Sehr geehrter Herr Generalsekretär Sehr geehrte Herren Direktoren Am 14. Januar 1993 hat die Schweiz das Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen unterzeichnet, das unter anderem auch weitreichende Kontrollmassnahmen für die chemische Industrie vorsieht. Bevor die Schweiz das Abkommen ratifizieren kann, muss sie eine Reihe rechtlicher und institutioneller Vorkehrungen vornehmen. Eine interdepartementale Arbeitsgruppe, an der auch Vertreter Ihres Amtes beteiligt waren, hat zu diesem Zweck bereits während der Endphase der Verhandlungen eine Reihe von Vorarbeiten geleistet. Nachdem die Schweiz nun das Übereinkommen unterzeichnet hat, möchten wir die vom nationalen Vollzug am meisten betroffenen Bundesämter einladen, zu einigen grundsätzlichen Fragen Stellung zu nehmen, damit die Arbeitsgruppe anschliessend mit klaren Vorgaben bis Mitte 1994 eine Ratifikationsbotschaft mit den erforderlichen Gesetzesänderungen ausarbeiten kann. Das Chemiewaffenabkommen selber dürfte nicht vor 1995/96 in Kraft treten. Die grundlegende Schlussfolgerung der bisherigen Beratungen der Arbeitsgruppe besteht darin, dass die Umsetzung des Chemiewaffenabkommens in der Schweiz so weitgehend wie möglich mittels bestehender Institutionen und Rechtsgrundlagen zu erfolgen hat. Wir sind mit dieser Vorgehensweise einverstanden. Es ist besonders wichtig, dass die Lösung der Aufgaben nicht nur für die Bundesverwaltung, sondern auch für die betroffene Industrie möglichst grosse Synergieeffekte beinhaltet. Deshalb sollten wo immer möglich bereits eingespielte Kontakte mit der chemischen Industrie genutzt werden. Für die wichtigsten Vollzugsmassnahmen sehen wir folgende Lösungsmöglichkeiten: # Strafrechtsnormen Das Chemiewaffenabkommen verpflichtet die Schweiz, im nationalen Recht Massnahmen zu ergreifen, damit sich keine Privatpersonen oder Unternehmungen an Chemiewaffenprojekten beteiligen. Im Gegensatz zu einigen anderen Staaten fehlen heute in der Schweiz solche Strafrechtsnormen. Da sich das umfassende Verbot ausschliesslich auf eine Beteiligung an verbotenen militärischen Projekten bezieht, eignet sich unseres Erachtens das Kriegsmaterialgesetz am besten für eine solche Strafrechtsnorm (General Prohibition Clause). ## Deklarationen und Inspektionen Mit dem Inkrafttreten des Chemiewaffenabkommens muss der Verkehr mit einer Reihe von Chemikalien nach standardisierten Verfahren an die zu schaffende internationale Kontrollbehörde in Den Haag gemeldet werden, zudem muss eine Reihe von standardisierten Meldungen über chemische Anlagen gemacht werden. Um die Übereinstimmung der Vertragsparteien mit den Bestimmungen des Abkommens zu überprüfen und um allfälligen Verdächtigungen wegen unerlaubter Aktivitäten nachzugehen, hat die internationale Kontrollbehörde das Recht, mit eigenem Personal Inspektionen durchzuführen. Die Schweiz muss die Inspektionsteams begleiten. Beide Tätigkeiten betreffen in der Schweiz vor allem die private chemische Industrie. Deshalb sind für die Erfüllung dieser Aufgaben Vertrautheit mit der Industrie und eingespielte Kontakte besonders wichtig. Unserer Auffassung nach ist vor allem das Bundesamt für Aussenwirtschaft für diese Aufgabe geeignet. Es hat bereits jetzt vielfältige Kompetenzen im Bereich der Dual-use Güter und wird nach der Revision des Aussenwirtschaftsgesetzes auch die Exportkontrollen für chemische Vorläufersubstanzen übernehmen. Zudem verfügt das BAWI im Rahmen der GMP über Inspektionserfahrungen bei der pharmazeutischen Industrie. Beim Vollzug der Massnahmen ist unserer Auffassung nach eine Zusammenarbeit mit den Experten des AC-Labors Spiez erforderlich. ## Ausfuhrbewilligungen für Chemikalien Um die Verpflichtungen aus dem Chemiewaffenabkommen einzuhalten, muss die Schweiz für eine Reihe von Chemikalien neu Ausfuhrkontrollen einführen. Diese Kontrollen werden die bereits bestehenden Kontrollen im Rahmen der Australiengruppe nicht ersetzen. Weil sich die beiden Chemikalienlisten überschneiden, ist es notwendig, dass die Kontrollen von der gleichen Bewilligungsstelle und auf der gleichen Rechtsgrundlage erfolgen, d.h. vorderhand durch das EMD aufgrund des . Kriegsmaterialgesetzes und nach der Revision des Aussenwirtschaftsgesetzes zusammen mit den anderen Dual-use Gütern vom BAWI. ## Aufsichtspflichten Die CWC schreibt vor, dass gewisse chemische Substanzen in Zukunft nur noch in sehr begrenzten Mengen hergestellt werden dürfen. Damit die im Abkommen festge- legten Schwellenwerte nicht überschritten werden, ist für diese Anlagen und Laboratorien eine Aufsichtspflicht einzuführen. Möglicherweise muss die Schweiz auch eine sog. nationale Kleinanlage zur Herstellung besonders risikoreicher chemischen Substanzen einrichten, beispielsweise durch eine Konzessionserteilung. Das Bundesamt für Gesundheitswesen, das mit der Durchführung des Giftgesetzes betraut ist, verfügt über Spezialisten mit Kenntnissen im Bereich toxischer Substanzen. Mit dem eidgenössischen Giftinspektor besteht bereits heute ein Verantwortlicher, dem Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit toxischen Substanzen übertragen sind. Die Übernahme der Aufsichtspflichten durch das BAG scheint uns in diesem Bereich die besten Synergieeffekte zu gewährleisten. # Kleinanlage für Schutzzwecke Zur Schutzforschung gegen chemische Waffen dürfen auch nach Inkrafttreten des Abkommens kleine Mengen chemischer Kampfstoffe hergestellt werden. Die entsprechenden Anlagen werden aber besonderen internationalen Kontrollen unterstellt. Die neuen Verpflichtungen können unseres Erachtens ohne besondere Rechtsgrundlagen oder institutionellen Vorkehrungen vom AC-Labor Spiez erfüllt werden. ## Personelle und finanzielle Mittel Über den personellen und finanziellen Aufwand im Zusammenhang mit der Implementierung des Abkommens liegen uns gegenwärtig erst grobe Schätzungen vor. Genauere Abklärungen haben wir bewusst unterlassen, weil der Aufwand sehr stark von der gewählten Lösung abhängt und weil wir grossen Wert darauf legen, dass in die Abklärungen von Anfang an jene Stellen einbezogen werden, die später Vollzugsaufgaben übernehmen. Für unsere Vorschläge gehen wir davon aus, dass insgesamt ein bis zwei zusätzliche Arbeitsstellen ausreichen sollten; das Schwergewicht der Arbeitsbelastung fällt in den Bereich des Meldewesens. ## Neue Rechtsgrundlagen Bezüglich neu zu schaffender Rechtsgrundlagen orientierten wir uns ursprünglich an der Atomgesetzgebung. Im Gespräch mit Ihren Diensten sind wir von dieser Idee abgekommen und anerkennen den Grundsatz, dass weitestgehend bestehende Rechtsgrundlagen benutzt werden sollen. Die ausschliessliche Verwendung bestehender Rechtsgrundlagen würde aber Probleme bereiten. Deshalb schlagen wir vor, die nötigen Bestimmungen wo immer möglich in bestehende Gesetze aufzunehmen (KMG, Aussenwirtschaftsgesetz). Bestimmungen, die nicht sinnvoll in bestehenden Gesetzen untergebracht werden können, möchten wir in einem Rumpfgesetz zusammenfassen, das später keine eigenständige Verordnung erhalten soll. Auf Verordnungsebene sollen nur bestehende Verordnungen verwendet werden. Die Aufgabe des EDA besteht darin, sicherzustellen, dass die von der Schweiz eingegangenen völkerrechtlichen Verpflichtungen eingehalten werden und dass der Kontakt mit der internationalen Kontrollbehörde reibungslos funktioniert. Deshalb möchten wir im Rahmen des Vollzugs auch eine Koordinationsaufgabe übernehmen. Damit wir mit der Vorbereitung im Rahmen der Arbeitsgruppe weiterfahren können, laden wir Sie ein, sich bis Ende Februar zu unseren Vorstellungen zu äussern. Mit freundlichen Grüssen J. Kullenbig Jakob Kellenberger Kopie: EDA, Völkerrechtsdirektion EDA, DIO GRN, RIA, FR, HAU
null
null
null
null
null
null
Correspondence
33,893
Boykottmassnahmen Iraks gegenüber Israel - "7 Punkte-Affidavit"
21
Von der Boykottmassnahme werden auch schweizerische Patentanmelder bzw. Inhaber von Fabrik- und Handelsmarken im Irak betroffen. Die Nichtunterzeichnung des Affidavits hat zur Folge, dass alle bestehenden Schutzrechte entschädigungslos verfallen und keine neuen angemeldet werden können.
German
null
1969-09-25
1969-09-25
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null
Irak (Wirtschaft)
Irak (Allgemein)|Israel (Wirtschaft)
null
Bagdad
Arabische Staaten|Beirut|Irak|Israel|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
Schweizerische Botschaft in Bagdad
Ciba-Geigy|Economiesuisse|Eidgenössisches Institut für geistiges Eigentum|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|F. Hoffmann-La Roche|Interpharma|Roche USA|Schweizerische Botschaft in Beirut|Schweizerische Gesellschaft für Chemische Industrie|USA/Staatsdepartement
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion
null
Dumont Pierre
Rüedi Jacques-Bernard
Marcuard Sigismond
Jossen Hermann
null
Iraq (Economia)
Iraq (Generale)|Israele (Economia)
null
Bagdad
Beirut|Iraq|Israele|Stati Uniti d'America (USA)
Ambasciata svizzera a Baghdad
Ambasciata svizzera a Beirut|Ciba-Geigy|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|Economiesuisse|F. Hoffmann-La Roche|Interpharma|Istituto federale della proprietà intellettuale|Roche USA|Società svizzera delle Industrie chimiche|USA/Dipartimento di Stato
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica
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Dumont Pierre
Rüedi Jacques-Bernard
Marcuard Sigismond
Jossen Hermann
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Irak (Economie)
Irak (Général)|Israël (Economie)
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Bagdad
Beyrouth|États-Unis d'Amérique (USA)|Irak|Israël|Pays arabes
Ambassade de Suisse à Bagdad
Ambassade de Suisse à Beyrouth|Ciba-Geigy|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|Economiesuisse|F. Hoffmann-La Roche|Institut fédéral de la propriété intellectuelle|Interpharma|Roche USA|Société suisse des industries chimiques|USA/Département d'État
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique
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Dumont Pierre
Rüedi Jacques-Bernard
Marcuard Sigismond
Jossen Hermann
null
Iraq (Economy)
Iraq (General)|Israel (Economy)
null
Baghdad
Arab states|Iraq|United States of America (USA)
Swiss Embassy in Bagdad
Ciba-Geigy|Economiesuisse|F. Hoffmann-La Roche|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|Interpharma|Roche USA|Scienceindustries|Swiss Embassy in Beirut|Swiss Federal Institute of Intellectual Property|USA/State Department
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs
null
Dumont Pierre
Rüedi Jacques-Bernard
Marcuard Sigismond
Jossen Hermann
null
30,000
https://dodis.ch/33893
Schreiben
Jossen Hermann, Schreiben, German
null
33000-33999/dodis-33893.pdf
![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Herr Geschäfsträger, Wir kommen zurück auf die mit Ihnen in Einzelfällen geführte Korrespondenz bezüglich des von den irakischen Behörden verlangten Affidavits. Bekanntlich werden von dieser Boykottmassnahme gegenüber Israel auch schweizerische Anmelder bzw. Inhaber von Fabrik- und Handelsmarken in Irak betroffen. Soviel wir feststellen konnten, sind die schweizerischen Firmen aus prinzipiellen Gründen nicht bereit oder auch nicht in der Lage, solche Affidavits zu unterschreiben. Dies hätte jedoch zur Konsequenz, dass alle bestehenden Schutzrechte entschädigungslos verfallen würden und in Zukunft keine neuen Schutzrechte mehr angemeldet werden könnten. Wie wir erst kürzlich erfuhren, wird die Erklärung auch für das Vertreter-Agreement gefordert. Es würde uns nicht wundern, wenn schließlich auch die Erteilung von Import-Lizenzen von der Beibringung dieses Dokuments abhängig gemacht würde. Da nicht unbedeutende schweizerische Interessen auf dem Spiele stehen, haben wir diesem Fragenkomplex von Anfang an besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Fürs erste sind wir mit der Frage an das Eidg. Amt für geistiges Eigentum gelangt, ob rechtliche Handhaben bestehen, auf deren Grundlage den Massnahmen Iraks entgegengetreten werden könnte. Von der sehr aufschlussreichen Antwort des AGE fügen wir eine Abschrift bei. Wie Sie feststellen, kommt man zum Ergebnis, dass die Eintragung von Marken irakischen Ursprungs verweigert werden könnte. Der Entscheid darüber, ob man diesen Entschluss den zuständigen Behörden Ihres Gastlandes auf diplomatischem Wege zur Kenntnis bringen soll oder nicht, wird uns überlassen. Da die anvisierte Massnahme auch nach Ansicht des AGE wenig effektvoll wäre, haben wir nach andern Mitteln Ausschau gehalten, die eher geeignet wären, einen Druck auf Irak auszuüben. In diesem Sinne haben wir in einem Sammelbrief die Handelsabteilung, den Vorort, die Gesellschaft für chemische Industrie und den Delegierten für technische Zusammenarbeit gebeten, uns Anregungen in bezug auf das weitere Vorgehen in dieser Angelegen- heit bekanntzugeben. Zur Zeit stehen die Antworten der Handelsabteilung und des Vorortes noch aus. Wie wir aber in Erfahrung bringen konnten, werden sich diese insbesondere auf die Stellungnahme der Schweiz. Gesellschaft für chemische Industrie stützen. Mit den Ausführungen dieser Gesellschaft - eine Photokopie liegt bei - können wir uns solange einverstanden erklären, als der Boden der Realität nicht verlassen wird. Dies scheint uns aber der Fall zu sein, wo dem Wunsche Ausdruck verliehen wird "die zuständigen irakischen Stellen mit einiger Ueberredungskunst zu bewegen, bei Nichtbeantwortung des Fragebogens von Sanktionen gegenüber der schweizerischen Firmen abzusehen." Auch ist uns nicht klar, weshalb man im Falle der Schweiz eine Rücksichtsnahme als "sicher zumutbar" annimmt, als ob sich unser Land gegenwärtig bei d en arabischen Staaten einer besonderen Sympathie erfreute ! Die vom Amt für geistiges Eigentum aufgeworfene Frage, ob eventuell auf dem Gebiete der technischen Zusammenarbeit ein Druck auf Irak ausgeübt werden könne, wurde vom Delegierten der TZ verneint. Man hält es für völlig ausgeschlossen, dass Irak durch das Versprechen von technischer Hilfe zu einem andern Verhalten in Sachen Israel-Boykott gebracht werden könnte. Das gleiche wäre, wenn wir damit drohen wollten, künftig keine technische Hilfe mehr zu geben. Die technische Zusammenarbeit mit Irak sei äusserst gering, sozusagen nicht existierend. Erwähnenswert ist der Bericht, der uns die Interpharma in bezug auf die Haltung der USA zu dem von Irak verlangten Affidavit zugehen liess. Die Firma J. Hoffmann-La Roche \& Co. A.G., von Roche Nutley, USA, soll der Interpharma wie folgt geschrieben haben : " This is in response to your letter of April 29, 1969 relating to the above-captioned new patent application in Iraq. The U.S. State Department has refused to authenticate the required new power of attorney form. It is the position of the U.S. State Department that this certification would be unlawful as assisting a boycott of a foreign nation (Israel) friendly to the U.S. " Daraus scheint hervorzugehen, dass ein in den USA wohnhafter Erfinder seine Patentanmeldung in Irak selbst dann nicht einreichen kann, wenn er bereit wäre, das Dokument mit der "7 Punkte-Erklärung" zu unterzeichnen. Um beurteilen zu können, welche Schritte seitens der Schweiz unternommen werden sollten, wäre uns sehr gedient, zu wissen, wie sich andere westliche Staaten im Zusammenhang mit diesen Boykottmassnahmen verhalten. Vielleicht ist das eine oder andere Land bei den irakischen Behörden bereits vorstellig geworden. Ist es Ihnen möglich, in dieser Richtung zu sondie ren? Im übrigen wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie sich zu den Ausführungen des Eidg. Amtes für geistiges Eigentum und der Gesellschaft für chemische Industrie äussern wollten. Schliesslich legen wir sehr Wert darauf, Ihre persönliche Ansicht bezüglich des weiteren Vorgehens in dieser Angelegenheit zu erfahren. Eine Kopie dieses Schreibens lassen wir der Botschaft in Beirut zugehen. Wir danken Ihnen für Ihre Bemühungen zum voraus bestens und versichern Sie, Herr Geschäftsträger, unserer vorzüglichen Hochachtung. EIDG. POLITISCHES DEPARTEMENT Politische Angelegenheiten I.A. Beilagen: Kopie Brief Amt f.geistiges Eigentum Photokopie Brief Schweiz. Gesellschaft für chemische Industrie
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Correspondence
61,628
Franz Jonas auf Staatbesuch
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Zürich, Flughafen Kloten: Staatsbesuch des österreichischen Bundespräsidenten Franz Jonas, hinter ihm Bundesrat Willy Spühler
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1969-09-20
1969-09-20
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Bilder Schweizerische Filmwochenschau (1945–1973)
Österreich (Allgemein)
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Kloten|Österreich
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Flughafen Zürich|Österreich/Regierung
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Jonas Franz|Spühler Willy
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Immagini Cinegiornale svizzero (1945–1973)
Austria (Generale)
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Austria|Kloten
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Aeroporto di Zurigo|Austria/Governo
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Jonas Franz|Spühler Willy
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Images Ciné-Journal Suisse (1945–1973)
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Aéroport international de Zurich|Autriche/Gouvernement
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Jonas Franz|Spühler Willy
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Images Swiss Weekly Newsreel (1945–1973)
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Austria/Government|Zürich Airport
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Jonas Franz|Spühler Willy
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34,806
Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung zum Entwurf eines Bundesbeschlusses über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland (Vom 27.April 1956) Message du Conseil fédéral à l'Assemblée fédérale sur un projet d'arrêté fédéral concernant les mesures de défense économique envers l'étranger (Du 27.4.1956)
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1956-04-27
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Wirtschaftsbeziehungen
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Botschaft des Bundesrats
Botschaft des Bundesrats
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# Bundesblatt 108. Jahrgang Bem, den 9. Mai 1956 Band I ## 7085 ## Botschaft des ## Bundesrates an die Bundesversammlung zum Entwurf eines Bundesbeschlusses über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland (Vom 27.April 1956) ## Herr Präsident! Hochgeehrte Herren! Wir beehren uns, Ihnen hiermit den Entwurf zu einem Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland mit folgender Botschaft zu unterbreiten. Bei dem Ihnen heute vorliegenden Entwurf handelt es sich nicht etwa um die Schaffung völlig neuen, sondern um die Revision bestehenden Rechts, nämlich um die Revision des an die Stelle des Bundesbeschlusses vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS 47, 785) getretenen Bundesbeschlusses vom 14.Oktober 1933 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, in der Fassung vom 22. Juni 1939 (BS 10, 539). ## I. Historischer Rückblick Durch die sich seit 1929 abzeichnende und im Jahr 1931 endgültig ausgebrochene allgemeine Wirtschaftskrise wurde der internationale Waren- und Zahlungsverkehr aufs schwerste erschüttert. Zur Behebung dieser Schwierigkeiten sahen sich fast alle wichtigeren Handelsstaaten gezwungen, massive Zollerhöhungen vorzunehmen und Einfuhrbeschränkungen, ja sogar Einfuhrverbote zu erlassen. Um den Zerfall der Währungen aufzuhalten, wurde in zahlreichen Ländern die Devisenbewirtschaftung eingeführt. Diese Störungen mussten sich auch auf die wie kaum ein anderes Land mit der Weltwirtschaft verbundene Schweiz nachteilig auswirken. In den Jahren 1929 bis 1930 erfuhr unsere Handelsbilanz infolge stark rückläufiger Exporte eine zunehmende Verschlechterung, was um so bedenklicher war, als sich gleichzeitig auch die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr und der Ertrag der schweizerischen Kapitalanlagen im Ausland erheblich verminderten. Diese Entwicklung und die zunehmende Arbeitslosigkeit mussten die wirtschaftliche Lage unseres Landes als äusserst ernst erscheinen lassen. Als Abwehrwaffe gegen all diese ausländischen Massnahmen stand der Schweiz in jenem Zeitpunkt, da die dem Bundesrat im ersten Weltkrieg erteilten Vollmachten längst aufgehoben waren, allein der Zolltarif, d.h. das Mittel der Zollerhöhungen zur Verfügung, das jedoch zur Eindämmung der Krise in keiner Weise ausreichen konnte und durch weitere geeignete Massnahmen ergänzt werden musste. Im Lichte dieser Sachlage wurde der Bundesrat durch den Bundesbeschluss vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr ermächtigt, zum Schutze der nationalen Produktion und insbesondere zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse des Landes, ausnahmsweise und vorübergehend die Einfuhr bestimmter Waren zu beschränken oder von Bewilligungen abhängig zu erklären (Art.1). Ferner wurde der Bundesrat ermächtigt, gegenüber Staaten, die den freien Zahlungsverkehr einschränken, die Interessen unseres Landes auch durch den Abschluss kurzfristiger Abkommen zu wahren (Art.4). Auf Grund dieses Bundesbeschlusses wurden in der Folge für eine Reihe besonders exponierter Waren Einfuhrbeschränkungen angeordnet, die sich sowohl auf die Preisgestaltung als auch auf den Beschäftigungsgrad in den betreffenden Industrien im Sinne einer Stabilisierung auswirkten. Ferner wurden Clearingverträge mit verschiedenen Ländern abgeschlossen, da offensichtlich mit einer baldigen Aufhebung der von ihnen verfügten Devisenrestriktionen nicht zu rechnen war. Trotzdem der zitierte Bundesbeschluss den vorübergehenden Charakter der gestützt auf ihn erlassenen Anordnungen betonte, war auch in den darauffolgenden Jahren an einen Verzicht auf die ausserordentlichen Massnahmen nicht zu denken. Die damalige Entwicklung der internationalen Wirtschaftslage liess es, insbesondere nach dem Scheitern der Londoner Weltwirtschaftskonferenz von 1933, vielmehr als dringend notwendig erscheinen, die verhältnismässig grosse Kaufkraft der Schweiz durch Ausdehnung des Kompensationsverkehrs noch in vermehrtem Masse in den Dienst unseres Exportes zu stellen und, angesichts der Verschlechterung der schweizerischen Zahlungsbilanz, in den Clearingverträgen neben dem Warenverkehr auch die Kapitalinteressen nach Möglichkeit zu berücksichtigen. In dieser Hinsicht wies aber der Bundesbeschluss von 1931 insofern eine Lücke auf, als er in Artikel 4 den Bundesrat nur ermächtigte, gegenüber Staaten, die den freien Zahlungsverkehr einschränken, die schweizerischen Interessen auch durch den Abschluss kurzfristiger Abkommen zu wahren. Für den Fall, dass ein Land den Abschluss eines solchen Abkommens verweigerte oder die Verhandlungen nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führten, musste daher die Möglichkeit geschaffen werden, unsere Interessen durch einseitige Massnahmen, insbesondere durch Beschränkung des Zahlungsverkehrs zu schützen. Diese Überlegungen führten zum Erlass des Bundesbeschlusses vom 14. Oktober 1933 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, der den Bundesbeschluss vom 23. Dezember 1931 ersetzte. Durch Artikel 1 wurde der Bundesrat ermächtigt, auch zur Förderung des Exportes sowie im Interesse der schweizerischen Zahlungsbilanz Massnahmen zu treffen. Artikel 3 sah für den Fall eines Scheiterns von Verhandlungen über den Zahlungsverkehr die Möglichkeit vor, die schweizerischen Belange durch einseitige wirtschaftliche oder finanzpolitische Massnahmen, speziell durch Beschränkung des Zahlungsverkehrs mit solchen Ländern zu schützen. Damit war das Arsenal zur Krisenbekämpfung in einer Weise ergänzt worden, welche es erlaubte, den vom Ausland getroffenen handels- und zahlungspolitischen Massnahmen durch entsprechende schweizerische Abwehrmassnahmen wirksam zu begegnen. In dieser Form ist der Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933 auf Grund periodischer Verlängerungen bis heute in Kraft geblieben. Unter dem Eindruck des damals unmittelbar bevorstehenden zweiten Weltkrieges wurde indessen am 22. Juni 1939 als neues Element die Ermächtigung zur Vermehrung der Vorratshaltung für die Sicherstellung der Landesversorgung mit lebenswichtigen Gütern aufgenommen. Es würde zu weit führen, hier im einzelnen oder auch nur in grossen Zügen auf die zahlreichen und vielgestaltigen Massnahmen einzutreten, welche gestützt auf den Beschluss getroffen wurden. Die eidgenössischen Räte sind darüber periodisch durch die Berichte (Nr. I-LII) des Bundesrates orientiert worden. In grundsätzlicher Beziehung sei immerhin festgehalten, dass die Massnahmen im allgemeinen Defensivcharakter hatten und ausschliesslich dem Schutze unserer wirtschaftlichen Interessen gegenüber den vom Ausland angeordneten Beschränkungen dienten. Sie wurden in der Regel auch nie länger aufrechterhalten, als dies die Einflüsse des Auslandes auf die schweizerische Wirtschaft erforderten. Ausnahmsweise wurden allerdings zu gewissen Zeiten auf Grund des Bundesbeschlusses 1933 auch Massnahmen getroffen, die nicht der handelspolitischen Abwehr, sondern der Ordnung binnenwirtschaftlicher Verhältnisse dienten und daher mit ihm nur schwer vereinbar waren. In dieser Hinsicht hat jedoch eine weitgehende Säuberung stattgefunden, sei es, dass auf einzelne Massnahmen verzichtet werden konnte, sei es durch den Erlass von Spezialgesetzen, die sich auf die neuen Wirtschaftsartikel stützen (Uhrenstatut, Landwirtschaftsgesetz, Gesetz über die wirtschaftliche Kriegsvorsorge). Durch die Wirtschaftsartikel insbesondere wurde die Möglichkeit geschaffen, den Bundesbeschluss von allem zu befreien, was innere Wirtschaftspolitik darstellt. Dank dieser neuen gesetzlichen Grundlage hätten also die Möglichkeiten, geeignete Abwehrmassnahmen für die Bekämpfung allfälliger Krisen zu treffen, nicht mehr in ihrer ganzen Breite im Bundesbeschluss 1933 verankert bleiben müssen. Diese Feststellung führt direkt zu der Frage, ob das weitere Inkraftbleiben des Bundesbeschlusses überhaupt noch einer Notwendigkeit entspreche und ob der Beschluss, in Anpassung an die geschilderte Entwicklung, nicht längst hätte grundlegend revidiert werden sollen. In bezug auf den ersten Punkt ist zuzugeben, dass der Bundesbeschluss als Rechtsbasis für Massnahmen binnenwirtschaftlicher Natur durch die Wirtschaftsartikel und zahlreiche Spezialgesetze abgelöst wurde. Auf dem Gebiete des Aussenhandels und Zahlungsverkehrs würde dagegen seine Aufhebung den Bundesrat des auch heute noch dringend erforderlichen Rüstzeugs für die Erhaltung einer dauernden. Verteidigungsbereitschaft berauben. Man könnte sich natürlich fragen, ob solche Vorschriften im Zeitalter der Organi- sation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECE), der Europäischen Zahlungsunion (EZU) und im Vorfeld der Konvertibilität der Währungen sich noch rechtfertigen. Darauf ist zu erwidern, dass weder alle europäischen Länder noch die überseeischen Staaten der OECE angeschlossen sind. Die Schweiz steht also nach wie vor zahlreichen Gebieten gegenüber, die ihren Verkehr bilateral regeln; sie muss daher jederzeit in der Lage sein, die sich aus dieser Situation ergebenden Massnahmen zu treffen. Aber selbst gegenüber den der OECE angehörenden Ländern liegt die Notwendigkeit von Verteidigungsmassnahmen keineswegs ausserhalb des Bereiches der Wahrscheinlichkeit, da es sich hier nicht um eine Organisation mit absoluten Verpflichtungen handelt. Der Liberalisierungskodex sieht ja bekanntlich unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einseitiger Abwehrmassnahmen ausdrücklich vor, von welcher auch die Schweiz vor nicht allzulanger Zeit Gebrauch machen musste. Was die Europäische Zahlungsunion anbelangt, so ist einmal mehr festzustellen, dass dieses System noch keineswegs die freie Konvertibilität der Währungen bedeutet, sondern lediglich die Möglichkeit des monatlichen Saldoausgleichs unter den Mitgliedstaaten und den der Union währungsmässig angeschlossenen Territorien bietet. Solange eine solche Regelung aber mit der Gewährung von Bundeskrediten verknüpft ist, müssen auch die Vorschriften über den gebundenen Zahlungsverkehr (Einzahlungspflicht und Auszahlungskontrolle) und die dafür erforderlichen gesetzlichen Grundlagen aufrecht bleiben. Diese Uberlegungen zeigen deutlich, dass der Bundesbeschluss vom 14.Oktober 1933 jedenfalls soweit beibehalten werden muss, als es die schweizerischen Interessen auf dem Gebiete des Aussenhandels und des Zahlungsverkehrs erfordern. Zu dieser Auffassung haben sich auch die eidgenössischen Räte bekannt, als sie durch Bundesbeschluss vom 30. September 1954 (AS 1954, 1313) den Bundesbeschluss 1933 nochmals um 2 Jahre bis Ende 1956 verlängerten, damit aber die Auflage verknüpften, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein revidierter Erlass vorliegen müsse. Die Notwendigkeit, den Bundesbeschluss 1933 einer grundlegenden Revision zu unterziehen und den veränderten Verhältnissen anzupassen, ist von keiner Seite bestritten. Es kann auch kein Zweifel mehr darüber bestehen, in welcher Richtung die Revision vorzunehmen ist. Dafür, dass eine Revision nicht schon früher in die Wege geleitet wurde, waren folgende Gründe massgebend. Im ersten Jahrzehnt des Bestehens des Beschlusses, d.h. ungefähr bis Kriegsausbruch und nachdem die Abwertung bereits einen Abbau der ausserordentlichen Massnahmen zur Folge gehabt hatte, gab man sich immer noch der Hoffnung hin, dass sich die Verhältnisse allgemein zum Bessern wenden würden und mit der Zeit auf den Beschluss verzichtet werden könnte. Die Kriegsjahre wiederum waren nicht dazu angetan, eine Neugestaltung vorzunehmen, da sich die staatliche Intervention vorwiegend auf dem Boden der ausserordentlichen Vollmachten abspielte und auch nicht vorauszusehen war, wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse entwickeln würden. In der dritten Phase, der Nachkriegszeit, war die Lage noch verworrener, da sich in dem von den Kriegswirren heimgesuchten Ausland alles im Umbruch befand und zu jener Zeit erst recht nicht abgeschätzt werden konnte, welchen Gang die wirtschaftlichen - und politischen - Geschehnisse nehmen würden. Es kam denn auch nicht von ungefähr, dass der Bundesrat in seinen Botschaften vom 9.Februar 1951 (BBl 1951, I, 415 ff.) und 18.August 1954 (BBl 1954, II, 285 ff.) betreffend die Verlängerung des Bundesbeschlusses vom 14.Oktober 1933 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland Bedenken äusserte, die Revisionsarbeiten zu einem Zeitpunkte an die Hand zu nehmen, da die Dinge noch ständig im Fluss waren. Der Bundesbeschluss 1933 ist ein typisches Spiegelbild der zur Zeit seines Entstehens herrschenden Umstände. Mit einem Minimum von Bestimmungen ausgestattet, gibt er dem Bundesrat in innen- und aussenwirtschaftlicher Beziehung weitgehende Vollmachten. Für die innenwirtschaftliehe Ordnung besitzt der Bund aber heute in den revidierten Wirtschaftsartikeln der Bundesverfassung die nötige Rechtsgrundlage. Die in den Krisenjahren auf den alten Bundesbeschluss betreffend wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland abgestützten und oft als verfassungswidrig bezeichneten Ausführungserlasse sind - soweit sie weiterhin notwendig waren - durch die neue, auf die Wirtschaftsartikel gestützte Gesetzgebung abgelöst worden (Arbeitsbeschaffungsgesetz, Kriegsvorsorgegesetz, Landwirtschaftsgesetz, Uhrenstatut). Der neue Erlass kann deshalb stark entlastet und, unter wesentlicher Einschränkung der verschiedentlich kritisierten weitgehenden Ermächtigungen, zu einem handelspolitischen Defensivinstrument gegen allfällige, aus dem Ausland stammende Störungen gestaltet werden. Bei dieser nunmehr notwendig gewordenen gesetzgeberischen Bereinigungsarbeit sind die dem Bundesrat in bezug auf den Aussenhandel und insbesondere den Zahlungsverkehr zu erteilenden Kompetenzen den gegenwärtig und künftig zu erwartenden Verhältnissen anzupassen. Ferner sind gewisse Ergänzungen nötig, vor allem hinsichtlich der rechtlich einwandfreien Verankerung der Schweizerischen Verrechnungsstelle und der Vorschriften über den Rechtsschutz. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Darlegungen in der Botschaft vom 18. August 1954 sowie auf die Erläuterungen zu Artikel 4 und 8/9 unter Ziffer III hiernach. Unter Zugrundelegung der oben umrissenen Gesichtspunkte hat die Handelsabteilung des Volkswirtschaftsdepartements einen Vorentwurf ausgearbeitet, den sie im Juni 1955 verschiedenen Bundesstellen, den Spitzenverbänden der Wirtschaft, dem Schweizerischen Bundesgericht sowie andern Organisationen und Behörden zur Stellungnahme unterbreitete. Zudem befasste sich am 16. Dezember 1955 die Konsultative Kommission für Handelspolitik mit dem Vorentwurf. Die bei diesem Anlass noch vorgebrachten Anregungen und Wünsche wurden sorgfältig geprüft und, sofern sie sich als brauchbar erwiesen, auch verwertet. # II. Die Verfassungsmässigkeit des Beschlusses In der Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 9. Februar 1951 (BBl 1951, I, 415 ff.) setzten wir uns mit der Verfassungsmässigkeit des geltenden Bundesbeschlusses vom 14.Oktober 1933 im Rahmen der Zollartikel 28/29 der Bundesverfassung auseinander. Die dort aufgestellte These, deren Richtigkeit übrigens in der Folge von den Räten nicht in Zweifel gezogen wurde, kann wie folgt zusammengefasst werden. Ausgegangen wurde von Verlautbarungen der Professoren W.Burckhardt (Kommentar der Schweizerischen Bundesverfassung, III. Aufl., 1931, zu Art. 28, II/2) und Z. Giacometti (in der Festgabe 1950 «Staat und Wirtschaft» für Prof. H. Nawiasky, St. Gallen). Dem Sinne nach und um hier nur diesen einen Satz zu zitieren, geht deren übereinstimmende Auffassung dahin, der Bund könne - da er neben seinen ausdrücklichen auch stillschweigende Kompetenzen besitze, die auf dem Interpretationswege aus ausdrücklichen Kompetenzen abgeleitet würden - nicht nur Ein- und Ausfuhrzölle, sondern auch handelspolitische Massnahmen, wieVerbote und Kontingentierungen der Ein- und Ausfuhr sowie Zahlungsbeschränkungen, die alle zum Rüstzeug der Zollpolitik gehören, anordnen. Die beiden Autoren unterscheiden dabei, was die Einfuhrseite im Warenverkehr anbelangt, nicht ausdrücklich zwischen handelspolitisch-kompensatorischen Importrestriktionen einerseits und solchen protektionistischer Natur anderseits. Professor Hans Huber, Ordinarius für Staatsrecht in Bern, differenzierte in dem Sinne, dass er Einfuhrbeschränkungen mit Schutzwirkung nur gestützt auf die neuen Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung als zulässig erklärte und für die handelspolitischen eine Abstützung auf die Zollartikel immerhin als möglich, wenn auch nicht als Ideallösung bezeichnete (vgl. "Wirtschaft und Recht», 1. Jahrgang, 1949, S. 191 ff. sowie 2. Jahrgang, 1950, S. 42 ff.). Diese Auffassung namhafter Vertreter der Staatsrechtslehre glaubten wir uns zu eigen machen und auch den neuen Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland verfassungsmässig auf die Zollartikel 28/29 abstützen zu dürfen, dies umsomehr, als der Erlass als handelspolitisches Defensivinstrument konzipiert ist. In dem von der Handelsabteilung durchgeführten Vernehmlassungsverfahren wurden die Zollartikel mehrheitlich als geeignete und hinreichende Verfassungsgrundlage für den geplanten Erlass anerkannt. Etwa geäusserte Befürchtungen, weil nach Burckhardt/Giacometti nicht zwischen handelspolitischen und protektionistischen Einfuhrbeschränkungen unterschieden werde, könne der Beschluss auch zum Erlass der letztern dienen, ist entgegenzuhalten, dass es letzten Endes darauf ankommt, wie weit der Geltungsbereich des Beschlusses gefasst ist. Einzig dessen Inhalt und Formulierung sind dafür bestimmend, inwieweil die verfassungsmässigen Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollen. Da der Artikel 1 des Beschlussentwurfes Massnahmen mit Schutzcharakter im eigentlichen und unmittelbaren Sinne nicht vorsieht, ist es unerheblich, ob die Zollartikel eine Ausdehnung auch auf solche Schutzmassnahmen zulassen oder nicht. Umgekehrt wurde von anderer Seite, in der Meinung, dass es fraglich sei, ob gestützt auf die Zollartikel ebenfalls rein protektionistische Massnahmen ergriffen werden könnten, postuliert, nebst diesen in der Präambel auch die Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung zu erwähnen. Es geschah dies vorsorglich und in der Meinung, dass auf Grund des neuen Bundesbeschlusses z.B. dort Schutzmass- nahmen sollten getroffen werden können, wo bereits bestehende Spezialgesetzgebungen lückenhaft sind. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass mit der blossen Erwähnung der Wirtschaftsartikel im Ingress des Beschlusses noch nichts gewonnen wäre, so lange nämlich nicht auch der Inhalt des Beschlusses selbst den Erlass solcher Massnahmen vorsehen würde. Nach den Darlegungen im historischen Teil bedarf es keiner Erläuterung mehr, weshalb wir glauben, einer solchen Erweiterung nicht entsprechen zu können. Dies hätte ganz einfach zur Folge, dass der dem Erlass zugedachte Charakter eines rein handelspolitischen Abwehrinstrumentes verloren ginge. Schliesslich ist festzuhalten, dass der im Entwurf vorliegende Beschluss dem Bundesrat generelle Ermächtigungen geben soll, wogegen solche generellen Ermächtigungen gestützt auf die Wirtschaftsartikel nicht zulässig sind; Artikel 32, Absatz 1, der Bundesverfassung schreibt für die gestützt auf die Wirtschaftsartikel zu erlassenden Bestimmungen die Rechtsform des Bundesgesetzes oder Bundesbeschlusses vor, welche dem Referendum unterstehen. Es fehlte übrigens auch nicht an Stimmen, welche die Aufnahme der Wirtschaftsartikel in den Ingress des geplanten Erlasses ausdrücklich ablehnten, indem unter anderem darauf hingewiesen wurde, dass damit die notwendige Trennung zwischen aussenhandelspolitischen und innenwirtschaftlichen Massnahmen wiederum verwischt würde. Bei der Beurteilung dieses Problems wird man sich einmal mehr vor Augen halten müssen, dass den Wirtschaftsartikeln einerseits und den Zollartikeln anderseits ein ganz verschiedener Gedanke zugrunde liegt: betreffen jene und die gestützt darauf getroffenen Massnahmen das Verhältnis zwischen der privaten Wirtschaft und dem Staat, so bilden die Zollartikel die Grundlage für die Regelung des Verhältnisses zwischen der schweizerischen Wirtschaft und dem Ausland. Durch diesen Unterschied wird offensichtlich, dass die Erwähnung beider Verfassungsbestimmungen nebeneinander im Ingress des Bundesbeschlusses den diesem zugedachten Charakter verwischen würde. Der in Aussicht genommene Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland ist daher als handelspolitisches Defensivinstrument, so wie er Thnen vorliegt, auf die Zollartikel abzustützen. # III. Die einzelnen Bestimmungen des Beschlusses Artikel 1, Absatz 1 bestimmt den Geltungsbereich. Die Ermächtigung wird dem Bundesrat unter der Voraussetzung erteilt, dass einerseits ausländische Massnahmen oder ausserordentliche Verhältnisse im Ausland den Waren- oder Zahlungsverkehr der Schweiz derart beeinflussen, dass wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen beeinträchtigt werden und dass anderseits die notwendigen Massnahmen nur für solange getroffen werden, als es die Umstände erfordern. Diese Beschränkung ergibt sich zwangsläufig daraus, dass die Massnahmen, für welche der Bundesbeschluss die Grundlage abgeben soll, als reine Verteidigungswaffe gedacht sind. Sie sollen ausschliesslich dem Schutze unserer wirtschaftlichen Interessen gegenüber vom Ausland angeordneten Massnahmen oder im Ausland bestehenden ausserordentlichen Verhältnissen dienen und nur für solange, als diese Abwehr notwendig ist. Im weitern wird der Geltungsbereich der bundesrätlichen Ermächtigung in lit.a bis $c$ gegenüber der bisherigen Regelung wesentlich eingeengt. Er wird beschränkt auf Massnahmen, die zu unserer handelspolitischen Verteidigung gegenüber dem Ausland unerlässlich sind. Mit dieser Beschränkung auf die handelspolitische Abwehr wird der hauptsächlichste Zweck der Revision erfüllt. Darüber ist das Wesentlichste bereits gesagt worden. In Abweichung von der bisherigen Regelung, welche die Massnahmen, die der Bundesrat zu treffen ermächtigt ist, nicht abschliessend festsetzte [(Art. 1 des Bundesbeschlusses von 1933 in der Fassung von 1939 enthält bloss die Ermächtigung, zu bestimmten Zwecken die nötigen Massnahmen zu treffen, immerhin unter spezieller Hervorhebung von zwei Anwendungsfällen in Art. 2 (Einfuhrbeschränkungen) und Art. 3 (kurzfristige Zahlungsabkommen und einseitige Zahlungsbeschränkungen)] sind nach dem Entwurf ausschliesslich die in lit. $a$ bis c aufgezählten Massnahmen und die in Artikel 2 erwähnten Überbrückungsbeiträge zugelassen. Diese Massnahmen sind die gleichen, deren wir uns schon bisher zur handelspolitischen Abwehr bedienten, nämlich: a. die Überwachung und Beschränkung der Einfuhr, der Ausfuhr und der Durchfuhr von Waren, b. die Regelung des Zahlungsverkehrs mit bestimmten Ländern auf autonomer Basis, c. der Abschluss von Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr, sei es bilateral mit einzelnen Ländern oder multilateral mit Gruppen mehrerer Länder. In lit.c wird nicht mehr wie in Artikel 3 des Bundesbeschlusses von 1933 hervorgehoben, dass sich die Ermächtigung nur auf «kurzfristige» Abkommen beziehen soll. Der Ausdruck «kurzfristig» ist zu wenig präzis. Er kann zu eng und zu weit ausgelegt werden. Eine Legaldefinition dafür gibt es nicht. Es handelt sich bei der Weglassung des Wortes «kurzfristig» also lediglich um eine textliche Bereinigung; eine Änderung der bisherigen Praxis, die in der Regel Vertragsdauern von 1 bis 2 Jahren oder bei unbegrenzter Gültigkeitsdauer die jederzeitige Kündigungsmöglichkeit auf 3 Monate vorsah, ist nicht beabsichtigt. Die oben erwähnten Verteidigungsmittel sollen nur dann ergriffen werden, wenn ausländische Massnahmen oder ausserordentliche Verhältnisse im Ausland wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen derart beeinträchtigen, dass die Abwehr sich rechtfertigt. Gestützt auf bisherige Erfahrungen handelt es sich dabei vor allem um Ein- und Ausfuhrbeschränkungen sowie Devisenbewirtschaftungsmassnahmen unserer Aussenhandelspartner, um offene Währungszerrüttungen in diesen Ländern oder um von ihnen ergriffene künstliche Exportförderungsmassnahmen mit Dumpingcharakter. Die Rückwirkungen solcher Massnahmen und Zustände können natürlich nicht nur schweizerische_Export- zweige betreffen, sondern ebensogut reine Inlandbranchen; insoweit dient der neue Bundesbeschluss keineswegs nur der Exportwirtschaft, sondern der gesamten schweizerischen Volkswirtschaft. Dabei muss natürlich immer vorausgesetzt werden, dass die Störung, die durch das Ausland in unserem Lande verursacht wird, eine ernstliche und tiefgreifende sei und nicht durch zumutbare Selbsthilfemassnahmen der Privatwirtschaft allein behoben werden kann. Artikel 1, Absatz 2, entspricht der bisherigen Bestimmung von Artikel 4 des Bundesbeschlusses von 1933 mit dem einzigen Unterschied, dass die Kommission, die der Bundesrat anzuhören hat, bevor er Massnahmen auf Grund des Bundesbeschlusses trifft, nunmehr im Bundesbeschluss selbst bezeichnet wird. Es ist die «Konsultative Kommission für Handelspolitik», die im November 1949 vom Bundesrat als beratendes Organ in Fragen der innern und äussern Handelspolitik eingesetzt wurde. Unter der Herrschaft des Bundesbeschlusses vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS 47, 785), der eine gleiche Bestimmung enthielt, wurde die damals schon seit Jahren bestehende Zolltarifexpertenkommission als anzuhörende Kommission bezeichnet. Diese später in «Expertenkommission für den Zolltarif und die Einfuhrbeschränkungen» umbenannte Kommission hatte sich in den Dreissigerjahren namentlich mit der Begutachtung von protektionistischen Begehren für die Inlandindustrie zu befassen. Infolge der veränderten Verhältnisse hatte sie dann während einer Reihe von Jahren nicht mehr in Funktion zu treten. Vom Jahre 1952 an wurde sie, entsprechend ihrer ursprünglichen Aufgabe, durch die Revision des Zolltarifs wieder in Anspruch genommen. Nachdem nunmehr die Konsultative Kommission für Handelspolitik zur Verfügung steht und die zu begutachtenden Fragen unter dem neuen Bundesbeschluss ausgesprochen handelspolitischer Natur sein werden, erscheint es gegeben, ihr im vorliegenden Falle die Begutachtung zu übertragen. In ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung sind in dieser Kommission die grossen Wirtschaftsgruppen, d.h. Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft wie auch die Arbeitnehmer und die Konsumenten vertreten nebst den zuständigen Departementen und der Schweizerischen Nationalbank. Artikel 2 ermächtigt den Bundesrat, die erforderlichen Ausführungsvorschriften zu erlassen. Von einer Aufzählung der in Frage stehenden Massnahmen wird abgesehen. Eine solche könnte ohnehin nicht abschliessend sein, sondern, wie im Vorentwurf der Handelsabteilung vorgesehen war, nur beispielsweise die nach den bisherigen Erfahrungen voraussichtlich in Frage kommenden Massnahmen anführen. Unsere Verteidigungsmassnahmen müssen sich nach der Art der abzuwehrenden Angriffe und Einflüsse richten und deshalb den sich ständig ändernden und in ihrer Entwicklung nicht voraussehbaren Verhältnissen angepasst werden können. Könnte somit einem Katalog der in Frage kommenden Massnahmen nur die Bedeutung einer beispielsweise Zusammenstellung zuerkannt werden unter Voranstellung einer nötigenfalls zu Massnahmen anderer Art ermächtigenden Generalklausel, so erscheint es zweckmässiger, überhaupt keinen Katalog aufzustellen. Immerhin sei hier erläuternd festgehalten, welcher Art die bisher getroffenen Massnahmen waren. Ohne zwingende Gründe werden andere Massnahmen, die sich selbstverständlich immer im Rahmen der Zweckbestimmung des Artikels 1, Absatz 1, des Bundesbeschlusses halten müssten, nicht getroffen werden. Bis anhin bildeten den Gegenstand von auf Grund des Bundesbeschlusses von 1933 auf dem Gebiete des Aussenhandels getroffenen Massnahmen: a. die Kontingentierung im Warenverkehr; b. die Voraussetzungen für die Erteilung von Bewilligungen im Warenverkehr; c. die Pflicht zur Einzahlung in den gebundenen Zahlungsverkehr; d. die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr; e. die Kontingentierung im gebundenen Zahlungsverkehr; f. die Erteilung von Bescheinigungen über den schweizerischen Ursprung von Waren (Ursprungsbescheinigungen), den schweizerischen Charakter von Leistungen (Visa) und den schweizerischen Charakter von Finanzforderungen (Affidavits und Bescheinigungen für Einzelforderungen); g. die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bei Verstössen gegen Vorschriften des gebundenen Zahlungsverkehrs, insbesondere gegen solche über die Wiedereinzahlungspflicht, über die Haftung Dritter im Falle vorschriftswidrig verursachter Auszahlungen und über die Haftung der zur Ausstellung von Affidavits zugelassenen Stellen im Falle vorschriftswidrig ausgestellter oder verwendeter Affidavits; h. die Auskunftspflicht und die Vornahme von Kontrollen; i. die Verweigerung und der Entzug von Bewilligungen und Bescheinigungen; k. die Erhebung von Gebühren; l. die Erhebung von Beiträgen zur Überbrückung preis- oder währungsbedingter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr. Des weitern ist in Artikel 2 die Befugnis des Bundesrates festgelegt, für die Kostendeckung Gebühren festzusetzen oder ausserhalb der Verwaltung stehende, zur Mitwirkung herangezogene Stellen zu ermächtigen, Gebühren zu erheben. Mit einer solchen Ermächtigung werden wir regelmässig die Verpflichtung verbinden, uns die Gebührentarife, soweit sie die Deckung von Kosten betreffen, die aus der Tätigkeit im Rahmen der übertragenen Aufgaben erwachsen, zur Genehmigung vorzulegen. Durch die in Artikel 2 ferner ausdrücklich erwähnte Kompetenz des Bundesrates, Vorschriften über die Erhebung von Beiträgen zur Überbrückung preisoder währungsbedingter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr zu erlassen, soll die Erhebung von Preisüberbrückungsbeiträgen vom Exporteur und deren Weitergabe an den Importeur ermöglicht werden. Auf diese Weise wird die Möglichkeit geschaffen, nötigenfalls aus gewissen Ländern Waren zu beziehen, trotzdem deren Preisniveau über den Weltmarktpreisen steht und mit dem den gebundenen Zahlungsverkehr alimentierenden Gegenwert dieser Waren den Export nach den betreffenden Ländern zu finanzieren. Durch seinen Preisüberbrückungsbeitrag schafft der Exporteur die Voraussetzung für den Import, dessen es bedarf, damit seine Exportforderung im gebundenen Zahlungsverkehr bezahlt werden kann. Dieses System der Preisüberbrückung wird' seit längerer Zeit im Verkehr mit einzelnen Ländern gehandhabt. Durch seine Erwähnung im neuen Bundesbeschluss soll seine Rechtsgrundlage und zugleich die Rekursmöglichkeit in dieser Materie klargestellt werden. Artikel 3, Absatz 1 ermächtigt den Bundesrat, für die Durchführung der von ihm getroffenen Massnahmen an die Mitwirkung von Organisationen, die hiefür geeignet erscheinen, insbesondere an solche der Wirtschaft zu appellieren. Es handelt sich hier z. B. um die Mitwirkung von Organisationen der Wirtschaft bei der Kontingentsverwaltung, der Handelskammern bei der Ursprungskontrolle, der Banken bei der Kontrolle im Finanzzahlungsverkehr und bei der Durchführung des dezentralisierten gebundenen Zahlungsverkehrs usw. Was die Schweizerische Verrechnungsstelle anbetrifft, so wird ihr die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs durch Artikel 4 des Bundesbeschlusses übertragen. Artikel 3, Absatz 2, unterstellt die Organe und Angestellten der zur Mitwirkung herangezogenen Organisationen und Institutionen der straf- und vermögensrechtlichen Verantwortung wie auch der Schweigepflicht der Bundesbeamten. Es ist dies die logische Konsequenz daraus, dass sie im Rahmen ihrer Mitwirkung öffentlich-rechtliche Funktionen ausüben. Artikel 4 befasst sich mit der Schweizerischen Verrechnungsstelle. Diese ist durch Bundesratsbeschluss vom 2. Oktober 1934 über die Durchführung des schweizerischen Verrechnungsverkehrs mit dem Ausland (BS 10, 635) gegründet worden. Sie wurde als öffentlich-rechtliche Körperschaft bezeichnet (Art.1) mit der Zweckbestimmung, sämtliche Aufgaben, die mit dem Verrechnungsverkehr zusammenhängen, durchzuführen (Art.2). Ihre Organisation und Tätigkeit sind durch Statuten geregelt, die der Genehmigung des Bundesrates bedürfen (Art.3). Im übrigen wurden für ihre Geschäftsführung subsidär die Bestimmungen des Obligationenrechts über die Genossenschaften als massgebend erklärt (Art.4). Nach der herrschenden Meinung in der Wissenschaft, die auch vom Bundesgericht übernommen wurde, können öffentlich-rechtliche Organe des Bundes nur durch ein Gesetz oder durch einen allgemein verbindlichen Bundesbeschluss, nicht aber bloss durch einen Bundesratsbeschluss, geschaffen werden. In formalrechtlicher Beziehung ist daher die Rechtsgrundlage der Verrechnungsstelle verschiedentlich angezweifelt worden. Der Ständerat verlangte in seiner Debatte vom April 1951 (vgl. Stenographisches Bulletin, S. 79 ff.) über die damals zur Diskussion stehende Verlängerung des Bundesbeschlusses von 1933, dass die Verrechnungsstelle in rechtlich einwandfreier Weise verankert werde. In Ausführung dieses Auftrages hat bereits der Vorentwurf der Handelsabteilung vom Juni 1955 die nötigen Bestimmungen über die Verrechnungsstelle enthalten, im wesentlichen übereinstimmend mit denjenigen, die nun in Artikel 4 des vorliegenden Entwurfes aufgeführt sind. In den Vernehmlassungen zum Vorentwurf ist die Notwendigkeit, die Verrechnungsstelle noch weiter bestehen zu lassen, von keiner Seite in Zweifel gezogen worden. Dagegen wurde von verschiedener Seite geltend gemacht, wenn der Bundesrat in Artikel 1 ermächtigt werde, besondere Massnahmen im Waren- und Zahlungsverkehr mit dem Ausland zu erlassen, und wenn dann noch darauf hingewiesen werde, dass er für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs Bestimmungen erlassen dürfe, wozu notwendigerweise auch Bestimmungen über das Durchführungsorgan gehörten, so sei es nicht notwendig, eingehende Vorschriften über die Verrechnungsstelle in den Bundesbeschluss aufzunehmen. Wäre dem so, dann wäre allerdings nicht einzusehen, weshalb überhaupt der Bundesratsbeschluss vom 2.Oktober 1934 als hinreichende Rechtsgrundlage für die Schaffung der Verrechnungsstelle in Zweifel gezogen wurde, denn aus Artikel 3 des Bundesbeschlusses von 1933 könnte diese Kompetenz des Bundesrates ebenfalls abgeleitet werden. Die gestützt darauf vom Bundesrat erlassene Ordnung ist jedoch, wie erwähnt, von den eidgenössischen Räten als einer genügenden Rechtsgrundlage ermangelnd beanstandet worden. Diese Beanstandung steht, wie bereits gesagt, im Einklang mit der in der Doktrin vertretenen Auffassung. So kann nach v.Salis (Schweiz.Bundesrecht, zweite Auflage, Nr.1380) die öffentlich-rechtliche Persönlichkeit gemäss Bundesrecht nur auf dem Wege erworben werden, dass der Bund in einem besondern Bundesgesetz festsetzt, dass eine bestimmt zu errichtende oder bereits bestehende Bundesinstitution das Recht der Persönlichkeit besitzen soll oder in einem Bundesgesetz des näheren die Voraussetzungen aufzählt, unter denen ein Bundesorgan einer Bundesinstitution oder einem Vermögenskomplex das Recht eigener Persönlichkeit verleihen kann. Des weitern wurde die Meinung vertreten, dass die Verrechnungsstelle ihre Rechtsgrundlage nicht im geplanten Bundesbeschlüss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, sondern in einem besonderen, ausschliesslich diese Materie regelnden Bundesbeschluss erhalten sollte. Dabei wurde die Befürchtung geäussert, wenn die Verrechnungsstelle im Bundesbeschluss über den Aussenhandel verankert werde, könnte sie leicht entsprechend der Gültigkeitsdauer dieses Erlasses länger als notwendig aufrechterhalten bleiben. Es darf jedoch als selbstverständlich angesehen werden, dass die Gültigkeitsdauer des Bundesbeschlusses über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, auch wenn die Verrechnungsstelle in diesem Beschluss verankert wird, niemals der Aufhebung dieser Institution im Zeitpunkt, wo dies möglich erscheint, wird im Wege stehen können. Durch die Bestimmung in Artikel 4, Absatz 4, dass der Bundesrat die Auflösung derVerrechnungsstelle und ihre Liquidation beschliesst, wenn sie für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs nicht mehr notwendig ist, wird dies übrigens einwandfrei klargestellt. Materiell erscheint es durchaus gegeben, der Verrechnungsstelle als Durchführungsorgan für einen wesentlichen Teil der im Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland vorgesehenen Massnahmen in diesem Beschluss ihre Rechtsgrundlage zu geben. Gerade ihre Bestimmung zur Erfüllung einer Aufgabe von vorübergehender, wenn auch heute zeitlich noch nicht abgrenzbarer Dauer, spricht für diese Lösung. Die Bestimmungen des Entwurfes über die Verrechnungsstelle beschränken sich auf die wichtigsten Grundsätze, deren Festlegung auf der Stufe des Bundesbeschlusses angezeigt erscheint. Der Erlass der übrigen, für ihre Organisation und Tätigkeit notwendigen Vorschriften bleibt dem Bundesrat auf dem Wege der Verordnung überlassen. Soweit er sie nicht selbst trifft, soll darüber ein Reglement der Verrechnungsstelle, das der Genehmigung des Bundesrates bedarf, bestimmen. Absatz 1 des Artikels 4 beschränkt sich darauf, den Anstaltscharakter der Verrechnungsstelle, ihre Rechtspersönlichkeit, ihre Unterstellung unter die Aufsicht des Bundesrates und die Wahl ihres Vorstandes durch den Bundesrat (der Vorstand ist als Schweizerische Clearingkommission im Rechtsmittelverfahren (Art. 5 und 6) als Rekursinstanz eingesetzt) festzulegen. Im Bundesratsbeschluss vom 2. Oktober 1934 wurde die Verrechnungsstelle als öffentlich-rechtliche Körperschaft bezeichnet; materiell hatte sie jedoch infolge ihrer weitgehenden Abhängigkeit von den Bundesbehörden schon bisher eher den Charakter einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Ihre Zwecke sind ihr von aussen, nämlich von den Bundesbehörden, auferlegt, was auf den Anstaltscharakter hinweist. Die Verrechnungsstelle kann auch nicht ihren Zweck oder ihre Statuten ändern oder ihre Auflösung beschliessen. Hiezu bedarf es der Genehmigung oder eines Beschlusses des Bundesrates. Es fehlt damit der Verrechnungsstelle die für eine Körperschaft erforderliche Mitbestimmung. Als Gebilde öffentlichen Rechts kann sie daher nur eine öffentlich-rechtliche Anstalt sein. Ein Postulat Duttweiler vom 25. April 1951 warf die Frage auf, ob die Verrechnungsstelle nicht in eine Verwaltungsabteilung des Bundes überzuführen sei. Wir sind der Auffassung, dass diesem Begehren nicht Folge zu geben ist. Die Ausgestaltung der Verrechnungsstelle als von der Bundesverwaltung getrenntes Gebilde hat sich bewährt. Die Gründe, die seinerzeit dazu veranlassten, haben ihre Geltung nicht verloren. Die gewählte Form ermöglicht es, die Wirtschaft zur Mitverantwortung heranzuziehen und ihr ein Mitspracherecht in den Angelegenheiten des gebundenen Zahlungsverkehrs einzuräumen. Das Korrelat dazu bildet die Finanzierung der Verrechnungsstelle durch Gebühren, welche die Wirtschaft aufzubringen hat. Bei der Errichtung der Verrechnungsstelle wurde es ferner als wichtig betrachtet, diese so zu konstituieren, dass der Wirtschaft unbedenklich zugemutet werden darf, ihr Einblick in die privaten Verhältnisse und Geschäftsabwicklungen zu gewähren, soweit dies für ihre Geschäftsführung unerlässlich ist. Die Notwendigkeit, von den am gebundenen Zahlungsverkehr teilnehmenden Personen und Firmen vertrauensvoll und rückhaltlos die erforderlichen Auskünfte zu erhalten, besteht für die Verrechnungsstelle nach wie vor. Der Distanzierung von der Bundesverwaltung dürfte es zu verdanken sein, dass bis anhin die Verrechnungsstelle die von ihr benötigten, zum Teil sehr weit in die private Geheimsphäre eingreifenden Informationen ohne Schwierigkeiten erhalten hat. Schliesslich ist auch zu bedenken, dass die Eingliederung der Verrechnungsstelle in die Bundesverwaltung für den Bund keineswegs erwünschte Auswirkungen zur Folge hätte. Mit der heutigen Maxime, den Bund möglichst von Aufgaben zu entlasten, die von andern Stellen erledigt werden können, wäre es kaum vereinbar, eine bisher weitgehend selbständige Organisation mit ganz spezieller Aufgabe, die übrigens als solche viel leichter den jeweiligen Verhältnissen angepasst werden kann, als wenn sie ein Teil der Verwaltung wäre, in die Bundesverwaltung einzugliedern. Den Bestrebungen gegen eine Aufblähung des Verwaltungsapparates des Bundes würde dies direkt zuwiderlaufen. Absatz 2 des Artikels 4 enthält die bereits ẹwähnte Bestimmung, durch wen und in welcher Rechtsform die Organisation und die Tätigkeit der Verrechnungsstelle im einzelnen zu regeln ist. Absatz 3 beschränkt sich auf die grundsätzlichen Bestimmungen über den Finanzhaushalt der Verrechnungsstelle. Vorerst wird festgestellt, dass die Verrechnungsstelle keinen Gewinn erstrebt. Zur Deckung ihrer Unkosten soll sie jedoch eine Gebühr erheben können, die vom Bundesrat festgesetzt wird. Ergeben sich Betriebsüberschüsse, so fallen sie an den Bund, der umgekehrt für allfällige Betriebsverluste aufzukommen hat. Die Statuten der Verrechnungsstelle (AS 1951, 722) enthalten in Artikel 10 Bestimmungen über das Betriebskapital der Verrechnungsstelle und die Anpassung ihrer Gebühr im Falle von Betriebsüberschüssen oder Betriebsverlusten. Die Regelung ist die folgende: Ein allfälliger Überschuss der Jahresrechnung fällt zunächst in den Betriebsfonds, bis dieser den Betrag von 6 Millionen Franken erreicht hat. Weitere Einnahmenüberschüsse sind an die Bundeskasse abzuliefern; in diesem Falle hat jedoch die Verrechnungsstelle die Möglichkeit einer Herabsetzung der Gebühr oder ihrer Beschränkung auf bestimmte Arten von Zahlungen zu prüfen und gegebenenfalls dem Bundesrat entsprechend Antrag zu stellen. Die Mittel des Betriebsfonds dienen ausschliesslich der Deckung eines Ausgabenüberschusses der Jahresrechnung. Reichen diese Mittel nicht aus, so ist der Ausgabenüberschuss durch eine angemessene Anpassung der Gebühren wieder auszugleichen. Falls sich dies aus zwingenden Gründen als unmöglich erweisen sollte, so ist der Ausgabenüberschuss durch den Bund zu decken. Diese Vorschriften wurden im Jahre 1951 in die Statuten aufgenommen als Ergebnis eingehender Prüfungen im Schosse der Schweizerischen Clearingkommission, in welcher der Bund und die Wirtschaft vertreten sind und in Fühlungnahme mit der Finanzdelegation der eidgenössischen Räte, welche dieser Statutenänderung zustimmte. Sie sollen weiterhin Geltung haben und werden in der Verordnung des Bundesrates über die Organisation und Tätigkeit der Verrechnungsstelle und im Reglement der Verrechnungsstelle Aufnahme finden. Absatz 4 bestimmt, dass der Bundesrat die Verrechnungsstelle auflösen und ihre Liquidation veranlassen wird, sobald sie für die Erfüllung ihrer Aufgabe, nämlich die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs, nicht mehr benötigt wird. Durch diese Bestimmung wird der vorübergehende Charakter der Verrechnungsstelle unterstrichen, wie auch ihre Bindung an den ihr zugedachten Zweck. Für den Liquidationsfall werden Bestimmungen finanzieller Natur in die Verordnung des Bundesrates aufzunehmen sein. Wie bisher im letzten Absatz von Artikel 10 der Statuten der Verrechnungsstelle festgelegt, wird vorgesehen werden, dass ein allfälliger Überschuss dem Bund zukommen soll. Ein allfälliger Fehlbetrag wird durch den Bund zu decken sein. In den Statuten der Verrechnungsstelle ist ferner in Artikel 6, Absatz 3, (AS 1953, 963) die Kontrolle der Verrechnungsstelle durch den Bundesrat und die eidgenössischen Räte geregelt. Der Vorstand der Verrechnúngsstelle hat dem Bundesrat zuhanden der Bundesversammlung alljährlich Bericht über die Tätigkeit der Verrechnungsstelle zu erstatten und die Jahresrechnung zur Genehmigung vorzulegen. Bericht und Jahresrechnung bedürfen der Genehmigung der Bundesversammlung. Diese Ordnung wurde im Jahre 1953 auf Verlangen der zuständigen Kommissionen der eidgenössischen Räte getroffen. Sie soll weiterhin gelten und wird in die Verordnung des Bundesrates über die Organisation und Tätigkeit der Verrechnungsstelle aufgenommen werden. Ein wichtiges Postulat, das im Zusammenhang mit der Revision des Bundesbeschlusses von 1933 zu verwirklichen ist, betrifft den Ausbau des Rechtsschutzes. Er ist in den Artikeln 5 und 6 des Beschlussentwurfes geordnet. Dabei handelt es sich, kurz zusammengefasst, um die Eröffnung der Möglichkeit, letztinstanzlich bei einer unabhängigen gerichtlichen Behörde gegen Verwaltungsentscheide Beschwerde führen zu können, d.h. sie mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde anzufechten. Gemäss Artikel 104, Absatz 1, des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG, in BS 3, 531) kann der Beschwerdeführer mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nur geltend machen, der Entscheid beruhe auf einer Verletzung von Bundesrecht. Eine solche liegt dann vor, wenn ein in einer eidgenössischen Vorschrift ausdrücklich ausgesprochener oder daraus sich ergebender Rechtssatz nicht oder nicht richtig angewendet worden ist. Jede unrichtige rechtliche Beurteilung einer Tatsache ist als Rechtsverletzung anzusehen. Wo anderseits diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, es sich mit andern Worten um die Beurteilung nicht von Rechts-, sondern von Ermessensfragen handelt, sollen diese der Kognition der Verwaltungsbehörden unterstellt bleiben, wobei der letztinstanzliche Entscheid durch den Bundesrat zu fällen ist. Eine Analyse der auf dem Gebiete des Waren- und Zahlungsverkehrs vorkommenden Tatbestände hatte ergeben, dass im Warenverkehr zur Hauptsache Ermessensfragen zur Beurteilung stehen, weshalb ursprünglich vorgesehen war, alle sich auf diesen. Sektor beziehenden Entscheide ausschliesslich durch die Verwaltungsbeschwerden anfechten zu lassen. Anderseits sollten im Zahlungsverkehr Entscheide der Schweizerischen Clearingkommission, die gemäss Artikel 6, Absatz 2, der Statuten der Verrechnungsstelle (BS 10, 637) erste Rekursinstanz gegenüber Verfügungen der Direktion der Verrechnungsstelle ist, an eine richterliche Instanz weitergezogen werden können, wenn der Beschwerde- führer geltend macht, derEntscheid beruhe auf einerVerletzung von Bundesrecht. Auf dieser Konzeption fussten die Rechtsschutzbestimmungen des Vorentwurfes der Handelsabteilung vom Juni 1955. Im Vernehmlassungsverfahren wurde sie in doppelter Beziehung bemängelt. Einmal wurde gewünscht, dass auch Entscheide von Departementen bei einer gerichtlichen Instanz sollen angefochten werden können, soweit sie sich auf Gebühren und den Entzug von Bewilligungen beziehen. Sodann wurde geltend gemacht, die durch das Gericht zu beurteilenden Beschwerden sollten nicht nach Beschwerdegründen (Rechtsverletzung, Ermessen), sondern, wie das herkömmlich sei, nach Materien ausgeschieden und die Beschwerdefälle deshalb enumerativ aufgezählt werden. Diese Einwendungen wurden in der bereinigten Vorlage berücksichtigt. Die weitere grundlegende Frage, ob wegen Rechtsverletzung in letzter Instanz beim Bundesgericht oder bei einer besonderen, speziell dafür zu schaffenden Rekurskommission mit richterlichen Funktionen soll Beschwerde geführt werden können, wurde im Vorentwurf der Handelsabteilung offen gelassen; es wurden beide Varianten zur Diskussion gestellt. Eine nur sehr kleine Minderheit sprach sich für die Einsetzung eines speziellen Organs aus. Dabei wurde hervorgehoben, dass diese Lösung die Möglichkeit biete, Persönlichkeiten in die Rekurskommisssion zu wählen, die mit der Organisation und der besondern Technik des Verrechnungsverkehrs vertraut sind und deshalb den Vorteil fachlichen Beurteilungsvermögens besitzen. Ferner wurde auf die Überbelastung des Bundesgerichts hingewiesen. Umgekehrt wurde von einer überwiegenden Mehrheit die Betrauung des Bundesgerichts mit dieser Aufgabe empfohlen. Es geschah dies namentlich unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung einer Rechtszersplitterung und Gefährdung der Rechtssicherheit wie auch der Gefahr, dass die allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätze zugunsten einer rein technischen Betrachtungsweise vernachlässigt werden könnten, und nicht zuletzt auch aus dem Bedürfnis heraus, die richterliche Unabhängigkeit gegenüber dem Rechtssuchenden unbedingt gewährleistet zu wissen. Die Abwägung der für die Einsetzung einer besondern Rekurskommission, und der für die Einsetzung des Bundesgerichts als oberste Beschwerdeinstanz sprechenden Gründe führte dazu, uns für das Bundesgericht zu entscheiden, weshalb in Artikel 6 des Be-schluss-Entwurfes die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht vorgesehen ist. Dieses hat sich bereit erklärt, die Aufgabe zu übernehmen. Artikel 5 ordnet die Verwaltungsbeschwerde, und zwar nach Massgabe von Artikel 28 bis des Bundesgesetzes vom 26. März 1914 über die Organisation der Bundesverwaltung (Bundesverwaltungs-OG in BS 1, 266). Absatz 1 regelt die Beschwerde gegen Entscheide von Departementen nachgeordneten eidgenössischen Amtsstellen sowie gegen Entscheide von Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung. Der bisherigen Ordnung entsprechend, die sich bewährt hat, wird die aus Vertretern des Bundes, der Schweizerischen Nationalbank und der Wirtschaft zusammengesetzte Schweizerische Clearingkommission als erste Rekursinstanz der Verrechnungsstelle übergeordnet. Absatz 2 sieht sodann gegen Entscheide der Departemente (im Sinne von Art.124, lit. a OG) oder gegen Entscheide von ausserhalb der Bundesverwaltung stehenden Instanzen - in concreto der Clearingkommission - (im Sinne von Art.124, lit.c OG) die Beschwerde an den Bundesrat vor, sofern nicht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig ist (Art.6). Welche Entscheide von Departementen oder der Clearingkommission mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden können, ist in lit. $a$ bis $e$ von Artikel 6 im einzelnen und abschliessend aufgeführt. Die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in diesen Beschwerdefällen stützt sich auf die Artikel 97 und 100 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege. Normalerweise hat weder die Verwaltungsbeschwerde, noch die Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufschiebende Wirkung (Art.23bis, Abs.1, lit.c, Bundesverwaltungs OG und Art. 106 OG ). Sie kann beidenBeschwerden aber durch besondere bundesrechtliche Vorschrift verliehen werden. In einzelnen Vernehmlassungen zum Vorentwurf der Handelsabteilung wurde postuliert, allen Beschwerden gegen Entscheide im Sinne des neuen Bundesbeschlusses von Gesetzes wegen Suspensivwirkung zu verleihen. Die Prüfung dieses Postulates hat jedoch ergeben, dass es nicht angängig ist, auf dem Gebiet des Aussenhandels, dessen Lenkung weitgehend auf zwischenstaatlichen Vereinbarungen basiert, allgemein die aufschiebende Wirkung von Beschwerden zu verfügen. Es muss daher bei der normalen Regelung bleiben. Dies schliesst aber nicht aus, dass die Suspensivwirkung, wenn die Verhältnisse es erlauben, in Einzelfällen durch die Beschwerdeinstanz eingeräumt werden soll, wie dies schon bisher gehandhabt wurde und speziell auf dem Gebiet des Zahlungsverkehrs die Regel war. Artikel 7 bedarf keiner Erläuterung. Artikel 8 enthält die Strafbestimmungen. Absatz 1 sieht für Widerhandlungen gegen den Beschluss und seine Ausführungsbestimmungen die Bestrafung mit Gefängnis bis zu 12 Monaten oder mit Busse bis zu 50000 Franken vor. Das bisherige Bussenmaximum von 10000 Franken hat sich als zu niedrig erwiesen. Seine Erhöhung rechtfertigt sich unter anderem auch mit Rücksicht auf die eingetretene Geldentwertung. Absatz 2 stellt, entsprechend der bisherigen Regelung, auch die fahrlässig begangenen Widerhandlungen unter Strafe. Absatz 3 betrifft eine Sonderregelung für die Fälle des Bannbruches gemäss Artikel 76 des Bundesgesetzes vom 1.Oktober 1925 über das Zollwesen (BS 6, 465). Ist auch der Bannbruch kein Zollvergehen im engern Sinne, so hat er doch unter den Bestimmungen über die Zollvergehen Aufnahme gefunden, weil der Zollverwaltung auch die Überwachung des verbotenen Warenverkehrs obliegt. Aus Gründen der Strafverfolgung ist es zweckmässig, bei der Verletzung von Einfuhr-, Ausfuhr- und Durchfuhrverboten oder -beschränkungen die auf solche Widerhandlungen zugeschnittenen Vorschriften über den Bannbruch zur Anwendung gelangen zu lassen. Schon Artikel 6, Absatz 1, der in Ausführung des Bundesbeschlusses vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS 47, 785) erlassenen Verordnung des Bundesrates vom 1. Februar 1932 über die Beschränkung der Einfuhr (AS 48, 67) erklärte den dritten Abschnitt des Zollgesetzes (Verletzung von Zollvorschriften) anwendbar. In Artikel 6, Absatz 2, des Bundesbeschlusses von 1933 sodann wurde der Bundesrat ermächtigt, zu bestimmen, dass auf Widerhandlungen gegen die Einfuhrbeschränkungen die Straf- und Strafverfahrensbestimmungen der Zollgesetzgebung sinngemäss Anwendung finden. Eine entsprechende Regelung hat der Bundesrat in Artikel 10, lit. $a$ und Artikel 11 der Verordnung vom 12. Mai 1950 über die Warenein- und ausfuhr (AS 1950, 403) getroffen. Sie soll nun auch im neuen Bundesbeschluss verankert werden. Sah der Vorentwurf der Handelsabteilung noch vor, dass, wenn eine Widerhandlung gleichzeitig den Tatbestand eines Zollvergehens im Sinne des Zollgesetzes und denjenigen einer durch den Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland mit Strafe bedrohten Handlung erfüllt, dessen Strafbestimmungen neben denjenigen des Zollgesetzes Anwendung zu finden hätten, so soll nach dem Beschlussentwurf die Tat als Zollvergehen geahndet werden. Dieses Vorgehen vermeidet die Durchführung von zwei verschiedenen Verfahren in ein und derselben Sache. Absatz 4 behält die Strafverfolgung auf Grund der besondern Bestimmungen des Strafgesetzbuches vor, für den Fall, dass gleichzeitig eine Widerhandlung gegen diese vorliegt. Absatz 5 behält für Widerhandlungen gegen die Vorschriften über die Ursprungsbescheinigungen die in der Ursprungszeugnisverordnung vom 9. Dezember 1929 (BS 10, 525) vorgesehene Regelung vor. Nach Artikel 14 des Bundesratsbeschlusses vom 12. Mai 1950 über die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr mit dem Ausland und die Dezentralisierung dieses Verkehrs (AS 1950, 413) ist den Ursprungsbescheinigungen als Instrument im Dienste des gebundenen Zahlungsverkehrs der rechtliche Charakter von Ursprungszeugnissen im Sinne der Ursprungszeugnisverordnung vom 9. Dezember 1929 (BS 10, 525) verliehen und es werden die Bestimmungen dieser Verordnung auf sie anwendbar erklärt. In strafrechtlicher Hinsicht werden Widerhandlungen mit Gefängnis und Busse geahndet (Art.14/15); sie werden auf dem Wege der administrativen Strafverfügung durch das Volkswirtschaftsdepartement beurteilt, wenn die Voraussetzung zur Verhängung einer Gefängnisstrafe nicht als erfüllt erachtet wird (Art.15, Abs.2). Da sich dieses Verfahren bewährt hat, soll es auch unter der Herrschaft des neuen Beschlusses Anwendung finden. Absatz 6 bedarf keiner Erläuterung. Er entspricht im Inhalt und in der Formulierung der Regelung, wie sie in mehreren andern Spezialgesetzen für Widerhandlungen in Betrieben getroffen wurde, so z.B. im Bundesgesetz vom 30. September 1955 über die wirtschaftliche Kriegsvorsorge (Art.39), (AS 1956, 85). Artikel 9 enthält die Bestimmungen über das Strafverfahren. Wie bisher wird die Strafverfolgung grundsätzlich den Kantonen überlassen. Vorbehalten bleibt die Überweisung einzelner Fälle durch den Bundesrat an das Bundesstrafgericht. Artikel 10 betrifft die Berichterstattung des Bundesrates an die Bundesversammlung über die auf Grund des Beschlusses getroffenen Massnahmen. Sie wird wie bis anhin zweimal im Jahr erfolgen. Artikel 11 enthält die notwendigen Schluss- und Übergangsbestimmungen. Absatz 1 bestimmt das Inkrafttreten des Beschlusses auf den 1. Januar 1957, in welchem Zeitpunkt der Bundesbeschluss von 1933 seine Geltung verliert. Für den neuen Beschluss ist eine Dauer von 10 Jahren vorgesehen. Die Befristung entspricht dem Charakter des Beschlusses. Wir halten es für angemessen, sie auf 10 Jahre festzusetzen. Gemäss Absatz 2 sollen die gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 angeordneten Einfuhrbeschränkungen für schwere und mittelschwere Lastwagen, für Landwirtschaftstraktoren und für kinematographische Filme bis auf weiteres in Kraft bleiben. Die geltende Einfuhrregelung für Lastwagen geht zurück auf den Bundesratsbeschluss vom 15. September 1933 über die Beschränkung der Einfuhr (BS 10, 569). Für die sogenannten schweren Lastwagentypen (inkl. Trolleybusse, Omnibusse und Gesellschaftswagen mit mehr als 30 Sitzplätzen) besteht, mit Ausnahme kleiner zwischenstaatlicher Importkontingente, schon seit Jahren praktisch ein Einfuhrverbot. Für Fahrzeuge der mittelschweren Kategorie wurde die Einfuhrbeschränkung Ende 1951 sistiert. Das Eidgenössische Militärdepartement hat die Aufnahme einer Bestimmung in den neuen Bundesbeschluss zur Diskussion gestellt zum Zwecke der Weiterführung der im engsten Zusammenhang mit den Mobilmachungsplänen (Vereinheitlichung der Typen) stehenden Kontingentierung für schwere Fahrzeuge. Dieser Zweck kann indessen auch durch die Fortdauer der heutigen Massnahmen verwirklicht werden. Die Schutzwürdigkeit der schweizerischen Lastwagenindustrie wird von keiner Seite bestritten; in diesem Sinne hat sich auch die Schweizerische Handelskammer ausgesprochen. Auch wir halten dafür, dass sie als bedeutsamer wehrwirtschaftlicher Faktor des bisherigen Schutzes nicht entbehren kann. Wir sehen die zweckmässige Lösung darin, die weitere Wirksamkeit der gestützt auf den Bundesbeschluss von 1933 erlassenen Einfuhrbeschränkung für schwere und mittelschwere Motorfahrzeuge in Artikel 11 des neuen Bundesbeschlusses zu statuieren. Die Importrestriktionen für Landwirtschaftstraktoren basieren auf den Bundesratsbeschlüssen Nrn. 2 und 16 vom 26. Februar 1932 (BS 10, 542) bzw. 23. Februar 1933 (BS 10, 564) über die Beschränkung der Einfuhr. Sie wurden bis April 1954 unter dem Titel des militärischen Bedürfnisses an der Erhaltung der Produktion gehandhabt, nach diesem Zeitpunkt aber nur noch in den Dienst der handelspolitischen Auswertung gegenüber dem Ausland gestellt und sukzessive gelockert. Bei der stark zollbegünstigten Einfuhr von landwirtschaftlichen Traktoren bietet die daraus resultierende unterdurchschnittliche Zollbelastung der Traktorenindustrie unbestrittenermassen keinen genügenden Schutz. Das Aequivalent für die als Endziel vorgesehene gänzliche Aufhebung der Beschränkungen wird in einer Erhöhung des Zollansatzes im Rahmen der allgemeinen Zolltarifrevision gesucht werden müssen. Bis zur Erreichung dieser Korrektur ist jedoch der Traktorenindustrie vorläufig ein angemessener Schutz im Sinne einer vorübergehenden Sonderregelung weiter zu gewähren. Die Einfuhr kinematographischer Filme schliesslich ist geregelt durch den Bundesratsbeschluss Nr. 54 vom 26. September 1938 (BS 4, 239) und die Verfügung vom 18. April 1940 des Eidgenössischen Departements des Innern (BS 4, 242). Für die Ordnung des Filmwesens im allgemeinen und die Einfuhr kinematographischer Filme im besondern ist ein spezieller Verfassungsartikel (27ter) in Vorbereitung (vgl. Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 24. Februar 1956 [BBl 1956, I, 457]). Um zu vermeiden, dass zwischen dem Ablauf der Gültigkeitsdauer des Bundesbeschlusses von 1933 und dem Inkrafttreten des neuen Verfassungsartikels eine Phase unkontrollierter Filmimporte eintritt, erweist sich auch hier eine Übergangsregelung als angezeigt. Absatz 3 sieht vor, dass, von der in Absatz 2 getroffenen Sonderregelung abgesehen, die unter der Geltung des Bundesbeschlusses von 1933 erlassenen Ausführungsvorschriften und angeordneten Massnahmen über den 31. Dezember 1956 hinaus in Kraft bleiben, soweit sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgehoben oder abgeändert worden sind. Sie werden bis dahin aufzuheben oder abzuändern sein, soweit sie zum neuen Bundesbeschluss in Widerspruch stehen. Durch diese Regelung wird erreicht, dass neue Erlasse auf ein Minimum beschränkt werden. Die Absätze 4 und 5 bedürfen keiner Erläuterung. Desgleichen nicht Artikel 12 über den Vollzug und Artikel 13 über die Referendumsklausel. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen beehren wir uns, Ihnen die Annahme des beiliegenden Beschlussesentwurfes zu beantragen. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 27.April 1956. Im Namen des Schweizerischen Bundesrates, Der Vizepräsident: Streuli Der Bundeskanzler: Ch. Oser # Bundesbeschluss über ## wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland Die Bundesversammlung<br>der Schweizerischen Eidgenossenschaft,<br>gestützt auf Artikel 28, 29 und 64bis der Bundesverfassung,<br>nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 27. April 1956, beschliesst: Art. 1 ${ }^{1}$ Sofern ausländischeMassnahmen oder ausserordentlicheVerhältnisse im Ausland den Waren- oder Zahlungsverkehr der Schweiz derart beeinflussen, dass wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen beeinträchtigt werden, kann der Bundesrat für so lange, als es die Umstände erfordern, a. die Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr von Waren überwachen, bewilligungspflichtig erklären, beschränken oder verbieten; b. den Zahlungsverkehr mit bestimmten Ländern regeln; c. Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr mit einzelnen Ländern und Ländergruppen abschliessen. ${ }^{2}$ Bevor der Bundesrat solche Massnahmen trifft, hört er die von ihm bestellte Konsultative Kommission für Handelspolitik an, sofern die schweizerischen Wirtschaftsinteressen nicht die sofortige Anordnung der Massnahmen erfordern. In diesem Falle ist die Kommission nachträglich zu begrüssen. Art. 2 ${ }^{1}$ Der Bundesrat erlässt die erforderlichen Ausführungsvorschriften. ${ }^{2}$ Er kann auch Vorschriften erlassen über die Erhebung von Beiträgen zur Überbrückung preis- oder währungsbedingter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr. Geltungsbereich Ausführungsvorschriften, Uberbrückungsbeiträge und Gebühren ${ }^{3}$ Er kann zur Deckung der Kosten, die dem Bund und den mit der Durchführung dieses Beschlusses beauftragten Stellen erwachsen, Gebühren festsetzen und Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung, die für die Durchführung dieses Beschlusses herangezogen werden, ermächtigen, Gebühren zu erheben. # Art. 3 Mitarbeit von Organisationen und Institutionen Schweizerische Verrechnungsstelle ${ }^{1}$ Mit der Durchführung von Massnahmen im Sinne dieses Beschlusses können neben den in diesem Beschluss vorgesehenen auch andere Organisationen oder Institutionen beauftragt werden, insbesondere solche der Wirtschaft. Soweit der Bundesrat die Aufsicht über sie im Rahmen der ihnen durch diesen Beschluss zugewiesenen Tätigkeit nicht selbst ausübt und ihnen die erforderlichen Weisungen erteilt, bezeichnet er in den Ausführungserlassen die dafür zuständigen Stellen. ${ }^{2}$ Die Organe und Angestellten sämtlicher Organisationen und Institutionen, die mit der Durchführung von Massnahmen im Sinne dieses Beschlusses und seiner Ausführungsvorschriften beauftragt werden, unterstehen dabei hinsichtlich ihrer straf- und vermögensrechtlichen Verantwortung und ihrer Schweigepflicht den für die Bundesbeamten geltenden Vorschriften. ## Art. 4 ${ }^{1}$ Mit der Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs wird die vom Bundesrat unter dem Namen «Schweizerische Verrechnungsstelle» - "Office suisse de compensation» - "Ufficio svizzero di compensazione» errichtete öffentliche Anstalt beauftragt. Sie ist mit dem Recht der Persönlichkeit ausgestattet und untersteht der Aufsicht des Bundesrates. Der Vorstand der Schweizerischen Verrechnungsstelle, bezeichnet als Schweizerische Clearingkommission, wird vom Bundesrat gewählt. ${ }^{2}$ Organisation und Tätigkeit der Schweizerischen Verrechnungsstelle werden durch Verordnung des Bundesrates und ein von ihr aufgestelltes Reglement geregelt. Erlass und Änderung des Reglementes bedürfen der Genehmigung des Bundesrates. ${ }^{3}$ Die Schweizerische Verrechnungsstelle erstrebt keinen Gewinn. Zur Deckung ihrer Unkosten ist sie ermächtigt, eine Gebühr zu erheben, die vom Bundesrat festgesetzt wird. Allfällige Betriebsüberschüsse fallen in die Bundeskasse; allfällige Betriebsverluste werden vom Bund gedeckt. ${ }^{4}$ Der Bundesrat beschliesst die Auflösung der Schweizerischen Verrechnungsstelle und ihre Liquidation, wenn sie für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs nicht mehr notwendig ist. Art. 5 Verwaltungs- beschwerde ${ }^{1}$ Gegen Entscheide untergeordneter eidgenössischer Amtsstellen sowie gegen Entscheide von Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung, die mit der Durchführung von auf Grund dieses Beschlusses erlassenen Massnahmen beauftragt sind, kann gemäss Artikel 23bis des Bundesgesetzes vom 26. März 1914 über die Organisation der Bundesverwaltung bei der vorgesetzten Instanz Beschwerde geführt werden. Gegen Entscheide der Schweizerischen Verrechnungsstelle kann bei der Schweizerischen Clearingkommission Beschwerde geführt werden. ${ }^{2}$ Gegen Entscheide eines Departementes oder der Schweizerischen Clearingkommission kann gemäss Artikel 124, lit. a oder c, des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege beim Bundesrat Beschwerde geführt werden, sofern nicht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig ist. Art. 6 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss Artikel 97 und 100 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege beim Bundesgericht Entscheide einesDepartements oder der Schweizerischen Clearingkommission angefochten werden über: a. Gebühren; Abgaben im Sinne von Artikel 2, Absatz 2; b. die Verweigerung und den Entzug von Bewilligungen, Ursprungsbescheinigungen, Kontingentsbescheinigungen, Visa, Affidavits und Bescheinigungen für Einzelforderungen, Einfuhrzertifikate und anderen Bescheinigungen ähnlichen Charakters; c. die Pflicht zur Einzablung in den gebundenen Zahlungsverkehr; d. die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr; e. die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bei Verstössen gegen Vorschriften des gebundenen Zahlungsverkehrs. Art. 7 Jeder weiterziehbare Entscheid ist mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen, in welcher auch die Beschwerdeinstanz und die Beschwerdefrist anzugeben sind. Art. 8 ${ }^{1}$ Widerhandlungen gegen diesen Beschluss und seine Ausführungsvorschriften werden mit Gefängnis bis zu 12 Monaten oder mit Busse bis zu 50000 Franken bestraft. ${ }^{2}$ Strafbar sind auch die fahrlässig begangenen Widerhandlungen. ${ }^{3}$ Stellt sich die Tat als ein Zollvergehen im Sinne des Bundesgesetzes vom 1.Oktober 1925 über das Zollwesen dar, so sind sie und allfällige - Teilnahmehandlungen ausschliesslich nach dessen Strafvorschriften und Verfahrensbestimmungen zu ahnden, auch wenn gleichzeitig der Tatbestand einer durch diesen Beschluss mit Strafe bedrohten Handlung erfüllt ist. Verwaltungs-gerichtsbeschwerde Rechtsmittelbelehrung Strafbestimmungen ${ }^{4}$ Die Strafverfolgung auf Grund der besondern Bestimmungen des Strafgesetzbuches bleibt in allen Fällen vorbehalten. ${ }^{5}$ Widerhandlungen gegen die Vorschriften über die Ursprungsbescheinigungen werden gemäss der Ursprungszeugnisverordnung vom 9. Dezember 1929 verfolgt und beurteilt. ${ }^{6}$ Werden die Widerhandlungen im Geschäftsbetriebe einer juristischen Person, einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft oder einer Einzelfirma begangen, so finden die Strafbestimmungen auf diejenigen Personen Anwendung, die für sie gehandelt haben oder hätten handeln sollen, jedoch unter solidarischer Mithaftung der juristischen Person, der Gesellschaft oder des Inhabers der Einzelfirma für Busse und Kosten, sofern die verantwortliche Geschäftsleitung nicht nachweist, dass sie alle erforderliche Sorgfalt angewendet hat, um die Einhaltung der Vorschriften durch die genannten Personen zu bewirken. # Art. 9 Strafverfahren ${ }^{1}$ Die Verfolgung und Beurteilung der Widerhandlungen liegen, unter Vorbehalt von Artikel 8, Absatz 4, und, soweit nicht der Bundesrat einzelne Fälle an das Bundesstrafgericht überweist, den kantonalen Behörden ob. Die gemäss Artikel 8, Absatz 6, Mitverantwortlichen haben die gleichen Parteirechte wie die Angeschuldigten. ${ }^{2}$ Der Bundesanwaltschaft und, soweit es sich um Angelegenheiten des gebundenen Zahlungsverkehrs handelt, der Schweizerischen Verrechnungsstelle sind sämtliche kantonalen Urteile, Strafbescheide und Einstellungsbeschlüsse ohne Verzug nach ihrem Erlass in vollständiger Ausfertigung unentgeltlich mitzuteilen. Art. 10 Der Bundesrat hat über die auf Grund dieses Beschlusses getroffenen Massnahmen der Bundesversammlung zweimal im Jahr Bericht zu erstatten. Die Bundesversammlung entscheidet, ob diese Massnahmen in Kraft bleiben, ergänzt oder abgeändert werden sollen. Art. 11 Schluss- und Ubergangsbestimmungen ${ }^{1}$ Dieser Beschluss tritt am 1. Januar 1957 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 1966. ${ }^{2}$ Die gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland angeordneten Einfuhrbeschränkungen für Lastwagen.Trolleybusse,Omnibusse und Gesellschaftswagen der schweren und mittelschweren Kategorie (ex Zoll- tarif-Nr. $914 c / d)$, für Landwirtschaftstraktoren (ex Zolltarif-Nrn.M.5, $914 g$ ) und für kinematographische Filme (Zolltarif-Nr. 902a), bleiben bis auf weiteres in Kraft. ${ }^{3}$ Die übrigen gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/ 22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland erlassenenAusführungsvorschriften und angeordneten Massnahmen bleiben über den 31. Dezember 1956 hinaus in Kraft, soweit sie bis zu diesem Zeitpunkte nicht aufgehoben oder abgeändert worden sind. ${ }^{4}$ Auf Tatsachen, die sich während der Geltungsdauer des Bundesbeschlusses vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland und seiner Ausführungsvorschriften ereignet haben, bleiben diese Vorschriften unter Vorbehalt von Absatz 5, Satz 1, anwendbar. ${ }^{5}$ Am 1. Januar 1957 bei den zuständigen Stellen und Behörden hängige Gesuche und Beschwerden sind nach den Verfahrensvorschriften dieses Beschlusses und seiner Ausführungsvorschriften weiter zu behandeln. Beim Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement hängige Beschwerden gegen Entscheide der Schweizerischen Clearingkommission sind noch von diesem zu entscheiden unter Vorbehalt des Weiterzuges an das Bundesgericht in den in Artikel 6 aufgezählten Streitsachen und an den Bundesrat in allen anderen Fällen. Auch der Bundesrat erledigt noch die bereits eingereichten Beschwerden, die nach diesem Beschluss in die Zuständigkeit des Bundesgerichtes fallen würden. Art. 12 Der Bundesrat ist mit dem Vollzug dieses Beschlusses beauftragt. Vollzug Art. 13 Der Bundesrat ist beauftragt, diesen Beschluss gemäss den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 17. Juni 1874 betreffend Volksabstimmung über Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse bekanntzumachen. Referendums- klausel
# Bundesblatt 108. Jahrgang Bem, den 9. Mai 1956 Band I Erecheint wöchentlich. Preis 30 Franken im Jahr, 16 Franken im Halbjahr zuzüglich Nachnahme- und Postbestellungsgebühr Einrückungsgebühr: 50 Rappen die Petitzelle oder deren Raum. - Inserate franko an Stämpfli \& Cie. in Bern ## 7085 ## Botschaft des ## Bundesrates an die Bundesversammlung zum Entwurf eines Bundesbeschlusses über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland (Vom 27.April 1956) Herr Präsident! Hochgeehrte Herren! Wir beehren uns, Ihnen hiermit den Entwurf zu einem Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland mit folgender Botschaft zu unterbreiten. Bei dem Ihnen heute vorliegenden Entwurf handelt es sich nicht etwa um die Schaffung völlig neuen, sondern um die Revision bestehenden Rechts, nämlich um die Revision des an die Stelle des Bundesbeschlusses vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS 47, 785) getretenen Bundesbeschlusses vom 14.Oktober 1933 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, in der Fassung vom 22. Juni 1939 (BS 10, 539). ## I. Historischer Rückblick Durch die sich seit 1929 abzeichnende und im Jahr 1931 endgültig ausgebrochene allgemeine Wirtschaftskrise wurde der internationale Waren- und Zahlungsverkehr aufs schwerste erschüttert. Zur Behebung dieser Schwierigkeiten sahen sich fast alle wichtigeren Handelsstaaten gezwungen, massive Zollerhöhungen vorzunehmen und Einfuhrbeschränkungen, ja sogar Einfuhrverbote zu erlassen. Um den Zerfall der Währungen aufzuhalten, wurde in zahlreichen Ländern die Devisenbewirtschaftung eingeführt. Diese Störungen mussten sich auch auf die wie kaum ein anderes Land mit der Weltwirtschaft verbundene Schweiz nachteilig auswirken. In den Jahren 1929 bis 1930 erfuhr unsere Handelsbilanz infolge stark rückläufiger Exporte eine zunehmende Verschlechterung, was um so bedenklicher war, als sich gleichzeitig auch die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr und der Ertrag der schweizerischen Kapitalanlagen im Ausland erheblich verminderten. Diese Entwicklung und die zunehmende Arbeitslosigkeit mussten die wirtschaftliche Lage unseres Landes als äusserst ernst erscheinen lassen. Als Abwehrwaffe gegen all diese ausländischen Massnahmen stand der Schweiz in jenem Zeitpunkt, da die dem Bundesrat im ersten Weltkrieg erteilten Vollmachten längst aufgehoben waren, allein der Zolltarif, d.h. das Mittel der Zollerhöhungen zur Verfügung, das jedoch zur Eindämmung der Krise in keiner Weise ausreichen konnte und durch weitere geeignete Massnahmen ergänzt werden musste. Im Lichte dieser Sachlage wurde der Bundesrat durch den Bundesbeschluss vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr ermächtigt, zum Schutze der nationalen Produktion und insbesondere zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse des Landes, ausnahmsweise und vorübergehend die Einfuhr bestimmter Waren zu beschränken oder von Bewilligungen abhängig zu erklären (Art.1). Ferner wurde der Bundesrat ermächtigt, gegenüber Staaten, die den freien Zahlungsverkehr einschränken, die Interessen unseres Landes auch durch den Abschluss kurzfristiger Abkommen zu wahren (Art.4). Auf Grund dieses Bundesbeschlusses wurden in der Folge für eine Reihe besonders exponierter Waren Einfuhrbeschränkungen angeordnet, die sich sowohl auf die Preisgestaltung als auch auf den Beschäftigungsgrad in den betreffenden Industrien im Sinne einer Stabilisierung auswirkten. Ferner wurden Clearingverträge mit verschiedenen Ländern abgeschlossen, da offensichtlich mit einer baldigen Aufhebung der von ihnen verfügten Devisenrestriktionen nicht zu rechnen war. Trotzdem der zitierte Bundesbeschluss den vorübergehenden Charakter der gestützt auf ihn erlassenen Anordnungen betonte, war auch in den darauffolgenden Jahren an einen Verzicht auf die ausserordentlichen Massnahmen nicht zu denken. Die damalige Entwicklung der internationalen Wirtschaftslage liess es, insbesondere nach dem Scheitern der Londoner Weltwirtschaftskonferenz von 1933, vielmehr als dringend notwendig erscheinen, die verhältnismässig grosse Kaufkraft der Schweiz durch Ausdehnung des Kompensationsverkehrs noch in vermehrtem Masse in den Dienst unseres Exportes zu stellen und, angesichts der Verschlechterung der schweizerischen Zahlungsbilanz, in den Clearingverträgen neben dem Warenverkehr auch die Kapitalinteressen nach Möglichkeit zu berücksichtigen. In dieser Hinsicht wies aber der Bundesbeschluss von 1931 insofern eine Lücke auf, als er in Artikel 4 den Bundesrat nur ermächtigte, gegenüber Staaten, die den freien Zahlungsverkehr einschränken, die schweizerischen Interessen auch durch den Abschluss kurzfristiger Abkommen zu wahren. Für den Fall, dass ein Land den Abschluss eines solchen Abkommens verweigerte oder die Verhandlungen nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führten, musste daher die Möglichkeit geschaffen werden, unsere Interessen durch einseitige Massnahmen, insbesondere durch Beschränkung des Zahlungsverkehrs zu schützen. Diese Überlegungen führten zum Erlass des Bundesbeschlusses vom 14. Oktober 1933 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, der den Bundesbeschluss vom 23. Dezember 1931 ersetzte. Durch Artikel 1 wurde der Bundesrat ermächtigt, auch zur Förderung des Exportes sowie im Interesse der schweizerischen Zahlungsbilanz Massnahmen zu treffen. Artikel 3 sah für den Fall eines Scheiterns von Verhandlungen über den Zahlungsverkehr die Möglichkeit vor, die schweizerischen Belange durch einseitige wirtschaftliche oder finanzpolitische Massnahmen, speziell durch Beschränkung des Zahlungsverkehrs mit solchen Ländern zu schützen. Damit war das Arsenal zur Krisenbekämpfung in einer Weise ergänzt worden, welche es erlaubte, den vom Ausland getroffenen handels- und zahlungspolitischen Massnahmen durch entsprechende schweizerische Abwehrmassnahmen wirksam zu begegnen. In dieser Form ist der Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933 auf Grund periodischer Verlängerungen bis heute in Kraft geblieben. Unter dem Eindruck des damals unmittelbar bevorstehenden zweiten Weltkrieges wurde indessen am 22. Juni 1939 als neues Element die Ermächtigung zur Vermehrung der Vorratshaltung für die Sicherstellung der Landesversorgung mit lebenswichtigen Gütern aufgenommen. Es würde zu weit führen, hier im einzelnen oder auch nur in grossen Zügen auf die zahlreichen und vielgestaltigen Massnahmen einzutreten, welche gestützt auf den Beschluss getroffen wurden. Die eidgenössischen Räte sind darüber periodisch durch die Berichte (Nr. I-LII) des Bundesrates orientiert worden. In grundsätzlicher Beziehung sei immerhin festgehalten, dass die Massnahmen im allgemeinen Defensivcharakter hatten und ausschliesslich dem Schutze unserer wirtschaftlichen Interessen gegenüber den vom Ausland angeordneten Beschränkungen dienten. Sie wurden in der Regel auch nie länger aufrechterhalten, als dies die Einflüsse des Auslandes auf die schweizerische Wirtschaft erforderten. Ausnahmsweise wurden allerdings zu gewissen Zeiten auf Grund des Bundesbeschlusses 1933 auch Massnahmen getroffen, die nicht der handelspolitischen Abwehr, sondern der Ordnung binnenwirtschaftlicher Verhältnisse dienten und daher mit ihm nur schwer vereinbar waren. In dieser Hinsicht hat jedoch eine weitgehende Säuberung stattgefunden, sei es, dass auf einzelne Massnahmen verzichtet werden konnte, sei es durch den Erlass von Spezialgesetzen, die sich auf die neuen Wirtschaftsartikel stützen (Uhrenstatut, Landwirtschaftsgesetz, Gesetz über die wirtschaftliche Kriegsvorsorge). Durch die Wirtschaftsartikel insbesondere wurde die Möglichkeit geschaffen, den Bundesbeschluss von allem zu befreien, was innere Wirtschaftspolitik darstellt. Dank dieser neuen gesetzlichen Grundlage hätten also die Möglichkeiten, geeignete Abwehrmassnahmen für die Bekämpfung allfälliger Krisen zu treffen, nicht mehr in ihrer ganzen Breite im Bundesbeschluss 1933 verankert bleiben müssen. Diese Feststellung führt direkt zu der Frage, ob das weitere Inkraftbleiben des Bundesbeschlusses überhaupt noch einer Notwendigkeit entspreche und ob der Beschluss, in Anpassung an die geschilderte Entwicklung, nicht längst hätte grundlegend revidiert werden sollen. In bezug auf den ersten Punkt ist zuzugeben, dass der Bundesbeschluss als Rechtsbasis für Massnahmen binnenwirtschaftlicher Natur durch die Wirtschaftsartikel und zahlreiche Spezialgesetze abgelöst wurde. Auf dem Gebiete des Aussenhandels und Zahlungsverkehrs würde dagegen seine Aufhebung den Bundesrat des auch heute noch dringend erforderlichen Rüstzeugs für die Erhaltung einer dauernden. Verteidigungsbereitschaft berauben. Man könnte sich natürlich fragen, ob solche Vorschriften im Zeitalter der Organi- sation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECE), der Europäischen Zahlungsunion (EZU) und im Vorfeld der Konvertibilität der Währungen sich noch rechtfertigen. Darauf ist zu erwidern, dass weder alle europäischen Länder noch die überseeischen Staaten der OECE angeschlossen sind. Die Schweiz steht also nach wie vor zahlreichen Gebieten gegenüber, die ihren Verkehr bilateral regeln; sie muss daher jederzeit in der Lage sein, die sich aus dieser Situation ergebenden Massnahmen zu treffen. Aber selbst gegenüber den der OECE angehörenden Ländern liegt die Notwendigkeit von Verteidigungsmassnahmen keineswegs ausserhalb des Bereiches der Wahrscheinlichkeit, da es sich hier nicht um eine Organisation mit absoluten Verpflichtungen handelt. Der Liberalisierungskodex sieht ja bekanntlich unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einseitiger Abwehrmassnahmen ausdrücklich vor, von welcher auch die Schweiz vor nicht allzulanger Zeit Gebrauch machen musste. Was die Europäische Zahlungsunion anbelangt, so ist einmal mehr festzustellen, dass dieses System noch keineswegs die freie Konvertibilität der Währungen bedeutet, sondern lediglich die Möglichkeit des monatlichen Saldoausgleichs unter den Mitgliedstaaten und den der Union währungsmässig angeschlossenen Territorien bietet. Solange eine solche Regelung aber mit der Gewährung von Bundeskrediten verknüpft ist, müssen auch die Vorschriften über den gebundenen Zahlungsverkehr (Einzahlungspflicht und Auszahlungskontrolle) und die dafür erforderlichen gesetzlichen Grundlagen aufrecht bleiben. Diese Uberlegungen zeigen deutlich, dass der Bundesbeschluss vom 14.Oktober 1933 jedenfalls soweit beibehalten werden muss, als es die schweizerischen Interessen auf dem Gebiete des Aussenhandels und des Zahlungsverkehrs erfordern. Zu dieser Auffassung haben sich auch die eidgenössischen Räte bekannt, als sie durch Bundesbeschluss vom 30. September 1954 (AS 1954, 1313) den Bundesbeschluss 1933 nochmals um 2 Jahre bis Ende 1956 verlängerten, damit aber die Auflage verknüpften, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein revidierter Erlass vorliegen müsse. Die Notwendigkeit, den Bundesbeschluss 1933 einer grundlegenden Revision zu unterziehen und den veränderten Verhältnissen anzupassen, ist von keiner Seite bestritten. Es kann auch kein Zweifel mehr darüber bestehen, in welcher Richtung die Revision vorzunehmen ist. Dafür, dass eine Revision nicht schon früher in die Wege geleitet wurde, waren folgende Gründe massgebend. Im ersten Jahrzehnt des Bestehens des Beschlusses, d.h. ungefähr bis Kriegsausbruch und nachdem die Abwertung bereits einen Abbau der ausserordentlichen Massnahmen zur Folge gehabt hatte, gab man sich immer noch der Hoffnung hin, dass sich die Verhältnisse allgemein zum Bessern wenden würden und mit der Zeit auf den Beschluss verzichtet werden könnte. Die Kriegsjahre wiederum waren nicht dazu angetan, eine Neugestaltung vorzunehmen, da sich die staatliche Intervention vorwiegend auf dem Boden der ausserordentlichen Vollmachten abspielte und auch nicht vorauszusehen war, wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse entwickeln würden. In der dritten Phase, der Nachkriegszeit, war die Lage noch verworrener, da sich in dem von den Kriegswirren heimgesuchten Ausland alles im Umbruch befand und zu jener Zeit erst recht nicht abgeschätzt werden konnte, welchen Gang die wirtschaftlichen - und politischen - Geschehnisse nehmen würden. Es kam denn auch nicht von ungefähr, dass der Bundesrat in seinen Botschaften vom 9.Februar 1951 (BBl 1951, I, 415 ff.) und 18.August 1954 (BBl 1954, II, 285 ff.) betreffend die Verlängerung des Bundesbeschlusses vom 14.Oktober 1933 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland Bedenken äusserte, die Revisionsarbeiten zu einem Zeitpunkte an die Hand zu nehmen, da die Dinge noch ständig im Fluss waren. Der Bundesbeschluss 1933 ist ein typisches Spiegelbild der zur Zeit seines Entstehens herrschenden Umstände. Mit einem Minimum von Bestimmungen ausgestattet, gibt er dem Bundesrat in innen- und aussenwirtschaftlicher Beziehung weitgehende Vollmachten. Für die innenwirtschaftliehe Ordnung besitzt der Bund aber heute in den revidierten Wirtschaftsartikeln der Bundesverfassung die nötige Rechtsgrundlage. Die in den Krisenjahren auf den alten Bundesbeschluss betreffend wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland abgestützten und oft als verfassungswidrig bezeichneten Ausführungserlasse sind - soweit sie weiterhin notwendig waren - durch die neue, auf die Wirtschaftsartikel gestützte Gesetzgebung abgelöst worden (Arbeitsbeschaffungsgesetz, Kriegsvorsorgegesetz, Landwirtschaftsgesetz, Uhrenstatut). Der neue Erlass kann deshalb stark entlastet und, unter wesentlicher Einschränkung der verschiedentlich kritisierten weitgehenden Ermächtigungen, zu einem handelspolitischen Defensivinstrument gegen allfällige, aus dem Ausland stammende Störungen gestaltet werden. Bei dieser nunmehr notwendig gewordenen gesetzgeberischen Bereinigungsarbeit sind die dem Bundesrat in bezug auf den Aussenhandel und insbesondere den Zahlungsverkehr zu erteilenden Kompetenzen den gegenwärtig und künftig zu erwartenden Verhältnissen anzupassen. Ferner sind gewisse Ergänzungen nötig, vor allem hinsichtlich der rechtlich einwandfreien Verankerung der Schweizerischen Verrechnungsstelle und der Vorschriften über den Rechtsschutz. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Darlegungen in der Botschaft vom 18. August 1954 sowie auf die Erläuterungen zu Artikel 4 und 8/9 unter Ziffer III hiernach. Unter Zugrundelegung der oben umrissenen Gesichtspunkte hat die Handelsabteilung des Volkswirtschaftsdepartements einen Vorentwurf ausgearbeitet, den sie im Juni 1955 verschiedenen Bundesstellen, den Spitzenverbänden der Wirtschaft, dem Schweizerischen Bundesgericht sowie andern Organisationen und Behörden zur Stellungnahme unterbreitete. Zudem befasste sich am 16. Dezember 1955 die Konsultative Kommission für Handelspolitik mit dem Vorentwurf. Die bei diesem Anlass noch vorgebrachten Anregungen und Wünsche wurden sorgfältig geprüft und, sofern sie sich als brauchbar erwiesen, auch verwertet. # II. Die Verfassungsmässigkeit des Beschlusses In der Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 9. Februar 1951 (BBl 1951, I, 415 ff.) setzten wir uns mit der Verfassungsmässigkeit des geltenden Bundesbeschlusses vom 14.Oktober 1933 im Rahmen der Zollartikel 28/29 der Bundesverfassung auseinander. Die dort aufgestellte These, deren Richtigkeit übrigens in der Folge von den Räten nicht in Zweifel gezogen wurde, kann wie folgt zusammengefasst werden. Ausgegangen wurde von Verlautbarungen der Professoren W.Burckhardt (Kommentar der Schweizerischen Bundesverfassung, III. Aufl., 1931, zu Art. 28, II/2) und Z. Giacometti (in der Festgabe 1950 «Staat und Wirtschaft» für Prof. H. Nawiasky, St. Gallen). Dem Sinne nach und um hier nur diesen einen Satz zu zitieren, geht deren übereinstimmende Auffassung dahin, der Bund könne - da er neben seinen ausdrücklichen auch stillschweigende Kompetenzen besitze, die auf dem Interpretationswege aus ausdrücklichen Kompetenzen abgeleitet würden - nicht nur Ein- und Ausfuhrzölle, sondern auch handelspolitische Massnahmen, wieVerbote und Kontingentierungen der Ein- und Ausfuhr sowie Zahlungsbeschränkungen, die alle zum Rüstzeug der Zollpolitik gehören, anordnen. Die beiden Autoren unterscheiden dabei, was die Einfuhrseite im Warenverkehr anbelangt, nicht ausdrücklich zwischen handelspolitisch-kompensatorischen Importrestriktionen einerseits und solchen protektionistischer Natur anderseits. Professor Hans Huber, Ordinarius für Staatsrecht in Bern, differenzierte in dem Sinne, dass er Einfuhrbeschränkungen mit Schutzwirkung nur gestützt auf die neuen Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung als zulässig erklärte und für die handelspolitischen eine Abstützung auf die Zollartikel immerhin als möglich, wenn auch nicht als Ideallösung bezeichnete (vgl. "Wirtschaft und Recht», 1. Jahrgang, 1949, S. 191 ff. sowie 2. Jahrgang, 1950, S. 42 ff.). Diese Auffassung namhafter Vertreter der Staatsrechtslehre glaubten wir uns zu eigen machen und auch den neuen Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland verfassungsmässig auf die Zollartikel 28/29 abstützen zu dürfen, dies umsomehr, als der Erlass als handelspolitisches Defensivinstrument konzipiert ist. In dem von der Handelsabteilung durchgeführten Vernehmlassungsverfahren wurden die Zollartikel mehrheitlich als geeignete und hinreichende Verfassungsgrundlage für den geplanten Erlass anerkannt. Etwa geäusserte Befürchtungen, weil nach Burckhardt/Giacometti nicht zwischen handelspolitischen und protektionistischen Einfuhrbeschränkungen unterschieden werde, könne der Beschluss auch zum Erlass der letztern dienen, ist entgegenzuhalten, dass es letzten Endes darauf ankommt, wie weit der Geltungsbereich des Beschlusses gefasst ist. Einzig dessen Inhalt und Formulierung sind dafür bestimmend, inwieweil die verfassungsmässigen Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollen. Da der Artikel 1 des Beschlussentwurfes Massnahmen mit Schutzcharakter im eigentlichen und unmittelbaren Sinne nicht vorsieht, ist es unerheblich, ob die Zollartikel eine Ausdehnung auch auf solche Schutzmassnahmen zulassen oder nicht. Umgekehrt wurde von anderer Seite, in der Meinung, dass es fraglich sei, ob gestützt auf die Zollartikel ebenfalls rein protektionistische Massnahmen ergriffen werden könnten, postuliert, nebst diesen in der Präambel auch die Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung zu erwähnen. Es geschah dies vorsorglich und in der Meinung, dass auf Grund des neuen Bundesbeschlusses z.B. dort Schutzmass- nahmen sollten getroffen werden können, wo bereits bestehende Spezialgesetzgebungen lückenhaft sind. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass mit der blossen Erwähnung der Wirtschaftsartikel im Ingress des Beschlusses noch nichts gewonnen wäre, so lange nämlich nicht auch der Inhalt des Beschlusses selbst den Erlass solcher Massnahmen vorsehen würde. Nach den Darlegungen im historischen Teil bedarf es keiner Erläuterung mehr, weshalb wir glauben, einer solchen Erweiterung nicht entsprechen zu können. Dies hätte ganz einfach zur Folge, dass der dem Erlass zugedachte Charakter eines rein handelspolitischen Abwehrinstrumentes verloren ginge. Schliesslich ist festzuhalten, dass der im Entwurf vorliegende Beschluss dem Bundesrat generelle Ermächtigungen geben soll, wogegen solche generellen Ermächtigungen gestützt auf die Wirtschaftsartikel nicht zulässig sind; Artikel 32, Absatz 1, der Bundesverfassung schreibt für die gestützt auf die Wirtschaftsartikel zu erlassenden Bestimmungen die Rechtsform des Bundesgesetzes oder Bundesbeschlusses vor, welche dem Referendum unterstehen. Es fehlte übrigens auch nicht an Stimmen, welche die Aufnahme der Wirtschaftsartikel in den Ingress des geplanten Erlasses ausdrücklich ablehnten, indem unter anderem darauf hingewiesen wurde, dass damit die notwendige Trennung zwischen aussenhandelspolitischen und innenwirtschaftlichen Massnahmen wiederum verwischt würde. Bei der Beurteilung dieses Problems wird man sich einmal mehr vor Augen halten müssen, dass den Wirtschaftsartikeln einerseits und den Zollartikeln anderseits ein ganz verschiedener Gedanke zugrunde liegt: betreffen jene und die gestützt darauf getroffenen Massnahmen das Verhältnis zwischen der privaten Wirtschaft und dem Staat, so bilden die Zollartikel die Grundlage für die Regelung des Verhältnisses zwischen der schweizerischen Wirtschaft und dem Ausland. Durch diesen Unterschied wird offensichtlich, dass die Erwähnung beider Verfassungsbestimmungen nebeneinander im Ingress des Bundesbeschlusses den diesem zugedachten Charakter verwischen würde. Der in Aussicht genommene Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland ist daher als handelspolitisches Defensivinstrument, so wie er Thnen vorliegt, auf die Zollartikel abzustützen. # III. Die einzelnen Bestimmungen des Beschlusses Artikel 1, Absatz 1 bestimmt den Geltungsbereich. Die Ermächtigung wird dem Bundesrat unter der Voraussetzung erteilt, dass einerseits ausländische Massnahmen oder ausserordentliche Verhältnisse im Ausland den Waren- oder Zahlungsverkehr der Schweiz derart beeinflussen, dass wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen beeinträchtigt werden und dass anderseits die notwendigen Massnahmen nur für solange getroffen werden, als es die Umstände erfordern. Diese Beschränkung ergibt sich zwangsläufig daraus, dass die Massnahmen, für welche der Bundesbeschluss die Grundlage abgeben soll, als reine Verteidigungswaffe gedacht sind. Sie sollen ausschliesslich dem Schutze unserer wirtschaftlichen Interessen gegenüber vom Ausland angeordneten Massnahmen oder im Ausland bestehenden ausserordentlichen Verhältnissen dienen und nur für solange, als diese Abwehr notwendig ist. Im weitern wird der Geltungsbereich der bundesrätlichen Ermächtigung in lit.a bis $c$ gegenüber der bisherigen Regelung wesentlich eingeengt. Er wird beschränkt auf Massnahmen, die zu unserer handelspolitischen Verteidigung gegenüber dem Ausland unerlässlich sind. Mit dieser Beschränkung auf die handelspolitische Abwehr wird der hauptsächlichste Zweck der Revision erfüllt. Darüber ist das Wesentlichste bereits gesagt worden. In Abweichung von der bisherigen Regelung, welche die Massnahmen, die der Bundesrat zu treffen ermächtigt ist, nicht abschliessend festsetzte [(Art. 1 des Bundesbeschlusses von 1933 in der Fassung von 1939 enthält bloss die Ermächtigung, zu bestimmten Zwecken die nötigen Massnahmen zu treffen, immerhin unter spezieller Hervorhebung von zwei Anwendungsfällen in Art. 2 (Einfuhrbeschränkungen) und Art. 3 (kurzfristige Zahlungsabkommen und einseitige Zahlungsbeschränkungen)] sind nach dem Entwurf ausschliesslich die in lit. $a$ bis c aufgezählten Massnahmen und die in Artikel 2 erwähnten Überbrückungsbeiträge zugelassen. Diese Massnahmen sind die gleichen, deren wir uns schon bisher zur handelspolitischen Abwehr bedienten, nämlich: a. die Überwachung und Beschränkung der Einfuhr, der Ausfuhr und der Durchfuhr von Waren, b. die Regelung des Zahlungsverkehrs mit bestimmten Ländern auf autonomer Basis, c. der Abschluss von Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr, sei es bilateral mit einzelnen Ländern oder multilateral mit Gruppen mehrerer Länder. In lit.c wird nicht mehr wie in Artikel 3 des Bundesbeschlusses von 1933 hervorgehoben, dass sich die Ermächtigung nur auf «kurzfristige» Abkommen beziehen soll. Der Ausdruck «kurzfristig» ist zu wenig präzis. Er kann zu eng und zu weit ausgelegt werden. Eine Legaldefinition dafür gibt es nicht. Es handelt sich bei der Weglassung des Wortes «kurzfristig» also lediglich um eine textliche Bereinigung; eine Änderung der bisherigen Praxis, die in der Regel Vertragsdauern von 1 bis 2 Jahren oder bei unbegrenzter Gültigkeitsdauer die jederzeitige Kündigungsmöglichkeit auf 3 Monate vorsah, ist nicht beabsichtigt. Die oben erwähnten Verteidigungsmittel sollen nur dann ergriffen werden, wenn ausländische Massnahmen oder ausserordentliche Verhältnisse im Ausland wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen derart beeinträchtigen, dass die Abwehr sich rechtfertigt. Gestützt auf bisherige Erfahrungen handelt es sich dabei vor allem um Ein- und Ausfuhrbeschränkungen sowie Devisenbewirtschaftungsmassnahmen unserer Aussenhandelspartner, um offene Währungszerrüttungen in diesen Ländern oder um von ihnen ergriffene künstliche Exportförderungsmassnahmen mit Dumpingcharakter. Die Rückwirkungen solcher Massnahmen und Zustände können natürlich nicht nur schweizerische_Export- zweige betreffen, sondern ebensogut reine Inlandbranchen; insoweit dient der neue Bundesbeschluss keineswegs nur der Exportwirtschaft, sondern der gesamten schweizerischen Volkswirtschaft. Dabei muss natürlich immer vorausgesetzt werden, dass die Störung, die durch das Ausland in unserem Lande verursacht wird, eine ernstliche und tiefgreifende sei und nicht durch zumutbare Selbsthilfemassnahmen der Privatwirtschaft allein behoben werden kann. Artikel 1, Absatz 2, entspricht der bisherigen Bestimmung von Artikel 4 des Bundesbeschlusses von 1933 mit dem einzigen Unterschied, dass die Kommission, die der Bundesrat anzuhören hat, bevor er Massnahmen auf Grund des Bundesbeschlusses trifft, nunmehr im Bundesbeschluss selbst bezeichnet wird. Es ist die «Konsultative Kommission für Handelspolitik», die im November 1949 vom Bundesrat als beratendes Organ in Fragen der innern und äussern Handelspolitik eingesetzt wurde. Unter der Herrschaft des Bundesbeschlusses vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS 47, 785), der eine gleiche Bestimmung enthielt, wurde die damals schon seit Jahren bestehende Zolltarifexpertenkommission als anzuhörende Kommission bezeichnet. Diese später in «Expertenkommission für den Zolltarif und die Einfuhrbeschränkungen» umbenannte Kommission hatte sich in den Dreissigerjahren namentlich mit der Begutachtung von protektionistischen Begehren für die Inlandindustrie zu befassen. Infolge der veränderten Verhältnisse hatte sie dann während einer Reihe von Jahren nicht mehr in Funktion zu treten. Vom Jahre 1952 an wurde sie, entsprechend ihrer ursprünglichen Aufgabe, durch die Revision des Zolltarifs wieder in Anspruch genommen. Nachdem nunmehr die Konsultative Kommission für Handelspolitik zur Verfügung steht und die zu begutachtenden Fragen unter dem neuen Bundesbeschluss ausgesprochen handelspolitischer Natur sein werden, erscheint es gegeben, ihr im vorliegenden Falle die Begutachtung zu übertragen. In ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung sind in dieser Kommission die grossen Wirtschaftsgruppen, d.h. Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft wie auch die Arbeitnehmer und die Konsumenten vertreten nebst den zuständigen Departementen und der Schweizerischen Nationalbank. Artikel 2 ermächtigt den Bundesrat, die erforderlichen Ausführungsvorschriften zu erlassen. Von einer Aufzählung der in Frage stehenden Massnahmen wird abgesehen. Eine solche könnte ohnehin nicht abschliessend sein, sondern, wie im Vorentwurf der Handelsabteilung vorgesehen war, nur beispielsweise die nach den bisherigen Erfahrungen voraussichtlich in Frage kommenden Massnahmen anführen. Unsere Verteidigungsmassnahmen müssen sich nach der Art der abzuwehrenden Angriffe und Einflüsse richten und deshalb den sich ständig ändernden und in ihrer Entwicklung nicht voraussehbaren Verhältnissen angepasst werden können. Könnte somit einem Katalog der in Frage kommenden Massnahmen nur die Bedeutung einer beispielsweise Zusammenstellung zuerkannt werden unter Voranstellung einer nötigenfalls zu Massnahmen anderer Art ermächtigenden Generalklausel, so erscheint es zweckmässiger, überhaupt keinen Katalog aufzustellen. Immerhin sei hier erläuternd festgehalten, welcher Art die bisher getroffenen Massnahmen waren. Ohne zwingende Gründe werden andere Massnahmen, die sich selbstverständlich immer im Rahmen der Zweckbestimmung des Artikels 1, Absatz 1, des Bundesbeschlusses halten müssten, nicht getroffen werden. Bis anhin bildeten den Gegenstand von auf Grund des Bundesbeschlusses von 1933 auf dem Gebiete des Aussenhandels getroffenen Massnahmen: a. die Kontingentierung im Warenverkehr; b. die Voraussetzungen für die Erteilung von Bewilligungen im Warenverkehr; c. die Pflicht zur Einzahlung in den gebundenen Zahlungsverkehr; d. die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr; e. die Kontingentierung im gebundenen Zahlungsverkehr; f. die Erteilung von Bescheinigungen über den schweizerischen Ursprung von Waren (Ursprungsbescheinigungen), den schweizerischen Charakter von Leistungen (Visa) und den schweizerischen Charakter von Finanzforderungen (Affidavits und Bescheinigungen für Einzelforderungen); g. die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bei Verstössen gegen Vorschriften des gebundenen Zahlungsverkehrs, insbesondere gegen solche über die Wiedereinzahlungspflicht, über die Haftung Dritter im Falle vorschriftswidrig verursachter Auszahlungen und über die Haftung der zur Ausstellung von Affidavits zugelassenen Stellen im Falle vorschriftswidrig ausgestellter oder verwendeter Affidavits; h. die Auskunftspflicht und die Vornahme von Kontrollen; i. die Verweigerung und der Entzug von Bewilligungen und Bescheinigungen; k. die Erhebung von Gebühren; l. die Erhebung von Beiträgen zur Überbrückung preis- oder währungsbedingter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr. Des weitern ist in Artikel 2 die Befugnis des Bundesrates festgelegt, für die Kostendeckung Gebühren festzusetzen oder ausserhalb der Verwaltung stehende, zur Mitwirkung herangezogene Stellen zu ermächtigen, Gebühren zu erheben. Mit einer solchen Ermächtigung werden wir regelmässig die Verpflichtung verbinden, uns die Gebührentarife, soweit sie die Deckung von Kosten betreffen, die aus der Tätigkeit im Rahmen der übertragenen Aufgaben erwachsen, zur Genehmigung vorzulegen. Durch die in Artikel 2 ferner ausdrücklich erwähnte Kompetenz des Bundesrates, Vorschriften über die Erhebung von Beiträgen zur Überbrückung preisoder währungsbedingter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr zu erlassen, soll die Erhebung von Preisüberbrückungsbeiträgen vom Exporteur und deren Weitergabe an den Importeur ermöglicht werden. Auf diese Weise wird die Möglichkeit geschaffen, nötigenfalls aus gewissen Ländern Waren zu beziehen, trotzdem deren Preisniveau über den Weltmarktpreisen steht und mit dem den gebundenen Zahlungsverkehr alimentierenden Gegenwert dieser Waren den Export nach den betreffenden Ländern zu finanzieren. Durch seinen Preisüberbrückungsbeitrag schafft der Exporteur die Voraussetzung für den Import, dessen es bedarf, damit seine Exportforderung im gebundenen Zahlungsverkehr bezahlt werden kann. Dieses System der Preisüberbrückung wird' seit längerer Zeit im Verkehr mit einzelnen Ländern gehandhabt. Durch seine Erwähnung im neuen Bundesbeschluss soll seine Rechtsgrundlage und zugleich die Rekursmöglichkeit in dieser Materie klargestellt werden. Artikel 3, Absatz 1 ermächtigt den Bundesrat, für die Durchführung der von ihm getroffenen Massnahmen an die Mitwirkung von Organisationen, die hiefür geeignet erscheinen, insbesondere an solche der Wirtschaft zu appellieren. Es handelt sich hier z. B. um die Mitwirkung von Organisationen der Wirtschaft bei der Kontingentsverwaltung, der Handelskammern bei der Ursprungskontrolle, der Banken bei der Kontrolle im Finanzzahlungsverkehr und bei der Durchführung des dezentralisierten gebundenen Zahlungsverkehrs usw. Was die Schweizerische Verrechnungsstelle anbetrifft, so wird ihr die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs durch Artikel 4 des Bundesbeschlusses übertragen. Artikel 3, Absatz 2, unterstellt die Organe und Angestellten der zur Mitwirkung herangezogenen Organisationen und Institutionen der straf- und vermögensrechtlichen Verantwortung wie auch der Schweigepflicht der Bundesbeamten. Es ist dies die logische Konsequenz daraus, dass sie im Rahmen ihrer Mitwirkung öffentlich-rechtliche Funktionen ausüben. Artikel 4 befasst sich mit der Schweizerischen Verrechnungsstelle. Diese ist durch Bundesratsbeschluss vom 2. Oktober 1934 über die Durchführung des schweizerischen Verrechnungsverkehrs mit dem Ausland (BS 10, 635) gegründet worden. Sie wurde als öffentlich-rechtliche Körperschaft bezeichnet (Art.1) mit der Zweckbestimmung, sämtliche Aufgaben, die mit dem Verrechnungsverkehr zusammenhängen, durchzuführen (Art.2). Ihre Organisation und Tätigkeit sind durch Statuten geregelt, die der Genehmigung des Bundesrates bedürfen (Art.3). Im übrigen wurden für ihre Geschäftsführung subsidär die Bestimmungen des Obligationenrechts über die Genossenschaften als massgebend erklärt (Art.4). Nach der herrschenden Meinung in der Wissenschaft, die auch vom Bundesgericht übernommen wurde, können öffentlich-rechtliche Organe des Bundes nur durch ein Gesetz oder durch einen allgemein verbindlichen Bundesbeschluss, nicht aber bloss durch einen Bundesratsbeschluss, geschaffen werden. In formalrechtlicher Beziehung ist daher die Rechtsgrundlage der Verrechnungsstelle verschiedentlich angezweifelt worden. Der Ständerat verlangte in seiner Debatte vom April 1951 (vgl. Stenographisches Bulletin, S. 79 ff.) über die damals zur Diskussion stehende Verlängerung des Bundesbeschlusses von 1933, dass die Verrechnungsstelle in rechtlich einwandfreier Weise verankert werde. In Ausführung dieses Auftrages hat bereits der Vorentwurf der Handelsabteilung vom Juni 1955 die nötigen Bestimmungen über die Verrechnungsstelle enthalten, im wesentlichen übereinstimmend mit denjenigen, die nun in Artikel 4 des vorliegenden Entwurfes aufgeführt sind. In den Vernehmlassungen zum Vorentwurf ist die Notwendigkeit, die Verrechnungsstelle noch weiter bestehen zu lassen, von keiner Seite in Zweifel gezogen worden. Dagegen wurde von verschiedener Seite geltend gemacht, wenn der Bundesrat in Artikel 1 ermächtigt werde, besondere Massnahmen im Waren- und Zahlungsverkehr mit dem Ausland zu erlassen, und wenn dann noch darauf hingewiesen werde, dass er für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs Bestimmungen erlassen dürfe, wozu notwendigerweise auch Bestimmungen über das Durchführungsorgan gehörten, so sei es nicht notwendig, eingehende Vorschriften über die Verrechnungsstelle in den Bundesbeschluss aufzunehmen. Wäre dem so, dann wäre allerdings nicht einzusehen, weshalb überhaupt der Bundesratsbeschluss vom 2.Oktober 1934 als hinreichende Rechtsgrundlage für die Schaffung der Verrechnungsstelle in Zweifel gezogen wurde, denn aus Artikel 3 des Bundesbeschlusses von 1933 könnte diese Kompetenz des Bundesrates ebenfalls abgeleitet werden. Die gestützt darauf vom Bundesrat erlassene Ordnung ist jedoch, wie erwähnt, von den eidgenössischen Räten als einer genügenden Rechtsgrundlage ermangelnd beanstandet worden. Diese Beanstandung steht, wie bereits gesagt, im Einklang mit der in der Doktrin vertretenen Auffassung. So kann nach v.Salis (Schweiz.Bundesrecht, zweite Auflage, Nr.1380) die öffentlich-rechtliche Persönlichkeit gemäss Bundesrecht nur auf dem Wege erworben werden, dass der Bund in einem besondern Bundesgesetz festsetzt, dass eine bestimmt zu errichtende oder bereits bestehende Bundesinstitution das Recht der Persönlichkeit besitzen soll oder in einem Bundesgesetz des näheren die Voraussetzungen aufzählt, unter denen ein Bundesorgan einer Bundesinstitution oder einem Vermögenskomplex das Recht eigener Persönlichkeit verleihen kann. Des weitern wurde die Meinung vertreten, dass die Verrechnungsstelle ihre Rechtsgrundlage nicht im geplanten Bundesbeschlüss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, sondern in einem besonderen, ausschliesslich diese Materie regelnden Bundesbeschluss erhalten sollte. Dabei wurde die Befürchtung geäussert, wenn die Verrechnungsstelle im Bundesbeschluss über den Aussenhandel verankert werde, könnte sie leicht entsprechend der Gültigkeitsdauer dieses Erlasses länger als notwendig aufrechterhalten bleiben. Es darf jedoch als selbstverständlich angesehen werden, dass die Gültigkeitsdauer des Bundesbeschlusses über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, auch wenn die Verrechnungsstelle in diesem Beschluss verankert wird, niemals der Aufhebung dieser Institution im Zeitpunkt, wo dies möglich erscheint, wird im Wege stehen können. Durch die Bestimmung in Artikel 4, Absatz 4, dass der Bundesrat die Auflösung derVerrechnungsstelle und ihre Liquidation beschliesst, wenn sie für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs nicht mehr notwendig ist, wird dies übrigens einwandfrei klargestellt. Materiell erscheint es durchaus gegeben, der Verrechnungsstelle als Durchführungsorgan für einen wesentlichen Teil der im Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland vorgesehenen Massnahmen in diesem Beschluss ihre Rechtsgrundlage zu geben. Gerade ihre Bestimmung zur Erfüllung einer Aufgabe von vorübergehender, wenn auch heute zeitlich noch nicht abgrenzbarer Dauer, spricht für diese Lösung. Die Bestimmungen des Entwurfes über die Verrechnungsstelle beschränken sich auf die wichtigsten Grundsätze, deren Festlegung auf der Stufe des Bundesbeschlusses angezeigt erscheint. Der Erlass der übrigen, für ihre Organisation und Tätigkeit notwendigen Vorschriften bleibt dem Bundesrat auf dem Wege der Verordnung überlassen. Soweit er sie nicht selbst trifft, soll darüber ein Reglement der Verrechnungsstelle, das der Genehmigung des Bundesrates bedarf, bestimmen. Absatz 1 des Artikels 4 beschränkt sich darauf, den Anstaltscharakter der Verrechnungsstelle, ihre Rechtspersönlichkeit, ihre Unterstellung unter die Aufsicht des Bundesrates und die Wahl ihres Vorstandes durch den Bundesrat (der Vorstand ist als Schweizerische Clearingkommission im Rechtsmittelverfahren (Art. 5 und 6) als Rekursinstanz eingesetzt) festzulegen. Im Bundesratsbeschluss vom 2. Oktober 1934 wurde die Verrechnungsstelle als öffentlich-rechtliche Körperschaft bezeichnet; materiell hatte sie jedoch infolge ihrer weitgehenden Abhängigkeit von den Bundesbehörden schon bisher eher den Charakter einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Ihre Zwecke sind ihr von aussen, nämlich von den Bundesbehörden, auferlegt, was auf den Anstaltscharakter hinweist. Die Verrechnungsstelle kann auch nicht ihren Zweck oder ihre Statuten ändern oder ihre Auflösung beschliessen. Hiezu bedarf es der Genehmigung oder eines Beschlusses des Bundesrates. Es fehlt damit der Verrechnungsstelle die für eine Körperschaft erforderliche Mitbestimmung. Als Gebilde öffentlichen Rechts kann sie daher nur eine öffentlich-rechtliche Anstalt sein. Ein Postulat Duttweiler vom 25. April 1951 warf die Frage auf, ob die Verrechnungsstelle nicht in eine Verwaltungsabteilung des Bundes überzuführen sei. Wir sind der Auffassung, dass diesem Begehren nicht Folge zu geben ist. Die Ausgestaltung der Verrechnungsstelle als von der Bundesverwaltung getrenntes Gebilde hat sich bewährt. Die Gründe, die seinerzeit dazu veranlassten, haben ihre Geltung nicht verloren. Die gewählte Form ermöglicht es, die Wirtschaft zur Mitverantwortung heranzuziehen und ihr ein Mitspracherecht in den Angelegenheiten des gebundenen Zahlungsverkehrs einzuräumen. Das Korrelat dazu bildet die Finanzierung der Verrechnungsstelle durch Gebühren, welche die Wirtschaft aufzubringen hat. Bei der Errichtung der Verrechnungsstelle wurde es ferner als wichtig betrachtet, diese so zu konstituieren, dass der Wirtschaft unbedenklich zugemutet werden darf, ihr Einblick in die privaten Verhältnisse und Geschäftsabwicklungen zu gewähren, soweit dies für ihre Geschäftsführung unerlässlich ist. Die Notwendigkeit, von den am gebundenen Zahlungsverkehr teilnehmenden Personen und Firmen vertrauensvoll und rückhaltlos die erforderlichen Auskünfte zu erhalten, besteht für die Verrechnungsstelle nach wie vor. Der Distanzierung von der Bundesverwaltung dürfte es zu verdanken sein, dass bis anhin die Verrechnungsstelle die von ihr benötigten, zum Teil sehr weit in die private Geheimsphäre eingreifenden Informationen ohne Schwierigkeiten erhalten hat. Schliesslich ist auch zu bedenken, dass die Eingliederung der Verrechnungsstelle in die Bundesverwaltung für den Bund keineswegs erwünschte Auswirkungen zur Folge hätte. Mit der heutigen Maxime, den Bund möglichst von Aufgaben zu entlasten, die von andern Stellen erledigt werden können, wäre es kaum vereinbar, eine bisher weitgehend selbständige Organisation mit ganz spezieller Aufgabe, die übrigens als solche viel leichter den jeweiligen Verhältnissen angepasst werden kann, als wenn sie ein Teil der Verwaltung wäre, in die Bundesverwaltung einzugliedern. Den Bestrebungen gegen eine Aufblähung des Verwaltungsapparates des Bundes würde dies direkt zuwiderlaufen. Absatz 2 des Artikels 4 enthält die bereits ẹwähnte Bestimmung, durch wen und in welcher Rechtsform die Organisation und die Tätigkeit der Verrechnungsstelle im einzelnen zu regeln ist. Absatz 3 beschränkt sich auf die grundsätzlichen Bestimmungen über den Finanzhaushalt der Verrechnungsstelle. Vorerst wird festgestellt, dass die Verrechnungsstelle keinen Gewinn erstrebt. Zur Deckung ihrer Unkosten soll sie jedoch eine Gebühr erheben können, die vom Bundesrat festgesetzt wird. Ergeben sich Betriebsüberschüsse, so fallen sie an den Bund, der umgekehrt für allfällige Betriebsverluste aufzukommen hat. Die Statuten der Verrechnungsstelle (AS 1951, 722) enthalten in Artikel 10 Bestimmungen über das Betriebskapital der Verrechnungsstelle und die Anpassung ihrer Gebühr im Falle von Betriebsüberschüssen oder Betriebsverlusten. Die Regelung ist die folgende: Ein allfälliger Überschuss der Jahresrechnung fällt zunächst in den Betriebsfonds, bis dieser den Betrag von 6 Millionen Franken erreicht hat. Weitere Einnahmenüberschüsse sind an die Bundeskasse abzuliefern; in diesem Falle hat jedoch die Verrechnungsstelle die Möglichkeit einer Herabsetzung der Gebühr oder ihrer Beschränkung auf bestimmte Arten von Zahlungen zu prüfen und gegebenenfalls dem Bundesrat entsprechend Antrag zu stellen. Die Mittel des Betriebsfonds dienen ausschliesslich der Deckung eines Ausgabenüberschusses der Jahresrechnung. Reichen diese Mittel nicht aus, so ist der Ausgabenüberschuss durch eine angemessene Anpassung der Gebühren wieder auszugleichen. Falls sich dies aus zwingenden Gründen als unmöglich erweisen sollte, so ist der Ausgabenüberschuss durch den Bund zu decken. Diese Vorschriften wurden im Jahre 1951 in die Statuten aufgenommen als Ergebnis eingehender Prüfungen im Schosse der Schweizerischen Clearingkommission, in welcher der Bund und die Wirtschaft vertreten sind und in Fühlungnahme mit der Finanzdelegation der eidgenössischen Räte, welche dieser Statutenänderung zustimmte. Sie sollen weiterhin Geltung haben und werden in der Verordnung des Bundesrates über die Organisation und Tätigkeit der Verrechnungsstelle und im Reglement der Verrechnungsstelle Aufnahme finden. Absatz 4 bestimmt, dass der Bundesrat die Verrechnungsstelle auflösen und ihre Liquidation veranlassen wird, sobald sie für die Erfüllung ihrer Aufgabe, nämlich die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs, nicht mehr benötigt wird. Durch diese Bestimmung wird der vorübergehende Charakter der Verrechnungsstelle unterstrichen, wie auch ihre Bindung an den ihr zugedachten Zweck. Für den Liquidationsfall werden Bestimmungen finanzieller Natur in die Verordnung des Bundesrates aufzunehmen sein. Wie bisher im letzten Absatz von Artikel 10 der Statuten der Verrechnungsstelle festgelegt, wird vorgesehen werden, dass ein allfälliger Überschuss dem Bund zukommen soll. Ein allfälliger Fehlbetrag wird durch den Bund zu decken sein. In den Statuten der Verrechnungsstelle ist ferner in Artikel 6, Absatz 3, (AS 1953, 963) die Kontrolle der Verrechnungsstelle durch den Bundesrat und die eidgenössischen Räte geregelt. Der Vorstand der Verrechnúngsstelle hat dem Bundesrat zuhanden der Bundesversammlung alljährlich Bericht über die Tätigkeit der Verrechnungsstelle zu erstatten und die Jahresrechnung zur Genehmigung vorzulegen. Bericht und Jahresrechnung bedürfen der Genehmigung der Bundesversammlung. Diese Ordnung wurde im Jahre 1953 auf Verlangen der zuständigen Kommissionen der eidgenössischen Räte getroffen. Sie soll weiterhin gelten und wird in die Verordnung des Bundesrates über die Organisation und Tätigkeit der Verrechnungsstelle aufgenommen werden. Ein wichtiges Postulat, das im Zusammenhang mit der Revision des Bundesbeschlusses von 1933 zu verwirklichen ist, betrifft den Ausbau des Rechtsschutzes. Er ist in den Artikeln 5 und 6 des Beschlussentwurfes geordnet. Dabei handelt es sich, kurz zusammengefasst, um die Eröffnung der Möglichkeit, letztinstanzlich bei einer unabhängigen gerichtlichen Behörde gegen Verwaltungsentscheide Beschwerde führen zu können, d.h. sie mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde anzufechten. Gemäss Artikel 104, Absatz 1, des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG, in BS 3, 531) kann der Beschwerdeführer mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nur geltend machen, der Entscheid beruhe auf einer Verletzung von Bundesrecht. Eine solche liegt dann vor, wenn ein in einer eidgenössischen Vorschrift ausdrücklich ausgesprochener oder daraus sich ergebender Rechtssatz nicht oder nicht richtig angewendet worden ist. Jede unrichtige rechtliche Beurteilung einer Tatsache ist als Rechtsverletzung anzusehen. Wo anderseits diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, es sich mit andern Worten um die Beurteilung nicht von Rechts-, sondern von Ermessensfragen handelt, sollen diese der Kognition der Verwaltungsbehörden unterstellt bleiben, wobei der letztinstanzliche Entscheid durch den Bundesrat zu fällen ist. Eine Analyse der auf dem Gebiete des Waren- und Zahlungsverkehrs vorkommenden Tatbestände hatte ergeben, dass im Warenverkehr zur Hauptsache Ermessensfragen zur Beurteilung stehen, weshalb ursprünglich vorgesehen war, alle sich auf diesen. Sektor beziehenden Entscheide ausschliesslich durch die Verwaltungsbeschwerden anfechten zu lassen. Anderseits sollten im Zahlungsverkehr Entscheide der Schweizerischen Clearingkommission, die gemäss Artikel 6, Absatz 2, der Statuten der Verrechnungsstelle (BS 10, 637) erste Rekursinstanz gegenüber Verfügungen der Direktion der Verrechnungsstelle ist, an eine richterliche Instanz weitergezogen werden können, wenn der Beschwerde- führer geltend macht, derEntscheid beruhe auf einerVerletzung von Bundesrecht. Auf dieser Konzeption fussten die Rechtsschutzbestimmungen des Vorentwurfes der Handelsabteilung vom Juni 1955. Im Vernehmlassungsverfahren wurde sie in doppelter Beziehung bemängelt. Einmal wurde gewünscht, dass auch Entscheide von Departementen bei einer gerichtlichen Instanz sollen angefochten werden können, soweit sie sich auf Gebühren und den Entzug von Bewilligungen beziehen. Sodann wurde geltend gemacht, die durch das Gericht zu beurteilenden Beschwerden sollten nicht nach Beschwerdegründen (Rechtsverletzung, Ermessen), sondern, wie das herkömmlich sei, nach Materien ausgeschieden und die Beschwerdefälle deshalb enumerativ aufgezählt werden. Diese Einwendungen wurden in der bereinigten Vorlage berücksichtigt. Die weitere grundlegende Frage, ob wegen Rechtsverletzung in letzter Instanz beim Bundesgericht oder bei einer besonderen, speziell dafür zu schaffenden Rekurskommission mit richterlichen Funktionen soll Beschwerde geführt werden können, wurde im Vorentwurf der Handelsabteilung offen gelassen; es wurden beide Varianten zur Diskussion gestellt. Eine nur sehr kleine Minderheit sprach sich für die Einsetzung eines speziellen Organs aus. Dabei wurde hervorgehoben, dass diese Lösung die Möglichkeit biete, Persönlichkeiten in die Rekurskommisssion zu wählen, die mit der Organisation und der besondern Technik des Verrechnungsverkehrs vertraut sind und deshalb den Vorteil fachlichen Beurteilungsvermögens besitzen. Ferner wurde auf die Überbelastung des Bundesgerichts hingewiesen. Umgekehrt wurde von einer überwiegenden Mehrheit die Betrauung des Bundesgerichts mit dieser Aufgabe empfohlen. Es geschah dies namentlich unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung einer Rechtszersplitterung und Gefährdung der Rechtssicherheit wie auch der Gefahr, dass die allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätze zugunsten einer rein technischen Betrachtungsweise vernachlässigt werden könnten, und nicht zuletzt auch aus dem Bedürfnis heraus, die richterliche Unabhängigkeit gegenüber dem Rechtssuchenden unbedingt gewährleistet zu wissen. Die Abwägung der für die Einsetzung einer besondern Rekurskommission, und der für die Einsetzung des Bundesgerichts als oberste Beschwerdeinstanz sprechenden Gründe führte dazu, uns für das Bundesgericht zu entscheiden, weshalb in Artikel 6 des Be-schluss-Entwurfes die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht vorgesehen ist. Dieses hat sich bereit erklärt, die Aufgabe zu übernehmen. Artikel 5 ordnet die Verwaltungsbeschwerde, und zwar nach Massgabe von Artikel 28 bis des Bundesgesetzes vom 26. März 1914 über die Organisation der Bundesverwaltung (Bundesverwaltungs-OG in BS 1, 266). Absatz 1 regelt die Beschwerde gegen Entscheide von Departementen nachgeordneten eidgenössischen Amtsstellen sowie gegen Entscheide von Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung. Der bisherigen Ordnung entsprechend, die sich bewährt hat, wird die aus Vertretern des Bundes, der Schweizerischen Nationalbank und der Wirtschaft zusammengesetzte Schweizerische Clearingkommission als erste Rekursinstanz der Verrechnungsstelle übergeordnet. Absatz 2 sieht sodann gegen Entscheide der Departemente (im Sinne von Art.124, lit. a OG) oder gegen Entscheide von ausserhalb der Bundesverwaltung stehenden Instanzen - in concreto der Clearingkommission - (im Sinne von Art.124, lit.c OG) die Beschwerde an den Bundesrat vor, sofern nicht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig ist (Art.6). Welche Entscheide von Departementen oder der Clearingkommission mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden können, ist in lit. $a$ bis $e$ von Artikel 6 im einzelnen und abschliessend aufgeführt. Die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in diesen Beschwerdefällen stützt sich auf die Artikel 97 und 100 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege. Normalerweise hat weder die Verwaltungsbeschwerde, noch die Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufschiebende Wirkung (Art.23bis, Abs.1, lit.c, Bundesverwaltungs OG und Art. 106 OG ). Sie kann beidenBeschwerden aber durch besondere bundesrechtliche Vorschrift verliehen werden. In einzelnen Vernehmlassungen zum Vorentwurf der Handelsabteilung wurde postuliert, allen Beschwerden gegen Entscheide im Sinne des neuen Bundesbeschlusses von Gesetzes wegen Suspensivwirkung zu verleihen. Die Prüfung dieses Postulates hat jedoch ergeben, dass es nicht angängig ist, auf dem Gebiet des Aussenhandels, dessen Lenkung weitgehend auf zwischenstaatlichen Vereinbarungen basiert, allgemein die aufschiebende Wirkung von Beschwerden zu verfügen. Es muss daher bei der normalen Regelung bleiben. Dies schliesst aber nicht aus, dass die Suspensivwirkung, wenn die Verhältnisse es erlauben, in Einzelfällen durch die Beschwerdeinstanz eingeräumt werden soll, wie dies schon bisher gehandhabt wurde und speziell auf dem Gebiet des Zahlungsverkehrs die Regel war. Artikel 7 bedarf keiner Erläuterung. Artikel 8 enthält die Strafbestimmungen. Absatz 1 sieht für Widerhandlungen gegen den Beschluss und seine Ausführungsbestimmungen die Bestrafung mit Gefängnis bis zu 12 Monaten oder mit Busse bis zu 50000 Franken vor. Das bisherige Bussenmaximum von 10000 Franken hat sich als zu niedrig erwiesen. Seine Erhöhung rechtfertigt sich unter anderem auch mit Rücksicht auf die eingetretene Geldentwertung. Absatz 2 stellt, entsprechend der bisherigen Regelung, auch die fahrlässig begangenen Widerhandlungen unter Strafe. Absatz 3 betrifft eine Sonderregelung für die Fälle des Bannbruches gemäss Artikel 76 des Bundesgesetzes vom 1.Oktober 1925 über das Zollwesen (BS 6, 465). Ist auch der Bannbruch kein Zollvergehen im engern Sinne, so hat er doch unter den Bestimmungen über die Zollvergehen Aufnahme gefunden, weil der Zollverwaltung auch die Überwachung des verbotenen Warenverkehrs obliegt. Aus Gründen der Strafverfolgung ist es zweckmässig, bei der Verletzung von Einfuhr-, Ausfuhr- und Durchfuhrverboten oder -beschränkungen die auf solche Widerhandlungen zugeschnittenen Vorschriften über den Bannbruch zur Anwendung gelangen zu lassen. Schon Artikel 6, Absatz 1, der in Ausführung des Bundesbeschlusses vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS 47, 785) erlassenen Verordnung des Bundesrates vom 1. Februar 1932 über die Beschränkung der Einfuhr (AS 48, 67) erklärte den dritten Abschnitt des Zollgesetzes (Verletzung von Zollvorschriften) anwendbar. In Artikel 6, Absatz 2, des Bundesbeschlusses von 1933 sodann wurde der Bundesrat ermächtigt, zu bestimmen, dass auf Widerhandlungen gegen die Einfuhrbeschränkungen die Straf- und Strafverfahrensbestimmungen der Zollgesetzgebung sinngemäss Anwendung finden. Eine entsprechende Regelung hat der Bundesrat in Artikel 10, lit. $a$ und Artikel 11 der Verordnung vom 12. Mai 1950 über die Warenein- und ausfuhr (AS 1950, 403) getroffen. Sie soll nun auch im neuen Bundesbeschluss verankert werden. Sah der Vorentwurf der Handelsabteilung noch vor, dass, wenn eine Widerhandlung gleichzeitig den Tatbestand eines Zollvergehens im Sinne des Zollgesetzes und denjenigen einer durch den Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland mit Strafe bedrohten Handlung erfüllt, dessen Strafbestimmungen neben denjenigen des Zollgesetzes Anwendung zu finden hätten, so soll nach dem Beschlussentwurf die Tat als Zollvergehen geahndet werden. Dieses Vorgehen vermeidet die Durchführung von zwei verschiedenen Verfahren in ein und derselben Sache. Absatz 4 behält die Strafverfolgung auf Grund der besondern Bestimmungen des Strafgesetzbuches vor, für den Fall, dass gleichzeitig eine Widerhandlung gegen diese vorliegt. Absatz 5 behält für Widerhandlungen gegen die Vorschriften über die Ursprungsbescheinigungen die in der Ursprungszeugnisverordnung vom 9. Dezember 1929 (BS 10, 525) vorgesehene Regelung vor. Nach Artikel 14 des Bundesratsbeschlusses vom 12. Mai 1950 über die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr mit dem Ausland und die Dezentralisierung dieses Verkehrs (AS 1950, 413) ist den Ursprungsbescheinigungen als Instrument im Dienste des gebundenen Zahlungsverkehrs der rechtliche Charakter von Ursprungszeugnissen im Sinne der Ursprungszeugnisverordnung vom 9. Dezember 1929 (BS 10, 525) verliehen und es werden die Bestimmungen dieser Verordnung auf sie anwendbar erklärt. In strafrechtlicher Hinsicht werden Widerhandlungen mit Gefängnis und Busse geahndet (Art.14/15); sie werden auf dem Wege der administrativen Strafverfügung durch das Volkswirtschaftsdepartement beurteilt, wenn die Voraussetzung zur Verhängung einer Gefängnisstrafe nicht als erfüllt erachtet wird (Art.15, Abs.2). Da sich dieses Verfahren bewährt hat, soll es auch unter der Herrschaft des neuen Beschlusses Anwendung finden. Absatz 6 bedarf keiner Erläuterung. Er entspricht im Inhalt und in der Formulierung der Regelung, wie sie in mehreren andern Spezialgesetzen für Widerhandlungen in Betrieben getroffen wurde, so z.B. im Bundesgesetz vom 30. September 1955 über die wirtschaftliche Kriegsvorsorge (Art.39), (AS 1956, 85). Artikel 9 enthält die Bestimmungen über das Strafverfahren. Wie bisher wird die Strafverfolgung grundsätzlich den Kantonen überlassen. Vorbehalten bleibt die Überweisung einzelner Fälle durch den Bundesrat an das Bundesstrafgericht. Artikel 10 betrifft die Berichterstattung des Bundesrates an die Bundesversammlung über die auf Grund des Beschlusses getroffenen Massnahmen. Sie wird wie bis anhin zweimal im Jahr erfolgen. Artikel 11 enthält die notwendigen Schluss- und Übergangsbestimmungen. Absatz 1 bestimmt das Inkrafttreten des Beschlusses auf den 1. Januar 1957, in welchem Zeitpunkt der Bundesbeschluss von 1933 seine Geltung verliert. Für den neuen Beschluss ist eine Dauer von 10 Jahren vorgesehen. Die Befristung entspricht dem Charakter des Beschlusses. Wir halten es für angemessen, sie auf 10 Jahre festzusetzen. Gemäss Absatz 2 sollen die gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 angeordneten Einfuhrbeschränkungen für schwere und mittelschwere Lastwagen, für Landwirtschaftstraktoren und für kinematographische Filme bis auf weiteres in Kraft bleiben. Die geltende Einfuhrregelung für Lastwagen geht zurück auf den Bundesratsbeschluss vom 15. September 1933 über die Beschränkung der Einfuhr (BS 10, 569). Für die sogenannten schweren Lastwagentypen (inkl. Trolleybusse, Omnibusse und Gesellschaftswagen mit mehr als 30 Sitzplätzen) besteht, mit Ausnahme kleiner zwischenstaatlicher Importkontingente, schon seit Jahren praktisch ein Einfuhrverbot. Für Fahrzeuge der mittelschweren Kategorie wurde die Einfuhrbeschränkung Ende 1951 sistiert. Das Eidgenössische Militärdepartement hat die Aufnahme einer Bestimmung in den neuen Bundesbeschluss zur Diskussion gestellt zum Zwecke der Weiterführung der im engsten Zusammenhang mit den Mobilmachungsplänen (Vereinheitlichung der Typen) stehenden Kontingentierung für schwere Fahrzeuge. Dieser Zweck kann indessen auch durch die Fortdauer der heutigen Massnahmen verwirklicht werden. Die Schutzwürdigkeit der schweizerischen Lastwagenindustrie wird von keiner Seite bestritten; in diesem Sinne hat sich auch die Schweizerische Handelskammer ausgesprochen. Auch wir halten dafür, dass sie als bedeutsamer wehrwirtschaftlicher Faktor des bisherigen Schutzes nicht entbehren kann. Wir sehen die zweckmässige Lösung darin, die weitere Wirksamkeit der gestützt auf den Bundesbeschluss von 1933 erlassenen Einfuhrbeschränkung für schwere und mittelschwere Motorfahrzeuge in Artikel 11 des neuen Bundesbeschlusses zu statuieren. Die Importrestriktionen für Landwirtschaftstraktoren basieren auf den Bundesratsbeschlüssen Nrn. 2 und 16 vom 26. Februar 1932 (BS 10, 542) bzw. 23. Februar 1933 (BS 10, 564) über die Beschränkung der Einfuhr. Sie wurden bis April 1954 unter dem Titel des militärischen Bedürfnisses an der Erhaltung der Produktion gehandhabt, nach diesem Zeitpunkt aber nur noch in den Dienst der handelspolitischen Auswertung gegenüber dem Ausland gestellt und sukzessive gelockert. Bei der stark zollbegünstigten Einfuhr von landwirtschaftlichen Traktoren bietet die daraus resultierende unterdurchschnittliche Zollbelastung der Traktorenindustrie unbestrittenermassen keinen genügenden Schutz. Das Aequivalent für die als Endziel vorgesehene gänzliche Aufhebung der Beschränkungen wird in einer Erhöhung des Zollansatzes im Rahmen der allgemeinen Zolltarifrevision gesucht werden müssen. Bis zur Erreichung dieser Korrektur ist jedoch der Traktorenindustrie vorläufig ein angemessener Schutz im Sinne einer vorübergehenden Sonderregelung weiter zu gewähren. Die Einfuhr kinematographischer Filme schliesslich ist geregelt durch den Bundesratsbeschluss Nr. 54 vom 26. September 1938 (BS 4, 239) und die Verfügung vom 18. April 1940 des Eidgenössischen Departements des Innern (BS 4, 242). Für die Ordnung des Filmwesens im allgemeinen und die Einfuhr kinematographischer Filme im besondern ist ein spezieller Verfassungsartikel (27ter) in Vorbereitung (vgl. Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 24. Februar 1956 [BBl 1956, I, 457]). Um zu vermeiden, dass zwischen dem Ablauf der Gültigkeitsdauer des Bundesbeschlusses von 1933 und dem Inkrafttreten des neuen Verfassungsartikels eine Phase unkontrollierter Filmimporte eintritt, erweist sich auch hier eine Übergangsregelung als angezeigt. Absatz 3 sieht vor, dass, von der in Absatz 2 getroffenen Sonderregelung abgesehen, die unter der Geltung des Bundesbeschlusses von 1933 erlassenen Ausführungsvorschriften und angeordneten Massnahmen über den 31. Dezember 1956 hinaus in Kraft bleiben, soweit sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgehoben oder abgeändert worden sind. Sie werden bis dahin aufzuheben oder abzuändern sein, soweit sie zum neuen Bundesbeschluss in Widerspruch stehen. Durch diese Regelung wird erreicht, dass neue Erlasse auf ein Minimum beschränkt werden. Die Absätze 4 und 5 bedürfen keiner Erläuterung. Desgleichen nicht Artikel 12 über den Vollzug und Artikel 13 über die Referendumsklausel. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen beehren wir uns, Ihnen die Annahme des beiliegenden Beschlussesentwurfes zu beantragen. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 27.April 1956. Im Namen des Schweizerischen Bundesrates, Der Vizepräsident: Streuli Der Bundeskanzler: Ch. Oser # Bundesbeschluss über ## wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland Die Bundesversammlung<br>der Schweizerischen Eidgenossenschaft,<br>gestützt auf Artikel 28, 29 und 64bis der Bundesverfassung,<br>nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 27. April 1956, beschliesst: Art. 1 ${ }^{1}$ Sofern ausländischeMassnahmen oder ausserordentlicheVerhältnisse im Ausland den Waren- oder Zahlungsverkehr der Schweiz derart beeinflussen, dass wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen beeinträchtigt werden, kann der Bundesrat für so lange, als es die Umstände erfordern, a. die Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr von Waren überwachen, bewilligungspflichtig erklären, beschränken oder verbieten; b. den Zahlungsverkehr mit bestimmten Ländern regeln; c. Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr mit einzelnen Ländern und Ländergruppen abschliessen. ${ }^{2}$ Bevor der Bundesrat solche Massnahmen trifft, hört er die von ihm bestellte Konsultative Kommission für Handelspolitik an, sofern die schweizerischen Wirtschaftsinteressen nicht die sofortige Anordnung der Massnahmen erfordern. In diesem Falle ist die Kommission nachträglich zu begrüssen. Art. 2 ${ }^{1}$ Der Bundesrat erlässt die erforderlichen Ausführungsvorschriften. ${ }^{2}$ Er kann auch Vorschriften erlassen über die Erhebung von Beiträgen zur Überbrückung preis- oder währungsbedingter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr. Geltungsbereich Ausführungsvorschriften, Uberbrückungsbeiträge und Gebühren ${ }^{3}$ Er kann zur Deckung der Kosten, die dem Bund und den mit der Durchführung dieses Beschlusses beauftragten Stellen erwachsen, Gebühren festsetzen und Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung, die für die Durchführung dieses Beschlusses herangezogen werden, ermächtigen, Gebühren zu erheben. # Art. 3 Mitarbeit von Organisationen und Institutionen Schweizerische Verrechnungsstelle ${ }^{1}$ Mit der Durchführung von Massnahmen im Sinne dieses Beschlusses können neben den in diesem Beschluss vorgesehenen auch andere Organisationen oder Institutionen beauftragt werden, insbesondere solche der Wirtschaft. Soweit der Bundesrat die Aufsicht über sie im Rahmen der ihnen durch diesen Beschluss zugewiesenen Tätigkeit nicht selbst ausübt und ihnen die erforderlichen Weisungen erteilt, bezeichnet er in den Ausführungserlassen die dafür zuständigen Stellen. ${ }^{2}$ Die Organe und Angestellten sämtlicher Organisationen und Institutionen, die mit der Durchführung von Massnahmen im Sinne dieses Beschlusses und seiner Ausführungsvorschriften beauftragt werden, unterstehen dabei hinsichtlich ihrer straf- und vermögensrechtlichen Verantwortung und ihrer Schweigepflicht den für die Bundesbeamten geltenden Vorschriften. ## Art. 4 ${ }^{1}$ Mit der Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs wird die vom Bundesrat unter dem Namen «Schweizerische Verrechnungsstelle» - "Office suisse de compensation» - "Ufficio svizzero di compensazione» errichtete öffentliche Anstalt beauftragt. Sie ist mit dem Recht der Persönlichkeit ausgestattet und untersteht der Aufsicht des Bundesrates. Der Vorstand der Schweizerischen Verrechnungsstelle, bezeichnet als Schweizerische Clearingkommission, wird vom Bundesrat gewählt. ${ }^{2}$ Organisation und Tätigkeit der Schweizerischen Verrechnungsstelle werden durch Verordnung des Bundesrates und ein von ihr aufgestelltes Reglement geregelt. Erlass und Änderung des Reglementes bedürfen der Genehmigung des Bundesrates. ${ }^{3}$ Die Schweizerische Verrechnungsstelle erstrebt keinen Gewinn. Zur Deckung ihrer Unkosten ist sie ermächtigt, eine Gebühr zu erheben, die vom Bundesrat festgesetzt wird. Allfällige Betriebsüberschüsse fallen in die Bundeskasse; allfällige Betriebsverluste werden vom Bund gedeckt. ${ }^{4}$ Der Bundesrat beschliesst die Auflösung der Schweizerischen Verrechnungsstelle und ihre Liquidation, wenn sie für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs nicht mehr notwendig ist. Art. 5 Verwaltungsbeschwerde ${ }^{1}$ Gegen Entscheide untergeordneter eidgenössischer Amtsstellen sowie gegen Entscheide von Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung, die mit der Durchführung von auf Grund dieses Beschlusses erlassenen Massnahmen beauftragt sind, kann gemäss Artikel 23bis des Bundesgesetzes vom 26. März 1914 über die Organisation der Bundesverwaltung bei der vorgesetzten Instanz Beschwerde geführt werden. Gegen Entscheide der Schweizerischen Verrechnungsstelle kann bei der Schweizerischen Clearingkommission Beschwerde geführt werden. ${ }^{2}$ Gegen Entscheide eines Departementes oder der Schweizerischen Clearingkommission kann gemäss Artikel 124, lit. a oder c, des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege beim Bundesrat Beschwerde geführt werden, sofern nicht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig ist. Art. 6 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss Artikel 97 und 100 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege beim Bundesgericht Entscheide einesDepartements oder der Schweizerischen Clearingkommission angefochten werden über: a. Gebühren; Abgaben im Sinne von Artikel 2, Absatz 2; b. die Verweigerung und den Entzug von Bewilligungen, Ursprungsbescheinigungen, Kontingentsbescheinigungen, Visa, Affidavits und Bescheinigungen für Einzelforderungen, Einfuhrzertifikate und anderen Bescheinigungen ähnlichen Charakters; c. die Pflicht zur Einzablung in den gebundenen Zahlungsverkehr; d. die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr; e. die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bei Verstössen gegen Vorschriften des gebundenen Zahlungsverkehrs. Art. 7 Jeder weiterziehbare Entscheid ist mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen, in welcher auch die Beschwerdeinstanz und die Beschwerdefrist anzugeben sind. Art. 8 ${ }^{1}$ Widerhandlungen gegen diesen Beschluss und seine Ausführungsvorschriften werden mit Gefängnis bis zu 12 Monaten oder mit Busse bis zu 50000 Franken bestraft. ${ }^{2}$ Strafbar sind auch die fahrlässig begangenen Widerhandlungen. ${ }^{3}$ Stellt sich die Tat als ein Zollvergehen im Sinne des Bundesgesetzes vom 1.Oktober 1925 über das Zollwesen dar, so sind sie und allfällige - Teilnahmehandlungen ausschliesslich nach dessen Strafvorschriften und Verfahrensbestimmungen zu ahnden, auch wenn gleichzeitig der Tatbestand einer durch diesen Beschluss mit Strafe bedrohten Handlung erfüllt ist. Verwaltungs-gerichtsbeschwerde Rechtsmittelbelehrung Strafbestimmungen ${ }^{4}$ Die Strafverfolgung auf Grund der besondern Bestimmungen des Strafgesetzbuches bleibt in allen Fällen vorbehalten. ${ }^{5}$ Widerhandlungen gegen die Vorschriften über die Ursprungsbescheinigungen werden gemäss der Ursprungszeugnisverordnung vom 9. Dezember 1929 verfolgt und beurteilt. ${ }^{6}$ Werden die Widerhandlungen im Geschäftsbetriebe einer juristischen Person, einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft oder einer Einzelfirma begangen, so finden die Strafbestimmungen auf diejenigen Personen Anwendung, die für sie gehandelt haben oder hätten handeln sollen, jedoch unter solidarischer Mithaftung der juristischen Person, der Gesellschaft oder des Inhabers der Einzelfirma für Busse und Kosten, sofern die verantwortliche Geschäftsleitung nicht nachweist, dass sie alle erforderliche Sorgfalt angewendet hat, um die Einhaltung der Vorschriften durch die genannten Personen zu bewirken. # Art. 9 Strafverfahren ${ }^{1}$ Die Verfolgung und Beurteilung der Widerhandlungen liegen, unter Vorbehalt von Artikel 8, Absatz 4, und, soweit nicht der Bundesrat einzelne Fälle an das Bundesstrafgericht überweist, den kantonalen Behörden ob. Die gemäss Artikel 8, Absatz 6, Mitverantwortlichen haben die gleichen Parteirechte wie die Angeschuldigten. ${ }^{2}$ Der Bundesanwaltschaft und, soweit es sich um Angelegenheiten des gebundenen Zahlungsverkehrs handelt, der Schweizerischen Verrechnungsstelle sind sämtliche kantonalen Urteile, Strafbescheide und Einstellungsbeschlüsse ohne Verzug nach ihrem Erlass in vollständiger Ausfertigung unentgeltlich mitzuteilen. Art. 10 Der Bundesrat hat über die auf Grund dieses Beschlusses getroffenen Massnahmen der Bundesversammlung zweimal im Jahr Bericht zu erstatten. Die Bundesversammlung entscheidet, ob diese Massnahmen in Kraft bleiben, ergänzt oder abgeändert werden sollen. Art. 11 Schluss- und Ubergangsbestimmungen ${ }^{1}$ Dieser Beschluss tritt am 1. Januar 1957 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 1966. ${ }^{2}$ Die gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland angeordneten Einfuhrbeschränkungen für Lastwagen.Trolleybusse,Omnibusse und Gesellschaftswagen der schweren und mittelschweren Kategorie (ex Zoll- tarif-Nr. $914 c / d)$, für Landwirtschaftstraktoren (ex Zolltarif-Nrn.M.5, $914 g$ ) und für kinematographische Filme (Zolltarif-Nr. 902a), bleiben bis auf weiteres in Kraft. ${ }^{3}$ Die übrigen gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/ 22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland erlassenenAusführungsvorschriften und angeordneten Massnahmen bleiben über den 31. Dezember 1956 hinaus in Kraft, soweit sie bis zu diesem Zeitpunkte nicht aufgehoben oder abgeändert worden sind. ${ }^{4}$ Auf Tatsachen, die sich während der Geltungsdauer des Bundesbeschlusses vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland und seiner Ausführungsvorschriften ereignet haben, bleiben diese Vorschriften unter Vorbehalt von Absatz 5, Satz 1, anwendbar. ${ }^{5}$ Am 1. Januar 1957 bei den zuständigen Stellen und Behörden hängige Gesuche und Beschwerden sind nach den Verfahrensvorschriften dieses Beschlusses und seiner Ausführungsvorschriften weiter zu behandeln. Beim Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement hängige Beschwerden gegen Entscheide der Schweizerischen Clearingkommission sind noch von diesem zu entscheiden unter Vorbehalt des Weiterzuges an das Bundesgericht in den in Artikel 6 aufgezählten Streitsachen und an den Bundesrat in allen anderen Fällen. Auch der Bundesrat erledigt noch die bereits eingereichten Beschwerden, die nach diesem Beschluss in die Zuständigkeit des Bundesgerichtes fallen würden. Art. 12 Der Bundesrat ist mit dem Vollzug dieses Beschlusses beauftragt. Vollzug Art. 13 Der Bundesrat ist beauftragt, diesen Beschluss gemäss den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 17. Juni 1874 betreffend Volksabstimmung über Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse bekanntzumachen. Referendums- klausel
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941 #ST# No 19 # Bundesblatt 108. Jahrgang Bern, den 9. Mai 1956 Band I _Erscheint_ _wöchentlich._ _Preis_ _**30**_ _**Franken**_ _im_ _Jahr,_ _**16**_ _**Franken**_ _im_ _Halbjahr_ _zuzüglich_ _Nachnahme-_ _und_ _Postbestellungsgebühr_ _Einrückungsgebühr_ 50 Rappen die Petitzeile oder deren Baum. — Inserate franko an _Stampili_ _&_ _Cie._ _in_ _Bern_ ## **#ST# 7085 Botschaft** des **Bundesrates** **an die** **Bundesversammlung** **zum** **Entwurf** **eines** **Bundesbeschlusses** **über** **wirtschaftliche** **Massnahmen** **gegenüber** **dem** **Ausland** (Vom 27.April 1956) Herr Präsident! Hochgeehrte Herren! Wir beehren uns, Ihnen hiermit den Entwurf zu einem Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland mit folgender Botschaft zu unterbreiten. Bei dem Ihnen heute vorliegenden Entwurf handelt es sich nicht etwa um die Schaffung völlig neuen, sondern um die Eevision bestehenden Eechts, nämlich um die Eevision des an die Stelle des Bundesbeschlusses vom 23.Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS _47,_ 785) getretenen Bundesbeschlusses vom 14. Oktober 1933 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, in der Fassung vom 22. Juni 1939 (BS _10,_ 539). L Historischer Rückblick Durch die sich seit 1929 abzeichnende und im Jahr 1931 endgültig ausgebrochene allgemeine Wirtschaftskrise wurde der internationale Waren- und Zahlungsverkehr aufs schwerste erschüttert. Zur Behebung dieser Schwierigkeiten sahen sich fast alle wichtigeren Handelsstaaten gezwungen, massive Zollerhöhungen vorzunehmen und Einfuhrbeschränkungen, ja sogar Einfuhrverbote zu erlassen. Um den Zerfall der Währungen aufzuhalten, wurde in zahlreichen Ländern die Devisenbewirtschaftung eingeführt. Diese Störungen mussten sich auch auf die wie kaum ein anderes Land mit der Weltwirtschaft verbundene Schweiz nachteilig auswirken. In den Jahren 1929 bis 1930 erfuhr unsere Handelsbilanz infolge stark rückläufiger Exporte eine zunehmende Verschlechterung, was um so bedenklicher war, als sich gleichzeitig auch die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr und der Ertrag der schweizerischen Kapitalanlagen im Ausland erheblich verminderten. Diese Entwicklung und die zunehmende Arbeitslosigkeit muss ten die wirtschaftliche Lage unseres Landes als äusserst ernst erscheinen lassen. Bundesblatt. 108. Jahrg. Bd. I. . 68 942 Als Abwehrwaffe gegen all diese ausländischen Massnahmen stand der Schweiz in jenem Zeitpunkt, da die dem Bundesrat im ersten Weltkrieg erteilten Vollmachten längst aufgehoben waren, allein der Zolltarif, d.h. das Mittel der Zollerhöhungen zur Verfügung, das jedoch zur Eindämmung der Krise in keiner Weise ausreichen konnte und durch weitere geeignete Massnahmen ergänzt werden musste. Im Lichte dieser Sachlage wurde der Bundesrat durch den Bundesbeschluss vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr ermächtigt, zum Schütze der nationalen Produktion und insbesondere zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse des Landes, ausnahmsweise und vorübergehend die Einfuhr bestimmter Waren zu beschränken oder von Bewilligungen abhängig zu erklären (Art.l). Ferner wurde der Bundesrat ermächtigt, gegenüber Staaten, die den freien Zahlungsverkehr einschränken, die Interessen unseres Landes auch durch den Abschluss kurzfristiger Abkommen zu wahren (Art. 4). Auf Grund dieses Bundesbeschlusses wurden in der Folge für eine Eeihe besonders exponierter Waren Einfuhrbeschränkungen angeordnet, die sich sowohl auf die Preisgestaltung als auch auf den Beschäftigungsgrad in den betreffenden Industrien im Sinne einer Stabilisierung auswirkten. Ferner wurden Clearingverträge mit verschiedenen Ländern abgeschlossen, da offensichtlich mit einer baldigen Aufhebung der von ihnen verfügten Devisenrestriktionen nicht zu rechnen war. Trotzdem der zitierte Bundesbeschluss den vorübergehenden Charakter der gestützt auf ihn erlassenen Anordnungen betonte, war auch in den darauffolgenden Jahren an einen Verzicht auf die ausserordentlichen Massnahmen nicht zu denken. Die damalige Entwicklung der internationalen Wirtschaftslage liess es, insbesondere nach dem Scheitern der Londoner Weltwirtschaftskonferenz von 1983, vielmehr als dringend notwendig erscheinen, die verhältnismässig grosse Kaufkraft der Schweiz durch Ausdehnung des Kompensationsverkehrs noch in vermehrtem Masse in den Dienst unseres Exportes zu stellen und, angesichts der Verschlechterung der schweizerischen Zahlungsbilanz, in den Clearingverträgen neben dem Warenverkehr auch die Kapitalinteressen nach Möglichkeit zu berücksichtigen. In dieser Hinsicht wies aber der Bundesbeschluss von 1931 insofern eine Lücke auf, als er in Artikel 4 den Bundesrat nur ermächtigte, gegenüber Staaten, die den freien Zahlungsverkehr einschränken, die schweizerischen Interessen auch durch den Abschluss kurzfristiger Abkommen zu wahren. Für den Fall, dass ein Land den Abschluss eines solchen Abkommens verweigerte oder die Verhandlungen nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führten, musste daher die Möglichkeit geschaffen werden, unsere Interessen durch einseitige Massnahmen, insbesondere durch Beschränkung des Zahlungsverkehrs zu schützen. Diese Überlegungen führten zum Erlass des Bundesbeschlusses vom 14. Oktober 1933 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, der den Bundesbeschluss vom 23. Dezember 1931 ersetzte. Durch Artikel l wurde der Bundesrat ermächtigt, auch zur Förderung des Exportes sowie im Interesse der schweizerischen Zahlungsbilanz Massnahmen zu treffen. Artikel 3 sah für den 943 Pali eines Scheiterns von Verhandlungen über den Zahlungsverkehr die Möglichkeit vor, die schweizerischen Belange durch einseitige wirtschaftliche oder finanzpolitische Massnahmen, speziell durch Beschränkung des Zahlungsverkehrs mit solchen Ländern zu schützen. Damit war das Arsenal zur Krisenbekämpfung in einer Weise ergänzt worden, welche es erlaubte, den vom Ausland getroffenen handels- und zahlungspolitischen Massnahmen durch entsprechende schweizerische Abwehrmassnabmen wirksam zu begegnen. In dieser Form ist der Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933 auf Grund periodischer Verlängerungen bis heute in Kraft geblieben. Unter dem Bindruck des damals unmittelbar bevorstehenden zweiten Weltkrieges wurde indessen am 22. Juni 1939 als neues Element die Ermächtigung zur Vermehrung der Vorratshaltung für die Sicherstellung der Landesversorgung mit lebenswichtigen Gütern aufgenommen. Es würde zu weit führen, hier im einzelnen oder auch nur in grossen Zügen auf die zahlreichen und vielgestaltigen Massnahmen einzutreten, welche gestützt auf den Beschluss getroffen wurden. Die eidgenössischen Eäte sind darüber periodisch durch die Berichte (Nr. I-LII) des Bundesrates orientiert worden. In . grundsätzlicher Beziehung sei immerhin festgehalten, dass die Massnahmen im allgemeinen Defensivcharakter hatten und ausschliesslich dem Schütze unserer wirtschaftlichen Interessen gegenüber den vom Ausland angeordneten Beschränkungen dienten. Sie wurden in der Kegel auch nie länger aufrechterhalten, als dies die Einflüsse des Auslandes auf die schweizerische Wirtschaft erforderten. Ausnahmsweise wurden allerdings zu gewissen Zeiten auf Grund des Bundesbeschlusses 1933 auch Massnahmen getroffen, die nicht der handelspolitischen Abwehr, sondern der Ordnung binnenwirtschaftlicher 'Verhältnisse dienten und daher mit ihm nur schwer vereinbar waren. In dieser Hinsicht hat jedoch eine weitgehende Säuberung-stattgefunden, sei es,' dass auf einzelne Massnahmen verzichtet werden konnte, sei es durch den Erlass von Spezialgesetzen, die sich auf die neuen Wirtschaftsartikel stützen (Uhrenstatut, Landwirtschaftsgesetz, Gesetz über die wirtschaftliche Kriegsvorsorge). Durch die Wirtschaftsartikel insbesondere wurde die Möglichkeit geschaffen, den Bundesbeschluss von allem zu befreien, was innere Wirtschaftspolitik darstellt. Dank dieser neuen gesetzlichen Grundlage hätten also die Möglichkeiten, geeignete Abwehrmassnahmen für die Bekämpfung allfälliger Krisen zu treffen, nicht mehr in ihrer ganzen Breite im Bundesbeschluss 1933 verankert bleiben müssen. Diese Feststellung führt direkt zu der Frage, ob das weitere Inkraftbleiben des Bundesbeschlusses überhaupt noch einer Notwendigkeit entspreche und ob der Beschluss,.in Anpassung an die geschilderte Entwicklung, nicht längst hätte grundlegend revidiert werden sollen. In bezug auf den ersten Punkt ist zuzugeben, dass der Bundesbeschluss als Bechtsbasis für Massnahmen binnenwirtschaftlicher Natur durch die Wirtschaftsartikel und zahlreiche Spezialgesetze abgelöst wurde. Auf dem Gebiete des Aussenhandels und Zahlungsverkehrs würde dagegen seine Aufhebung den Bundesrat des auch heute noch dringend erforderlichen Rüstzeugs für die Erhaltung einer dauernden. Verteidigungsbereitschaft berauben. Man könnte sich natürlich fragen, ob solche Vorschriften im Zeitalter der Organi 944 sation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECE), der Europäischen Zahlungsunion (EZU) und im Vorfeld der Konvertibilität der Währungen sich noch rechtfertigen. Darauf ist zu erwidern, dass weder alle europäischen Länder noch die überseeischen Staaten der OECE angeschlossen sind. Die Schweiz steht also nach wie vor zahlreichen Gebieten gegenüber, die ihren Verkehr bilateral regeln; sie muss daher jederzeit in der Lage sein, die sich aus dieser Situation ergebenden Massnahmen zu treffen. Aber selbst gegenüber den der OECE angehörenden Ländern liegt die Notwendigkeit von Verteidigungsmassnahmen keineswegs ausserhalb des Bereiches der Wahrscheinlichkeit, da es sich hier nicht um eine Organisation mit absoluten Verpflichtungen handelt. Der Liberalisierungskodex sieht ja bekanntlich unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einseitiger Abwehrmassnahmen ausdrücklich vor, von welcher auch die Schweiz vor nicht allzulanger Zeit Gebrauch machen musste. Was die Europäische Zahlungsunion anbelangt, so ist einmal mehr festzustellen, dass dieses System noch keineswegs die freie Konvertibilität der Währungen bedeutet, sondern lediglich die Möglichkeit des monatlichen Saldoausgleichs unter den Mitgliedstaaten und den der Union währungsmässig angeschlossenen Territorien bietet. Solange eine solche Eegelung aber mit der Gewährung von Bundeskrediten verknüpft ist, müssen auch die Vorschriften über den gebundenen Zahlungsverkehr (Einzahlungspflicht und Auszahlungskontrolle) und die dafür erforderlichen gesetzlichen Grundlagen aufrecht bleiben. Diese Überlegungen zeigen deutlich, dass der Bundesbeschluss'vom 14. Oktober 1983 jedenfalls soweit beibehalten werden muss, als es die schweizerischen Interessen auf dem Gebiete des Aussenhandels und des Zahlungsverkehrs erfordern. Zu dieser Auffassung haben sich auch die eidgenössischen Bäte bekannt, als sie durch Bundesbeschluss vom 30. September 1954 (AS _1954,_ 1313) den Bundesbeschluss 1933 nochmals um 2 Jahre bis Ende 1956 verlängerten, damit aber die Auflage verknüpften, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein revidierter Erlass vorliegen müsse. Die Notwendigkeit, den Bundesbeschluss 1933 einer grundlegenden Eevision zu unterziehen und den veränderten Verhältnissen anzupassen, ist von keiner Seite bestritten. Es kann auch kein Zweifel mehr darüber bestehen, in welcher Bichtung die Bevision vorzunehmen ist. Dafür, dass eine Bevision nicht schon früher in die Wege geleitet wurde, waren folgende Gründe massgebend. Im ersten Jahrzehnt des Bestehens des Beschlusses, d.h. ungefähr bis Kriegsausbruch und nachdem die Abwertung bereits einen Abbau der ausserordentlichen Massnahmen zur Folge gehabt hatte, gab man sich immer noch der Hoffnung hin, dass sich die Verhältnisse allgemein zum Bessern wenden würden und mit der Zeit auf den Beschluss verzichtet werden könnte. Die Kriegsjahre wiederum waren nicht dazu angetan, eine Neugestaltung vorzunehmen, da sich die staatliche Intervention vorwiegend auf dem Boden der ausserordentlichen Vollmachten abspielte und auch nicht vorauszusehen war, wie sich die wirtschaftlichen Verhältnisse entwickeln würden. In der dritten Phase, der Nachkriegszeit, war die Lage noch verworrener, da sich in dem von den Kriegswirren heimgesuchten Ausland alles im Umbruch befand und zu jener Zeit erst recht nicht abgeschätzt werden konnte, 945 welchen Gang die wirtschaftlichen - und politischen - Geschehnisse nehmen würden. Es kam denn auch nicht von ungefähr, dass der Bundesrat in seinen Botschaften vom 9.Februar 1951 (BEI _1951,_ _l,_ 415 ff.) und IS.August 1954 (BEI _1954,_ II, 285 ff.) betreffend die Verlängerung des Bundesbeschlusses vom 14. Oktober 1938 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland Bedenken äusserte, die Revisionsarbeiten zu einem Zeitpunkte an die Hand zu nehmen, da die Dinge noch ständig im Fluss waren. Der Bundesbeschluss 1988 ist ein typisches Spiegelbild der zur Zeit seines Entstehens herrschenden Umstände. Mit einem Minimum von Bestimmungen ausgestattet, gibt er dem Bundesrat in innen- und aussenwirtschaftlicher Beziehung weitgehende Vollmachten. Für die innenwirtschaftliehe Ordnung besitzt der Bund aber heute in den revidierten Wirtschaftsartikeln der Bundesverfassung die nötige Rechtsgrundlage. Die in den Krisenjahren auf den alten Bundesbeschluss betreffend wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland abgestützten und oft als verfassungswidrig bezeichneten Ausführungserlasse sind - soweit sie weiterhin notwendig waren - durch die neue, auf die Wirtschaftsartikel gestützte Gesetzgebung abgelöst worden (Arbeitsbeschaffungsgesetz, Kriegsvorsorgegesetz, Landwirtschaftsgesetz, Uhrenstatut). Der neue Erlass kann deshalb stark entlastet und, unter wesentlicher Einschränkung der verschiedentlich kritisierten weitgehenden Ermächtigungen, zu einem handelspolitischen Defensivinstrument gegen allfällige, aus dem Ausland stammende Störungen gestaltet werden. Bei dieser nunmehr notwendig gewordenen gesetzgeberischen Bereinigungsarbeit sind die dem Bundesrat in bezug auf den Aussenhandel und insbesondere den Zahlungsverkehr zu erteilenden Kompetenzen den gegenwärtig und künftig zu erwartenden Verhältnissen anzupassen. Ferner sind gewisse Ergänzungen nötig, vor allem hinsichtlich der rechtlich einwandfreien Verankerung der Schweizerischen Verrechnungsstelle und der Vorschriften über den Rechtsschutz. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Darlegungen in der Botschaft vom IS.August 1954 sowie auf die Erläuterungen zu Artikel 4 und 8/9 unter Ziffer III hiernach. Unter Zugrundelegung der oben umrissenen Gesichtspunkte hat die Handelsabteilung des Volkswirtschaftsdepartements einen Vorentwurf ausgearbeitet, den sie im Juni 1955 verschiedenen Bundesstellen, den Spitzenverbänden der Wirtschaft, dem Schweizerischen Bundesgericht sowie andern Organisationen und Behörden zur Stellungnahme unterbreitete. Zudem befasste sich am 16. Dezember 1955 die Konsultative Kommission für Handelspolitik mit dem Vorentwurf. Die bei diesem Anlass noch vorgebrachten Anregungen und Wünsche wurden sorgfältig geprüft und, sofern sie sich als brauchbar erwiesen, auch verwertet. u. Die Veriassungsmässigkeit des Beschlusses In der Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 9.Februar 1951' (BB1 _1951,_ I, 415 ff.) setzten wir uns mit der Verfassungsmässigkeit des geltenden Bundesbeschlusses vom 14. Oktober 1988 im Rahmen der Zollartikel 946 28/29 der Bundesverfassung auseinander! Die dort aufgestellte These, deren Kichtigkeit übrigens in der Folge von den Eäten nicht in Zweifel gezogen wurde, kann wie folgt zusammengefasst werden. Ausgegangen wurde von Verlautbarungen der Professoren W.Burckhardt (Kommentar der Schweizerischen Bundesverfassung, III. Aufl., 1931, zu Art. 28, II/2) und Z. Giacometti (in der Festgabe 1950 «Staat und Wirtschaft» für Prof.H.Nawiasky, St. Gallen). Dem Sinne nach und um hier nur diesen einen Satz zu zitieren, geht deren übereinstimmende Auffassung dahin, der Bund könne - da er neben seinen ausdrücklichen auch stillschweigende Kompetenzen besitze, die auf dem Interpretationswege aus ausdrücklichen Kompetenzen abgeleitet würden - nicht nur Ein- und Ausfuhrzölle, sondern auch handelspolitische Massnahmen, wie Verbote und Kontingentierungen der Bin- und Ausfuhr sowie Zahlungsbeschränkungen, die alle zum Eüstzeug der Zollpolitik gehören, anordnen. Die beiden Autoren unterscheiden dabei, was die Einfuhrseite im Warenverkehr anbelangt, nicht ausdrücklich zwischen handelspolitisch-kompensatorischen Importrestriktionen einerseits und solchen protektionistischer Natur anderseits. Professor Hans Huber, Ordinarius für Staatsrecht in Bern, differenzierte in dem Sinne, dass er Einfuhrbeschränkungen mit Schutzwirkung nur gestützt auf die neuen Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung als zulässig erklärte und für die handelspolitischen eine Abstützung auf die Zollartikel immerhin als möglich, wenn auch nicht als Ideallösung bezeichnete (vgl. «Wirtschaft und Kecht», I.Jahrgang, 1949, S.191 ff. sowie 2.Jahrgang, 1950, S. 42 ff.). Diese Auffassung namhafter Vertreter der Staatsrechtslehre glaubten wir uns zu eigen machen und auch den neuen Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland verfassungsmässig auf die Zollartikel 28/29 abstützen zu dürfen, dies umsomehr, als der Erlass als handelspolitisches Defensivinstrument konzipiert ist. In dem von der Handelsabteilung durchgeführten Vernehmlassungsverfahren wurden die Zollartikel mehrheitlich als geeignete und hinreichende Verfassungsgrundlage für den geplanten Erlass anerkannt. Etwa geäusserte Befürchtungen, weil nach Burckhardt/Giacometti nicht zwischen handelspolitischen und protektionistischen Einfuhrbeschränkungen unterschieden werde, könne der Beschluss auch zum Erlass der letztern dienen, ist entgegenzuhalten, dass es letzten Endes darauf ankommt, wie weit der Geltungsbereich des Beschlusses gefasst ist. Einzig dessen Inhalt und Formulierung sind dafür bestimmend, inwieweit die verfassungsmässigen Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollen. Da der Artikel l des Beschlussentwurfes Massnahmen mit Schutzcharakter im eigentlichen und unmittelbaren Sinne nicht vorsieht, ist es unerheblich, ob die Zollartikel eine Ausdehnung auch auf solche Schutzmassnahmen zulassen oder nicht. Umgekehrt wurde von anderer Seite, in der Meinung, dass es fraglich sei, ob gestützt auf die Zollartikel ebenfalls rein protektionistische Massnahmen ergriffen werden könnten, postuliert, nebst diesen in der Präambel auch die Wirtschaftsartikel der Bundesverfassung zu erwähnen. Es geschah dies vorsorglich und in der Meinung, dass auf Grund des neuen Bundesbeschlusses z.B. dort Schutzmass 947 nahmen sollten getroffen werden können, wo bereits bestehende Spezialgesetzgebungen lückenhaft sind. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass mit der blossen Erwähnung der Wirtschaftsartikel im Ingress des Beschlusses noch nichts gewonnen wäre, so lange nämlich nicht auch der Inhalt des Beschlusses selbst den Erlass solcher Massnahmen vorsehen würde. Nach den Darlegungen im historischen Teil bedarf es keiner Erläuterung mehr, weshalb wir glauben, einer solchen Erweiterung nicht entsprechen zu können. Dies hätte ganz einfach zur Folge, dass der dem Erlass zugedachte Charakter eines rein handelspolitischen Abwehrinstrumentes verloren ginge. Schliesslich ist festzuhalten, dass der im Entwurf vorliegende Beschluss dem Bundesrat generelle Ermächtigungen geben soll, wogegen solche generellen Ermächtigungen gestützt auf die Wirtschaftsartikel nicht zulässig sind; Artikel 32, Absatz l, der Bundesverfassung schreibt für die gestützt auf die Wirtschaftsartikel zu erlassenden Bestimmungen die Rechtsform des Bundesgesetzes oder Bundesbeschlusses vor, welche dem Referendum unterstehen. Es fehlte übrigens auch nicht an Stimmen, welche die Aufnahme der Wirtschaftsartikel in den Ingress des geplanten Erlasses ausdrücklich ablehnten, indem unter anderem darauf hingewiesen wurde, dass damit die notwendige Trennung zwischen äussenhandelspolitischen und innenwirtschaftlichen Massnahmen wiederum verwischt würde. Bei der Beurteilung dieses Problems wird man sich einmal mehr vor Augen halten müssen, dass den Wirtschaftsartikeln einerseits und den Zollartikeln anderseits ein ganz verschiedener Gedanke zugrunde liegt : betreffen jene und die gestützt darauf getroffenen Massnahmen das Verhältnis zwischen der privaten Wirtschaft und dem Staat, so bilden die Zollartikel die Grundlage für die Regelung des Verhältnisses zwischen der schweizerischen Wirtschaft und dem Ausland. Durch diesen Unterschied wird offensichtlich, dass die Erwähnung beider Verfassungsbestimmungen nebeneinander im Ingress des Bundesbeschlusses den diesem zugedachten Charakter verwischen würde. Der in Aussicht genommene Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland ist daher als handelspolitisches Defensivinstrument, so wie er Ihnen vorliegt, auf die Zollartikel abzustützen. **m. Die** **einzelnen Bestimmungen** **des** **Beschlusses** _Artikel_ _l,_ _Absatz_ _l_ bestimmt den Geltungsbereich. Die Ermächtigung wird dem Bundesrat unter der Voraussetzung erteilt, dass einerseits ausländische Massnahmen oder ausserordentliche Verhältnisse im Ausland den Waren- oder Zahlungsverkehr der Schweiz derart beeinflussen, dass wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen beeinträchtigt werden und dass anderseits die notwendigen Massnahmen nur für solange getroffen werden, als es die Umstände erfordern. Diese Beschränkung ergibt sich zwangsläufig daraus, dass die Massnahmen, für welche der Bundesbeschluss die Grundlage abgeben soll, als reine Verteidigungswaffe gedacht sind. Sie sollen ausschliesslich dem Schütze unserer wirtschaftlichen Interessen gegenüber vom Ausland angeordneten Massnahmen oder 948 im Ausland bestehenden ausserordentlichen Verhältnissen dienen und nur für solange, als diese Abwehr notwendig ist. Im weitern wird der Geltungsbereich der bundesrätlichen Ermächtigung in lit.a bis _c_ gegenüber der bisherigen Eegelung wesentlich eingeengt. Er wird beschränkt auf Massnahmen, die zu unserer handelspolitischen Verteidigung gegenüber dem Ausland unerlässlich sind. Mit dieser Beschränkung auf die handelspolitische Abwehr wird der hauptsächlichste Zweck der Eevision erfüllt. Darüber ist das Wesentlichste bereits gesagt worden. In Abweichung von der bisherigen Eegelung, welche die Massnahmen, die der Bundesrat zu treffen ermächtigt ist, nicht abschliessend festsetzte [(Art.-l des Bundesbeschlusses von 1933 in der Fassung von 1939 enthält bloss die Ermächtigung, zu bestimmten Zwecken die nötigen Massnahmen zu treffen, immerhin unter spezieller Hervorhebung von zwei Anwendungsfällen in Art. 2 (Einfuhrbeschränkungen) und Art. 3 (kurzfristige Zahlungsabkommen und einseitige Zahlungsbeschränkungen)] sind nach dem Entwurf ausschliesslich die in lit. a bis _c_ aufgezählten Massnahmen und die in Artikel 2 erwähnten Überbrückungsbeiträge zugelassen. Diese Massnahmen sind die gleichen, deren wir uns schon bisher zur handelspolitischen Abwehr bedienten, nämlich: _a._ die Überwachung und Beschränkung der Einfuhr, der Ausfuhr und der Durchfuhr von Waren, _b._ die Eegelung des Zahlungsverkehrs mit bestimmten Ländern auf autonomer Basis, _c._ der Abschluss von Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr, sei es bilateral mit einzelnen Ländern oder multilateral mit Gruppen mehrerer Länder. In lit.c wird nicht mehr wie in Artikel 3 des Bundesbeschlusses von 1983 hervorgehoben, dass sich die Ermächtigung nur auf «kurzfristige» Abkommen beziehen soll. Der Ausdruck «kurzfristig» ist zu wenig präzis. Er kann zu eng und zu weit ausgelegt werden. Eine Legaldefinition dafür gibt es nicht. Es handelt sich bei der Weglassung des Wortes «kurzfristig» also lediglich um eine textliche Bereinigung; eine Änderung der bisherigen Praxis, die in der Eegel Vertragsdauern von l bis 2 Jahren oder bei unbegrenzter Gültigkeitsdauer die jederzeitige Kündigungsmöghchkeit auf 3 Monate vorsah, ist nicht beabsichtigt. Die oben erwähnten Verteidigungsmittel sollen nur dann ergriffen werden, wenn ausländische Massnahmen oder ausserordentliche Verhältnisse im Ausland wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen derart beeinträchtigen, dass die Abwehr sich rechtfertigt. Gestützt auf bisherige Erfahrungen handelt es sich dabei vor allem um Ein- und Ausfuhrbeschränkungen sowie Devisenbewirtschaftungsmassnahmen unserer Aussenhandelspartner, um offene Währungszerrüttungen in diesen Ländern oder um von ihnen ergriffene künstliche Exportförderungsmassnahmen mit Dumpingcharakter. Die Eückwirkungen solcher Massnahmen und Zustände können natürlich nicht nur schweizerische Export 949 zweige betreffen, sondern ebensogut reine Inlandbranchen; insoweit dient der neue Bundesbeschluss keineswegs nur der Exportwirtschaft, sondern der gesamten schweizerischen Volkswirtschaft. Dabei muss natürlich immer vorausgesetzt werden, dass die Störung, die durch das Ausland in unserem Lande ver ursacht wird, eine ernstliche und tiefgreifende sei und nicht durch zumutbare Selbsthilfemassnahmen der Privatwirtschaft allein behoben werden kann. _Artikel_ _l,_ _Absatz_ _2,_ entspricht der bisherigen Bestimmung von Artikel 4 des Bundesbeschlusses von 1933 mit dem einzigen Unterschied, dass die Kommission, die der Bundesrat anzuhören hat, bevor er Massnahmen auf Grund des Bundesbeschlusses trifft, nunmehr im Bundesbeschluss selbst bezeichnet wird. Es ist die «Konsultative Kommission für Handelspolitik», die im November 1949 vom Bundesrat als beratendes Organ in Fragen der innern und äussern Handelspolitik eingesetzt wurde. Unter der Herrschaft des Bundesbeschlusses vom 23. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS _47,_ 785), der eine gleiche Bestimmung enthielt, wurde die damals schon seit Jahren bestehende Zolltarifexpertenkommission als anzuhörende Kommission bezeichnet. Diese später in «Expertenkommission für den Zolltarif und die Einfuhrbeschränkungen» umbenannte Kommission hatte sich in den Dreissigerjahren namentlich mit der Begutachtung von protektionistischen Begehren für die Inlandindustrie zu befassen. Infolge der veränderten Verhältnisse hatte sie dann während einer Eeihe von Jahren nicht mehr in Funktion zu treten. Vom Jahre 1952 an wurde sie, entsprechend ihrer ursprünglichen Aufgabe, durch die Eevision des Zolltarifs wieder in Anspruch genommen. Nachdem nunmehr die Konsultative Kommission für Handelspolitik zur Verfügung steht und die zu begutachtenden Fragen unter dem neuen Bundesbeschluss ausgesprochen handelspolitischer Natur sein werden, erscheint es gegeben, ihr im vorliegenden Falle die Begutachtung zu übertragen. In ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung sind in dieser Kommission die grossen Wirtischaftsgruppen, d.h. Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft wie auch die Arbeitnehmer und die Konsumenten vertreten nebst den zuständigen Departementen und der Schweizerischen Nationalbank. _Artikel_ _2_ ermächtigt den Bundesrat, die erforderlichen Ausführungsvoriïchriften zu erlassen. Von einer Aufzählung der in Frage stehenden Massnahmen wird abgesehen. Eine solche könnte ohnehin nicht abschliessend sein, sondern, wie im Vorentwurf der Handelsabteilung vorgesehen war, nur beispielsweise die nach den bisherigen Erfahrungen voraussichtlich in Frage kommenden Massnahmen anführen. Unsere Verteidigungsmassnahmen müssen sich nach der Art der abzuwehrenden Angriffe und Einflüsse richten und deshalb den sich ständig ändernden und in ihrer Entwicklung nicht voraussehbaren Verhältnissen angepasst werden können. Könnte somit einem Katalog der in Frage kommenden Massnahmen nur die Bedeutung einer beispielsweisen Zusammenstellung zuerkannt werden unter Voranstellüng einer nötigenfalls zu Massnahmen anderer Art ermächtigenden Generalklausel, so erscheint es zweckmässiger, überhaupt keinen Katalog aufzustellen. Immerhin sei hier erläuterndjestgehalten, welcher 950 Art die bisher getroffenen Massnahmen waren. Ohne zwingende Gründe werden andere Massnahmen, die sich selbstverständlich immer im Bahmen der Zweckbestimmung des Artikels l, Absatz l, des Bundesbeschlusses halten müssten, nicht getroffen werden. Bis anhin bildeten den Gegenstand von auf Grund des Bundesbeschlusses von 1938 auf dem Gebiete des Aussenhandels getroffenen Massnahmen : _a._ die Kontingentierung im Warenverkehr; _b._ die Voraussetzungen für die Erteilung von Bewilligungen im Warenverkehr; c. die Pflicht zur Einzahlung in den gebundenen Zahlungsverkehr; _d._ die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr; _e._ die Kontingentierung im gebundenen Zahlungsverkehr; /. die Erteilung von Bescheinigungen über den schweizerischen Ursprung von Waren (Ursprungsbescheinigungen), den schweizerischen Charakter von Leistungen (Visa) und den schweizerischen Charakter von Finanzforderungen (Affidavits und Bescheinigungen für Einzelforderungen) ; _g._ die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bei Verstössen gegen Vorschriften des gebundenen Zahlungsverkehrs, insbesondere gegen solche über die Wiedereinzahlungspflicht, über die Haftung Dritter im Falle vorschriftswidrig verursachter Auszahlungen und über die Haftung der zur Ausstellung von Affidavits zugelassenen Stellen im Falle vorschriftswidrig ausgestellter oder verwendeter Affidavits ; . _ìi._ die Auskunftspflicht und die Vornahme von Kontrollen; _i._ die Verweigerung und der Entzug von Bewilligungen und Bescheinigungen; _k._ die Erhebung von Gebühren; _l._ die Erhebung von Beiträgen zur Überbrückung preis- oder währungsbeding ter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr. Des weitern ist in Artikel 2 die Befugnis des Bundesrates festgelegt, für die Kostendeckung Gebühren festzusetzen oder ausserhalb der Verwaltung stehende, zur Mitwirkung herangezogene Stellen zu ermächtigen, Gebühren zu erheben. Mit einer solchen Ermächtigung werden wir regelmässig die Verpflichtung verbinden, uns die Gebührentarife, soweit sie die Deckung von Kosten betreffen, die aus der Tätigkeit im Bahmen der übertragenen Aufgaben erwachsen, zur Genehmigung vorzulegen. Durch die in Artikel 2 ferner ausdrücklich erwähnte Kompetenz des Bundesrates, Vorschriften über die Erhebung von Beiträgen zur Uberbrückung preisoder währungsbedingter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr zu erlassen, soll die Erhebung von Preisüberbrückungsbeiträgen vom Exporteur und deren Weitergabe an den Importeur ermöglicht werden. Auf diese Weise wird die Möglichkeit geschaffen, nötigenfalls aus gewissen Ländern Waren zu beziehen, trotzdem deren Preisniveau über den Weltmarktpreisen steht und mit dem den gebundenen Zahlungsverkehr alimentierenden Gegenwert dieser Waren den Export nach den betreffenden Ländern zu finanzieren. Durch seinen Preisüberbrückungsbeitrag schafft der Exporteur die Voraussetzung für den Import, dessen 951 es bedarf, damit seine Exportforderung im gebundenen Zahlungsverkehr bezahlt werden kann. Dieses System der Preisüberbrückung wird' seit längerer Zeit im Verkehr mit einzelnen Ländern gehandhabt. Durch seine Erwähnung im neuen Bundesbeschluss soll seine Eechtsgrundlage und zugleich die Bekursmöglichkeit in dieser Materie klargestellt werden. _Artikel_ _3,_ _Absatz_ _l_ ermächtigt den Bundesrat, für die Durchführung der von ihm getroffenen Massnahmen an die Mitwirkung von Organisationen, die hiefür geeignet erscheinen, insbesondere an solche der Wirtschaft zu appellieren. Es handelt sich hier z.B. um die Mitwirkung vori Organisationen der Wirtschaft bei der Kontingentsverwaltung, der Handelskammern bei der Ursprungskontrolle, der Banken bei der Kontrolle im Finanzzahlungsverkehr und bei der Durchführung des dezentralisierten gebundenen Zahlungsverkehrs usw. Was die Schweizerische Verrechnungsstelle anbetrifft, so wird ihr die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs durch Artikel 4 des Bundesbeschlusses übertragen. _Artikel_ _3,_ _Absatz_ _2,_ unterstellt die Organe und Angestellten, der zur Mitwirkung herangezogenen Organisationen und Institutionen der straf- und vermögensrechtlichen Verantwortung wie auch der Schweigepflicht der Bundesbeamten. Es ist dies die logische Konsequenz daraus, dass sie im Bahmen ihrer Mitwirkung öffentlich-rechtliche Funktionen ausüben. _Artikel_ _4_ befasst sich mit der Schweizerischen Verrechnungsstelle. Diese ist durch Bundesratsbeschluss vom 2. Oktober 1934 über die Durchführung des schweizerischen Verrechnungsverkehrs mit dem Ausland (BS _10,_ 635) gegründet worden. Sie wurde als öffentlich-rechtliche Körperschaft bezeichnet (Art. 1) mit der Zweckbestimmung, sämtliche Aufgaben, die mit dem Verrechnungsverkehr zusammenhängen, durchzuführen (Art. 2). Ihre Organisation und Tätigkeit sind durch Statuten geregelt, die der Genehmigung des Bundesrates bedürfen (Art. 3). Im übrigen wurden für ihre Geschäftsführung subsidär die Bestimmungen des Obligationenrechts über die Genossenschaften als massgebend erklärt (Art. 4). Nach der herrschenden Meinung in der Wissenschaft, die auch vom Bundesgericht übernommen wurde, können öffentlich-rechtliche Organe des Bundes nur durch ein Gesetz oder durch einen allgemein verbindlichen Bundesbeschluss, nicht aber bloss durch einen Bundesratsbeschluss, geschaffen werden. In formalrechtlicher Beziehung ist daher die Eechtsgrundlage der Verrechnungsstelle verschiedentlich angezweifelt worden. Der Ständerat verlangte in seiner Debatte vom April 1951 (vgl. Stenographisches Bulletin, S. 79 ff.) über die damals zur Diskussion stehende Verlängerung des Bundesbeschlusses von 1933, dass die Verrechnungsstelle in rechtlich einwandfreier Weise verankert werde. In Ausführung dieses Auftrages hat bereits der Vorentwurf der Handelsabteilung vom Juni 1955 die nötigen Bestimmungen über die Verrechnungsstelle enthalten, im wesentlichen übereinstimmend mit denjenigen, die nun in Artikel 4 des vorliegenden Entwurfes aufgeführt sind. In den Vernehmlassungen zum Voren'twurf ist die Notwendigkeit, die Verrechnungsstelle noch weiter bestehen zu 952 lassen, von keiner Seite in Zweifel gezogen worden. Dagegen wurde von verschiedener Seite geltend gemacht, wenn der Bundesrat in Artikel l ermächtigt werde, besondere Massnahmen im Waren- und Zahlungsverkehr mit, dem Ausland zu erlassen, und wenn dann noch darauf hingewiesen werde, dass er für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs Bestimmungen erlassen dürfe, wozu notwendigerweise auch Bestimmungen über das Durchführungsorgan gehörten, so sei es nicht notwendig, eingehende Vorschriften über die Verrechnungsstelle in den Bundesbeschluss aufzunehmen. Wäre dem so, dann wäre allerdings nicht einzusehen, weshalb überhaupt der Bundesratsbeschluss vom 2. Oktober 1934 als hinreichende Rechtsgrundlage für die Schaffung der Verrechnungsstelle in Zweifel gezogen wurde, denn aus Artikel 3 des Bundesbeschlusses von 1933 könnte diese Kompetenz des Bundesrates ebenfalls abgeleitet werden. Die gestützt darauf vom Bundesrat erlassene Ordnung ist jedoch, wie erwähnt, von den eidgenössischen Bäten als einer genügenden Rechtsgrundlage ermangelnd beanstandet worden. Diese Beanstandung steht, wie bereits gesagt, im Einklang mit der in der Doktrin vertretenen Auffassung. So kann nach v.Salis (Schweiz.Bundesrecht, zweite Auflage, Nr. 1380) die öffentlich-rechtliche Persönlichkeit gemäss Bundesrecht nur auf dem Wege erworben werden, dass der Bund in einem besondern Bundesgesetz festsetzt, dass eine bestimmt zu errichtende oder bereits bestehende Bundesinstitution das Recht der Persönlichkeit besitzen soll oder in einem Bundesgesetz des näheren die Voraussetzungen aufzählt, unter denen ein Bundesorgan einer Bundesinstitution oder einem Vermögenskomplex das Recht eigener Persönlichkeit verleihen kann. Des weitern wurde die Meinung vertreten, dass die Verrechnungsstelle ihre Rechtsgrundlage nicht im geplanten Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, sondern in einem besonderen, ausschliesslich diese Materie regelnden Bundesbesehluss erhalten sollte. Dabei wurde die Befürchtung geäussert, wenn die Verrechnungsstelle im Bundesbeschluss über den Aussenhandel verankert werde, könnte sie leicht entsprechend der Gültigkeitsdauer dieses Erlasses länger als notwendig aufrechterhalten bleiben. Es darf jedoch als selbstverständlich angesehen werden, dass die Gültigkeitsdauer des Bundesbeschlusses über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland, auch wenn die Verrechnungsstelle in diesem Beschluss verankert wird, niemals der Aufhebung dieser Institution im Zeitpunkt, wo dies möglich erscheint, wird im Wege stehen können. Durch die Bestimmung in Artikel 4, Absatz 4, dass der Bundesrat die Auflösung der Verrechnungsstelle und ihre Liquidation beschliesst, wenn sie für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs nicht mehr notwendig ist, wird dies übrigens einwandfrei klargestellt. Materiell erscheint es durchaus gegeben, der Verrechnungsstelle als Durchführungsorgan für einen wesentlichen Teil der im Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland vorgesehenen Massnahmen in diesem Beschluss ihre Rechtsgrundlage zu geben. Gerade ihre Bestimmung zur Erfüllung einer Aufgabe von vorübergehender, wenn auch heute zeitlich noch nicht abgrenzbarer Dauer, spricht für diese Lösung. 953 Die Bestimmungen des Entwurfes über die Verrechnungsstelle beschränken sich auf die wichtigsten Grundsätze, deren Festlegung auf der Stufe des Bundesbeschlusses angezeigt erscheint. Der Erlass der übrigen, für ihre Organisation und Tätigkeit notwendigen Vorschriften bleibt dem Bundesrat auf dem Wege der Verordnung überlassen. Soweit er sie nicht selbst trifft, soll darüber ein Keglement der Verrechnungsstelle, das der Genehmigung des Bundesrates bedarf, bestimmen. _Absatz_ _l_ 'des Artikels 4 beschränkt sich darauf, den Anstaltscharakter der Verrechnungsstelle, ihre Eechtspersönlichkeit, ihre Unterstellung unter die Aufsicht des Bundesrates und die Wahl ihres Vorstandes durch den Bundesrat (der Vorstand ist als Schweizerische Clearingkommission im Eechtsmittelverfahren (Art. 5 und 6) als Eekursinstanz eingesetzt) festzulegen. Im Bundesratsbeschluss vom 2. Oktober 1934 wurde die Verrechnungsstelle als öffentlich-rechtliche Körperschaft bezeichnet; materiell hatte sie jedoch infolge ihrer weitgehenden Abhängigkeit von den Bundesbehörden schon bisher eher den Charakter einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Ihre Zwecke sind ihr von aussen, nämlich von den Bundesbehörden, auferlegt, was auf den Anstaltscharakter hinweist. Die Verrechnungsstelle kann auch nicht ihren Zweck öder ihre Statuten ändern oder ihre Auflösung beschliessen. Hiezu bedarf es der Genehmigung oder eines Beschlusses des Bundesrates. Es fehlt damit der Verrechnungsstelle die für eine Körperschaft erforderliche Mitbestimmung. Als Gebilde öffentlichen Eechts kann sie daher nur eine öffentlich-rechtliche Anstalt sein. Ein Postulat Duttweiler vom 25. April 1951 warf die Frage auf, ob die Verrechnungsstelle nicht in eine Verwaltungsabteilung des Bundes überzuführen sei. Wir sind der Auffassung, dass diesem Begehren nicht Folge zu geben ist. Die Ausgestaltung der- Verrechnungsstelle als von der Bundesverwaltung getrenntes Gebilde hat sich bewährt. Die Gründe, die seinerzeit dazu veranlassten, haben ihre Geltung, nicht verloren. Die gewählte Form ermöglicht es, die Wirtschaft zur Mitverantwortung heranzuziehen und ihr ein Mitspracherecht in den Angelegenheiten des gebundenen Zahlungsverkehrs einzuräumen. Das Korrelat dazu bildet die Finanzierung der Verrechnungsstelle durch Gebühren, welche die Wirtschaft aufzubringen hat. Bei der Errichtung der Verrechnungsstelle 'wurde es ferner als wichtig betrachtet, diese, so zu konstituieren, dass der Wirtschaft unbedenklich zugemutet werden darf, ihr Einblick in die privaten Verhältnisse und Geschäftsabwicklungen zu gewähren, soweit dies für ihre Geschäftsführung unerlässlich ist. Die Notwendigkeit, von den am gebundenen Zahlungsverkehr teilnehmenden Personen und Firmen vertrauensvoll und rückhaltlos die erforderlichen Auskünfte zu erhalten, besteht für die Verrechnungsstelle nach wie vor. Der Distanzierung von der Bundesverwaltung dürfte es zu verdanken sein, dass bis anhin die Verrechnungsstelle die von ihr benötigten, zum Teil sehr weit in die private Geheimsphäre eingreifenden Informationen ohne Schwierigkeiten erhalten hat. Schliesslich ist auch zu bedenken, dass die Eingliederung der Verrechnungsstelle in die Bundesverwaltung für den Bund keineswegs erwünschte Auswirkungen zur Folge hätte. 954 Mit der heutigen Maxime, den Bund möglichst von Aufgaben zu entlasten, die Von andern Stellen erledigt werden können, wäre es kaum vereinbar, eine bisher weitgehend selbständige Organisation mit ganz spezieller Aufgabe, die übrigens als solche viel leichter den jeweiligen Verhältnissen angepasst werden kann, als wenn sie ein Teil der Verwaltung wäre, in die Bundesverwaltung einzugliedern. Den Bestrebungen gegen eine Aufblähung des Verwaltungsapparates des Bundes würde dies direkt zuwiderlaufen. _Absatz_ _2_ des Artikels 4 enthält die bereits e.rwähnte Bestimmung, durch wen und in welcher Kechtsform die Organisation und die Tätigkeit der Verrechnungsstelle im einzelnen zu regeln ist. _Absatz_ _3_ beschränkt sich auf die grundsätzlichen Bestimmungen über den Finanzhaushalt der Verrechnungsstelle. Vorerst wird festgestellt, dass die Verrechnungsstelle keinen Gewinn erstrebt. Zur Deckung ihrer Unkosten soll sie jedoch eine Gebühr erheben können, die vom Bundesrat festgesetzt wird. Er geben sich Betriebsüberschüsse, so fallen sie an den Bund, der umgekehrt für allfällige Betriebsverluste aufzukommen hat. Die Statuten der Verrechnungsstelle (AS _1951,_ 722) enthalten in Artikel 10 Bestimmungen über das Betriebskapital der Verrechnungsstelle und die Anpassung ihrer Gebühr im Falle von Betriebsüberschüssen oder Betriebsverlusten. Die Eegelung ist die folgende: Ein allfälliger Überschuss der Jahresrechnung fällt zunächst in den Betriebsfonds, bis dieser den Betrag von 6 Millionen Franken erreicht hat. Weitere Einnahmenüberschüsse sind an die Bundeskasse abzuliefern; in diesem Falle hat jedoch die Verrechnungsstelle die Möglichkeit einer Herabsetzung der Gebühr oder ihrer Beschränkung auf bestimmte Arten von Zahlungen zu prüfen und gegebenenfalls dem Bundesrat entsprechend Antrag zu stellen. Die Mittel des -Betriebsfonds dienen ausschliesslich der Deckung eines Ausgabenüberschusses der Jahresrechnung. Reichen diese Mittel nicht aus, so ist der Ausgabenüberschuss durch eine angemessene Anpassung der Gebühren wieder auszugleichen. Falls sich dies aus zwingenden Gründen als unmöglich erweisen sollte, so ist der Ausgabenüberschuss durch den Bund zu decken. Diese Vorschriften wurden im Jahre 1951 in die Statuten aufgenommen als Ergebnis eingehender Prüfungen im Schosse der Schweizerischen Clearingkommission, in welcher der Bund und die Wirtschaft vertreten sind und in Fühlungnahme mit der Finanzdelegation der eidgenössischen Bäte, welche dieser Statutenänderung zustimmte. Sie sollen weiterbin Geltung haben und werden in der Verordnung des Bundesrates über die Organisation und Tätigkeit der Verrechnungsstelle und im Reglement der Verrechnungsstelle Aufnahme finden. _Absatz_ _4_ bestimmt, dass der Bundesrat die Verrechnungsstelle auflösen und ihre Liquidation veranlassen wird, sobald sie für die Erfüllung ihrer Aufgabe, nämlich die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs, nicht mehr benötigt wird. Durch diese Bestimmung wird der vorübergehende 955 Charakter der Verrechnungsstelle unterstrichen, wie auch ihre Bindung an den ihr zugedachten Zweck. Für den Liquidationsfall werden Bestimmungen finanzieller Natur in die Verordnung des Bundesrates aufzunehmen sein. Wie bisher im letzten Absatz von Artikel 10 der Statuten der Verrechnungsstelle festgelegt, wird vorgesehen werden, dass ein allfälliger Überschuss dem Bund zukommen soll. Ein allfälliger Fehlbetrag wird durch den Bund zu decken sein. In den Statuten der Verrechnungsstelle ist ferner in Artikel 6, Absatz 3, (AS _1953,_ 963) die Kontrolle der Verrechnungsstelle durch den Bundesrat und die eidgenössischen Bäte geregelt. Der Vorstand der Verrechnungsstelle hat dem Bundesrat zuhanden der Bundesversammlung alljährlich Bericht über die Tätigkeit der Verrechnungsstelle zu erstatten und die Jahresrechnung zur Genehmigung vorzulegen. Bericht und Jahresrechnung bedürfen der Genehmigung der Bundesversammlung. Diese Ordnung wurde im Jahre 1953 auf Verlangen der zuständigen Kommissionen der eidgenössischen Bäte getroffen. Sie soll weiterhin gelten und wird in die Verordnung des Bundesrates über die Organisation und Tätigkeit der Verrechnungsstelle aufgenommen werden. Ein wichtiges Postulat, das im Zusammenhang mit der Bevision des Bundesbeschlusses von 1933 zu verwirklichen ist, betrifft den Ausbau des B e c h t s s c h u t z es. Er ist in den Artikeln 5 und 6 des Beschlussentwurfes geordnet. Dabei handelt es sich, kurz zusammengefasst, um die Eröffnung der Möglichkeit, letztinstanzlich bei einer unabhängigen gerichtlichen Behörde gegen Verwaltungsentscheide Beschwerde führen zu können, d.h. sie mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde anzufechten. Gemäss Artikel 104, Absatz l, des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG, in BS _3,_ 531) kann der Beschwerdeführer mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nur geltend machen, der Entscheid beruhe auf einer Verletzung von Bundesrecht. Eine solche liegt dann vor, wenn ein in einer eidgenössischen Vorschrift ausdrücklich ausgesprochener oder daraus sich ergebender Bechtssatz nicht oder nicht richtig ange vrendet worden ist. Jede unrichtige rechtliche Beurteilung einer Tatsache ist als Bechtsverletzung anzusehen. Wo anderseits diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, es sich mit andern Worten um die Beurteilung nicht von Bechts-, sondern von Ermessensfragen handelt, sollen diese der Kognition der Verwaltungsbehörden unterstellt bleiben, wobei der letztinstanzliche Entscheid durch den Bundesrat zu fällen ist. Eine Analyse der auf dem Gebiete des Waren- und Zahlungsverkehrs vorkommenden Tatbestände hatte ergeben, dass im Warenverkehr zur Hauptsache Ermessensfragen zur Beurteilung stehen, weshalb ursprünglich vorgesehen war, a.lle sich auf diesen. Sektor beziehenden Entscheide ausschliesslich durch die Verwaltungsbeschwerden anfechten zu lassen. Anderseits sollten im Zahlungsverkehr Entscheide der Schweizerischen Clearingkommission, die gernäss Artikel 6, Absatz 2, der Statuten der Verrechnungsstelle (BS _10,_ 637) erste Kekursinstanz gegenüber Verfügungen der Direktion der Verrechnungsstelle ist, a,n eine richterliche Instanz weitergezogen werden können, wenn der Beschwerde 956 f ührer geltend macht, der Entscheid beruhe auf einerVerletzung von Bundesrecht. Auf dieser Konzeption fussten die Eechtsschutzbestimmungen des Vorentwurfes der Handelsabteilung vom Juûi 1955. Im Vernehmlassungsverfahren wurde sie in doppelter Beziehung bemängelt. Einmal wurde gewünscht, dass auch Entscheide von Departementen bei einer gerichtlichen Instanz sollen angefochten werden können, soweit sie sich auf Gebühren und den Entzug von Bewilligungen beziehen. Sodann wurde geltend gemacht, die durch das Gericht zu beurteilenden Beschwerden sollten nicht nach Beschwerdegründen (Bechtsverletzung, Ermessen), sondern, wie das herkömmlich sei, nach Materien ausgeschieden und die Beschwerdefälle deshalb enumerativ aufgezählt werden. Diese Einwendungen wurden in der bereinigten Vorlage berücksichtigt. Die weitere grundlegende Frage, ob wegen Bechtsverletzung in letzter Instanz beim Bundesgericht oder bei einer besonderen, speziell dafür zu schaffenden Eekurskommission mit richterlichen Punktionen soll Beschwerde geführt werden können, wurde im Vorentwurf der Handelsabteilung offen gelassen; es wurden beide Varianten zur Diskussion gestellt. Eine nur sehr kleine Minderheit sprach sich für die Einsetzung eines speziellen Organs aus. Dabei wurde hervorgehoben, dass diese Lösung die Möglichkeit biete, Persönlichkeiten in die Bekurskommisssion zu wählen, die mit der Organisation und der besondern Technik des Verrechnungsverkehrs vertraut sind und deshalb den Vorteil fachlichen Beurteilungsvermögens besitzen. Ferner wurde auf die Überbelastung des Bundesgerichts hingewiesen. Umgekehrt wurde von einer überwiegenden Mehrheit die Betrauung des Bundesgerichts mit dieser Aufgabe empfohlen. Es geschah dies namentlich unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung einer Bechtszersplitterung und Gefährdung der Bechtssicherheit wie auch der Gefahr, dass die allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätze zugunsten einer rein technischen Betrachtungsweise vernachlässigt werden könnten, und nicht zuletzt auch aus dem Bedürfnis heraus, die richterliche Unabhängigkeit gegenüber dem Bechtssuchenden unbedingt gewährleistet zu wissen. Die Abwägung der für die Einsetzung einer besondern Bekurskommission, und der für die Einsetzung des Bundesgerichts als oberste Beschwerdeinstanz sprechenden Gründe führte dazu, uns für das Bundesgericht zu entscheiden, weshalb in Artikel 6 des Beschluss-Entwurfes die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht vorgesehen ist. Dieses hat sich bereit erklärt, die Aufgabe zu übernehmen. _Artikel_ _5_ ordnet die Verwaltungsbeschwerde, und zwar nach Massgabe von Artikel 23 [bls] des Bundesgesetzes vom 26.März 1914 über die Organisation der Bundesverwaltung (Bundesverwaltungs-OG in BS _l,_ 266). _Absatz_ _l_ regelt die Beschwerde gegen Entscheide von Departementen nachgeordneten eidgenössischen Amtsstellen sowie gegen Entscheide von Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung. Der bisherigen Ordnung entsprechend, die sich bewährt hat, wird die aus Vertretern des Bundes, der Schweizerischen Nationalbank und der Wirtschaft zusammengesetzte Schweizerische Clearingkommission als erste Bekursinstanz der Verrechnungsstelle übergeordnet. 957 _Absatz_ _2_ sieht sodann gegen Entscheide der Departemente (im Sinne von Art. 124, lit. a 0 G) oder gegen Entscheide von ausserhalb der Bundes Verwaltung stehenden Instanzen - in concreto der Clearingkommission - (im Sinne von Art.124, lit.e OG) die Beschwerde an den Bundesrat vor, sofern nicht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig ist (Art. 6). Welche Entscheide von Departementen oder der Clearingkommission mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht, angefochten werden können, ist in lit. _a_ bis _e_ von _Artikel_ _6_ im einzelnen und abschliessend aufgeführt. Die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in diesen Beschwerdefällen stützt sich auf die Artikel 97 und 100 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege. Normalerweise hat weder die Verwaltungsbeschwerde, noch die Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufschiebende Wirkung (Art^S [1] - [18], Abs.l, lit.c, Bundesver waltungs OGund Art. 106 OG). Sie kann beidenBeschwerden aber durch besondere bundesrechtliche Vorschrift verliehen werden. In einzelnen Vernehmlassungen [l] zum Vorentwurf der Handelsabteilung wurde postuliert, allen Beschwerden gegen Entscheide im Sinne des neuen Bundesbeschlusses von Gesetzes wegen Suspensivwirkung zu verleihen. Die Prüfung dieses Postulates hat jedoch ergeben, dass es nicht angängig ist, auf dem Gebiet des Aussenhandels, dessen Lenkung weitgehend auf zwischenstaatlichen Vereinbarungen basiert, allgemein die aufschiebende Wirkung von Beschwerden zu verfügen. Es muss daher bei der normalen Eegelung bleiben. Dies schliesst aber nicht aus, dass die Suspensivwirkung, wenn die Verhältnisse es erlauben, in Einzelfällen durch die Beschwerdeinstanz eingeräumt werden soll, wie dies schon bisher gehandhabt wurde und speziell auf dem Gebiet des Zahlungsverkehrs die Regel war. _Artikel_ _7_ bedarf keiner Erläuterung. _Artikel_ _8_ enthält die Strafbestimmungen. _Absatz_ _l_ sieht für Widerhandlungen gegen den Beschluss und seine Ausführungsbestimmungen die Bestrafung mit Gefängnis bis zu 12 Monaten oder mit Busse bis zu 50 000 Franken vor. Das bisherige Bussenmaximum von 10 000 Franken hat sich als zu niedrig erwiesen. Seine Erhöhung rechtfertigt sich unter anderem auch mit Rücksicht auf die eingetretene Geldentwertung. _Absatz_ _2_ stellt, entsprechend der bisherigen Regelung, auch die fahrlässig begangenen Widerhandlungen unter Strafe. _Absatz_ _3_ betrifft eine Sonderregelung für die Fälle des Bannbruches gemäss Artikel 76 des Bundesgesetzes vom I.Oktober 1925 über das Zollwesen (BS _6,_ 465). Ist auch der Bannbruch kein Zollvergehen im engern Sinne, so hat er doch unter den Bestimmungen über die Zollvergehen Aufnahme gefunden, weil der Zollverwaltung auch die Überwachung des verbotenen Warenverkehrs obliegt. Aus Gründen der Strafverfolgung ist es zweckmässig, bei der Verletzung von Einfuhr-, Ausfuhr- und Durchfuhrverboten oder -beschränkungen die auf solche Widerhandlungen zugeschnittenen Vorschriften über den Bannbruch zur Anwendung gelangen zu lassen. Schon Artikel 6, Absatz l, der in Ausführung des Bundesblatt. 108. Jahrg. Bd. I. 69 958 Bundesbeschlusses vom 28. Dezember 1931 über die Beschränkung der Einfuhr (AS _47,_ 785) erlassenen Verordnung des Bundesrates vom I.Februar 1932 über die Beschränkung der Einfuhr (AS _48,_ 67) erklärte den dritten Abschnitt des Zollgesetzes (Verletzung von Zollvorschriften) anwendbar. In Artikel 6, Absatz 2,, des Bundesbeschlusses von 1933 sodann wurde der Bundesrat ermächtigt, zu bestimmen, dass auf Widerhandlungen gegen die Einfuhrbeschränkungen dieStraf- und Strafverfahrensbestimmungen der Zollgesetzgebung sinngemäss Anwendung finden. Eine entsprechende Eegelung hat der Bundesrat in Artikel 10,. lit.a und Artikel 11 der Verordnung vom 12.Mai 1950 über die Warenein- und ausfuhr (AS _1950,_ 403) getroffen. Sie soll nun auch im neuen Bundesbeschluss verankert werden. Sah der Vorentwurf der Handelsabteilung noch vor, dass, wenn eine Widerhandlung gleichzeitig den Tatbestand eines Zollvergehens im Sinne des Zollgesetzes und denjenigen einer durch den Bundesbeschluss über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland mit Strafe bedrohten Handlung erfüllt, dessen Strafbestimmungen neben denjenigen des Zollgesetzes Anwendung zu finden hätten, so soll nach dem Beschlussentwurf die Tat als Zollvergehen geahndet werden. Dieses Vorgehen vermeidet die Durchführung von zwei verschiedenen Verfahren in ein und derselben Sache. _Absatz_ _4_ behält die Strafverfolgung auf Grund der besondern Bestimmungen des Strafgesetzbuches vor, für den Fall, dass gleichzeitig eine Widerhandlung gegen diese vorliegt. _Absatz_ _5_ behält für Widerhandlungen gegen die Vorschriften über die Ursprungsbescheinigungen die in der Ursprungszeugnisverordnung vom 9. Dezember 1929 (BS _10,_ 525) vorgesehene Eegelung vor. Nach Artikel 14 des Bundesratsbeschlusses vom 12. Mai 1950 über die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr mit dem Ausland und die Dezentralisierung dieses Verkehrs (AS _1950,_ 413) ist den Ursprungs'bescheinigungen als Instrument im Dienste des gebundenen Zahlungsverkehrs der rechtliche Charakter von Ursprungszeugnissen im Sinne der Ursprungszeugnisverordnung vom 9.Dezember 1929 (BS _10,_ 525) verliehen und es werden die Bestimmungen dieser Verordnung auf sie anwendbar erklärt. In strafrechtlicher Hinsicht werden Widerhandlungen mit Gefängnis und Busse geahndet (Art. 14/15) ; sie werden auf dem Wege der .administrativen Strafverfügung durch das Volkswirtschaftsdepartement beurteilt, wenn die Voraussetzung zur Verhängung einer Gefängnisstrafe nicht als erfüllt erachtet wird (Art.15, Abs.2). Da sich dieses Verfahren bewährt hat, soll es auch unter der Herrschaft des neuen Beschlusses Anwendung finden. _Absatz_ _6_ bedarf keiner Erläuterung. Er entspricht im Inhalt und in der Formulierung der Eegelung, wie sie in mehreren andern Spezialgesetzen für Widerhandlungen in Betrieben getroffen wurde, so z.B. im Bundesgesetz vom 30. September 1955 über die wirtschaftliche Kriegsvorsorge (Art.39), (AS _1956,_ 85). _Artikel_ _9_ enthält die Bestimmungen über das Strafverfahren. Wie bisher wird die Strafverfolgung grundsätzlich den Kantonen überlassen. Vorbehalten 959 bleibt die Überweisung einzelner Fälle durch den Bundesrat an das Bundesstrafgericht. _Artikel_ _10_ betrifft die Berichterstattung des Bundesrates an die Bundesversammlung über die auf Grund des Beschlusses getroffenen Massnahmen. Sie wird wie bis anhin zweimal im Jahr erfolgen. _Artikel_ _11_ enthält die notwendigen Schluss- und Übergangsbestimmungen. _Absatz_ _l_ bestimmt das Inkrafttreten des Beschlusses auf den 1. Januar 1957, in welchem Zeitpunkt der Bundesbeschluss von 1933 seine Geltung verliert. Für den neuen Beschluss ist eine Dauer von 10 Jahren vorgesehen. Die Befristung entspricht dem Charakter des Beschlusses. Wir halten es für angemessen, sie auf 10 Jahre festzusetzen. Gemäss _A_ _bsatz_ _2_ sollen die gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 angeordneten Einfuhrbeschränkungen für schwere und mittelschwere Lastwagen, für Landwirtschaftstraktoren und für kinematographische Filme bis auf weiteres in Kraft bleiben. Die geltende Einfuhrregelung für Lastwagen geht zurück auf den Bundesratsbeschluss vom 15. September 1933 über die Beschränkung der Einfuhr (B S _10,_ 569). Für die sogenannten schweren Lastwagentypen (inkl. Trolley busse, Omnibusse und Gesellschaftswagen mit mehr als 30 Sitzplätzen) besteht, mit Ausnahme kleiner zwischenstaatlicher Importkontingente, schon seit Jahren praktisch ein Einfuhrverbot. Für Fahrzeuge der mittelschweren Kategorie wurde die Einfuhrbeschränkung Ende 1951 sistiert. Das Eidgenössische Militärdepartement hat die Aufnahme einer Bestimmung in den neuen Bundesbeschluss zur Diskussion gestellt zum Zwecke der Weiterführung der im engsten Zusammenhang mit den Mobilmachungsplänen (Vereinheitlichung der Typen) stehenden Kontingentierung für schwere Fahrzeuge. Dieser Zweck kann indessen auch durch die Fortdauer der heutigen Massnahmen verwirklicht werden. Die Schutzwürdigkeit der schweizerischen Lastwagenindustrie wird von keiner Seite bestritten ; in diesem Sinne hat sich auch die Schweizerische Handelskammer ausgesprochen. Auch wir halten dafür, dass sie als bedeutsamer wehrwirtschaftlicher Faktor des bisherigen Schutzes nicht entbehren kann. Wir sehen die zweckmässige Lösung darin, die weitere Wirksamkeit der gestützt auf den Bundesbeschluss von 1933 erlassenen Einfuhrbeschränkung für schwere und mittelschwere Motorfahrzeuge in Artikel 11 des neuen Bundesbeschlusses zu statuieren. Die Importrestriktionen für Landwirtschaftstraktoren basieren auf den Bundesratsbeschlüssen Nrn.2 und 16 vom 26.Februar 1932 (BS _10,_ 542) bzw. 23.Februar 1933 (BS _10,_ 564) über die Beschränkung der Einfuhr. Sie wurden bis April 1954 unter dem Titel des militärischen Bedürfnisses an der Erhaltung der Produktion gehandhabt, nach diesem Zeitpunkt aber nur noch in den Dienst der handelspolitischen Auswertung gegenüber dem Ausland gestellt und sukzessive gelockert. Bei der stark zollbegünstigten Einfuhr von landwirtschaftlichen Traktoren bietet die daraus resultierende unterdurchschnittliche Zollbelastung der Traktorenindustrie Unbestrittenermassen keinen genügenden Schutz. Das 960 Aequivalent für die als Endziel vorgesehene gänzliche Aufhebung der Beschränkungen wird in einer Erhöhung des Zollansatzes im Bahrnen der allgemeinen Zolltarifrevision gesucht werden müssen. Bis zur Erreichung dieser Korrektur ist jedoch der Traktorenindustrie vorläufig ein angemessener Schutz im Sinne einer vorübergehenden Sonderregelung weiter zu gewähren. Die Einfuhr kinematographischer Filme schliesslich ist geregelt durch den Bundesratsbeschluss Nr. 54 vom 26. September 1938 (BS _4,_ 239) und die Verfügung vom 18. April 1940 des Eidgenössischen Departements des Innern (BS _4,_ 242). Für die Ordnung des Filmwesens im allgemeinen und die Einfuhr kinematographischer Filme im besondern ist ein spezieller Verfassungsartikel (27 [ter] ) in Vorbereitung (vgl.Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung vom 24. Februar 1956 [BB1 _1956,_ _l,_ 457]). Um zu vermeiden, dass zwischen dem Ablauf der Gültigkeitsdauer des Bundesbeschlusses von 1933 und dem Inkrafttreten des neuen Verfassungsartikels eine Phase unkontrollierter Filmimporte eintritt, erweist sich auch hier eine Übergangsregelung als angezeigt. _AbsatzS_ sieht vor, dass, von der in Absatz 2 getroffenen Sonderregelung abgesehen, die unter der Geltung des Bundesbeschlusses von 1933 erlassenen Ausführungsvorschriften und angeordneten Massnahmen über den 31. Dezember 1956 hinaus in Kraft bleiben, soweit sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgehoben oder abgeändert worden sind. Sie werden bis dahin aufzuheben oder abzuändern sein, soweit sie zum neuen Bundesbeschluss in Widerspruch stehen. Durch diese Eegelung wird erreicht, dass neue Erlasse auf ein Minimum beschränkt werden. Die _Absätze_ _4 und 5_ bedürfen keiner Erläuterung. Desgleichen nicht _Artikel_ _12_ über den Vollzug und _Artikel_ _13_ über die Beferendumsklausel. Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen beehren wir uns, Ihnen die Annahme des beiliegenden Beschlussesentwurfes zu beantragen. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 27. April 1956. Im Namen des Schweizerischen Bundesrates, Der Vizepräsident: **Streuli** Der Bundeskanzler : **Ch.** **Oser** 961 (Entwurf) #### **Bundesbeschluss** über **wirtschaftliche** **Massnahmen** **gegenüber** **dem** **Ausland** Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf Artikel 28, 29 und 64 [Ms] der Bundesverfassung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 27. April 1956, beschliesst: Art. l 1 Sofern ausländischeMassnahmen oder ausserordentliche Verhältnisse im Ausland den Waren- oder Zahlungsverkehr der Schweiz derart beeinflussen,, dass wesentliche schweizerische Wirtschaftsinteressen beeinträchtigt werden, kann der Bundesrat für so lange, als es die Umstände erfordern, _a._ die Einfuhr, Ausfuhr und Durchfuhr von Waren überwachen, bewil ligungspflichtig erklären, beschränken oder verbieten ; _b._ den Zahlungsverkehr mit bestimmten Ländern regeln; c. Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr mit einzelnen Ländern und Ländergruppen abschliessen. 2 Bevor der Bundesrat solche Massnahmen trifft, hört er die von ihm bestellte Konsultative Kommission für Handelspolitik an, sofern die schweizerischen Wirtschaftsinteressen nicht die sofortige Anordnung der Massnahmen erfordern. In diesem Falle ist die Kommission nachträglich zu begrüssen. .-, . . ' • • • • . • . ' • • . . • - - - Art. 2 1 Der Bundesrat erlässt die erforderlichen Ausführungsvorschrifteh. 2 Er kann auch Vorschriften erlassen über die Erhebung von Beiträgen zur Überbrückung preis- oder währungsbedingter Störungen im Waren- und Zahlungsverkehr. Geltungsbereich Ausführungs vorschriften, ÜberbrückuBgs beiträge und Gebühren **Mitarbeit** **von** **Organisationen** **und** **Institutionen** **Schweizerische** **Verrechnungs-** **stelle** **Verwaltungs-** **beschwerde** 962 3 Er kann zur Deckung der Kosten, die dem Bund und den mit der Durchführung dieses Beschlusses beauftragten Stellen erwachsen, Gebühren festsetzen und Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung, die für die Durchführung dieses Beschlusses herangezogen werden, ermächtigen, Gebühren zu erheben. Art. 8 1 Mit der Durchführung von Massnahmen im Sinne dieses Beschlusses können neben den in diesem Beschluss vorgesehenen auch andere Organisationen oder Institutionen beauftragt werden, insbesondere solche der Wirtschaft. Soweit der Bundesrat die Aufsicht über sie im Rahmen der ihnen durch diesen Beschluss zugewiesenen Tätigkeit nicht selbst ausübt und ihnen die erforderlichen Weisungen erteilt, bezeichnet er in den Ausführungserlassen die dafür zuständigen Stellen. 2 Die Organe und Angestellten sämtlicher Organisationen und Institutionen, die mit der Durchführung von Massnahmen im Sinne dieses Beschlusses und seiner Ausführungsvorschriften beauftragt werden, unterstehen dabei hinsichtlich ihrer straf- und vermögensrechtlichen Verantwortung und ihrer Schweigepflicht den für die Bundesbeamten geltenden Vorschriften. Art. 4 1 Mit der Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs wird die vom Bundesrat unter dem Namen « Schweizerische Verrechnungsstelle» - «Office suisse de compensation» - «Ufficio svizzero di compensazione» errichtete öffentliche Anstalt beauftragt. Sie ist mit dem Recht der Persönlichkeit ausgestattet und untersteht der Aufsicht des Bundesrates. Der Vorstand der Schweizerischen Verrechnungsstelle, bezeichnet als Schweizerische Clearingkommission, wird vom Bundesrat gewählt. 2 Organisation und Tätigkeit der Schweizerischen Verrechnungsstelle werden durch Verordnung des Bundesrates und ein von ihr aufgestelltes Reglement geregelt. Erlass und Änderung des Réglementes bedürfen der Genehmigung des Bundesrates. 3 Die Schweizerische Verrechnungsstelle erstrebt keinen Gewinn. Zur Deckung ihrer Unkosten ist sie ermächtigt, eine Gebühr zu erheben, die vom Bundesrat festgesetzt wird. Allfällige Betriebsüberschüsse fallen in die Bundeskasse; allfällige Betriebsverluste werden vorn Bund gedeckt. 4 Der Bundesrat beschliesst die Auflösung der Schweizerischen Verrechnungsstelle und ihre Liquidation, wenn sie für die Durchführung und Überwachung des gebundenen Zahlungsverkehrs nicht mehr notwendig ist. ' Art. 5 1 Gegen Entscheide untergeordneter eidgenössischer Amtsstellen sowie gegen Entscheide von Stellen ausserhalb der Bundesverwaltung, 963 die mit der Durchführung von auf Grund dieses Beschlusses erlassenen Massnahmen beauftragt sind, kann gemäss Artikel 23 [Ms] des Bundesgesetzes vom 26.März 1914 über die Organisation der Bundesverwaltung bei der vorgesetzten Instanz Beschwerde geführt werden. Gegen Entscheide der Schweizerischen Verrechnungsstelle kann bei der Schwei zerischen Clearingkommission Beschwerde geführt werden. 2 Gegen Entscheide eines Departementes oder der Schweizerischen Clearingkommission kann gemäss Artikel 124, lit.-« oder _c,_ des Bundes.gesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege beim Bundesrat Beschwerde geführt werden, sofern nicht die Ver waltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig ist. Art. 6 . Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde können gemäss Artikel 97 und 100 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege beim Bundesgericht Entscheide einesDepartements oder der Schweizerischen Clearingkommission angefochten werden über : _a._ Gebühren; Abgaben im Sinne von Artikel 2, Absatz 2; _b._ die Verweigerung und den Entzug von Bewilligungen, Ursprungs bescheinigungen, Kontingentsbescheinigungen, Visa, Affidavits und Bescheinigungen für Einzelforderungen, Einfuhrzertifikate und anderen Bescheinigungen ähnlichen Charakters; _c._ die Pflicht zur Einzahlung in den gebundenen Zahlungsverkehr; _d._ die Zulassung von Forderungen zum gebundenen Zahlungsverkehr; _e._ die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bei Verstössen gegen Vorschriften des gebundenen Zahlungsverkehrs. Art. 7 Jeder weiterziehbare Entscheid ist mit einer Bechtsmittelbelehrung zu versehen, in welcher auch die Beschwerdeinstanz und die Beschwerdefrist anzugeben sind. Art. 8 1 Widerhandlungen gegen diesen Beschluss und seine Ausführungsvorschriften werden mit Gefängnis bis zu 12 Monaten oder mit Busse bis zu 50 000 Franken bestraft. 2 Strafbar sind auch die fahrlässig begangenen Widerhandlungen. 3 Stellt sich die Tat als ein Zollvergehen im Sinne des Bundesgesetzes vom I.Oktober 1925 über das Zollwesen dar, so sind sie und allfällige #####, Teilnahmehandlungen ausschliesslich nach dessen Strafvorschriften und Verfahrensbestimmungen zu ahnden, auch wenn gleichzeitig der Tatbestand einer durch diesen Beschluss mit Strafe bedrohten Handlung erfüllt ist. **Verwaltungs-** **gerichts-** **beschwerde** **Bechtsmittel-** **belehrung** **Strafbestim-** **mungen** **Straf-** **verfahren** **Bericht-** **erstattung** **Schiusa-** **und** **Übergangsbe-** **stimmungen** 964 4 Die Strafverfolgung auf Grund der besondern Bestimmungen des Strafgesetzbuches bleibt in allen Fällen vorbehalten. 5 Widerhandlungen gegen die Vorschriften über die Ursprungsbescheinigungen werden gemäss der Ursprungszeugnisverordnung vorn 9. Dezember 1929 verfolgt und beurteilt. 6 Werden die Widerhandlungen im Geschäftsbetriebe einer juristischen Person, einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft oder einer Einzelfirma begangen, so finden die Strafbestimmungen auf diejenigen Personen Anwendung, die für sie gehandelt haben oder hätten handeln sollen, jedoch unter solidarischer Mithaftung der juristischen Person, der Gesellschaft oder des Inhabers der Einzelfirma für Busse und Kosten, sofern die verantwortliche Geschäftsleitung nicht nachweist, dass sie alle erforderliche Sorgfalt angewendet hat, um die Einhaltung der Vorschriften durch die genannten Personen zu bewirken. Art. 9 1 Die Verfolgung und Beurteilung der Widerhandlungen liegen, unter Vorbehalt von Artikel 8, Absatz 4, und, soweit nicht der Bundesrat einzelne Fälle an das Bundesstrafgericht überweist, den kantonalen Behörden ob. Die gemäss Artikel 8, Absatz 6, Mitverantwortlichen haben die gleichen Parteirechte wie die Angeschuldigten. 2 Der Bundesanwaltschaft und, soweit es sich um Angelegenheiten des gebundenen Zahlungsverkehrs handelt, der Schweizerischen Verrechnungsstelle sind sämtliche kantonalen Urteile, Strafbescheide und Einstellungsbeschlüsse ohne Verzug nach ihrem Erlass in vollständiger Ausfertigung unentgeltlich mitzuteilen. Art. 10 Der Bundesrat hat über die auf Grund dieses Beschlusses getroffenen Massnahmen der Bundesversammlung zweimal im Jahr Bericht zu erstatten. Die Bundesversammlung entscheidet, ob diese Massnahmen in Kraft bleiben, ergänzt oder abgeändert werden sollen. Art. 11 . 1 Dieser Beschluss tritt am 1. Januar 1957 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 1966. . [2] Die gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland angeordneten Einfuhrbeschränkungen für Lastwagen,Trolleybusse,0mnibusse und Gesellschaftswagen der schweren und mittelschweren Kategorie (ex Zoll 965 tarif-Nr. 914c/d), für Landwirtschaftstraktoren (ex Zolltarif-Nrn.M.5, 914g [1] ) [ un<] i für kinematographische Filme (Zolltarif-Nr. 902 _a),_ bleiben bis auf weiteres in Kraft. 3 Die übrigen gestützt auf den Bundesbeschluss vom 14. Oktober 1933/ 22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland erlassenenAusf ührungsvorschrif ten und angeordneten Massnahmen bleiben über den 31. Dezember 1956 hinaus in Kraft, soweit sie bis zu diesem Zeitpunkte nicht aufgehoben oder abgeändert worden sind. 4 Auf Tatsachen, die sich während der Geltungsdauer des Bundesibeschlusses vom 14. Oktober 1933/22. Juni 1939 über wirtschaftliche Massnahmen gegenüber dem Ausland und. seiner Ausführungsvorschriften ereignet haben, bleiben diese Vorschriften unter Vorbehalt von Absatz 5, Satz l, anwendbar. 5 Am 1. Januar 1957 bei den zuständigen Stellen und Behörden hängige Gesuche und Beschwerden sind nach den Verfahrensvorschriften dieses Beschlusses und seiner Ausführungsvorschriften weiter zu behandeln. Beim Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement hängige Beschwerden gegen Entscheide der Schweizerischen Clearingkommission sind noch von diesem zu entscheiden unter Vorbehalt des Weiterzuges an das Bundesgericht in den in Artikel 6 aufgezählten Streitsachen und an den Bundesrat in allen anderen Fällen. Auch der Bundesrat erledigt noch die bereits eingereichten Beschwerden, die nach diesem Beschluss in die Zuständigkeit des Bundesgerichtes fallen würden. Art. 12 Der Bundesrat ist mit dem Vollzug dieses Beschlusses beauftragt. Vollzug Art. 13 Der Bundesrat ist beauftragt, diesen Beschluss gemäss den- Bestini- Beferendumsmungen des Bundesgesetzes vom 17. Juni 1874 betreffend Volksabstim- kause mung über Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse bekanntzumachen. **2563** **•** **.** **•** **.** **•** **•** **.**
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GovComm/Press
58,148
Informations hebdomadaires [51]/91 [Fragment]
56
Teil 1: Informations hebdomadaires rapides Index: [Fragment] 1) Réunion ministerielle de l'AELE, Genève, 10./11.12.1991 (E2010A#2001/161#862*). 2) Die Wirtschafts- und Währungsunion der EG – Resultate des Gipfeltreffens von Maastricht – Sprachregelung 9./10.12.1991 (E2010A#2001/161#862*). Teil 2: Informations hebdomadaires Index: [Fragment] 1) ... 2) Arbeitsbesuch des ungarischen Aussenministers, Geza Jeszensky, in Bern, 12.12.1991 (E2010A#2001/161#1741*). ... Informationen zu den Wochentelex-Fragmenten • Informations sur les télex hebdomadaires • Informazioni sui frammenti settimanali di telex: dodis.ch/W30209.
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1991-12-16
1991-12-16
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Ungarn (Allgemein)
Gespräche auf Regierungsebene mit osteuropäischen Staaten (1990 und 1991)|Rahmenkredite Zusammenarbeit mit Ost- und Mitteleuropa (1989–)|Wochentelex 1991
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Albanien|Belarus|Brüssel|Bulgarien|Dänemark|Estland|Israel|Jugoslawien|Kiew|Lettland|Litauen|Maastricht|Minsk|Mitteleuropa|Moskau|Osteuropa|Ostmitteleuropa|Reykjavik|Rumänien|Russland|Türkei|Ukraine|Ungarn|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich|Zypern
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Bundesrat|EFTA/Ministerrat|EFTA/Sekretariat|EFTA/Überwachungsbehörde|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|EU/Europäische Kommission|Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Union|Europäische Wirtschafts- und Währungsunion|Europäische Zentralbank|Finnland/Ministerium für Handel und Industrie|Kooperationsrat der Arabischen Staaten des Golfes|Nationalrat|Nationalrat/Aussenpolitische Kommission|Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa|Schweizerische Nationalbank|Ständerat|Ständerat/Aussenpolitische Kommission|UdSSR/Regierung|Ungarn/Aussenministerium|Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa
EDA/Generalsekretariat/Information
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Antall József|Bishara Abdullah|Blankart Franz|Cavelty Luregn Mathias|Cotti Flavio|Delamuraz Jean-Pascal|Felber René|Gorbatschow Michail Sergejewitsch|Jacobi Klaus|Jeszenszky Géza|Lusser Markus|Meier Josi|Nebiker Hans-Rudolf|Rychen Albrecht|Salolainen Pertti
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Ungheria (Generale)
Crediti quadro cooperazione con l'Europa centrale e orientale (1989–)|Gespräche auf Regierungsebene mit osteuropäischen Staaten (1990 und 1991)|Wochentelex 1991
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Albania|Bielorussia|Bruxelles|Bulgaria|Cipro|Danimarca|Estonia|Europa centrale|Europa centrale et orientale|Europa orientale|Israele|Jugoslavia|Kiev|Lettonia|Lituania|Maastricht|Minsk|Mosca|Regno Unito|Reykjavik|Romania|Russia|Stati Uniti d'America (USA)|Turchia|Ucraina|Ungheria
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AELS/Autorità di sorveglianza|AELS/Consiglio dei ministri|AELS/Segretariato|Associazione europea di libero scambio|Banca Centrale Europea|Banca nazionale svizzera|Consiglio degli Stati|Consiglio degli Stati/Commissione della politica estera|Consiglio di cooperazione del Golfo|Consiglio federale|Consiglio nazionale|Consiglio nazionale/Commissione della politica estera|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|Finlandia/Ministero del commercio e dell'industria|Organizzazione per la sicurezza e la cooperazione in Europa|Trattato sulle forze armate convenzionali in Europa|UE/Commissione europea|Ungheria/Ministero degli Affari esteri|Unione economica e monetaria dell'Unione europea|Unione europea|URSS/Governo
DFAE/Segreteria generale/Informazione
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Antall József|Bishara Abdullah|Blankart Franz|Cavelty Luregn Mathias|Cotti Flavio|Delamuraz Jean-Pascal|Felber René|Gorbačëv Michail Sergeevič|Jacobi Klaus|Jeszenszky Géza|Lusser Markus|Meier Josi|Nebiker Hans-Rudolf|Rychen Albrecht|Salolainen Pertti
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Hongrie (Général)
Crédits-cadre coopération avec l'Europe centrale et orientale (1989–)|Gespräche auf Regierungsebene mit osteuropäischen Staaten (1990 und 1991)|Wochentelex 1991
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Albanie|Biélorussie|Bruxelles|Bulgarie|Chypre|Danemark|Estonie|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe centrale|Europe centrale et orientale|Europe orientale|Hongrie|Israël|Kiev|Lettonie|Lituanie|Maastricht|Minsk|Moscou|Reykjavik|Roumanie|Royaume-Uni|Russie|Turquie|Ukraine|Yougoslavie
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AELE/Autorité de surveillance|AELE/Conseil des ministres|AELE/Secrétariat|Association européenne de libre-échange|Banque centrale européenne|Banque nationale suisse|Conseil de coopération des États arabes du Golfe Arabique|Conseil des États|Conseil des États/Commission de politique extérieure|Conseil fédéral|Conseil national|Conseil national/Commission de politique extérieure|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral des affaires étrangères|Finlande/Ministère du Commerce et de l'Industrie|Hongrie/Ministère des affaires étrangères|Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe|Traité sur les forces conventionnelles en Europe|UE/Commission européenne|Union économique et monétaire|Union Européenne|URSS/Gouvernement
DFAE/Secrétariat général/Information
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Antall József|Bishara Abdullah|Blankart Franz|Cavelty Luregn Mathias|Cotti Flavio|Delamuraz Jean-Pascal|Felber René|Gorbatchev Mikhaïl Sergueïevitch|Jacobi Klaus|Jeszenszky Géza|Lusser Markus|Meier Josi|Nebiker Hans-Rudolf|Rychen Albrecht|Salolainen Pertti
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Hungary (General)
Framework credits cooperation with Central and Eastern Europe (1989–)|Gespräche auf Regierungsebene mit osteuropäischen Staaten (1990 und 1991)|Wochentelex 1991
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Albania|Belarus|Brussels|Bulgaria|Central Europe|Cyprus|Denmark|East-Central Europe|Eastern Europe|Estonia|Hungary|Kyiv|Latvia|Lithuania|Maastricht|Minsk|Moscow|Reykjavik|Romania|Russia|Turkey|Ukraine|United Kingdom|United States of America (USA)|Yugoslavia
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Cooperation Council for the Arab States of the Gulf|Council of States|Council of States/Foreign Policy Committee|Economic and Monetary Union|EFTA/Ministerial Council|EFTA/Secretariat|EFTA/Surveillance Authority|EU/European Commission|European Central Bank|European Free Trade Association|European Union|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|Finland/Ministry of Trade and Industry|Hungary/Ministry of External Affairs|National Council|National Council/Foreign Policy Committee|Organization for Security and Co-operation in Europe|Swiss Federal Council|Swiss National Bank|Treaty on Conventional Armed Forces in Europe|USSR/Government
FDFA/General Secretariat/Information
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Antall József|Bishara Abdullah|Blankart Franz|Cavelty Luregn Mathias|Cotti Flavio|Delamuraz Jean-Pascal|Felber René|Gorbachev Mikhail Sergeyevich|Jacobi Klaus|Jeszenszky Géza|Lusser Markus|Meier Josi|Nebiker Hans-Rudolf|Rychen Albrecht|Salolainen Pertti
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55,000
https://dodis.ch/58148
Wochentelex
Wochentelex
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58000-58999/dodis-58148-a.pdf;58000-58999/dodis-58148.pdf
2) Arbeitsbesuch des ungarischen Aussenministers, Geza Jeszenszky, in Bern, 12.12.1991 3. Der Aussenminister der Republik Ungarn, Geza Jeszenszky (J), weilte am 12.12.1991 zu einem Arbeitsbesuch in Bern, wo er von Bundesrat R. Felber (BRF) zu Gesprächen und daneben zu Höflichkeitsbesuchen von folgenden Persönlichkeiten empfangen wurde: Bundespräsident F. Cotti, Bundesrat J.-P. Delamuraz, den Ratspräsidenten Nebiker und Meier zusammen mit den beiden AAK Präsidenten Rychen und Cavelty, Staatssekretär F. Blankart und SNB-Präsident M. Lusser. Dem Gespräch mit BRF war unmittelbar die Debatte im Nationalrat über den schliesslich ohne eine einzige Gegenstimme angenommenen 2. Rahmenkredit für Osteuropa vorangegangen, wodurch beste Voraussetzungen für den Einstieg in die Diskussion vorlagen. Neben den bilateralen Beziehungen erörterten beide Gesprächspartner primär die Lage in der einstigen Sowjetunion. 4. Bilaterale Beziehungen J ist der Schweiz für die im Rahmen des 1. Rahmenkredits an Ungarn gewährte Hilfe sehr dankbar und er unterstreicht dessen nützliche Ausrichtung. Wenn auch nicht von J ausdrücklich erwähnt, so konnte seinen Ausführungen eindeutig entnommen werden, dass sich Ungarn einen grösseren Anteil am 2. Rahmenkredit erhofft. Dies wird unter anderem damit begründet, dass Ungarn weiterhin seine Vorreiterrolle in Mitteleuropa bei der Umsetzung der Reformen behalten will. Ungarischerseits zeigt man sich auch besonders interessiert am Zustandekommen zukünftiger Dreiecksoperationen im Rahmen der internationalen humanitären Hilfe, da sie exportfördernde Wirkungen zeitigen. Ungarn fordert bekanntlich für seine Agrarprodukte den freien Zugang zu ausländischen Märkten, so auch gegenüber der Schweiz 'im Rahmen der EFTA-Verhandlungen. Als weiteres bilaterales Anliegen brachte J die Erhöhung der Zahl der in der Schweiz zu Ausbildungszwecken zugelassenen ungarischen Arbeitnehmer vor. Bezüglich den von J angeregten Dreiecksoperationen verwies BRF auf die im Jahre 1989 durchgeführte Polen-Aktion der Schweiz, bei der genau dieses System zur Anwendung gekommen war. Die Schweiz sei auch in Zukunft zur Anwendung dieses Mechanismus bereit. Sie wird sich allerdings dafür einsetzen, dass die Abgabe der Hilfsgüter im jeweiligen Empfängerland gegen Bezahlung in inländischer Währung erfolge, sodass mit dem Verkaufserlös Reservefonds geschaffen werden. Humanitäre Aktionen dieser Art erwägt die Schweiz nächstens für Albanien und Republiken der ehemaligen Sowjetunion. Bezüglich der Frage der Erhöhung der Zahl der ungarischen Arbeitnehmer skizzierte BRF die schweizerische Vorstellung, dass es sinnvoller wäre, Ausbildner auszubilden, damit diese dann in Ungarn Ausbildung betreiben könnten (Multiplikatoreffekt). Er wies ferner auch darauf hin, dass die Aufenthaltsdauer in der Schweiz für Stagiaires aus Ost- und Mitteleuropa kürzlich von 4 auf 18 Monate verlängert worden ist. Ungarn wurde in diesem Zusammenhang angeboten, von der Möglichkeit des Abschlusses bilateraler Stagiaires-Abkommen Gebrauch zu machen. Im Hinblick auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeitsprojekte wurde schweizerischerseits zudem angeregt, vor April 1992 mit der Ausarbeitung eines indikativen Länderprogrammes zu beginnen. Schliesslich überreichte BRF seinem Gesprächspartner eine Einladung für Ministerpräsident Antall zu einem Besuch in der Schweiz im nächsten Jahr. Für J, der soeben mit Ministerpräsident Antal1 aus Moskau und Kiew zurückgekehrt ist, wo Ungarn mit Russland und der Ukraine, aber auch mit der sowjetischen Zentralregierung, je einen bilateralen Grundvertrag abgeschlossen hat (mit der Ukraine wurde zusätzlich auch ein Abkommen über den Minoritätenschutz abgeschlossen), stellt sich kurzfristig in erster Linie das Problem der grossen Versorgungskrise und der damit verbundenen Gefahr des Ausbruchs weitreichender sozialed Unruhen. Er plädierte deshalb für einen massiven Einsatz ausländischer Hilfe, insbesondere in Russland, der am meisten bedrohten Republik. BRF kündigte grundsätzliches schweizerisches Interesse an einer künftigen Zusammenarbeit mit den Republiken an, er verwies jedoch auch auf die noch zahlreichen offenen Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem Fortbestand der durch die einstige UdSSR-Regierung eingegangenen Verpflichtungen im militärischen, wirtschaftlichen und KSZE-Bereich stellten. J gab sich dazu relativ optimistisch: die Besorgnis der westlichen Staaten sei berechtigt, könne doch über das Ende der UdSSR kein Zweifel mehr bestehen. Hingegen enthalte das Abkommen von Minsk zwischen Russland, der Ukraine und Bielorussland verheissungsvolle Klauseln bezüglich deren Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Streitkräfte, der Nuklearwaffen und der Abrüstung. Gleichzeitig sollen einem übergeordneten Zentrum gewisse Koordinationsaufgaben übertragen werden, welche bspw. von Präsident Gorbatschew wahrgenommen werden könnten. Von der Ukraine weiss J, dass sie im nuklearen Bereich bereits eindeutige Garantieverpflichtungen abgegeben haben soll, weshalb ihr aus seiner Sicht die Erfüllung der von den USA verlangten Bedingungen für eine Anerkennung keine Schwierigkeiten bereiten sollte. Gemäss J wird es nun an den westlichen Staaten liegen, den Machthabern der nach internationaler Anerkennung strebenden Republiken etwas mehr Vertrauen zu schenken. Man könne sie dadurch zu verantwortungsvollem Handeln ermutigen und ihnen bei ihrer gewaltigen Aufgabe des Aufbaus demokratischer Strukturen mit Rat und Tat zur Seite stehen. J hat nach eigenen Worten sowohl in Kiew als auch in Moskau zahlreiche überzeugte Demokraten getroffen, denen es jedoch völlig an diesbezüglichen politischen Erfahrungen fehlt. Der Westen täte mit anderen Worten gut daran, den neuen Machthabern nicht ein Gefühl der Isolation zu vermitteln. Für BRF, der sich mit J's Argumentation grundsätzlich anfreunden kann, ist dennoch eine gewisse Vorsicht am Platze. Man müsse wohl den neuen Machthabern vertrauen, aber nicht blindlings. Zu tief sitze bspw. noch die Erinnerung an die kürzliche sowjetische Verlegung gewisser Truppenteile östlich des Urals, welche eine Umgehung des CFE-Akommens bedeute. Gemäss J lassen die im Rahmen des Abkommens von Minsk getroffenen Vereinbarungen im militärischen Bereich die Absicht eines von unabhängigen Staaten getragenen gemeinsamen Kommandos erkennen, ähnlich der Struktur der NATO. Für J dürften sich daraus auch günstige Möglichkeiten für eine künftige Zusammenarbeit mit dem Westen im sicherheitspolitischen Bereich ergeben. Nachdem Ungarn soeben gleichzeitig die Ukraine und Russland anerkannt hat, erkundigte sich BRF abschliessend bei seinem Gesprächspartner nach den Beweggründen für diesen Entschluss. Laut J steckt die einfache Ueberlegung dahinter, dass man sich durch die Anerkennung beider Staaten eine Präsenz vor Ort sichere, die einem Möglichkeiten bzw. Hoffnungen zur direkten Einflussnahme in beiden Staaten garantiere.
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Correspondence
8,585
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21
Bericht über den Besuch von Bundeskanzler Leimgruber in Kairo. Er wurde geradezu überschwenglich von der ägyptischen Regierung empfangen.
French
1951-01-01
1951-02-23
1951-02-23
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Ägypten (Politik)
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Kairo
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Ägypten|Deutsches Reich|Ostblockstaaten|Österreich
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion
Ägypten/Aussenministerium|Ägypten/Justizministerium|Ägypten/Regierung|Arabische Liga|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|UNO
Schweizerische Botschaft in Kairo
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Fischer Beat von
Fischer Beat von
Leimgruber Oskar
Fischer Beat von
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Egitto (Politica)
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Il Cairo
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Austria|Egitto|Paesi dell'Est|Reame tedesco
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica
Dipartimento federale degli affari esteri|Egitto/Governo|Egitto/Ministero degli affari esteri|Egitto/Ministero della Giustizia|Lega araba|ONU
Ambasciata svizzera al Cairo
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Fischer Beat von
Fischer Beat von
Leimgruber Oskar
Fischer Beat von
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Égypte (Politique)
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Le Caire
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Autriche|Égypte|Pays communistes d'Europe|Reich allemand
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique
Département fédéral des affaires étrangères|Égypte/Gouvernement|Egypte/Ministère de Justice|Égypte/Ministère des affaires étrangères|Ligue arabe|ONU
Ambassade de Suisse au Caire
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Fischer Beat von
Fischer Beat von
Leimgruber Oskar
Fischer Beat von
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Egypt (Politics)
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Cairo
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Austria|Eastern Bloc states|Egypt|German Realm
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs
Arab League|Egypt/Government|Egypt/Ministry of Foreign Affairs|Federal Department for Foreign Affairs|UNO
Swiss Embassy in Cairo
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Fischer Beat von
Fischer Beat von
Leimgruber Oskar
Fischer Beat von
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5,000
https://dodis.ch/8585
Schreiben
French, Schreiben, Fischer Beat von
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8000-8999/dodis-8585.pdf
LÉGATION DE SUISSE EN EGYPTE LÉ GATION DE SUISSE EN EGYPTE Le Caire, le 23 février 1951. 16, St. Abdel Khalek Saroll Pacha Téléphones 78171-78172 Monsieur le Ministre, ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Au 23 fivries 1951. Monsieur le Ministre, Comme vous le savez, le Chancelier de la Confédération est venu récemment visiter l'Egypte, à titre privé; il avait l'intention de profiter de ce voyage pour essayer de former un groupe égyptien de l'Institut international des sciences, administratives dont il est actuellement le Président. M. O. Leimgruber a été l'objet de marques d'amitiés particulières de la part du Gouvernement royal. A son arrivée à l'aérodrome, il a été accueilli par un délégué du Ministère des Affaires Etrangères et par un envoyé du Ministère de la Justice. Un ancien sous- Secrétaire d'Etat au dit département l'y attendait également. A la réception que je donnai en l'honneur de notre éminent compatriote, le Conseil des Ministres presque entier avait répondu à mon invitation. Le Ministre de la Justice réunit, à son tour, la plupart de ses collègues du Cabinet autour de sa table lorsqu'il offrit un déjeuner à notre visiteur. Enfin, de nombreux membres du Gouvernement et beaucoup de hauts fonctionnaires assistèrent à la conférence que M. Leimgruber fit sur "les moyens d'organiser rationnellement l'administration d'un Etat moderne". Ces signes de sympathie et d'amitié étaient sans doute destinés en premier lieu à la personne de notre Chancelier; il se peut aussi que, dans l'esprit de quelquesuns des hôtes égyptiens, le titre de chancelier ait évoqué l'idée de fonctions semblables à celles du chancelier en Allemagne ou en Autriche. Mais je pense que l'empressement des autorités égyptiennes répondait également à plusieurs intentions précises. D'abord, il m'a semblé que le Gouvernement ait voulu, une fois de plus, nous faire oublier l'affaire de presse de l'année passée. Puis, vous connaissez la récente résolution de la Ligue arabe: pour éviter de prendre parti entre l'Est et l'Ouest, elle a affirmé son attachement aux principes contenus dans la Charte de l'ONU: égalité des pays grands et petits, emploi de moyens pacifiques pour liqui- Aux Affaires Politiques du Département Politique fédéral, der des différends internationaux, défense d'intervention des forts dans les affaires des faibles, etc. Une bonne partie des dirigeants dgyptiens voient dans la Suisse, même ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) politique pacifique et voudraient que l'Egypte suivit également, si cela était possible, un chemin passant entre les blocs qui s'opposent aujourd'hui. Je crois qu'en marquant une sympathie spéciale à l'égard d'un haut magistrat suisse, le Gouvernement égyptien a voulu souligner publiquement son dévouement à certaines valeurs politiques, morales et humaines. Enfin, ses amabilités à l'égard de M. Leimgruber font certes aussi partie du programme de l'Egypte de regagner sa position dans le monde, après l'éclipse due à l'affaire de Palestine. M. Leimgruber fera sans doute part lui-même au Département Politique des pensées que lui a inspiré son voyage au bord du Nil, mais j'ai pensé que mes propres impressions pourraient utilement compléter les siennes. Veuillez agréer, Monsieur le Ministre, l'assurance de ma haute considération. Le Ministre de Suisse : N. a. Nelle.
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Correspondence
59,290
OCDE: relations avec les pays de l'Europe de l'Est
21
La Suisse préconise une approche plus multilatérale de l'aide à l'Europe de l'Est et critique le renforcement de la coopération exclusive entre certains pays économiquement forts. Afin de donner un bon exemple, la Suisse envisage d'apporter une contribution financière volontaire. Également: Projet de declaration suisse du 13.12.1989 (annexe).
French
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1990-01-10
1990-01-10
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Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OEWZ–OWZE)
Finanzhilfe für Ost- und Mitteleuropa  (1989–)|Reformprozess Osteuropa ab 1989
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Paris
Brüssel|La Défense|Mitteleuropa|Osteuropa|Polen|Ungarn|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
Schweizer Delegation bei der OECD
EU/Europäische Kommission|Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung|Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Union|G-24 (Osteuropa)|G7|Internationaler Währungsfonds|OECD/Rat|OECD/Sekretariat|Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung|Polen/Regierung|USA/Parlament|USA/Regierung
EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung V/Finanz- und Wirtschaftsdienst|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
Röthlisberger Eric
Blankart Franz
Delamuraz Jean-Pascal|Felber René|Jacobi Klaus|Paye Jean-Claude
Blankart Franz|Stingelin Harold
Jacobi Klaus|Lautenberg Alexis
Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico (OECE–OCSE)
Aiuto finanziario per l'Europa centrale e orientale (1989–)|Reformprozess Osteuropa ab 1989
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Parigi
Bruxelles|Europa centrale|Europa orientale|La Défense|Polonia|Stati Uniti d'America (USA)|Ungheria
Delegazione della Svizzera presso l’OCSE
Associazione europea di libero scambio|Banca europea per la ricostruzione e lo sviluppo|Fondo monetario internazionale|G-24 (Europa orientale)|G7|OCSE/Consiglio|OCSE/Segretariato|Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico|Polonia/Governo|UE/Commissione europea|Unione europea|USA/Governo|USA/Parlamento
DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica V/Servizio economico e finanziario|Dipartimento federale degli affari esteri
Röthlisberger Eric
Blankart Franz
Delamuraz Jean-Pascal|Felber René|Jacobi Klaus|Paye Jean-Claude
Blankart Franz|Stingelin Harold
Jacobi Klaus|Lautenberg Alexis
Organisation de coopération et de développement économiques (OECE–OCDE)
Aide financière pour l'Europe centrale et orientale (1989–)|Reformprozess Osteuropa ab 1989
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Paris
Bruxelles|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe centrale|Europe orientale|Hongrie|La Défense|Pologne
Délégation suisse auprès de l’OCDE
Association européenne de libre-échange|Banque européenne pour la reconstruction et le développement|Fonds monétaire international|G-24 (Europe orientale)|G7|OCDE/Conseil|OCDE/Secrétariat|Organisation de coopération et de développement économiques|Pologne/Gouvernement|UE/Commission européenne|Union Européenne|USA/Gouvernement|USA/Parlement
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures
Département fédéral des affaires étrangères|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique V/Service économique et financier
Röthlisberger Eric
Blankart Franz
Cuvillier Philippe|Delamuraz Jean-Pascal|Felber René|Jacobi Klaus|Paye Jean-Claude
Blankart Franz|Stingelin Harold
Jacobi Klaus|Lautenberg Alexis
Organisation for Economic Co-operation and Development (OEEC–OECD)
Financial aid for Central and Eastern Europe (1989–)|Reformprozess Osteuropa ab 1989
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Paris
Brussels|Central Europe|Eastern Europe|Hungary|La Défense|Poland|United States of America (USA)
Delegation of Switzerland to the OECD
EU/European Commission|European Bank for Reconstruction and Development|European Free Trade Association|European Union|G-24 (Eastern Europe)|G7|International Monetary Fund|OECD/Council|OECD/Secretariat|Organisation for Economic Co-operation and Development|Poland/Government|USA/Congress|USA/Government
FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division V/Economic and Financial Service|Federal Department for Foreign Affairs
Röthlisberger Eric
Blankart Franz
Delamuraz Jean-Pascal|Felber René|Jacobi Klaus|Paye Jean-Claude
Blankart Franz|Stingelin Harold
Jacobi Klaus|Lautenberg Alexis
55,000
https://dodis.ch/59290
Schreiben
French, Schreiben, Blankart Franz|Stingelin Harold
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59000-59999/dodis-59290.pdf
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Correspondence
46,622
Le Chef du Département politique, G. Motta, à la Légation de Suisse à La Haye
21
Le Conseil fédéral aimerait convoquer la conférence chargée d’examiner les projets issus de la Conférence internationale de la Croix-Rouge de Londres. Intérêt à ce que cette conférence pût s’occuper également de la Convention de La Haye pour l’adaptation à la guerre maritime des principes de la Croix-Rouge et placer sous gérance suisse tout le régime international de la Croix-Rouge. La Haye donnerait-elle son accord? Classement thématique série 1848–1945: XIII. LA SUISSE ET LA POLITIQUE HUMANITAIRE
French
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1938-08-17
1938-08-17
12
public/xml/46000/dodis-46622.xml
Humanitäre Hilfe
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Den Haag|Genf|London|Niederlande
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Donker Curtius Frans Willem|Gorgé Camille|Huber Max|Vollenweider Paul|Wacker Paul
Motta Giuseppe
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Aiuto umanitario
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Ginevra|L'Aja|Londra|Paesi Bassi
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Donker Curtius Frans Willem|Gorgé Camille|Huber Max|Vollenweider Paul|Wacker Paul
Motta Giuseppe
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Aide humanitaire
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Genève|La Haye|Londres|Pays-Bas
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Donker Curtius Frans Willem|Gorgé Camille|Huber Max|Vollenweider Paul|Wacker Paul
Motta Giuseppe
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Humanitarian aid
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Geneva|Netherlands (the)|The Hague
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Donker Curtius Frans Willem|Gorgé Camille|Huber Max|Vollenweider Paul|Wacker Paul
Motta Giuseppe
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45,000
https://dodis.ch/46622
Schreiben
French, Schreiben, Motta Giuseppe
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"> <a href="https://dodis.ch/46622" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/46622</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">Le Chef du Département politique, <a href="https://dodis.ch/P729" class="tei-persName" target="">G. Motta</a>, à la Légation de Suisse à <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a><span id="fnref_3_4_2_2_3_4_6" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_6">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Berne, <span class="tei-date3 tei-date">17 août 1938</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Comme vous le savez, la Conférence internationale de la Croix-Rouge s’est tenue à <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">Londres</a> du 20 au 25 juin. La Croix-Rouge suisse y était représentée et le Conseil fédéral y avait délégué, pour sa part, trois représentants, M. le Colonel <a href="https://dodis.ch/P4661" class="tei-persName" target="">Vollenweider</a>, médecin en chef de l’armée, M. <a href="https://dodis.ch/P64" class="tei-persName" target="">Gorgé</a>, Conseiller de Légation, et M. le Colonel <a href="https://dodis.ch/P15727" class="tei-persName" target="">Wacker</a>, du Service de l’Etat-Major général.</p> <p class="tei-p tei-p">Pour votre information, nous vous remettons sous ce pli le texte du rapport que M. <a href="https://dodis.ch/P64" class="tei-persName" target="">Gorgé</a> avait présenté à la Conférence au nom de la IIe Commission (Commission juridique)<span id="fnref_3_4_2_2_9_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_4">2</a></span>.</p> <p class="tei-p tei-p">Ainsi que vous le constaterez, la Conférence a unanimement exprimé le vœu «que la conférence chargée d’examiner les projets de convention actuellement à l’étude se réunisse dans le plus bref délai». Vous vous souviendrez qu’il avait été dans notre intention de convoquer une conférence diplomatique appelée à délibérer sur deux projets de convention, l’un concernant l’aviation sanitaire, l’autre concernant la protection des civils de nationalité ennemie, mais les sondages auxquels nous avions procédé dans diverses capitales n’avaient pas donné des résultats encourageants. La Conférence de <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">Londres</a> a tenu à réagir contre des atermoiements qui semblent de moins en moins justifiés, et c’est dans cet esprit qu’elle a adopté le vœu dont nous vous entretenons.</p> <p class="tei-p tei-p">Le Conseil fédéral ne verra sans doute aucune difficulté, pour sa part, à convoquer dans un avenir prochain la conférence chargée d’examiner notamment les deux projets de convention précités et les amendements proposés à la Convention de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a> de 1929. Il y aurait cependant un intérêt évident à ce que cette conférence diplomatique pût s’occuper également de la revision de la Convention de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a>, du 18 octobre 1907, pour l’adaptation à la guerre maritime des principes de la Convention de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a>, revision qui est également sur le chantier. Les rapports entre la Convention de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a> et celle de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a> sont si étroits qu’il y aurait tout à gagner à faire examiner en même temps et par la même conférence les deux instruments dont il s’agit. Ce mode de procéder paraît d’autant plus s’imposer que, sur la proposition de la Croix-Rouge britannique, la Conférence de <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">Londres</a> a adopté une résolution touchant à la fusion en un seul instrument des «stipulations humanitaires ayant trait à la Croix-Rouge et contenues dans les Conventions de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a> et de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a>, ainsi que dans d’autres conventions similaires».</p> <p class="tei-p tei-p">Le renvoi à une seule conférence diplomatique des Conventions de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a> et de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a> dépend cependant entièrement du Gouvernement néerlandais. Celui-ci occupe vis-à-vis de la Convention de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a> la même situation que nous vis-à-vis de la Convention de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a>. Il en est le gérant, et il lui serait loisible de convoquer lui-même une conférence diplomatique indépendante pour la revision de la Convention de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a>. Son droit à ce propos est trop bien fondé pour qu’il puisse être mis en question, et ce n’est pas nous qui voudrions faire à son égard un geste qui pût être interprété comme une tentative d’accaparement. Nous tenons, au contraire, à ce qu’aucun malentendu ne puisse naître à ce sujet. Sans doute le vœu adopté à <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">Londres</a> avec le concours de la délégation des <a href="https://dodis.ch/G78" class="tei-placeName" target="">Pays-Bas</a> ne fait allusion, comme vous le verrez, qu’à une seule conférence, ce qui pourrait donner à penser que, dans l’esprit de la Conférence, il serait préférable de procéder dans une conférence unique à la revision des conventions dont il s’agit, mais nous nous garderons bien, quant à nous, de tirer argument de ce texte pour faire prévaloir un point de vue qui, si justifié qu’il puisse paraître objectivement, ne correspond peut-être pas à celui du Gouvernement néerlandais.</p> <p class="tei-p tei-p">Il ne s’agit nullement d’ailleurs d’argumenter contre le Gouvernement de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a>. Nous serions seulement désireux de savoir s’il entend donner suite, pour ce qui est de la Convention de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a>, au vœu de la Conférence de <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">Londres</a> ou s’il verrait une objection, le cas échéant, à ce que la conférence diplomatique à convoquer par le Conseil fédéral fût chargée de s’occuper en même temps de la revision de la Convention sur la guerre maritime, du 18 octobre 1907. Nous nous rangerons sans autre à l’avis qu’il voudra bien nous donner.</p> <p class="tei-p tei-p">Nous ne vous cacherons pas, cependant, que nous attacherions un certain prix à faire rentrer sous notre gérance toutes les conventions générales concernant la Croix-Rouge. Vous savez l’intérêt très grand que la Suisse a toujours voué à cette institution, qui a été conçue et créée sur notre territoire, et il ne vous échappera pas combien il y aurait avantage, à nos yeux, à ce que la Croix-Rouge ne dépendît plus, pour la gérance de ses conventions, de deux gouvernements, mais d’un seul. Il n’y aurait plus une Convention de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a> et des Conventions de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a>, mais des Conventions de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a> seulement. La régime international de la Croix-Rouge gagnerait en unité; plus cohérent, il gagnerait aussi en force.</p> <p class="tei-p tei-p">Il est fort possible que les Autorités néerlandaises se soient déjà préoccupées de la question, surtout après les résultats de la Conférence de la Croix-Rouge. Elles en seront d’ailleurs indirectement saisies par <a href="https://dodis.ch/P552" class="tei-persName" target="">M. Max Huber</a>, Président du Comité international de la Croix-Rouge, qui leur a adressé une lettre analogue, mutatis mutandis, à celle qu’il vient de nous faire parvenir et dont vous trouverez également la copie sous ce pli<span id="fnref_3_4_2_2_21_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_21_4">3</a></span>.</p> <p class="tei-p tei-p">Ajoutons que les délégués des <a href="https://dodis.ch/G78" class="tei-placeName" target="">Pays-Bas</a> n’ont pas exprimé, sur ce point, d’opinion formelle à <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">Londres</a>, mais lorsque abordant la proposition britannique sur la fusion, proposition qui s’étendait initialement à toutes les «stipulations humanitaires» des conventions en vigueur (y compris donc celles des Conventions de <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a> sur les lois et coutumes de la guerre), notre délégué avait suggéré d’emblée, comme président, de limiter la fusion éventuelle «aux stipulations humanitaires ayant trait à la Croix-Rouge», M. Donker-Curtius, le porte-parole de la délégation hollandaise, avait donné des signes visibles d’approbation. Il se pourrait donc que, du côté néerlandais, on fût avant tout soucieux de garder le contrôle diplomatique sur l’œuvre accomplie à <a href="https://dodis.ch/G88" class="tei-placeName" target="">La Haye</a> en 1899 et en 1907 dans le domaine du droit des gens et qu’on ne fît pas d’objection, en revanche, au rapatriement à <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a> d’une convention particulière comme celle qui a trait à l’application des principes de la Croix-Rouge à la guerre maritime.</p> <p class="tei-p tei-p">Quoi qu’il en soit, nous vous saurions gré de bien vouloir prendre l’avis du Gouvernement néerlandais sur la question qui nous intéresse. En raison du caractère quelque peu délicat de la démarche à entreprendre, peut-être jugerezvous indiqué d’intervenir personnellement auprès du Ministère des Affaires étrangères.</p> <p class="tei-p tei-p">En vous remerciant d’ores et déjà des informations que vous serez en mesure de nous transmettre, nous vous présentons, Monsieur le Chargé d’Affaires, l’assurance de notre considération la plus distinguée<span id="fnref_3_4_2_2_27_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_27_2">4</a></span>.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_6"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content">Lettre (Copie): <span class="tei-idno tei-idno">E 2001 (D) 1/112</span>. Paraphe: OT.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_4"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Non reproduit. Ce rapport est publié dans <span class="tei-orig tei-orig">Seizième conférence internationale de la Croix-Rouge tenue à <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">Londres</a> du 20 au 24 juin 1938. Compte rendu,</span> <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">Londres</a> <span class="tei-add1 tei-add-edition">[au siège de la Croix-Rouge britannique]</span>, 1938, in-4, p. 80-87.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_21_4"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Non reproduite.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_21_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_27_2"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Pour la prise de position des <a href="https://dodis.ch/G78" class="tei-placeName" target="">Pays-Bas</a>, cf. N<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 378.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_27_2">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
46000-46999/dodis-46622.pdf
B.65.101.03.- OT. Berne, le 17 août 1938. Monsieur le Chargé d'Affaires, Comme vous le savez, la Conférence internationale de la Croix-Rouge s'est tenue à Londres du 20 au 25 juin. La Croix-Rouge suisse y était représentée et le Conseil fédéral y avait délégué, pour sa part, trois représentants, M. le Colonel Vollenweider, médecin en chef de l'armée, M. Gorgé, Conseiller de Légation, et M. le Colonel Wacker, du Service de l'Etat-Major général. Pour votre information, nous vous remettons sous ce pli le texte du rapport que M. Gorgé avait présenté à la Conférence au nom de la IIe Commission (Commission juridique). Ainsi que vous le constaterez, la Conférence a unanimement exprimé le voeu "que la conférence chargée d'examiner les projets de convention actuellement à l'étude se réunisse dans le plus bref délai". Vous vous souviendrez qu'il avait été dans notre intention de convoquer une conférence diplomatique appelée à délibérer sur deux projets de convention, l'un concernant l'aviation sanitaire, l'autre concernant la protection des civils de nationalité ennemie, mais les sondages auxquels nous avions procédé dans diverses capitales n'avaient pas donné des résultats encourageants. La Conférence de Londres a tenu à réagir contre des a termoie- A la Légation de Suisse, La Haye. ments qui semblent de moins en moins justifiés, et c'est dans cet esprit qu'elle a adopté le voeu dont nous vous entretenons. Le Conseil fédéral ne verra sans doute aucune difficulté, pour sa part, à convoquer dans un avenir prochain la conférence chargée d'examiner notamment les deux projets de convention précités et les amendements proposés à la Convention de Genève de 1929. Il y aurait cependant un intérêt évident à ce que cette conférence diplomatique pût s'occuper également de la revision de la Convention de La Haye, du 18 octobre 1907, pour l'adaptation à la guerre maritime des principes de la Convention de Genève, revision qui est également sur le chantier. Les rapports entre la Convention de Genève et celle de La Haye sont si étroits qu'il y aurait tout à gagner à faire examiner en même temps et par la même conférence les deux instruments dont il s'agit. Ce mode de procéder paraît d'autant plus s'imposer que, sur la proposition de la Croix-Rouge britannique, la Conférence de Londres a adopté une résolution touchant à la fusion en un seul instrument des "stipulations humanitaires ayant trait à la Croix-Rouge et contenues dans les Conventions de Genève et de La Haye, ainsi que dans d'autres conventions similaires". Le renvoi à une seule conférence diplomatique des Conventions de Genève et de La Haye dépend cependant entièrement du Gouvernement néerlandais. Celuici occupe vis-à-vis de la Convention de La Haye la même situation que nous vis-à-vis de la Convention de Genève. Il en est le gérant, et il lui serait loisible de convo- quer lui-même une conférence diplomatique indépendante pour la revision de la Convention de La Haye. Son droit à ce propos est trop bien fondé pour qu'il puisse être mis en question, et ce n'est pas nous qui voudrions faire à son égard un geste qui pat être interprété comme une tentative d'accaparement. Nous tenons, au contraire, à ce qu'aucun malentendu ne puisse naitre à ce sujet. Sans doute le voeu adopté à Londres avec le concours de la délégation des Pays-Bas ne fait allusion, comme vous le verrez, qu'à une seule conférence, ce qui pourrait donner à penser que, dans l'esprit de la Conférence, il serait préférable de procéder dans une conférence unique à la revision des conventions dont il s'agit, mais nous nous garderons bien, quant à nous, de tirer argument de ce texte pour faire prévaloir un point de vue qui, si justifié qu'il puisse paraître objectivement, ne correspond peut-être pas à celui du Gouvernement néerlandais. Il ne s'agit nullement d'ailleurs d'argumenter contre le Gouvernement de La Haye. Nous serions seulement désireux de savoir s'il entend donner suite, pour ce qui est de la Convention de La Haye, au voeu de la Conférence de Londres ou s'il verrait une objection, le cas échéant, à ce que la conférence diplomatique à convoquer par le Conseil fédéral fat chargée de s'occuper en même temps de la revision de la Convention sur la guerre maritime, du 18 octobre 1907. Nous nous rangerons sans autre à l'avis qu'il voudra bien nous donner. Nous ne vous cacherons pas, cependant, que nous attacherions un certain prix à faire rentrer sous notre gérance toutes les conventions générales concer- nant la Croix-Rouge. Vous savez l'intérêt très grand que la Suisse a toujours voué à cette institution, qui a été congue et créée sur notre territoire, et il ne vous échappera pas combien il y aurait avantage, à nos yeux, à ce que la Croix-Rouge ne dépendît plus, pour la gérance de ses conventions, de deux gouvernements, mais d'un seul. Il n'y aurait plus une Convention de La Haye et des Conventions de Genève, mais des Conventions de Genève seulement. Le régime international de la Croix-Rouge gagnerait en unité; plus cohérent, il gagnerait aussi en force. Il est fort possible que les Autorités néerlandaises se soient déjà préoccupées de la question, surtout après les résultats de la Conférence de la CroixRouge. Elles en seront d'ailleurs indirectement saisies par M. Max Huber, Président du Comité international de la Croix-Rouge, qui leur a adressé une lettre analogue, mutatis mutandis, à celle qu'il vient de nous faire parvenir et dont vous trouverez également la copie sous ce pli. Ajoutons que les délégués des Pays-Bas n'ont pas exprimé, sur ce point, d'opinion formelle à Londres, mais lorsque abordant la proposition britannique sur la fusion, proposition qui s'étendait initialement à toutes les "stipulations humanitaires" des conventions en vigueur (y compris donc celles des Conventions de La Haye sur les lois et coutumes de la guerre), notre délégué avait suggéré d'emblée, comme président, de limiter la fusion éventuelle "aux stipulations humanitaires ayant trait à la Croix-Rouge", M. Donker-Curtius, le porte-pa- role de la délégation hollandaise, avait donné des signes visibles d'approbation. Il se pourrait donc que, du côté néerlandais, on fût avant tout soucieux de garder le contrôle diplomatique sur l'oeuvre accomplie à La Haye en 1899 et en 1907 dans le domaine du droit des gens et qu'on ne fît pas d'objection, en revanche, au rapatriement à Genève d'une convention particulière comme celle qui a trait à l'application des principes de la Croix-Rouge à la guerre maritime. Quoi qu'il en soit, nous vous saurions gré de bien vouloir prendre l'avis du Gouvernement néerlandais sur la question qui nous intéresse. En raison du caractère quelque peu délicat de la démarche à entreprendre, peut-être jugerez-vous indiqué d'intervenir personnellement auprès du Ministère des Affaires étrangères. En vous remerciant d'ores et déjà des informations que vous serez en mesure de nous transmettre, nous vous présentons, Monsieur le Chargé d'Affaires, l'assurance de notre considération la plus distinguée. Annexes. DÉPARTEMENT POLITIQUE FÉDÉRAI! 18. Aug. 38 KOL
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null
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Correspondence
53,375
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21
Die Frage des Aufstiegs von Sekretärinnen in die Kanzleikarriere muss im grösseren Zusammenhang beurteilt werden. Insbesondere die Auswirkungen auf Ämterklassifizierung und Beförderungsvorschriften sind zu untersuchen.
German
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1957-07-09
1957-07-09
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Geschlechterfragen
Akteure und Institutionen|Diplomatischer Concours|Personalfragen EPD/EDA|SdD 1-4 Gender
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Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
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EDA/Generalsekretariat/Ressourcen
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Crousaz A. de|Diener Margrit|Noth R.|Ochsenbein E.|Reber Eugenia|Reut Marguerite|Scheuermeister M.|Villiger J.|Wiederkehr Sophie|Wipf Elisabeth
Clottu Paul
null
Rebsamen August
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Questioni di genere
Attori e istituzioni|Concorso diplomatico|Questioni del personale DPF/DFAE
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null
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Dipartimento federale degli affari esteri
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DFAE/Segreteria generale/Risorse
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Crousaz A. de|Diener Margrit|Noth R.|Ochsenbein E.|Reber Eugenia|Reut Marguerite|Scheuermeister M.|Villiger J.|Wiederkehr Sophie|Wipf Elisabeth
Clottu Paul
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RE
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Questions de genre
Acteurs et institutions|Concours diplomatique|Questions concernant le personnel DPF/DFAE
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Département fédéral des affaires étrangères
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DFAE/Secrétariat général/Ressources
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Crousaz A. de|Diener Margrit|Noth R.|Ochsenbein E.|Reber Eugenia|Reut Marguerite|Scheuermeister M.|Villiger J.|Wiederkehr Sophie|Wipf Elisabeth
Clottu Paul
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Rebsamen Auguste
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Gender issues
Actors and Institutions|Concours diplomatique|Questions regarding appointing in the FPD/FDFA
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null
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Federal Department for Foreign Affairs
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FDFA/General Secretariat/Resources
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Crousaz A. de|Diener Margrit|Noth R.|Ochsenbein E.|Reber Eugenia|Reut Marguerite|Scheuermeister M.|Villiger J.|Wiederkehr Sophie|Wipf Elisabeth
Clottu Paul
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RE
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50,000
https://dodis.ch/53375
Schreiben
Rebsamen August, Schreiben, German
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53000-53999/dodis-53375.pdf
# 10. Jul 57 - 09 E Bern, den 9. Juli 1957. ## $\mathrm{BE} / \mathrm{rs}$ <br> a. $224,121$. An Frïulein S\&. Wiederkehr Frïulein S. Ochsenbein Frïulein E. Vipf Frïulion A. de Grousaz Frïulein K. Diener Fr.ilein R. Noth Frïulein M. Scheuermeister Frïulein E. Reber Frïulion J. Villiger Frïulein M. Reut Eit. Politisches Departement B e r n Sehr geehrtes Frïulein, Mit Schreiben vom 1. Juli 1957 ersuchten Sie uns zu prüfen, ob eine Möglichkeit geschaffen werden könne, die den Beantinnen den Aufstieg in die Kanzleikarriere erlaubt. Wir sind bereit abzuklären, ob sich Ihre Anregung verwirklichen lässt. An ihr sind nicht nur die in Bern, sondern auch die im Ausland tätigen Sekretärinnen interessiert. Eine erste Prüfung zeigt zudem, dass es sich um ein Problem handelt, das nur im grösseren Zusammenhang beurteilt werden kann. Im besonderen virren die Auswirkungen einer Lösung im Hinblick auf die Aemterklassifikation und die Beförderungsvorschriften sowie die spätere berufliche Tätigkeit zu untersuchen. Allenfalls müssten gleichzeitig noch andere Fragen geregelt werden, die grundsätzlich Inhalt einer "Uebergangsvorschrift" vom bisherigen Zustand zum heute bezw. in Zukunft geltenden (Statut) sein könnten. Der ganze Fragenkomplex wird sich voraussichtlich nicht innert kurzer Frist behandeln lassen. Wir halten es für wünschbar, die Sache dem Personalausschuss zur Ansichtskusserung zu unterbreiten. Da Sie den Ausschuss bereits Ihrerseits mit Ihrem Anliegen befassten, werden wir zunächst seine Stellungnahme abwarten. Er hat eine Vernehmlassung bereits in Aussicht gestellt. Genehmigen Sie, sehr geehrtes Frïulein, die Verasicherung unserer vorzüglichen Hochachtung. Kopien gehen an die Herrin Rebsamen, Harcuard, Deuber, P. Clotiu Dinkelmein und Sigg mit sie einer Abschrift der Eingabe vom 1. Juli 1957 als Beilate, mit der Bitte, die Angelegenheit für eine Diskussion nach den Ferien vorzubereiten, ausserdem an Herrn Langenbach zuhanden des Personalausschusses.
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null
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Correspondence
69,633
No 4. Les «départs titubants» de la 2ème République
47
Les élections italiennes ont montré que la population souhaitait un changement. Les partis de droite ont promis à l'électorat italien un nouveau système. Le talent de Berlusconi a également contribué au fort score de la droite.
French
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1994-04-04
1994-04-04
null
null
Italien (Politik)
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Rom
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Genua|Italien|Japan|Mailand|Neapel|Rom|Triest|Venedig
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EDA/Politische Direktion/Politisches Sekretariat|Fiat|Italien/Christlich-demokratische Partei|Italien/Italienische Liberale Partei|Italien/Lega|Italien/Partito Repubblicano Italiano|Italien/Sozialistisch-Demokratische Partei Italiens|Italien/Sozialistische Partei|Italien/Volkspartei|London School of Economics and Political Science|NZZ|Rai – Radiotelevisione Italiana|Schweizerische Botschaft in Rom
Schweizerische Botschaft in Rom
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null
Pianca Francis
Agnelli Giovanni|Berlusconi Silvio|Bindi Rosy|Bossi Umberto|Ciampi Carlo Azeglio|Fini Gianfranco |Martinazzoli Mino|Montanelli Idro|Mussolini Benito|Occhetto Achille|Pannella Marco
Pianca Francis
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Italia (Politica)
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Roma
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Genova|Giappone|Italia|Milano|Napoli|Roma|Trieste|Venezia
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Ambasciata svizzera a Roma|DFAE/Direzione politica/Segreteria politica|Fiat|Italia/Lega Nord|Italia/Partito Democrazia cristiana|Italia/Partito liberale italiano|Italia/Partito Popolare Italiano|Italia/Partito Repubblicano Italiano|Italia/Partito socialdemocratico italiano|Italia/Partito socialista|London School of Economics and Political Science|NZZ|Rai – Radiotelevisione Italiana
Ambasciata svizzera a Roma
null
null
Pianca Francis
Berlusconi Silvio|Bindi Rosy|Bossi Umberto|Ciampi Carlo Azeglio|Fini Gianfranco |Martinazzoli Mino|Montanelli Idro|Mussolini Benito|Occhetto Achille|Pannella Marco
Pianca Francis
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Italie (Politique)
null
Rome
null
Gênes|Italie|Japon|Milan|Naples|Rome|Trieste|Venise
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Ambassade de Suisse à Rome|DFAE/Direction politique/Secrétariat politique|Fiat|Italie/Ligue du Nord|Italie/Parti démocrate-chrétien|Italie/Parti libéral italien|Italie/Parti populaire|Italie/Parti républicain|Italie/Parti socialiste|Italie/Parti socialiste démocrate italien|London School of Economics and Political Science|NZZ|Rai – Radiotelevisione Italiana
Ambassade de Suisse à Rome
null
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Pianca Francis
Berlusconi Silvio|Bindi Rosy|Bossi Umberto|Ciampi Carlo Azeglio|Fini Gianfranco |Martinazzoli Mino|Montanelli Idro|Mussolini Benito|Occhetto Achille|Pannella Marco
Pianca Francis
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Italy (Politics)
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Rome
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Genoa|Italy|Naples|Nippon|Rome|Trieste|Venice
null
FDFA/Directorate of Political Affairs/Political Secretariat|Fiat|Italy/Christian Democratic Party|Italy/Italian Liberal Party|Italy/Italian Socialist Democratic Party|Italy/Lega|Italy/People's Party|Italy/Republican Party|Italy/Socialist Party|London School of Economics and Political Science|NZZ|Rai – Radiotelevisione Italiana|Swiss Embassy in Rome
Swiss Embassy in Rome
null
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Pianca Francis
Berlusconi Silvio|Bindi Rosy|Bossi Umberto|Ciampi Carlo Azeglio|Fini Gianfranco |Martinazzoli Mino|Montanelli Idro|Mussolini Benito|Occhetto Achille|Pannella Marco
Pianca Francis
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65,000
https://dodis.ch/69633
Politischer Bericht
French, Politischer Bericht, Pianca Francis
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69000-69999/dodis-69633.pdf
![img-0.jpeg](img-0.jpeg) # R.P. 4 PI/VM CONFIDENTIEL Rome, le 4 avril 1994 ## Les "départs titubants" de la 2ème République Les Italiens se sont frottés les yeux, le matin du 29 mars, en découvrant qu'ils avaient voté pour un changement de régime, une nouvelle République. La gauche, dont l'ascension semblait irresistible, était vaincue; le centre (démocrate-chrétien, socialiste, social-démocrate, libéral et républicain) était réduit en miettes; une droite hétéroclite, en partie inconnue, était appelée à diriger le pays. La gauche était sortie si forte des élections administratives de fin 1993, fournissant les maires de quelques-unes des villes les plus importantes (Rutelli à Rome, Bassolino à Naples, Sansa à Gênes, Cacciari à Venise, Illy à Trieste), que sa prise du pouvoir central semblait inévitable. Elle avait fait patte de velours en envoyant Occhetto, le secrétaire des néocommunistes, parler à la City, et à la "London School of Economics". Elle appuyait Ciampi pour un deuxième gouvernement. Elle était apparemment si rassurante. L'ancien centre disparaissait, depuis 2 ans, sous les révélations de Tangentopoli. Martinazzoli, dont la mine, la voix, l'esprit expriment la désolation la plus funèbre, avait cependant eu le courage de faire naître un nouveau parti (le parti populaire italien), de ce qui restait de la démocratie chrétienne. Son soutien le plus persiflé, Rosy Bindi, une demoiselle aux cheveux courts, mais au verbe long et militant, arrivait, semble-t-il, à recréer une part de "cathocommunisme", cette embrassade générale des communistes et des catholiques sur l'autel de la politique sociale. Puis la droite était, précisément, hétéroclite et en partie inconnue. Gianfranco Fini, secrétaire du mouvement social italien, est l'animal politique le plus éblouissant de la scène italienne d'aujourd'hui, mais il considère que Mussolini (jusqu'à la guerre, précise-t-il), a été le plus grand homme d'Etat italien de ce siècle. Il fait entendre que l'Italie a des revendications en Istrie et dirige des troupes dont beaucoup considèrent ouvertement le "salut romain" (fasciste) comme "plus hygiénique" que la poignée de mains (sic!). La "Lega", quant à elle, n'existe qu'au Nord. Elle souligne sa volonté de fédéralisme si fort que ses alliés de droite, les adeptes de Fini d'abord, entendent sécession et redisent haut et fort que "l'unité nationale ne se discute pas". Enfin Berlusconi. Il ne s'est lancé dans la campagne électorale que 100 jours avant les élections, pris par un "raptus", disait Indro Montanelli, rédacteur en chef de l'un de ses journaux, sans expérience politique ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) # R.P. 4 PI/VM CONFIDENTIEL aucune, mais après des succès industriels sans précédents. "self-made man", il a construit "Milano 2", une des villes-satellites les plus réussies d'Italie. Zème groupe industriel du pays après celui de Giovanni Agnelli, il possède aujourd'hui 3 chaînes de télévision (Rete 4, Canale 5, Italia 1), une maison d'édition prestigieuse (Mondadori), une chaîne de supermarchés (La Standa), des journaux ("Il Giornale", "Panorama"), l'équipe de football la plus formidable d'Italie, le "Milan". Tout le monde, sauf sa propre maison de sondage, le donnait perdant, les journaux italiens (dont la majorité est de gauche), les milieux industriels et financiers. "Antenne II" après avoir envoyé des journalistes a Rome, concluait qu'il allait mordre la poussière. La NZZ faisait la fine bouche, estimant qu'il avait encore à apprendre ce qu'est la démocratie. Or, c'est cette droite hétéroclite, presque inconnue qui est appelée a diriger le pays. Elle est sans doute elle-même étonnée de ce succès éclatant: majorité absolue à la chambre des députés ( 366 sièges contre 213 sièges à la gauche, 46 au centre), 155 sièges au Sénat, où la majorité étant de 158 sièges, il ne devrait pas lui être difficile d'obtenir au centre les voix nécessaires pour gouverner. On attribue ce bouleversement, à l'étranger, mais aussi en Italie, au fait que Berlusconi possède 3 chaînes de télévision et qu'il a facilement obtenu que ses chaînes parlent de lui. C'est aller un peu unilatéralement en besogne. Les trois chaînes de la RAI, la télévision d'Etat, étaient visiblement hostiles à la droite, à Berlusconi, en particulier, alors que les télévisions de Berlusconi malgré un soutien visible dans quelques secteurs, étaient pluralistes, relativement tolérantes. RAI3 faisait même accompagner les premiers résultats des élections d'une imitation qui se voulait vengeresse de Berlusconi. L'une des premières raisons de la victoire de la droite a donc été, de l'avis général, la démolition (ce que les Italiens appellent la "demonizzazione") de l'adversaire. Cette "demonizzazione" est d'ailleurs plus le fait des médias de gauche que des partis de gauche. Pour la majorité de ces médias, Berlusconi était l'homme à abattre, l'homme criblé de dettes, l'égoïste, l'amateur, le mafieux, le pédophile. Le peuple italien, dans sa majorité, a été insensible, allergique même, au chant de ces sirènes. Ensuite - c'est la deuxième et plus importante raison du succès de la droite - le peuple italien voulait voter pour un groupement qui lui promettait un système nouveau, loin du conditionnement des partis, des idéologies, des régimes économiques et fiscaux figés depuis l'après-guerre. Il voulait s'engager vers ce que la réforme électorale lui laissait entrevoir: un régime politique moderne, à deux pôles, avec une majorité de gouvernement et une minorité d'opposition. Le flair, ou le génie, de Berlusconi aura été de se lancer dans la mêlée pour obtenir ce résultat. Sans lui, en effet, ni Fini ni Bossi n'auraient pu créer un pôle de droite en Italie. Fini transforme son parti en droite moderne, mais pas assez de l'avis des anti-fascistes. Bossi représente le rejet d'un passé de corruption, mais trop lié à l'Italie du nord pour que l'Italie du centre et du sud s'y reconnaissent. Berlusconi donne lui à ce virage à droite une composante centriste, accompagnée d'une image de réussite industrielle incontestable, qui le fait admettre par la majorité des électeurs. C'est le début de la Zème République. ![img-2.jpeg](img-2.jpeg) # R.P. 4 PI/VM CONFIDENTIEL Cette 2ème République est en train de naftre, d'une manière titubante, comme il se doit. Berlusconi, Bossi, Fini, après une semaine de victoire, ne s'entendent pas . Bossi ne veut pas Berlusconi à la tête du gouvernement. L'Etat unitaire de Fini s'accorde mal de l'Etat fédéral de Bossi. Les dissensions sont si fortes que Pannella, le radical de gauche qui défend l'équipe victorieuse, entrevoit de nouvelles élections. L'entente se fera sur une réforme de la fiscalité, mais difficilement sur les réformes institutionnelles (la "Lega" envisage de déplacer les ministères de Rome vers les régions, l'intérieur à Naples, par exemple). La RAI, objet de tous les ressentiments des vainqueurs, sera réformée, refondue, réduite, épurée, des têtes tomberont. La "Lega" propose de "vendre la FIAT aux Japonais". Une équipe inexperimentée dirigera le pays. Eloignée du pouvoir comme une pestiférée jusqu'ici, elle devra pacifier les esprits en son sein, innover à tout prix, pour ne pas décevoir. L'Italie, qui a fait preuve d'un courage spectaculaire en tournant la page, semble haletante de curiosité. Elle pourrait reprendre Colette: "Mais qu'est la majesté de ce qui finit auprès des départs titubants, des désordres de l'aurore?" "La majesté de ce qui finit", personne, pour le moment, n'en veut. Mais les départs titubants, les désordres de l'aurore, quelle griserie! L'Ambassadeur de Suisse F. Pianc. Francis Pianca Copies: Secrétariat de M. le Chef du Département Secrétariat de M. le Secrétaire d'Etat Division politique I Division politique III M. le Secrétaire d'Etat Franz Blankart, OFAEE M. 1'Ambassadeur Silvio Arioli Ambassades de Suisse à Bonn, Londres, Paris, Vienne, Washington Missions suisses à Bruxelles, Genève original: ay — 0 kopie: brc ke dea dy vsg myr vdf rx nf ho kt caf rja bjo grb egf ria wp fmd sut kur ltj gh bod kj _fwa rae Kopie nach Kenntnisnahme vertraulich vernichten! SCHWEIZERISCHE VERTRETUNG REPRESENTATION SUISSE ROM / ROMA / ROME 00197 Roma Via Barnaba Orfani 61 Tel. 06 808 36 41/5 Tfx. 06 808 85 10 (Ambassade) Tfx. 06 808 08 71 (Consulat) TELEFAX POUR LE DFAE Page de couverture LIEU DATE ET HEURE PRIORITE Normal Urgent Flash ROME le 5 avril 1994 n DXXXX [ ] Nombre de page, y compris page de couverture : 4 ouvert chiffre Classification : [x] Réf.: R.P. 4 - PI/VM No. : 0037 CHIFFRE Destinataire(s) et texte : Destinataire: Secrétariat politique, DFAE Copies envoyées directement: Ambassades de Suisse à Bonn, Londres, Paris, Vienne, Washington Mission Bruxelles Prière envoyer copie: Secrétariat de M. le Chef du Département Secrétariat de M. le Secrétaire d'Etat Division politique I Division politique III M. le Secrétaire d'Etat Franz Blankart, DFAEE /Kwie M. l'Ambassadeur Silvio Arioli L'Ambassadeur de Suisse F. France. Francis Pianca
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Reports/Studies
67,655
No 2139. Nomination du Secrétaire général du DFAE et de chefs de mission
38
Suite à la réorganisation du département, un nouveau secrétaire général est nommé. Un nouvel Ambassadeur à Moscou et pour les pays avoisinants est choisi, de même que plusieurs autres mutations importantes au sein du corps diplomatique. Également: Proposition du DFAE du 28.10.1994 (annexe). Également: Co-rapport du DFF du 1.11.1994 (annexe).
French
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1994-12-02
1994-12-02
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null
Personalfragen EPD/EDA
Politisches Departement / Departement für auswärtige Angelegenheiten
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Algier|Altdorf|Ankara|Armenien|Aserbaidschan|Bangladesch|Basel|Beijing|Belgrad|Bhutan|Bonn|Brüssel|Bukarest|Caracas|Costa Rica|Demokratische Republik Kongo|El Salvador|Frankfurt am Main|Freiburg im Üechtland|Genf|Georgien|Guatemala|Guatemala (Stadt)|Hohenrain|Honduras|Indien|Jemen|Jemenitische Arabische Republik|Kasachstan|Kinshasa|Köniz|Langnau im Emmental|London|Madrid|Martigny|Mexiko-Stadt|Moskau|Nepal|Neu Delhi|Neuenburg|Neuheim|New York|Nicaragua|Oman|Ottawa|Panama|Paris|Pruntrut|Riad|Rom|Russland|San José|Sarnen|Saudi-Arabien|Seuzach|Strassburg|Tokio|Türkei|Turkmenistan|Vereinigtes Königreich|Wien|Zentralafrikanische Republik|Zürich
null
Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen|Bundeskanzlei|Bundesrat|EDA/Direktion für internationale Organisationen|EDA/Direktion für internationale Organisationen/Abteilung UNO, internationale Organisationen, Kultur, UNESCO|EDA/Direktion für Verwaltungsangelegenheiten und Aussendienst/Verwaltungsabteilung|EDA/Generalsekretariat|EDA/Generalsekretariat/Ressourcen|EDA/Generalsekretariat/Ressourcen/Rechtsdienst|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Völkerrecht|EFD/EVK/Pensionskasse des Bundes|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Finanzdepartement|EJPD/Bundesamt für Justiz|EJPD/Bundesamt für Justiz/Abteilung für internationale Angelegenheiten|Europäische Freihandelsassoziation|Europarat/Kommission für Rechtsfragen und Menschenrechte|Europarat/Lenkungsausschuss für Menschenrechte|Europarat/Lenkungsausschuss für rechtliche Zusammenarbeit|IKRK/Versammlung|Mission der Schweiz bei der Europäischen Union|Mission der Schweiz bei der UNO in New York|Nationalrat|Organisation
Bundesrat
null
null
Muralt Müller Hanna
Bucher Johann|Cotti Flavio|Defago Alfred|Doswald Josef|Ducrey Guy|Faivet André|Haller Gret|Kägi Werner|Krafft Mathias|Muheim Franz|Nordmann François|Ramseyer Paul André|Ritter Jean-Pierre|Röthlisberger Eric|Stich Otto|Zehnder Jean-Pierre
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Questioni del personale DPF/DFAE
Dipartimento politico / Dipartimento degli affari esteri
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Algeri|Altdorf|Ankara|Arabia Saudita|Armenia|Azerbaigian|Bangladesh|Basilea|Beijing|Belgrado|Bhutan|Bonn|Bruxelles|Bucarest|Caracas|Città del Guatemala|Costa Rica|El Salvador|Francoforte|Géorgies|Ginevra|Guatemala|Hohenrain|Honduras|India|Kazakistan|Kinshasa|Köniz|Langnau im Emmental|Londra|Losanna|Madrid|Martigny|Messico|Mosca|New York|Nicaragua|Nuova Delhi|Oman|Ottawa|Panama|Parigi|Regno Unito|Repubblica Araba dello Yemen|Repubblica Centrafricana|Repubblica democratica del Congo|Roma|Russia|Ryadh|San José|Sarnen|Seuzach|Strasburgo|Tokyo|Turchia|Turkmenien|Vienna|Yemen|Zurigo
null
Accordo generale sui dazi doganali ed il commercio|Ambasciata svizzera a Beijing|Ambasciata svizzera a Belgrado|Ambasciata svizzera a Bucarest|Ambasciata svizzera a Caracas|Ambasciata Svizzera a Kinshasa|Ambasciata svizzera a Londra|Ambasciata svizzera a Madrid|Ambasciata svizzera a Mosca|Ambasciata svizzera a New Delhi|Ambasciata svizzera a Parigi|Ambasciata svizzera a Riad|Ambasciata svizzera a Roma|Ambasciata svizzera a San José|Ambasciata svizzera a Washington|Ambasciata svizzera ad Algeri|Ambasciata svizzera ad Ankara|Ambasciata svizzera in Guatemala|Associazione europea di libero scambio|Austria/Università di Vienna|Cancelleria federale|CICR/Assemblea|Consiglio d'Europa/Comitato direttivo per i diritti dell'uomo|Consiglio d'Europa/Comitato direttivo per la cooperazione legale|Consiglio d'Europa/Commissione per gli affari giuridici e per i diritti umani|Consiglio federale|Consiglio nazionale|Consolato generale svizzero a New York|Delegazione della Svizzera presso l’OCSE|DFAE/Direzione amministrativa
Consiglio federale
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Muralt Müller Hanna
Bucher Johann|Cotti Flavio|Defago Alfred|Doswald Josef|Ducrey Guy|Faivet André|Haller Gret|Kägi Werner|Krafft Mathias|Muheim Franz|Nordmann François|Ramseyer Paul André|Ritter Jean-Pierre|Röthlisberger Eric|Stich Otto|Zehnder Jean-Pierre
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Questions concernant le personnel DPF/DFAE
Département politique / Département des affaires étrangères
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Alger|Altdorf|Ankara|Arabie saoudite|Arménie|Azerbaïdjan|Bâle|Bangladesh|Beijing|Belgrade|Bhoutan|Bonn|Bruxelles|Bucarest|Caracas|Costa Rica|El Salvador|Francfort|Fribourg|Genève|Géorgie|Guatemala|Guatemala (ville)|Hohenrain|Honduras|Inde|Kazakhstan|Kinshasa|Köniz|La Chaux-de-Fonds|Langnau im Emmental|Lausanne|Londres|Madrid|Martigny|Mexico|Moscou|Népal|Neuchâtel|New Delhi|New York|Nicaragua|Oman|Ottawa|Panama|Paris|Porrentruy|République arabe du Yémen|République centrafricaine|République démocratique du Congo|Rome|Royaume-Uni|Russie|Ryad|San José|Sarnen|Seuzach|Soubey|Strasbourg|Tokyo|Turkménistan|Turquie|Vienne|Yémen|Zurich
null
Accord général sur les tarifs douaniers et le commerce|Ambassade de Suisse à Alger|Ambassade de Suisse à Ankara|Ambassade de Suisse à Beijing|Ambassade de Suisse à Belgrade|Ambassade de Suisse à Bucarest|Ambassade de Suisse à Caracas|Ambassade de Suisse à Guatemala|Ambassade de Suisse à Kinshasa|Ambassade de Suisse à Londres|Ambassade de Suisse à Madrid|Ambassade de Suisse à Moscou|Ambassade de Suisse à New Delhi|Ambassade de Suisse à Paris|Ambassade de Suisse à Riyad|Ambassade de Suisse à Rome|Ambassade de Suisse à San José|Ambassade de Suisse à Washington|Association européenne de libre-échange|Autriche/Université de Vienne|Chancellerie fédérale|CICR/Assemblée|Conseil de l'Europe/Comité directeur de coopération juridique|Conseil de l'Europe/Comité directeur pour les droits de l'homme|Conseil de l'Europe/Commission des questions juridiques et des droits de l'homme|Conseil fédéral|Conseil national|Consulat général de Suisse à New York|Délégation suisse auprès de l’OCDE|D
Conseil fédéral
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Muralt Müller Hanna
Bucher Johann|Cotti Flavio|Defago Alfred|Doswald Josef|Ducrey Guy|Faivet André|Haller Gret|Kägi Werner|Krafft Mathias|Muheim Franz|Nordmann François|Ramseyer Paul André|Ritter Jean-Pierre|Röthlisberger Eric|Stich Otto|Zehnder Jean-Pierre
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null
Questions regarding appointing in the FPD/FDFA
Political Department / Department for Foreign Affairs
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Algiers|Altdorf|Ankara|Armenia|Azerbaijan|Bangladesh|Basle|Beijing|Belgrade|Bhutan|Bonn|Brussels|Bucharest|Caracas|Central African Republic|Costa Rica|Democratic Republic of the Congo|El Salvador|Francoforte sul Meno|Geneva|Géorgies|Guatemala|Guatemala-City|Hohenrain|Honduras|India|Kazakhstan|Kinshasa|Köniz|Langnau im Emmental|Madrid|Martigny|Mexico City|Moscow|New Delhi|New York|Nicaragua|Oman|Ottawa|Panama|Paris|Riyadh|Rome|Russia|San José|Sarnen|Saudi Arabia|Seuzach|Strasbourg|Tokyo|Turkey|Turkmenien|United Kingdom|Vienna|Washington DC|Yemen|Zurich
null
Austria/University of Vienna|Consulate General of Switzerland in New York|Council of Europe/Committee on Legal Affairs and Human Rights|Council of Europe/Steering Committee for Human Rights|Council of Europe/Steering Committee on Legal Co-operation|Delegation of Switzerland to the OECD|European Free Trade Association|FDF/FIF/Federal Pension Fund|FDFA/Administrative Direction and Foreign Service /Administrative Division|FDFA/Directorate of International Organizations|FDFA/Directorate of International Organizations/Division UN, International Organizations, Culture, UNESCO|FDFA/General Secretariat|FDFA/General Secretariat/Resources|FDFA/General Secretariat/Resources/Legal Service|FDFA/State Secretariat/Directorate of Public International Law|FDJP/Federal Office of Justice|FDJP/Federal Office of Justice/International Affairs Division|Federal Chancellery|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Finance|General Agreement on Tariffs and Trade|ICRC/Assembly|Mission of Switzerland to the European U
Swiss Federal Council
null
null
Muralt Müller Hanna
Bucher Johann|Cotti Flavio|Defago Alfred|Doswald Josef|Ducrey Guy|Faivet André|Haller Gret|Kägi Werner|Krafft Mathias|Muheim Franz|Nordmann François|Ramseyer Paul André|Ritter Jean-Pierre|Röthlisberger Eric|Stich Otto|Zehnder Jean-Pierre
null
null
65,000
https://dodis.ch/67655
Bundesratsprotokoll
French, Bundesratsprotokoll
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67000-67999/dodis-67655.pdf
# Nomination du Secrétaire général du DFAE et de chefs de mission Vu la proposition du DFAE du 28 octobre 1994 Vu les résultats de la procédure de co-rapport et avec l'approbation de la Délégation parlementaire des finances du 30 novembre 1994, il est décidé: 1. M. Josef DOSWALD, 1947, de Neuheim/ZG et Zurich/ZH, actuellement directeur suppléant de la Direction du droit international public, est nommé en qualité de Secrétaire général du DFAE. Suite à la réorganisation du Département, le nouveau Secrétariat général sera composé du Secrétariat général actuel et de la Direction administrative et du service extérieur. Cette nomination au rang de Secrétaire général comporte la promotion de M. Doswald en hors classe de traitement, échelon IV (Vorendstellung), dès le jour de sa prise de fonction. Son traitement annuel de base est ainsi fixé à Fr. 201'884.--. Il est pris acte que le montant pris en charge pour l'achat de l'assurance s'élève en définitive à Fr. $77^{\prime} 769 .--$. 2. Sous réserve de l'agrément des autorités concernées, M. Johann BUCHER, 1942, de Hohenrain/LU, actuellement directeur de la Direction administrative et du service extérieur, est nommé en qualité d'ambassadeur extraordinaire et plénipotentiaire de Suisse en Russie, en Arménie, en Azerbaïdjan, en Géorgie, au Kazakhstan et au Turkménistan, avec résidence à Moscou. Dans ce contexte, la fonction de chef de la représentation diplomatique à Moscou est rangée à l'échelon IV du degré hors classe, dès la prise de fonction de l'Ambassadeur Bucher. Dès lors, la nomination de M. Johann Bucher ne modifie pas son statut administratif actuel en hors classe de traitement, échelon IV. et son traitement annuel de base reste fixé à Fr. $216^{\prime} 055 .--$. Le DFAE proposera au Conseil fédéral, dans le cadre de la restructuration du Département, le déclassement d'une fonction à Berne classée actuellement à l'échelon IV du degré hors classe. 3. Le DFAE est chargé: a) de l'exécution de ces décisions; b) de solliciter l'agrément des autorités concernées; c) de publier en temps utile ces nominations; d) de donner à la Chancellerie fédérale les renseignements nécessaires à l'établissement des lettres de créance et de rappel. Pour extrait conforme: Aluerser wuerter | Protokollauszug an: <br> $\boxtimes$ ohne / $\quad \square$ mit Beilage | | | | | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | | 2.V. | z.K. | Dep. | Anz. | Akten | | $X$ | | EDA | 10 | - | | | | EDI | | | | | | EJPD | | | | | | EMD | | | | | $X$ | EFD | 7 | — | | | $X$ | EVD | 5 | — | | | | EVED | | | | | | BK | | | | | $X$ | EFK | 2 | — | | | $X$ | Fin.Del. | 2 | — | EIDGENÖSSISCHES DEPARTEMENT FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN # DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES DIPARTIMENTO FEDERALE DEGLI AFFARI ESTERI 3003 Berne, le 28 octobre 1994 CONFIDENTIEL ## Au Conseil fédéral ## Nomination du Secrétaire général du DFAE et de chefs de mission - Nomination de M. Josef DOSWALD, 1947, de Neuheim/ZG et Zurich/ZH, actuellement directeur suppléant de la Direction du droit international public, comme Secrétaire général du DFAE - Mise à la retraite anticipée de M. Jean-Pierre RITTER, 1931, de La Chaux-de-Fonds/NE, actuellement chef de mission à Moscou - Nomination de M. Johann BUCHER, 1942, de Hohenrain/LU, actuellement directeur de la Direction administrative et du service extérieur (ambassadeur titulaire), comme ambassadeur en Russie, en Arménie, en Azerbaïdjan, en Géorgie, au Kazakhstan et au Turkménistan, avec résidence à Moscou - Nomination de M. François NORDMANN, 1942, de Seuzach/ZH et Fribourg/FR, actuellement directeur de la Direction des organisations internationales (ambassadeur titulaire), comme ambassadeur en Grande-Bretagne et possessions britanniques - Nomination de Mme Gret HALLER, née le ler octobre 1947, de Zurich/ZH, actuellement Présidente du Conseil National, en qualité de cheffe de la Représentation permanente de la Suisse auprès du Conseil de l'Europe à Strasbourg, avec le titre d'ambassadeur - Transfert à Berne (pour mise en congé non payé par le DFAE) de l'Ambassadeur Eric ROETHLISBERGER, 1934, de Genève/GE et Langnau/BE, actuellement chef de la Délégation suisse près l'OCDE à Paris - Nomination de M. Jean-Pierre ZEHNDER, 1935, de Köniz/BE, actuellement chef de mission à La Nouvelle Delhi, comme ambassadeur et chef de la Délégation suisse près l'OCDE à Paris - Nomination de M. Guy DUCREY, 1936, de Martigny/VS, actuellement ambassadeur et chef du Secrétariat politique de la Direction politique, comme ambassadeur en Inde, au Bangladesh, au Bhoutan et au Népal, avec résidence à La Nouvelle Delhi - Nomination de M. André FAIVET, 1944, de Soubey/JU, actuellement directeur suppléant de la Direction administrative et du service extérieur, comme ambassadeur en Turquie Par décision du 18 mai 1994, le Conseil fédéral a nommé l'ancien Secrétaire général du DFAE, M. Alfred Defago, en qualité de Consul général de Suisse à New York, avec le titre d'ambassadeur. Dès lors, le DFAE propose au Conseil fédéral de nommer au poste de Secrétaire général de ce Département M. Josef DOSWALD, 1947, de Neuheim/ZG et Zurich/ZH, actuellement directeur suppléant de la Direction du droit international public (ministre titulaire). Suite à la réorganisation du Département, le nouveau Secrétariat général sera composé du Secrétariat général actuel et de la Direction administrative et du service extérieur. Cette nomination au rang de Secrétaire général comportera la promotion de M. Doswald en hors classe de traitement, échelon IV (Vorendstellung), dès le jour de sa prise de fonction, et son traitement annuel de base sera ainsi fixé à Fr. 201'884.-- (max. h.cl. IV 218'634.-- moins 16'750.--). Il est pris acte que le montant pris en charge par la Confédération pour l'achat de l'assurance s'élèvera en définitive à Fr. 77'769.--. Né en 1947 à Zurich d'où il est également originaire ainsi que de Neuheim/ZG, M. Josef Doswald est licencié en droit de l'Université de Zurich. Entré en 1975 au service du Département fédéral des affaires étrangères, il fit son stage à Berne et à Caracas. En 1977, il fut attribué comme collaborateur diplomatique auprès de la Direction de la coopération au développement et de l'aide humanitaire. Puis il fut transféré en 1981 à notre ambassade à Londres. De retour à Berne en 1985, il fut attribué à la Direction administrative et du service extérieur, où il se vit confier dans un premier temps la suppléance, puis dès septembre 1985 la direction du service juridique de cette Direction. En 1989, il fut nommé chef adjoint de la Délégation suisse près l'AELE et le GATT à Genève, avec le titre de ministre. Depuis mars 1993, il est directeur suppléant de la Direction du droit international public, avec le titre de ministre. # II M. Jean-Pierre RITTER, 1931, de La Chaux-de-Fonds/NE, actuellement chef de mission à Moscou, a demandé à pouvoir bénéficier de la retraite anticipée dès le ler mai 1995, conformément à l'article 19, alinéa 2 de l'Ordonnance concernant la Caisse fédérale d'assurance (Statuts de la CFA) du 2 mars 1987. Dès lors, le DFAE propose au Conseil fédéral de mettre fin aux rapports de service de l'Ambassadeur Ritter au 30 avril 1995, avec remerciements pour les services rendus. Compte tenu du solde de vacances de l'intéressé, il quittera en fait ses fonctions à Moscou déjà vers fin décembre 1994. ## III Pour succéder à l'Ambassadeur Jean-Pierre Ritter à la tête de notre ambassade à Moscou, le DFAE propose au Conseil fédéral de nommer M. Johann BUCHER, 1942, de Hohenrain/LU, actuellement directeur de la Direction administrative et du service extérieur. Par ailleurs, en raison de l'importance considérable qu'a prise notre représentation diplomatique à Moscou durant ces dernières années, le DFAE propose au Conseil fédéral de classer la fonction de chef de ladite mission à l'échelon IV du degré hors classe, au même titre que les 9 autres représentations diplomatiques dites "classées", à savoir nos ambassades à Bonn, Londres, Paris, Rome et Washington, ainsi que nos représentations multilatérales à Bruxelles, Genève, New York et Vienne. Dans ce contexte, et afin que la mesure précitée soit neutre de coût, le DFAE proposera au Conseil fédéral le déclassement d'une fonction à Berne classée actuellement à l'échelon IV du degré hors classe, dans le cadre de la restructuration du Département. Au vu de ce qui précède, la nomination de M. Johann Bucher ne modifiera pas son statut administratif actuel en hors classe de traitement, échelon IV, et son traitement annuel de base restera fixé à Fr. 216'055.--. Né en 1942 à Sarnen/OW, originaire de Hohenrain/LU, M. Johann Bucher est docteur en lettres de l'Université de Berne et Vienne. Entré en 1973 au service du Département fédéral des affaires étrangères, il fit son stage à Berne et à Alger. Après une affectation à la centrale, il fut transféré en 1977 à Madrid, en 1981 à notre Délégation près l'AELE et le GATT à Genève et en 1982 à la Mission permanente d'observation de la Suisse auprès des Nations Unies à New York. De retour à Berne en 1983, il occupa la fonction de chef du service information ONU de la Direction des organisations internationales. En 1986, le Conseil fédéral le nomma ambassadeur au Costa Rica, au Nicaragua et au Panama, avec résidence à San José. Depuis janvier 1992, il est directeur de la Direction administrative et du service extérieur, avec le titre d'ambassadeur. # IV Par décision du 18 mai 1994, le Conseil fédéral a mis l'Ambassadeur Franz Muheim, 1931, d'Altdorf/UR, actuellement chef de mission à Londres, au bénéfice de la retraite anticipée au ler décembre 1994. Pour lui succéder à la tête de notre ambassade à Londres, le DFAE propose au Conseil fédéral de nommer M. François NORDMANN, 1942, de Seuzach/ZH et Fribourg/FR, actuellement directeur de la Direction des organisations internationales, comme ambassadeur en Grande-Bretagne et possessions britanniques. Cette représentation diplomatique faisant partie des missions dites "classées", la nomination de M. François Nordmann ne modifiera pas son statut administratif actuel en hors classe de traitement, échelon IV, et son traitement annuel de base restera fixé à Fr. 216'055.--. Né en 1942 à Fribourg, originaire de Seuzach/ZH et Fribourg/FR, M. François Nordmann fit ses études à Fribourg et à Genève; il est licencié en droit. Entré en 1971 au service du Département fédéral des affaires étrangères, il fit son stage à Berne puis à Londres. Après un séjour à la centrale, où il travailla pendant deux ans au Secrétariat politique puis dès conseiller d'ambassade. En 1984, le Conseil fédéral le nomma ambassadeur au Guatemala, au Costa Rica, au Honduras, au Nicaragua, en El Salvador et au Panama, avec résidence à Guatemala. En 1987, il fut nommé chef de la Délégation permanente de la Suisse auprès de l'UNESCO à Paris. Depuis janvier 1992, il est directeur de la Direction des organisations internationales, avec le titre d'ambassadeur. # V Par décision du 18 mai 1994, le Conseil fédéral a mis l'Ambassadeur Yves Moret, actuellement chef de notre Représentation permanente auprès du Conseil de l'Europe à Strasbourg, au bénéfice de la retraite avec effet au ler décembre 1994. Pour succéder à l'Ambassadeur Moret, le DFAE propose au Conseil fédéral de nommer Mme Gret HALLER, née le ler octobre 1947, originaire de Zurich/ZH, actuellement Présidente du Conseil National, en qualité de cheffe de notre Représentation permanente auprès du Conseil de l'Europe à Strasbourg, avec le titre d'ambassadeur. Le curriculum vitae de Mme Haller est joint à la présente proposition. Tant par ses qualités personnelles que par sa personnalité marquante, ainsi que par ses connaissances en matière des droits de l'homme et des affaires du Conseil de l'Europe, l'intéressée possède à l'évidence les qualités souhaitables pour pouvoir remplir les tâches importantes qui lui seront confiées dans l'exercice de ses futures fonctions à la tête de notre Représentation à Strasbourg. Mme Haller a fait sa thèse de doctorat sur "Die UNO - Menschenrechtspakte und die rechtliche Stellung der Frau in der Schweiz". Elle a entre autres été occupée dans les années septante au Service du Conseil de l'Europe de l'Office fédéral de la justice en qualité de spécialiste dans le domaine de la Convention des Droits de l'homme. Elle est conseillère nationale dès 1987. Depuis 1990, elle est membre de notre Délégation parlementaire auprès du Conseil de l'Europe. En 1994, elle a présidé le Conseil National. L'entrée en fonction de Mme Haller est prévue pour le ler décembre 1994. Les rapports de service de Mme Haller seront régis par l'Ordonnance sur les rapports de service des employés de l'administration générale de la Confédération (Règlement des employés) du 10 novembre 1959, ainsi que par analogie par le Règlement des fonctionnaires (3) du 19 décembre 1964 et ses divers Règlements d'exécution. Son statut sera celui d'une employée non permanente, conformément à l'article 3 dudit Règlement. La durée de l'engagement sera limitée à 5 ans et prendra ainsi fin le 30 novembre 1999. Les clauses de résiliation seront régies conformément à l'article 8 du Règlement des employés. Mme Haller sera rangée dès sa prise de fonction dans le degré hors classe de traitement, échelon V (Endstellung), et son traitement annuel de base sera ainsi fixé à Fr. 203'686.--. Aucune promotion ne sera possible mais les mouvements généraux de traitement seront adaptés. L'échelon V est justifié compte tenu de l'importance des futures fonctions que remplira Mme Haller et du fait que les prédécesseurs de l'intéressée étaient également rangés à l'échelon V du degré hors classe au terme de leur mandat. Mme Haller sera affiliée en qualité d'assurée à la Caisse fédérale d'assurance (CFA), conformément à l'article 72 du Règlement des employés; cette affiliation n'aura pas d'incidence financière pour la Confédération. Les diverses clauses d'engagement de Mme Haller seront stipulées dans un contrat de droit public. Par décision du 18 novembre 1987, le Conseil fédéral a nommé M. Eric ROETHLISBERGER, 1934, de Genève/GE et Langnau/BE, en qualité d'ambassadeur et chef de notre Délégation près l'OCDE à Paris, où il a pris ses fonction en mai 1988. L'assemblée générale du CICR a récemment élu l'Ambassadeur Roethlisberger pour un mandat de quatre ans en qualité de Vice-Président de cette Organisation. L'Ambassadeur Roethlisberger prendra ses fonctions au CICR le 11 novembre 1994. Afin de pouvoir occuper lesdites fonctions, l'Ambassadeur Roethlisberger a sollicité un congé non payé d'une durée de quatre ans correspondant à celle du premier mandat qui lui a été confié. En conséquence, le DFAE propose au Conseil fédéral de transférer l'Ambassadeur Roethlisberger à Berne au 10 novembre 1994, afin que le Département soit en mesure de lui octroyer le congé non payé sollicité, qui sera accordé dans l'intérêt du service conformément à l'Ordonnance sur l'engagement de fonctionnaires fédéraux dans des organisations internationales, du 31 mars 1993. # VII Pour succéder à l'Ambassadeur Eric Roethlisberger à la tête de notre Délégation près l'OCDE à Paris, le DFAE propose au Conseil fédéral de nommer M. Jean-Pierre ZEHNDER, 1935, de Köniz/BE, actuellement chef de mission à La Nouvelle Delhi. Cette nomination ne modifiera pas son statut actuel de chef de mission en hors classe de traitement, échelon V (classe terminale, voir alinéa suivant), et son traitement annuel de base restera fixé à Fr. 203'686.--. Dans ce contexte, il est rappelé que par décision présidentielle du 31 août 1993 concernant la nomination de l'Ambassadeur Benedikt von Tscharner à la tête de notre Mission permanente auprès des Organisations internationales et de notre Délégation aux négociations sur les mesures de confiance et de sécurité à Vienne, la fonction que remplit depuis lors l'Ambassadeur von Tscharner à Vienne a été élevée de l'échelon V à l'échelon IV du degré hors classe de traitement, et qu'en contrepartie la fonction de chef de la Délégation près l'OCDE à Paris serait rayée des Missions classées à l'échelon IV du degré hors classe lors du transfert de l'Ambassadeur Eric Roethlisberger. Né en 1935 à Bâle et originaire de Köniz/BE, M. Jean-Pierre Zehnder entra au service du Département fédéral des affaires étrangères en 1957. Il fit son stage à Berne et à Francfort et fut ensuite transféré à Mexico. Rentré à Berne, il démissionna en 1961 pour reprendre ses études qu'il termina avec une licence en sciences politiques de l'Université de Genève. Il fut réengagé en 1966 comme stagiaire du service diplomatique et effectua son stage à Berne puis à Belgrade. Après un séjour à la centrale et à Genève auprès de notre Mission permanente près les organisations internationales, il fut transféré en 1969 à Paris auprès de notre Délégation près l'OCDE, revint à Berne en 1974 puis fut affecté à Londres en 1976 comme conseiller d'ambassade et chargé des affaires économiques. En 1980, il fut affecté comme premier collaborateur du chef de la Mission suisse auprès des Communautés européennes à Bruxelles, avec le titre de ministre. En 1984, le Conseil fédéral le nomma ambassadeur en République du Zaïre, en République populaire du Congo et en République Centrafricaine, avec résidence à Kinshasa. Depuis juin 1989, il est ambassadeur en Inde, au Bangladesh, au Bhoutan et au Népal, avec résidence à La Nouvelle Delhi. # VIII Pour succéder à l'Ambassadeur Jean-Pierre Zehnder à la tête de notre ambassade à La Nouvelle Delhi, le DFAE propose au Conseil fédéral de nommer M. Guy DUCREY, 1936, de Martigny/VS, actuellement ambassadeur et chef du Secrétariat politique de la Direction politique. Cette nomination ne modifiera pas le statut administratif actuel de M. Ducrey en hors classe de traitement, échelon VI, et son traitement annuel de base restera fixé à Fr. 188'879.--. Né en 1936 à Martigny/VS d'où il est originaire, M. Guy Ducrey effectua ses études universitaires à Lausanne et les termina avec la licence en sciences politiques. Entré en 1963 au service du Département fédéral des affaires étrangères, il fit son stage à Berne et à Vienne. Après une activité de quatre ans à la centrale, il fut transféré en 1969 à Bucarest et en 1973 à Washington. En 1976, il fut affecté à Beijing comme premier collaborateur du chef de mission, puis en 1980 à Paris en cette même qualité, avec le titre de ministre. En 1983, le Conseil fédéral le nomma ambassadeur en Arabie Saoudite, en République arabe du Yémen et en Oman, avec résidence à Ryad. En 1987, le Conseil fédéral le nomma premier collaborateur du chef de mission à Washington, avec le titre de ministre. Depuis mars 1989, il est chef du Secrétariat politique de la Direction politique, avec le titre de d'ambassadeur. ## IX Depuis que l'Ambassadeur Paul André Ramseyer a quitté définitivement Ankara après avoir été déclaré persona non grata par les autorités turques fin août 1993, notre ambassade en Turquie a été dirigée par un chargé d'affaires ad interim. Compte tenu de l'intérêt politique de la Suisse à être à nouveau représentée en Turquie par un ambassadeur, le DFAE propose au Conseil fédéral de nommer M. André FAIVET, 1944, de Soubey/JU, actuellement directeur suppléant de la Direction administrative et du service extérieur. Cette nomination au rang de chef de mission ne modifiera pas son statut actuel en hors classe de traitement, échelon VI, et son traitement annuel de base restera fixé à Fr.186'614.--. Né en 1944 à Porrentruy et originaire de Soubey/JU, M. André Faivet fit ses études universitaires à Neuchâtel et à Francfort. Il est licencié en droit, en sciences économiques et en sciences politiques. Entré en 1973 au service du Département fédéral des affaires étrangères, il fit son stage à Berne et à Ottawa. En 1975, il fut transféré à Tokyo puis en 1979 à Rome, où il fut promu au rang de conseiller d'ambassade en 1983. De retour à Berne en 1983, il occupa les fonctions de suppléant du chef du Service économique et financier. En 1988 il fut transféré comme ministre et premier collaborateur du chef de la Mission permanente d'observation de la Suisse auprès des Nations Unies à New York. Depuis février 1992, il est directeur suppléant de la Direction administrative et du service extérieur. Au vu de ce qui précède, nous vous proposons d'accepter la décision ci-jointe. DEPARTEMENT FEDERAL DES AFFAIRES ETRANGERES Flavio Cotti Annexes: - projet de décision - curriculum vitae de Mme Gret Haller Conformément aux usages, les nominations doivent demeurer secrètes jusqu'à leur publication. Le DFAE se chargera de la publication de cette décision. Extrait du procès-verbal (en 8 exemplaires) au DFAE pour exécution et en un exemplaire aux autres Départements pour information. # Nomination du Secrétaire général du DFAE et de chefs de mission Vu la proposition du DFAE du 28 octobre 1994 Vu les résultats de la procédure de co-rapport, il est décidé: 1. M. Josef DOSWALD, 1947, de Neuheim/ZG et Zurich/ZH, actuellement directeur suppléant de la Direction du droit international public, est nommé en qualité de Secrétaire général du DFAE. Suite à la réorganisation du Département, le nouveau Secrétariat général sera composé du Secrétariat général actuel et de la Direction administrative et du service extérieur. Cette nomination au rang de Secrétaire général comporte la promotion de M. Doswald en hors classe de traitement, échelon IV (Vorendstellung), dès le jour de sa prise de fonction. Son traitement annuel de base est ainsi fixé à Fr. 201'884.--. Il est pris acte que le montant pris en charge pour l'achat de l'assurance s'élève en définitive à Fr. 77'769.--. 2. M. Jean-Pierre RITTER, 1931, de La Chaux-de-Fonds/NE, actuellement chef de mission à Moscou, est mis au bénéfice de la retraite anticipée au ler mai 1995, conformément à l'article 19, alinéa 2 de l'Ordonnance concernant la Caisse fédérale d'assurance (Statuts de la CFA) du 2 mars 1987. Le Conseil fédéral exprime à l'Ambassadeur Ritter ses remerciements pour les services rendus. 3. Sous réserve de l'agrément des autorités concernées, M. Johann BUCHER, 1942, de Hohenrain/LU, actuellement directeur de la Direction administrative et du service extérieur, est nommé en qualité d'ambassadeur extraordinaire et plénipotentiaire de Suisse en Russie, en Arménie, en Azerbaïdjan, en Géorgie, au Kazakhstan et au Turkménistan, avec résidence à Moscou. Dans ce contexte, la fonction de chef de la représentation diplomatique à Moscou est rangée à l'échelon IV du degré hors classe, dès la prise de fonction de l'Ambassadeur Bucher. Dès lors, la nomination de M. Johann Bucher ne modifie pas son statut administratif actuel en hors classe de traitement, échelon IV, et son traitement annuel de base reste fixé à Fr. 216'055.--. Le DFAE proposera au Conseil fédéral, dans le cadre de la restructuration du Département, le déclassement d'une fonction à Berne classée actuellement à l'échelon IV du degré hors classe. 4. Sous réserve de l'agrément des autorités concernées, M. François NORDMANN, 1942, de Seuzach/ZH et Fribourg/FR, actuellement directeur de la Direction des organisations internationales, est nommé en qualité d'ambassadeur extraordinaire et plénipotentiaire de Suisse en Grande-Bretagne et possession britanniques. Cette nomination ne modifie pas le statut administratif actuel de M. François Nordmann rangé en hors classe de traitement, échelon IV, et son traitement annuel de base reste fixé à Fr. 216'055.--. 5. Mme Gret HALLER, née le ler octobre 1947, de Zurich/ZH, actuellement Présidente du Conseil National, est nommée en qualité de cheffe de la Représentation permanente de la Suisse auprès du Conseil de l'Europe à Strasbourg, avec le titre d'ambassadeur. L'entrée en fonction de Mme Haller au DFAE est fixée au ler décembre 1994. Les rapports de service de Mme Haller sont régis par l'Ordonnance sur les rapports de service des employés de l'administration générale de la Confédération (Règlement des employés) du 10 novembre 1959, ainsi que par analogie par le Règlement des fonctionnaires (3) du 19 décembre 1964 et ses divers Règlements d'exécution. Le statut de Mme Haller est celui d'une employée non permanente, conformément à l'article 3 du Règlement des employés. La durée de l'engagement de Mme Haller est limitée à 5 ans et prend ainsi fin le 30 novembre 1999. Les clauses de résiliation sont régies conformément à l'article 8 du Règlement des employés. Mme Haller est rangée dès sa prise de fonction dans le degré hors classe de traitement, échelon V (Endstellung), et son traitement annuel de base est ainsi fixé à Fr. 203'686.--. Aucune promotion n'est possible mais les mouvements généraux de traitement seront adaptés. Mme Haller doit s'affilier en qualité d'assurée à la Caisse fédérale d'assurance (CFA), conformément à l'article 72 du Règlement des employés; cette affiliation n'a aucune incidence financière pour la Confédération. Le DFAE règle les diverses clauses d'engagement dans un contrat de droit public. 6. M. Eric ROETHLISBERGER, 1934, de Genève/GE et Langnau/BE, actuellement ambassadeur et chef de la Délégation suisse près l'OCDE à Paris, est transféré à Berne avec effet au 10 novembre 1994, pour mise en congé non payé par le DFAE. 7. M. Jean-Pierre ZEHNDER, 1935, de Köniz/BE, actuellement chef de mission à La Nouvelle Delhi, est nommé ambassadeur et chef de la Délégation suisse près l'OCDE à Paris. Cette nomination ne modifie pas son statut actuel de chef de mission en hors classe de traitement, échelon V (classe terminale, Mission non classée conformément à la décision présidentielle du 31 août 1993), et son traitement annuel de base reste fixé à Fr. 203'686.--. 8. Sous réserve de l'agrément des autorités concernées, M. Guy DUCREY, 1936, de Martigny/VS, actuellement ambassadeur et chef du Secrétariat politique de la Direction politique, est nommé en qualité d'ambassadeur extraordinaire et plénipotentiaire de Suisse en Inde, au Bangladesh, au Bhoutan et au Népal, avec résidence à La Nouvelle Delhi. Cette nomination ne modifie pas son statut administratif actuel en hors classe de traitement, échelon VI, et son traitement annuel de base reste fixé à Fr. 188'879.--. 9. Sous réserve de l'agrément des autorités turques, M. André FAIVET, 1944, de Soubey/JU, actuellement directeur suppléant de la Direction administrative et du service extérieur, est nommé en qualité d'ambassadeur extraordinaire et plénipotentiaire de Suisse en Turquie. Cette nomination au rang de chef de mission ne modifie pas son statut administratif actuel en hors classe de traitement, échelon VI, et son traitement annuel de base reste fixé à Fr. 186'614.--. 10. Le DFAE est chargé: a) de l'exécution de ces décisions; b) de solliciter l'agrément des autorités concernées; c) de publier en temps utile ces nominations; d) de donner à la Chancellerie fédérale les renseignements nécessaires à l'établissement des lettres de créance et de rappel. Pour extrait conforme: # Persönliche Angaben geboren 1947 bis 1969 Bürgerin von Schwändi / GL, seit 1969 durch Heirat Bürgerin von Zürich bis 1974 in Zürich wohnhaft, seit 1975 in Bern Heirat 1969, Scheidung 1975, kinderlos ## Ausbildung | 1953 - 1966 | Schulen in Zürich | | :-- | :-- | | 1966 | Maturität Typus A | | 1967 - 1970 | Ius - Studium an der Universität Zürich | | 1970 | Lizentiat | | 1972 | Zürcherisches Rechtsanwaltsexamen | | 1973 | Doktorat | | | Dissertation "Die UNO - Menschenrechtspakte und die rechtliche | | | Stellung der Frau in der Schweiz" | ## Beruf 1973 - 1974 juristische Mitarbeiterin im Architektur- und Planungsbüro "Metron" in Brugg/Windisch 1975 - 1977 Sachbearbeiterin für die Europäische Menschenrechtskonvention im Dienst "Europarat" des Bundesamtes für Justiz 1978 - 1984 eigenes Advokaturbüro in Bern 1985 - 1988 Gemeinderatin der Stadt Bern (Schuldirektorin) seit 1989 Berufsparlamentarierin (Nationalrat und Europarat) ## Politik 1975 Eintritt in die SP der Stadt Bern 1976 - 1984 Mitglied des Bemer Stadtrates (Legislative) 1985 - 1988 Mitglied des Bemer Gemeinderates (Exekutive) seit 1987 Nationalrätin seit 1990 Mitglied der Schweizerischen Parlamentarierdelegation beim Europarat 1994 Präsidentin des Nationalrates spezifische Angaben betr. Stellenantritt 1.12.94: Dissertation zum Thema "die UNO - Menschenrechtspakte und die rechtliche Stellung der Frau in der Schweiz", 1973 bei Prof. Werner Kägi, Zürich 1.1.1975 bis 31.12 .1977 Beamtin im Bundesamt für Justiz, Dienst "Europarat" - Vorbereitung der schriftlichen und mündlichen Stellungnahmen der Schweizer Regierung in Beschwerdefällen vor der Kommission für Menschenrecht (Agent Prof. Voyame, Direktor BJ) - Umsetzung der EMRK in die schweizerische Rechtsordnung - Vertretung des EJPD im "Comité directeur des Droits de l'Homme" des Europarates (Vertretung des EDA durch Herrn Botschafter Krafft) - gelegentliche Vertretung des EJPD im "Comité pour la Coopération juridique" des Europarates Seit Mai 1990 Mitglied der parlamentarischen Delegation im Europarat - Hauptaktivität in der "Commission juridique et des Droits de l'Homme" - seit 1991 Präsidentin der "Sous-Commission des Droits de l'Homme" - 1990 bis 1992 Mitglied der Reglementskommission - seit 1992 Mitglied der Politischen Kommission Diverse Berichterstattungen im Namen der juristischen Kommission zuhanden des Plenums, vor allem in den Bereichen - internationales Kriegsverbrechertribunal (relativ erfolgreich) - Schutzmechanismus im Bereich Menschenrechte für Nichtmitgliedstaaten des Europarates (leider weniger erfolgreich) # 3003 Bern, 1. November 1994 An den Bundesrat ## Nomination du Secrétaire général du DFAE et de chefs de mission ## MITBERICHT zum Antrag des EDA vom 28.10.1994. Wir sind mit den Anträgen gemäss Ziffern 2 sowie 3 - 9 des Beschlussesdispositivs einverstanden. Den Anträgen gemäss Ziffer 1 und Ziffer 3 des Beschlussesdispositivs stimmen wir unter folgenden Vorbehalten zu: 1. Der Bundesrat hat der Aufhebung der Direktion für Verwaltungsangelegenheiten und Aussendienst bzw. der Zusammenlegung dieser Direktion mit dem Generalsekretariat nachträglich zuzustimmen. 2. Die Zustimmung der Finanzdelegation der eidg. Räte zu den Höherbewertungen der Funktionen des Generalsekretärs/der Generalsekretärin EDA mit der Ueberklasse Stufe III (bisher IV) und des Missionschefs/der Missionschefin in Moskau mit der Ueberklasse Stufe IV (bisher V) ist einzuholen. EIDG. FINANZDEPARTEMENT Stich
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GovDecisions
43,813
Le Ministre de Suisse à Vienne, Ch. D. Bourcart, à Monsignore Théodore Comte Valfrè di Bonzo
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Réponse du gouvernement français au sujet du ravitaillement de l’Autriche en blés argentins.
French
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1918-12-27
1918-12-27
7
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Österreich (Allgemein)
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Wien
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Argentinien|Europa
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Entente
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Bourcart Charles Daniel|Weiskirchner Richard
Valfrè di Bonzo Théodore, Comte
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Austria (Generale)
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Vienna
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Argentina|Europa
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Entente
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Bourcart Charles Daniel|Weiskirchner Richard
Valfrè di Bonzo Théodore, Comte
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Autriche (Général)
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Vienne
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Argentine|Europe
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Entente
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null
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Bourcart Charles Daniel|Weiskirchner Richard
Valfrè di Bonzo Théodore, Comte
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Austria (General)
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Vienna
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Argentina|Europe
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Entente
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null
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Bourcart Charles Daniel|Weiskirchner Richard
Valfrè di Bonzo Théodore, Comte
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40,000
https://dodis.ch/43813
Note
French, Valfrè di Bonzo Théodore, Comte, Note
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"> <a href="https://dodis.ch/43813" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/43813</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">Le Ministre de Suisse à <a href="https://dodis.ch/G238" class="tei-placeName" target="">Vienne</a>, Ch.<a href="https://dodis.ch/P19421" class="tei-persName" target="">D. Bourcart</a>, à Monsignore Théodore Comte <a href="https://dodis.ch/P38030" class="tei-persName" target="">Valfrè di Bonzo</a><span id="fnref_3_4_2_2_3_4_8" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_8">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Vienne, <span class="tei-date3 tei-date">27 décembre 1918</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Son Excellence Monsieur <a href="https://dodis.ch/P38587" class="tei-persName" target="">Weiskirchner</a>, bourgmestre de <a href="https://dodis.ch/G238" class="tei-placeName" target="">Vienne</a>, avait sollicité directement l'intervention de Monsieur le président de la Confédération Suisse en vue d’obtenir que les gouvernements alliés mettent à disposition les tonnages nécessaires pour le ravitaillement de <a href="https://dodis.ch/G238" class="tei-placeName" target="">Vienne</a> en particulier pour le transport des blés argentins. Le Département politique Suisse, qui s’était empressé de transmettre cette requête aux Gouvernements de l’Entente, a reçu la réponse suivante de la part du gouvernement français:</p> <p class="tei-p tei-p">«Gouvernement français répond que demande formulée ne parut pas recevable au Ministère français Blocus, les Alliés ayant décidé que ravitaillement <a href="https://dodis.ch/G12" class="tei-placeName" target="">Europe</a> serait réglé par commission interalliée Londres et ne pouvant admettre que gouvernement autrichien achète directement blé en <a href="https://dodis.ch/G193" class="tei-placeName" target="">Argentine</a>. Note française ajoute que si <a href="https://dodis.ch/G238" class="tei-placeName" target="">Vienne</a> possède stocks en <a href="https://dodis.ch/G193" class="tei-placeName" target="">Argentine</a> ceux-ci suivront sort stocks ennemis à l’étranger, ils devront être mis disposition Alliés pour rentrer dans communauté générale.»</p> <p class="tei-p tei-p">Le Ministre de Suisse a l’honneur de porter la communication qui précède à la connaissance de Son Excellence Monsignore Théodore Comte <a href="https://dodis.ch/P38030" class="tei-persName" target="">Valfrè di Bonzo</a>, et saisit cette occassion pour renouveler les assurances de sa très haute considération.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_8"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content">Note (Copie): <span class="tei-idno tei-idno">E 2200 Wien 9/1</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_8">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
43000-43999/dodis-43813.pdf
Vienne, le 27 décembre 1918 A Son Excellence Eonsignore Théodore Comte Valfrè di Bonzo. Son Excellence Monsieur Weiskirchner, bourgmestre de Vienne, avait sollicité directement l'intervention de Monsieur le président de la confideration Suisse en vue d'obtenir que les gouvernements alliés mettent à disposition les tonnages nécessaires pour le ravitailloment de Vienne en particulier pour le transport des blés argentins. Le Département politique Suisse, qui s'était empressé de transmettre cette requête aux Gouvernements de l'Entente, a regqula réponse suivante de la part du gouvernement français: " Gouvernement français répond que demande formulée ne parut pas recevable au ministère français bloous les alliés ayant dócide que ravitailloment europe serait reglé par commission interallie Londres et ne pouvant admettre que gouvernement autrichien achète directement ble en argentine stop Note française ajoute que si Vienne possede stocks en argentine ceux ci suivront sort stocks enneris a l'étranger . ils devront être mis disposition alliés pour rentrer dans comnunaute generale." Le Ministre de Suisse a l'honneur de porter la communication qui précède à la connaissance, de Son Excellence Eonsignore Théodore Comte Varrè di Bonzo, et saisit cette occasion pour renouveler les assurances de sa très haute considération. Le Ministre de Suisse:
null
null
null
null
null
null
StateCorrespondence
33,252
Visite de M. le Directeur Jolles à Bruxelles (8-10.11.1967)
28
Résumé des entretiens de P. R. Jolles à Bruxelles à l'occasion de sa visite de courtoisie au cours desquels il a confirmé la position suisse à l'égard de l'intégration européenne.
French
null
1967-11-16
1967-11-16
24
public/xml/33000/dodis-33252.xml
Europäische Organisationen
Europäische Union (EWG–EG–EU)
Brüssel
null
Belgien|Benelux|Brüssel|Dänemark|Den Haag|Deutschland|Entwicklungsländer|Frankreich|Genf|Italien|Luxemburg|Mauretanien|Niederlande|Ruhr|Saarland|Spanien|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich
Mission der Schweiz bei der Europäischen Union
Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen|EU/Europäische Kommission|EU/Ministerrat|Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl|Europäische Union|Italien/Regierung|Journal de Genève|NATO|Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Mission der Schweiz bei der Europäischen Union
null
null
Wurth Paul Henri
Bodson Victor|Boegner Jean-Marc|Calmes Christian|Colonna Guido|Deniau Jean-François|Gaudet Michel|Hellwig Fritz|Herbst Axel|Iselin Jürg|Jolles Paul Rudolf|Languetin Pierre|Mansholt Sicco Leendert|Martino Edoardo|Mozer Alfred|Rabot Louis George|Rey Jean|Rifflet Raymond|Sachs Hans Georg|Sassen Emanuel|Schaffner Hans|Spierenburg Dirk Pieter|Vettor Giorgio Bombassei Frascani de|Weitnauer Albert|Wellenstein Edmund
Wurth Paul Henri
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Organisazioni europee
Unione europea (CEE–CE–UE)
Bruxelles
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Belgio|Benelux|Bruxelles|Danimarca|Francia|Germania|Ginevra|Italia|L'Aja|Lussemburgo|Mauritania|Paesi Bassi|Paesi in via di sviluppo|Regno Unito|Ruhr|Saargebiet|Spagna|Stati Uniti d'America (USA)
Missione della Svizzera presso l’Unione europea
Accordo generale sui dazi doganali ed il commercio|Associazione europea di libero scambio|Comunità europea del Carbone e dell'Acciaio|Italia/Governo|Journal de Genève|NATO|Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico|UE/Commissione europea|UE/Consiglio dei ministri|Unione europea
Missione della Svizzera presso l’Unione europea
null
null
Wurth Paul Henri
Bodson Victor|Boegner Jean-Marc|Calmes Christian|Colonna Guido|Deniau Jean-François|Gaudet Michel|Hellwig Fritz|Herbst Axel|Iselin Jürg|Jolles Paul Rudolf|Languetin Pierre|Mansholt Sicco Leendert|Martino Edoardo|Mozer Alfred|Rabot Louis George|Rey Jean|Rifflet Raymond|Sachs Hans Georg|Sassen Emanuel|Schaffner Hans|Spierenburg Dirk Pieter|Vettor Giorgio Bombassei Frascani de|Weitnauer Albert|Wellenstein Edmund
Wurth Paul Henri
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Organisations européennes
Union européenne (CEE–CE–UE)
Bruxelles
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Allemagne|Belgique|Benelux|Bruxelles|Danemark|Espagne|États-Unis d'Amérique (USA)|France|Genève|Italie|La Haye|La Sarre|Luxembourg|Mauritanie|Pays en voie de développement|Pays-Bas|Royaume-Uni|Ruhr
Mission de la Suisse auprès de l’Union européenne
Accord général sur les tarifs douaniers et le commerce|Association européenne de libre-échange|Communauté européenne du charbon et de l'acier|Italie/Gouvernement|Journal de Genève|Organisation de coopération et de développement économiques|OTAN|UE/Commission européenne|UE/Conseil des ministres|Union Européenne
Mission de la Suisse auprès de l’Union européenne
null
null
Wurth Paul Henri
Bodson Victor|Boegner Jean-Marc|Calmes Christian|Colonna Guido|Deniau Jean-François|Gaudet Michel|Hellwig Fritz|Herbst Axel|Iselin Jürg|Jolles Paul Rudolf|Languetin Pierre|Mansholt Sicco Leendert|Martino Edoardo|Mozer Alfred|Rabot Louis George|Rey Jean|Rifflet Raymond|Sachs Hans Georg|Sassen Emanuel|Schaffner Hans|Spierenburg Dirk Pieter|Vettor Giorgio Bombassei Frascani de|Weitnauer Albert|Wellenstein Edmund
Wurth Paul Henri
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Europe's Organisations
European Union (EEC–EC–EU)
Brussels
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Belgium|Benelux|Brussels|Denmark|Developing countries|France|Geneva|Germany|Italy|Luxembourg|Mauritania|Netherlands (the)|Ruhr|Saargebiet|Spain|The Hague|United Kingdom|United States of America (USA)
Mission of Switzerland to the European Union
EU/Council of Ministers|EU/European Commission|European Coal and Steel Community|European Free Trade Association|European Union|General Agreement on Tariffs and Trade|Italy/Government|Journal de Genève|NATO|Organisation for Economic Co-operation and Development
Mission of Switzerland to the European Union
null
null
Wurth Paul Henri
Bodson Victor|Boegner Jean-Marc|Calmes Christian|Colonna Guido|Deniau Jean-François|Gaudet Michel|Hellwig Fritz|Herbst Axel|Iselin Jürg|Jolles Paul Rudolf|Languetin Pierre|Mansholt Sicco Leendert|Martino Edoardo|Mozer Alfred|Rabot Louis George|Rey Jean|Rifflet Raymond|Sachs Hans Georg|Sassen Emanuel|Schaffner Hans|Spierenburg Dirk Pieter|Vettor Giorgio Bombassei Frascani de|Weitnauer Albert|Wellenstein Edmund
Wurth Paul Henri
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30,000
https://dodis.ch/33252
Aktennotiz / Notiz
French, Wurth Paul Henri, Aktennotiz / Notiz
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"> <a href="https://dodis.ch/33252" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/33252</a> <div class="tei-title5 tei-title-main"> Notice du Chef de la Mission suisse auprès des <a href="https://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName" target="">Communautés européennes</a> à <a href="https://dodis.ch/G137" class="tei-placeName" target="">Bruxelles</a>, <a href="https://dodis.ch/P1522" class="tei-persName" target="">P. H. Wurth</a><span id="fnref_3_4_2_2_3_4_10" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_10">1</a></span></div> <h1 class="tei-title4 tei-title-sub">Visite de M. le Directeur <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">Jolles</a> à <a href="https://dodis.ch/G137" class="tei-placeName" target="">Bruxelles</a><span id="fnref_3_4_2_2_3_6_6" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_6_6">2</a></span> (8–10 novembre 1967)</h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <span class="tei-add2 tei-add-opener">Confidentiel</span> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Bruxelles, <span class="tei-date3 tei-date">16 novembre 1967</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">I. Impressions générales </span> </p> <p class="tei-p tei-p">1. Les entretiens se sont déroulés dans un excellent climat et dans un esprit constructif. La manière dont les entretiens ont été organisés, les deux déjeuners offerts respectivement par le Président de la Commission<span id="fnref_3_4_2_2_9_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_2">3</a></span> et par <a href="https://dodis.ch/P45323" class="tei-persName" target="">M. Martino</a>, chargé des relations extérieures, ont montré que la Commission s’est donnée une peine particulière pour recevoir <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> et pour lui permettre de faire un tour d’horizon très complet des problèmes qui nous intéressent. En outre, <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> a pu s’entretenir avec le Secrétaire général des Conseils (<a href="https://dodis.ch/P44811" class="tei-persName" target="">M. Calmes</a>) ainsi qu’avec les six Représentants permanents.</p> <p class="tei-p tei-p">2. L’objectif de la visite n’était pas d’ouvrir, ni même de préparer sous une forme quelconque des négociations avec la Communauté<span id="fnref_3_4_2_2_11_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_11_2">4</a></span>. Il s’agissait d’une visite de courtoisie, de bon voisinage. Les rapports établis pendant les négociations Kennedy entre la Suisse et la Commission constituaient une excellente base à cet égard. D’autre part, <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> occupe sa nouvelle position<span id="fnref_3_4_2_2_11_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_11_6">5</a></span> depuis un peu plus d’un an, tandis qu’une nouvelle Commission unique, dirigée par un nouveau Président<span id="fnref_3_4_2_2_11_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_11_8">6</a></span>, siège à <a href="https://dodis.ch/G137" class="tei-placeName" target="">Bruxelles</a> depuis l’été 1967. Un contact direct était non seulement souhaitable, mais nécessaire, cela d’autant plus que du côté suisse une grande discrétion avait été marquée quant aux contacts directs avec la Commission sauf ceux, très bénéfiques, qui eurent lieu à l’occasion du Kennedy Round. Par la façon dont <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> a été accueilli et la manière ouverte et compréhensive dont les membres de la Commission ont exprimé leurs vues quant à notre position et nos préoccupations, on a manifestement voulu souligner ici qu’on était sensible au geste<span id="fnref_3_4_2_2_11_14" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_11_14">7</a></span> des Autorités fédérales à l’égard de la Communauté.</p> <p class="tei-p tei-p">3. Lors de tous les entretiens, <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> a pu s’entendre confirmer que la position suisse était connue, et que notre attitude était considérée comme sage et raisonnable. Il n’a eu nul besoin de l’expliquer, ni quant au principe, ni quant à la procédure. En ce qui concerne la solution à long terme, il est frappant de constater combien souvent nos interlocuteurs ont employé le mot «flexibilité»... Sans attacher du tout à ce propos une importance décisive quant à la participation de la Suisse à un éventuel marché commun européen, il vaut la peine de noter tout de même que cette approche du problème contraste avec certaines doctrines émises à une époque plus dogmatique et qui ont encore cours d’ailleurs à certains niveaux moins élevés de la hiérarchie communautaire ainsi que dans certains milieux des Européens fédéralistes en général.</p> <p class="tei-p tei-p">4. Il est évident, à la suite de ces entretiens, que la préoccupation majeure aussi bien du côté de la Commission que du côté des <span class="tei-emph tei-emph">R<span class="tei-add1 tei-add-edition">[eprésentants]</span>P<span class="tei-add1 tei-add-edition">[ermanents </span></span>est le problème de la candidature britannique<span id="fnref_3_4_2_2_15_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_15_4">8</a></span>. Je crois que l’on peut également inférer de nos conversations que tous – à l’exception des interlocuteurs français – veulent l’ouverture de négociations avec le <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">Royaume-Uni</a> débouchant sur une adhésion à la Communauté. Il y a naturellement des nuances plus ou moins prononcées dans l’expression des opinions. On constate aussi une acceptation du fait que la candidature britannique soulève des problèmes réels. Tous, sans exception, sont désireux d’éviter une crise sérieuse dans la Communauté à ce sujet. Aucun pronostic n’a été fait quant à l’avenir, mais le sentiment semble bien être qu’après une certaine période d’examen à Six, il faudra en arriver à une décision sur l’ouverture des négociations avec le <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">Royaume-Uni</a> ou non. Certains interlocuteurs, même très favorables à l’adhésion britannique, ne paraissaient pas écarter, <span class="tei-emph tei-emph">à titre personnel, </span>certaines solutions transitoires de compromis.</p> <p class="tei-p tei-p">5. L’avis général était qu’en tout état de cause, la solution d’ensemble du problème européen prendrait du temps, beaucoup de temps. <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> a relevé à cet égard qu’en attendant, des problèmes subsistaient ou se présenteraient entre la Suisse et la Communauté.</p> <p class="tei-p tei-p">a) Malgré la réussite du Kennedy Round, il restait des problèmes non réglés dans le domaine agricole, comme dans le domaine industriel (textiles)<span id="fnref_3_4_2_2_19_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_19_2">9</a></span>.</p> <p class="tei-p tei-p">b) L’entrée en vigueur de la politique agricole commune<span id="fnref_3_4_2_2_21_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_21_2">10</a></span> et de l’union douanière, en 1968, créerait de nouveaux problèmes. Ainsi, toute la question des restitutions en agriculture.</p> <p class="tei-p tei-p">Par ailleurs, les questions très «quotidiennes» que nous traitons régulière ment avec nos voisins dans le cadre de commissions mixtes bilatérales<span id="fnref_3_4_2_2_23_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_23_2">11</a></span> devien dront, en partie tout au moins, des affaires communautaires. Il était impossible d’imaginer qu’une période de carence s’instaure alors dans nos relations avec nos voisins et <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> en a donné les raisons par plusieurs exemples pratiques. La solution appartient à la fois à la Communauté en tant que telle et aux Etats membres. La Suisse serait prête à étudier les suggestions qui pourraient nous être faites et qui ne devraient pas tarder, vu les délais qui se rapprochent.</p> <p class="tei-p tei-p">c) Il existe de nombreux domaines – non tarifaires – où la Suisse est non seulement intéressée, mais prête à apporter une contribution. Mention a été faite notamment des assurances, des brevets, des transports, de la politique industrielle, de la recherche, du droit des sociétés, etc. Un ou deux Commissaires ont manifesté leur intérêt à prendre directement contact avec les milieux officiels et privés en Suisse. <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> les y a encouragés.</p> <p class="tei-p tei-p">Nos interlocuteurs ont pris note des observations de <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> et de nos préoccupations. Aucune promesse n’a été faite du côté de la Communauté. Elle n’était d’ailleurs pas demandée. Mais cette prise de conscience était utile: les problèmes sont sur la table. Il sera, de ce fait, plus facile, en temps opportun, soit de les soumettre à la Commission, soit de poursuivre les démarches déjà entreprises.</p> <p class="tei-p tei-p">6. Avec certains interlocuteurs, des échanges de vues ont eu lieu sur des problèmes d’intérêt mutuel. <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> a pu, par exemple, échanger des idées avec ses interlocuteurs sur le problème des pays sous-développés. Par ailleurs, nous avons pu constater une concordance de vues sur les dangers de la vague protectionniste aux <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">USA</a> et sur la nécessité d’une solidarité européenne à cet égard.</p> <p class="tei-p tei-p">7. Plusieurs interlocuteurs ont rendu attentif au fait qu’il n’était pas possible d’établir une comparaison entre la situation de négociation de la Commission – et partant de la Communauté dans le Kennedy Round – et la situation en dehors du Kennedy Round. En d’autres termes, il ne fallait pas se faire d’illusions sur la possibilité de conduire des négociations en matière de politique tarifaire et commerciale dans le prolongement et sur la lancée, si je puis dire, du <span class="tei-emph tei-emph">K<span class="tei-add1 tei-add-edition">[ennedy]</span>R<span class="tei-add1 tei-add-edition">[ound]</span>. </span>Pour les négociations de <a href="https://dodis.ch/G28" class="tei-placeName" target="">Genève</a>, il y avait un accord politique au sein du Conseil et un mandat donné à la Commission, mais ces décisions ne portaient que sur ces seules négociations.</p> <p class="tei-p tei-p">8. Il est frappant de constater que plusieurs interlocuteurs – dont le Président <a href="https://dodis.ch/P14120" class="tei-persName" target="">Rey</a> – ont marqué leur intérêt dans le développement de l’<a href="https://dodis.ch/R10096" class="tei-orgName" target="">AELE</a><span id="fnref_3_4_2_2_33_5" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_33_5">12</a></span> et le fait qu’il s’agissait d’une construction valable et utile. Quelques-uns d’entre eux ont même laissé entendre qu’ils estimaient nécessaire que les résultats de l’<a href="https://dodis.ch/R10096" class="tei-orgName" target="">AELE</a> ne soient pas mis en cause à l’avenir, lors de l’élargissement éventuel du <a href="https://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName" target="">Marché commun</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">9. En résumé, je considère le bilan de la visite comme très positif. Sur le plan pratique, la Communauté a pu entendre directement de la bouche du plus haut fonctionnaire suisse responsable, l’inventaire de nos préoccupations et de nos problèmes dans nos relations avec la Communauté. Mais c’est avant tout sur le plan psychologique et des «human relations» que j’estime cette visite un succès. La manière dont <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">M. Jolles</a> a présenté les divers aspects de ces problèmes, manière à la fois ferme et précise dans le fond, mais souple dans la forme, a été appréciée par nos interlocuteurs. Je l’ai senti très nettement lors des entretiens et les quelques premiers échos que j’ai de sa visite me le confirment.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph"> <span class="tei-add1 tei-add-edition">[...] </span> </span><span id="fnref_3_4_2_2_37_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_37_2">13</a></span></p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_10"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content">Notice: <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E7113-02#1988/128#98* (61).</span></span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_10">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_6_6"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Cf. aussi le <span class="tei-orig tei-orig">Bericht über den Besuch bei der Kommission der Europäischen Gemeinschaften in <a href="https://dodis.ch/G137" class="tei-placeName" target="">Brüssel</a> 8.–10. November 1967</span> de <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">P. R. Jolles</a>, <a href="https://dodis.ch/33838" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33838</a> et la lettre de <a href="https://dodis.ch/P1522" class="tei-persName" target="">P. H. Wurth</a> du 16 novembre 1967, <a href="https://dodis.ch/33839" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33839</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_6_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_2"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content"><a href="https://dodis.ch/P14120" class="tei-persName" target="">J. Rey</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_11_2"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Sur les diverses options de la Suisse, cf. DDS, vol. 24, doc. 145, <a href="https://dodis.ch/33236" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33236</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_11_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_11_6"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Comme Directeur de la Division du commerce du Département de l’économie publique.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_11_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_11_8"> <dt class="fn-number">6</dt> <dd class="fn-content"><a href="https://dodis.ch/P14120" class="tei-persName" target="">J. Rey</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_11_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_11_14"> <dt class="fn-number">7</dt> <dd class="fn-content">Cf. DDS, vol. 24, doc. 33, <a href="https://dodis.ch/33238" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33238</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_11_14">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_15_4"> <dt class="fn-number">8</dt> <dd class="fn-content">Cf. DDS, vol. 24, doc. 33, <a href="https://dodis.ch/33238" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33238</a>, note 3.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_15_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_19_2"> <dt class="fn-number">9</dt> <dd class="fn-content">Sur le Kennedy-Round, cf. DDS, vol. 24, doc. 15, <a href="https://dodis.ch/33250" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33250</a> et sur les problèmes en suspens, cf. DDS, vol. 24, doc. 93, <a href="https://dodis.ch/33021" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33021</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_19_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_21_2"> <dt class="fn-number">10</dt> <dd class="fn-content">Cf. DDS, vol. 24, doc. 27, <a href="https://dodis.ch/33941" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33941</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_21_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_23_2"> <dt class="fn-number">11</dt> <dd class="fn-content">Cf. le PVCF N<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 601 du 7 avril 1967, <a href="https://dodis.ch/33486" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33486</a> et la lettre de W. Sigg à <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">P. R. Jolles</a> du 28 novembre 1969, <a href="https://dodis.ch/33489" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33489</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_23_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_33_5"> <dt class="fn-number">12</dt> <dd class="fn-content">Cf. DDS, vol. 24, doc. 117, <a href="https://dodis.ch/33014" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33014</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_33_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_37_2"> <dt class="fn-number">13</dt> <dd class="fn-content">Pour la <span class="tei-orig tei-orig">Liste des entretiens avec des impressions sommaires du soussigné,</span> cf. <a href="https://dodis.ch/33252" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33252</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_37_2">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
33000-33999/dodis-33252.pdf
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Notes/Internal
59,088
No 1881. AELE – Conférence ministérielle, 8.11.1982, Genève, délégation, instructions
38
Nomination de la délégation et instructions pour la conférence ministérielle de l'AELE. Devançant de peu une conférence du GATT, elle permettra à ses membres de faire le point et de prendre connaissance des positions de chacun pour ces négociations. Également: Département de l'économie publique. Proposition du 21.10.1982 (annexe). Également: Département des affaires étrangères. Co-rapport du 2.11.1982 (adhésion). Également: Département des finances. Co-rapport du 29.10.1982 (adhésion).
French
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1982-11-03
1982-11-03
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Europäische Freihandelsassoziation (EFTA)
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Brüssel|Genf|Helsinki|Jugoslawien|Spanien|Wien
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Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen|Bundesrat|EFTA/Ministerrat|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|Eidgenössisches Finanzdepartement|EU/Ministerrat|Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Union|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|Integrationsbüro EDA–EVD|Mission der Schweiz bei der Europäischen Union|Ständige Mission der Schweiz bei WTO und EFTA (ECE/UNO, UNCTAD, ITC) in Genf
Bundesrat
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Couchepin François
Árnason Tómas|Blankart Franz|Boulgaris Jean-Marc|Girard Pierre-Louis|Honegger Fritz|Jagmetti Carlo|Jolles Paul Rudolf|Sommaruga Cornelio
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Associazione europea di libero scambio (AELS)
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Bruxelles|Ginevra|Helsinki|Jugoslavia|Spagna|Vienna
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Accordo generale sui dazi doganali ed il commercio|AELS/Consiglio dei ministri|Associazione europea di libero scambio|Consiglio federale|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|Dipartimento federale delle finanze|Missione della Svizzera presso l’Unione europea|Missione permanente della Svizzera presso l'OMC e l'AELS (CEE/ONU, CNUCES, CCI) a Ginevra|UE/Consiglio dei ministri|Ufficio dell'integrazione DFAE–DFEP|Unione europea
Consiglio federale
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Couchepin François
Árnason Tómas|Blankart Franz|Boulgaris Jean-Marc|Girard Pierre-Louis|Honegger Fritz|Jagmetti Carlo|Jolles Paul Rudolf|Sommaruga Cornelio
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Association européenne de libre-échange (AELE)
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Bruxelles|Espagne|Genève|Helsinki|Vienne|Yougoslavie
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Accord général sur les tarifs douaniers et le commerce|AELE/Conseil des ministres|Association européenne de libre-échange|Bureau de l'intégration DFAE–DFEP|Conseil fédéral|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral des affaires étrangères|Département fédéral des finances|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|Mission de la Suisse auprès de l’Union européenne|Mission permanente de la Suisse près l’OMC et l’AELE (CEE/ONU, CNUCED, CCI) à Genève|UE/Conseil des ministres|Union Européenne
Conseil fédéral
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Couchepin François
Árnason Tómas|Blankart Franz|Boulgaris Jean-Marc|Girard Pierre-Louis|Honegger Fritz|Jagmetti Carlo|Jolles Paul Rudolf|Sommaruga Cornelio
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European Free Trade Association (EFTA)
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Brussels|Geneva|Helsinki|Spain|Vienna|Yugoslavia
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EFTA/Ministerial Council|EU/Council of Ministers|European Free Trade Association|European Union|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|Federal Department of Finance|General Agreement on Tariffs and Trade|Integration Office FDFA-FDEA|Mission of Switzerland to the European Union|Permanent Mission of Switzerland to the WTO and EFTA (UNECE, UNCTAD, ICC) in Geneva|Swiss Federal Council
Swiss Federal Council
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Couchepin François
Árnason Tómas|Blankart Franz|Boulgaris Jean-Marc|Girard Pierre-Louis|Honegger Fritz|Jagmetti Carlo|Jolles Paul Rudolf|Sommaruga Cornelio
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55,000
https://dodis.ch/59088
Bundesratsprotokoll
French, Bundesratsprotokoll
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59000-59999/dodis-59088.pdf
AELE - Conférence ministérielle 8 novembre 1982, Genève, délégation, instructions Département de l'économie publique. Proposition du 21 octobre 1982 (annexe) Département des affaires étrangères. Co-rapport du 2 novembre 1982 (adhésion) Département des finances. Co-rapport du 29 octobre 1982 (adhésion) Conformément à la proposition, le Conseil fédéral décide: 1. Le rapport et les instructions qu'il contient pour la délégation suisse qui participera à la réunion des Conseils de l'AELE au niveau ministériel à Genève le 8 novembre 1982 sont approuvés. 2. La direction de ladite délégation est confiée au Chef du Département de l'économie publique qui se fera accompagner de: M. le Secrétaire d'Etat P.R. Jolles, Directeur de l'Office fédéral des affaires économiques extérieures M. l'Ambassadeur C. Sommaruga, Délégué du Conseil fédéral aux accords commerciaux M. le Ministre P.-L. Girard, Chef du Bureau de l'intégration DFAE/DFFP M. J.-M. Boulgaris, Chef adjoint du Bureau de l'intégration DFAE/DFFP M. l'Ambassadeur C. Jagmetti, Chef de la Mission suisse auprès des CE, Bruxelles M. l'Ambassadeur F. Blankart, Chef de la Délégation suisse près l'AELE et le GATT à Genève, sera également membre de la délégation, de même que ses collaborateurs chargés des affaires de l'AELE. La présence du Chef de la Mission auprès des CE est justifiée par le thème de l'ordre du jour relatif au dixième anniversaire des Accords de libre-échange et par les débats sur une éventuelle réunion à Dix-Sept. Extrait du procès-verbal: - EVD 14 (GS 5, BANI 2, BLW 5, IB 2) pour exécution - EDA 6 pour connaissance - EPD 9 (GS 7, EZV 2) pour connaissance - EFK 2 - FinDel 2 Pour extrait conforme: Le secrétaire, EIDGENÖSSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DE L'ÉCONOMIE PUBLIQUE DIPARTIMENTO FEDERALE DELL'ECONOMIA PUBBLICA Berne, le 21 octobre 1982 Distribué Le va pas à la presse Proposition au Conseil fédéral AELE - Conférence ministérielle 8 novembre 1982, Genève Les Conseils de l'AELE siégeront au niveau ministériel le 8 novembre 1982 à Genève sous la présidence du Ministre islandais du commerce, M. T. Arnason. Cette réunion qui se déroulera quinze jours avant l'ouverture de la Conférence ministérielle du GATT permettra aux pays de l'Association de faire le point de l'état d'avancement des travaux préparatoires au GATT et de procéder à un échange de vues approfondi sur les positions qu'ils prendront durant cette conférence. En outre, ils marqueront le dixième anniversaire des Accords de libre-échange avec les Communautés en approuvant une déclaration. Enfin, les Ministres passeront en revue les activités internes de l'Association. Préparation de la réunion ministérielle du GATT C'est sur ce point de l'ordre du jour que se concentrera l'attention des Ministres, qui se retrouveront tous quinze jours plus tard lors de la Conférence ministérielle du GATT. Aussi voudront-ils procéder à un ultime échange de vues sur les positions qu'ils entendent défendre lors des délibérations de l'ensemble des nations commerçantes, dont chacun s'accorde à reconnaître le caractère crucial. Les membres de l'Association doivent s'efforcer de contribuer au succès de cette réunion par tous les moyens dont ils disposent. Pays dont l'économie repose pour une large part sur l'exportation, ils sont au premier chef concernés par toute détérioration des conditions de fonctionnement du commerce international. La position suisse sur les différentes questicns débattues au GATT vous sera soumise pour approbation dans une proposition séparée. Lors de la Conférence de l'AELE, la délégation suisse fondera ses interventions sur cette base. Accords de libre-échange avec les Communautés célébration du dixième anniversaire Les Ministres se préoccuperont aussi des relations de libreéchange en Europe et ils voudront marquer le dixième anniversaire de la conclusion des Accords avec les CE par une déclaration parallèle à celle faite en juillet dernier par le Conseil des CE et qui montrera le rôle qu'ont joué et jouent ces Accords et l'importance que les pays de l'AELE y attachent. Ceux-ci saisiront cette occasion pour réaffirmer leur volonté de poursuivre les objectifs contenus dans la Déclaration de Vienne de 1977 sur le développement des échanges et de la coopération avec les CE. Cette action doit être menée dans un esprit dynamique et il conviendra d'explorer d'une manière pragmatique et sur le base de la réciprocité les voies et moyens de l'accroîtri. tant dans les domaines couverts par les Accords de libre-échange que dans ceux dits de la deuxième génération. La déclaration devrait se terminer par une réaffirmation des avantages du libre échange, tant pour ceux qui ont des relations de cette nature qui pour les tiers, et par l'expression de la volonté des pays de l'AELE de maintenir ce système et de combattre toute tentative qui viserait à en réduire l'ouverture. Durant le débat qui précédera l'adoption de cette déclaration, l délégation suisse fera part à ses partenaires de son jugement sur le développement de ses relations avec les Comnunautés durant un dix ans et brossera à grands traits leur avenir. Elle fera en outre une proposition concrète concernant une action commune que les pays de l'AELE pourraient lancer sans tarder : suggérer aux CE de prévoir que, dans les relations entre les Dix et les Sept. le subventionnement des crédits à l'exportation soit interdit comme il l'est déjà tant dans l'AELE que dans les Communautés. En outre, les Ministres discuteront dans ce contexte de la possibilité d'organiser une réunion à Dix-Sept avec les Etats membres des Communautés. Une telle éventualité avait déjà été examinée durant la réunion ministérielle d'Helsinki en juin dernier. Certains critères à respecter lors de l'organisation d'une telle rencontre avaient alors été déterminés et approuvés. La Suisse s'en tient à cette décision et considère donc qu'une séance à Dix-Sept devrait être une réunion jointe, ayant de la substance et non purement formelle. # Activités de l'Association Le Secrétaire général présentera un rapport sur les activités de l'Association depuis la réunion ministérielle d'Helsinki en juin 1982. ## Règles d'origine Le Conseil des CE a décidé en juillet dernier d'accepter une partie de la proposition de compromis préparée par la Commission en réponse à la demande des pays de l'AELE de simplifier et d'améliorer le système de règles d'origine des Accords de libreéchange, qui est identique à celui de l'AELE. Cette décision, qui porte sur les machines des chapitres 84 à 92 de la Nomenclature de Bruxelles, ne reprend qu'une faible partie de la proposition initiale de l'AELE présentée en 1975 déjà et est donc insatisfaisante. Elle se limite en effet à introduire le critère du pourcentage alternatif pour ces produits. Mais, dans l'état actuel des rapports au sein des CE, il ne semble pas qu'il soit possible d'aller plus avant dans ce domaine. Aussi peut-on s'attendre à ce que les Ministres s'expriment sur ce point. La Suisse fera connaître sa déception mais recommandera à ses partenaires de ne pas rejeter l'offre des CE qui contient quand même une amélioration substantielle pour notre industrie des machines. Relations avec la Yougoslavie Le Comitê mixte AELE-Yougoslavie tiendra sa 5 e réunion à fin octobre. En marge de celle-ci, les hauts fonctionnaires dirigeant les délégations participant à cette réunion procéderont à un échange de vues approfondi sur la manière de poursuivre et d'intensifier la coopération économique et commerciale entre les parties. La délégation yougoslave avait présenté l'an dernier une proposition à ce sujet, celle d'un accord cadre, qui soulève de sérieuses objections car il ne semble pas compatible avec les dispositions du GATT. Toutefois, les vues des pays de l'AELE sur la suite à donner à cette proposition ne sont pas unanimes. Aussi ne saurait-on exclure que, suivant les résultats de cette discussion informelle, l'un ou l'autre des Ministres ne veuille soulever cette question durant la réunion ministé rielle. La ligne que la délégation suisse adoptera dans un tel débat sera claire. Tout en reconnaissant l'importance politique de poursuivre et d'intensifier lorsque c'est possible les relations commerciales et économiques avec la Yougoslavie, il ne saurait être question d'emprunter pour arriver à ce but des voies qui ne seraient pas compatibles avec le GATT. Mais cette exigent n'interdit pas pour autant que des efforts soient faits pour atteindre l'objectif fixé. Et la délégation suisse pourrait présenter, si la situation le demande, des propositions concrètes concernant des mesures permettant l'intensification des relations avec la Yougoslavie (revalorisation du rôle du Comitê mixte, meilleure information sur les perspectives des différents marchés, ouverture d'un dialogue sur des thèmes d'intérêt commi comme les transports, renforcement des contacts des milieux économiques des pays de l'AELE et de la Yougoslavie notamment). # Espagne L'Accord entre les pays de l'AELE et l'Espagne prévoit un exane en profondeur de son fonctionnement en 1982 en vue d'accomplir des progrès substantiels dans la poursuite de l'élimination des obstacles aux échanges. En outre, les parties sont tenues de présenter tous les deux ans un rapport au GATT sur l'applicatio de l'Accord, et un tel document devrait être préparé ces prociat mois. L'état d'avancement des négociations d'adhésion de l'Espagne aux CE, qui détermine la position espagnole à l'égard des pays de l'AELE, est malheureusement moins poussé qu'on ne l'escomptait lors de la conclusion de l'Accord; aussi paraît-il peu probable de pouvoir franchir prochainement un nouveau pas substantiel sur le chemin de la libéralisation des échanges avec l'Espagne. Dans ces circonstances et compte tenu des prochaines échéances électorales outre-Pyrénées, certains milieux, tant dans l'AELE qu'en Espagne, commencent à estimer qu'il serait opportun de renvoyer à l'an prochain la réunion du Comité mixte AELE-Espagne prévue pour le début de décembre. Si un tel mouvement devait prendre de l'ampleur, la délégation suisse soulèverait cette affaire au niveau ministériel et insisterait pour que les pays de l'AELE et l'Espagne respectent à la fois les dispositions de l'Accord et les engagements contractés au GATT et entament sans tarder l'examen prévu. Vu ce qui précède, le Département de l'économie publique a l'honneur de $$ p r o p o s e r: $$ 1. D'approuver le rapport qui vous est soumis et les instructions qu'il contient pour la délégation suisse qui participera à la réunion des Conseils de l'AELE au niveau ministériel à Genève le 8 novembre 1982. 2. De confier la direction de ladite délégation au Chef du Département de l'économie publique qui se fera accompagner de : M. le Secrétaire d'Etat P.R. Jolles, Directeur de l'Office fédéral des affaires économiques extérieures M. l'Ambassadeur C. Sommaruga, Délégué du Conseil fédéral aux accords commerciaux M. le Ministre P.-L. Girard, Chef du Burau de l'intégration DFAE/DFEP M. J.-M. Boulgaris, Chef adjoint du Bureau de 1'intégration DFAE/DFEP M. l'Ambassadeur C. Jagmetti, Chef de la Mission suisse auprès des CE, Bruxelles M. l'Ambassadeur F. Blankart, Chef de la Délégation suisse près l'AELE et le GATT à Genève, sera également membre de la délégation, de même que ses collaborateurs chargés des affaires de l'AELE. La présence du Chef de la Mission auprès des CE est justif par le thème de l'ordre du jour relatif au dixième anniver saire des Accords de libre-échange et par les débats sur une éventuelle réunion à Dix-Sept. DEPARTEMENT FEDERAL DE L'ECONOMIE PUBLIC Pour co-rapport : - DFAE - DFF (Administration des finances, Direction générale des douanes) Extrait du procès-verbal : - DFAE - DFF (Administration des finances, Direction générale des douanes) - DFEP (Secrétariat général, Office fédéral des affaires économiques extérieures, Office fédéral de l'agricula Bureau de l'intégration)
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GovDecisions
35,858
Notiz für Herrn Botschafter Marcuard
28
Chiles Interesse an intensivierten Beziehungen zur Schweiz sollte bei der Verteilung der Entwicklungshilfe berücksichtigt werden. Damit könnte Chile zu einer fairen Entschädigungspolitik bei den zu erwartenden Nationalisierungen veranlasst werden.
German
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1972-06-12
1972-06-12
25
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Chile (Allgemein)
Chile (Politik)|Nationalisierungen von Schweizer Vermögenswerten
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Chile|Santiago de Chile|Schweden
EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit
Chile/Parlament|Chile/Regierung
EPD/Politische Direktion/Politischer Dienst West
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Marcuard Sigismond
Gelzer Michael
Allende Salvador
Hohl Alfred
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Cile (Generale)
Cile (Politica)|Nazionalizzazione di beni svizzeri
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Cile|Santiago del Cile|Svezia
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Marcuard Sigismond
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Allende Salvador
Hohl Alfred
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Chili (Général)
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Chile (General)
Chile (Politics)|Nationalization of Swiss assets
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FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation
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Marcuard Sigismond
Gelzer Michael
Allende Salvador
Hohl Alfred
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35,000
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Aktennotiz / Notiz
Hohl Alfred, German, Aktennotiz / Notiz
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35000-35999/dodis-35858.pdf
# Notiz für Herrn Botschafter Marcuard 1. Im beiliegenden politischen Bericht aus Santiago uber eine von Präsident Allende vor dem chilenischen Kongress verlesene Regierungserklärung befindet sich folgender Passus uber die Beziehungen zur Schweiz: "Le traditionnel esprit démocratique et le sentiment social de la Suisse, ainsi que le haut degré de sa technologie nous permet d'observer que ce pays, petit par ses dimensions et peu peuplé, est en mesure d'apporter beaucoup d'enseignements aux pays en développement. Aussi notre gouvernement a-t-il un intérêt spécial à développer, chaque jour davantage, les traditionnelles relations d'amitié chileno-suisse. Par échange de notes ( 13 décembre 1971), l'accord complémentaire sur le perfectionnement professionnel hôtelier et de recherches touristiques a été modifié." 2. Das spezifische Interesse Allende's an intensivierten Beziehungen mit unserem Lande verdient Beachtung. Es sollte u.E. bei der Fixierung der Schwerpunkte unseres Entwicklungshilfeprogramms Berücksichtigung finden. Wenn wir auch keinen Anlass haben, die Schweden in ihrer grundsätzlichen Linksorientierung der Auslandhilfe zu imitieren, so scheint doch eine möglichst weitgehende Berücksichtigung Chile's bei unserer Entwicklungshilfeplanung auf Grund folgender Ueberlegungen erwägenswert: - Chile versucht bis jetzt einen eigenen - demokratischen - Weg zum Sozialismus zu gehen: ohne Gewalt anzuwenden, ohne auf die Hilfe mächtiger Geldgeberstaaten abzustellen. Präsident Allende wird dabei einerseits von der rechtskonservativen parlamentarischen Opposition, anderseits von den starken und eigenmächtigen Linksrevolutionären, welche die bestehende Ordnung unter Uebergehung der parlamentarischen Spielregeln gewaltsam ändern möchten, bedrängt. Das Experiment Allende's erinnert übrigens etwas an die burmesischen Bemühungen um die Errichtung einer von Grossmächten unabhängigen sozialistischen Gesellschaft. - Intensive schweizerisch-chilenische Beziehungen auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe könnten die Chilenen am ehesten veranlassen, bei der zum Teil schon erfolgten zum Teil erwarteten Nationalisierung namhafter schweizerischer Investitionen in ihrem Land eine faire Entschädigungspolitik zu betreiben. Anderseits sind wir uns bewusst, dass die durch Nationalisierungen hart getroffenen Schweizer (unsere Kolonie in Chile zählt zur Zeit etwa 1500 Landaleute, mehr als die Hälfte davon Doppelbürger) vorerst einmal negativ auf unser allenfalls wachsendes Engagement im Bereich der Entwicklungshilfe reagieren würden. Bis jetzt hat sich die chilenische Regierung nämlich in vielen Fällen nicht an ihre verbalen Zusicherungen einer völkerrechtskonformen Entschädigungspraxis gehalten. 5. Der uns zugestellte Vorschlag für die Phase II des Berufsschulungsprojekts in Santiago hat im Sinne der vorgängigen Bemerkungen unsere volle Zustimmung. Abteilung für Politische Angelegenheiten 1. Beilage. (Gelzer) ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) # - Übermittlungszettel Feuille de transmission Foglio di trasmissione an: à: a: | zur Kenntnis pour information per informazione | zur Erledigung pour règlement per il disbrigo | zur Genehmigung pour approbation per approvazione | | :--: | :--: | :--: | | zu Ihren Akten pour vos dossiers per il vostro incarto | zur Stellungnahme pour avis per il parere | Anzahl je Vorlage Quantité par modèle Quantità per modello | | auf Ihren Wunsch selon votre demande a vostra richiesta | bitte besprechen entretien s. v. p. conferire p. f. | Helios héliocopies eliocopie | | gemäss Besprechung suivant l'accord come inteso | zur Unterschrift/Visum pour la signature/visa per la firma/visto | Abzüge polycopies copie poligrafate | | bitte zurückgeben à nous renvoyer s. v. p. da ritornare p. f. | bitte Vorakten présenter les documents documentazione p. f. | Kopien copies copie | | mit Dank zurück en retour in ritorno | bitte anrufen téléphoner s. v. p. telefonare p. f. | | weiterleiten an: transmettre à: trasmettere a: Datum - Date - Data Absender - Expéditeur - Mittente HN Bemerkung - Remarque - Osservazione ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) Form. 111.904 - 23989
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Notes/Internal
31,770
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28
La Suisse ne refusera pas l'entrée sur son territoire à Kwame N'Krumah, dans le cas d'une éventuelle visite, contrairement à la demande qui lui avait été faite dans ce sens par le gouvernement du Ghana.
French
1966-01-01
1966-07-07
1966-07-07
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Ghana (Allgemein)
Einreise- und Visumfragen
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Akkra|Conakry|Dakar|Deutsche Demokratische Republik|Genf|Ghana|Guinea|New York|Paris|Rom|Taiwan
EDA/Direktion für internationale Organisationen|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung V/Finanz- und Wirtschaftsdienst|EJPD/Bundesamt für Polizeiwesen|EJPD/Bundesamt für Zuwanderung, Integration und Auswanderung|Mission der Schweiz bei der UNO in New York|Schweizerische Botschaft in Akkra|Schweizerische Botschaft in Conakry|Schweizerische Botschaft in Dakar|Ständige Mission der Schweiz bei der UNO und den anderen internationalen Organisationen in Genf
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Frankreich/Regierung|Ghana/Botschaft in Bern|Ghana/Regierung|Italien/Regierung|UNO|USA/Regierung
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion
null
Keller René
Probst Raymond
Akwei Richard Maximilian|Micheli Pierre|Nkrumah Kwame
Jaccaud Paul Etienne|Probst Raymond
null
Ghana (Generale)
Questioni del visto e di entrata
null
null
Accra|Conakry|Dakar|Ghana|Ginevra|Guinea|New York|Parigi|Repubblica democratica tedesca|Roma|Táiwān
Ambasciata Svizzera a Accra|Ambasciata svizzera a Conakry|Ambasciata svizzera a Dakar|DFAE/Direzione delle organizzazioni internazionali|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica V/Servizio economico e finanziario|DFGP/Ufficio federale dell'immigrazione, dell'integrazione e dell'emigrazione|DFGP/Ufficio federale di polizia|Missione permanente della Svizzera presso l’ONU a New York|Missione permanente della Svizzera presso l’ONU e le altre organizzazioni internazionali a Ginevra
Dipartimento federale degli affari esteri|Francia/Governo|Ghana/Ambasciata a Berna|Ghana/Governo|Italia/Governo|ONU|USA/Governo
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica
null
Keller René
Probst Raymond
Akwei Richard Maximilian|Micheli Pierre|Nkrumah Kwame
Jaccaud Paul Etienne|Probst Raymond
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Ghana (Général)
Questions d'entrée sur le territoire et de visa
null
null
Accra|Conakry|Dakar|Genève|Ghana|Guinée|New York|Paris|République démocratique allemande|Rome|Taïwan
Ambassade de Suisse à Accra|Ambassade de Suisse à Conakry|Ambassade de Suisse à Dakar|DFAE/Direction des organisations internationales|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique V/Service économique et financier|DFJP/Office fédéral de l'immigration, de l'intégration et de l'émigration|DFJP/Office fédéral de la police|Mission permanente de la Suisse auprès de l'ONU à New York|Mission permanente de la Suisse auprès de l'ONU et des autres organisations internationales à Genève
Département fédéral des affaires étrangères|France/Gouvernement|Ghana/Ambassade à Berne|Ghana/Gouvernement|Italie/Gouvernement|ONU|USA/Gouvernement
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique
null
Keller René
Probst Raymond
Akwei Richard Maximilian|Micheli Pierre|Nkrumah Kwame
Jaccaud Paul Etienne|Probst Raymond
null
Ghana (General)
Visa and Entry Issues
null
null
Accra|Conakry|Dakar|Geneva|German Democratic Republic|Ghana|Guinea|New York|Paris|Rome|Táiwān
FDFA/Directorate of International Organizations|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division V/Economic and Financial Service|FDJP/Federal Office of Immigration, Integration and Emigration|FDJP/Federal Office of Police|Permanent Mission of Switzerland to the UN and to the other international organisations in Geneva|Permanent Mission of Switzerland to the UN in New York|Swiss Embassy in Accra|Swiss Embassy in Conakry|Swiss Embassy in Dakar
Federal Department for Foreign Affairs|France/Government|Ghana/Embassy in Bern|Ghana/Government|Italy/Government|UNO|USA/Government
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs
null
Keller René
Probst Raymond
Akwei Richard Maximilian|Micheli Pierre|Nkrumah Kwame
Jaccaud Paul Etienne|Probst Raymond
null
30,000
https://dodis.ch/31770
Aktennotiz / Notiz
French, Jaccaud Paul Etienne|Probst Raymond, Aktennotiz / Notiz
null
31000-31999/dodis-31770.pdf
![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Note pour : - Division des organisations internationales - Bureau de l'observateur suisse auprès de 1'ONU, New York - Monsieur René Keller, Chef de la Mission permanente de la Suisse auprès des organisations internationales, Genève - Ambassade de Suisse, Accra - Ambassade de Suisse, Conakry - Ambassade de Suisse, Dakar - Service de police du Ministère public de la Confédération - Police fédérale des étrangers - Division de police du Département fédéral de justice et police - Service économique et financier Le 5 juillet, M. l'Ambassadeur Micheli, Secrétaire général du Département, a remis en présence du soussigné à M. Akwei, Ambassadeur du Ghana à Berne, le mémorandum ci-joint en réponse à l'agressif aide-mémoire, également en annexe, que ce dernier avait adressé le 28 juin au Chef du Département pour demander des précisions sur l'attitude que le gouvernement suisse observerait au cas où le Dr Kwame N'Krumah, ex-Président du Ghana, viendrait en Suisse. L'Ambassadeur Akwei insista pour que nous prenions l'engagement de ne pas laisser entrer N'Krumah en Suisse. Nous n'avons naturellement pas pu lui donner de telles assurances. M. Micheli a relevé que cette affaire comporte différents aspects et qu'elle ne peut être réglée aussi simplement qu'on semble le supposer à Accra. Il a notamment attiré l'attention de l'Ambassadeur sur le fait que nous n'aurions pas les mains libres au cas où N'Krumah viendrait en Suisse en qualité de représentant officiel de la Guinée. La Suisse est en effet liée à l'ONU et à d'autres organismes internationaux établis à Genève par des conventions que nous devons respecter. Ces conventions nous obligent entre autres d'autoriser l'entrée en Suisse des délégués de gouvernements étrangers, y compris ceux des Etats que la Suisse n'a pas reconnus (Chine nationaliste, Allemagne de l'Est, par exemple). Sans prendre d'engagement, M. Micheli a toutefois déclaré que "les autorités suisses n'ont pas l'intention d'autoriser l'entrée en Suisse de N'Krumah à moins qu'elles ne soient tenues de le faire en vertu de leurs engagements envers les organisations internationales". Après 3/4 d'heure de discussion, l'Ambassadeur Akwei n'a finalement plus insisté. Le rappel de nos engagements envers les organismes internationaux, seuls compétents pour vérifier les "credentials" des délégués, a notamment trouvé sa compréhension. Il fut en revanche moins content, sans doute en raison de l'insistance de son gouvernement, de ne pouvoir obtenir l'engagement formel de notre part de ne pas laisser entrer N'Krumah au cas où ce dernier déciderait de venir en Suisse à un autre titre. Nous n'avons en effet pas voulu nous lier sur ce point. M. Akwei n'a par ailleurs pas été en mesure de répondre à notre question tendant à savoir si une demande analogue a été présentée à d'autres gouvernements (Paris, Rome, New York) et, dans l'affirmative, quelles ont été les réponses de ces derniers. Comme nous nous y attendions, l'Ambassadeur a exprimé également le désir de savoir ce qui se passerait si N'Krumah, au cas où il viendrait en Suisse, cherchait à retirer les fonds confiés à des banques suisses. (Il ne semblait cependant pas avoir de précisions sur ces comptes bancaires). Nous lui avons répondu que la mise en garde du gouvernement ghanéen à ce sujet avait été portée à la connaissance des banques en attirant leur attention sur les risques qu'elles pourraient courir. Le soussigné a ajouté : "This is as far as we can go under our legal system". Il appartient ainsi aux banques d'en tirer les conclusions. Or, lorsqu'il s'agit d'avoirs litigieux, nos banques, toujours prudentes, ne procèdent à des versements qu'avec réserve et, en règle générale, préfèrent bloquer les fonds, quitte à laisser aux organes judiciaires le soin de se prononcer. Ces précisions semblent avoir également tranquillisé l'Ambassadeur Akwei. Il fera rapport à Accra de manière à calmer les esprits. Annexes mentionnées DÉPARTEMENT POLITIQUE-TÉDÉRALE Affaires Politiques p.o.
null
null
null
null
null
null
Notes/Internal
50,784
Konsularkonferenz Kanada und USA. Sozialversicherung.
28
An den Konslularkonferenzen in Washington und Ottawa kamen die Sozialversicherungsfragen zur Sprache. Das Interesse an einem Abkommen ist in Kanada gering, in den USA etwas grösser. Da der Bund seinen Verpflichtungen bei der AHV und IV nicht nachkommen kann, ist die Enttäuschung bei den Konsulen gross.
German
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1976-11-10
1976-11-10
null
null
Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Wirtschaft)
Kanada (Wirtschaft)|Sozialversicherungen
null
null
Kanada|Ottawa|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
null
Alters- und Hinterlassenenversicherung|Invalidenversicherung
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
null
null
Jaccard Maurice
null
Jaccard Maurice
null
Stati Uniti d'America (USA) (Economia)
Assicurazioni sociali|Canada (Economia)
null
null
Canada|Ottawa|Stati Uniti d'America (USA)
null
Assicurazione Invalidità|Assicurazione vecchiaia e superstiti
Dipartimento federale degli affari esteri
null
null
Jaccard Maurice
null
Jaccard Maurice
null
États-Unis d'Amérique (USA) (Économie)
Assurances sociales|Canada (Economie)
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null
Canada|États-Unis d'Amérique (USA)|Ottawa
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Assurance invalidité|Assurance vieillesse et survivants
Département fédéral des affaires étrangères
null
null
Jaccard Maurice
null
Jaccard Maurice
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United States of America (USA) (Economy)
Canada (Economy)|Social Insurances
null
null
Canada|Ottawa|United States of America (USA)|Washington DC
null
Invalidity insurance|Old-Age and Survivors' Insurance
Federal Department for Foreign Affairs
null
null
Jaccard Maurice
null
Jaccard Maurice
null
50,000
https://dodis.ch/50784
Aktennotiz / Notiz
German, Aktennotiz / Notiz, Jaccard Maurice
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50000-50999/dodis-50784.pdf
# s. 622.2.USA a. 622.2 . Kanada s.B. 31.31 .Kanada. 0. - JD/hk 3003 Bern, den 10. November 1976 s.B. 31.31 .Am. 0 . s.B. 31.31 .Am. 0.1 . $$ \mathrm{N} \quad \mathrm{o} \quad \mathrm{t} \quad \mathrm{i} \quad \mathrm{z} $$ Konsularkonferenz Kanada und USA. Sozialversicherung. An den Konsularkonferenzen in Ottawa (19./20. Oktober) und Washington (22./23. Oktober 1976) kamen sowohl an den Sitzungen selbst wie auch bei mehr privaten Gesprächen u.a. Sozialversicherungsfragen zur Sprache, allerdings wegen der knapp zur Verfügung stehenden Zeit nicht eingehend. 1. Sosialversicherungsbeziehungen Schweiz-Kanada. Das Interesse am Abschluss eines Sosialversicherungsabkommens ist gering. Es wurden keine besondern Probleme erwähnt. Die Leistungen der kanadischen Sosialversicherung sind anscheinend ohne Einschränkung exportierbar. Transferprobleme stellen sich nicht. 2. Sosialversicherungsbeziehungen Schweiz-USA. Zwar ist das Interesse an einem Abkommen grösser als in Kanada. Von einer besondern Dringlichkeit kann aufgrund der Diskussion anlăsslich der Konsularkonferenz in Washington nicht gesprochen werden. Es handelt sich wohl kaum um ein brennendes Thema. Anscheinend lassen sich die Wünsche, die namentlich schweizerische, in den USA tätige Wissenschafter und gewisse Mitarbeiter schweizerischer Tochterunternehmungen in den USA betreffen, nicht auf einen Nenner bringen. Es geht um verschiedenartige Fälle. # 3. AHV/IV. Dieses Thema führte zu recht ausgiebigen Diskussionen. Kritisiert wurde die zunehmende Kompliziertheit wegen administrativer und anderer Umtriebe, die oft in keinem gesunden Verhältnis zu den in Frage stehenden Beträgen (Splitterrenten) stünden. Wie nicht anders zu erwarten war, erhob sich heftige Kritik im Zusammenhang mit den Rückständen bei der Festsetzung der Renten. Ich habe die Situation erläutert und auf die in Aussicht genommenen Massnahmen hingewiesen, gleichzeitig aber um Verständnis für die eingetretenen Schwierigkeiten gebeten. Ferner habe ich die Konsuln - gerade im Interesse einer möglichst beschleunigten Erledigung der Rückstände - ersucht, ihre Interventionen auf aussergewöhnliche Fälle zu beschränken. Es ist unverkennbar, dass die Verärgerung und Enttäuschung bei unsern Konsuln gross sind. Wohl zum ersten Mal sehen sich treue und auch einsatzbereite Leute, die im Dienst des Bundes stehen, mit der Tatsache konfrontiert, dass der Bund nicht in der Lage ist, seine Verpflichtungen rechtzeitig zu honorieren. Der Ruf der Bundesverwaltung ist bei unsern Vertretungen im Ausland etwas angeschlagen. ## Kopien: - Bundesamt für Sozialversicherung - Schweizerische Ausgleichskasse, Genf - Schweizerische Botschaft in Ottawa - Schweizerische Botschaft in Washington - H. Dr. Jost Rogger, Finanzverwaltung (siehe bes. Ziffer 3)
null
null
null
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null
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Notes/Internal
32,536
Aufzeichnung (aus dem Gedächtnis) über dem Besuch Bundesrat Spühlers beim Präsidenten des rumänischen Staatsrates und Parteichef Ceausescu und beim rumänsichen Ministerpräsidenten Maurer am 21. 4.1969
28
Im Gespräch mit dem rumänischen Präsidenten, N. Ceausescu, und dem Ministerpräsidenten, I. G. Maurer, werden Fragen der Integration im West- und Ostblock, des sino-sowjetischen Konflikts, einer europäischen Sicherheitskonferenz sowie des Deutschlandproblems besprochen.
German
1969-01-01
1969-04-30
1969-04-30
24
public/xml/32000/dodis-32536.xml
Rumänien (Politik)
Bundesrepublik Deutschland (Politik)|China (Politik)|Deutsche Demokratische Republik (Politik)|Kollektive Sicherheit|Neutralitätspolitik|Russland (Politik)
null
null
Beijing|Budapest|Bukarest|China|Deutsche Demokratische Republik|Deutsches Reich|Deutschland|Europa|Moskau|Ost-Berlin|Ostblockstaaten|Rumänien|Russland|Tschechoslowakei|Ussuri|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vietnam|Westeuropa
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
China/Regierung|Deutschland/DDR/Regierung|EPD/Politische Direktion/Politischer Dienst Ost|EPD/Politische Direktion/Politischer Dienst West|Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe|Rumänien/Regierung|Rumänien/Staatsrat|UdSSR/Regierung|UNO|Verband der schweizerischen Uhrenindustrie|Warschauer Pakt
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion
null
Spühler Willy
Miesch Hans
Blankart Franz|Ceauceșcu Nicolae|Chruščëv Nikita Sergeevič|Dubois Charles Albert|Maurer Ion Gheorghe|Micheli Pierre|Natural Albert|Ulbricht Walter
Miesch Hans
null
Romania (Politica)
Cina (Politica)|Politica di neutralità|Repubblica Democratica Tedesca (Politica)|Repubblica Federale di Germania (Politica)|Russia (Politica)|Sicurezza collettiva
null
null
Beijing|Berlino-Est|Bucarest|Budapest|Cecoslovacchia|Cina|Europa|Europa occidentale|Germania|Mosca|Paesi dell'Est|Reame tedesco|Repubblica democratica tedesca|Romania|Russia|Stati Uniti d'America (USA)|Ussuri|Vietnam
Dipartimento federale degli affari esteri
Cina/Governo|Consiglio di mutua assistenza economica|DPF/Direzione politica/Servizio politico est|DPF/Direzione politica/Servizio politico ovest|Federazione orologera|Germania/RDT/Governo|ONU|Patto di Varsavia|Romania/Governo|URSS/Governo
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica
null
Spühler Willy
Miesch Hans
Blankart Franz|Ceauceșcu Nicolae|Chruščëv Nikita Sergeevič|Dubois Charles Albert|Maurer Ion Gheorghe|Micheli Pierre|Natural Albert|Ulbricht Walter
Miesch Hans
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Roumanie (Politique)
Chine (Politique)|Politique de neutralité|République démocratique allemande (Politique)|République fédérale d'Allemagne (Politique)|Russie (Politique)|Sécurité collective
null
null
Allemagne|Beijing|Berlin-Est|Bucarest|Budapest|Chine|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe|Europe occidentale|Moscou|Oussouri|Pays communistes d'Europe|Reich allemand|République démocratique allemande|Roumanie|Russie|Tchécoslovaquie|Vietnam
Département fédéral des affaires étrangères
Allemagne/RDA/Gouvernement|Chine/Gouvernement|Conseil d'assistance économique mutuelle|DPF/Direction politique/Service politique est|DPF/Direction politique/Service politique ouest|Fédération suisse des associations de fabricants d'horlogerie|ONU|Pacte de Varsovie|Roumanie/Conseil d'état|Roumanie/Gouvernement|URSS/Gouvernement
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique
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Spühler Willy
Miesch Hans
Blankart Franz|Ceauceșcu Nicolae|Chruščëv Nikita Sergeevič|Dubois Charles Albert|Maurer Ion Gheorghe|Micheli Pierre|Natural Albert|Ulbricht Walter
Miesch Hans
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Romania (Politics)
China (Politics)|Collective security projects|Federal Republic of Germany (Politics)|German Democratic Republic (Politics)|Neutrality policy|Russia (Politics)
null
null
Beijing|Bucharest|Budapest|China|Czechoslovakia|East Berlin|Eastern Bloc states|Europe|German Democratic Republic|German Realm|Germany|Moscow|Romania|Russia|United States of America (USA)|Ussuri|Vietnam|Western Europe
Federal Department for Foreign Affairs
China/Government|Council for Mutual Economic Cooperation|Germany/GDR/Government|Romania/Government|Rumania/State Council|Swiss Watch Federation|UNO|USSR/Government|Warsaw Pact
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs
null
Spühler Willy
Miesch Hans
Blankart Franz|Ceauceșcu Nicolae|Chruščëv Nikita Sergeevič|Dubois Charles Albert|Maurer Ion Gheorghe|Micheli Pierre|Natural Albert|Ulbricht Walter
Miesch Hans
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30,000
https://dodis.ch/32536
Aktennotiz / Notiz
German, Miesch Hans, Aktennotiz / Notiz
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"> <a href="https://dodis.ch/32536" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/32536</a> <div class="tei-title5 tei-title-main"> Notiz für den Vorsteher des Politischen Departements, <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a><span id="fnref_3_4_2_2_3_4_6" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_6">1</a></span></div> <h1 class="tei-title4 tei-title-sub">Aufzeichnung (aus dem Gedächtnis) über den Besuch Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a>s beim Präsidenten des rumänischen Staatsrates und Parteichef Ceausescu und beim rumänischen Ministerpräsidenten <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a> am 21. April 1969</h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> <span class="tei-add1 tei-add-edition">[Bern, <span class="tei-date3 tei-date">30. April 1969]<span id="fnref_3_4_2_2_5_2_2_4_3" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_5_2_2_4_3">2</a></span></span></span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Die Unterhaltung während der beiden Besuche und während des anschliessenden Mittagessens in kleinstem Kreise spielte sich in freundschaftlicher und offener Weise ab. Währenddem Präsident <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a>, jovial und von Vitalität überbordend, sich in seinen Äusserungen wenig Zurückhaltung auferlegte, zeigte sich Präsident Ceausescu als der Partei-Puritaner, der jedes Wort wohl überlegt und abwägt. Es war klar, dass er keinerlei Zweifel aufkommen lassen wollte mit Bezug auf seine politischen Überzeugungen und seine Treue zum kommunistischen Lager. Anderseits hämmerte er aber mit ebensolcher Klarheit und Unmissverständlichkeit den rumänischen Standpunkt der Unabhängigkeit und Souveränität der Nationen sowie der Nichteinmischung in innere An gelegenheiten heraus. Typisch für diese Haltung war es etwa, dass er es vorzog, die Verwerflichkeit der Gewaltanwendung in den zwischenstaatlichen Beziehungen nicht an Hand der Intervention in der <a href="https://dodis.ch/G73" class="tei-placeName" target="">Tschechoslowakei</a><span id="fnref_3_4_2_2_7_5" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_7_5">3</a></span>, wie suggeriert, sondern an Hand des <a href="https://dodis.ch/G1434" class="tei-placeName" target="">Vietnam</a>-Konfliktes<span id="fnref_3_4_2_2_7_9" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_7_9">4</a></span> zu entwickeln, wobei jedoch die Gewaltanwendung als Mittel zur Lösung des Konfliktes unmissverständlich verurteilt werden konnte.</p> <p class="tei-p tei-p">Beide Gesprächspartner zeigten sich hocherfreut über den Besuch<span id="fnref_3_4_2_2_9_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_2">5</a></span> des Departementschefs und stellten auch mit Befriedigung fest, dass sich die gegenseitigen Beziehungen in günstigem Sinne entwickeln.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">1) Gespräch mit dem rumänischen Ministerpräsidenten <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a> </span> </p> <p class="tei-p tei-p">Dem eigentlichen Gespräch geht ein Austausch von Höflichkeitsantworten voran und Präsident <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a> bringt die Wertschätzung zum Ausdruck, die <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> der Schweiz entgegenbringt. Hauptthema der Unterredung bildet alsdann das Thema der <span class="tei-emph tei-emph">Integration im <a href="https://dodis.ch/G936" class="tei-placeName" target="">Ostblock</a>. </span>Präsident <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a> legt die Schwierigkeiten dar, denen sich die <a href="https://dodis.ch/G936" class="tei-placeName" target="">Ostblockstaaten</a>, insbesondere aber <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> in diesem Zusammenhang seitens <a href="https://dodis.ch/R131" class="tei-orgName" target="">Moskau</a>s ausgesetzt sehen. Diesen Integrationsbestrebungen liegen in allererster Linie politische Motive zugrunde.</p> <p class="tei-p tei-p">Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> legt die schweizerische Auffassung zu den westeuropäischen Integrationsbestrebungen<span id="fnref_3_4_2_2_15_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_15_4">6</a></span> dar. Wir wollen keine supranationalen Behörden und interessieren uns allein für die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bis jetzt hätten die wirtschaftlichen Gesichtspunkte in den westeuropäischen Integrationsbemühungen prävaliert.</p> <p class="tei-p tei-p">Präsident <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a> sieht eine gewisse Parallelität der Situation, doch stehe im Osten eindeutig das Bemühen um eine politische Integration im Vordergrund. Dies sei gerade die Schwierigkeit. <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a>, das den Standpunkt der <span class="tei-emph tei-emph">Unabhängigkeit, Souveränität und Nichteinmischung </span>verfechte, widersetze sich supranationalen Ideen mit aller Kraft und befinde sich damit innerhalb des <a href="https://dodis.ch/G936" class="tei-placeName" target="">Ostblock</a>s in einer schwierigen Situation.</p> <p class="tei-p tei-p">Präsident Mauerer greift dann die Blockpolitik an. Diese sei verwerflich, da innerhalb eines Blocks immer eine Macht die Hegemonie ausübe. Es gelte dies für den Osten wie für den Westen. Wir müssten davon loskommen, dann erst sei eine wahre Integration d. h. ohne Hegemonie einer Grossmacht möglich.</p> <p class="tei-p tei-p">Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> unterstreicht, dass sich hier die rumänischen und die schweizerischen Auffassungen stark decken.</p> <p class="tei-p tei-p">Präsident <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a> weist dann erneut darauf hin, wie schwierig es sein werde, den rumänischen Standpunkt gegenüber <a href="https://dodis.ch/R131" class="tei-orgName" target="">Moskau</a> und anderen Mitgliedern des Comecon bzw. <a href="https://dodis.ch/R14957" class="tei-orgName" target="">Warschaupakt</a>s durchzusetzen, weil diese einen starken Druck ausübten. Allfälligen Drohungen oder gar einer gewaltsamen Einmischung werde sich <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> energisch, wenn nötig mit Waffengewalt widersetzen. Das Volk stehe in dieser Hinsicht entschlossen hinter der Regierung und würde diese desavouieren, wenn sie sich nicht bis zum äussersten zur Wehr setzte.</p> <p class="tei-p tei-p">Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> zeigt volles Verständnis für diese Gesichtspunkte, bringt aber gewisse Zweifel mit Bezug auf die wirklichen Ausweichmöglichkeiten <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a>s gegenüber der sowjetischen Übermacht zum Ausdruck.</p> <p class="tei-p tei-p">Präsident <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a> erwidert daraufhin, dass <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> sich hart und entschlossen verhalten werde. Es sei zwar richtig, dass zwischen den rumänischen und sowjetischen Führern anlässlich ihrer Treffen Bruderküsse ausgetauscht werden und man drücke sich auch die Hand. Das wolle aber nicht heissen, dass <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> nicht mit aller Energie sich für seine Unabhängigkeit wehren werde. <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">Russland</a> habe kein Interesse an einem weiteren Bruderzwist innerhalb des <a href="https://dodis.ch/G936" class="tei-placeName" target="">Ostblock</a>s und <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> habe auch aus diesem Grunde eine gute Chance, seinen Standpunkt durchsetzen zu können.</p> <p class="tei-p tei-p">Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> bringt dann das Gespräch auf den <span class="tei-emph tei-emph"><a href="https://dodis.ch/G9808" class="tei-placeName" target="">Ussuri</a>-Konflikt zwischen <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">USSR</a> und <a href="https://dodis.ch/G29" class="tei-placeName" target="">China</a> </span><span id="fnref_3_4_2_2_29_5" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_29_5">7</a></span> und erkundigt sich darnach, welcher der beiden Staaten an einer Aufbauschung dieser Angelegenheit ein besonderes Interesse habe.</p> <p class="tei-p tei-p">Präsident <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">Maurer</a> erklärt, es sei schwierig, hier Gewissheit zu erhalten. Er verweist dann auf seine seinerzeitigen Bemühungen (zu Zeiten Khruschtschews), zwischen <a href="https://dodis.ch/R131" class="tei-orgName" target="">Moskau</a> und <a href="https://dodis.ch/G1203" class="tei-placeName" target="">Peking</a> zu vermitteln. Die Russen seien immer misstrauisch gewesen in Bezug auf die chinesischen Grenzansprüche und waren daher nie zu einer wirklichen Diskussion bereit. Zu Recht oder zu Unrecht fürchteten sie, ihre Bereitschaft zu kleinen Grenzkorrekturen könnte den Hunger <a href="https://dodis.ch/G29" class="tei-placeName" target="">China</a>s auf beanspruchte weitere Gebiete wecken. Er habe die Russen davor gewarnt, dass ihre abweisende Haltung in der Grenzfrage mit der Zeit zu einer Entfremdung zwischen <a href="https://dodis.ch/R131" class="tei-orgName" target="">Moskau</a> und <a href="https://dodis.ch/G1203" class="tei-placeName" target="">Peking</a> führen könnte, die nicht im Interesse des kommunistischen Lagers sei.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">2) Gespräch mit dem Präsidenten des rumänischen Staatsrates </span> </p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">und Parteichef Ceausescu </span> </p> <p class="tei-p tei-p">Einleitend, noch in Anwesenheit der TV-Leute, beginnt Präsident Ceausescu vom langen Winter zu reden, wobei der Departementschef dieses Thema in einer Art und Weise aufgreift und weiterspinnt, die dazu führt, dass Gastgeber und Gast sich – sous-entendu natürlich –plötzlich nicht mehr über das Wetter, sondern über die Politik unterhalten.</p> <p class="tei-p tei-p">Gegenstand des anschliessenden Gesprächs ist zunächst die <span class="tei-emph tei-emph">europäische Sicherheitskonferenz</span><span id="fnref_3_4_2_2_39_3" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_39_3">8</a></span> bzw. der <a href="https://dodis.ch/G8" class="tei-placeName" target="">Budapest</a>er Appell, zu dem sich <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> auf Grund eines besonderen «eigenständigen» Beschlusses bekennt. Nach rumänischer Auffassung sollte nun auf breiter Basis sowohl bilateral als multilateral ein Meinungsaustausch zwischen den interessierten Nationen Platz greifen, der die nötige Vertrauensbasis für die eigentlichen Sicherheitsverhandlungen schaffen würde. <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> verwirft die Blockpolitik, von der man loskommen muss. Die Anwendung von Gewalt in den Beziehungen zwischen den Staaten muss ausgeschaltet und die Unabhängigkeit und Souveränität der Nationen muss respektiert werden. Der Verhandlungsweg ist als das einzige vertretbare Mittel zum Ausgleich von internationalen Konflikten zu anerkennen. Jeder Vertrag bedeute allerdings Einbusse an Souveränität, doch erfolge diese dann freiwillig<span id="fnref_3_4_2_2_39_11" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_39_11">9</a></span>.</p> <p class="tei-p tei-p">Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> weist in diesem Zusammenhang auf die von der Schweiz unternommenen Bemühungen zur Förderung der schiedsrichterlichen Erledigung von zwischenstaatlichen Streitfällen<span id="fnref_3_4_2_2_41_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_41_4">10</a></span> hin. Er kommt dann auf die Rolle der mittleren und kleinen Staaten bei einer allfälligen europäischen Sicherheitskonferenz zu sprechen und legt im übrigen dar, dass eine solche Konferenz gründlich vorbereitet werden müsste und dass auch aussereuropäische Staaten mit legitimen Interessen daran teilnehmen müssten.</p> <p class="tei-p tei-p">Rumänischerseits wird die Auffassung geteilt, dass bei dieser Konferenz den mittleren und kleinen Staaten ein Mitspracherecht eingeräumt werden muss. Die Frage kann nicht dem alleinigen Entscheid der beiden Grossmächte überlassen werden. Auch wenn wir realistisch bleiben und uns keine Illusionen machen, müssen wir in den Verhandlungen unseren Einfluss zur Geltung bringen. Wenn wir auch unter diesen Umständen nicht alles so haben werden, wie wir es wünschen, so wird doch das Ergebnis anders aussehen. Mit der Voraussetzung einer gründlichen Vorbereitung sind die Rumänen unter den obwaltenden Umständen natürlich besonders einverstanden. Auf die Frage der Beteiligung der <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">USA</a> kommt Präsident Ceausescu nicht näher zurück.</p> <p class="tei-p tei-p">Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> weist dann darauf hin, dass einer solchen Sicherheitskonferenz Aufgaben überbunden wären, die eigentlich mit der Liquidation des zweiten Weltkrieges zusammenhängen und normalerweise im Rahmen einer Friedenskonferenz gelöst werden müssten. Es handle sich insbesondere um das <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a>problem.</p> <p class="tei-p tei-p">Präsident Ceausescu führt dazu aus, dass niemand, weder im Osten noch im Westen, irgendein Interesse an der <span class="tei-emph tei-emph">Wiedervereinigung der beiden <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> </span>habe. Dazu komme es vielleicht einmal nach langer, langer Zeit. Heute müssten aber die gegenwärtigen Grenzen als Realität betrachtet werden. Mit Absprachen über die europäische Sicherheit könne nicht zugewartet werden, bis das Problem einer Verständigung zwischen den beiden <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> eine Lösung gefunden habe.</p> <p class="tei-p tei-p">Präsident Ceausescu benützt dann diese Wendung des Gesprächs, um das Problem der <span class="tei-emph tei-emph">Anerkennung der <a href="https://dodis.ch/G283" class="tei-placeName" target="">DDR</a> </span>zur Sprache zu bringen. Seines Erachtens sollten alle Staaten die <a href="https://dodis.ch/G283" class="tei-placeName" target="">DDR</a> anerkennen. Wenn man die <a href="https://dodis.ch/G283" class="tei-placeName" target="">DDR</a> isoliere, so sei das nicht gut, d. h. sie würde immer näher zu <a href="https://dodis.ch/R131" class="tei-orgName" target="">Moskau</a> geschoben. Eine Aufnahme des Kontakts seitens des Westens könnte in <a href="https://dodis.ch/G3061" class="tei-placeName" target="">Berlin</a> eine Auflockerung zur Folge, d. h. nur einen günstigen Einfluss haben. Auch die Schweiz sollte diesen Schritt unternehmen.</p> <p class="tei-p tei-p">Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> erklärt unsere Haltung gegenüber der <a href="https://dodis.ch/G283" class="tei-placeName" target="">DDR</a><span id="fnref_3_4_2_2_51_5" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_51_5">11</a></span> und die Gründe, die uns bisher an einer Aufnahme offizieller Beziehungen mit <a href="https://dodis.ch/G3061" class="tei-placeName" target="">Pankow</a> gehindert haben. Faktische Beziehungen auf technischen Gebieten bestünden seit geraumer Zeit.</p> <p class="tei-p tei-p">Präsident Ceausescu scherzt und fragt, ob uns <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> in dieser Frage helfen könne, er sehe morgen <a href="https://dodis.ch/P2597" class="tei-persName" target="">Ulbricht</a> anlässlich des Comecon-Treffens in <a href="https://dodis.ch/R131" class="tei-orgName" target="">Moskau</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">Ein Versuch Bunderat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a>s, Präsident Ceausescu zu einer Beurteilung der russischen Intervention und der gegenwärtigen Lage in der <span class="tei-emph tei-emph"><a href="https://dodis.ch/G73" class="tei-placeName" target="">CSSR</a> </span>zu bewegen, stösst bei Ceausescu auf Widerstand. Er erklärt, mit Bezug auf die <a href="https://dodis.ch/G73" class="tei-placeName" target="">CSSR</a> sei es schwierig zu sagen, wie sich die Lage entwickeln werde, und greift dann sofort das Beispiel des <span class="tei-emph tei-emph"><a href="https://dodis.ch/G1434" class="tei-placeName" target="">Vietnam</a>konflikts </span>auf, um darzulegen, dass Gewaltanwendung in den zwischenstaatlichen Beziehungen keine Früchte trage. <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Amerika</a> habe einsehen müssen, dass sich Gewalt nicht bezahlt mache, leider allzu spät. Das Geld, das für kriegerische Zwecke ausgegeben wurde, hätte für Entwicklungszwecke bessere Verwendung finden können. Anschliessend verurteilt Ceausescu den Kolonialismus und Imperialismus. Der Bevormundung ganzer Völker durch einzelne Grossmächte müsse ein für allemal ein Ende gesetzt werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Auf die Frage Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a>s nach dem Stande der <span class="tei-emph tei-emph">Beziehungen <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a>s zur <a href="https://dodis.ch/G30" class="tei-placeName" target="">Sowjetunion</a> </span>erwidert Präsident Ceausescu, diese seien gut. Auch mit den beiden <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> würden gute Beziehungen unterhalten, mit der <a href="https://dodis.ch/G806" class="tei-placeName" target="">BRD</a> vor allem auf dem Handels- und Wirtschaftssektor. Auch zu <a href="https://dodis.ch/G29" class="tei-placeName" target="">China</a> unterhalte man gute Beziehungen. Dieses sei eine Macht, die nicht ignoriert werden könne. Es sei falsch, dieses Land zu isolieren, es gehöre in die <a href="https://dodis.ch/R202" class="tei-orgName" target="">UNO</a>. <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> suche möglichst, die <span class="tei-emph tei-emph">Universalität </span>seiner Aussenbeziehungen zu verwirklichen.</p> <p class="tei-p tei-p">Als von Herrn Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> die <span class="tei-emph tei-emph">bewaffnete Neutralität der Schweiz </span>erwähnt wird, erklärt Präsident Ceausescu, im Zeitalter des Atomkriegs sei es höchst zweifelhaft, ob diese Neutralität noch einen Sinn habe. Atombomben, auch wenn sie ausserhalb des Gebietes neutraler Staaten abgeworfen würden, könnten dort grösste Verheerungen anrichten. Es müsse daher verhindert werden, dass es zu einem Atomkrieg komme.</p> <p class="tei-p tei-p">3) Anlässlich des anschliessenden Mittagessens werden vor allem <span class="tei-emph tei-emph">bilaterale Probleme</span><span id="fnref_3_4_2_2_61_3" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_61_3">12</a></span> zur Sprache gebracht. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">Spühler</a> erwähnt die Möglichkeit praktischer Hilfe der Schweiz beim Aufbau der rumänischen Touristen-Industrie, die industrielle Zusammenarbeit<span id="fnref_3_4_2_2_61_7" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_61_7">13</a></span> sowie den Vorschlag der <a href="https://dodis.ch/R2130" class="tei-orgName" target="">FH</a> betreffend Zusammenarbeit bei der beruflichen Ausbildung von Uhrenverkäufern und von Uhrmachern im Zusammenhang mit dem Verkauf von Schweizeruhren<span id="fnref_3_4_2_2_61_11" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_61_11">14</a></span>.</p> <p class="tei-p tei-p">Rumänischerseits ist man an all diesen Vorschlägen sehr interessiert.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_6"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content">Notiz: <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E2807#1974/12#478* (09).</span></span> Verfasst und unterzeichnet von <a href="https://dodis.ch/P2757" class="tei-persName" target="">H. Miesch</a>. Kopien an <a href="https://dodis.ch/P86" class="tei-persName" target="">P. Micheli</a>, den politischen Dienst Ost und den politischen Dienst West des Politischen Departements, <a href="https://dodis.ch/P2696" class="tei-persName" target="">A. Natural</a>, <a href="https://dodis.ch/P22246" class="tei-persName" target="">F. Blankart</a> und Ch. <a href="https://dodis.ch/P1140" class="tei-persName" target="">A. Dubois</a>. Visiert von <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_5_2_2_4_3"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Das Datum wurde auf der «grünen Kopie» ergänzt. Vgl. Doss. <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E2001E#1980/83#3858* (B.15.21.(1))</span></span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_5_2_2_4_3">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_7_5"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Zur Krise in der <a href="https://dodis.ch/G73" class="tei-placeName" target="">Tschechoslowakei</a> vgl. DDS, Bd. 24, Dok. 100, <a href="https://dodis.ch/32192" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32192</a>, bes. Anm. 3.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_7_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_7_9"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu DDS, Bd. 24, Dok. 75, <a href="https://dodis.ch/32171" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32171</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_7_9">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_2"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Zur Vorbereitung des Besuchs vgl. z. B. die Notiz von <a href="https://dodis.ch/P2757" class="tei-persName" target="">H. Miesch</a> für <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a> vom 4. Februar 1969, <a href="https://dodis.ch/32539" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32539</a>. Bereits 1966 hatte <a href="https://dodis.ch/P15323" class="tei-persName" target="">I. G. Maurer</a> die Schweiz besucht. Vgl. dazu DDS, Bd. 23, Dok. 143, <a href="https://dodis.ch/31543" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/31543</a>, Anm. 2. Für den Bericht <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a>s an den Bundesrat vgl. das BR-Beschlussprot. II vom 23. April 1969, <a href="https://dodis.ch/33297" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33297</a>, S. 2 <span class="tei-orig tei-orig">f.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_15_4"> <dt class="fn-number">6</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu DDS, Bd. 24, Dok. 68.<a href="https://dodis.ch/33241" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33241</a> und Dok. 81, <a href="https://dodis.ch/32905" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32905</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_15_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_29_5"> <dt class="fn-number">7</dt> <dd class="fn-content">Zum sino-sowjetischen Grenzkonflikt am <a href="https://dodis.ch/G9808" class="tei-placeName" target="">Ussuri</a> vgl. den politischen Bericht Nr. 1 von O. Rossetti vom 5. März 1969, <a href="https://dodis.ch/33535" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33535</a>; das Schreiben von O. Rossetti vom 26. März 1969, <a href="https://dodis.ch/33536" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33536</a> und das Schreiben von O. Rossetti an <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a> vom 21. Juni 1969, <a href="https://dodis.ch/33134" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33134</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_29_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_39_3"> <dt class="fn-number">8</dt> <dd class="fn-content">Zur Europäischen Sicherheitskonferenz vgl. DDS, Bd. 24, Dok. 154, <a href="https://dodis.ch/32403" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32403</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_39_3">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_39_11"> <dt class="fn-number">9</dt> <dd class="fn-content">Zur Haltung <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a>s gegenüber einer europäischen Sicherheitskonferenz vgl. auch DDS, Bd. 24, Dok. 154, <a href="https://dodis.ch/32403" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32403</a>; Dok. 188, <a href="https://dodis.ch/32405" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32405</a>; die Notiz von <a href="https://dodis.ch/P2757" class="tei-persName" target="">H. Miesch</a> <span class="tei-orig tei-orig">Vorsprache des rumänischen Botschafters Georgescu beim Departementschef, am 15. April 1969</span> vom 29. April 1969, <a href="https://dodis.ch/33744" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/33744</a>; das Schreiben von Ch. <a href="https://dodis.ch/P1140" class="tei-persName" target="">A. Dubois</a> <span class="tei-orig tei-orig">La Conférence européenne de sécurité dans l’optique roumaine</span> an <a href="https://dodis.ch/P86" class="tei-persName" target="">P. Micheli</a> vom 12. November 1969; die Notiz von <a href="https://dodis.ch/P86" class="tei-persName" target="">P. Micheli</a> <span class="tei-orig tei-orig">La <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Roumanie</a> et la Conférence de la sécurité européenne</span> an <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a> vom 21. November 1969 und das Telegramm Nr. 262 der schweizerischen Botschaft in London an das Politische Departement vom 28. November 1969, Doss. <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E2001E#1980/83#540* (B.72.09.15.1)</span></span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_39_11">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_41_4"> <dt class="fn-number">10</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu DDS, Bd. 24, Dok. 9, <a href="https://dodis.ch/32154" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32154</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_41_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_51_5"> <dt class="fn-number">11</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu DDS, Bd. 24, Dok. 149, <a href="https://dodis.ch/32468" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32468</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_51_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_61_3"> <dt class="fn-number">12</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu das <span class="tei-orig tei-orig">Protokoll der Arbeitssitzung vom 19. April 1969, im rumänischen Aussenministerium, <a href="https://dodis.ch/G233" class="tei-placeName" target="">Bukarest</a> </span> von <a href="https://dodis.ch/P22246" class="tei-persName" target="">F. Blankart</a> vom 30. Mai 1969, <a href="https://dodis.ch/32537" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32537</a> sowie die <span class="tei-orig tei-orig">Notiz über die Wirtschaftsbeziehungen der Schweiz zu <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> </span> von L. Roches, <a href="https://dodis.ch/32538" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32538</a>. Für weitere bilaterale Fragen vgl. das Schreiben von E. Suter an E. Thalmann vom 13. Januar 1967, <a href="https://dodis.ch/32240" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32240</a>; die Notiz von M. Gelzer an <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a> vom 1. November 1967, <a href="https://dodis.ch/32540" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32540</a>; die Notiz <span class="tei-orig tei-orig">Compte-rendu de mon voyage en <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Roumanie</a> et en Turquie 29 mai au 8 juin 1968</span> von <a href="https://dodis.ch/P86" class="tei-persName" target="">P. Micheli</a> an <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a>, <a href="https://dodis.ch/32541" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32541</a> und die Notiz von <a href="https://dodis.ch/P86" class="tei-persName" target="">P. Micheli</a> an <a href="https://dodis.ch/P2111" class="tei-persName" target="">W. Spühler</a> vom 14. Juni 1968, <a href="https://dodis.ch/32542" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32542</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_61_3">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_61_7"> <dt class="fn-number">13</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu Doss. <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E2001E#1980/83#3894* (C.41.111.0).</span></span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_61_7">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_61_11"> <dt class="fn-number">14</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu das Memorandum von R. Retornaz vom 17. April 1969, Doss. wie Anm. 2.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_61_11">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
32000-32999/dodis-32536.pdf
Aufzeichnung (aus dem Gedächtnis) über den Besuch Bundesrat Spühlers beim Präsidenten des rumänischen Staatsrates und Parteichef Ceausescu und beim rumänischen Ministerpräsidenten Maurer am 21. April 1969 Die Unterhaltung während der beiden Besuche und während des anschliessenden Mittagessens in kleinstem Kreise spielte sich in freundschaftlicher und offener Weise ab. Währenddem Präsident Maurer, jovial und von Vitalität überbordend, sich in seinen Aeusserungen wenig Zurückhaltung auferlegte, zeigte sich Präsident Ceausescu als der Partei-Puritaner, der jedes Wort wohl überlegt und abwägt. Es war klar, dass er keinerlei Zweifel aufkommen lassen wollte mit Bezug auf seine politischen Ueberzeugungen und seine Treue zum kommunistischen Lager. Anderseits hämmerte er aber mit ebensolcher Klarheit und Unmissverständlichkeit den rumänischen Standpunkt der Unabhängigkeit und Souveränität der Nationen sowie der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten heraus. Typisch für diese Haltung war es etwa, dass er es vorzog, die Verwerflichkeit der Gewaltanwendung in den zwischenstaatlichen Beziehungen nicht an Hand der Intervention in der Tschechoslowakei, wie suggeriert, sondern an Hand des Vietnam-Konfliktes zu entwickeln, wobei jedoch die Gewaltanwendung als Mittel zur Lösung des Konfliktes unmissverständlich verurteilt werden konnte. Beide Gesprächspartner zeigten sich hocherfreut über den Besuch des Departementschefs und stellten auch mit Befriedigung fest, dass sich die gegenseitigen Beziehungen in günstigem Sinne entwickeln. 1) Gespräch mit dem rumänischen Ministerpräsidenten Maurer Dem eigentlichen Gespräch geht ein Austausch von Höflichkeitsworten voran und Präsident Maurer bringt die Wertschätzung zum Ausdruck, die Rumänien der Schweiz entgegenbringt. Hauptthema der Unterredung bildet alsdann das Thema der Integration im Ostblock. Präsident Maurer legt die Schwierigkeiten dar, denen sich die Ostblockstaaten, insbesondere aber Rumänien in diesem Zusammenhang seitens Moskaus ausgesetzt sehen. Diesen Integrationsbestrebungen liegen in allererster Linie politische Motive zugrunde. Bundesrat Spühler legt die schweizerische Auffassung zu den westeuropäischen Integrationsbestrebungen dar. Wir wollen keine supranationalen Behörden und interessieren uns allein für die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bis jetzt hätten die wirtschaftlichen Gesichtspunkte in den westeuropäischen Integrationsbemühungen prävaliert. Präsident Maurer sieht eine gewisse Parallelität der Situation, doch stehe im Osten eindeutig das Bemühen um eine politische Integration im Vordergrund. Dies sei gerade die Schwierigkeit. Rumänien, das den Standpunkt der Unabhängigkeit, Souveränität und Nichteinmischung verfechte, widersetze sich supranationalen Ideen mit aller Kraft und befinde sich damit innerhalb des Ostblocks in einer schwierigen Situation. Präsident Maurer greift dann die Blockpolitik an. Diese sei verwerflich, da innerhalb eines Blocks immer eine Macht die Hegemonie ausübe. Es gelte dies für den Osten wie für den Westen. Wir müssten davon loskommen, dann erst sei eine wahre Integration d.h. ohne Hegemonie einer Grossmacht möglich. Bundesrat Spühler unterstreicht, dass sich hier die rumänischen und die schweizerischen Auffassungen stark decken. Präsident Maurer weist dann erneut darauf hin, wie schwisrig es sein werde, den rumänischen Standpunkt gegenüber Moskau und anderen Mitgliedern des Comecon bzw. Warschaupakts durchzusetzen, weil diese einen starken Druck ausübten. Allfälligen Drohungen oder gar einer gewaltsamen Einmischung werde sich Rumänien energisch, wenn nötig mit Waffengewalt widersetzen. Das Volk stehe in dieser Hinsicht entschlossen hinter der Regierung und würde diese desavouieren, wenn sie sich nicht bis zum äussersten zur Wehr setzte. Bundesrat Spühler zeigt volles Verständnis für diese Gesichtspunkte, bringt aber gewisse Zweifel mit Bezug auf die wirklichen Ausweichmöglichkeiten Rumäniens gegenüber der sowjetischen Uebermacht zum Ausdruck. Präsident Maurer erwidert daraufhin, dass Rumänien sich hart und entschlossen verhalten werde. Es sei zwar richtig, dass zwischen den rumänischen und sowjetischen Führern anlässlich ihrer Treffen Bruderküsse ausgetauscht werden und man drücke sich auch die Hand. Das wolle aber nicht heissen, dass Rumänien nicht mit aller Energie sich für seine Unabhängigkeit wehren werde. Russland habe kein Interesse an einem weiteren Bruderzwist innerhalb des Ostblocks und Rumänien habe auch aus diesem Grunde eine gute Chance, seinen Standpunkt durchsetzen zu können. Bundesrat Spühler bringt dann das Gespräch auf den UssuriKonflikt zwischen USSR und China und erkundigt sich darnach, welcher der beiden Staaten an einer Aufbauschung dieser Angelegenheit ein besonderes Interesse habe. Präsident Maurer erklärt, es sei schwierig, hier Gewissheit zu erhalten. Er verweist dann auf seine seinerzeitigen Bemühungen (zu Zeiten Khruschtschews), zwischen Moskau und Peking zu vermitteln. Die Russen seien immer misstrauisch gewesen in Bezug auf die chinesischen Grenzansprüche und waren daher nie zu einer wirklichen Diskussion bereit. Zu Recht oder zu Unrecht fürchteten sie, ihre Bereitschaft zu kleinen Grenzkorrekturen könnte den Hunger Chinas auf beanspruchte weitere Gebiete wecken. Er habe die Russen davor gewarnt, dass ihre abweisende Haltung in der Grenzfrage mit der Zeit zu einer Entfremdung zwischen Moskau und Peking führen könnte, die nicht im Interesse des kommunistischen Lagers sei. 2) Gespräch mit dem Präsidenten des rumänischen Staatsrates und Parteichef Ceausescu Einleitend, noch in Anwesenheit der TV-Leute, beginnt Präsident Ceausescu vom langen Winter zu reden, wobei der Departementschef dieses Thema in einer Art und Weise aufgreift und weiterspinnt, die dazu führt, dass Gastgeber und Gast sich - sous-entendu natürlich - plötzlich nicht mehr über das Wetter, sondern über die Politik unterhalten. Gegenstand des anschliessenden Gesprächs isc zunächst die europäische Sicherheitskonferenz bzw. der Budapester Appell, zu dem sich Fumänien auf Grund eines besonderen "eigenständigen" Beschlusses bekennt. Nach rumänischer Auffassung sollte nun auf breiter Basis sowohl bilateral als multilateral ein Meinungsaustausch zwischen den interessierten Nationen Platz greifen, der die nötige Vertrauensbasis für die eigentlichen Sicherheitsverhandlungen schaffen würde. Rumänien verwirft die Blockpolitik, von der man loskommen muss. Die Anwendung von Gewalt in den Beziehungen zwischen den Staaten muss ausgeschaltet und die Unabhängigkeit und Souveränität der Nationen muss respektiert werden. Der Verhandlungsweg ist als das einzige vertretbare Mittel zum Ausgleich von internationalen Konflikten zu anerkennen. Jeder Vertrag bedeute allerdings Einbusse an Souveränität, doch erfolge diese dann freiwillig. Bundesrat Spühler weist in diesem Zusammenhang auf die von der Schweiz unternommenen Bemühungen zur Förderung der schiedsrichterlichen Erledigung von zwischenstaatlichen Streitfällen hin. Er kommt dann auf die Rolle der mittleren und kleinen Staaten bei einer allfälligen europäischen Sicherheitskonferenz zu sprechen und legt im übrigen dar, dass eine solche Konferenz gründlich vorbereitet werden müsste und dass auch aussereuropäische Staaten mit legitimen Interessen daran teilnehmen müssten. Rumänischerseits wird die Auffassung geteilt, dass bei dieser Konferenz den mittleren und kleinen Staaten ein Mitspracherecht eingeräumt werden muss. Die Frage kann nicht dem alleinigen Entscheid der beiden Grossmächte überlassen werden. Auch wenn wir realistisch bleiben und uns keine Illusionen machen, müssen wir in den Verhandlungen unseren Einfluss zur Geltung bringen. Wenn wir auch unter diesen Umständen nicht alles so haben werden, wie wir es wünschen, so wird doch das Ergebnis anders aussehen. Mit der Voraussetzung einer gründlichen Vorbereitung sind die Rumänen unter den obwaltenden Umständen natürlich besonders einverstanden. Auf die Frage der Beteiligung der USA kommt Präsident Ceausescu nicht näher zurück. Bundesrat Spühler weist dann darauf hin, dass einer solchen Sicherheitskonferenz Aufgaben überbunden wären, die eigentlich mit der Liquidation des zweiten Weltkrieges zusammenhängen und normalerweise im Rahmen einer Friedenskonferenz gelöst werden müssten. Es handle sich insbesondere um das Deutschlandproblem. Präsident Ceausescu führt dazu aus, dass niemand, weder im Osten noch im Westen, irgendein Interesse an der Wiedervereinigung der beiden Deutschland habe. Dazu komme es vielleicht einmal nach langer, langer Zeit. Heute müssten aber die gegenwärtigen Grenzen als Realität betrachtet werden. Mit Absprachen über die europäische Sicherheit könne nicht zugewartet werden, bis das Problem einer Verständigung zwischen den beiden Deutschland eine Lösung gefunden habe. Präsident Ceausescu benützt dann diese Wendung des Gesprächs, um das Problem der Anerkennung der DDR zur Sprache zu bringen. Seines Erachtens sollten alle Staaten die DDR anerkennen. Wenn man die DDR isoliere, so sei das nicht gut, d.h. sie würde immer näher zu Moskau geschoben. Eine Aufnahme des Kontakts seitens des Westens könnte in Berlin eine Auflockerung zur Folge, d.h. nur einen günstigen Einfluss haben. Auch die Schweiz sollte diesen Schritt unternehmen. Bundesrat Spühler erklärt unsere Haltung gegenüber der DDR und die Gründe, die uns bisher an einer Aufnahme offizieller Beziehungen mit Pankow gehindert haben. Faktische Beziehungen auf technischen Gebieten bestünden seit geraumer Zeit. Präsident Ceau sescu scherzt und fragt, ob uns Rumänien in dieser Frage helfen könne, er sehe morgen Ulbricht anlässlich des Comecon-Treffens in Moskau. Ein Versuch Bundesrat Spühlers, Präsident Ceausescu zu einer Beurteilung der russischen Intervention und der gegenwärtigen Lage in der CSSR zu bewegen, stösst bei Ceausescu auf Widerstand. Er erklärt, mit Bezug auf die CSSR sei es schwierig zu sagen, wie sich die Lage entwickeln werde, und greift dann sofort das Beispiel des Vietnamkonflikts auf, um darzulegen, dass Gewaltanwendung in den zwischenstaatlichen Beziehungen keine Früchte trage. Amerika habe einsehen müssen, dass sich Gewalt nicht bezahlt mache, leider allzu spät. Das Geld, das für kriegerische Zwecke ausgegeben wurde, hätte für Entwicklungszwecke bessere Verwendung finden können. Anschliessend verurteilt Ceausescu den Kolonialismus und Imperalismus. Der Bevormundung ganzer Völker durch einzelne Grossmächte müsse ein für allemal ein Ende gesetzt werden. Auf die Frage Bundesrat Spühlers nach dem Stande der Beziehungen Rumäniens zur Sowjetunion erwidert Präsident Ceausescu, diese seien gut. Auch mit den beiden Deutschland würden gute Be. ziehungen unterhalten, mit der BRD vor allem auf dem Handels- und Wirtschaftssektor. Auch zu China unterhalte man gute Beziehungen. Dieses sei eine Macht, die nicht ignoriert werden könne. Es sei falsch, dieses Land zu isolieren, es gehöre in die UNO. Rumänien suche möglichst, die Universalität seiner Aussenbeziehungen zu verwirklichen. Als von Herrn Bundesrat Spühler die bewaffnete Neutralität der Schweiz erwähnt wird, erklärt Präsident Ceau sescu, im Zeitalter des Atomkriegs sei es höchst zweifelhaft, ob diese Neutralität noci einen Sinn habe. Atombomben, auch wenn sie ausserhalb des Gebietes neutraler Staaten abgeworfen würden, könnten dort grösste Verheerungen anrichten. Es müsse daher verhindert werden, dass es zu einem Atomkrieg komme. 3) Anlässlich des anschliessenden Mittagessens werden vor allem bilaterale Probleme zur Sprache gebracht. Bundesrat Spühler erwähnt die Möglichkeit praktischer Hilfe der Schweiz beim Aufbau der rumänischen Touristen-Industrie, die industrielle Zusammenarbeit sowie den Vorschlag der FH betreffend Zusammenarbeit bei der beruflichen Ausbildung von Uhrenverkäufern und von Uhrmachern im Zusammenhang mit dem Verkauf von Schweizeruhren. Rumänischerseits ist man an all diesen Vorschlägen sehr interessiert. EIDG. POLITISCHES DEPARTEMENT Politische Angelogenheiten i. A. Wren Geht an : - Herrn Bundesrat Spühler - Herrn Botschafter Micheli - Politischer Dienst Ost - Politischer Dienst West - Herrn Natural - Herrn Blankart - Herrn Dubois, schweiz. Botschafter in Bukarest, mit der Bitte um allfällige ergänzende Bemerkungen
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Notes/Internal
60,448
Nr. 2065. Soziale Sicherheit der Rheinschiffer, Revision des Abkommens vom 13.2.1961, Regierungskonferenz, Genf, 27.–30.11.1979, Delegation
38
Für die Schweiz sind die vorgeschlagenen Änderungen des Abkommens über die Soziale Sicherheit der Rheinschiffer annehmbar. Der Bundesrat ernennt eine Delegation für die Konferenz in Genf. Darin: Antrag des EDI vom 9.11.1979 (Beilage).
German
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1979-11-21
1979-11-21
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Schifffahrt
Sozialversicherungen
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Belgien|Deutschland|Frankreich|Genf|Luxemburg|Niederlande|Österreich
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Alters- und Hinterlassenenversicherung|Bundesrat|EDI/Bundesamt für Sozialversicherung|EFD/Eidgenössisches Personalamt|Eidgenössisches Departement des Innern|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Finanzdepartement|EU/Europäische Kommission|Europäische Union|Europarat|UNO/IAO/Internationales Arbeitsamt|Verträge von Rom|Zentralkommission für die Rheinschifffahrt|Zentralkommission für die Rheinschifffahrt/Zentrale Verwaltungsstelle für die soziale Sicherheit der Rheinschiffer
Bundesrat
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Sauvant Jean-Marc
Hürlimann Hans|Schuler Adelrich Jacob|Stettler Rudolf|Suter Walter|Villars Charles|Wolf Hans
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Trasporto navale
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Consiglio federale
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Sauvant Jean-Marc
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Navigation
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Assurance vieillesse et survivants|Commission centrale pour la navigation du Rhin|Commission Centrale pour la Navigation du Rhin/Le Centre Administratif de sécurité sociale pour les bateliers rhénans|Conseil de l'Europe|Conseil fédéral|Département fédéral de l'intérieur|Département fédéral des affaires étrangères|Département fédéral des finances|DFF/Office fédéral du personnel|DFI/Office fédéral des assurances sociales|ONU/OIT/Bureau international du travail|Traités de Rome|UE/Commission européenne|Union Européenne
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Sauvant Jean-Marc
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Social Insurances
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Central Commission for Navigation on the Rhine|Central Commission for Navigation on the Rhine/The Administrative Centre for the social security of Rhine boatmen|Council of Europe|EU/European Commission|European Union|FDF/Federal Personnel Office|FDHA/Federal Office of Social Insurance|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Finance|Federal Department of Home Affairs|Old-Age and Survivors' Insurance|Swiss Federal Council|Treaty of Rome|UN/ILO/International Labour Office
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Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
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Soziale Sicherheit der Rheinschiffer, Revision des Abkommens vom 13. Februar 1961, Regierungskonferenz, Genf, 27.- 30. November 1979, Delegation Departement des Innern. Antrag vom 9. November 1979 (Beilage) Departement für auswärtige Angelegenheiten. Mitbericht vom 14. November 1979 (Zustimmung) Finanzdepartement. Mitbericht vom 19. November 1979 (Zustimmung) Antragsgemäss hat der Bundesrat b e s c h l o s s e n : 1. Dem Antrag des Departements des Innern betreffend die Durchführung einer vom Internationalen Arbeitsamt in Genf einberufenen Regierungskonferenz zur Revision des Abkommens über die Soziale Sicherheit der Rheinschiffer, vom 27. bis 30. November 1979, wird zugestimmt. 2. Die schweizerische Verhandlungsdelegation setzt sich wie folgt zusammen: Herr Adelrich Schuler Herr Hans Wolf Herr Charles Villars Herr Rudolf Stettler Herr Walter Suter Herr Karl Rebsamen Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherung, Delegationschef Bundesamt für Sozialversicherung, Experten Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten Vertreter der Arbeitgeber Vertreter der Rheinschiffer Der Delegationschef ist ermächtigt, bei Bedarf weitere Experten beizuziehen. 3. Das Taggeld der Teilnehmer wird vom Eidg. Personalamt festgesetzt. Die Taggelder des Arbeitgeber- und des RheinschifferVertreters gehen zu Lasten der Rubrik 0.318.311.01/6 des Bundesamtes für Sozialversicherung. 4. Der Delegationschef ist ermächtigt, im Namen des Bundesrates und unter Ratifikationsvorbehalt ein revidiertes Abkommen über die Soziale Sicherheit der Rheinschiffer zu unterzeichnen. Protokollauszug an: - EDI 9 (GS 3, ID 1, BSV 5) zum Vollzug mit Vollmacht - EDA 6 zur Kenntnis - EFD 7 " - EFK 2 " - FinDel 2 " " # EIDGENÖSSISCHES DEPARTEMENT DES INNERN DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DE L'INTÉRIEUR DIPARTIMENTO FEDERALE DELL'INTERNO ## An den Bundesrat Soziale Sicherheit der Rheinschiffer Revision des Abkommens vom 13. Februar 1961 Wir beehren uns, Ihnen in der randvermerkten Angelegenheit Bericht zu erstatten und Antrag zu stellen. ## I. Neben den verschiedenen bilateralen Abkommen über Soziale Sicherheit, die die Schweiz nach der am 1. Januar 1948 erfolgten Einführung der Alters- und Hinterlassenenversicherung sukzessive mit bis heute 18 Staaten abgeschlossen hat, steht zur Zeit für unser Land ein einziges mehrseitiges Abkommen dieser Art in Kraft: Das Abkommen über die Soziale Sicherheit der Rheinschiffer. Dieser Vertrag gehört zugleich zu den ältesten zwischenstaatlichen Sozialversicherungsvereinbarungen unseres Landes, datiert er doch in seiner ursprünglichen Fassung vom 27. Juli 1950. Er unterscheidet sich übrigens von unseren zweiseitigen Verträgen durch seinen weiter gezogenen materiellen Geltungsbereich, umfasst er doch praktisch sämtliche Zweige der Sozialen Sicherheit, eine Regelung, die für die Schweiz mit Rücksicht auf verschiedene Besonderheiten unserer einschlägigen Gesetze nur dank einiger auf unsere Bedürfnisse zugeschnittener Spezialbestimmungen annehmbar war. Eine erste Revision dieses Vertragswerks erfolgte am 13. Februar 1961. Den fünf Partnerstaaten des ersten Abkommens - Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und die Schweiz - schloss sich bei dieser Gelegenheit als sechstes an der Rheinschiffahrt interessiertes Land Luxemburg an. Die Revision verfolgte damals einen doppelten Zweck. Einmal galt es, die Erfahrungen aus der Anwendung des Abkommens, mit dem sich zu jener Zeit nicht nur die Schweiz sondern alle Vertragsstaaten erstmals auf eine eingehende mehrseitige Bindung eingelassen hatten, zu verwerten und die erforderlichen Verbesserungen anzubringen. Zum andern war dem Umstand Rechnung zu tragen, dass in der Zwischenzeit auch im Rahmen der EWG, der ausser der Schweiz alle Vertragsstaaten des RheinschifferAbkommens angehören, multilaterale Sozialversicherungsregelungen für die Wanderarbeitnehmer in Gestalt der Verordnungen Nr. 3 und 4 entstanden waren. Zur Vermeidung von Rechtsungleichheiten sollten die beiden multilateralen Ordnungen nach Möglichkeit aufeinander abgestimmt beziehungsweise die Rheinschifferbestimmungen den neueren Lösungen der EWG-Verordnungen angeglichen werden. Bezüglich der Zweige Krankenund Unfallversicherung bereitete dies keine unüberwindlichen Schwierigkeiten. Für den Bereich der Rentenversicherung, d.h. der Alters-, Hinterlassenen- und der damals in der Schweiz eben erst eingeführten Invalidenversicherung wurde dagegen eine besondere Regelung gewählt: Für die Mitgliedstaaten der EWG werden die Verordnungen Nr. 3 und 4 als auch auf Rheinschiffer anwendbar erklärt, die Schweiz wird anderseits hiefür auf ihre bilateralen Abkommen mit den einzelnen Partnerstaaten verwiesen. # II. In dieser Fassung gilt das Abkommen heute. Eine neuerliche Revision erwies sich jedoch schon vor längerer Zeit aus formellen wie materiellen Gründen als unvermeidlich. Während die EWG im Herbst 1972 die mehrfach erwähnten Verordnungen Nr. 3 und 4 durch zwei neue, teilweise abweichende und verfeinerte Verordnungen Nr. 1408/71 und 574/72 ersetzt hat, erklärt das geltende Rheinschiffer-Abkommen in seinem die Rentenversicherung betreffenden Artikel 15 ausdrücklich die durch die neuen Vorschriften ausser Kraft gesetzten Verordnungen Nr. 3 und 4 als anwendbar, - für die Versicherungsträger der EWG-Staaten eine unhaltbare Rechtslage, die durch eine Empfehlung der Behörden dieser Staaten an ihre Versicherungseinrichtungen, es sei in den in Betracht kommenden Fällen das neue Recht anzuwenden, provisorisch geregelt werden musste. Sodann hat die Praxis zum geltenden Abkommen gezeigt, dass die für den Rentensektor getroffene Lösung - EWG-Verordnungen einerseits, bilaterale Abkommen (der Schweiz) anderseits eine unzureichende Koordination der unterschiedlichen nationalen Systeme darstellt und bei einer mehrseitigen Versicherungslaufbahn des Rheinschiffers in nicht wenigen Fällen zu unbefriedigenden Ergebnissen führt. Und schliesslich erachtete die Mehr- heit der Partnerstaaten die Zweige Familienzulagen und Arbeitslosigkeit für unzureichend geregelt, weshalb eine Ueberarbeitung dieser Kapitel gewünscht wurde. # III. Schon im Abkommen von 1950 war ein besonderes zwischenstaatliches Organ für die Ueberwachung der Durchführung der Vertragsbestimmungen geschaffen worden: Am Sitze der Zentralkommission für die Rheinschiffahrt in Strassburg wurde eine "Zentrale Verwaltungsstelle für die Soziale Sicherheit der Rheinschiffer" errichtet, der für jede Vertragspartei je zwei Vertreter der Regierung, ein Vertreter der Arbeitgeber und ein Vertreter der Rheinschiffer angehören. Diese Zentrale Verwaltungsstelle, die nach Bedarf zusammentritt und sich schon anlässlich der ersten Revision des Abkommens einlăsslich mit den Problemen und deren Lösungsmöglichkeiten befasste, hat auch dieses Mal unter Beizug von Experten des Internationalen Arbeitsamts in mehreren Sessionen, die sich über die Jahre 1973 bis 1979 verteilten, die zahlreichen anstehenden Fragen geprüft und die Ergebnisse ihrer Beratungen, denen auch Vertreter Oesterreichs als Beobachter folgten, in wiederholt überarbeiteten Entwürfen festgehalten. Die letzte, im März dieses Jahres bereinigte, in französischer Sprache redigierte Fassung ist von den Vertretern aller Vertragsstaaten als geeignete Unterlage für eine Regierungskonferenz erklärt worden. Zu einer solchen lädt nunmehr, nachdem inzwischen auch eine deutsche und eine niederländische Fassung erstellt worden sind, das Internationale Arbeitsamt ein, das schon bei der Entstehung des ersten wie des 1961 revidierten Abkommens seine Dienste zur Verfügung gestellt hatte. Im Verlaufe der Beratungen waren übrigens zwei für die Schweiz sehr unerwünschte Strömungen grundsätzlicher Natur zutage getreten, die sich schliesslich nicht durchzusetzen vermochten aber dennoch kurz erwähnt zu werden verdienen. Einige Partnerstaaten versuchten zunächst die Uebernahme des EWG-Rechts durch die Schweiz als einzige Lösungsmöglichkeit für die soziale Sicherheit der Rheinschiffer darzustellen. Andere Mitgliedstaaten der EWG verhielten sich glücklicherweise in dieser Frage zurückhaltend und halfen so unsern Vertretern, das Sonderstatut auf dem Rhein auch im Sozialversicherungsbereich aufrechtzuerhalten. Den Beratungen folgte ferner sporadisch auch ein Vertreter der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, der die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten der Gemeinschaften, mit der Schweiz ein revidiertes Rheinschifferabkommen abzuschliessen, in Zweifel zog; seines Erachtens wäre hiezu nach dem Römer Vertrag allein die Kommission ermächtigt. Er verzichtete dann anlässlich der letzten Tagung der Zentralen Verwaltungsstelle auf die Weiterverfolgung seines Einwandes. # IV. Für die Schweiz sind die jetzt vorgeschlagenen Aenderungen des Abkommens annehmbar. Sie bringen neben zahlreichen Verbesserungen einzelner Bestimmungen von beschränkter Tragweite eine allseits gewünschte Ausdehnung des persönlichen Geltungsbereichs auf Rheinschiffer, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Vertragspartners aufweisen, insbesondere aber eine Neurodnung des gesamten Abschnitts über die Rentenversicherungen: Es soll für die Zweige der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung nicht mehr, wie bisher, auf andere internationale Instrumente verwiesen sondern eine umfassende und abschliessende Regelung vorgesehen werden, die sich nicht allein an den EWG-Verordnungen sondern auch an dem 1972 vom Europarat ausgearbeiteten "Europäischen Abkommen über Soziale Sicherheit" orientiert. Bezüglich der Familienzulagen wird ebenfalls eine vollständige Regelung vorgeschlagen, die mit Rücksicht auf die sehr unterschiedlichen nationalen Systeme zwei Varianten aufweist, zwischen denen die Partnerstaaten wählen können. Auch das Gebiet der Arbeitslosenversicherung ist abschliessend geordnet. Sofern, was zu hoffen ist, in der Regierungskonferenz nicht grundlegende Abweichungen zur Diskussion gestellt werden, sollte es möglich sein, den Entwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert zum revidierten Abkommen zu erheben, das hierauf den gegenwärtigen Vertragspartnern und später weiteren, den Beitritt wünschenden Staaten zur Unterzeichnung und Ratifikation offen stehen wird. Aus einem im skizzierten Sinne revidierten Abkommen werden den schweizerischen Versicherungseinrichtungen keine ins Gewicht fallenden Mehrbelastungen erwachsen. Dagegen dürfte die verstärkte Koordination der nationalen Systeme sowie die Verfeinerung der Bestimmungen, die sich zum Vorteil der Rhein schiffer auswirken werden, eine gewisse Zunahme der Verwaltungsarbeit, namentlich der Organe der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung zur Folge haben. Bei dem verhältnismässig kleinen vom Abkommen begünstigten Personenkreis dürfte diese Mehrarbeit jedoch mit dem vorhandenen Personal zu bewältigen sein. Entsprechend der dreigliedrigen Struktur der Internationalen Arbeitsorganisation wie auch der Zentralen Verwaltungsstelle für die Soziale Sicherheit der Rheinschiffer und im Hinblick auf die bei den Regierungskonferenzen von 1950 und 1961 gewählte Zusammensetzung der Delegationen halten wir es für angezeigt, der schweizerischen Regierungsdelegation auch diesmal je einen Vertreter der am Abkommen interessierten Sozialpartner, der Arbeitgeber und der Rheinschiffer, beizuordnen. Dementsprechend sehen wir für die vom 27. bis 30. November 1979 am Sitze des Internationalen Arbeitsamtes in Genf stattfindenden Regierungskonferenz folgende Delegation vor: | Herr Adelrich SCHULER | Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherung, Delegationschef | | :--: | :--: | | Herr Hans WOLF | Bundesamt für Sozialversicherung | | Herr Charles VILLARS | Experten | | Herr Rudolf STETTLER | Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten | | Herr Walter SUTER | Vertreter der Arbeitgeber | | Herr Karl REBSAMEN | Vertreter der Rheinschiffer | Der Delegationschef soll, wenn nötig, weitere Experten beiziehen können. Das Taggeld der Teilnehmer wird vom Eidg. Personalamt festgesetzt. Gestützt auf vorstehende Ausführungen gestatten wir uns, Ihnen im Einvernehmen mit dem Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten und dem Eidg. Finanz- und Zolldepartement zu 1. Dem Bericht des Eidg. Departements des Innern betreffend die Durchführung einer vom Internationalen Arbeitsamt in Genf einberufenen Regierungskonferenz zur Revision des Abkommens über die Soziale Sicherheit der Rheinschiffer, vom 27. bis 30. November 1979, wird zugestimmt. 2. Die schweizerische Verhandlungsdelegation setzt sich wie folgt zusammen: Herr Adelrich SCHULER Herr Hans WOLF Herr Charles VILLARS Herr Rudolf STETTLER Herr Walter SUTER Herr Karl REBSAMEN Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherung, Delegationschef Bundesamt für Sozialversicherung, Experten Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten Vertreter der Arbeitgeber Vertreter der Rheinschiffer Der Delegationschef ist ermächtigt, bei Bedarf weitere Experten beizuziehen. 3. Das Taggeld der Teilnehmer wird vom Eidg. Personalamt festgesetzt. Die Taggelder des Arbeitgeber- und des RheinschifferVertreters gehen zu Lasten der Rubrik 0.318.311.01/6 des Bundesamtes für Sozialversicherung. 4. Der Delegationschef ist ermächtigt, im Namen des Bundesrates und unter Ratifikationsvorbehalt ein revidiertes Abkommen über die Soziale Sicherheit der Rheinschiffer zu unterzeichnen. # Protokoll-Auszug an: - Eidg. Departement des Innern 9 (Generalsekretariat 3, Informationsdienst 1 zur Kenntnis; Bundesamt für Sozialversicherung 5, zum Vollzug) - Eidg. Departement für Auswärtige Angelegenheiten 5 - Eidg. Finanz- und Zolldepartement 2 - Bundeskanzlei 2 (zur Kenntnis) (zur Kenntnis) (Ausstellung der Unterzeichnungsvollmacht)
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GovDecisions
18,924
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28
Débats sur l'éventuelle association de la Suisse à la CEE. Analyse de la position américaine en matière d'intégration européenne.
German
1962-01-01
1962-04-06
1962-04-06
22
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Europäische Organisationen
Europäische Union (EWG–EG–EU)|Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Allgemein)|Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Politik)
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Europa|Frankreich|Israel|Lateinamerika|London|Paris|Spanien|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich
Schweizerische Botschaft in London
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Daeniker Armin
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Jolles Paul Rudolf
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Amérique latine|Espagne|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe|France|Israël|Londres|Paris|Royaume-Uni
Ambassade de Suisse à Londres
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Daeniker Armin
Jolles Paul Rudolf
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Europe's Organisations
European Union (EEC–EC–EU)|United States of America (USA) (General)|United States of America (USA) (Politics)
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Swiss Embassy in London
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Aktennotiz / Notiz
German, Aktennotiz / Notiz
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"> <a href="https://dodis.ch/18924" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/18924</a> <div class="tei-title5 tei-title-main"> Notiz des Delegierten des Bundesrates für Handelsverträge, <a href="https://dodis.ch/P2763" class="tei-persName" target="">P. R. Jolles</a><span id="fnref_3_4_2_2_3_4_6" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_6">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Bern, <span class="tei-date3 tei-date">6. April 1962</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Am 5. April fand auf der <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Amerika</a>nischen Botschaft ein Abendessen statt, an dem Herr Bunderat <a href="https://dodis.ch/P1047" class="tei-persName" target="">Wahlen</a>, der französische Botschafter<span id="fnref_3_4_2_2_7_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_7_6">2</a></span>, Herr Dr. <a href="https://dodis.ch/P16374" class="tei-persName" target="">Aschinger</a> und der Unterzeichnete teilgenommen haben.</p> <p class="tei-p tei-p">Herr Botschafter <a href="https://dodis.ch/P14158" class="tei-persName" target="">McKinney</a>, der soeben aus <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a> zurückgekehrt war, erklärte, er hätte gute Nachrichten, da es ihm gelungen sei, den schweizerischen Standpunkt in der Integrationsfrage<span id="fnref_3_4_2_2_9_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_6">3</a></span> auf Grund der Erläuterungen, die er schweizerischerseits vor seiner Abreise erhalten habe, allen verantwortlichen Personen in <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a> darzulegen. Diese hätten erklärt, es sei das erste Mal, dass ihnen der schweizerische Standpunkt klargemacht werde. Obschon die amerikanische Regierung noch nicht von der Zweckmässigkeit der Assoziationslösung für die Schweiz überzeugt sei, werde sie nichts gegen das Zustandekommen einer derartigen Regelung unternehmen, sondern das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Europäern abwarten, bevor sie darüber ein Urteil fällt.</p> <p class="tei-p tei-p">Diesen Erklärungen hielt Herr Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P1047" class="tei-persName" target="">Wahlen</a> die Meldungen entgegen, die wir über die Äusserungen <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a>s in <a href="https://dodis.ch/G18" class="tei-placeName" target="">Paris</a> und <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">London</a> sowohl durch die Presse als auch offiziellem Wege erhalten haben. Sie stehen in direktem Widerspruch zu den Behauptungen <a href="https://dodis.ch/P14158" class="tei-persName" target="">McKinney</a>s. Es sei völlig unverständlich, wie <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a> zur Auffassung gelangen konnte, die Schweiz verzichte auf eine Assoziation. Nachdem zudem viel vordringlichere Diskussionsthemen mit <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> und <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">England</a> für <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a> bestehen würden, könne man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a> absichtlich eine Kampagne gegen die Neutralen führe. Wenn man Staaten wie die Schweiz, die den <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Amerika</a>nern nie Sorgen bereitet hätten, nun einfach als in <a href="https://dodis.ch/G12" class="tei-placeName" target="">Europa</a> unerwünscht bezeichne, werde dies einen verheerenden Eindruck auch auf aussereuropäische Länder ausüben. In den schweizerisch-amerikanischen bilateralen Beziehungen hätte seit langem keine derartige Verständnislosigkeit bestanden.</p> <p class="tei-p tei-p">Im Anschluss an diese Aussprache wurden mir gegenüber folgende Kommentare gemacht:</p> <p class="tei-p tei-p">1. <span class="tei-emph tei-emph"><a href="https://dodis.ch/P14158" class="tei-persName" target="">McKinney</a>: </span>Die assoziationsfeindlichen Gedanken gingen nicht direkt von <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a> aus, sondern von seinen beiden Mitarbeitern <a href="https://dodis.ch/P37444" class="tei-persName" target="">Schaetzel</a> und <a href="https://dodis.ch/P37445" class="tei-persName" target="">Vine</a>. Glücklicherweise sei nun eine Reorganisation des Staatsdepartements durchgeführt worden, was zu einer Zusammenlegung der politischen und wirtschaftlichen Abteilungen geführt habe. <a href="https://dodis.ch/P37444" class="tei-persName" target="">Schaetzel</a> und <a href="https://dodis.ch/P37445" class="tei-persName" target="">Vine</a> seien nicht sehr direkt Herrn <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a>, sondern <a href="https://dodis.ch/P1019" class="tei-persName" target="">Tyler</a> unterstellt. Auch <a href="https://dodis.ch/P35203" class="tei-persName" target="">Rostow</a>, der direkte Berater Kennedys, sei aus dem Weissen Haus ins Staatsdepartement versetzt und der politischen Oberleitung unterstellt worden.</p> <p class="tei-p tei-p">2. <span class="tei-emph tei-emph"><a href="https://dodis.ch/P16374" class="tei-persName" target="">Aschinger</a>: </span>Er zeigte mir den Brief eines amerikanischen Journalisten, der in <a href="https://dodis.ch/G18" class="tei-placeName" target="">Paris</a> mit <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a> zusammengetroffen war. <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a> hätte drei Gründe genannt, weshalb die Schweiz sich nicht assoziieren wolle: Bedeutung unseres Handels mit <a href="https://dodis.ch/G983" class="tei-placeName" target="">Lateinamerika</a>; Notwendigkeit eines Sonderstatuts für die Landwirtschaft; Unmöglichkeit einer Ausdehnung der Freizügigkeit der Arbeitskräfte, insbesondere für Familienangehörige. Der amerikanische Journalist gibt den Eindruck, dass sich diesen Schwierigkeiten gegenüber die Zolldiskriminierung, die ohnehin abgebaut werden dürfte, als geringeres Übel erweise.</p> <p class="tei-p tei-p">3. <span class="tei-emph tei-emph">Botschafter <a href="https://dodis.ch/P14140" class="tei-persName" target="">Baudet</a> </span>erklärte lächelnd, er hätte von seinem britischen Kollegen die Mitteilung erhalten, die schweizerischen Vorbereitungen für eine Assoziationskonzeption seien weit fortgeschritten, würden in sehr konstruktivem Geist geführt und am guten Willen der Schweiz, eine annehmbare Lösung zu finden, könne nicht gezweifelt werden; 24 Stunden später habe er aus <a href="https://dodis.ch/G18" class="tei-placeName" target="">Paris</a> vernommen, George <a href="https://dodis.ch/P25816" class="tei-persName" target="">Ball</a> habe konkrete Anhaltspunkte darüber, dass die Schweiz zur Einsicht gelangt sei, eine Assoziationslösung sei unmöglich. <a href="https://dodis.ch/G18" class="tei-placeName" target="">Paris</a> habe sich erkundigt, ob dies zutreffe. Er, <a href="https://dodis.ch/P14140" class="tei-persName" target="">Baudet</a>, sehe ein, dass sowohl die Engländer als auch die <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Amerika</a>ner mit den Neutralen Taktik betrieben, die Engländer, weil sie die Verhandlungen beschleunigen und alle positiven Elemente in den Vordergrund rücken wollen, die <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Amerika</a>ner, weil sie den Klub der Aussenseiter zu vergrössern trachten und zudem <a href="https://dodis.ch/G1761" class="tei-placeName" target="">Israel</a> und <a href="https://dodis.ch/G126" class="tei-placeName" target="">Spanien</a> nicht schlechter behandeln wollen als die Neutralen. Die <a href="https://dodis.ch/P16374" class="tei-persName" target="">Franz</a>osen würden derartigen Informationen keine grosse Bedeutung beimessen, da sie annehmen, dass die Schweiz zu gegebener Zeit ihren Standpunkt den <a href="https://dodis.ch/P16374" class="tei-persName" target="">Franz</a>osen direkt eröffnen wird. Es sei Sache der Neutralen, eine Lösung vorzuschlagen. <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> verstehe das neutralitätspolitische Sonderproblem und sei gerne bereit, Vorschläge für eine konstruktive Lösung verständnisvoll zu prüfen.</p> <p class="tei-p tei-p">Aus diesen Gesprächen gewinnt man den Eindruck, dass jede auch noch so vorsichtige Erläuterung unserer Stellungnahme gegenüber interessierten Ländern verhandlungstaktisch ausgewertet und unsere Zurückhaltung gegenüber den Sechs dazu benützt wird, widersprechende Gerüchte über unsere grundsätzliche Auffassung in Umlauf zu setzen.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_6"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 2200.40(-)1984/34/13</span>. Diese Notiz ging an <a href="https://dodis.ch/P150" class="tei-persName" target="">A. Daeniker</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_7_6"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Ph. <a href="https://dodis.ch/P14140" class="tei-persName" target="">Baudet</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_7_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_6"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Vgl. thematisches Verzeichnis: <span class="tei-orig tei-orig">Europäische Integration.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_6">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
18000-18999/dodis-18924.pdf
# A k t e n n ot i s Am 5. April fand auf der Amerikanischen Botschaft ein Abendessen statt, an dem Herr Bundesrat Wahlen, der französische Botschafter, Herr Dr. Aschinger und der Unterzeichnete teilgenommen haben. Herr Botschafter MoKinney, der soeben aus Washington zurückgekehrt war, erklärte, er hätte gute Nachrichten, da es ihm gelungen sei, den schweizerischen Standpunkt in der Integrationsfrage auf Grund der Erlluterungen, die er schweizerischerseits vor seiner Abreise erhalten habe, allen verantwortlichen Personen in Washington darsulegen. Diese hätten erklärt, es sei das erste Mal, dass ihnen der schweizerische Standpunkt klargemacht werde. Obschon die amerikanische Regierung noch nicht von der Zweckmässigkeit der Assoziationslösung für die Schweis überzeugt sei, werde sie nichts gegen das Zustandekommen einer derartigen Regelung unternehmen, sondern das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Europäern abwarten, bevor sie darüber ein Urteil fallt. Diesen Erklärungen hielt Herr Bundesrat Wahlen die Meldungen entgegen, die wir uber die Aeusserungen Balls in Paris und London sowohl durch die Presse als auch auf offiziellem Wege erhalten haben. Sie stehen in direktem Widerspruch zu den Behauptungen MoKinneys. Es sei völlig unverständlich, wie Ball zur Auffassung gelangen konnte, die Schweis verzichte auf eine Assoziation. Nachdem zudem viel vordringlichere Diskussionsthemen mit Frankreich und England für Ball bestehen würden, könne man sich des Eindrucks nicht ervehren, dass Ball absichtlich eine Kampagne gegen die Neutralen führe. Wenn man Staaten wie die Schweis, die den Amerikanern nie Sorgen bereitet hätten, nun einfach als in Europa unerwünscht beseichne, werde dies einen verheerenden Eindruck auch auf aussereuropäische Länder ausüben. In den schweizerisch-amerikanischen bilateralen Beziehungen hätte seit langem keine derartige Verständnislosigkeit bestanden. Im Anschluss an diese Aussprache wurden mir gegenüber folgende Kommentare gemacht: 1. McKinney: Die assoziationsfeindlichen Gedanken gingen nicht direkt von Ball aus, sondern von seinen beiden Mitarbeitern Schnetzel und Vine. Glücklicherweise sei nun eine Reorganisation des Staatsdepartements durchgeführt worden, das zu einer Zusammenlegung der politischen und wirtschaftlichen Abteilungen geführt habe. Schnetzel und Vine seien nicht mehr direkt Herrn Ball, sondern Tyler unterstellt. Auch Rostov, der direkte Berater Kennedys, sei aus dem Weissen Haus ins Staatsdepartement versetzt und der politischen Oberleitung unterstellt worden. Er würde es ausserordentlich bedauern, wenn Herr Bundesrat Wahlen die Idee eines Besuches in Washington aufgeben würde. Siimtliche Leute im Staatsdepartement hätten sich mit Interesse bereit erklärt, mit ihm zusammenzutreffen. 2. Aschinger: Er zeigte mir den Brief eines amerikanischen Journalisten, der in Paris mit Ball zusammengetroffen war. Ball hitte drei Gründe genannt, weshalb die Schweiz sich nicht assoziieren wolle: Bedeutung unseres Handels mit Lateinamerika; Notwendigkeit eines Sonderstatuts für die Landwirtschaft; Unmöglichkeit einer Ausdehnung der Freizügigkeit der Arbeitskräfte, insbesondere für Familienangehörige. Der amerikanische Journalist gibt den Eindruck, dass sich diesen Schwierigkeiten gegenüber die Zolldiskriminierung, die ohnehin abgebaut werden dürfte, als geringeres Uebel erweise. 3. Botschafter Baudet erklärte lischelnd, er hätte von seinem britischen Kollegen die Mitteilung erhalten, die schweizerischen Vorbereitungen für eine Assoziationskonzeption seien weit fortgeschritten, würden in sehr konstruktivem Geist geführt und am guten Willen der Schweiz, eine annehmbare Lösung zu finden, könne nicht gezweifelt werden; 24 Stunden später habe er aus Paris vernommen, George Ball habe konkrete Anhaltspunkte darüber, dass die Schweiz zur Einsicht gelangt sei, eine Assoziationslösung sei unmöglich. Paris habe sich erkundigt, ob dies zutreffo. Er, Baudet, sehe ein, dass sowohl die Engländer als auch die Amerikaner mit den Neutralen Taktik betrieben, die Engländer, weil sie die Verhandlungen beschleunigen und alle positiven Elemente in den Vordergrund rücken wollen, die Amerikaner, weil sie den Klub der Aussenseiter zu vergrössern trachten und zudem Israel und Spanien nicht schlechter behandeln wollen als die Neutralen. Die Franzosen würden derartigen Informationen keine grosse Bedeutung beimessen, da sie annehmen, dass die Schweiz zu gegebener Zeit ihren Standpunkt den Franzosen direkt eröffnen wird. Es sei Sache der Neutralen, eine Lösung vorzuschlagen. Frankreich verstehe das neutralitätspolitische Sonderproblem und sei gerne bereit, Vorschläge für eine konstruktive Lösung verständnisvoll zu prüfen. Aus diesen Gesprächen gewinnt man den Eindruck, dass jede auch noch so vorsichtige Erläuterung unserer Stellungnahme gegenüber interessierten Ländern verhandlungstaktisch ausgewertet und unsere Zurückhaltung gegenüber den Sechs dazu benützt wird, widersprechende Gerüchte über unsere grundsätzliche Auffassung in Umlauf zu setzen.
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Notes/Internal
42,079
Protokoll der Sitzung des Bundesrates vom 7.8.1876
38
Rumänien hat mit Österreich eine Handels- und Zollkonvention abgeschlossen und seine Zölle massiv erhöht. Aufgrund von Interventionen aus der betroffenen Industrie will der Bundesrat unverzüglich die Meistbegünstigung anstreben. Thematische Zuordung Serie 1848–1945: II. WIRTSCHAFTS-, HANDELS- UND WÄHRUNGSPOLITIK 1. Bilaterale Verhandlungen 1.6. Der Handelsvertrag mit Rumänien
German
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1876-08-06
1876-08-06
3
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Rumänien (Wirtschaft)
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Jenny Peter|Marty-Raschle Fridolin|Schenk Karl|Scherer Johann Jakob|Welti Emil
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Romania (Economia)
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Roumanie (Economie)
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40,000
https://dodis.ch/42079
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
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Handelsvertrag mit <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a></h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Eisenbahn- und Handelsdepartement. Antrag vom <span class="tei-date3 tei-date">3. August 1876</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Unterm 1. Juni d. Js. hat <a href="https://dodis.ch/G31" class="tei-placeName" target="">Österreich</a>-Ungarn mit <span class="tei-emph tei-emph"><a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a>s </span>ine <span class="tei-emph tei-emph">Handels- und Zollconvention </span>abgeschlossen, welche am 1./13. v. Mts. in Kraft getreten, durch welche jenem Staate beträchtliche Handelsvergünstigungen eingeräumt, hinwieder aber für diejenigen Waaren, welche nicht österreichisch-ungarischen Ursprungs sind, neue erhöhte Gewichtszölle vorgesehen sind. Auf die Reklamation der Vertreter anderer Staaten hin ist dann unterm 12. vorigen Monats der Finanzminister von den Kammern ermächtigt worden, die gegenüber <a href="https://dodis.ch/G31" class="tei-placeName" target="">Österreich</a>-Ungarn bestehenden Mauthtarife vom l.Juli abhin neun Monate lang auf alle jene Staaten auszudehnen, die den Wunsch ausgedrükt haben sollten, mit <a href="https://dodis.ch/G234" class="tei-placeName" target="">Rumänien</a> Handelsverträge abzuschliessen. Bereits haben seither mehrere Staaten diesen Wunsch kundgegeben und es ist ihnen darauf jene Vergünstigung gewährt worden.</p> <p class="tei-p tei-p">Mit Schreiben vom 26. Juli resp. l.ds.<span id="fnref_3_4_2_2_9_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_2">2</a></span> machen nun die Herren F. <a href="https://dodis.ch/P33666" class="tei-persName" target="">Marty-Raschle</a>, zur Zeit in <a href="https://dodis.ch/G27" class="tei-placeName" target="">Zürich</a>, Chef des Hauses Marty und Comp, in <a href="https://dodis.ch/G233" class="tei-placeName" target="">Bucharest</a> und Ständerath <a href="https://dodis.ch/P16026" class="tei-persName" target="">Jenny</a> in <a href="https://dodis.ch/G12362" class="tei-placeName" target="">Schwanden</a> auf die Gefahr aufmerksam, die der Concurrenzfähigkeit der Schweiz. Industrie von daher drohe, wenn nicht auch der Schweiz jene Vergünstigung zu Theil werde und verbinde damit das Gesuch, es möchten in dieser Richtung die geeigneten Schritte gethan werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Dem Antrag des Departements gemäss wird beschlossen, dem gestellten Begehren zu entsprechen, aber nicht wie jenes beantragt durch Vermittlung der Schweiz. Gesandtschaft in <a href="https://dodis.ch/G238" class="tei-placeName" target="">Wien</a>, sondern im Interesse der Beschleunigung in der Weise, dass der rumänischen Regierung unter Berufung auf die oben scizzirten Vorgänge der Wunsch ausgedrükt wird, mit ihr in Unterhandlungen betreffend den Abschluss eines Handelsvertrags zu treten und damit der Ausdruk der Erwartung verbunden wird, der Mauthtarif gegenüber <a href="https://dodis.ch/G31" class="tei-placeName" target="">Österreich</a>-Ungarn werde auch der Schweiz gegenüber zur Anwendung kommen. Der Bundesrath gewärtige die Rükäusserung der Regierung über ihre bezüglichen Entschliessungen.</p> <p class="tei-p tei-p">An’s rumänische Ministerium.</p> <p class="tei-p tei-p">Nach seither gepflogener Verabredung zwischen dem Herrn Bundespräsidenten und dem Departementsvorsteher ist bezüglicher Auftrag dennoch und zwar auf telegraphischem Wege ergangen, an den Minister in <a href="https://dodis.ch/G238" class="tei-placeName" target="">Wien</a>.<span id="fnref_3_4_2_2_15_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_15_4">3</a></span></p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_5"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 1004 1/106</span>. Abwesend: <a href="https://dodis.ch/P33215" class="tei-persName" target="">Scherer</a> und <a href="https://dodis.ch/P15817" class="tei-persName" target="">Schenk</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_2"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Beide Schreiben in: <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 13 (B)/249</span>.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_15_4"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Das Telegramm von <a href="https://dodis.ch/P19001" class="tei-persName" target="">Welti</a> wurde am 9. 8. 1876 abgesandt und traf am gleichen Tagin <a href="https://dodis.ch/G238" class="tei-placeName" target="">Wien</a>ein <span class="tei-orig tei-orig">(<span class="tei-idno tei-idno">E 2200 Wien 1/79</span>).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_15_4">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
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GovDecisions
52,740
Protokoll der Sitzung vom 12.7.1977 (W 240, 11 Uhr) über die parlamentarischen Vorstösse betreffend die Kreditanstalt und die schweizerisch-liechtensteinischen Währungsbeziehungen
37
Während der Sitzung werden die parlamentarischen Anfragen beantwortet und Fragen für die anstehenden Währungsverhandlungen zwischen der Schweiz und Liechtenstein vorbereitet. Es ist wichtig, diese nun zum Abschluss zu führen und Liechtenstein die Änderung seines Gesellschaftsrechts nahezulegen.
German
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1977-07-12
1977-07-12
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Liechtenstein (Wirtschaft)
Währungsfragen / Nationalbank
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Den Haag|Europa|Liechtenstein|Vaduz
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Bundesrat|Bundesversammlung|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Völkerrecht|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung V/Finanz- und Wirtschaftsdienst|EFD/Eidgenössische Finanzverwaltung|EFD/Steuerverwaltung|Eidgenössische Bankenkommission|EJPD/Bundesamt für Justiz|EJPD/Bundesamt für Polizeiwesen|EJPD/Bundesamt für Zuwanderung, Integration und Auswanderung|Liechtenstein/Botschaft in Bern|Liechtenstein/Staat|Schweizerische Kreditanstalt|Schweizerische Nationalbank|SNB/Direktorium|Texon Finanzanstalt|Weisscredit Banca Commerciale e d'Investimenti
EDA/Staatssekretariat/Direktion für Völkerrecht
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Borel Jacques A.|Chevallaz Georges-André|Diez Emanuel|Dubois Bernard|Ehrsam Paul|Furgler Kurt|Grobet Christian|Hauri Kurt|Kieber Walter|König Kaspar|Leutwiler Fritz|Oehler Edgar|Rapp F.|Salzgeber Franz|Schmid Werner|Schouwey Jean-Dominique|Thurnheer Ernst|Tschudin V.|Voyame Joseph|Wyler Didier|Zuberbühler Daniel
Borel Jacques A.|Diez Emanuel
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Liechtenstein (Economia)
Questioni monetarie / Banca nazionale
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Europa|FL|L'Aja|Vaduz
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Assemblea federale|Banca nazionale svizzera|BNS/Direzione generale|Commissione federale delle banche|Consiglio federale|Credito Svizzero|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione del diritto internazionale pubblico|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica V/Servizio economico e finanziario|DFF/Amministrazione delle contribuzioni|DFF/Amministrazione federale delle finanze|DFGP/Ufficio federale dell'immigrazione, dell'integrazione e dell'emigrazione|DFGP/Ufficio federale di giustizia|DFGP/Ufficio federale di polizia|Liechtenstein/Ambasciata a Berna|Liechtenstein/Stato|Texon Finanzanstalt|Weisscredit Banca Commerciale e d'Investimenti
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione del diritto internazionale pubblico
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Borel Jacques A.|Chevallaz Georges-André|Diez Emanuel|Dubois Bernard|Ehrsam Paul|Furgler Kurt|Grobet Christian|Hauri Kurt|Kieber Walter|König Kaspar|Leutwiler Fritz|Oehler Edgar|Rapp F.|Salzgeber Franz|Schmid Werner|Schouwey Jean-Dominique|Thurnheer Ernst|Tschudin V.|Voyame Joseph|Wyler Didier|Zuberbühler Daniel
Borel Jacques A.|Diez Emanuel
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Liechtenstein (Economie)
Questions monétaires / Banque nationale
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Europe|FL|La Haye|Vaduz
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Assemblée fédérale|Banque nationale suisse|BNS/Direction générale|Commission fédérale des banques|Conseil fédéral|Crédit Suisse|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du droit international public|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique V/Service économique et financier|DFF/Administration des contributions|DFF/Administration fédérale des finances|DFJP/Office fédéral de l'immigration, de l'intégration et de l'émigration|DFJP/Office fédéral de la justice|DFJP/Office fédéral de la police|Liechtenstein/Ambassade à Berne|Liechtenstein/Etat|Texon Finanzanstalt|Weisscredit Banca Commerciale e d'Investimenti
DFAE/Secrétariat d'État/Direction du droit international public
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Borel Jacques A.|Chevallaz Georges-André|Diez Emanuel|Dubois Bernard|Ehrsam Paul|Furgler Kurt|Grobet Christian|Hauri Kurt|Kieber Walter|König Kaspar|Leutwiler Fritz|Oehler Edgar|Rapp F.|Salzgeber Franz|Schmid Werner|Schouwey Jean-Dominique|Thurnheer Ernst|Tschudin V.|Voyame Joseph|Wyler Didier|Zuberbühler Daniel
Borel Jacques A.|Diez Emanuel
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Liechtenstein (Economy)
Monetary issues / National Bank
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Europe|FL|The Hague|Vaduz
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FDF/Federal Finance Administration|FDF/Tax Administration|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division V/Economic and Financial Service|FDFA/State Secretariat/Directorate of Public International Law|FDJP/Federal Office of Immigration, Integration and Emigration|FDJP/Federal Office of Justice|FDJP/Federal Office of Police|Federal Assembly|Federal Banking Commission|Liechtenstein/Embassy in Bern|Liechtenstein/Principauté|SNB/General Direction|Swiss Credit Group|Swiss Federal Council|Swiss National Bank|Texon Finanzanstalt|Weisscredit Banca Commerciale e d'Investimenti
FDFA/State Secretariat/Directorate of Public International Law
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Borel Jacques A.|Chevallaz Georges-André|Diez Emanuel|Dubois Bernard|Ehrsam Paul|Furgler Kurt|Grobet Christian|Hauri Kurt|Kieber Walter|König Kaspar|Leutwiler Fritz|Oehler Edgar|Rapp F.|Salzgeber Franz|Schmid Werner|Schouwey Jean-Dominique|Thurnheer Ernst|Tschudin V.|Voyame Joseph|Wyler Didier|Zuberbühler Daniel
Borel Jacques A.|Diez Emanuel
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50,000
https://dodis.ch/52740
Protokoll-Verwaltung
German, Borel Jacques A.|Diez Emanuel, Protokoll-Verwaltung
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52000-52999/dodis-52740.pdf
# P R O T O K O L L der Sitzung vom 12. Juli 1977 (W 240, 11 Uhr) über die parlamentarischen Vorstösse betreffend die Kreditanstalt und die schweizerisch-liechtensteinischen Währungsbeziehungen Teilnehmer: Botschafter E. Diez (DV; Sitzungsleiter) Direktor P. Ehrsam (SNB) W. Schmid " J.-D. Schouwey (PolA) F. Rapp " Frl. V. Tschudin (JA) K. König (FREPO) F. Salzgeber (EStV) K. Hauri (FV) E. Thurnheer (FWD) D. Zuberbühler (SekrBkom) B. Dubois (DV) J. Borel " (Protokoll) Botsch. Diez dankt den Sitzungsteilnehmern für ihr Erscheinen. Es sind 2 Punkte in Erinnerung zu rufen: 1) Ausgangslage: In Beantwortung eines Postulats Oehler legte der Bundesrat der Bundesversammlung am 21. Dezember 1973 einen Bericht über die Beziehungen der Schweiz zum Fürstentum Liechtenstein seit Abschluss des Zollanschlussvertrag vom 29. März 1923 vor. Dort wird die heute zu behandelnde Problematik summarisch erwähnt. Nicht ohne Interesse ist die Tatsache, dass in der ersten Sitzung der nationalrätlichen Kommission, an welcher der Bericht behandelt wurde, die Parlamentarier, welche diesen kritisierten, später auf ihre Einwände verzichteten, womit er im Plenum ohne weiteres genehmigt wurde. 2) Währungsverhandlungen CH-FL: 1924 führte Liechtenstein autonom den Schweizerfranken als ausschliessliche gesetzliche Währung ein. Das Fürstentum wurde deshalb bei den in den 60-er Jahren und 1972 ergriffenen Massnahmen zum Schutze der schweizerischen Währung auch in dieser Hinsicht als Ausland betrachtet. Nachdem das Fürstentum jeweils analoge gesetzliche Grundlagen wie die Schweiz geschaffen hatte, wurde es bezüglich dieser Massnahmen nachträglich durch Notenwechsel in das schweizerische Währungsgebiet eingeschlossen, d.h. die liechtensteinischen Banken erfuhren die gleiche Behandlung wie die schweizerischen. Die Unzukömmlichkeiten, die dieser zeitliche Décalage jeweils mit sich brachte, veranlassten die Nationalbank, ein umfassendes Währungsabkommen vorzuschlagen. Im Juli 1976 beschloss der Bundesrat die Aufnahme entsprechender Verhandlungen. Im Vertragsentwurf war vorgesehen, dass die von der Schweiz getroffenen Währungsmassnahmen automatisch auf das Fürstentum Liechtenstein anzuwenden wären, sofern die Fürstliche Regierung keine gegenteilige Erklärung abgäbe (sog. contracting out). Diese Lösung wurde von Liechtenstein als zu weit gehend abgelehnt. So schlug denn Nationalbank-Präsident Leutwiler Liechtensteins Regierungschef Kieber ein Gentlemen's Agreement vor, gemäss dem das Fürstentum nach vertraulicher Orientierung jeweils die gleichen Massnahmen treffen würde wie die Schweiz. Das Agreement hätte den Vorteil aufgewiesen, dass es eine bloss provisorische Uebereinkunft gebildet hätte. Der Nachteil wäre der gewesen, dass dessen Funktionieren entscheidend von den Personen Präsident Leutwilers und Regierungschef Kiebers abgehangen hätte. Als die SKA-Affäre platzte, wurde der entsprechende Antrag an den Bundesrat natürlich sofort gestoppt. Gegenstand der heutigen Sitzung sind die Behandlung der parlamentarischen Vorstösse Grobet, Wyler und Oehler ( der dabei verständlicherweise auf "seinen" Bericht von 1973 zurückkommt). Am 16. Juni 1977 fand beim Bundespräsidenten in Anwesenheit von Bundesrat Chevallaz und Botschafter Diez eine Aussprache mit Regierungschef Kieber statt; sie bezog sich auf die Lage, wie sie im Zusammenhang mit der SKA-Affäre entstanden ist, und der Weiterführung der Währungsverhandlungen. Bundespräsident Furgler gab Kenntnis vom Beschluss des Bundesrates, die parlamentarischen Anfragen betreffend Liechtenstein erst in der Herbstsession zu beantworten. Regierungschef Kieber empfahl, die parlamentarischen Antworten in Bern und Vaduz bezüglich einer allfälligen Revision des liechtensteinischen Gesellschaftsrechts aufeinander abzustimmen. Schweizerischerseits wurde erklärt, das Verhandlungsfundament habe sich geändert; bei den weiteren Währungsgesprächen seien Fragen des Gesellschaftsrechts und damit zusammenhängend auch gewisse Steuerfragen zu behandeln. Regierungschef Kieber spielte darauf an, der Fall SKA wäre auch ohne Liechtenstein möglich gewesen. Dem hielt allerdings Botschafter Diez entgegen, man habe es der SKA eben doch zu leicht gemacht. An der heutigen Sitzung soll auf zwei konkrete Fragen geantwortet werden: 1. Parlamentarische Anfragen: Welche Bundesstelle bereitet welche Texte vor? 2. Welche konkrete Fragen sollen Gegenstand der kommenden Verhandlungen mit Liechtenstein bilden und wie ist weiter vorzugehen? Die Frist fur die Verteilung der Beiträge, welche die Sitzungsteilnehmer versprochen haben, läuft anfangs August ab. Bezüglich der Währungsverhandlungen stellen sich drei Fragen: 1) Ist vom alten oder von einem neuen Vertragsentwurf auszugehen? 2) Sollen weitere Themen (z.B. Gesellschaftsrecht, Steuerrecht) zur Sprache kommen? 3) Wie hat das Verhandlungskonzept auszusehen? Zur einfachen Anfrage Wyler: Im wesentlichen geht diese die Justizabteilung an. Es stellt sich die Frage, wie das liechtensteinische Gesellschaftsrecht aussehen muss, damit die interessierten schweizerischen Stellen es akzeptieren. Es wäre am besten, wenn Liechtenstein sein Gesellschaftsrecht selbständig ändern würde. Dir. Ehrsam: Die Nationalbank ist der Auffassung, dass ein Vertrag über die Währungshoheit abgeschlossen werden sollte. Sie findet ebenfalls, das Fürstentum müsse sein Gesellschaftsrecht selbständig ändern. Die "Weisscredit" war eine kleine Bank (Bilanzsumme: ca. 240 mio Fr.), welche von einer Familie beherrscht wurde. Diese gründete die "Finanz- und Vertrauensanstalt" in Vaduz. Deren Hauptaktionäre nahmen in der Folge Investitionen in der ganzen Welt vor. Die schlechten Risiken der Weisscredit wurden in die Vertrauensanstalt abgeschoben. Ihre Tätigkeit übte die Bank in der Schweiz aus. Was die "Texon" betrifft, so weiss heute auch die Kreditanstalt nicht, wem sie gehört. Jene übernahm SKA-Kunden-Gelder. Sie war eine "Bank in der Bank", von deren Geschäften die schweizerischen Behörden nichts wussten. Die liechtensteinischen Instanzen konnten sowieso nichts merken, war doch die Texon eine Rechtsperson ohne Registrierungspflicht. Die Nationalbank visiert folgende 2 Ziele an: 1) Die Schweiz und Liechtenstein sollen Abmachungen über die Währungsfragen treffen; 2) Das Fürstentum hat sein Gesellschaftsrecht zu ändern. Botsch. Diez: Die Finanzverwaltung und die Justizabteilung sollten die erwähnten zwei Fragen gemeinsam behandeln. Botschafter Diez ist auch mit Direktor Ehrsams Notiz an das Direktorium der Nationalbank vom 4. Juli 1977 grundsätzlich einverstanden. Bundesrat Chevallaz hat deutlich auf die Steuerfragen hingewiesen; bei den Verhandlungen mit Liechtenstein würde aber die Besprechung derselben klar über die Währungsfragen hinausführen. Will man sämtliche hängigen Fragen in die Verhandlungen einbeziehen oder eher mit einigen dringlichen, konkreten Problemen beginnen? Hr. Salzgeber: Hat Bundesrat Chevallaz von bestimmten Steuern gesprochen? Botsch. Diez: Herr Hauri hat zur Aussprache vom 16. Juni einen Bericht erstellt; Bundesrat Chevallaz ist in seinem Votum nicht über den allgemeinen Begriff "Steuerfragen" hinausgegangen. Hr. Salzgeber: Der Fall SKA ist ein schweizerisches Steuerproblem: Nur Schweizer haben mitgewirkt. Botsch. Diez: Wir haben der liechtensteinischen Seite gegenüber nicht formell vorgeschlagen, die Verhandlungen auf alle Steuerfragen auszudehnen. Bundesrat Chevallaz wollte wahrscheinlich nicht die ganze Steuerproblematik behandelt wissen. Der Gesamtbundesrat scheint sich diesbezüglich noch nicht auf ein bestimmtes Konzept festgelegt zu haben. Es gilt nun einmal, die Währungsverhandlungen einem Abschluss zuzuführen, und sodann, Liechtenstein eine Aenderung seines Gesellschaftsrechts nahezulegen. Hr. Schouwey: Das Fürstentum ist den Haager Uebereinkünften betreffend Zivilprozessrecht nicht beigetreten. Diese Tatsache stört die Polizeidabteilung etwas, ist doch gegenwärtig der Rechtsweg bei Rechtshilfeproblemen der erwähnten Art lang (-- PA -- DV -- liechtensteinische Botschaft -- Behörden in Vaduz). Botscha Diez: Es wäre wohl besser, wenn diese Frage vorläufig nicht in die Verhandlungen einbezogen würde; wir werden sie uns aber vormerken. Hr. Zuberbühler: Nationalrat Wyler verlangt in seiner Anfrage eine restriktivere Praxis gegenüber liechtensteinischen Brief-kasten-Firmen. Es handelt sich aber in Wirklichkeit nicht nur um das Problem "Fürstentum Liechtenstein", sondern ganz allgemein um das Problem "Briefkasten-Firmen" (wie es in vielen Ländern anzutreffen ist). Es gibt zwei Lösungsmöglichkeiten: 1) Die Schweiz anerkennt die Rechtspersönlichkeit solcher Firmen nicht mehr; 2) Deren Rechtspersönlichkeit bleibt zwar weiter anerkannt, aber sie werden dem schweizerischen Recht unterstellt, wenn sie trotz (fiktivem) Sitz im Fürstentum ihre Tätigkeit in der Schweiz ausüben. Damit würde sich natürlich die Frage verwaltungsrechtlicher Sanktionen stellen (welche im Einvernehmen mit der Justizabteilung zu behandeln wären). Eine restriktivere Praxis wäre besser als eine Aenderung des liechtensteinischen Gesellschaftsrechts. Botsch. Diez: Die Anfrage Wyler spricht u.a. von - "gesetzlichen Massnahmen", mit denen der Bundesrat die Verbreitung liechtensteinischer juristischer Personen in der Schweiz aufhalten könnte. Hier werden die Steuerverwaltung und die Bankenkommission angesprochen. Es geht um die Folgen der SKA-Affäre; - liechtensteinischen "Gesellschaftsformen, welche im Recht der übrigen europäischen Staaten unbekannt sind" und die das Fürstentum nach Ansicht Nationalrat Wylers aus seinem Recht streichen sollte. Im Rahmen der Währungsverhandlungen wird sich die Gelegenheit bieten, dieses Problem vorzubringen. Sicher handelt es sich dabei auch, wie Herr Zuberbühler meint, um eine Frage unserer Gesetzgebung, doch sollten wir Liechtenstein trotzdem eine Aenderung seines Gesellschaftsrechts nahelegen. Hr. Zuberbühler erklärt sich damit einverstanden. Dir. Ehrsam: Gemäss Zollanschlussvertrag findet die schweizerische Stempelgesetzgebung in Liechtenstein Anwendung; damit können also wenigstens liechtensteinische kaufmännische Unternehmen mit inländischen Betriebsstätten von der schweizerischen Steuerverwaltung im Fürstentum selbst kontrolliert werden. Insofern hängt die Steuerfrage ein wenig mit dem Währungsproblem zusammen. Hr. Hauri: Sollten wir nicht nach der Dringlichkeit der sich stellenden Probleme vorgehen? An erster Stelle stünden natürlich die Währungsfragen, gefolgt von der Frage nach einer Aenderung des liechtensteinischen Gesellschaftsrechts (inkl. des Registerrechts). Erst in zweiter Linie wären dann wohl das Steuerrechtsproblem sowie Fragen zu behandeln, welche etwa die Polizeidabteilung betreffen. So könnte dem Parlament schon bald etwas vorgelegt werden. (s. Postulat Grobet und Anfrage Wyler). Das Fürstentum schafft für uns v.a. deshalb eine unbefriedigende Situation, weil man in unserem Nachbarland im trüben fischen kann und dieses eines Steueroase darstellt. Botsch. Diez teilt diese Beurteilung. Es ist nicht möglich, über Währungsfragen zu verhandeln, ohne das Steuerproblem anzuschneiden. Hr. Dubois: Wir müssen Liechtenstein sagen, worauf wir hinauswollen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass sich die Verhandlungskapazität des Fürstentums in personeller Hinsicht rasch erschöft. Ist der Bissen zu gross, wird er verweigert. Botsch. Diez: Wir müssen mit den Vertretern Liechtensteins über das Gesellschaftsrecht ihres Landes sprechen. Somit haben auch die Steuerfragen behandelt zu werden. Der Zollanschlussvertrag wurde unter anderen Voraussetzungen als den zur Zeit gegebenen konzipiert. Heute will Liechtenstein nur gerade die Rosinen aus ihm herauspicken, ohne nennenswerte Verpflichtungen übernehmen zu müssen. Der SKA-Fall hat gezeigt, dass ein Währungsabkommen geschlossen werden und Liechtenstein sein Gesellschaftsrecht ändern muss. Hr. König: Die Fremdenpolizei ist nur an der Vereinbarung vom 6. November 1963 über die fremdenpolizeiliche Rechtsstellung der beiderseitigen Staatsangehörigen im andern Vertragsstaat interessiert. Es stellen sich 2 Probleme: 1) Das neue Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer. Hier finden sich die Zulassungsfrage, die Rechte und Pflichten der Ausländer festgelegt. Liechtenstein will sich nicht für dieses Gesetz erwärmen, da ihm das heute gültige Gesetz vom 26. März 1931 kaum Pflichten auferlegt; 2) Seit Beginn der Rezession lassen sich viele Schweizer fiktiv im Fürstentum nieder. Dieses möchte darum die Frage, was unter dem "Mittelpunkt der Lebensverhältnisse" genau zu verstehen sei, ein für allemal geregelt sehen. Botsch. Diez: Man könnte die Ausländerfrage später in die Verhandlungen einbauen. Nationalrat Oehler ist generell der Auffassung, der Bundesrat sei in seinem Bericht von 1973 verschiedenen zwischenstaatlichen Problemen aus dem Weg gegangen. Hr. Dubois: Nationalrat Oehler erwähnte allerdings damals das Thema "Fremdenpolizei" nicht ausdruïcklich. Botsch. Diez: Punkt 2 der Anfrage Wyler lässt sich beantworten, indem man die Schlussfolgerung aus der Antwort zu Punkt 1 zieht. Botsch. Diez: Die Frage der Steuergesetzgebung braucht im Parlament nur am Rande erwähnt zu werden. Botschafter Diez wird Regierungschef Kieber anfangs August darüber orientieren, wie wir die parlamentarischen Anfragen zu beantworten beabsichtigen. Den Hauptbrocken stellt die Anfrage Wyler dar. Es wäre nützlich, wenn die Justizabteilung diese nochmals unter die Lupe nähme; insbesondere könnte Direktor Voyame mit Bundespräsident Furgler über die von der Schweiz allenfalls zu ergreifenden rechtlichen Massnahmen sprechen. Es ist also an der Justizabteilung, darüber zu entscheiden, ob sie solche wünscht oder nicht. Ihre Antwort wird das Verhandlungskonzept beeinflussen.
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Protocols
69,130
Retour des Kosovars: Nouvelle ronde de négociations à Skopje. 6 et 7.4.1994
28
La diplomatie pratiquée dans les Balkans emprunte parfois des chemins insolites: après des négociations peu fructeueses à Skopje, la conclusion d'un accord non écrit obtenu avec les représentants du LDK du Président Rugova permet au Gouvernement macédonien d'accéder à la demande de six pays occidentaux, dont la Suisse, du renvoi des requérants d'asile déboutés. Également: Report on the transit negotiations in Skopje on 6-7.4.1994 (annexe). Également: Report on negotiations in Skopje on special arrangements for the transit of rejected asylumseekers from Switzerland, revised version, 9.4.1994 (annexe).
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1994-04-11
1994-04-11
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Asylpolitik
Kosovo (Politik)|Nordmazedonien (Politik)|Rückschaffung von abgewiesenen Asylbewerbern aus Kosovo
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Albanien|Balkan|Belgrad|Dänemark|Deutschland|Genf|Jugoslawien|Kosovo|London|Niederlande|Nordmazedonien|Norwegen|Österreich|Osteuropa|Pristina|Schweden|Serbien|Skopje|Westeuropa|Wien
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Internationales Zentrum für Migrationspolitikentwicklung|Kosovo/Demokratische Liga des Kosovo|LDK Schweiz|Nordmazedonien/Albanische Partei|Nordmazedonien/Innenministerium|Nordmazedonien/Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik|UNO/Hochkommissariat für Flüchtlinge|UNO/Internationale Organisation für Migration
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Rial Jacques
Aktar null|Arsovski Ljupco|Avziu Servet|Björk Kaj|Holmberg Cay Hake|Kola Anton|Rugova Ibrahim|Sabriu null|Sarevski Kiril|Scheidegger Urs|Tahira Edita|van der Leek null|Widgren Jonas
Rial Jacques
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Politica di asilo
Kosovo (Politica)|Macedonia del Nord (Politica)|Rückschaffung von abgewiesenen Asylbewerbern aus Kosovo
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Albania|Austria|Balcani|Belgrado|Danimarca|Europa occidentale|Europa orientale|Germania|Ginevra|Jugoslavia|Kosovo|Londra|Macedonia del Nord|Norvegia|Paesi Bassi|Serbia|Skopje|Svezia|Vienna
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Centro internazionale per lo sviluppo delle politiche migratorie|Kosovo/Lega Democratica del Kosovo|LDK Svizzera|Macedonia del Nord/Ministero del lavoro e delle politiche sociali|Macedonia del Nord/Ministero dell'interno|Macedonia del Nord/Partito albanese|ONU/Alto Commissariato per i rifugiati|ONU/Organizzazione internazionale per le migrazioni
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Rial Jacques
Aktar null|Arsovski Ljupco|Avziu Servet|Björk Kaj|Holmberg Cay Hake|Kola Anton|Rugova Ibrahim|Sabriu null|Sarevski Kiril|Scheidegger Urs|Tahira Edita|van der Leek null|Widgren Jonas
Rial Jacques
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Politique de l'asile
Kosovo (Politique)|Macédoine du Nord (Politique)|Rückschaffung von abgewiesenen Asylbewerbern aus Kosovo
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Albanie|Allemagne|Autriche|Balkans|Belgrade|Danemark|Europe occidentale|Europe orientale|Genève|Kosovo|Londres|Macédoine du Nord|Norvège|Pays-Bas|Serbie|Skopje|Suède|Vienne|Yougoslavie
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Centre international pour le développement des politiques migratoires|Kosovo/Ligue démocratique du Kosovo|LDK Suisse|Macédoine du Nord/Ministère de l'intérieur|Macédoine du Nord/Ministère du travail et de la politique sociale|Macédoine du Nord/Parti albanais|ONU/Haut-Commissariat pour les réfugiés|ONU/Organisation internationale pour les migrations
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Rial Jacques
Aktar null|Arsovski Ljupco|Avziu Servet|Björk Kaj|Holmberg Cay Hake|Kola Anton|Rugova Ibrahim|Sabriu null|Sarevski Kiril|Scheidegger Urs|Tahira Edita|van der Leek null|Widgren Jonas
Rial Jacques
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Policy of asylum
Kosovo (Politics)|North Macedonia (Politics)|Rückschaffung von abgewiesenen Asylbewerbern aus Kosovo
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Albania|Austria|Balkans|Belgrade|Denmark|Eastern Europe|Geneva|Germany|Kosovo|Netherlands (the)|North Macedonia|Norway|Serbia|Skopje|Sweden|Vienna|Western Europe|Yugoslavia
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International Centre for Migration Policy Development|Kosovo/Democratic League of Kosovo|LDK Switzerland|North Macedonia/Albanian Party|North Macedonia/Ministry of Home Affairs|North Macedonia/Ministry of Labour and Social Policy|UN/International Organisation for Migration|UN/Office of the High Commissioner for Refugees
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Rial Jacques
Aktar null|Arsovski Ljupco|Avziu Servet|Björk Kaj|Holmberg Cay Hake|Kola Anton|Rugova Ibrahim|Sabriu null|Sarevski Kiril|Scheidegger Urs|Tahira Edita|van der Leek null|Widgren Jonas
Rial Jacques
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65,000
https://dodis.ch/69130
Aktennotiz / Notiz
Rial Jacques, Aktennotiz / Notiz
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69000-69999/dodis-69130.pdf
# CONFIDENTIEL ## Rapport Copie pour information à: - Monsieur le Conseiller fédéral F. Cotti - Monsieur le Secrétaire d'Etat J. Kellenberger - Direction du droit international public - Division politique I - Division aide humanitaire et ASC, Monsieur Ch. Rädersdorf, avec prière d'accorder une attention particulière à l'entretien avec le Ministre du Travail - Ambassade de Suisse, Belgrade - Ambassade de Suisse, Sofia - Monsieur U. Scheidegger, Directeur de l'OdR (sans annexe) ## RETOUR DES KOSOVARS: Nouvelle ronde de négociations à SKOPJE 6 et 7 avril 1994 Le protocole d'accord signé à Vienne le 11 mars dernier entre une délégation macédonienne et la délégation conjointe de six pays occidentaux (voir ma note du 15 mars 1994) prévoyait dans son article 7 que la délégation macédonienne soumettrait le texte du protocole à son Gouvernement dans les 10 jours et qu'une mini délégation agissant au nom des six pays parties à la négociation se rendrait à Skopje pour discuter de la mise en oeuvre des mesures envisagées à Vienne. ## Les délégations La Suisse était, comme à Vienne, représentée par Urs Scheidegger, qui prit la direction de la délégation internationale, et par le soussigné. Les Autrichiens, pour des raisons obscures, mais sans doute de politique intérieure, ont finalement fait défection, alors que les Suédois, pour des raisons identiques semble-t-il, étaient représentés à un niveau extrêmement modeste. En revanche les Pays-Bas ont été très actifs et ont apporté une contribution utile. L'IOM et l'ICMPD (Jonas Widgren) ont également participé à la réunion. La délégation macédonienne était la même que celle de Vienne (Vice-ministres de l'Intérieur et Ministre-assistant des Affaires étrangères). Un ministre sans portefeuille représentant la communauté albanaise (Servet AVZIU) a en outre et pour la première fois participé à toutes les discussions. # La négociation Il est rapidement apparu que la situation était complètement bloquée du côté macédonien. Non seulement le Gouvernement, informé pourtant de la tenue de la nouvelle ronde de discussions, ne s'était pas penché sur le dossier, mais la délégation macédonienne à Vienne semble avoir eu quelques difficultés à son retour à Skopje. Cette nervosité est due aux réactions violentes des leaders de la communauté albanaise à la lecture d'informations grossièrement exagérées publiées à Londres et émanant d'ONG non-identifiées sur les "négociations secrètes de Vienne avec le Gouvernement de Skopje en vue du renvoi de dizaines de milliers de Kosovars". Cette question est ainsi devenue un sujet majeur de politique intérieure macédonienne. II semble du reste que la communauté albanaise l'utilise volontiers comme un levier dans l'ensemble de ses relations avec le Gouvernement. Le ministre albanais a pour sa part plaidé sans complexe pour un accueil massif de Kosovars à la recherche de travail et de sécurité dans nos pays. Dans ces conditions, nous nous sommes retrouvés à la case départ, après une demi-journée de discussions qui annulait six mois d'efforts. II est désormais clair que le Gouvernement macédonien ne sera jamais en mesure de prendre une quelconque décision sur ce dossier sans le feu vert de la communauté albanaise de Macédoine, qui, elle-même, est solidaire de celle de Pristina, ou même contrôlée par elle. L'une des clés du problème se trouve donc au Kosova, l'autre étant, bien entendu, toujours à Belgrade. ## Visite au Ministre du Travail et des Affaires sociales Cette visite a été suggérée par la délégation macédonienne pour nous donner l'occasion de rencontrer celui qui est considéré comme le plus important des Ministres albanais du gouvernement. Le discours qui nous est tenu est naturellement celui qui était attendu: la transformation de l'économie planifiée en économie de marché, d'une part, le blocus grec et l'embargo contre Belgrade, d'autre part, ont déjà créé plus de 180'000 chômeurs, âgés pour la plupart d'entre eux de moins de trente ans. La Macédoine, si elle veut limiter le risque d'implosion, doit pouvoir occuper sa jeunesse et a besoin des marchés du travail d'Europe occidentale, en attendant le redémarrage de son économie. L'Europe doit comprendre où se trouve son intérêt. Le Ministre demande également notre aide en faveur des 30'000 réfugiés qui vivent dans des camps, et qui ajoutent à l'instabilité du pays. Sur ce dernier point nous pouvons promettre que le problème serait examiné. Notre entretien avec le Ministre du travail n'a cependant rien apporté à la solution de notre problème. ## Rencontre avec des émissaires kosovars Mais la diplomatie, pratiquée dans les Balkans, emprunte parfois des chemins insolites: Nous avons bien vite appris que des émissaires venus de Pristina se trouvaient à Skopje et se tenaient prêts à nous rencontrer, en marge des discussions officielles, mais avec la caution des leaders albanais de Macédoine et avec l'accord tacite du Gouvernement macédonien. C'est ainsi qu'une réunion, peut-être capitale, a pu avoir lieu le 7 avril au matin. Les représentants suédois et néerlandais n'ayant pas d'instructions, ont préféré ne pas y participer. Autour d'une table de l'Hôtel "Grand" se donc retrouvés M. Anton KOLA, "vice-Président" du Kosova, c'est-à-dire le bras droit du "Président" Rugova, Mme Edita Tahira, reponsable des relations avec les Kosovars de l'extérieur, bien connue à Berne, Jonas Widgren, le représentant de l'IOM, le Ministre albano-macédonien Servet AVZIU et le soussigné qui a mené la discussion pour la Délégation conjointe. Nos interlocuteurs de Pristina se sont d'emblée présentés comme des partenaires compétents et d'une grande ouverture d'esprit. J'ai ainsi pu exposer en détails le problème que nous pose la présence des demandeurs d'asile déboutés originaires du Kosovo, ainsi que le cas des criminels. Nous sommes assez rapidement tombés d'accord sur la possibilité de renvoyer désormais tous les criminels, moyennant une procédure convenue. Cette ouverture est valable pour l'ensemble des pays représentés dans la délégation conjointe. De plus, mais pour la Suisse seulement, il a été décidé qu'un essai portant sur un nombre de 250 à 300 cas de demandeurs déboutés allait être tenté. Le Ministre Avziu se chargera d'informer le Gouvernement macédonien de ce qui précède. Jonas Widgren, ICMPD, a préparé sur cette question un document qui pourra servir de référence (annexe). # Commentaire Ce qui précède suggère trois remarques: 1. l'accord non écrit obtenu avec les représentants du LDK du Président Rugova ne préjuge naturellement pas de la réaction de groupes extrémistes au sein de la communauté albanaise tant de Macédoine que du Kosova. Mais il permet au Gouvernement macédonien d'accéder à notre demande sans perdre la face, c'est-àdire sans avoir à lever formellement l'interdiction de transit par Skopje; 2. Il convient maintenant de compléter rapidement le travail diplomatique entrepris depuis six mois par des entretiens avec la partie serbe, et le plus tôt sera le mieux; 3. la plus grande retenue devrait désormais être de mise dans le renvoi "sauvage" des Kosovars par les polices cantonales. L'OdR devra, à cet égard, donner lui-même l'exemple du respect de la procédure acceptée par le LDK et prendre des mesures de coordination de manière à préserver l'acquis de Skopje qui est, on s'en doute, extrêmement fragile. Coordinateur en matière de politique internationale des réfugiés Jacques RIAL ## Annexe: - Rapport de Monsieur Widgren, ICMPD # TELEFAX COMMUNICATION FROMICMPD, VIENNA To: Willibald Pahr, Austria Manfred Matzka, Austria Claes Nilas, Denmark Markus Hellenthal, Germany Han van der Leek, the Netherlands Berit Fosheim, Norway Henriette Munkebye, Norway Bo Kälfors, Sweden Erik Wennerström, Sweden Urs Scheidegger, Switzerland Jacques Rial, Switzerland Fax No.: $+43 / 1 / 53126-2122$ $+43 / 1 / 53126-2122$ $+45 / 33 / 924554$ $+49 / 261 / 399472$ $+31 / 70 / 3703608$ $+47 / 22 / 345289$ $+47 / 67 / 580529$ $+46 / 8 / 7231176$ $+41 / 22 / 9080810$ $+41 / 31 / 3259756$ $+41 / 31 / 3226104$ From: Jonas Widgren Date: 11 April 1994 Total number of pages: 3 ## Strictly confidential ## Report on the transit negotiations in Skopje on 6-7 April 1994 1. In accordance with the decisions taken at the Vienna meeting on 10-11 March 1994 (see our faxes of 15 and 23 March 1994), a limited delegation visited Skopje on 6-7 April to ensure the implementation of the Memorandum of Understanding which was signed in Vienna. The delegation was headed by Switzerland (Scheidegger and Rial) and included the Netherlands (van der Leek), Sweden (Björk and Holmberg), IOM (Aktar) and the undersigned. 2. The Macedonian delegation included the Minister responsible for general Albanian affairs (Avziu), the Deputy Minister of Interior (Sarevski) and the Assistant Minister of Foreign Relations (Arsovski). We also met with the Minister of Labour (Sabriu), who together with Mr. Avziu and three other Ministers represent the PDP (Albanian) party in the Macedonian Government. Considering that the opposition to a reopening of the transit route mainly stems from Albanian leaders, certain members of our delegation also had a special meeting in Skopje with the Vice President of LDK in Kosovo (i.e. the deputy of President Rugova) and one other member of the LDK Presidency. 3. The first part of our official meeting with the Macedonian delegation was disappointing. Our counterparts told us that the media speculations as regards the Vienna meeting and the German transit negotiations with Rumania had led to a temporary standstill as regards the further handling of the issue on the side of the Macedonian Government. Since the media in Belgrade widely had reported that Western Europe was intending to send back Albanians to Yugoslavia through Macedonia as a gesture to Belgrade, the matter had been too hot to deal with during the last weeks. 4. However, we finally reached agreement with the Macedonian delegation that the transit of category D in the Memorandum of Understanding (convicted criminals) could be resumed as per mid-April, under the condition that the total number of cases from all countries concerned does not exceed 15 per month. The implementation system outlined in the Memorandum of Understanding and in our faxes of 15 and 23 March should be applied and ICMPD should thus by fax receive a copy of each transit request submitted to the Macedonian authorities to ensure the monitoring requested by them. The Macedonian Government is expected to take a formal decision very soon as regards the reopening of the transit possibility of category D, under the conditions described above (this is to be considered as an exceptional exemption of the temporary suspension of the transit route which still is valid). 5. As regards category C (rejected asylum-seekers returned involuntarily), the Macedonian Government was not prepared to make a general exemption for the time being, given political circumstances. The matter may, nevertheless, be reconsidered in the near future as already agreed in Vienna. However, notwithstanding any future decisions, a special trial programme could be considered for category C cases involving one country only. It was suggested that such a trial system should include cases from Switzerland. A special reporting system should be established for this purpose. 6. The possible trial system for cases from Switzerland is actually the result of the special discussions held with the Macedonia-Albanian and Kosovo-Albanian leaders. These discussions were of great significance in terms of clarifying a number of misunderstandings and in building confidence. Also practical transit arrangements were discussed as well as the possibility of an IOM office in Pristina, which was much welcome by the Albanian leaders. All these discussions were then the same day reported back to the Macedonian authorities, since their condition for further transit discussions is that they have the approval of the Albanian interests. 7. A joint communique to be utilized for external contacts was agreed upon by the two delegations, with the following wording: "Delegations of Switzerland, the Netherlands, Sweden and IOM met in Skopje on 6-7 April 1994 with representatives of the Government of Macedonia to discuss issues relating to the transit through Macedonia, of a limited number of certain special cases of migrants. The meeting took place as a follow-up of a previous meeting in Vienna at which, in addition to the above-mentioned, also delegations of Austria, Denmark, Germany, Norway, UNHCR and IOM participated. While in Skopje, the delegations also had contacts with certain other interested partners. The Government of Macedonia will now consider measures to be taken on an exceptional and trial basis. The dialogue, which was constructive and held in a spirit of mutual understanding and in full respect of principles of international law, will continue." 8. As regards follow-up action, reference is made to paragraph 4 above (and to paragraph 5 as far as Switzerland is concerned). Countries which presently are utilizing other transit routes for category C, should for the time being continue to do so. However, ICMPD will remain in contact with all partners in Skopje to seek to later obtain a general exemption for category C. Finally, IOM is expected to present a scheme for escort on buses and monitoring through an IOM office in Pristina at a meeting in Geneva to be held in about one month. In that connection, interested countries could also hold a brief internal follow-up meeting. Sincerely, *Ilma Mufa* 11 APR '94 09:13 S.2 Strictly confidential Report on negotiations in Skopje on special arrangements for the transit of rejected asylum-seekers from Switzerland (revised version) 1. As a follow-up to the negotiations in Vienna on 10-11 March 1994 on the reopening of the transit route through Macedonia, special negotiations were held in Skopje on 6-7 April 1994. A report on these negotiations is attached. 2. As indicated in paragraphs 2 and 6 of the above-mentioned report, a meeting was also arranged with representatives of LDK in Kosovo to obtain their views on the returns from Switzerland and other European countries to Kosovo. This meeting had been arranged - with the understanding of the Deputy Minister of Interior - by Minister Avziu in the Macedonian Government, who is one of the five Albanian Ministers. Only Switzerland (Ambassador Rial), IOM (Mr. Aktar) and ICMPD (Mr. Widgren) were present at this meeting. From the LDK (the party for which Mr. Rugova is the President) came the Vice President Mr. Anton Kolaj and the Member of the Presidency Ms. Edita Tahiri (who is responsible for Albanians abroad). Also Minister Avziu attended the meeting, which took place in Skopje. 3. The meeting offered a unique possibility of clearing up a number of misunderstandings and of building confidence. The Kosovo Albanian representatives said that the leadership is favourable to the return of all Kosovo Albanians in the long-term perspective, but the Serbian occupation and repression presently makes returns in significant numbers impossible. The poverty is so widespread that even a small number of returnees puts a burden on the Albanian society. However, Kosovo Albanian criminals should of course be returned since their activities harm the true interests of the Albanian population abroad and at home. The leadership was therefore fully prepared to accept and discuss arrangements for their return. 4. Ambassador Rial underlined the considerable support and capital of sympathy for its pacific policy which LDK enjoys in the Western public opinion. He also made clear that the majority of Kosovo Albanians in Switzerland are living and working there lawfully. He further explained how the asylum system in Switzerland and Western Europe functions, and made the Kosovo Albanian representatives finally understand that a number of asylum rejectees for the sake of principle and signal-giving to potential migrants would have to be accepted for return to Kosovo by the Kosovo Albanian leadership. 5. On this basis, the following concrete arrangements were agreed upon with the LDK representatives and with Minister Avziu. A trial system should be developed with Switzerland only for the three forthcoming months, whereby Switzerland would submit requests to the Government of Macedonia for the transit to Pristina of a limited number of rejected asylum-seekers as well as of convicted persons. During the whole three-month period, the total number of cases should not amount to more than 200-300. In addition to the official Swiss transit request to the Macedonian authorities, a copy of the transit request should go to ICMPD, which then should transmit this copy to Minister Avziu, for further reference to the LDK office in Pristina. When the LDK office has approved of the return, a message goes from the office to Minister Avziu and from him to the Ministry of Interior. The Ministry of Interior of the Government of Macedonia would be in agreement with such a procedure since the main opposition to the returns have come from the Albanian Ministers in the Macedonian Government. 4. The Kosovo Albanian leaders underlined that it was important to run this system as discretely as possible. To this end, the informal services of ICMPD were much appreciated. For instance, only names and birth data should emerge on the transit request forms, not phrases such as "criminals" or "convicted in Switzerland", since this might make the Serbian authorities vigilant. 5. The initiative of Switzerland with a view to seek to establish an IOM office in Pristina to monitor returns was much welcomed by the Albanian leaders. Such an office might be instrumental in assisting returnees and would also add to the much necessary international presence in Kosovo. 6. As soon as the Swiss authorities have cases to present, the system could be operational. Vienna, 9 April 1994 *Jonas Widgren*
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Notes/Internal
62,034
Rapport de la délégation suisse à la Conférence internationale sur la nutrition (CIN), Rome 5–11.12.1992
42
La première conférence internationale sur la nutrition avait pour objectif de coordonner les politiques et les organisations internationales dans la lutte contre la faim dans le monde et ses conséquences. Également: Provisional Agenda of the Conference (annexe). Également: Participation de la Suisse à la Conférence internationale sur la nutrition (annexe). Également: Lignes directrices de la position suisse à la CIN (annexe). Également: Déclaration du Chef de la délégation suisse, Jean-François Giovanini (annexe). Également: Déclaration mondiale sur la nutrition du 11.12.1992 (annexe). Également: Plan d'action pour la nutrition du 11.12.1992 (annexe).
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1993-01-22
1993-01-22
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Gesundheitsaussenpolitik
Humanitäre Hilfe|Nahrungsmittelhilfe|Technische Zusammenarbeit
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Afrika|Asien|Entwicklungsländer|Frankreich|Genf|Ghana|Lateinamerika|Rio de Janeiro|Rom|Skandinavien|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Westen
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Afrikanische Union|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|EDI/Bundesamt für Gesundheit|Eidgenössische Ernährungskommission|Europäische Union|EVD/Bundesamt für Landwirtschaft|Nestlé/Nestec|Schweizerischer Verband für Lebensmittelforschung|Ständige Mission der Schweiz beim Sitz der FAO, des IFAD und WFP|Tessin/Abteilung für soziale Arbeit|Universität Basel/Medizinische Fakultät|UNO|UNO/Administratives Koordinationskomitee|UNO/Bevölkerungsfonds|UNO/Entwicklungsprogramm|UNO/Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation|UNO/Generalversammlung|UNO/Hochkommissariat für Flüchtlinge|UNO/Internationale Arbeitsorganisation|UNO/Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung|UNO/Landwirtschaftlicher Entwicklungsfonds|UNO/Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur|UNO/UNICEF/Verwaltungsrat|UNO/Universität der Vereinten Nationen|UNO/Welternährungsprogramm|UNO/Weltgesundheitsorganisation|UNO/WHO/Weltgesundheitsversammlung|UNO/Wirtschafts- und Sozialrat|Welt
EDA/Staatssekretariat/DEZA/Abteilung Politik, Planung und multilaterale Zusammenarbeit/Dienst für Politik der sozialen Entwicklung
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Giovannini Jean-François
Adam Ibrahim|Casabianca Antoine|Giovannini Jean-François|Horisberger Marc|Johannes Paul II. |Lüthy Jürg|Marincek Igor|Monnier Nicolette|Pourtalès Rudolphe de|Staehelin Hannes|Veil Simone
Cornaz Immita
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Politica estera in materia di salute
Aiuto alimentare|Aiuto umanitario|Cooperazione tecnica
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Africa|America Latina|Asia|Francia|Ghana|Ginevra|Occidente|Paesi in via di sviluppo|Rio de Janeiro|Roma|Scandinavia|Stati Uniti d'America (USA)
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Commissione federale per la nutrizione|Conferenza mondiale sull'Alimentazione a Roma|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|DFEP/Ufficio federale dell'agricoltura|DFI/Ufficio federale della sanità pubblica|Federazione romanda dei consumatori|Gruppo della banca mondiale|Missione permanente della Svizzera presso la sede della FAO, l'IFAD e il PAM|Nestlé/Nestec|ONU|ONU/Alto Commissariato per i rifugiati|ONU/Assemblea generale|ONU/Comitato amministrativo di coordinamento|ONU/Consiglio economico e sociale|ONU/Fondo internazionale per lo sviluppo agricolo|ONU/Fondo per la popolazione|ONU/OMS/Assemblea mondiale della sanità|ONU/Organizzatione per l'alimentazione e l'agricoltura|ONU/Organizzazione internazionale del lavoro|ONU/Organizzazione mondiale della sanità|ONU/Organizzazione per l'educazione, la scienza e la cultura|ONU/Programma alimentare mondiale|ONU/Programma per lo sviluppo|ONU/UNCED|ONU/UNICEF/Consiglio d'amministrazione|ONU/Università delle Nazioni Unite|Ticino/Dipar
DFAE/Segreteria di Stato/DSC/Divisione politica, pianificazione e cooperazione multilaterale/Servizio per la politica di sviluppo sociale
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Giovannini Jean-François
Adam Ibrahim|Casabianca Antoine|Giovanni Paolo II |Giovannini Jean-François|Horisberger Marc|Lüthy Jürg|mac null|Monnier Nicolette|Pourtalès Rudolphe de|Staehelin Hannes|Veil Simone
Cornaz Immita
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Politique extérieure en matière de santé
Aide alimentaire|Aide humanitaire|Coopération technique
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Afrique|Amérique latine|Asie|États-Unis d'Amérique (USA)|France|Genève|Ghana|Occident|Pays en voie de développement|Rio de Janeiro|Rome|Scandinavie
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Commission fédérale de la nutrition|Conférence mondiale sur la nutrition à Rome|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|DFEP/Office fédéral de l'agriculture|DFI/Office fédéral de la santé publique|Fédération romande des consommateurs|Groupe de la Banque mondiale|Nestlé/Nestec|ONU|ONU/Assemblée générale|ONU/Comité administratif de coordination|ONU/Conférence des Nations Unies sur l'environnement et le développement|ONU/Conseil économique et social|ONU/Fonds international de développement agricole|ONU/Fonds pour la population|ONU/Haut-Commissariat pour les réfugiés|ONU/OMS/Assemblée mondiale de la santé|ONU/Organisation internationale du travail|ONU/Organisation mondiale de la santé|ONU/Organisation pour l'éducation, la science et la culture|ONU/Organisations pour l'alimentation et l'agriculture|ONU/Programme alimentaire mondial|ONU/Programme pour le développement|ONU/UNICEF/Conseil d'administration|ONU/Université des Nations Unies|Représentation
DFAE/Secrétariat d'État/DDC/Division politique, planification et coopération multilatérale/Service de politique du développement social
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Giovannini Jean-François
Adam Ibrahim|Casabianca Antoine|Giovannini Jean-François|Horisberger Marc|Jean-Paul II |Lüthy Jürg|mac null|Monnier Nicolette|Pourtalès Rudolphe de|Staehelin Hannes|Veil Simone
Cornaz Immita
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Health Foreign Policy
Food aid|Humanitarian aid|Technical cooperation
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Africa|Asia|Developing countries|France|Geneva|Ghana|Rio de Janeiro|Rome|Scandinavia|The West|United States of America (USA)
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African Union|European Union|FDEA/Federal Office for Agriculture|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|FDHA/Federal Office of Public Health|Federal Commission on Nutrition|French-speaking consumers' federation|Nestlé/Nestec|Permanent Representation of Switzerland to the FAO, IFAD and WFP|Swiss Union for Food Research|Tessin/Department of Social Work|UN/Administrative Committee on Co-ordination|UN/Development Program|UN/Economic and Social Council|UN/Educational, Scientific and Cultural Organization|UN/Food and Agriculture Organization|UN/General Assembly|UN/International Fund for Agricultural Development|UN/International Labour Organization|UN/Office of the High Commissioner for Refugees|UN/UNICEF/Executive Board|UN/United Nations Conference on Environment and Development|UN/United Nations University|UN/WHO/World Health Assembly|UN/World Food Programme|UN/World Health Organization|United Nations Fund for Population Activities|University of Basel/Faculty of Medicine|UNO|World Bank Group|World Conf
FDFA/State Secretariat/SDC/Policy, Planning and Multilateral Cooperation Division/Social Development Policy Department
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Giovannini Jean-François
Adam Ibrahim|Casabianca Antoine|Giovannini Jean-François|Horisberger Marc|John Paul II |Lüthy Jürg|mac null|Monnier Nicolette|Pourtalès Rudolphe de|Staehelin Hannes|Veil Simone
Cornaz Immita
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60,000
https://dodis.ch/62034
Bericht
Bericht, Cornaz Immita
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62000-62999/dodis-62034.pdf
# RAPPORT DE LA DELEGATION SUISSE A LA CONFERENCE INTERNATIONALE SUR LA NUTRITION (CIN), Rome, 5 au 11 décembre 1992 | 1. LE BUT ET L'ORGANISATION DE LA CONFERENCE | p. 1 | | --- | --- | | 2. LA COMPOSITION DE LA DELEGATION SUISSE | p. 2 | | 3. LES PRINCIPAUX SUJETS ET LES TRAVAUX DE LA CIN | p. 2 | | 3.1. La Déclaration et le Plan d'Action | p. 2 | | 3.2. Les délibérations de la Conférence | p. 5 | | 4. LES POSITIONS DE LA DELEGATION SUISSE | p. 7 | | 4.1. Les lignes directrices de la délégation | p. 7 | | 4.2. Déclaration en plénière | p. 7 | | 4.3. Participation aux travaux de la Commission plénière | p. 8 | Annexe I: Ordre du jour de la Conférence Annexe II: Liste de la délégation suisse Annexe III: Lignes directrices de la délégation suisse Annexe IV: Déclaration en plénière du chef de la délégation suisse Annexe V: Déclaration mondiale sur la nutrition Annexe VI: Plan d'Action pour la nutrition 1. LE BUT ET L'ORGANISATION DE LA CONFERENCE Organisée conjointement par l'Organisation pour l'Alimentation et l'Agriculture (FAO) et l'Organisation mondiale de la Santé (OMS), la première Conférence internationale sur la nutrition (CIN) a eu lieu à Rome, du 5 au 11 décembre 1992. La CIN est la première conférence intergouvernementale de portée mondiale sur la nutrition. La faim, la malnutrition ainsi que les maladies liées à l'alimentation sont des fléaux encore largement répandus dans plusieurs régions du monde. Le principal objectif de la CIN était la mobilisation de la volonté politique internationale en vue de l'élaboration et la mise en pratique, par les pays et les organisations internationales, de stratégies réalistes et efficaces pour promouvoir et protéger le bien-être nutritionnel dans le monde entier. L'ordre du jour de la Conférence est attaché (annexe I). La Conférence était placée sous la présidence de Mme Simone Veil, France. Le président de la Commission plénière était M. H.E. Ibrahim Adam, Ministre de l'Agriculture du Ghana, qui avait présidé la Conférence préparatoire à Genève, du 18 au 24 août 1992 . Des représentants de 116 pays ont pris part à la CIN, ainsi que de 142 organisations non gouvernementales (ONGs) et de 15 organisations des Nations Unies, soit au total quelque 1400 personnes, dont 140 ministres. Bon nombre des délégations gouvernementales étaient dirigées par le Ministre de la Santé ou le Ministre de l'Agriculture. # 2. LA COMPOSITION DE LA DELEGATION SUISSE La délégation suisse, dirigée par M. Jean-François Giovannini, Directeur suppléant de la DDA, était composée, d'une part, de représentants des trois offices fédéraux concernés, à savoir la Direction de la coopération au développement et de l'aide humanitaire, l'Office fédéral de la santé publique et l'Office fédéral de l'agriculture, et du représentant de la Suisse auprès de la FAO à Rome, chargés de tâches politiques et négociatoires, et, d'autre part, d'un membre de la Commission fédérale de l'alimentation, d'un membre du Département des oeuvres sociales du canton du Tessin et de représentants du secteur privé, à savoir de l'industrie et des consommateurs, chargés de tâches consultatives techniques, notamment en vue de l'action future en Suisse dans la cadre du suivi de la CIN. La liste de la délégation se trouve en annexe II. ## 3. LES PRINCIPAUX SUJETS ET LES TRAVAUX DE LA CIN ### 3.1. La Déclaration et le Plan d'Action La Conférence était appelée à adopter une "Déclaration mondiale sur la Nutrition" et un "Plan d'Action pour la Nutrition". Ces documents avaient été préparés à la Conférence préparatoire qui s'est tenue en août 1992 à Genève. La Commission plénière et son comité de rédaction avaient pour tâche de mettre au point la version finale. Les déclarations des chefs de délégation étaient faites en réunion plénière de la Conférence. La situation alimentaire et nutritionnelle dans le monde d'aujourd'hui est très grave. Près de 780 millions d'habitants des pays en développement - soit une personne sur cinq dans les pays en développement - n'ont pas les moyens de se procurer chaque jour la ration alimentaire de base indispensable. Outre la faim, il y a aussi la malnutrition. Elle prend souvent la forme de carences nutritionnelles. Plus de 2 milliards de personnes, surtout des femmes et des enfants, présentent une carence en un ou plusieurs micronutriments. Ces carences peuvent avoir d'importantes conséquences pour la santé de la population et pour le développement des enfants p.ex. le manque de fer qui est à l'origine d'anémies graves surtout pour les femmes enceintes et pour les enfants, le manque d'iode qui peut causer le crétinisme, le manque en vitamine A qui conduit à la cécité et en outre réduit sensiblement la résistance aux maladies infectieuses et favorise la mortalité des enfants. Ces carences causent des ravages dans les pays pauvres. Des $35^{\prime} 000$ enfants qui meurent chaque jour dans les pays en développement, on peut admettre que la majorité est victime de la malnutrition. Or, à condition de prendre les mesures nécessaires, les carences peuvent être évitées, et, notamment pour les carences qui viennent d'être énumérées, il est possible d'y arriver dans un avenir relativement proche. Education, information, création de revenus, politique des prix, amélioration de la situation de la femme, qualité des aliments, mais aussi assainissement et approvisionnement en eau potable, sont quelques-uns des domaines où l'action s'impose. Cela est vrai surtout pour les pays en développement, mais aussi pour les populations pauvres des pays industrialisés. La cause principale de la faim et de la malnutrition est la pauvreté. Dans les pays du Nord, la malnutrition peut prendre d'autres formes: les régimes alimentaires trop riches ou déséquilibrés sont à l'origine de la forte prévalence p.ex. des maladies cardio-vasculaires qui sont une cause majeure de décès dans nos pays; un meilleur régime alimentaire permettrait de prévenir ces maladies. Dans les pays du Sud également et sous l'effet de l'urbanisation et des changements de modes de vie, les régimes alimentaires sont souvent déséquilibrés, ce qui entraîne l'augmentation de certaines maladies comme dans les milieux occidentaux. La Déclaration (voir texte en annexe V) souligne d'emblée que "la faim et la malnutrition sont inacceptables dans un monde qui dispose à la fois des connaissances et des ressources voulues pour mettre fin à cette catasprophe humaine. .... L'accès à des aliments nutritionnellement appropriés et sans danger est un droit universel. ..... Il existe dans l'ensemble du monde assez de nourriture pour tous; le principal problème est celui des conditions d'accès à cette nourriture qui ne sont pas équitables. ..... Nous nous engageons à agir en commun pour que le droit d'être à l'abri de la faim devienne une réalité. Nous prenons le ferme engagement d'oeuvrer ensemble pour le bien-être nutritionnel durable de tous dans un monde en paix, juste et écologiquement sûr." (paragraphe 1). La Déclaration énonce ensuite les principales causes de cette situation critique, les conditions qui doivent être remplies pour assurer la sécurité alimentaire et le bien-être nutritionnel pour tous, les engagements à prendre à cet effet, sur le plan économique, social et politique et en matière notamment de production agricole, de santé et d'éducation, pour ne nommer que ces domaines, et les objectifs à atteindre. Il est reconnu notamment que "le bien-être nutritionnel de tous est une des conditions préalabales du développement des sociétés et doit être un objectif-clef du développement humain. Il doit être au centre de nos plans et stratégies de développement socio-économique. .... Les politiques et programmes doivent être axés sur ceux qui en ont le plus besoin". Notre priorité doit être la mise en oeuvre de politiques et programmes centrés sur la population, qui donnent aux pauvres des villes et des campagnes un meilleur accès aux ressources et une plus grande maîtrise de celles-ci, augmentent la productivité et les revenus et renforcent leur capacité de se prendre eux-mêmes en charge" (paragraphes 11 et 12). Une grand place est donnée aussi à l'aide alimentaire. Le Plan d'Action (voir annexe VI) donne plus en détail les orientations à suivre dans l'action. Après avoir évoqué les grands principes d'action, soit - la croissance dans l'équité et la priorité aux plus vulnérables, - la participation populaire - et la prise en compte de la situation des femmes, le Plan traite des problèmes intersectoriels et des stratégies et mesures à prendre. Parmi les principaux éléments stratégiques, il faut compter - l'intégration de la nutrition dans les politiques et programmes de développement, - la sécurité alimentaire des ménages, - l'amélioration de la qualité et de la sécurité des produits alimentaires, - la prévention et le traitement des maladies infectieuses (la malnutrition est à la fois une cause de la moindre résistance aux infections et une conséquence des maladies infectieuses), - la prise en charge des personnes défavorisées sur le plan socio-économique et vulnérables sur le plan nutritionnel, - l'allaitement maternel, [^0] [^0]: 1 en anglais:"towards those most in need"; le "en" de la version française introduit une autre nuance. De façon générale, la langue française a été malmenée (tout comme l'espagnol) et la traduction souvent est lourde et parfois difficile à comprendre, occasionnellement elle diffère même de l'original anglais. La Suisse a relevé le même défaut après la Conférence préparatoire, sans beaucoup d'effets. A Rome, travaillant sur l'original anglais, la délégation suisse, tout comme celle de la France, a généralement laissé échapper les erreurs ou défauts de traduction. - la prévention de carences spécifiques en nutriments et la promotion de régimes alimentaires appropriés et de modes de vie sains - ainsi que l'évaluation et le suivi de la situation nutritionnelle. Les recommendations du Plan d'Action doivent se traduire en actions prioritaires adaptées à la réalité de chaque pays et appuyées par des actions au niveau international. # 3.2. Les délibérations de la Conférence Bon nombre de délégations, dans leur déclaration en plénière, ont souligné la gravité de la situation et la nécessité de passer à l'action. Plusieurs délégations ont aussi indiqué comment leur pays entend agir ou quels principes devraient guider l'action, tant dans leur pays que sur le plan international. L'orientation générale de la Déclaration mondiale a été généralement approuvée. Les ONGs ont joué un rôle actif, en coulisse plutôt qu'en commission. Certaines de leurs interventions en plénière étaient fort remarquées. La gravité des situations de crise telle que la catastrophe en Somalie a entraîné le débat sur l'aide alimentaire et sur ce qui a été appelé le "devoir d'ingérence humanitaire" (évoqué aussi par le Pape Jean-Paul II dans son allocution lors de la séance d'ouverture), devoir ou droit d'ingérence auquel a été opposé le principe de la souveraineté nationale. Après de longues et difficiles négociations, la formule de compromis suivante a trouvé le consensus: les vivres et les fournitures médicales doivent être acheminés sans délai vers ceux qui en ont besoin "dans le respect de la souveraineté nationale, hormis les situations humanitaires exceptionnelles qui restent à apprécier au niveau approprié des instances compétentes des Nations Unies" (paragaraphe 9 de la Déclaration). De même, les conditions qui devraient être observées pour l'aide alimentaire ont été définies plus en détail et les critères de décision pour l'octroi ou non de l'aide alimentaire ont prolongé le débat ouvert déjà lors de la Conférence préparatoire. Ainsi la Déclaration reconnaît "le droit des populations civiles situées dans des zones de conflit à être approvisionnées en produits alimentaires. appropriés" et elle affirme qu'"en vertu du droit humanitaire international, (que) les vivres ne doivent pas être utilisés comme instrument politique de coercition. L'aide alimentaire ne peut pas être refusée pour des raisons d'obédience politique, de situationn géographique, de sexe, d'âge ou d'appartenance à un groupe ethnique, tribal ou religieux" (paragraphe 15). Débat délicat également sur la libéralisation du commerce mondial dont la Déclaration reconnaît l'importance pour augmenter les recettes et les devises et favoriser l'emploi dans les pays en développement (paragraphe 17) ${ }^{2}$. Les débats étaient longs et nourris mais beaucoup moins tendus sur la forme à donner au paragraphe 19 de la Déclaration sur les buts à poursuivre. Les ONGs, suivies notamment par la délégation des Pays Bas, auraient voulu une formulation plus précise et plus contraignante des objectifs à atteindre que l'énoncé très général prévu initialement. A été finalement retenue la mention du besoin de définir des "buts et objectifs mesurables assortis de délais" et ce, pour "la mortalité par inanition et la mortalité liée aux famines; la famine et les maladies dues à des carences nutritionnelles dans les communautés éprouvées par des catastrophes naturelles ou causées par l'homme; les carences en iode et en vitamine A". Pour les autres problèmes nutritionnels à combattre, la Déclaration engage à les "réduire substantiellement au cours de la présente décennie". Deux autres sujets plus "techniques" ont encore longuement retenu l'attention: le sucre et l'allaitement maternel. En dépit de tous les efforts avant et pendant la Conférence préparatoire, le projet de texte, en particulier le chapitre sur les régimes alimentaires appropriés qui traite également des tendances récentes, ne faisait pas mention du sucre raffiné, tout en relevant la diminution de la consommation de glucides complexes. De longues conciliabules ont permis de l'introduire, pudiquement caché sous le nom de "glucides raffinés" (Plan d'Action, paragraphe 39). Le débat non sans passion sur l'allaitement maternel a permis de donner au paragraphe 33 qui lui était consacré (à l'intérieur du chapitre consacré aux personnes défavorisées et vulnérables) la place et la portée qui lui reviennent comme chapitre séparé. Les amendements apportés rapprochent aussi le texte des positions adoptées à ce sujet par les Etats Membres de l'OMS et le Conseil d'Administration de l'UNICEF. 2 Le texte adopté est moins satisfaisant cependant que celui agréé à Genève lors de la Conférence préparatoire: dans le projet initial soumis à Genève, le texte y relatif avait prôné "l'importance vitale" de la libéralisation. Suite à un amendement proposé par la Suisse, la Conférence préparatoire avait alors nuancé le texte en y introduisant une référence aux conditions propres aux pays en développement et aux populations pauvres qui devraient être prises en considération en cette matière; puis a été ajoutée la mention des mesures d'ajustements structurels. L'amendement visant à enlever le mot "vitale" n'a pas été retenu. Le comité de rédaction préparant la version soumise à Rome a restreint aux mesures d'ajustements structurels la référence aux pays en développement et aux populations pauvres à prendre en considération dans le processus de libéralisation, et l'a limitée à "certains groupes vulnérables" (ce n'est pas le seul cas de modification de fond opérée entre septembre et décembre sans transparence). Dans la Commission plénière à Rome, la délégation des Etats-Unis a fait la concession d'accepter de biffer les mots "vitale" et "certains" mais était intransigeante dans son opposition à la réintroduction de la référence à la libéralisation. # 4. LES POSITIONS DE LA DELEGATION SUISSE ### 4.1. Les lignes directrices de la délégation Les objectifs de la délégation suisse étaient de - contribuer à ce que la CIN aboutisse à des engagements politiques effectifs en vue de mettre un terme aux situations inacceptables de faim et de malnutrition incompatibles avec les droits fondamentaux de l'être humain; - souligner l'importance de la responsabilité de chacun dans la réalisation des actions à entreprendre; - faire reconnaitre l'importance du cadre politique et économique: la faim étant avant tout causée par la pauvreté, il est nécessaire de lier la lutte contre la faim et la malnutrition contre la pauvreté; - préconiser une approche intersectorielle; - éviter toute incompatibilité avec la législation suisse; - tenir compte des intérêts de la politique agricole suisse; - éviter la mention de tout engagement financier allant audelà de ce que la Suisse a déjà accepté dans d'autres enceintes (CNUED, Rio). Les lignes directrices de la délégation suisse sont reproduites en annexe III. ### 4.2. Déclaration en plénière Dans sa déclaration en plénière, dont le texte est joint en annexe IV, le Chef de la délégation, reconnaissant que la faim et l'absence de sécurité alimentaire sont une réalité pour de nombreux groupes de population, dans le Sud et dans le Nord, a souligné que de telles situations sont inacceptables et incompatibles avec les droits fondamentaux de l'être humain. Nous devons être conscients du cadre politique et économique de l'action à entreprendre. Les deux causes principales de la faim sont la pauvreté et les conflits armés. Tout doit être fait afin que le droit élémentaire à l'alimentation soit effectivement respecté pour les populations touchées par un conflit ou une guerre. La lutte contre la faim et la malnutrition doit aussi être directement liée à celle contre la pauvreté et un effort particulier doit être entrepris en faveur des couches de population les plus pauvres. Il a rappelé aussi que dans les actions à entreprendre, toutes les parties doivent assumer des responsabilités à tous les niveaux, allant des familles aux autorités gouvernementales. Il a souligné la responsabilité directe qui revient au secteur privé, tant les producteurs - parmi lesquels les agriculteurs et les éleveurs - que l'industrie, notamment les industries chimique, pharmaceutique et alimentaire. Dans l'action à entreprendre par chaque pays selon le contexte qui lui est propre, certaines orientations sont particulièrement importantes: premièrement, la politique nutritionnelle doit prendre en compte les effets à long terme. A cette fin, il importe de veiller surtout à la coopération interprofessionnelle et interministérielle. Une attention particulière doit être donnée à l'impact sur l'environnement, notamment par la production agricole et la transformation industrielle. Deuxièmement, la politique agricole doit préserver et promouvoir la capacité productive de l'agriculture et assurer des conditions propices au rôle multifonctionnel du secteur agricole comme producteur d'aliments, source d'emplois et comme agent environnemental. Troisièmement, l'amélioration de la nutrition dépend largement de l'amélioration et du renforcement de l'éducation générale, de l'information du public et de la formation en nutrition, notamment du personnel de santé et du personnel enseignant. Dans la très grande majorité des pays, dans le Nord tout comme dans le Sud, un grand effort reste à faire pour renforcer et améliorer tant l'information que la formation nutritionnelles. Le Chef de la délégation a déclaré que la Suisse entend bien s'engager dans cette voie. Il importe aussi de renforcer ou de mieux orienter les recherches en la matière. La déclaration a souligné enfin qu'il est de la plus grande importance que que la Conférence aboutisse à l'action, pour l'élaboration puis la mise en pratique de politiques et de stratégies nutritionnelles efficaces. # 4.3. Participation aux travaux de la Commission plénière La délégation suisse a pris une part active aux travaux de la Commission qui était chargée de revoir le projet de la Déclaration mondiale et du Plan d'Action et elle a proposé plusieurs amendements qui, pour la très grande majorité, ont été adoptés par la Commission. [^0] [^0]: 3 Repondant à l'invitation du Secrétaire de la CIR, la Suisse avait déjà fait connaître des propositions d'amendements après la diffusion du projet des deux documents à la suite de la Conférence préparatoire. Plusieurs de ces amendements avaient été retenus dans la version soumise à la CIR; presque tous les autres amendements ont été adoptés lors de la CIR, soit que la délégation suisse les ait présentés une nouvelle fois, soit qu'une autre délégation les ait pris à son compte. Lors de la Conférence préparatoire, la délégation suisse avait présenté bon nombre d'amendements qui ont été largement retenus. Les amendements ainsi adoptés ont porté sur les sujets suivants: - droit universel aux aliments: mettre la reconnaissance de ce droit au début ( $D^{4} 1$; cette mention se trouvait noyée au paragraphe 17); pas de différence à cet égard entre le Nord et le Sud ( $P^{9} 10$; dans le projet, le paragraphe se limitait aux pays en développement); - politique agricole: reconnaître l'importance de la politique agricole ainsi que sa multifonctionnalité (D 6; P 8 bis); - politique démographique: introduire la notion de la libre détermination par les parents et en connaissance de cause du nombre de leurs enfants et de l'espacement des naissances dans l'intérêt des générations présentes et futures (à la place de l'objectif d'un taux de fécondité en rapport avec la dotation des pays en ressources naturelles; P 16); - allaitement maternel: reconnaitre que l'allaitement au sein est l'alimentation idéale du nourrisson et du jeune enfant; reconnaître la responsabilité du secteur privé pour la promotion de l'allaitement au sein (P 33); - recherche: promouvoir la recherche nutritionnelle et socioéconomique sur divers sujets spécifiques (P 29k; 30h; 38i); - prise en compte des habitudes alimentaires locales ainsi que des aliments localement disponibles et des techniques de production locales (P 6; 38c; 38e; 41j); - renforcer la formation, promouvoir ou faciliter la diffusion d'informations nutritionnelles pertinentes (P 20b; 29k; 30h; 38c; 38g;) et assurer le droit pour tous aux informations sur la situation nutritionnelle (P 41); - environnement: assurer que les pratiques agricoles soient écologiquement sares (P 29i); - engager les institutions des Nations Unies et les autres parties concernées à diffuser pour le grand public les principaux points de la Déclaration et du Plan d'Action (P 45bis); - quelques amendements rédactionnels. ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Jean-François Giovannini Chef de la délégation ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) ![img-2.jpeg](img-2.jpeg) ![img-3.jpeg](img-3.jpeg) ![img-4.jpeg](img-4.jpeg) ![img-5.jpeg](img-5.jpeg) # INTERNATIONAL CONFERENCE ON NUTRITION ## FAO/WHO JOINT SECRETARIAT ![img-6.jpeg](img-6.jpeg) ## FOOD AND AGRICULTURE ORGANIZATION OF THE UNITED NATIONS ## WORLD HEALTH ORGANIZATION # INTERNATIONAL CONFERENCE ON NUTRITION PROVISIONAL AGENDA ## Rome, Italy, 5-11 December 1992 ### Opening of the Meeting - **Item 1** Conference Procedural and Organizational Matters - Election of the Chairperson - Adoption of the Agenda and Timetable - Organization of the Work of the Conference - Election of the Vice Chairpersons, Rapporteurs, and Chairperson of the Commission of the Whole - Appointment of the Credentials & Drafting Committees - **Item 2** General Discussion of the World Declaration and Plan of Action for Nutrition The General Discussion will be held in the Plenary. - **Item 3** Adoption of the Draft Texts of the World Declaration and Plan of Action for Nutrition. These documents were prepared at the Preparatory Committee Meeting(s) and will be reviewed by the Commission of the Whole and submitted to the Plenary for Adoption. - **Item 4** Adoption of the World Declaration and Plan of Action for Nutrition FAO/WHO JOINT SECRETARIAT FOR THE CONFERENCE: Viale delle Terme di Caracalla 00100 ROME Tel. 57973097/3627 Telex: 625852-625853 FAO | Cables: FOODAGRI ROME Facsimile: (6) 57976661 # 1974 ## 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030 2031 2032 2033 2034 2035 2036 2037 2038 2039 2040 2041 2042 2043 2044 2045 2046 2047 2048 2049 2050 2051 2052 2053 2054 2055 2056 2057 2058 2059 2060 2061 2062 2063 2064 2065 2066 2067 2068 2069 2070 2071 2072 2073 2074 2075 2076 2077 2078 2079 2080 2081 2082 2083 2084 2085 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de la coopération au développement et de l'aide humanitaire Monsieur Jürg Lüthy Office fédéral de la santé publique Monsieur Rudolph de Pourtalès, Ministre, Représentant permanent de la Suisse à l'OAA, au PAM et au CAM, Rome Monsieur Igor Marincek Office fédéral de l'agriculture Tâches consultatives techniques, notamment en vue de l'action future en Suisse dans le cadre du suivi de la CIN Délégués du secteur privé, de l'EPFZ et des cantons: Monsieur le Professeur Hannes B. Staehelin Hôpital universitaire de Bâle, Président de l'Union suisse pour la recherche alimentaire, membre de la Commission fédérale de l'alimentation, représentant les milieux médicaux et la recherche Madame Nicolette Monnier Membre de la Fédération romande des consommatrices, représentant les organisations de consommateurs Monsieur Marc Horisberger Nestec SA, Vevey, représentant l'industrie Monsieur Antoine Casabianca Dipartimento opere sociali, Bellinzona Directeur de la campagne tessinoise pour une alimentation saine, représentant les cantons ![img-7.jpeg](img-7.jpeg) ![img-8.jpeg](img-8.jpeg) ![img-9.jpeg](img-9.jpeg) **DIVERSITÉ** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **DÉVELOPPEMENT** **D # IV. Les lignes directrices de la position suisse à la CIN La délégation suisse poursuivra à Rome le travail qu'elle a entrepris lors de la Conférence préparatoire de Genève. Elle s'engagera notamment à : travailler à ce que la Conférence aboutisse à des engagements politiques effectifs, de la part des pays et des organisations internationales, en vue de mettre un terme aux situations inacceptables de faim et de malnutrition incompatibles avec les droits fondamentaux de l'être humain. La nutrition étant un élément crucial du développement individuel et des collectivités, un effort particulier doit être entrepris en faveur des couches de population les plus pauvres; souligner, tout en respectant les spécificités nationales dans l'application du Plan d'Action, l'importance de la responsabilité de chacun : des populations, des acteurs économiques (notamment agriculteurs, entreprises alimentaires et commerce), et des gouvernements ainsi que de la communauté internationale à titre subsidiaire. A ce titre, la Suisse se fera l'avocate d'une amélioration et d'un renforcement de la formation, de l'éducation et de l'information nutritionnelles; faire reconnaître l'importance du cadre politique et économique: la faim étant avant tout causée par la pauvreté, il est nécessaire de lier la lutte contre la faim et la malnutrition à la lutte contre la pauvreté. Dans cette optique, il s'agit de promouvoir un cadre réaliste de l'activité économique permettant d'assurer la sécurité alimentaire et le bien-être nutritionnel pour tous. A cet égard, la Suisse soutient une approche qui vise à encourager l'initiative privée. Elle souligne la nécessité de tenir compte, dans les efforts'de libéralisation des échanges, des besoins et des possibilités des pays en développement, ainsi que de la sécurité alimentaire et des principes écologiques. De même, il faut souligner l'importance de la politique agricole (qui doit promouvoir les capacités nationales de production) tout comme la multifonctionalité de l'agriculture (production d'aliments et source de revenus ainsi que d'emplois); préconiser une approche intersectorielle (ou intégrée) tenant compte aussi de l'impact des questions alimentaires et nutritionnelles sur l'environnement; éviter toute incompatibilité des recommandations avec la législation suisse en général et avec la législation alimentaire suisse en particulier. La délégation suisse s'opposera à toute formulation contraignante contraire à la politique suisse de nutrition; tenir compte des intérêts de la politique agricole suisse à travers l'acceptation de la Déclaration et du Plan d'Action; éviter la mention de tout engagement financier allant au-delà de ce que la Suisse a déjà accepté dans d'autres enceintes (CNUCED, Rio). the estimate of this product from a third- and third- of the total production rate and which has been used as part of the calculation of all production rates (see below). now that the information on the available product makes a correct corresponding statement of the cost per capita of the product. The product is the total of the total production cost of the product, which is defined as the total production cost of the product, and the total production cost of the product, which is the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, which is the total production cost of the product, and the total production cost of the product, which is the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, which is the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the 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as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, 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product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total 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as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, 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of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total 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as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, 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product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total 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total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product, as well as the total production cost of the product # CONFERENCE INTERNATIONALE SUR LA NUTRITION ROME, 5 - 11 DECEMBRE 1992 ## DECLARATION DE M. JEAN-FRANCOIS GIOVANNINI CHEF DE LA DELEGATION SUISSE Permettez-moi tout d'abord d'adresser les félicitations de mon pays à l'Organisation des Nations Unies pour l'Alimentation et l'Agriculture et à l'Organisation Mondiale de la Santé d'avoir mis sur pied cette Conférence dont le thème est absolument essentiel. Comme le confirment les documents de la Conférence, la faim, et l'absence de sẹcurité alimentaire, sont une réalité pour de nombreux groupes de population, et cela surtout dans les pays du Sud mais aussi dans. le Nord. De telles situations sont inacceptables et incompatibles avec les droits fondamentaux de l'être humain. Par ailleurs, la nutrition adéquate est un élément crucial du développement des individus et des collectivités. La malnutrition - qu'elle soit liée à la faim et causée par la pauvreté ou qu'elle résulte d'une abondance mal gérée - est toujours une menace pour la santé, voire pour la vie. Trop longtemps l'impact de la nutrition pour la santé individuelle et pour le développement a été ignoré ou occulté et il est juste que cette Conférence nous engage très clairement à aller au-delà des problèmes de la faim et à assurer ce qu'on a si bien nommé le bien-être nutritionnel et à en reconnaître la portée à la fois économique et sociale. Nous devons être conscient du cadre politique et économique de l'action à entreprendre. Faim et malnutrition ne sont pas une fatalité: elles sont essentiellement causées par l'homme. Les deux causes principales de la faim - et dans une certaine mesure de la malnutrition - sont la pauvreté et les conflits armés. Tout doit être fait afin que le droit élémentaire à l'alimentation soit effectivement respecté pour les populations touchées par un conflit ou une guerre. La lutte contre la faim et la malnutrition doit aussi être directement liée à celle contre la pauvreté et un effort particulier doit être entrepris en faveur des couches de population les plus pauvres. Le but devrait bien être que tous les ménages puissent jouir d'une sécurité alimentaire et que le bien-être nutritionnel soit assuré pour tous. Afin d'atteindre ce but, nous sommes tous appelés à agir et à assumer des responsabilités, à tous les niveaux. Il importe que les familles et les ménages soient en mesure d'avoir accès aux aliments, c.à.d. qu'ils puissent produire les aliments ou qu'ils puissent gagner le revenu nécessaire pour les acheter. Il revient aux autorités gouvernementales et à la communauté internationale de favoriser la création de conditions'propices à cet effet, à travers la politique agricole et la politique commerciale notamment, mais aussi par la législation alimentaire et la politique nutrionnelle. Le secteur privé a également une responsabilité directe. Cela vaut tant pour les producteurs - à savoir les agriculteurs, les éleveurs et les pêcheurs - que pour l'industrie. Sont concernées l'industrie chimique et pharmaceutique d'une part, qui peut appuyer la production ou jouer un rôle dans la fortification des aliments, mais surtout l'industrie alimentaire, qui, par la qualité des produits qu'elle met sur le marché et par la promotion des produits, peut influencer les modes alimentaires. S'il est vrai que chaque pays doit chercher à assurer le bien-être nutritionnel pour l'ensemble de la population, chaque pays doit définir son approche selon le contexte et les besoins qui lui sont propres. Dans ce cadre, certaines orientations nous semblent particulièrement importantes et je voudrais en relever trois. La première concerne l'orientation à donner à la politique nutritionnelle et à la stratégie pour assurer le bien-être nutritionnel. Elle doit prendre en compte les effets à long terme et assurer la durabilité des actions. A cette fin, il importe de suivre une approche intersectorielle et de veiller surtout à la coopération interprofessionnelle et interministérielle: Une attention particulière doit être donnée à l'impact sur l'environnement, en particulier par la production agricole ou la transformation industrielle. La nécessité d'une telle approche intersectorielle - qui correspond également au message de la Conférence de Rio s'applique aussi à l'action au plan régional et international, qu'elle soit gouvernementale ou privée. En deuxième lieu, il importe de reconnaître le rôle déterminant que joue la politique agricole. De concert avec la politique économique générale, elle doit chercher à préserver et à promouvoir de manière durable la capacité productive de l'agriculture. Elle doit favoriser des conditions propices au rôle multifonctionnel du secteur agricole comme producteur d'aliments, source d'emplois et de revenus et comme agent environnemental par l'utilisation judicieuse des ressources naturelles. Le problème des pénuries locales d'aliments doit être résolu par la combinaison des stratégies visant à accroître la production locale, à promouvoir l'échange régional et international et à maintenir des stocks minimaux au niveau national. Un troisième facteur essentiel pour assurer le bien-être nutritionnel pour tous est le complexe formé par les trois éléments qui sont éducation générale, information du public et formation en nutrition du personnel de santé et du personnel enseignant. L'éducation générale, surtout si les filles et les femmes peuvent en bénéficer, permet aux familles d'améliorer leur alimentation grâce à une meilleure connaissance des besoins alimentaires et de la valeur nutritionnelle; l'éducation générale permet aussi d'améliorer les revenus et elle constitue une bonne base pour la vulgarisation agricole. La formation nutritionnelle du personnel soignant et du personnel médical est essentielle non seulement pour soigner la malnutrition mais surtout pour la combattre et la prévenir. Quant aux enseignants, sans connaissances nutritionnelles au moins élémentaires, ils seront incapables d'inciter les enfants et les jeunes à améliorer leurs habitudes alimentaires; à travers les enfants, l'école peut souvent atteindre de façon très efficace les familles. Et enfin il y a l'information donnée au grand public et notamment aux consommateurs et aux mères de famille, sur la valeur nutritionnelle, sur l'intérêt de certains modes alimentaires, sur les précautions à prendre, cette information est d'une grande importance dans la lutte pour une meilleure nutrition à la portée des familles. J'aimerais ajouter que cela est vrai aussi pour. les familles moins favorisées car, et il faut le souligner, une meilleure nutrition n'est pas nécessairement une nutrition. plus coûteuse. La formation nutritionnelle aussi bien que l'information doivent être basées sur des connaissances précises. Un rôle de choix revient à cet égard à la recherche, qui dans certains domaines doit être renforcée ou mieux orientée. Il est important aussi de favoriser l'échange d'informations et la diffusion des expériences acquises. Dans la très grande majorité des pays, dans le Nord tout comme dans le Sud, un grand effort reste à faire pour renforcer et améliorer tant l'information que la formation nutritionnelle. Mon pays entend bien s'engager dans cette voie, Pour conclure, je voudrais souligner encore une fois combien il est important que cette Conférence nous engage à agir et que les deux organisations responsables de la Conférence, la FAO et l'OMS, de concert avec les autres organisations, appuyent les pays membres dans l'élaboration puis la mise en pratique de politiques et de stratégies nutritionnelles efficaces. . # CONFÉRENCE INTERNATIONALE SUR LA NUTRITION ORGANISATION DES NATIONS UNIES POUR L'ALIMENTATION ET L'AGRICULTURE ORGANISATION MONDIALE DE LA SANTE ICN/92/2-Rev. 3 11 décembre 1992 ## DECLARATION MONDIALE SUR LA NUTRITION 1. Nous, Ministres et Plénipotentiaires représentant ...... Etats et la CEE à la Conférence internationale sur la nutrition (Rome, décembre 1992), nous déclarons déterminés à éliminer la faim et à réduire toutes les formes de malnutrition. La faim et la malnutrition sont inacceptables dans un monde qui dispose à la fois des connaissances et des ressources voulues pour mettre fin à cette catastrophe humaine. Nous reconnaissons que l'accès à des aliments nutritionnellement appropriés et sans danger est un droit universel. Nous reconnaissons qu'il existe dans l'ensemble du monde assez de nourriture pour tous; le principal problème est celui des conditions d'accès à cette nourriture qui ne sont pas équitables. Au nom du droit à un niveau de vie décent, et notamment à une alimentation suffisante, énoncé dans la Déclaration universelle des Droits de l'Homme, nous nous engageons à agir en commun pour que le droit d'être à l'abri de la faim devienne une réalité. Nous prenons le ferme engagement d'oeuvrer ensemble pour le bien-être nutritionnel durable de tous dans un monde en paix, juste et écologiquement sûr. 2. Malgré l'amélioration sensible, dans le monde entier, de l'espérance de vie, de l'alphabétisation des adultes et de l'état nutritionnel, nous considérons tous avec la plus profonde inquiétude le fait inacceptable que près de 780 millions d'habitants des pays en développement - soit $20 \%$ de la population - n'ont toujours pas les moyens de se procurer chaque jour la ration alimentaire de base indispensable à leur bien-être nutritionnel. 3. Nous déplorons particulièrement le nombre toujours plus grand d'enfants de moins de 5 ans atteints de malnutrition, en Afrique, en Asie et en Amérique latine. En outre, plus de 2 milliards de personnes, surtout des femmes et des enfants, présentent une carence en un ou plusieurs micronutriments. Il y a encore des enfants qui naissent avec une arriération mentale par suite d'une carence en iode; d'autres enfants perdent la vue et meurent du fait d'une carence en vitamine A; et un nombre considérable de femmes et d'enfants souffrent d'une carence en fer. Des centaines de millions de personnes souffrent de maladies transmissibles et non transmissibles provoquées par des aliments et de l'eau contaminés. En même temps, des maladies chroniques non transmissibles liées à une alimentation excessive ou déséquilibrée sont une cause fréquente de décès prématurés dans les pays développés comme dans les pays en développement. 4. Nous demandons à l'ONU d'envisager de toute urgence de proclamer une Décennie internationale de l'alimentation et de la nutrition, en mettant à profit les structures existantes et les ressources disponibles, afin de faire une plus large place à la réalisation des objectifs de la présente Déclaration mondiale sur la nutrition. Il faudrait, ce faisant, accorder une importance particulière aux problèmes alimentaires et nutritionnels de l'Afrique, ainsi que de l'Asie, de l'Amérique latine et des Caraïbes. 5. Nous reconnaissons que la pauvreté et l'ignorance, qui tiennent souvent au sousdéveloppement, sont les causes premières de la faim et de la sous-alimentation. Il y a, dans la plupart des sociétés, des pauvres qui n'ont pas un accès suffisant aux éléments essentiels du bien-être nutritionnel, à savoir : une alimentation convenable, une eau saine, de bonnes conditions d'assainissement et dés services de santé et d'éducation. 6. Nous nous engageons à faire en sorte que les politiques et programmes de développement débouchent sur une amélioration durable du bien-être de l'homme, respectent l'environnement et permettent d'améliorer la nutrition et la santé des générations présentes et futures. Les rôles multifonctionnels de l'agriculture, notamment pour ce qui concerne la sécurité alimentaire, la nutrition, l'agriculture durable et la conservation des ressources naturelles, sont particulièrement importantes dans ce contexte. Nous devons adopter, aux niveaux des familles, des ménages, des communautés, des pays et de la communauté internationale, des politiques et des programmes économiques et sociaux cohérents en matière d'agriculture, d'élevage, de pêche, d'alimentation, de nutrition, de santé, d'éducation, de démographie, de défense de l'environnement, qui soient propres à assurer et à maintenir un rapport équilibré entre la population et les ressources disponibles, et entre les zones rurales et urbaines. 7. La lenteur des progrès accomplis dans la résolution des problèmes nutritionnels s'explique par le fait que de nombreux pays n'ont ni les ressources humaines et financières, ni les moyens institutionnels, ni l'engagement politique nécessaires pour évaluer la nature, l'ampleur et les causes de ces problèmes et appliquer des programmes concertés pour y remédier. Des travaux de recherche fondamentale et appliquée et des mécanismes de surveillance alimentaire et nutritionnelle sont indispensables pour mieux cerner les facteurs qui contribuent aux problèmes de malnutrition et trouver les moyens d'éliminer ces problèmes, en particulier chez les femmes, les enfants et les personnes âgées. 8. En outre, les disparités persistantes sur le plan social et économique ainsi qu'entre les sexes; les pratiques et les lois discriminatoires; les inondations, les cyclones, la sécheresse, la désertification et d'autres catastrophes naturelles; et, dans de nombreux pays, l'insuffisance des budgets alloués à l'agriculture, à la santé, à l'éducation et aux autres services sociaux, font également obstacle au bien-être nutritionnel. 9. Les guerres, l'occupation, les troubles civils, les catastrophes naturelles, les violations des droits de l'homme et certaines politiques socio-économiques inadaptées se sont traduites par des dizaines de millions de réfugiés, de personnes déplacées, de populations civiles non combattantes mais victimes de la guerre et de migrants, qui figurent parmi les groupes les plus vulnérables du point de vue nutritionnel. Les ressources dont on dispose pour prendre en charge et réadapter ces groupes sont souvent tout à fait insuffisantes et les carences nutritionnelles sont courantes. Toutes les parties intéressées doivent coopérer pour assurer l'acheminement et la distribution, dans des conditions de séciaté et ans délai, des vivres et des fournitures médicales appropriés vers ceux qui en ont besoin, coriormément à la Charte des Nations Unies. 10. L'évolution de la situation mondiale et l'atténuation des tensions internationales améliorent les perspectives d'un règlement pacifique des différends et nous offrent une occasion sans précédent de réorienter de plus en plus nos ressources vers des activités productives et socialement utiles, propres à garantir le bien-être nutritionnel de tous, et plus particulièrement des populations pauvres, démunies et vulnérables. 11. Nous reconnaissons que le bien-être nutritionnel de tous est une des conditions préalables du développement des sociétés et doit être un objectif clé du développement humain. Il doit être au centre de nos plans et stratégies de développement socio-économique. Le succès n'est possible que si l'on favorise la participation des gens et des communautés et des actions multisectorielles à tous les niveaux en tenant compte de leurs effets à long terme. Il peut être nécessaire de prendre ou de renforcer des mesures d'amélioration du bien-être nutritionnel à court terme ou de les renforcer pour compléter les améliorations découlant d'efforts de développement à long terme. 12. Les politiques et programmes doivent être axés sur ceux qui en ont le plus besoin. Notre priorité doit être la mise en oeuvre de politiques et de programmes centrés sur la population, qui donnent aux pauvres des villes et des campagnes un meilleur accès aux ressources et une plus grande maîtrise de celles-ci, augmentent leur productivité et leurs revenus et renforcent leur capacité de se prendre eux-mêmes en charge. Nous devons encourager et soutenir les initiatives des individus et des communautés et faire en sorte que les pauvres prennent part aux décisions qui influent sur leurs conditions de vie. Nous sommes parfaitement conscients de l'importance de la cellule familiale pour assurer l'alimentation, la nutrition et les soins voulus pour répondre aux besoins physiques, mentaux, affectifs et sociaux des enfants et d'autres groupes vulnérables, notamment les personnes âgées. Lorsque la cellule familiale ne peut plus faire face à ces responsabilités, c'est la communauté ou le gouvernement qui doit offrir un réseau de soutien aux personnes vulnérables. En conséquence, nous nous engageons à renforcer et promouvoir l'unité familiale, car c'est l'unité de base de la société. 13. Le droit des femmes et des adolescentes à une alimentation appropriée est capital. Leur santé et leur éducation doivent être améliorées. Les femmes doivent avoir la possibilité de participer aux décisions; on doit leur permettre de mieux accéder aux ressources et d'en avoir une maîtrise accrue. Il est particulièrement important d'assurer des services de planification familiale aux hommes comme aux femmes et de fournir un appui aux femmes, en particulier celles qui ont un travail rémunéré ou non, pendant la grossesse et l'allaitement, et lorsque leurs enfants sont en bas âge. Il faudrait aussi encourager les hommes, au moyen d'activités de formation appropriées, à jouer un rôle actif dans la promotion du bien-être nutritionnel. 14. L'aide alimentaire peut être utilisée pour faire face aux situations d'urgence, et apporter des secours aux réfugiés et aux personnes déplacées, ainsi qu'à l'appui de la sécurité alimentaire des ménages et du développement communautaire et économique; les pays qui bénéficient d'une aide alimentaire d'urgence devraient recevoir suffisamment de ressources pour passer du stade du relèvement à celui du développement, ce qui leur permettra de faire face aux situations d'urgence. Il faut veiller à ne pas créer de dépendance et éviter toute incidence négative sur les habitudes alimentaires et sur la production vivrière locale et sa commercialisation. Avant que l'aide alimentaire ne soit réduite ou interrompue, il faut prendre des mesures pour avertir le plus tôt possible les pays bénéficiaires, afin qu'ils puissent chercher d'autres sources et mettre en oeuvre d'autres approches. Lorsque la situation le permet, l'aide alimentaire peut être distribuée par l'intermédiaire d'organisations non gouvernementales, avec la participation des populations locales, conformément à la législation interne de chaque pays. 15. Nous réaffirmons l'obligation qui incombe aux nations et à la communauté internationale, de protéger et de respecter le droit des populations civiles qui se trouvent dans les zones de conflit à être approvisionnées en produits alimentaires appropriés du point de vue nutritionnel et en fournitures médicales. Nous affirmons, en vertu du droit humanitaire international, que les vivres ne doivent pas être utilisés comme moyen de pression politique. L'aide alimentaire ne peut pas être refusée pour des raisons d'obédience politique, de situation géographique, de sexe, d'âge ou d'appartenance à un groupe ethnique, tribal ou religieux. 16. Nous reconnaissons que chaque gouvernement est responsable au premier chef de la protection et de la promotion de la sécurité alimentaire et du bien-être nutritionnel de sa population, et notamment de la protection des groupes vulnérables. Toutefois, nous soulignons également que les efforts des pays à faible revenu doivent être soutenus par des initiatives de la communauté internationale dans son ensemble. Parmi ces initiatives doit figurer une augmentation de l'aide publique au développement permettant d'atteindre l'objectif de $0,7 \%$ du PNB des pays développés qui a été adopté par l'ONU et réaffirmé en 1992 par la Conférence des Nations Unies sur l'environnement et le développement'. D'autre part, des renégociations ou des allégements ultérieurs de la dette extérieure pourraient contribuer notablement au bien-être nutritionnel dans les pays à moyen et à faible revenu. 17. Nous reconnaissons l'importance d'une libéralisation et d'une expansion accrues du commerce mondial, qui augmentent les recettes en devises et favorisent l'emploi dans les pays en développement. Des mesures compensatoires demeureront nécessaires pour protéger les pays en développement touchés et les groupes vulnérables des pays à revenu faible ou intermédiaire contre les effets négatifs des programmes d'ajustement structurel. 18. Nous réaffirmons les objectifs concernant le développement humain, la sécurité alimentaire, le développement rural, la santé, la nutrition, l'environnement et le développement durable énoncés lors d'un certain nombre de conférences et dans des [^0] [^0]: Les pays développés réitèrent leur engagement à consacrer $0,7 \%$ de leur PNB à l'APD - chiffre fixé par l'ONU et accepté par eux - et, si ce n'est déjà chose faite, acceptent de renforcer leurs programmes d'aide pour atteindre ce chiffre aussitôt que possible et donner rapidement et effectivement suite à Action 21. Certains pays ont accepté d'atteindre ce chiffre avant l'an 2000. documents internationaux².8 Nous réitérons notre attachement aux objectifs nutritionnels de la quatrième Décennie des Nations Unies pour le développement et du Sommet mondial pour l'enfance. 19. Comme base du Plan d'action et pour faciliter la formulation de plans d'activités nationaux, y compris la définition de buts et objectifs mesurables assortis de délais, nous nous engageons à faire tout ce qui est en notre pouvoir pour faire disparaître avant la fin de la présente décennie: la mortalité par inanition et la mortalité liée aux famines; la famine et les maladies dues à des carences nutritionnelles dans les communautés éprouvées par des catastrophes naturelles ou causées par l'homme; les carences en iode et en vitamine A. Nous nous engageons également à réduire substantiellement au cours de la présente décennie: la famine et la faim chronique généralisée; la sous-alimentation, spécialement parmi les enfants, les femmes et les personnes âgées; les autres grandes carences en micro-nutriments, notamment en fer; les cas de maladies transmissibles et non transmissibles liées au régime alimentaire; les obstacles sociaux et autres à un allaitement maternel optiomal; les mauvaises conditions d'hygiène, y compris l'absorption d'eau non potable. 20. Nous sommes résolus à promouvoir une coopération active entre les gouvernements, les organisations multilatérales, bilatérales et non gouvernementales, le secteur privé, les communautés et les particuliers pour éliminer progressivement les causes du scandale de la faim et de toutes les formes de malnutrition dans un monde d'abondance. 21. Pleinement conscients de la valeur intrinsèque de la vie et de la dignité humaines, nous adoptons le Plan d'action ci-joint et nous exprimons notre ferme volonté de réviser ou d'élaborer, avant la fin de 1994, nos plans d'action nationaux, qui comprendront notamment des buts réalistes et des objectifs quantifiables, en nous fondant sur les principes et les stratégies pertinentes énoncés dans le Plan mondial ci-joint que nous nous engageons à mettre en oeuvre. [^0] [^0]: 3 Conférence mondiale de l'alimentation, 1974; Conférence d'Alma-Ata sur les soins de santé primaires, 1978; Conférence mondiale sur la réforme agraire et le développement rural, 1979; Convention sur l'élimination de toutes les formes de discrimination à l'égard des femmes, 1979, notamment les articles 12 et 13; Déclaration d'Innocenti sur la protection, l'encouragement et le soutien de l'allaitement maternel, 1990; Conférence de Montréal sur la malnutrition par carence en micronutriments, 1991; Déclaration de Rio sur l'environnement et le développement, 1992. ![img-10.jpeg](img-10.jpeg) ![img-11.jpeg](img-11.jpeg) ![img-12.jpeg](img-12.jpeg) ![img-13.jpeg](img-13.jpeg) *D. 1941* # CONFÉRENCE INTERNATIONALE SUR LA NUTRITION ORGANISATION DES NATIONS UNIES POUR L'ALIMENTATION ET L'AGRICULTURE ORGANISATION MONDIALE DE LA SANTÉ ICN/92/2-Rev. 2 11 décembre 1992 ## PLAN D'ACTION POUR LA NUTRITION (du paragraphe 1 au paragraphe 34 g$)$ ) ## I. INTRODUCTION ## 1. Généralités 1. Malgré les progrès remarquables accomplis depuis quelques dizaines d'années, le monde est encore loin d'avoir atteint l'objectif d'une alimentation et d'une nutrition satisfaisantes pour tous. Plus de 780 millions de personnes n'ont pas suffisamment à manger pour satisfaire leurs besoins quotidiens essentiels en énergie et en protéines, surtout en Afrique, en Asie du Sud et en Amérique latine. Plus de deux milliards de personnes ont un régime alimentaire dans lequel font défaut les vitamines et les sels minéraux indispensables à une croissance et à un développement normaux et pour empêcher un décès prématuré et des handicaps comme la cécité et l'arriération mentale. Par ailleurs, des centaines de millions d'êtres humains souffrent de troubles chroniques provoqués ou aggravés par une alimentation excessive ou déséquilibrée ou par une nourriture et une eau contaminées. 2. Supprimer la faim et la malnutrition est à la portée de l'humanité. La volonté politique jointe à des principes cohérents et à des initiatives concertées aux niveaux national et international peuvent avoir un impact considérable sur ces problèmes nutritionnels. Nombreux sont les pays, dont certains particulièrement défavorisés, qui ont adopté des politiques et pris des mesures visant à renforcer leurs programmes dans les domaines de l'alimentation, de l'agriculture, de l'éducation, de la santé et de la protection de la famille, parvenant ainsi à faire régresser sensiblement la faim et la malnutrition. Il s'agit maintenant de poursuivre dans cette voie et d'accélérer le processus. 3. Le présent Plan mondial d'action se propose de donner des orientations aux gouvernements, qui interviendront en association avec les organisations non gouvernementales, le secteur privé, les collectivités locales, les familles, les ménages et la communauté internationale - y compris les organisations internationales, les institutions de financement multilatéral et les organismes d'aide bilatérale - en vue d'atteindre les objectifs définis dans la Déclaration mondiale sur la nutrition adoptée par la Conférence internationale sur la nutrition. Il contient des recommandations sur les politiques, programmes et activités résultant d'un processus intense de consultation, qui a comporté l'élaboration de plans nationaux ainsi que des réunions régionales auxquelles ont participé les représentants des pays. En outre, il fait la synthèse des avis exprimés par des experts du monde entier sur les multiples aspects des problèmes qu'il faudra affronter vigoureusement si l'on veut obtenir de façon durable un état nutritionnel satisfaisant pour tous. Tout en s'appuyant sur les acquis, le présent Plan d'action représente donc une étape décisive dans l'élaboration et la mise en oeuvre de plans nationaux d'amélioration nutritionnelle pendant les années à venir. 4. Pour réaliser le bien-être nutritionnel, il est indispensable d'entreprendre une action cohérente et efficace aux niveaux local, national et international. Toutefois, les ressources, les besoins et les problèmes sont différents d'un pays et d'une région à l'autre, ainsi qu'à l'intérieur d'un même pays ou d'une même région. C'est pourquoi il faut évaluer la situation dans chaque pays et dans chaque région pour fixer des priorités permettant de formuler des plans d'action nationaux et régionaux spécifiques et de donner une expression tangible aux engagements pris au niveau politique pour améliorer le bien-être nutritionnel de la population. Pour ce faire, il faudra envisager les effets nutritionnels des plans généraux de développement, ainsi que dans les politiques et plans de développement de l'ensemble des secteurs concernés. Ces plans devront : définir les domaines d'action prioritaires à court et à long terme; préciser, si possible en les quantifiant, les objectifs à atteindre dans un délai donné; délimiter les rôles des ministères compétents, des autorités locales et des établissements du secteur privé; fournir une estimation des ressources nécessaires. Les plans devront tenir compte des objectifs énoncés dans la Déclaration mondiale sur la nutrition et être formulés par les gouvernements avec la participation active du monde universitaire, des collectivités locales, des ONG et du secteur privé. # 2. Objectifs clés - Garantir à chacun, en permanence, l'accès à une alimentation suffisante et saine, permettant d'avoir un régime alimentaire satisfaisant sur le plan nutritionnel 5. Pour parvenir à un état nutritionnel adéquat, il est indispensable de garantir, en permanence, l'accès à un approvisionnement suffisant en toute une variété d'aliments sains à des prix abordables et en eau potable, de façon que tous, en particulier les pauvres et les groupes vulnérables, puissent avoir un régime alimentaire nutritionnellement adéquat et sain. C'est là un objectif de la plus haute importance pour des millions de personnes dans le monde, qui souffrent actuellement de manière persistante de la faim, de la sous-alimentation et de maladies de carence, ainsi que pour tous ceux qui en sont menacés. - Donner à chacun la possibilité d'être et de rester en bonne santé et d'accéder au bien-être nutritionnel 6. Un bon état nutritionnel suppose que chacun bénéficie d'un apport approprié en macronutriments et micronutriments, associé à une santé et à des soins adéquats, et dispose d'eau potable. Il suppose aussi une connaissance suffisante des régimes alimentaires appropriés et la prise en considération des habitudes alimentaires locales, afin d'éviter les problèmes de sous-alimentation et de maladies non transmissibles liées au régime alimentaire. Une population en bonne santé et convenablement nourrie est non seulement l'aboutissement d'un développement réussi, mais elle y contribue. Le bien-être nutritionnel devrait être adopté comme objectif clé du développement humain et il doit être au centre des stratégies, plans et priorités de développement. - Parvenir à un développement sans danger pour l'environnement et socialement durable, afin de contribuer à l'amélioration de la nutrition et de la santé 7. Les politiques et programmes de développement des pays tant développés qu'en développement doivent être viables, respecter l'environnement et conduire à une amélioration de la nutrition et de la santé des générations présentes et futures. Tout aussi importante est l'application de politiques en matière d'agriculture, d'alimentation, de santé, de protection familiale, de population, d'éducation et de développement visant à instaurer et à maintenir un rapport équilibré entre les besoins de la population et les ressources disponibles, ainsi qu'entre le milieu rural et le milieu urbain. # - Eliminer les famines et les décès dus à la famine 7bis Les crises alimentaires qui dégénèrent en famines résultent dans de nombreux cas d'une insuffisance de la préparation aux situations d'urgence. La mise en place de systèmes nationaux d'alerte rapide et la constitution de réserves alimentaires peuvent aider à éviter les famines, mais d'autres facteurs jouent un rôle crucial, par exemple l'existence d'un environnement politique ouvert aux échelons local et central et une presse libre. ## II. GRANDS PRINCIPES D'ACTION ## - Engagement à promouvoir le bien-être nutritionnel 8. Chaque pays doit prendre le ferme engagement, sur les plans social, économique et politique, de promouvoir le bien-être nutritionnel de toute sa population en intégrant cet objectif dans ses politiques, plans et programmes de développement à court et à long terme. Parallèlement, les secteurs de l'agriculture, de la santé, de l'éducation et de la protection sociale, ainsi que tous les autres secteurs et ministères appropriés devraient envisager des objectifs nutritionnels et, au besoin, les incorporer à leurs plans, programmes et projets. Ils devraient aussi renforcer leur aptitude à susciter une sensibilisation du public et une réceptivité sociale, à exécuter ces programmes et projets et à en surveiller le déroulement. Il est également nécessaire d'assurer une coordination à l'aide de mécanismes appropriés afin d'harmoniser, de promouvoir et de superviser les programmes d'amélioration nutritionnelle entrepris par les différents ministères, les ONG et le secteur privé. - Renforcement des politiques agricoles 8.bis Les politiques agricoles et les politiques économiques en général devraient chercher à préserver et à accroître la capacité de production de l'agriculture, à favoriser, lorsqu'il y a lieu, une croissance durable de la productivité agricole et à créer des incitations permettant au secteur agricole de s'acquitter de son rôle multifonctionnel en tant que source d'aliments, d'emplois, de revenus et de biens naturels dans le cadre d'une gestion rationnelle des ressources naturelles. Il faudrait s'efforcer de résoudre les problèmes de pénuries locales de vivres par un dosage judicieux entre production, commerce et mise en place de stocks nationaux, régionaux et locaux, en tenant dûment compte des principes d'un système économique international ouvert. # - Développement durable et sans danger pour l'environnement 9. Garantir une alimentation suffisante et sans danger, un régime équilibré, des soins de santé, l'éducation et les services connexes est un objectif qui peut et doit être atteint grâce à des mesures viables et respectueuses de l'environnement. Il importe de les planifier avec soin et d'utiliser les ressources naturelles avec précaution pour satisfaire de façon durable les besoins nutritionnels et autres d'une population mondiale croissante, sans compromettre la capacité de satisfaire les besoins des générations futures. Il est essentiel de motiver les agriculteurs et de leur donner des incitations pour qu'ils adoptent des méthodes viables et efficientes. - Croissance dans l'équité : concilier la croissance économique avec un partage équitable des profits entre toutes les couches de la population 10. Les stratégies de développement visant à atténuer la pauvreté et à garantir à tous une meilleure nutrition doivent se fixer pour objectif la croissance dans l'équité et la justice sociale, ainsi que la protection et le bien-être de tous et plus particulièrement des groupes vulnérables. Toute politique discriminatoire fondée sur le sexe, l'âge, l'appartenance ethnique, tribale, religieuse et politique ou sur tout autre critère va à l'encontre de la justice sociale. Partout, dans toutes les sociétés, chacun doit jouir d'un accès équitable aux conditions essentielles du bien-être nutritionnel, à savoir: ressources et possibilités économiques, nourriture suffisante et saine, conditions de vie salubres, soins de santé, eau propre, assainissements, éducation et autres services connexes. ## - Priorité aux groupes les plus vulnérables sur le plan nutritionnel 11. Les groupes les plus vulnérables d'un point de vue nutritionnel sont les nourrissons, les jeunes enfants, les femmes enceintes et allaitantes, les handicapés et les personnes âgées appartenant aux ménages défavorisés. Il faut en priorité les protéger et assurer leur bien-être nutritionnel. On doit par conséquent veiller à ce qu'ils aient accès à des soins adéquats au sein même du ménage et à la santé, à l'éducation et aux autres services sociaux. fondamentaux, tels que planification familiale, services de santé maternelle et infantile (SMI) et programmes de sécurité sociale. Une attention particulière doit être accordée aux besoins nutritionnels, sanitaires et éducatifs des fillettes et des jeunes filles, lesquels ont souvent été négligés dans le passé. D'autres groupes particulièrement exposés comprennent certaines populations autochtones, les réfugiés et les personnes déplacées, et ces groupes peuvent avoir besoin de soins et de services particuliers pour garantir leur bien-être nutritionnel. # Priorité à l'Afrique 12. L'aggravation dramatique de la situation nutritionnelle en Afrique est une source de très grande inquiétude et démontre la vulnérabilité d'une bonne partie de la population africaine. Un appui tangible et durable de la communauté internationale est indispensable. Cet appui doit notamment aller aux propositions visant à lutter contre la sécheresse et la désertification en Afrique et dans d'autres pays affrontant une situation semblable, qui ont été adoptées par la Conférence des Nations Unies sur l'environnement et le développement en 1992. Il faut également soutenir les propositions ayant pour but de promouvoir et de protéger l'agriculture et les associations d'agriculteurs. L'initiative prise par l'OUA, en coopération avec la FAO, l'OMS, l'UNICEF et d'autres organisations internationales, de mettre au point une stratégie nutritionnelle régionale insistant sur la nécessité de mettre en oeuvre des plans d'actions nationaux est énergiquement approuvée et devrait être soutenue concrètement. ## - Participation populaire 13. Les politiques d'amélioration nutritionnelle axées sur la population doivent tenir compte du fait que les connaissances, les habitudes et la créativité populaires constituent un important moteur du changement social. La mobilisation des collectivités locales, notamment des familles et des ménages, est une condition préalable de l'amélioration de la production vivrière, d'un accès durable à la nourriture et de la réalisation de programmes et projets adéquats d'amélioration de la nutrition. Il faut reconnaître l'importance du rôle du secteur informel dans la transformation et la distribution des aliments. Des efforts particuliers s'imposent pour assurer la participation réelle de tous, notamment des pauvres et des groupes marginalisés, aux décisions et aux initiatives qui les intéressent afin d'améliorer leur autoresponsabilité et d'obtenir des résultats positifs. Tous les secteurs compétents de l'Etat devraient agir de concert avec les communautés et, lorsqu'il y a lieu, avec les ONG. La participation communautaire ne doit pas consister seulement à indiquer les priorités telles que les communautés les perçoivent, mais aussi à s'associer à la planification, à la gestion et à l'évaluation des interventions à leur niveau. Il faut donner aux communautés les moyens d'accéder à un développement durable en matière de nutrition. Les besoins des populations devraient être au centre des préoccupations de tous les partenaires du développement pour l'identification des problèmes et pour la planification, la conduite et l'évaluation des interventions. - Actions privilégiées en faveur des femmes et égalité entre les sexes 14. Les femmes ont droit à une alimentation suffisante - droit inhérent à tout être humain. Elles doivent sans cesse veiller à concilier leurs différents rôles - procréateur, nourricier, éducatif et économique - qui sont si importants pour la santé et le bien-être du ménage et de la communauté tout entière. En fait, ce sont elles qui, dans le ménage, préparent les repas, prodiguent les soins et donnent des conseils sur l'alimentation, et elles ont une influence décisive sur l'amélioration de l'état nutritionnel de toute la famille. Elles jouent un rôle clé dans le développement socio-économique des zones rurales et dans de nombreuses sociétés elles sont aussi les principales productrices de denrées vivrières. Il faut accorder une attention particulière à la nutrition des femmes pendant la grossesse et l'allaitement. Toutes les formes de discrimination, y compris les pratiques traditionnelles préjudiciables dont les femmes font l'objet, doivent être éliminées conformément à la Convention de 1979 sur l'élimination de toutes les formes de discrimination à l'égard des femmes. Afin de promouvoir et d'assurer une véritable égalité entre hommes et femmes, il est nécessaire de bien comprendre le rôle des femmes dans la communauté. Cela permet de faciliter le partage de leurs tâches et responsabilités avec les autres membres de la famille. Il convient également d'encourager une répartition équitable de la nourriture entre garçons et filles. Les femmes et les jeunes filles doivent bénéficier de l'égalité d'accès aux possibilités économiques et aux moyens d'enseignement et de formation. Des mesures législatives et des pratiques sociales doivent garantir aux femmes l'égalité de participation au processus de développement en leur permettant d'avoir accès aux ressources productives, aux marchés, au crédit, à la propriété et aux autres ressources de la famille, et en leur donnant le droit de les utiliser. Les femmes et les hommes doivent avoir également accès à des programmes d'éducation familiale, qui permettent entre autres aux couples d'espacer les naissances. Outre l'amélioration de l'éducation des femmes, et compte tenu du rôle que jouent les hommes dans la maîtrise des ressources et la détermination de l'état nutritionnel des membres du ménage, il importe de renforcer l'éducation nutritionnelle des hommes et des garçons. La FAO et l'OMS sont invitées à participer activement à la quatrième Conférence mondiale pour la femme qui se tiendra à Beijing en 1995, et à fournir à cette occasion des documents sur l'importance que revêtent le bien-être nutritionnel et la santé des femmes et des adolescentes pour leur propre épanouissement et le développement social et économique de leur pays, en collaboration avec la Banque mondiale, le PNUD, l'Unicef et les autres organismes pertinents des Nations Unies. # - Valorisation des ressources humaines 15. Le bien-être nutritionnel est indispensable à l'épanouissement social, psychique et physique de l'individu et il permet à chacun de vivre, dans la dignité, une vie totalement productive et de contribuer à l'essor de la collectivité et de la nation. C'est pourquoi il faut faciliter l'accès aux approvisionnements alimentaires ainsi qu'aux services sanitaires, éducatifs et sociaux. Il est également nécessaire de développer et de renforcer les capacités de planification, de gestion et d'évaluation, ainsi que de prestation de services, grâce à la formation d'effectifs suffisants dans les différentes disciplines, en particulier les sciences de l'alimentation et de la nutrition. Il faut aussi renforcer l'enseignement de la nutrition dans les universités, les facultés de médecine, les écoles d'agriculture, les établissements d'enseignement des sciences de la santé et les autres établissements d'enseignement concernés. ## - Politiques démographiques 16. Les politiques démographiques doivent occuper une place de choix dans la stratégie visant à assurer une nutrition adéquate pour tous et à tout moment. Les pays devraient concevoir des politiques, des programmes en matière de population et des services de planification familiale appropriés, afin de permettre aux futurs parents de choisir librement et sciemment le nombre de leurs enfants et l'espacement des naissances, dans l'intérêt des générations présentes et futures. Ces politiques et programmes devraient aussi viser à obtenir un taux de-fécondité approprié, compte tenu, entre autres, de-considérations relatives aux ressources naturelles disponibles, à l'environnement, aux migrations et à l'urbanisation, de façon-à-promouvoir-le-bien-être-nutritionnel des générations-présentes et-futures. Les organisations internationales concernées sont ins es à participer activement à la Conférence mondiale sur la population qui doit se tenir au Caire (Egypte) en septembre 1994. # - Politiques sanitaires 16bis. La santé est un élément essentiel du développement de l'homme qui requiert l'intervention de nombreux secteurs sociaux et économiques en plus du secteur sanitaire. Les inégalités considérables qui existent actuellement dans la situation sanitaire de la population entre pays développés et pays en développement, ainsi qu'à l'intérieur des pays, sont inacceptables et doivent être étudiées d'urgence sur le plan politique, social et économique. Des soins de santé inadéquats peuvent avoir de graves conséquences sur l'état nutritionnel. Les gouvernements ont la responsabilité de protéger et de promouvoir la santé de leurs populations et ils doivent formuler des politiques, programmes et services nationaux en conformité avec la stratégie visant à assurer la santé pour tous. ${ }^{1}$ - Promotion du bien-être nutritionnel par une coopération économique et technique renforcée entre les pays 17. Le renforcement de la coopération économique et technique entre les pays peut singulièrement contribuer à promouvoir le bien-être nutritionnel. Les entretiens régionaux qui se sont déroulés dans le cadre des préparatifs de la CIN ont mis en évidence l'utilité d'une coopération plus étroite entre les pays en développement, ainsi qu'à l'intérieur des régions et entre elles pour s'attaquer aux problèmes communs, tirer profit de l'expérience mutuelle et, si possible, mobiliser les ressources régionales de manière à résoudre les problèmes régionaux dans l'esprit de la coopération économique et technique entre pays en développement. Cette coopération s'est déjà instaurée dans de nombreuses régions et il s'agit de la renforcer avec un soutien approprié des organisations internationales. Une coopération économique et technique accrue entre pays développés et pays en développement est également indispensable pour réduire les disparités qui existent dans l'utilisation des ressources vivrières. ## - Allocation de ressources suffisantes 18. Pour atteindre l'objectif du bien-être nutritionnel, il faut absolument affecter des ressources suffisantes - financières, techniques et en nature - à la mise en oeuvre des programmes et projets nécessaires. Chaque pays doit donc faire son possible pour dégager les crédits voulus à cette fin. De nombreux pays en développement n'ayant pas toujours les moyens de financer de tels programmes, il faudrait que la communauté internationale - et surtout les organismes d'aide bilatérale, les institutions financières multilatérales et les organisations internationales - viennent appuyer les efforts des pays. Parmi les instruments importants dont dispose la communauté internationale figure un accroissement de l'aide publique au développement dans le but d'atteindre l'objectif accepté par les Nations Unies de $0,7 \%$ du PNB des pays développés, objectif qui a été réaffirmé à la Conférence des Nations Unies sur l'environnement et le développement de 1992. Les mesures d'aide économique doivent être conçues de façon à favoriser la stabilité financière et économique à long terme des pays bénéficiaires. [^0] [^0]: 1 Global strategy for health for all by the year 2000, Health for All Series No. 3, OMS, Genève, 1981. # III. PROBLEMES INTERSECTORIELS 19. L'amélioration de la nutrition exige une coordination des initiatives des ministères compétents, des institutions et des bureaux qui travaillent dans divers domaines agriculture, pêche, élevage, alimentation, santé, eau et travaux publics, ravitaillement, planification, finances, industrie, éducation, information, bien-être social et commerce. Il est également nécessaire de coopérer avec les universités et institutions de recherche, les entreprises de production, de transformation et de commercialisation des aliments, les services de santé et les éducateurs à tous les niveaux, de même qu'avec les médias et les organisations non gouvernementales qui interviennent dans ces secteurs. Pour que les politiques, plans et programmes soient exécutés, suivis et évalués de façon concertée, il faut donc mettre en place des mécanismes nationaux de coordination intersectorielle. Il est en outre essentiel d'associer les collectivités à tous les aspects de la planification et de l'exécution des activités d'amélioration nutritionnelle. 20. Nombreux sont les problèmes intersectoriels que doivent traiter les politiques et programmes d'amélioration nutritionnelle, en étroite coopération et coordination avec toutes les parties concernées. Il s'agit notamment: a) de mettre en place et de renforcer les structures publiques et les infrastructures communautaires et privées chargées de traiter les problèmes nutritionnels, en s'attachant plus particulièrement à leurs capacités de gestion et de formation; b) de dispenser une large formation nutritionnelle dans les secteurs de l'agriculture, de la santé, de l'économie et de l'éducation; c) d'utiliser les médias pour obtenir une sensibilisation accrue et promouvoir une meilleure nutrition; d) de renforcer la recherche sur les problèmes recensés et de mettre au point des interventions efficaces, notamment en mettant en place des moyens institutionnels et en fournissant une aide financière suffisante à la recherche; e) de renforcer les systèmes d'éducation et les mécanismes de communication sociale afin d'améliorer et de faire appliquer les connaissances nutritionnelles, notamment aux niveaux individuel, familial et communautaire; f) de mettre en place des systèmes améliorés de contrôle et de surveillance de la nutrition axés sur l'alimentation, la nutrition, la santé et l'éducation, ainsi que des mécanismes permettant aux politiques et aux programmes d'apporter des solutions efficaces aux problèmes ainsi recensés. 21. Ces problèmes fondamentaux communs à plusieurs secteurs, regroupés par grands thèmes, sont analysés ci-après. ## IV. STRATEGIES ET MESURES A PRENDRE 22. L'objectif fondamental - qui est de préserver et de promouvoir le bien-être nutritionnel pour tous - ne peut être atteint que par un ensemble de politiques intéressant plusieurs secteurs à différents niveaux de responsabilité. Sur la base des consultations mondiales organisées dans le cadre des préparatifs de la CIN, nous décrivons ci-après les mesures que devraient envisager de prendre les gouvernements dans leurs efforts pour améliorer la nutrition. Elles s'articulent autour de huit grands thèmes et offrent la possibilité à chaque secteur et à chaque acteur de déterminer quelle est la meilleure façon dont il pourrait résoudre les problèmes nutritionnels, compte tenu des besoins et situations spécifiques de chaque pays. # 1. Intégrer dans les politiques et programmes de développement des objectifs, des considérations et des éléments d'ordre nutritionnel 23. On peut obtenir une amélioration sensible de la nutrition en incorporant des considérations d'ordre nutritionnel dans les politiques générales portant sur la croissance économique et le développement, l'ajustement structurel, la production agricole et vivrière, la transformation, l'entreposage et la commercialisation des aliments, les soins de santé, l'éducation et le développement social. Ces politiques ont des répercussions sur l'état nutritionnel par le biais de différents facteurs - approvisionnements et prix des aliments, revenus, conditions environnementales et situation sanitaire, habitudes en matière de soins et d'alimentation des enfants et autres facteurs socio-économiques. Les politiques et programmes de développement peuvent aussi avoir des impacts différents, sur le bien-être nutritionnel de différents groupes de populations. 24. Les efforts d'amélioration nutritionnelle doivent s'inspirer du principe selon lequel le bien-être de l'humanité en harmonie avec l'environnement et la nature est l'objectif primordial du développement économique et social. En effet, si l'état nutritionnel d'une population est subordonné à toute une série de facteurs sociaux, économiques, environnementaux et biologiques qui influent sur sa capacité d'acquérir, de consommer et d'utiliser efficacement les aliments dont elle a besoin, une population en bonne santé et bien nourrie est également essentielle au succès du développement social et économique. L'amélioration de la nutrition doit donc être considérée à la fois comme un objectif et un outil de développement. Reconnaissant que, pour un développement durable il convient de s'occuper de la sécurité alimentaire et nutritionnelle, en même temps que de la croissance économique, les gouvernements devraient, en collaboration avec toutes les parties concernées et, au besoin avec le soutien de mesures législatives appropriées: a) Analyser les effets des politiques macro-économiques et des plans de développement sectoriel ou intégré sur le bien-être nutritionnel, en particulier des groupes les plus vulnérables. Pour ce faire, il faudrait s'entendre sur l'importance relative des différents facteurs qui déterminent l'état nutritionnel des divers groupes de population, ainsi que sur la façon dont diverses politiques peuvent affecter la nutrition du fait de leur impact sur la sécurité alimentaire, l'état de santé, les habitudes alimentaires et les habitudes en matière de soins et d'alimentation des enfants. b) Mieux faire comprendre aux décideurs et aux planificateurs l'ampleur et la gravité des problèmes nutritionnels et de leurs causes, l'avantage économique des interventions et la façon dont les activités qu'ils dirigent peuvent se répercuter sur l'état nutritionnel des différents groupes socio-économiques. c) Dans les pays où il convient de le faire, incorporer des objectifs et des éléments nutritionnels précis dans les politiques nationales de développement, ainsi que dans les plans, programmes et projets sectoriels, notamment dans les domaines de l'alimentation et de l'agriculture, de l'élevage, des pêches, des forêts, du développement rural et urbain, de l'infrastructure du commerce, du crédit, de l'eau et de l'assainissement, de la santé, de l'éducation, de l'environnement et de la protection sociale; et adopter des critères de réussite assortis de calendriers précis et d'allocations budgétaires également précises. d) Dans les pays où l'on compte essentiellement sur le fonctionnement du marché pour assurer la coordination de la production et de la consommation alimentaires, développer des programmes d'éducation et de communication afin d'atteindre les objectifs nutritionnels grâce à des choix appropriés de la part de consommateurs mieux sensibilisés et informés. Encourager l'élaboration de politiques de bien-être social permettant aux groupes les plus vulnérables de choisir leurs aliments en toute connaissance de cause. e) Développer ou renforcer les capacités techniques et les mécanismes institutionnels des différents ministères et services publics intermédiaires, pour leur permettre d'identifier les problèmes nutritionnels, d'en détecter les causes et d'améliorer la planification, la gestion et l'évaluation des programmes et projets de développement qui ont des incidences sur la nutrition. Renforcer les liens avec les établissements de recherche et de formation appropriés. f) Mettre en place des dispositifs nationaux souples dotés d'un soutien technique solide, pour promouvoir une coopération intersectorielle efficace, en surveillant de manière continue la situation nutritionnelle dans le pays, et en facilitant l'élaboration de politiques et programmes nutritionnels nationaux. g) Encourager et soutenir la pleine participation des collectivités et de la population à la définition de leurs problèmes nutritionnels ainsi qu'à l'exécution, au suivi et à l'évaluation des programmes de développement. h) Encourager le secteur privé, y compris les petits producteurs et fabricants, l'industrie et les organisations non gouvernementales, à promouvoir le bienêtre nutritionnel en analysant l'impact de leurs activités sur l'état nutritionnel. i) Evaluer l'incidence nutritionnelle des nouveaux programmes et projets de développement, afin d'en déterminer avec précision les avantages ou les risques potentiels pour le bien-être nutritionnel, notamment parmi les groupes de population vulnérables. j) Elaborer et utiliser des indicateurs pertinents du bien-être nutritionnel pour suivre les progrès du développement social et économique et mettre en place des mécanismes appropriés permettant de donner des renseignements sur l'état nutritionnel de la population et des facteurs qui le déterminent, s'agissant en particulier des groupes vulnérables, à l'intention des décideurs et des planificateurs et de tous les secteurs intéressés, publics ou privés. k) Introduire des éléments appropriés et pertinents de nutrition dans les programmes scolaires, en commençant par l'école primaire. 1) Afin d'améliorer la nutrition, consacrer, au besoin, des investissements supplémentaires à des recherches visant à: - résoudre le problème posé par le caractère saisonnier des produits vivriers, en diversifiant la production alimentaire -fruits et légumes, élevage, pêche et aquaculture; - promouvoir des systèmes de culture écologiquement sains et économiquement viables afin d'accroître la production agricole et de maintenir la qualité du sol, et encourager la bonne gestion des ressources et leur recyclage; - encourager le développement de biotechnologies sûres en matière de reproduction animale et végétale et faciliter les échanges concernant les progrès de la biotechnologie intéressant la nutrition; - mettre au point des techniques qui réduisent les pertes après récolte et améliorent la transformation, le stockage et la commercialisation des denrées alimentaires; - mettre au point et diffuser des technologies qui répondent aux besoins et allègent la charge de travail des femmes; - améliorer les services de vulgarisation afin qu'ils coopèrent plus efficacement avec les collectivités de paysans et de consommateurs pour déterminer les besoins en matière de recherche; - améliorer les méthodes de formation aux niveaux aussi bien international que national et local, de façon à assurer la diffusion des nouvelles technologies; - répondre aux besoins des petits et moyens agriculteurs et notamment de ceux dont les terres sont fragiles ou de mauvaise qualité; - mettre au point des techniques et systèmes applicables aux petites exploitations. - encourager la production vivrière intensive à la ferme et dans le ménage compte tenu des conditions locales existantes. - mettre au point des techniques plus efficaces pour la production vivrière traditionnelle au niveau du ménage et de la communauté. 25. Des organismes internationaux, bilatéraux et régionaux devraient aider à renforcer les capacités des pays à prendre en compte les considérations nutritionnelles dans les plans de développement national. # 2. Améliorer la sécurité alimentaire des ménages 26. La sécurité alimentaire, sous sa forme la plus fondamentale, peut être définie comme l'accès de tous, en tout temps, aux aliments nécessaires pour mener une vie saine. La sécurité alimentaire doit être envisagée dans une triple dimension. En premier lieu, il est nécessaire de garantir des approvisionnements sûrs et nutritionnellement adéquats, non seulement à l'échelle nationale mais dans tous les foyers. En deuxième lieu, il faut que ces approvisionnements soient relativement stables d'une année à l'autre et tout au long de l'année. Enfin - et c'est là l'aspect le plus important - chaque ménage doit avoir les moyens matériels, sociaux et économiques d'accéder à une nourriture suffisante, c'est-à-dire que chaque ménage doit posséder les connaissances et les capacités nécessaires pour produire ou se procurer, sur une base durable, les aliments dont il a besoin. A cet égard, il faudrait encourager des régimes bien équilibrés, qui apportent tous les éléments nutritifs et toute l'énergie nécessaires en évitant la suralimentation ou le gaspillage. Il importe également d'encourager une bonne répartition des aliments entre tous les membres du ménage. 27. Le droit à un niveau de vie suffisant, y compris sur le plan alimentaire, est reconnu dans la Déclaration universelle des droits de l'homme. La sécurité alimentaire doit être un objectif fondamental des politiques de développement et une mesure de leur réussite. L'insécurité alimentaire des ménages est un problème qui affecte de vastes couches de population, tant en milieu rural qu'en milieu urbain. Les groupes vulnérables comprennent notamment les agriculteurs, dont beaucoup sont des femmes, n'ayant qu'un accès limité aux ressources naturelles et aux facteurs de production, les paysans sans terre, les artisans ruraux, les travailleurs temporaires, les sans-abri, les personnes âgées, les réfugiés et les personnes déplacées, les immigrants, les populations autochtones, les artisans-pêcheurs et les petits exploitants forestiers, les populations pastorales, les foyers dirigés par une femme, les chômeurs ou chômeurs partiels, les communautés rurales isolées et les citadins pauvres. Pour accroître la productivité et les revenus de ces différents groupes, il est nécessaire d'adopter de multiples instruments politiques et de doser judicieusement les avantages à court terme et à long terme. Le choix des politiques doit être dicté par les caractéristiques des problèmes de sécurité alimentaire du pays, la nature de la population visée, et les ressources disponibles, ainsi que par les capacités infrastructurelles et institutionnelles à tous les échelons gouvernementaux et communautaires. L'allaitement maternel est le meilleur moyen d'assurer la sécurité alimentaire des nourrissons, èt devrait être encouragé et protégé au moyen de politiques et de programmes appropriés. 28. Compte tenu de ce qui précède, dans les pays où la chaîne alimentaire n'est pas sûre et où se pose le problème de l'insécurité alimentaire des ménages, les gouvernements, les organisations non gouvernementales, les organisations bénévoles, le secteur privé et les organisations internationales devraient, selon les besoins, collaborer pour: a) Adopter des stratégies de développement susceptibles de créer des conditions favorables à la croissance économique et ayant plus particulièrement pour but de soulager la misère, de garantir la sécurité alimentaire et d'encourager une agriculture viable à long terme. b) Rechercher un équilibre optimal entre les objectifs des politiques macroéconomiques et les exigences de la sécurité alimentaire; minimiser les incidences négatives éventuelles des programmes d'ajustement structurel sur la sécurité alimentaire des pauvres et, quand certaines d'entre elles sont inévitables, adopter des mesures appropriées pour en atténuer les effets. Dans les pays concernés, les gouvernements et les organisations internationales devraient favoriser des programmes susceptibles d'accroître la production des denrées alimentaires et, le cas échéant, le commerce des produits agricoles, de façon que les pays pauvres et les groupes défavorisés aient un meilleur accès aux aliments. Les systèmes internationaux de prêt devront être revus et des mesures à long terme prévues pour maintenir les approvisionnements aux niveaux nécessaires pour faire face aux besoins de populations de plus en plus nombreuses. b)bis Adopter et mettre en application, lorsqu'il y a lieu, des politiques d'utilisation des terres visant à améliorer la sécurité alimentaire en réservant des superficies suffisantes de terres agricoles, des ressources aquatiques et autres ressources naturelles pour la production alimentaire c) Adopter des politiques et des programmes visant à renforcer l'encadrement local, sans négliger la formation des femmes, à mobiliser les collectivités, à promouvoir la participation populaire, à développer les zones rurales pour freiner l'émigration vers les villes et à valoriser le rôle des femmes en tant que productrices et consommatrices. Les femmes et les organisations féminines apportent souvent une contribution fondamentale et très efficace à l'amélioration de la sécurité alimentaire des ménages. d) Adopter des programmes spéciaux d'amélioration de la productivité afin de réduire les coûts et d'accroître et de stabiliser la production et les revenus des pauvres, notamment en améliorant l'accès des petits agriculteurs aux facteurs de production, au crédit et à d'autres services essentiels, ainsi qu'aux débouchés grâce à l'amélioration des infrastructures. Il convient de souligner le rôle des coopératives agricoles et de services efficaces de vulgarisation dans l'accroissement de la production et des revenus. e) Améliorer l'accès à l'emploi ou aux facteurs de production pour les travailleurs urbains et ruraux, les ménages ayant à leur tête une femme, les travailleurs du secteur informel, ainsi que les chômeurs et les travailleurs partiels, en encourageant la création d'emplois, en améliorant leurs compétences et en mettant à leur disposition des facilités de crédit, des techniques améliorées et d'autres facteurs et moyens de production. f) Améliorer l'accès à la terre et aux autres ressources naturelles par l'adoption et la mise en oeuvre de réformes agraires - et, en particulier, l'application effective des réformes foncières, l'encouragement à l'utilisation efficiente des ressources agricoles et la réinstallation sur de nouvelles terres, chaque fois que possible. Ces mesures devront être totalement conformes au droit et aux accords internationaux en vigueur. g) Accroître les possibilités de travail, en particulier dans les zones rurales, en encourageant le secteur privé à créer des emplois dans l'agriculture, l'industrie, l'artisanat et le commerce. h) Stabiliser les approvisionnements en constituant des stocks adéquats faisant office de réserves stratégiques de sécurité alimentaire de première ligne en cas d'urgence; améliorer la manutention après récolte, le conditionnement, l'entreposage, la conservation, le transport et la distribution des aliments afin de réduire les pertes à tous les stades; améliorer la santé animale et les possibilités de production, y compris la pisciculture et les pêches; garantir un approvisionnement stable en combustible pour la cuisson des repas; exécuter des recherches et adopter des incitations pour améliorer la production, l'utilisation et la conservation des aliments locaux et traditionnels; améliorer les industries alimentaires en milieu rural; renforcer les circuits commerciaux, aux niveaux local, artisanal et industriel, de manière à garantir un approvisionnement régulier toute l'année; adopter des pratiques culturales diversifiées telles que rotation des cultures, cultures associées, apport de substances biologiques, plantation d'arbres fruitiers pérennes et mise au point d'autres méthodes d'agroforesterie; garantir un approvisionnement adéquat en eau propre et saine; encourager la création de jardins potagers et communautaires; et garantir un approvisionnement alimentaire sur une base durable grâce à des systèmes de production et de commercialisation reposant sur des ressources sûres et renouvelables qui respectent l'environnement et la 'biodiversité. i) Améliorer les plans de préparation aux crises par la mise en place de systèmes efficaces d'alerte rapide et autres systèmes d'information, la création de réserves de sécurité alimentaire, l'établissement de plans d'action permettant de faire face aux situations d'urgence, le lancement de programmes (par exemple, de travaux publics) en faveur des personnes sinistrées et l'adoption de mesures visant à prévenir les catastrophes naturelles (projets d'irrigation et de maîtrise des eaux, etc.). A cet égard, la communauté internationale peut jouer un rôle important en fournissant une aide alimentaire opportune et bien ciblée et d'autres types d'assistance technique et financière, en particulier sous forme de programmes vivres-contre-travail et d'activités de relèvement. Une action coordonnée d'organisations appropriées du système des Nations Unies est particulièrement importante dans ce contexte. L'aide alimentaire ne doit en aucun cas gêner la production locale ni être considérée comme susceptible de la remplacer. Les besoins particuliers des réfugiés et des personnes déplacées devraient faire l'objet d'une attention prioritaire dans les programmes d'aide alimentaire grâce à une action coordonnée des organisations concernées du système des Nations Unies; leurs bénéficiaires devraient comprendre les victimes de guerres, de conflits internes et de catastrophes naturelles. La distribution de produits alimentaires devrait viser à satisfaire les besoins nutritionnels minimum. En outre, les organisations non gouvernementales peuvent apporter une aide non négligeable en instituant à tous les niveaux une formation effective et appropriée à l'organisation des opérations de secours, en créant des dispositifs d'alerte rapide et de surveillance alimentaire et nutritionnelle, en assurant une éducation à la nutrition, en mobilisant des ressources et en lançant des programmes orientés vers l'action. j) Planifier plus efficacement les programmes d'aide alimentaire de façon que celle-ci parvienne aux groupes de population qui en ont besoin, sans perturber l'économie locale ni les habitudes alimentaires locales, notamment la production et la commercialisation des produits alimentaires. Ces programmes pourraient comprendre des systèmes de distribution alimentaire, en particulier pour les pauvres et les marginaux, et des mécanismes de transfert de revenu subventions alimentaires ciblées, bons de ravitaillement et programmes de distribution alimentaire pour les groupes vulnérables en vue de favoriser une alimentation nutritionnellement adéquate: en particulier, mettre en oeuvre des programmes de distribution alimentaire et de transfert de revenus à ciblage automatique pour les aliments consommés principalement par les pauvres en installant les centres de distribution publique dans les zones habitées par les pauvres, étant admis que ces groupes devraient être capables de choisir une alimentation nutritionnellement adéquate à partir de la gamme d'aliments disponibles. k) Renforcer les mécanismes de survie des ménages en améliorant leur aptitude à faire face aux situations d'urgence par différents moyens, par exemple : provisions familiales et réserves communautaires; économies collectives et facilités de crédit; diversification des revenus et des emplois; et renforcement des infrastructures commerciales. Parmi les autres initiatives permettant d'aider les ménages en cas de catastrophe, il faut mentionner la livraison de semences pour des cultures à croissance rapide, ainsi que la distribution d'une aide alimentaire, de fourrage et d'eau. Quand la crise est passée, des mesures peuvent être prises pour aider les ménages à revenir à une situation normale. 1) Inciter les pouvoirs publics à adopter ou à renforcer une politique de programmes de travaux publics à forte utilisation de main-d'oeuvre et des programmes visant à réduire l'isolement géographique, en particulier en Afrique subsaharienne où des mesures s'imposent pour atténuer rapidement des problèmes nutritionnels aigus. Ce genre de programme est l'un des bons moyens d'améliorer l'emploi, les revenus et l'accès aux aliments. Il facilite le transfert et la stabilisation des prestations sociales, diminuant ainsi le risque de déficit de la consommation chez les pauvres, et favorise l'amélioration d'infrastructures nécessaires comme les routes pour faciliter le commerce et le mouvement des denrées alimentaires des zones rurales vers les centres urbains, encourage la protection des ressources ou l'irrigation et la mise en valeur des terres, et combat enfin des problèmes comme la désertification. m) Encourager des institutions publiques, internationales et privées à entreprendre les recherches nécessaires à une meilleure sécurité alimentaire des ménages par l'amélioration de la production, de la manutention et de l'entreposage des denrées alimentaires et de la prévention des pertes, de la diversification culturale et génétique, du traitement, de la conservation et de la commercialisation des produits alimentaires. Des recherches devraient également être consacrées à la manipulation des aliments dans les foyers et aux distributions d'aliments à l'intérieur des familles pour assurer une disponibilité adéquate, protéger la valeur nutritionnelle des aliments et prévenir les pertes et le gaspillage. De telles recherches peuvent favoriser l'emploi dans les zones rurales et promouvoir le rôle de la femme, en particulier pour tout ce qui concerne la transformation et la commercialisation des produits alimentaires. Des recherches devraient être faites pour la mise au point d'indicateurs appropriés et rentables permettant de mesurer les problèmes de sécurité alimentaire des ménages et d'évaluer les résultats des programmes mis en oeuvre pour résoudre ces problèmes. n) Améliorer l'éducation générale et nutritionnelle pour éliminer l'analphabétisme et donner les connaissances nécessaires pour le choix d'un régime sûr et adéquat et l'utilisation de techniques appropriées de production, de transformation, d'entreposage et de manutention des denrées alimentaires à tous les niveaux, en particulier celui du ménage. Des programmes devraient être conçus à l'intention des responsables des ménages, et en particulier des femmes, et comporter des cours d'économie ménagère pour les garçons et les filles. Il conviendrait de mieux faire comprendre aux femmes comme aux hommes l'opportunité de limiter la dimension de la familles et avantages des méthodes de planification familiale. Le rôle des médias dans la diffusion de messages sur les moyens d'améliorer l'alimentation et la lutte contre des tabous alimentaires nuisibles devrait être souligné. Il importe d'élaborer et d'exécuter des campagnes d'information du public pour améliorer la qualité de la nutrition par une utilisation plus rationnelle des aliments disponibles par les ménages et pour faire comprendre que chacun des membres de la famille doit recevoir sa juste part des ressources alimentaires, indépendamment de son sexe, de son âge ou de toute autre caractéristique. o) Les organismes internationaux de financement et les institutions spécialisées devraient considérer comme hautement prioritaires les mesures aidant les pays à mettre en oeuvre leurs programmes visant à renforcer la sécurité alimentaire des ménages; il conviendra à cette fin de consentir des investissements accrus dans des projets d'accroissement de la production, par exemple : irrigation; amélioration de la fertilité des sols; protection des sols et des eaux; intensification de l'agriculture; et aide aux pays qui entreprennent des ajustement structurels. Il s'agira aussi de favoriser le transfert de technologies adaptées aux conditions locales en faveur des pays en développement pour qu'ils améliorent la production et le traitement des denrées alimentaires touten protégeant les droits éventuels de propriété intellectuelle, de former des personnels à tous les niveaux et de créer un environnement économique propre à renforcer la compétitivité des pays en développement. # 3. Protéger le consommateur en améliorant la qualité et la sécurité des produits alimentaires 29. Une alimentation et une eau saines et de bonne qualité sont essentielles à une nutrition équilibrée. Les aliments doivent avoir une teneur appropriée en éléments nutritifs et être suffisamment variés et abondants. Ils ne doivent pas mettre en danger la santé du consommateur par suite de contamination chimique et microbienne et doivent être présentés de façon honnête. Les services de contrôle de la sécurité et de la qualité garantissent que l'aliment a conservé les caractéristiques souhaitables au cours de la production, de la manutention, du traitement, de l'emballage, de la distribution et de la préparation. Cela permet d'assurer une alimentation saine, de réduire les pertes alimentaires et de favoriser les échanges intérieurs et internationaux. La qualité des aliments dépend à la fois de leur composition de base et de divers aspects de leur innocuité. Les consommateurs ont le droit de disposer d'aliments sains et de bonne qualité, et les gouvernements et l'industrie alimentaire doivent prendre des mesures à cet effet. Un programme efficace de contrôle de la qualité et de la sécurité des produits alimentaires doit comporter des lois, règlements et normes, ainsi que des systèmes efficaces d'inspection et de surveillance, y compris des analyses en laboratoire. Lorsqu'il y a lieu, les gouvernements devraient, en étroite collaboration avec les autres parties intéressées: a) Promulguer ou renforcer une législation alimentaire détaillée portant sur le contrôle de la qualité et de la sécurité des aliments, en vue de protéger la santé du consommateur et de garantir la sécurité de la production, la qualité de la fabrication et la loyauté des méthodes commerciales. Si des lois sont déjà en vigueur, il est nécessaire de les réviser régulièrement et de les mettre à jour en vue d'une meilleure protection des consommateurs. b) Etablir des mesures visant à protéger le consommateur contre des aliments présentant un danger pour la santé, de mauvaise qualité, altérés, portant une fausse marque, on contaminés. Les mesures devront comporter des dispositions spécifiant les niveaux minimum acceptables de qualité et de sécurité des produits alimentaires, les différentes façons dont les aliments sont produits, transformés, emballés, étiquetés et entreposés; ainsi que les conditions dans lesquelles ils sont présentés et fournis. La réglementation doit aussi porter sur l'enrichissement des produits alimentaires par des micronutriments. Les règlements alimentaires doivent tenir pleinement compte des normes internationales recommandées par la Commission du Codex Alimentarius. L'étiquetage des aliments doit être clair et facile à comprendre et il faut s'attacher à harmoniser les règles d'étiquetage : à cet effet, il est nécessaire d'avoir de meilleures informations sur l'analyse des nutriments et la composition des aliments. Il faudrait envisager des mesures en vue d'aider les personnes ayant des intolérances à certains aliments. Les déclarations figurant sur les étiquettes ou servant à la publicité devraient faire l'objet de contrôles stricts, et les déclarations fausses ou trompeuses devraient être interdites. La FAO et l'OMS doivent inciter les pays en développement à participer davantage aux activités du Codex et examiner les moyens de faciliter une telle participation. c) Donner une priorité élevée à la mise en place d'infrastructures pour le contrôle de la qualité et de la sécurité des aliments, notamment de services d'inspection et d'échantillonnage des aliments ainsi que de laboratoires, de manière à faire respecter la législation et les règlements et à s'assurer que les produits alimentaires sont conformes aux exigences applicables pour la consommation intérieure et pour l'exportation. d) Donner aux organisations de consommateurs et de producteurs des droits de consultation avec les instances consultatives et de décision, et faciliter un accès libre et transparent à l'information, ainsi que la participation à l'élaboration de normes pour la sécurité, le contrôle de la qualité et l'étiquetage des produits alimentaires. En outre, créer ou renforcer des mécanismes permettant de résoudre les problèmes posés aux consommateurs par les approvisionnements alimentaires. Il faut favoriser une coopération entre le secteur de l'alimentation, le gouvernement et les consommateurs. e) Instaurer des relations de travail efficaces avec l'industrie alimentaire - au niveau de la production, de la transformation et de la distribution - afin de garantir que les systèmes de contrôle de la qualité de cette industrie sont aptes à garantir la conformité des aliments aux dispositions des lois et règlements. C'est aux secteurs de la production, de la transformation et de la vente au détail des produits agricoles qu'incombe au premier chef la responsabilité de la production, de la fabrication et de la distribution des aliments. L'industrie alimentaire devrait donc produire des aliments sûrs, sains, nutritifs et d'un goût agréable, afin de protéger la santé des consommateurs. f) Appuyer les efforts internationaux et multilatéraux déployés pour étendre et renforcer les normes alimentaires et les programmes d'étiquetage des produits alimentaires. Une assistance technique internationale est nécessaire pour améliorer, dans les pays en développement, les programmes relatifs à la sécurité et à la qualité des produits alimentaires destinés au marché intérieur et au commerce international. g) Développer les ressources humaines nécessaires pour élaborer, mettre en place et surveiller les systèmes de contrôle de la qualité des aliments et de l'eau. Une éducation et une formation sont essentielles pour la manutention sans danger des produits agrochimiques par les agriculteurs, et pour la manutention commerciale et domestique des produits alimentaires. h) Appliquer, par le biais de mesures législatives, de réglementations et d'autres moyens appropriés au niveau national les accords internationaux existants sur la commercialisation et la distribution des produits agrochimiques, notamment le Code international de conduite pour la distribution et l'utilisation des pesticides. i) Promouvoir l'élaboration de pratiques agricoles durables et une lutte intégrée contre les nuisibles, et renforcer les programmes de recherche et de vulgarisation qui peuvent faciliter leur adoption. Il convient d'encourager les techniques qui aident à réduire l'utilisation des produits chimiques agricoles. j) Favoriser l'éducation des consommateurs pour permettre l'émergence d'un public éduqué et bien informé, de ménagères utilisant des méthodes sans danger, d'une participation communautaire et d'associations de consommateurs actives. La FAO et l'OMS devraient fournir aux pays membres une documentation sur la qualité et la sécurité des produits alimentaires pour les programmes d'éducation des consommateurs. k) Promouvoir la recherche sur la qualité et la sécurité des aliments, y compris les produits de sevrage et les aliments vendus sur la voie publique, prenant en considération aussi les conditions socio-économiques et les technologies de production, de manutention et de stockage. l) Elaborer des programmes pour la surveillance et le contrôle des maladies d'origine alimentaire et des contaminants. m) Veiller à ce que l'aide alimentaire et les aliments destinés aux programmes d'alimentation d'urgence pour les réfugiés et les personnes déplacées soient de bonne qualité et propres à la consommation. Des mécanismes doivent être prévus pour la surveillance de problèmes particuliers comme l'infestation par les ravageurs, l'âge des produits et les contaminants. # 4. Prévention et traitement des maladies infectieuses 30. L'infection jointe à la malnutrition a des conséquences désastreuses sur l'état de santé, en particulier des groupes socio-économiques défavorisés. Elle est principalement à l'origine des décès, des maladies et des handicaps chez les nourrissons et les enfants en bas âge et contribue également de façon sensible au mauvais état de santé des femmes et aux problèmes de stérilité. La prévention, la lutte et le traitement approprié des infections améliorent le bien-être nutritionnel et renforcent sensiblement la productivité de la population adulte. Les gouvernements devraient, en coopération avec toutes les parties intéressées: a) Adopter - ou renforcer si nécessaire - toutes mesures visant à garantir un approvisionnement suffisant en nourriture et en eau saines; assurer un assainissement suffisant de l'environnement pour tous et prendre les dispositions nécessaires pour une meilleure élimination des déchets. b) Prévenir les maladies d'origine alimentaire ou transmises par l'eau, ainsi que les autres infections, chez les nouveaux-nés et les jeunes enfants, en encourageant les femmes à nourrir exclusivement leurs bébés au sein pendant les quatre à six premiers mois et en les mettant en mesure de le faire. c) Promouvoir de bonnes pratiques de sevrage en encourageant l'utilisation d'aliments de sevrage nutritionnellement adéquats, sains et disponibles localement. d) Dispenser ou renforcer, selon le cas, l'enseignement spécialisé à l'intention des agents sanitaires, et l'éducation générale et l'information des communautés, des parents et des individus, pour les mettre à même d'adopter des régimes alimentaires sains et appropriés, permettant de prévenir et de combattre efficacement les infections. Il faut notamment former et informer à tous les niveaux les personnels de santé et de vulgarisation agricole et autres vulgarisateurs dans les domaines de l'alimentation, de l'hygiène et des soins de santé primaires, en particulier le traitement de la diarrhée, et les besoins nutritionnels au cours de l'existence, y compris pendant les maladies. e) Prévenir, combattre, éliminer et/ou éradiquer les maladies infectieuses, parasitaires et autres maladies transmissibles, y compris celles transmises par un vecteur animal, en améliorant l'environnement et en assurant à toutes les populations des services adéquats de soins de santé primaires, y compris des programmes de vaccination, de lutte contre les maladies diarrhéiques et les infections respiratoires aiguës; et des programmes de prévention et de lutte contre le SIDA. f) Encourager la collaboration entre les secteurs de l'agriculture, de la santé et autres secteurs concernés pour prévenir et combattre les maladies infectieuses et les zoonoses. Une collaboration étroite avec les organisations non gouvernementales et le secteur privé devrait être assurée. g) Assurer et soutenir une thérapie nutritionnelle quand elle s'avère efficace dans la prévention et la réduction de la gravité des maladies infectieuses. h) Promouvoir la recherche sur les aspects nutritionnels de la transmission et de la thérapie des maladies infectieuses, compte tenu de tous les aspects socioéconomiques, et assurer l'application de ses résultats. Prise en charge des personnes défavorisées sur le plan socio-économique et vulnérables sur le plan nutritionnel 31. La prise en charge dans les ménages et la communauté est le temps, l'attention, les soins et les compétences que l'on consacre à la satisfaction des besoins physiques, mentaux et sociaux des groupes défavorisés sur le plan socio-économique et vulnérables sur le plan nutritionnel. Parmi ces groupes, l'enfant en période de croissance se situe au premier rang, mais il faut citer les femmes, les personnes âgées et les handicapés mentaux, physiques et sensoriels; parmi les groupes socio-économiquement défavorisés figurent les réfugiés, les personnes déplacées, certaines populations autochtones, les membres de communautés isolées, les paysans sans terre, les chômeurs, les personnes récemment immigrées, les orphelins, les enfants vivant dans des conditions difficiles, etc. Les personnes qui courent le plus grand risque de malnutrition sont celles qui sont à la fois vulnérables sur le plan physiologique et défavorisées sur le plan socio-économique. Les pays devraient reconnaître que les compétences et les capacités de la personne pourvoyeuse de soins, la mère en général, sont déterminantes pour la qualité des soins, en particulier le choix et la préparation des aliments destinés à la famille, y compris la mère elle-même, les enfants et les autres personnes à charge. 32. En général, la fourniture des soins incombe en premier lieu à la famille. Toutefois, la société a également l'obligation d'aider ceux qui ne peuvent se prendre en charge euxmêmes. Le rôle des pouvoirs publics devrait être d'assurer un environnement propice aux soins familiaux et communautaires et de fournir des services directs lorsque des soins supplémentaires sont nécessaires. Les soins dans le cadre familial comprennent un soutien pendant et après la grossesse, l'allaitement au sein, la sécurité et la tranquillité de l'enfant, le logement, l'habillement, l'alimentation et les soins de toilette, la prévention et le traitement des maladies, ainsi que les marques de tendresse et de respect. En dehors du milieu familial, les installations de soins comprennent les centres de médecine curative et préventive, les centres de soins prénatals et maternels, les guérisseurs traditionnels ou les membres de la famille élargie, ainsi que les mécanismes d'aide économique et sociale offerts par la communauté et les pouvoirs publics et les programmes d'activités génératrices de revenus. La prise en charge doit tenir compte de la dignité et des droits des personnes vulnérables. Les mesures visant à améliorer la prise en charge des personnes défavorisées sur le plan socio-économique et vulnérables sur le plan nutritionnel donneront les meilleurs résultats si elles prennent en considération les besoins particuliers et les traditions d'une communauté locale et répondent à leurs nécessités particulières. Les gouvernements sont encouragés à travailler dans un esprit de collaboration avec les groupes communautaires locaux, le secteur privé et les organisations non gouvernementales. Les gouvernements devraient, en coopération avec les autres parties intéressées: a) Faire en sorte que tous les nourrissons et jeunes enfants, en particulier les enfants vivant dans des conditions difficiles, aient accès à un régime alimentaire équilibré et sain, à des soins de santé et à l'instruction, afin de leur permettre de s'épanouir physiquement et mentalement et d'accéder à un bon état nutritionnel. Une attention particulière devrait être portée aux enfants de sexe féminin. a)bis Promouvoir des pratiques de sevrage rationnelles, y compris l'introduction en temps opportun dans le régime d'aliments supplémentaires, et d'aliments de sevrage en quantité et de la qualité voulues, ainsi que des pratiques d'alimentation appropriées telles qu'une plus grande fréquence et une meilleure supervision des repas. b) Améliorer la condition de la femme du point de vue juridique et social depuis la naissance, en lui garantissant le respect et l'égalité d'accès aux soins, à l'éducation, à la formation, à la propriété foncière, au crédit, à une rémunération équitable et aux autres services, y compris les services de planification familiale, et lui donner les moyens d'exercer un meilleur contrôle économique sur les ressources familiales. c) Encourager le soutien des personnes qui s'occupent des enfants pour leur permettre de préserver leur santé physique et mentale et d'accroître leurs capacités et connaissances en matière de nutrition. Réduire en outre le volume de travail des femmes en favorisant les services de recherche et de vulgarisation relatifs à des dispositifs leur permettant d'économiser du temps et de l'énergie. d) Adapter les services d'appui en matière de nutrition, de santé et d'éducation aux adolescents et aux adolescentes, afin de les préparer à leurs futurs rôles d'adultes producteurs correctement alimentés, de parents et de pourvoyeurs de soins. e) Préparer et motiver les hommes adultes et les pères et encourager leur pleine participation au bien-être nutritionnel et au soutien de leur famille et leur responsabilité en la matière, et faire en sorte qu'ils soient attentifs aux besoins des femmes par la préservation et la promotion du bien-être familial. f) Encourager la reconnaissance de la contribution que les personnes âgées apportent aux activités familiales et communautaires. Promouvoir la prise en charge des personnes âgées au moyen de formes traditionnelles de soutien familial et par l'adoption de mesures spéciales lorsque cela est nécessaire. g) Assurer la prise en charge des handicapés pour leur permettre de réaliser leur potentiel et de devenir autonomes afin qu'ils puissent bénéficier des possibilités d'éducation, d'emploi et de logement qui leur sont offertes. h) Améliorer l'état nutritionnel des populations autochtones par l'élaboration et la mise en oeuvre de stratégies culturellement acceptables associant la communauté. i) Encourager et favoriser la prise de conscience, l'esprit d'organisation et le rôle dirigeant de la communauté pour lui permettre de promouvoir et de garantir son propre développement nutritionnel, y compris une prise en charge adéquate des ménages et des individus vulnérables qu'elle comprend, par exemple les ménages dirigés par une femme. j) Renforcer les programmes alimentaires et nutritionnels axés sur les habitants pauvres des villes et en particulier les enfants vivant dans la rue. Sbis. Promotion de l'allaitement maternel (sene pàce- ansu / chys. 4-) 33. L'allaitement au sein precures aux nourrissons et aux enfans en bas âge. (l' alimentation idéale) Il a de nombreux effets bénéfiques, notamment sur l'espacement des naissances et la prévention des maladies, et c'est aussi le mode d'alimentation infantile le plus économique. Toutes les femmes devraient pouvoir nourrir leurs enfants exclusivement au sein pendant 4 à 6 mois et continuer à les allaiter, tout en leur donnant des aliments de complément appropriés, jusqu'à 2 ans ou plus. A cet effet, une action au niveau international est nécessaire pour sensibiliser les femmes et les soutenir au maximum pour leur permettre d'allaiter, et les gouvernements, ainsi que les parties concernées du secteur privé devraient: a) Fournir un soutien aux mères et les encourager pour leur permettre d'allaiter et de s'occuper convenablement de leurs enfants, qu'elles soient employées dans le secteur structuré ou non structuré ou qu'elles pratiquent une activité non rémunérée. Les conventions et les réglementations de l'OIT sur ce sujet pourront être prises comme point de départ par les Etats qui les approuvent. b) Déployer tous les efforts possibles pour faire participer les services de maternité à "l'initiative pour des hôpitaux amis des bébés" lancée par l'OMS et l'Unicef, en adoptant les bonnes pratiques décrites dans la Déclaration conjointe OMS/Unicef sur la protection, la promotion et le soutien de l'allaitement maternel par l'amélioration des services de maternité. Ces pratiques rationnelles devraient également servir de directives, avec les adaptations nécessaires, pour l'accouchement à la maison. c) Encourager et soutenir la collaboration entre les systèmes de soins de santé et les réseaux de soutien maternel, notamment la famille et la communauté, en favorisant la création de groupes de soutien aux mères, si nécessaire. d) Prendre les mesures nécessaires pour donner effet aux principes et à l'objectif du Code international de commercialisation des substituts du lait maternel, adopté par l'Assemblée mondiale de la santé en 1981 et reconfirmé par la suite dans les résolutions de cette même Assemblée. e) Faire en sorte que les prestataires de soins de santé et autres prestataires de soins reçoivent une bonne formation en ce qui concerne l'allaitement maternel, au moyen d'un matériel de formation actualisé, et qu'ils soient informés des politiques ou des réglementations nationales pertinentes en matière de commercialisation. f) Faire en sorte que les informations diffusées sur l'alimentation du nourrisson et du jeune enfant soient, dans la mesure du possible, conformes aux connaissances scientifiques du moment, et prendre des mesures pour corriger les informations erronées qui seraient données sur l'alimentation infantile. g) Examiner avec la plus grande attention les problèmes concernant l'allaitement maternel et l'infection à VIH en se fondant sur les derniers avis scientifiques faisant autorité et sur les principes directeurs OMS/Unicef les plus récents, et demander à l'OMS, en étroite coopération avec l'Unicef, les experts de l'allaitement maternel et autres, d'organiser régulièrement des réunions techniques pour examiner les dernières publications scientifiques sur ces problèmes et mettre à jour les directives. 34. Parmi les réfugiés et les personnes déplacées, on continue d'observer des taux élevés de malnutrition et de carences en micronutriments associés à des taux de mortalité élevés. L'ampleur du problème s'est aggravée au cours de la dernière décennie. Un engagement et une responsabilité politique accrus pour la protection et la promotion du bien-être nutritionnel des réfugiés, des personnes déplacées, de ceux qui vivent sous occupation, des prisonniers de guerre et des autres groupes affectés s'imposent d'urgence, conformément au droit humanitaire international. Les gouvernements devraient, en collaboration avec la communauté internationale: a) Fournir une assistance durable aux réfugiés et aux personnes déplacées et prendre des mesures pour assurer et contrôler leur bien-être nutritionnel en donnant une priorité élevée à la lutte contre les maladies et à la prévention de la malnutrition et à l'apparition des pathologies dues à des carences en micronutriments. Partout où cela est possible, cette assistance devra les encourager à s'aider eux-mêmes plutôt qu'à devenir plus dépendants de l'aide extérieure. L'alimentation fournie doit être saine et adéquate du point de vue nutritionnel. b) Identifier, parmi les populations civiles situées dans des zones de conflit, les réfugiés et les populations déplacées, les groupes qui ont besoin de soins spéciaux, notamment les handicapés, les personnes âgées, les enfants et les mères et les autres groupes vulnérables du point de vue nutritionnel, de façon à prendre les mesures voulues pour faire face à leurs besoins particuliers. c) Promouvoir les droits de l'homme fondamentaux des réfugiés et des personnes déplacées. d) Apporter une réponse rapide, coordonnée et appropriée en améliorant les communications avec la communauté internationale, y compris les entités concernées des Nations Unies, ainsi qu'avec les organisations non gouvernementales. e) Veiller à ce que la totalité des vivres et des fournitures médicales parviennent en toute sécurité et à temps à ceux qui en ont besoin dans les zones en conflit, en créant des "couloirs humanitaires" ou en les utilisant là où ils existent. f) Aider les réfugiés qui regagnent leur pays d'origine, jusqu'à ce qu'ils soient réintégrés dans la société. g) S'efforcer d'élaborer des politiques propres à garantir la stabilité de façon à éviter les mouvements massifs de réfugiés et de personnes déplacées qui constituent un fardeau supplémentaire pour toute communauté quelle qu'elle soit. Sbis Pcouolier da l'alaite ![img-14.jpeg](img-14.jpeg) # CONFÉRENCE INTERNATIONALE SUR LA NUTRITION ## ORGANISATION DES NATIONS UNIES POUR L'ALIMENTATION ET L'AGRICULTURE ## ORGANISATION MONDIALE DE LA SANTÉ ICN/92/2-Rev.2 11 décembre 1992 # PLAN D'ACTION POUR LA NUTRITION (paragraphes 35 à 46) ## 6. Prévenir et combattre les carences spécifiques en micronutriments 35. Les carences en micronutriments constituent un sujet de préoccupation majeur du point de vue de la santé publique. Elles sont largement répandues même si la prévalence d'une carence donnée peut varier considérablement à l'intérieur des pays et entre eux. Les carences en vitamine A (notamment en bétacarotène), en iode et en fer sont particulièrement importantes pour trois raisons : elles ont des conséquences graves sur la santé, on les retrouve un peu partout et un engagement a été pris au niveau mondial pour y remédier. 36. L'avitaminose A et ses conséquences - cécité, retard de croissance, aggravation des infections et décès - sont entièrement évitables, ce qui fait de la lutte contre cette carence l'une des stratégies les plus efficaces en faveur de la santé et de la survie de l'enfant que puissent adopter les gouvernements. La protection, la promotion et le soutien de l'allaitement maternel sont un moyen efficace de prévenir la carence en vitamine A chez les nourrissons et les jeunes enfants. 36.bis Plus d'un cinquième de la population mondiale vit dans des régions où il existe des carences en iode. C'est la cause évitable d'arriération mentale la plus répandue. La carence en iode peut aussi entraîner la stérilité, le goitre, une mortalité accrue et la stagnation économique. Les enfants, les adolescentes et les femmes sont particulièrement vulnérables. Il existe des moyens d'y remédier et il serait même possible de l'éliminer d'ici l'an 2000. 36.bis La carence martiale et/ou l'anémie ferriprive est la carence en micronutriments la plus courante qui touche surtout les jeunes enfants et les femmes en âge de procréer. Non traitée, l'anémie peut entraîner des incapacités d'apprentissage, un risque accru d'infection et une capacité de travail diminuée ainsi que la mort de la femme pendant sa grossesse ou au moment de l'accouchement. Ainsi la carence martiale a des répercussions sur toutes les couches de la société. SECRETARIAT CONJOINT FAO/OMS DE LA CONFÉRENCE Viale delle Terme di Caracalla, 00100 ROME Tél.: 57973097/3627. Télex: 625852-625853 FAO I. Cables: FOODAGRI ROME. Facsimile: (6) 57976661. W/29795/c 37. Les carences en autres micronutriments comme le folate et d'autres vitamines du groupe B, la vitamine C, le sélénium, le zinc et le calcium ont aussi des effets non négligeables sur la santé et mériteraient que les gouvernements leur accordent une attention accrue là où elles existent. 38. Conscients des ressources, de la coordination et de l'appui nécessaires aux plans national, régional et international, les gouvernements, en collaboration avec les organisations internationales, les organisations non gouvernementales, le secteur privé et l'industrie, d'autres groupes d'experts et la communauté, devraient adopter une combinaison appropriée des stratégies suivantes: a) Evaluer l'étendue et l'épidémiologie des carences en micronutriments et élaborer une politique nationale de prévention en fonction de la distribution, de la cause et de la gravité des carences et des ressources disponibles. b) Accélérer les efforts en vue de parvenir à l'élimination des carences en vitamine A et en iode et à la réduction de la carence martiale, conformément aux objectifs pour l'an 2000 approuvés par le Sommet mondial pour l'enfance et la Conférence de Montréal sur la malnutrition par carence en micronutriments. c) Formuler et mettre en oeuvre des programmes destinés à corriger et prévenir les carences en micronutriments en encourageant la diffusion d'informations sur la nutrition et en donnant la priorité à l'allaitement maternel et à d'autres mesures soutenables en matière d'alimentation, qui encouragent la diversification des régimes alimentaires par la production et la consommation d'aliments riches en micronutriments, y compris les aliments traditionnels appropriés. L'application de techniques de tranformation et de préservation permettant la conservation des micronutriments sera encouragée, au niveau des communautés et à d'autres niveaux, en particulier lorsque l'on dispose seulement d'aliments riches en micronutriments sur une base saisonnière. d) Adopter la combinaison la plus appropriée de stratégies d'intervention: amélioration de l'approvisionnement, conservation des aliments, éducation et formation en matière d'alimentation et de nutrition, diversification du régime alimentaire, enrichissement des aliments, supplémentation, en y associant des mesures de santé publique appropriées comme les soins de santé primaires, la promotion de l'allaitement au sein et l'approvisionnement en eau potable. Il faudra encourager la coopération internationale et régionale concernant le partage de ressources pour permettre des économies d'échelle. e) Veiller à appliquer en priorité absolue des stratégies durables fondées sur l'alimentation, surtout pour les populations présentant des carences en vitamine A et en fer, en donnant la préférence aux produits alimentaires disponibles sur place et en tenant compte des habitudes alimentaires locales. Il se peut qu'il faille prendre des mesures à court terme de supplémentation en vitamine A, en iode et en fer pour renforcer les stratégies alimentaires lorsqu'il s'agit de populations victimes de carences graves, en utilisant, lorsque c'est possible, les services de soins de santé primaires. La supplémentation doit s'adresser aux groupes vulnérables appropriés, en particulier les femmes en âge de procréer (iode et fer), les nourrissons et les jeunes enfants, les personnes âgées, les réfugiés et les personnes déplacées. On devrait mettre fin progressivement à la supplémentation dès que les stratégies fondées sur une alimentation riche en micronutriments permettront une consommation suffisante de micronutriments. f) Assurer et réglementer l'enrichissement des aliments (ou de l'eau), lorsque cela est faisable, par l'adjonction des micronutriments nécessaires chaque fois que les approvisionnements alimentaires disponibles n'en fournissent pas assez. L'enrichissement des aliments pour diverses raisons devrait être régulièrement évalué. Lorsque la carence en iode constitue un problème de santé publique majeur, exiger l'iodation de tout le sel destiné à la consommation humaine et animale, étant donné qu'il s'agit là de la mesure la plus efficace à long terme pour corriger la carence en iode. g) Veiller à ce que des programmes d'éducation et de formation en matière de nutrition soient mis en oeuvre aux niveaux communautaire, scolaire et national en vue de donner des informations sur les bonnes méthodes de préparation des aliments, leur valeur nutritionnelle et leur bioassimilabilité, ainsi que sur d'autres facteurs qui agissent sur l'apport en micronutriments, en particulier chez les jeunes, et de promouvoir la consommation d'aliments riches en micronutriments. h) Renforcer les moyens et les activités de surveillance en matière de micronutriments en concevant des indicateurs permettant de surveiller les stratégies susmentionnées afin d'atteindre les objectifs nationaux concernant la couverture, l'observance et l'efficacité chez les populations cibles. i) Appuyer la recherche concernant le rôle des micronutriments dans la santé et la maladie, l'établissement d'inventaires et de tables de composition de sources alimentaires de micronutriments existant déjà et potentiellement importantes entre autres les légumes verts et jaunes et les fruits, l'huile de palme, le poisson et les autres sources alimentaires de micronutriments disponibles sur place, ainsi que les aliments de sevrage, les facteurs influençant la biodisponibilité des nutriments dans les aliments, les méthodes autochtones de transformation et de préparation des aliments influant sur la disponibilité des micronutriments, l'éducation nutritionnelle et les moyens d'améliorer les techniques actuelles d'évaluation et de correction des carences en micronutriments. j) Développer des capacités institutionnelles durables et valoriser les ressources humaines, notamment par la formation de professionnels, de non- professionnels et de responsables communautaires afin d'atteindre les objectifs de lutte et de prévention des carences en micronutriments. k) Envisager de coordonner, le cas échéant, la lutte contre les carences en micronutriments sous la direction d'un comité national, avec un soutien politique, une autorité, une législation et une infrastructure appropriés qui reflètent un engagement national. 1) Encourager la FAO, l'OMS et toutes les autres organisations internationales concernées à contribuer à la lutte contre tous les aspects des problèmes de carences en micronutriments, notamment le contrôle et la surveillance, la recherche et la production et la consommation d'aliments riches en micronutriments. m) Reconnaître que les réfugiés et les personnes déplacées sont susceptibles de souffrir non seulement de carences en iode, en vitamine A et en fer, mais aussi d'autres carences, notamment en vitamine B, (béribéri), niacine (pellagre) et vitamine C (scorbut). Il faut donc que les pays donateurs et les organisations intéressées veillent à ce que la teneur en nutriments des aliments utilisés pour l'aide alimentaire d'urgence réponde à ces exigences nutritionnelles, si nécessaire en les enrichissant ou, en dernier recours par la supplémentation. Dans la mesure du possible, ces aliments devraient être adaptés aux coutumes locales. 7. Promouvoir des régimes alimentaires appropriés et des modes de vie sains 39. Dans de nombreux pays, les maladies non transmissibles liées à des modes de vie malsains et à des régimes alimentaires inadaptés sont en augmentation. Avec l'apparition des sociétés d'abondance et l'urbanisation, le régime alimentaire tend à devenir plus riche en énergie et en graisses, notamment en graisses saturées, tandis que la consommation de fibres et de glucides complexes diminue et que celle d'alcool, de glucides raffinés et de sel augmente. En milieu urbain, l'exercice physique et la dépense énergétique sont souvent moindres et on assiste simultanément à une augmentation du tabagisme et du stress. Tous ces facteurs et d'autres facteurs de risque, joints à l'augmentation de l'espérance de vie, sont associés à une prévalence accrue de l'obésité et de l'hypertension, des maladies cardiovasculaires, du diabète sucré, de l'ostéoporose et de certains cancers, ce qui entraîne des coûts sociaux et des dépenses de santé énormes. Dans certaines régions, le régime alimentaire est souvent responsable également de caries dentaires. 40. Bien qu'il ait généralement un aspect positif, le phénomène d'urbanisation, notamment dans les pays en développement, peut donner lieu parmi les groupes défavorisés à de graves tensions économiques et sociales. Une croissance urbaine trop rapide se traduit souvent par une forte mise à contribution des services urbains, entraînant l'apparition de taudis où s'entassent un grand nombre de gens et où font défaut l'eau propre, les installations sanitaires, les soins de santé et la nourriture. L'urbanisation excessive - en particulier l'exode rural - peut également contribuer à une fragmentation de la société et à l'effritement des valeurs traditionnelles, de la solidarité communautaire et des habitudes alimentaires. Les changements d'alimentation et de modes de vie par suite de la migration vers des régions plus riches peuvent avoir des répercussions aussi bien négatives que positives sur l'état de santé, exposant les immigrants, et en particulier les minorités, à un risque accru de maladies non transmissibles liées à l'alimentation. La prévention primaire et secondaire de ces maladies est donc importante. Les gouvernements, associés à d'autres groupes, devraient: a) Evaluer l'apport alimentaire et l'état nutritionnel de la population (voir section 8 ci-après). b) Déterminer dans quelle mesure il existe un lien entre l'alimentation et la maladie dans leur propre situation, en tenant compte des évaluations internationales et nationales effectuées et des dernières découvertes scientifiques. Examiner si les objectifs alimentaires sont appropriés compte tenu de la fréquence des maladies chroniques liées au régime alimentaire et à ses carences. c) Elaborer des politiques recouvrant l'ensemble des aspects de l'amélioration des approvisionnements alimentaires et de la nutrition adaptées à la situation dans chaque pays; soutenir et encourager la création de jardins familiaux, la production d'aliments traditionnels et les habitudes alimentaires propices au bien-être nutritionnel. d) Sur la base des recommandations relatives à l'apport énergétique et aux nutriments, prodiguer des conseils au grand public en diffusant, par le biais des médias et d'autres moyens appropriés, des principes diététiques qualitatifs et/ou quantitatifs correspondant aux différents groupes d'âge et aux différents modes de vie et adaptés à la population du pays. e) Organiser et soutenir l'élaboration de programmes appropriés d'éducation nutritionnelle au niveau des collectivités parallèlement à des stratégies de communication également appropriées, telles que l'étiquetage à visée nutritionnelle, pour permettre aux individus et aux familles de choisir une alimentation saine, et veiller en priorité à ce que ces programmes atteignent bien les groupes visés. f) Encourager l'adaptation des informations nutritionnelles et des informations destinées aux consommateurs et celle des programmes d'intervention en tenant compte des différents milieux socio-économiques, des obstacles linguistiques, des comportements culturels et des croyances concernant les aliments, la santé et la maladie. g) Promouvoir dès le plus jeune âge une connaissance de l'alimentation et de la nutrition, de la sécurité alimentaire, de la préparation des aliments, des régimes alimentaires et modes de vie sains dans le cadre des programmes d'étude des élèves, des enseignants et du personnel de santé, et de la formation des agents de vulgarisation agricole. h) Encourager les services de restauration collective et le secteur de l'alimentation à promouvoir une alimentation saine. i) Prendre des mesures appropriées pour décourager l'abus d'alcool, de médicaments et de tabac. j) Parrainer et promouvoir des programmes d'exercice physique à la portée de tous, mais spécialement sur les enfants et les groupes à haut risque et offrir des activités récréatives et sportives avec la participation d'organismes communautaires, publics et privés. j)bis Promouvoir l'emploi et de meilleures conditions de vie dans les zones rurales pour empêcher une émigration massive vers les villes. k) Appuyer des interventions spéciales en matière de nutrition et d'éducation des consommateurs ainsi que des activités de suivi pour les groupes d'immigrants qui peuvent avoir besoin d'une attention particulière. # 8. Evaluer, analyser et surveiller la situation nutritionnelle 41. Il est indispensable de disposer de renseignements sur la nature, l'étendue, l'ampleur et la gravité des différents types de problèmes nutritionnels, leurs causes, les ressources et la façon dont ils évoluent dans le temps, si l'on veut élaborer, mettre en oeuvre, surveiller et évaluer des politiques et des programmes efficaces visant à améliorer la nutrition. De tels renseignements sont également nécessaires pour déceler à temps les menaces de crise nutritionnelle, ainsi que pour gérer les programmes en cours. L'objectif fondamental doit être de fournir des renseignements pertinents et précis pouvant être utilisés de façon efficace. Aussi l'information doit-elle parvenir en temps voulu, correspondre aux besoins du décideur et être communiquée rapidement aux niveaux appropriés - individu, famille, communauté, gouvernement ou organisation internationale. Un libre accès à l'information sur la situation nutritionnelle doit être garanti à toutes les parties intéressées. L'utilisation de l'information peut être facilitée par la création ou le renforcement d'organes ou de dispositifs appropriés. Il convient de peser les coûts de la collecte et de l'analyse des données par rapport aux ressources globales disponibles pour le programme. Les gouvernements clevraient, en étroite coopération avec toutes les parties intéressées: a) Identifier les problèmes nutritionnels prioritaires du pays, en analyser les causes, rechercher et appliquer des remèdes appropriés, et suivre et évaluer les efforts déployés pour améliorer la situation. Pour ce faire, ils deviont sélectionner des indicateurs appropriés et des méthodes permettant d'évaluer et de surveiller les problèmes liés à la sécurité alimentaire, à la sousalimentation, aux carences en micronutriments et à la suralimentation. b) Etablir ou renforcer de façon durable des systèmes de collecte, d'analyse et de notification des données dans des cadres institutionnels appropriés afin de fournir aux planificateurs, aux décideurs, aux directeurs de programme et aux communautés les renseignements dont ils ont besoin en priorité pour résoudre les problèmes nutritionnels. c) Dispenser une formation de base préalable et en cours d'emploi au personnel des différents ministères et instituts pour la collecte, et l'analyse, la présentation et l'utilisation des données. d) Tirer parti au maximum des sources de données et des systèmes d'information existants, afin d'éviter un chevauchement des efforts et d'encourager une approche multisectorielle coordonnée des mesures à prendre. Parmi les sources d'information auxquelles on peut s'adresser, il faut citer les ministères responsables de l'agriculture, de la santé, de l'éducation, du commerce, des finances et de la planification, de la recherche scientifique et de la protection sociale, les universités, le secteur privé et les organisations non gouvernementales. Les données pourraient couvrir la mortalité, la morbidité, l'anthropométrie, les disponibilités alimentaires, les apports alimentaires, les prix des denrées alimentaires, l'allaitement maternel, la qualité et la salubrité des aliments, les connaissances, attitudes et pratiques, la taille de la famille et son revenu, la pluviosité, le régime foncier, etc. e) Encourager l'élaboration et l'utilisation d'approches novatrices, par exemple la cartographie des risques, les postes sentinelles et les techniques d'évaluation rapide pour la collecte et l'utilisation de l'information. Etablir un système d'échange d'informations entre pays en développement (Sud-Sud) ainsi qu'entre pays développés et en développement dans les domaines de la formation et de la recherche. f) Favoriser la mise en place de systèmes d'information au niveau des communautés, afin d'aider à identifier, à analyser et à résoudre les problèmes locaux. g) Etablir et renforcer un système de surveillance nutritionnelle et de contrôle de la croissance dans le cadre des activités de soins de santé primaires. h) Promouvoir le renforcement de la recherche et de la formation de maind'oeuvre en matière de nutrition, notamment pour les interventions dans les domaines des sciences alimentaires de la nutrition, de la biologie, de la toxicologie alimentaire, de l'épidémiologie, des sciences humaines et sociales et connexes. i) Coopérer avec les autres gouvernements, les établissements de recherche et les organisations non gouvernementales et internationales en vue de promouvoir et d'appuyer la collaboration régionale et internationale en ce qui concerne les activités de surveillance, d'information et c'alerte précoce en matière d'alimentation et de nutrition. Cette tâche devrait comprendre également le renforcement des capacités dans les pays et la création de points focaux pour la formation et la recherche aux échelons national et régional. j) Appuyer et encourager, en tant que de besoin, l'élaboration et l'utilisation d'informations relatives à la composition des aliments locaux. # V. RESPONSABILITE DE L'ACTION 42. Les objectifs de la Déclaration mondiale et les recommandations du Plan d'action pour la nutrition doivent se traduire en actions prioritaires adaptées à la réalité de chaque pays et appuyées par des actions au niveau international. Compte tenu de cette réalité, les gouvernements doivent préparer des plans d'action nationaux, coordonnés en fonction des besoins avec les activités faisant suite au sommet mondial pour l'enfance, définissant les priorités, établissant un calendrier d'action et, si besoin est, identifiant les ressources nécessaires et celles qui sont déjà disponibles. Les stratégies à mettre en oeuvre pour atteindre les objectifs peuvent varier d'un pays à l'autre et les responsabilités se situent à tous les niveaux - depuis les services publics jusqu'à l'individu. ## 1. Au niveau national a) Tous les gouvernements devraient mettre en place des mécanismes nationaux chargés d'établir les priorités, et d'élaborer, de mettre en oeuvre et de contrôler l'application des politiques et des plans destinés à améliorer la nutrition dans des délais déterminés et sur la base des besoins nationaux et locaux, et prévoir les fonds nécessaires à leur fonctionnement. b) Dans le cadre des plans d'action nationaux, les gouvernements devraient formuler, adopter et mettre en oeuvre des programmes et des stratégies visant à appliquer les recommandations du Plan d'action, compte tenu de leurs problèmes et de leurs priorités spécifiques. En particulier, dans les pays où il convient de le faire, les ministères de l'agriculture, des pêches, de l'alimentation, de la santé, de la protection sociale, de l'éducation et de la planification devraient formuler des propositions concrètes intéressant leur secteur ayant pour but de promouvoir le bien-être nutritionnel. c) Il faudrait encourager les administrations locales et provinciales ainsi que les ONG et le secteur privé à participer au processus. c)bis Toutes les couches de la société devraient être encouragées à jouer un rôle actif et à assumer leurs responsabilités dans la mise en oeuvre des différentes composantes du plan national d'action, à l'aide de mécanismes de coordination appropriés. Les ménages, les communautés, les ONG, les entreprises privées - industrie, petits producteurs et agricultrices, commerce et services, mais aussi associations sociales et culturelles - et les médias devraient se mobiliser pour aider les particuliers et les groupes de population à atteindre le bien-être nutritionnel, en étroite association avec le secteur public et les services techniques. d) Les programmes visant à améliorer le bien-être nutritionnel de la population, en particulier des groupes les plus vulnérables, devraient bénéficier de ressources suffisantes de la part du secteur public et privé, afin de garantir leur viabilité à long terme. e) Les gouvernements, l'industrie et les établissements universitaires devraient soutenir le développement de la recherche fondamentale et appliquée axée sur l'amélioration des connaissances scientifiques et technologiques qui permettent d'analyser et de résoudre les problèmes alimentaires, nutritionnels et sanitaires, en privilégiant la recherche concernant les groupes défavorisés et vulnérables. f) Dans la plupart des pays, un rang de priorité élevé devrait être accordé à la valorisation des ressources humaines et à la formation du personnel nécessaire dans tous les secteurs pour appuyer les activités relatives à la nutrition. g) Les gouvernements devraient, en coopération avec les autorités locales, établir des rapports périodiques sur la mise en oeuvre des plans d'action nationaux en indiquant clairement quelle est la situation des groupes vulnérables. # 2. Au niveau international a) Les institutions internationales - multilatérales, bilatérales et non gouvernementales - sont vivement incitées à envisager, dans le courant de l'année 1933, de quelle façon elles peuvent contribuer à la réalisation des objectifs et des stratégies figurant dans la Déclaration et le Plan d'action, y compris la promotion de nouveaux partenariats de coopération technique et économique entre les pays. b) Dans le courant de l'année 1993, les organes directeurs de la FAO, de l'OMS, de l'UNICEF, de la Banque mondiale, du PNUD, de l'Unesco, de l'OIT, du PAM, du FNUAP, du HCR, de l'UNU, du FIDA et des autres organisations internationales concernées devraient décider des moyens de donner la priorité qui convient à leurs programmes et activités nutritionnels, de façon à assurer le plus rapidement possible, et d'une façon coordonnée, la mise en oeuvre des activités préconisées dans la Déclaration et le Plan d'action de la CIN. Ils devront notamment accroître, selon que de besoin, leur aide aux pays membres. Il faudrait en particulier que la FAO et l'OMS renforcent, dans le cadre des ressources disponibles, leurs programmes d'amélioration nutritionnelle en tenant compte des recommandations du Plan d'action. c) Les bureaux régionaux des organisations des Nations Unies et les organisations intergouvernementales régionales sont priés de coopérer à la mise en oeuvre et à la surveillance du Plan d'action et de faciliter ces activités en appuyant la coopération horizontale et interrégionale, spécialement parmi les pays en développement. Ceci implique en particulier de collaborer, en s'inspirant des objectifs et des principes du Plan d'action, en vue de formuler des stratégies régionales pour améliorer la nutrition et, sur demande, d'aider les gouvernements à élaborer des plans d'action nationaux. d) Les instituts régionaux de recherche et de formation devraient, avec le soutien voulu de la communauté internationale, mettre en place ou renforcer des réseaux de coopération, afin de favoriser le développement des ressources humaines nécessaires, en particulier an niveau national, à l'exécution du Plan d'action, promouvoir la collaboration entre pays et échanger des données sur la situation alimentaire et nutritionnelle, sur les technologies, sur les résultats de la recherche, sur l'exécution des programmes nutritionnels et sur les courants de ressources. e) En leur qualité d'institutions spécialisées des Nations Unies chefs de file dans le domaine de l'alimentation, de la nutrition et de la santé, la FAO et l'OMS sont priées d'établir, en étroite collaboration avec l'UNICEF et d'autres organes des Nations Unies, un rapport de synthèse sur les progrès réalisés dans la mise en oeuvre, par elles mêmes ainsi que par leurs Etats membres et par d'autres organisations internationales, de la Déclaration mondiale et du Plan d'action pour la nutrition de la CIN, aux fins d'examen par leurs organes directeurs d'ici 1995. Les organes directeurs pourront ensuite décider de l'intervalle entre les rapports ultérieurs. f) Les institutions des Nations Unies ont une responsabilité spéciale en ce qui concerne le suivi. Toutes les institutions et organisations concernées du système des Nations Unies sont instamment priées de renforcer leurs mécanismes de collaboration et de coopération de manière à participer pleinement, à l'échelle internationale, régionale, nationale et locale, à la réalisation des objectifs du Plan d'action. Le CAC/SCN devrait, en coopération avec les institutions participantes, établir des rapports périodiques sur leurs activités relatives à la mise en oeuvre de la Déclaration et du Plan d'action, pour examen par le CAC et soumission, par l'intermédiaire de 1'ECOSOC, à l'Assemblée générale des Nations Unies. # VI. RECOMMANDATIONS CONCERNANT LE SUIVI DE LA CONFERENCE 43. Il est vivement recommandé aux gouvernements d'encourager les ministères compétents, les points focaux de la CIN qui devraient être renforcés ou mis en place le cas échéant, et les autres parties intéressées à poursuivre les activités visant à améliorer l'état nutritionnel, notamment: a) Etablir ou améliorer d'ici la fin de 1994 des politiques et plans d'action nationaux qui s'inspirent des principes et des stratégies énoncés dans la Déclaration et le Plan d'action. Ces politiques et plans devront se fonder sur une analyse de la situation dans le pays et être élaborés avec la participation active de tous les ministères compétents, des administrations et communautés locales, des organisations non gouvernementales et de recherche ainsi que du secteur privé. b) Allouer et mobiliser les ressources financières et humaines nécessaires à l'exécution des activités. c) Préparer, lorsque il y a lieu, des propositions précises de priorités de recherche et de renforcement des capacités ainsi que l'établissement de liens entre le secteur public, le secteur non gouvernemental et les organisations et institutions universitaires compétentes. d) Mettre en place des dispositifs intersectoriels de coordination pour l'exécution, le suivi et l'évaluation du plan d'action national. e) Diffuser des informations auprès du grand public, qui peut inclure les organismes parlementaires sur les principes et objectifs de la Déclaration et du Plan d'action, ainsi que sur les progrès accomplis et les objectifs atteints. f) Renforcer la collaboration avec les ONG, les institutions communautaires, les représentants du secteur privé local et les citoyens pour la conception et la mise en oeuvre du plan d'action national. 44. La communauté internationale, notamment les organisations d'aide bilatérale, internationale et multilatérale et les institutions fournissant une assistance financière et/ou technique sont instamment priées de consentir, dès que possible et dans la mesure où leur mandat et leurs ressources le leur permettent, une aide financière accrue et assurée aux pays, institutions et organisations non gouvernementales, selon le cas, pour la préparation et l'exécution des plans d'action nationaux. 45. Les organes directeurs de la FAO, de l'OMS et d'autres organisations appropriées sont priés de s'attacher en 1993 à déterminer des moyens de renforcer leurs capacités d'application de cette Déclaration mondiale et de ce Plan d'action. La FAO est invitée à envisager d'inscrire à l'ordre du jour de ses Conférences régionales et l'OMS de ses Comités régionaux des rapports périodiques sur le suivi général de la CIN. 45.bis Les institutions des Nations Unies et les autres parties concernées sont priées de mettre en forme et de diffuser des informations à l'intention du public sur la Déclaration mondiale et le Plan d'action. 46. En conclusion, la CIN doit être considérée comme une étape marquante dans le combat sans relâche mené pour supprimer la faim et la malnutrition, notamment dans les pays en développement, et pour empêcher en même temps que n'augmentent les maladies transmissibles et non transmissibles liées au régime alimentaire. Le processus préparatoire de la CIN a démarré dans les pays et dans les régions et, pour qu'il aboutisse, les mesures de suivi doivent être solidement ancrées dans la volonté et la détermination nationales et régionales de préserver et de promouvoir le bien-être nutritionnel pour tous.
null
null
null
null
null
null
Reports/Studies
53,600
Handelsberichte der schweizerischen Konsulate. Rapports commerciaux des consulats suisses. Auszug/Extrait: Stockholm 1903.
42
Les exportations suisses en Suède ont été en augmentation durant l'année 1903. Parmi ces exportations il y a notamment des fromages, du chocolat, des machines, des textiles.
French
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1904-01-16
1904-01-16
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null
Exporte
Schweden (Wirtschaft)
null
null
Deutsches Reich|Schweden|Stockholm|Vereinigtes Königreich
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Schweizerisches Konsulat in Stockholm
Schweizerisches Handelsamtsblatt
null
null
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Kramer Jules-Henri
null
null
Esportazioni
Svezia (Economia)
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Reame tedesco|Regno Unito|Stockholm|Svezia
null
Consolato svizzero a Stoccolma
Foglio ufficiale svizzero di Commercio
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null
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Kramer Jules-Henri
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Exportations
Suède (Economie)
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null
Reich allemand|Royaume-Uni|Stockholm|Suède
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Consulat de Suisse à Stockholm
Feuille officielle suisse du commerce
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Kramer Jules-Henri
null
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Export
Sweden (Economy)
null
null
German Realm|Stockholm|Sweden|United Kingdom
null
Swiss Consulate in Stockholm
Swiss Official Gazette of Commerce
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null
null
Kramer Jules-Henri
null
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50,000
https://dodis.ch/53600
Bericht
French, Bericht
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53000-53999/dodis-53600.pdf
null
null
null
null
null
null
null
Reports/Studies
53,363
Hilfe an Entwicklung. Guinea-Bissau
28
Der Industrie- und Energieminister Guinea-Bissaus hat selber fast zwölf Jahre in der Schweiz verbracht. Er möchte sich die Mitarbeit der Schweiz in der Entwicklung der verarbeitenden Industrie sichern, etwa in der Produktion von Erdnussöl, der Verwertung von Zuckerrohr und der Verarbeitung von Bauxit.
German
null
1976-06-02
1976-06-02
null
null
Guinea-Bissau (Allgemein)
null
Lissabon
null
Guinea-Bissau|Lissabon|Vereinigtes Königreich
null
Alusuisse|Bühler|Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne|Guinea-Bissau/Botschaft in Lissabon|Guinea-Bissau/Regierung|Schweizerische Botschaft in Dakar|Synderal SA
Schweizerische Botschaft in Lissabon
null
null
Uhl Othmar
Martins Filinto Vaz|Semedo Júlio
Uhl Othmar
null
Guinea-Bissau (Generale)
null
Lisbona
null
Guinea-Bissau|Lisbona|Regno Unito
null
Alusuisse|Ambasciata svizzera a Dakar|Bühler|Guinea Bissau/Governo|Guinea-Bissau/Ambasciata a Lisbona|Politecnico federale di Losanna|Synderal SA
Ambasciata svizzera a Lisbona
null
null
Uhl Othmar
Martins Filinto Vaz|Semedo Júlio
Uhl Othmar
null
Guinée-Bissau (Général)
null
Lisbonne
null
Guinée-Bissau|Lisbonne|Royaume-Uni
null
Alusuisse|Ambassade de Suisse à Dakar|Bühler|École polytechnique fédérale de Lausanne|Guinée-Bissau/Ambassade à Lisbonne|Guinée-Bissau/Gouvernement|Synderal SA
Ambassade de Suisse à Lisbonne
null
null
Uhl Othmar
Martins Filinto Vaz|Semedo Júlio
Uhl Othmar
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Guinea-Bissau (General)
null
Lisbon
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Lisbon|United Kingdom
null
Alusuisse|Bühler|Guinea-Bissau/Government|Swiss Embassy in Dakar|Swiss Federal Institute of Technology in Lausanne|Synderal SA
Swiss Embassy in Lisbon
null
null
Uhl Othmar
Martins Filinto Vaz|Semedo Júlio
Uhl Othmar
null
50,000
https://dodis.ch/53363
Aktennotiz / Notiz
Uhl Othmar, German, Aktennotiz / Notiz
null
53000-53999/dodis-53363.pdf
# Akte n n otiz Hilfe an Entwicklung Guinea - Bissau | an | | | | | | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | | Datum | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | Minister Martins fuhr dann fort, dass er zahlreiche Entwicklungsangebote, besonders von einer Seite habe, es jedoch sehr begrüssen würde, wenn auch die Schweiz mithelfen könne. Er habe dabei an Punkt 3 und die Alusuisse gedacht. Ich maché ihn darauf aufmerksam, dass Buhler Uzwil an Punkt 1 interessiert sein könnte. Auf meine Feststellung, dass unsere Botschaft in Dakar seit der Anerkennung seines Landes für Guinea-Bissau zustindig sei, antwortete Minister Martins, dass er den Kontakt via Lissabon vorziehe. Die Botschaft Guinea-Bissaus in Lissabon sei besser dotiert und Lissabon liege für ihn und andere an der Reiseroute nach Europa. Minister Martins beabsichtigt, dieser Botschaft demnächst Unterlagen uber die oben erwähnten Entwicklungsprojekte zu senden. (Uhl) Kopien gehen an: - Handelsabteilung des EVD, 3003 Bern - Politische Direktion des EPD, 3003 Bern - Finanz- und Wirtschaftsdienst des EPD, 3003 Bern - Technische Zusammenarbeit - BU
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null
null
null
null
Notes/Internal
31,551
Rumänien: Bankguthaben in der Schweiz
21
Die rumänische Botschaft hat sich beklagt, dass Schweizer Banken verschiedenen rumänischen Bürgern das Verfügungsrecht über ihre Guthaben verweigert hat. Das Problem liegt darin, ob Vollmachten osteuropäischer Kontoinhaber als Ausdruck freien Willens gelten oder ob sie auf staatlichen Druck handeln.
German
1965-01-01
1965-10-12
1965-10-12
null
null
Rumänien (Wirtschaft)
Rumänien (Allgemein)
null
Basel
Basel|Bern|Bukarest|Osteuropa|Rumänien|Westen|Zürich
Schweizerische Bankiervereinigung
Bern/Kantonalbank|Bern/Regierungsrat|Bern/Vormundschaftskommission der Stadt Bern|Rumänien/Botschaft in Bern|Rumänien/Regierung|Schweizerische Botschaft in Bukarest|Schweizerische Kreditanstalt|Schweizerischer Bankverein
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion
null
null
Morand Oswald
Barcanu Irène Bogdan|Keleti Ernö László|Lifschitz I. D.|Micu Valeriu|Verneulen Livia H.
null
null
Romania (Economia)
Romania (Generale)
null
Basilea
Basilea|Berna|Bucarest|Europa orientale|Occidente|Romania|Zurigo
Associazione svizzera dei Banchieri
Ambasciata svizzera a Bucarest|Bern/Vormundschaftskommission der Stadt Bern|Berna/Banca cantonale|Berna/Consiglio di Stato|Credito Svizzero|Romania/Ambasciata a Berna|Romania/Governo|Società di banca svizzera
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica
null
null
Morand Oswald
Barcanu Irène Bogdan|Keleti Ernö László|Lifschitz I. D.|Micu Valeriu|Verneulen Livia H.
null
null
Roumanie (Economie)
Roumanie (Général)
null
Bâle
Bâle|Berne|Bucarest|Europe orientale|Occident|Roumanie|Zurich
Association suisse des banquiers
Ambassade de Suisse à Bucarest|Bern/Vormundschaftskommission der Stadt Bern|Berne/Banque cantonale|Berne/Conseil d'État|Crédit Suisse|Roumanie/Ambassade à Berne|Roumanie/Gouvernement|Société de banque suisse
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique
null
null
Morand Oswald
Barcanu Irène Bogdan|Keleti Ernö László|Lifschitz I. D.|Micu Valeriu|Verneulen Livia H.
null
null
Romania (Economy)
Romania (General)
null
Basle
Basle|Bern|Bucharest|Eastern Europe|Romania|The West|Zurich
Swiss Bankers Association
Bern/Cantonal bank|Bern/Executive Council|Bern/Vormundschaftskommission der Stadt Bern|Romania/Embassy in Bern|Romania/Government|Swiss Bank Corporation|Swiss Credit Group|Swiss Embassy in Bucharest
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs
null
null
Morand Oswald
Barcanu Irène Bogdan|Keleti Ernö László|Lifschitz I. D.|Micu Valeriu|Verneulen Livia H.
null
null
30,000
https://dodis.ch/31551
Schreiben
Schreiben, German
null
31000-31999/dodis-31551.pdf
# Kopie zur Kenntnisnahme an den Politischen Dienst OST ## 3003 Bern, den 12. Oktober 1965 s.o.41.Ro.132.1.0.-BY/en An die Schweizerische Bankiervereinigung 4000 B a s e l | 30 | 20 | 24 | 24 | 40 | 44 | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Datum | 13.10. | | | | | | 13.10. | | | | | | | 14.10. | | | | | | | 13.10.65 | | | | | | | 11 | | | | | | | 13.10.65 | | | | | | | 13.10.66 | | | | | | Rumänien: Bankguthaben in der Schweiz. Sehr geehrte Herren, | 30 | 20 | 24 | 24 | 40 | 44 | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Datum | 13.10. | | | | | | 4.10. | | | | | | | 4.11. | | | | | | | 13.10.65 | | | | | | | 11 | | | | | | | 5.10. | | | | | | | 5.11. | | | | | | | 13.10.66 | | | | | | | 13.10.67 | | | | | | Am 25. August 1965 überreichte die Botschaft Rumäniens in Bern unserem Departement eine Note, in der sie auf gewisse Schwierigkeiten hinweist, die zwischen der einen oder anderen Schweizer Bank und deren Kunden in Rumänien bestehen. Im besonderen führt die Botschaft aus: - mehrere rumänische Staatsbürger, die bei Schweizer Banken Konti oder Hinterlagen besitzen, sollen an die rumänischen Behörden gelangt sein, weil unsere Banken ihnen Auskünfte oder das Verfügungsrecht über ihre Guthaben verweigern, indem sie auf persönliches Erscheinen der Kunden am Schalter beharren; - beim Grossteil der betroffenen Kunden handle es sich um betagte Personen, die entweder die Reise nicht unternehmen können oder deren Guthaben in keinem Verhältnis zur Höhe der Reiseauslagen stehen; - unter Hinweis auf die Möglichkeit des freien Geldtransfers und auf das Recht der Kunden, über ihre Guthaben auch durch Vermittlung von Beauftragten zu verfügen, verlangten die Berechtigten die Aufhebung der diskriminierenden Massnahmen; - das Departement wird ersucht, die notwendigen Schritte zu unternehmen, damit die ungerechtfertigte Praxis überprüft werde. Mit der Note übermittelte uns die Botschaft ein Verzeichnis der Briefe, in denen die Banken ihre Weigerung ausdrücken. Ein Exemplar die ser Liste liegt hier bei. Dieses Problem beschäftigt das schweizerische Bankwesen seit geraumer Zeit: Es handelt sich um die Frage, ob eine durch einen osteuropäischen Kontoinhaber ausgestellte Vollmacht als Ausdruck seines freien Willens betrachtet werden kann oder ob der Klient unter dem Druck des Staates gehandelt habe. Diese Kontroverse bildete seinerzeit auch Gegenstand eines bundesgerichtlichen Urteils (i.S. Ernö Laszlo Keleti und Fürsprecher J.D. Lifschitz gegen Vormundschaftskommission der Stadt Bern und Regierungsrat des Kantons Bern vom 30. Januar 1963). Wir haben der rumänischen Botschaft geantwortet, dass eine Intervention unseres Departementes nicht möglich sei. Die Beziehungen der Konti-Inhaber zu den Banken seien ausschliesslich privatrechtlicher Natur, und über Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien könnten nur die Gerichte entscheiden. Wir sind uns des Dilemmas, das sich hier den Banken stellt, voll bewusst. Mittel und Wege zu finden, die gestatten, eine freie Willensäusserung von einer Zwangshandlung zu unterscheiden, ist sehr schwer. Es steht unserem Departement nicht zu, den Banken eine Verhaltensweise nahezulegen, doch haben wir uns immer besüht, Elemente der Beurteilung zusammenzutragen und auf diese Weise einen Entscheid zu erleichtern. In diesem Sinne haben wir es übernommen, von unseren Botschaften in Osteuropa Auskünfte über die heute gültigen Devisenvorschriften und insbesondere über die entsprechenden Strafmassnahmen einzuholen. Wir werden Sie gerne nach Abschluss dieser Untersuchung über deren Ergebnis orientieren. Ohne den Entschlüssen der Banken vorgreifen zu wollen, möchten wir beifügen, dass zweifelsohne das politische Klima in den osteuropäischen Staaten, wie auch deren Beziehungen zur westlichen Welt, in den letzten Jahren evaluiert haben. Wir fragen uns daher, ob die Banken ihre Haltung der osteuropäischen Kundschaft gegenüber neu zu überdenken wünschen. Wir könnten uns zum Beispiel vorstellen, dass je nach Besonderheit des Einzelfalles, zum Beispiel bei Transferaufträgen älterer Leute für kleinere Guthaben die Verhältnisse heute in einem anderen Lichte beurteilt werden könnten als dies vor einigen Jahren der Fall war. Zweck dieses Briefes ist, Sie über die erfolgte Intervention der rumänischen Botschaft zu orientieren und zugleich zu versuchen, diese in die richtige Proportion zu setzen. Im Einzelfall bleiben natürlich der Entscheid und die Verantwortung bei der kontoführenden Bank. Wir versichern Sie, sehr geehrte Herren, unserer vorzüglichen Hochachtung. Beilage: 1 Liste EIDG POLITIKCUSO DEPARTMENT Politische Angstgeschehen I.A. Morand # COPIE ## LISTE des lettres par lesquelles les banques indiquées réfusent de libérer les dépôts sollicités par des procurations légalisées par l'Ambassade de Suisse à Bucarest. | 1. SWISS CREDIT BANK Zurich | lettre du 9 oct. 1963, no réf. Ss/H/s, | adressée à Monsieur Valeriu MICU, 7, rue Covaci Street, à Bucarest. | | --- | --- | --- | | 2. CREDIT SUISSE Zurich | lettre du 30 avril 1964, no.réf. Ss/R/yg, | adressée à Mme Irène Bogdan Barcianu, 54, rue Frumoasa, à Bucarest. | | 3. CREDIT SUISSE Zurich | lettre du 4 décembre 1963, no.réf. Ss/Cx/rm, | adressée à Mme Irène Bogdan Barcianu, 54, rue Frumoasa, à Bucarest. | | 4. Etudes d'avocats LIFSCHITZ | lettre du 21 octobre 1963, no.réf. ID/st/ 33, | adressée à Mme Livia H. Verneulen, 29, rue Maria Rosseti, à Bucarest. | | 5. SCHWEIZERISCHER BANKVEREIN Bâle | lettre du 16 avril 1964, réf. Georgmanueanu, Erb- schaft, | adressée à M. l' Avocat I.D.LIFSCHITZ, 5, Bubenbergplatz, BERNE. | | 6. SCHWEIZERISCHER BANKVEREIN BÂLE | lettre du 14 juin 1965, no.réf. BH/BL | adressée à M. Avocat I.D.LIFSCHITZ, 5, Bubenbergplatz, à Berne. | | 7. SCHWEIZERISCHER BANKVEREIN Bâle | lettre du 14 juin 1965, no.réf. BH/BL, | adressée à M. Avocat I.D.LIFSCHITZ, 5, Bubenbergplatz, à Berne. | | 8. KANTONALBANK VON BERN BERNE | lettre du 5 janvier 1965, no.réf. KS/be, | adressée à M. Avocat I.D.LIFSCHITZ, 5, Bubenbergplatz, à Berne. |
null
null
null
null
null
null
Correspondence
70,349
null
28
Le CCI a proposé un projet de promotion du marché international de jute et demande à la Suisse si celle-ci pourrait en financer une partie. Il est prévu que la contribution suisse s'élève à 148'000 CHF.
French
null
1980-06-25
1980-06-25
null
null
Energie und Rohstoffe
Handelsförderung
null
null
Belgien|Deutschland|Entwicklungsländer|Niederlande|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich
null
EVD/BAWI/Entwicklung, Entwicklungsländer|Internationales Handelszentrum|UNO/Entwicklungsprogramm
EVD/BAWI/Entwicklung, Entwicklungsländer
null
Dunkel Arthur
Morsier Françoise de
Jolles Paul Rudolf
Morsier Françoise de
null
Energia e materie prime
Promozione degli scambi commerciali
null
null
Belgio|Germania|Paesi Bassi|Paesi in via di sviluppo|Regno Unito|Stati Uniti d'America (USA)
null
CIC|DFEP/UFEE/Sviluppo, paesi in sviluppo|ONU/Programma per lo sviluppo
DFEP/UFEE/Sviluppo, paesi in sviluppo
null
Dunkel Arthur
Morsier Françoise de
Jolles Paul Rudolf
Morsier Françoise de
null
Énergie et matières premières
Promotion des échanges commerciaux
null
null
Allemagne|Belgique|États-Unis d'Amérique (USA)|Pays en voie de développement|Pays-Bas|Royaume-Uni
null
Centre du commerce international|DFEP/OFAEE/Développement, pays de développement|ONU/Programme pour le développement
DFEP/OFAEE/Développement, pays de développement
null
Dunkel Arthur
Morsier Françoise de
Jolles Paul Rudolf
Morsier Françoise de
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Energy and raw materials
Trade promotion
null
null
Belgium|Developing countries|Germany|Netherlands (the)|United Kingdom|United States of America (USA)
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FDEA/FOFAE/Development, Developing Countries|International Trade Center|UN/Development Program
FDEA/FOFAE/Development, Developing Countries
null
Dunkel Arthur
Morsier Françoise de
Jolles Paul Rudolf
Morsier Françoise de
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70,000
https://dodis.ch/70349
Aktennotiz / Notiz
French, Morsier Françoise de, Aktennotiz / Notiz
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70000-70999/dodis-70349.pdf
Ms/bm - 220.3.2 1781.7 Berne, le 25 juin 1980 Promotion des importations : projet de promotion du marché du jute, du Centre du Commerce International CNUCED/GATT Note à M. l'Ambassadeur A. Dunkel 1. Introduction - résumé Le Centre du commerce international CNUCED/GATT (CCI) nous a fait parvenir récemment une description de projet concernant la promotion du marché du jute dans quelques pays européens, en particulier dans le domaine de la fabrication des tapis : en Belgique, aux Pays-Bas, en République fédérale d'Allemagne (RFA) et au Royaume-Uni. Le projet s'élève à 1,5 million $ et devrait débuter en été 1980. Il est prévu qu'il s'étende sur une période de 2½ ans. Le CCI peut déjà compter sur les contributions de la Belgique, des Pays-Bas et de la RFA. Il aimerait pouvoir compter sur une contribution de la Suisse de 148'000 $ en complément. Il paraît que la promesse de contribution des Pays-Bas (qui couvre la moitié du coût du projet) dépend de l'acceptation du projet par la Belgique, la RFA et la Suisse. Une éventuelle contribution de la Suisse favoriserait donc une promotion du jute sur le marché européen en dehors du marché suisse. Le CCI aimerait pouvoir connaître notre réponse de principe aussi rapidement que possible afin de pouvoir s'engager dans l'exécution du projet. Une première analyse de ce dernier a conduit à une prise de position favorable au sein du Service de la politique du développement. L'expert suisse des milieux d'importateurs de jute qui participe aux négociations du programme intégré sur le jute a aussi pris connaissance du document annexé à cette note et s'est montré favorable. Toutefois, nous aimerions savoir ce que vous pensez d'un tel projet avant de donner une réponse de principe orale favorable au CCI et de soumettre ce projet à M. Jolles. # 2. Description du projet Objectifs : Etant donné la grande importance du jute pour l'économie de plusieurs pays en développement et la concurrence accrue de substituts synthétiques sur le marché, une campagne de promotion du jute devient urgente. En effet, une étude conjointe du PNUD et du CCI sur le marché européen du jute dans la fabrication des tapis montre que : - la consommation du jute par l'industrie européenne du tapis a beaucoup baissé ces dernières années - l'utilisation du jute dans ce domaine va vraisemblablement augmenter moins rapidement que celle de produits synthétiques - le jute peut encore gagner une partie du marché européen dans les années qui viennent à condition qu'une promotion active de la vente de ce produit soit engagée - les producteurs de textiles synthétiques qui font concurrence au jute dans la production du tapis mènent actuellement une promotion active de la vente de leurs produits. Ce projet a été conçu en tenant compte des négociations en cours sur le Fonds commun: la création du 2e guichet dépend encore du résultat des négociations en cours; en cas de résultats positifs, on ne sait même pas quand on pourrait disposer de fonds pour la promotion du jute; quoi qu'il en soit, cela ne serait certainement pas dans des délais très courts. Financement : Le CCI cherche à lancer un projet financé par la Belgique, les Pays-Bas, la RFA et la Suisse pour la promotion de la vente du jute sur le marché européen. Le PNUD va aussi financer un projet similaire aux USA. En gros, la charge de 1,5 million $\$$ du projet européen se répartirait comme suit : Pays-Bas : 723'000 dollars RFA : $320^{\prime} 000$ " Belgique : 302'000 " Suisse : 148 '000 " Les 148 '000 dollars de la Suisse couvriraient $34 \%$ des frais d'impression etc. du matériel de promotion du projet dans son ensemble, les Pays-Bas en couvrant plus de $50 \%$. Comme nous l'avons déjà vu plus haut, seule la Suisse n'a pas encore donné son accord à ce projet. De plus, les Pays-Bas font de la participation des autres pays contributeurs une condition de la leur. Les déboursements pour le projet se répartiraient entre les 4 derniers mois de 1980 et l'année 1981 (voir si éventuellement une partie des fonds pourrait être versée en 1982). Il conviendrait encore de vérifier qu'une dépense de l'ordre de 150 '000 \$ ne pose pas de problèmes de liquidités pour notre crédit de programme, au titre de la promotion des importations ou éventuellement de mesures en faveur des produits de base. # 3. Conclusion Etant donné les problèmes structurels qui se posent actuellement sur le marché du jute, l'absence de progrès réels dans les négociations du programme intégré sur le jute et la disponibilité de fonds pour des mesures de ce type dans notre crédit de programme, nous proposons que la Suisse accepte de financer le projet dont il est question ici. ## f. de hursier F. de Morsier Annexe mentionnée Copie à : - Direction de la coopération au développement et de l'aide humanitaire, DFAE - Délégation suisse, Genève, à l'att. de M. Stingelin - MM. Sa, G, HH, Pi (circ.), Mlle Ms
null
null
null
null
null
null
Notes/Internal
39,567
Kaffeegespräch mit Ahmed Huber am 18.12.1974
28
Der Journalist A. Huber erklärt die arabische Kritik an der Schweiz damit, dass sich deren Aussenpolitik in letzter Zeit wieder zu Gunsten der USA und Israel wandle. Dies liesse sich an diversen Beispielen illustrieren.
German
null
1974-12-19
1974-12-19
null
null
Naher und Mittlerer Osten
Israel (Allgemein)|Palästina (Allgemein)|QdD15 Dokumente für Register|UNO (Sonderorganisationen)
null
null
Algerien|Arabische Staaten|Frankreich|Genf|Israel|Naher Osten|Paris|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
EDA/Politische Direktion/Politisches Sekretariat|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung II
Bundesrat|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|EJPD/Bundesamt für Polizeiwesen/Bundespolizei|El Moudjahid|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|Internationale Energieagentur|Internationales Komitee vom Roten Kreuz|UNO|UNO/Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur
EDA/Generalsekretariat/Information
null
Gelzer Michael|Thalmann Ernesto|Ziegler François de
Erni Peter
Arafat Yassir|Brugger Ernst|Huber Ahmed|Schumann Maurice|Thalmann Ernesto
Erni Peter
null
Vicino e Medio Oriente
Israele (Generale)|ONU (Organizzazioni specializzate)|Palestina (Generale)|QdD15 Dokumente für Register
null
null
Algeria|Francia|Ginevra|Israele|Medio Oriente|Parigi|Stati Uniti d'America (USA)
DFAE/Direzione politica/Segreteria politica|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica II
Agenzia internazionale dell'energia|Comitato internazionale della Croce Rossa|Consiglio federale|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|DFGP/Ufficio federale di polizia/Polizia federale|Dipartimento federale degli affari esteri|El Moudjahid|ONU|ONU/Organizzazione per l'educazione, la scienza e la cultura
DFAE/Segreteria generale/Informazione
null
Gelzer Michael|Thalmann Ernesto|Ziegler François de
Erni Peter
Arafat Yassir|Brugger Ernst|Huber Ahmed|Schumann Maurice|Thalmann Ernesto
Erni Peter
null
Proche et Moyen-Orient
Israël (Général)|ONU (Organisations spécialisées)|Palestine (Général)|QdD15 Dokumente für Register
null
null
Algérie|États-Unis d'Amérique (USA)|France|Genève|Israël|Paris|Pays arabes|Proche-Orient
DFAE/Direction politique/Secrétariat politique|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique II
Agence internationale de l'énergie|Comité international de la Croix-Rouge|Conseil fédéral|Département fédéral des affaires étrangères|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|DFJP/Office fédéral de la police/Police fédérale|El Moudjahid|ONU|ONU/Organisation pour l'éducation, la science et la culture
DFAE/Secrétariat général/Information
null
Gelzer Michael|Thalmann Ernesto|Ziegler François de
Erni Peter
Arafat Yassir|Brugger Ernst|Huber Ahmed|Schumann Maurice|Thalmann Ernesto|Zouied Abdelkader
Erni Peter
null
Near and Middle East
Israel (General)|Palestine (General)|QdD15 Dokumente für Register|UN (Specialized Agencies)
null
null
Algeria|Arab states|France|Geneva|Middle East|Paris|United States of America (USA)
FDFA/Directorate of Political Affairs/Political Secretariat|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division II
El Moudjahid|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|FDJP/Federal Office of Police/Federal Police|Federal Department for Foreign Affairs|International Committee of the Red Cross|International Energy Agency|Swiss Federal Council|UN/Educational, Scientific and Cultural Organization|UNO
FDFA/General Secretariat/Information
null
Gelzer Michael|Thalmann Ernesto|Ziegler François de
Erni Peter
Arafat Yassir|Brugger Ernst|Huber Ahmed|Schumann Maurice|Thalmann Ernesto
Erni Peter
null
35,000
https://dodis.ch/39567
Aktennotiz / Notiz
Erni Peter, German, Aktennotiz / Notiz
null
39000-39999/dodis-39567.pdf
# G E S P R A E C H S N O T I Z Herren Botschafter Thalmann Gelzer de Ziegler Kaffeegespräch mit Ahmed HUBER am 18.12 .1974 H. zeigt unverhohlen seine Schadenfreude über den Erfolg der Angriffe der arabischen Presse gegen die Schweiz. Die arabischen Vertreter in Bern und Genf sind zur Auffassung gelangt, dass der Bundesrat die seit dem Besuch Schumanns auf Anraten Frankreichs auf das Verständnis der Araber ausgerichtete Aussenpolitik nun wieder zu Gunsten der USA und Israel wandle. Grund zu dieser Annahme gäbe der "übereilte"Beitritt zur Energie-Agentur. Das EPD habe die Führung der Handelsabteilung überlassen. Das habe deutlich die Pressekonferenz von Bundesrat Brugger gezeigt, an der auf Fragen betreffend den Neutralitätsvorbehalt kaum eingegangen wurde. Man hätte erwarten dürfen, dass dort Botschafter Thalmann die politischen Aspekte behandle. Eine Erklärung, aus der man hätte schliessen können, dass die Schweiz bei einer kriegerischen Auseinandersetzung im Mittleren Osten sofort aus der "Energie-Nato" austrete, hätte einen Titel gegeben, der in der arabischen Presse Verständnis für die Schweiz geschaffen hätte. Die Schweizerpresse habe es des weitern geflissentlich unterlassen, der Arafat-Rede vor der UNO ihren Stellenwert zu geben. Anlässlich der UNESCO-Abstimmung in Paris haben die Araber eine deutliche Beeinflussung der schweizerischen Delegation durch israelfreundliche Kreise festgestellt. Sie habe sich besonders im Parlament ausgewirkt, wo das EPD die Gelegenheit verpasst habe, die aktenkundige Verletzung internationalen Rechts durch Israel (Ausgrabungen) anzuprangern und damit eine Initiative zurückzuweisen, welche die Glaubwürdigkeit der Schweiz hinsichtlich ihrer Verpflichtungen gegenüber internationalen Organisationen in Frage stelle ... und dies nicht nur bei den Arabern. Das EPD habe auch nichts unternommen üm zu vermeiden, dass die erbenlosen Vermögen dem"zionistischen"Israelischen Gemeindebund herausgegeben werden, obdeich unsere Dossiers voll von arabischen Protesten aus den 60er Jahren sein müssen. Das IKRK wäre die beste Hüterin gewesen; die Araber hätten dies ohne weiteres hingenommen. Zur Angelegenheit A. Zouied, "El Moudjahid", sagte H. spontan, dass dieser gut erzogene junge Mann keineswegs aus eigenen Stücken handle. Hinter ihm stecke eine Gruppe wichtiger algerischer Funktionäre, die sich von den Demütigungen, welche die Bundespolizei ihnen vor der Anerkennung Algeriens auferlegt habe, noch nicht erholen konnten. Algeriens Einfluss steige auch bei den konservativen Arabern stetig. Gerade das Genferforum komme diesen Leuten zugute, um ihre Härte gegenüber dem Westen unter Beweis zu stellen und sich damit im arabischen Lager Achtung zu verschaffen. INFORMATION UND PRESSE ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) (P. S. ERNI)
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Notes/Internal
48,677
Ansprache von Botschafter A. Zehnder zum 1.8.1957 im russischen Fernsehen und Radio (Übersetzung).
14
Übersetzung der auf Russisch gehaltenen Radioansprache von Botschafter A. Zehnder zur Bundesfeier 1957 in Moskau. Gedanken über die Neutralität der Schweiz, die Bedeutung der autonomen Gemeinden und Kantone und der Volksrechte wie zum Beispiel des Referendums.
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1957-07-31
1957-07-31
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Russland (Politik)
Neutralitätspolitik|NZZ-Artikel vom 31.7.2023 zu Zehnders russischer 1.-August-Rede
Moskau
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Deutschland|Frankreich|Genf|Italien|Moskau|Österreich|Russland|Schaffhausen|Schwyz|Unterwalden|Uri|Vierwaldstättersee
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Zehnder Alfred
Gessler|Tell Wilhelm
Zehnder Alfred
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Russia (Politica)
NZZ-Artikel vom 31.7.2023 zu Zehnders russischer 1.-August-Rede|Politica di neutralità
Mosca
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Austria|Francia|Germania|Ginevra|Italia|Lago dei Quattro Cantoni|Mosca|Russia|Schwyz|Sciaffusa|Unterwalden|Uri
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null
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null
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Zehnder Alfred
Gessler|Tell Guillermo
Zehnder Alfred
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Russie (Politique)
NZZ-Artikel vom 31.7.2023 zu Zehnders russischer 1.-August-Rede|Politique de neutralité
Moscou
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Allemagne|Autriche|France|Genève|Italie|Lac des Quatre-Cantons|Moscou|Russie|Schaffhouse|Schwyz|Unterwalden|Uri
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Zehnder Alfred
Gessler|Tell Guillaume
Zehnder Alfred
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Russia (Politics)
Neutrality policy|NZZ-Artikel vom 31.7.2023 zu Zehnders russischer 1.-August-Rede
Moscow
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Austria|France|Geneva|Germany|Italy|Lake Lucerne|Moscow|Russia|Schaffhausen|Schwyz|Unterwalden|Uri
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null
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Zehnder Alfred
Gessler
Zehnder Alfred
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45,000
https://dodis.ch/48677
Rede
Zehnder Alfred, Rede
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48000-48999/dodis-48677-de.pdf;48000-48999/dodis-48677-fr.pdf
Am Abend des 1. August feiert die Schweiz ihren Nationalfeiertag. An diesem Tag wird in Fabriken und Verwaltungen mit der Arbeit am Mittag aufgehört, während auf dem Lande, in den Tälern und auf den Bergen die Bauern früher als sonst in ihre Dörfer zurückkehren, um würdig und feierlich den Tag der Unabhängigkeit ihres Landes zu begehen. Die Jugend schichtet am frühen Morgen oder schon am Vortage auf den Gipfeln unserer Berge Holz zu Stössen auf, die dann beim Einnachten angezündet werden. Diese Höhenfeuer sieht man schon von ferne, man erblickt sie von unserer Ostgrenze bis nach Genf und von Schaffhausen über die Alpen bis zur Südgrenze unseres Landes. Manchmal kann man von der Schweiz aus Feuer sehen, die unsere Nachbarn in Oesterreich, Italien, Frankreich und Deutschland aus Freundschaft für unser Land entfachten. Getreu dieser alten Tradition feiern wir mogen den 666. Jahrestag der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die im Jahre 1291 gemäss dem Willen der Völker der drei Täler um den Vierwaldstättersee gegründet worden ist. Sie kennen die Geschichte von Wilhelm Tell, der sich weigerte, den Gesslerhut - Symbol der Gerichtsbarkeit und der Polizeigewalt fremder Herren - zu grüssen. Im Bundesbrief vom August 1291 haben die Völker von Uri, Schwyz und Unterwalden die grundlegende Struktur der zukünftigen schweizerischen Verfassung klar vorgezeichnet. Was wollten diese Völker ? Sie wollten das Recht der Selbstregierung gemäss den Gesetzen, die ihren Sitten, ihren Gebräuchen und ihrer Lebensauffassung entsprechen. Sie haben sich auch geeinigt, um gemeinsam jeglichen fremden Versuch zu bekämpfen, die von Freiheitswillen beseelten Völkerschaften dieser schweizerischen Täler durch Gewalt zu unterwerfen. Die politische Organisation der heutigen Schweiz: entspricht immer noch den grundlegenden Prinzipien von damals, die gemäss dem Willen des Volkes, insbesondere auf dem Grundsatz der Gemeindeautomie aufgebaut wurden. Demzufolge ist der Charakterzug des schweizerischen politischen Regimes heute noch die Dezentralisation; sie geht zum Teil bis zur äussersten Grenze dessen, was für die Zentralgewalt der schweizerischen Eidgenossenschaft noch kragbar ist. Die in anderen Ländern auftretenden religiösen, rassischen oder Probleme der politischen Minoribät haben in der Schweiz nie entstehen können. Es ist logisch, dass unter diesen Umständen innere politische Organisation der Eidgenossenschaft von unten nach oben aufgebaut wurde. Die Grundlage des Ganzen bildet die Freiheit des Einzelnen. Der einzelne Bürger ist aber auch an den die Gesamtheit berührenden Fragen interessiert, vor allem im Weiler, im Dorf, im Tal oder in der Stadt, wo er wohnt und arbeitet. Durch die unmittelbare Teilnahme am politischen Leben dieser kleinen Gemeinwesen erwerben sich die Bürger ihre ersten politischen Kenntnisse und ihre erste Erfahrung in Regierungsangelegenheiten. Sie wählen selbst die Mitglieder ihrer Gemeindeverwaltung, der Gerichte, sowie die Lehrer und lösen selbst die Probleme des Finanzhaushaltes und der Steuern, die sie zu zahlen haben. Die nächste Stufe ist der Kanton. Die Kantone sind unabhängige Staaten, soweit sie nicht freiwillig auf gewisse souveräne Rechte zugunsten der Eidgenossenschaft verzichtet haben. Die Bürger nehmen jedoch in den Kantonen wie auch in der Eidgenossenschaft an der Lösung der Regierungsprobleme und an der Schaffung aller Gesetze teil. Und zwar geschieht dies mittels des Stimm-, des Referendumsund Initiativrechtes, d.h. nicht nur gestützt auf das Recht, zu verlangen, dass neue Gesetze, die den obligatorischen Abstimmungen nicht unterliegen, trotzdem dem Volksentscheid unterstellt werden, sondern auch gestützt auf das Recht, ihrerseits der Regierung ihres Kantons oder der Eidgenossenschaft Gesetze, bzw. Verfassungsänderungen vorzuschlagen, die das Volk als unerlässlich und nützlicherachtet. Gestatten Sie mir, nicht weiter in Details zu gehen. Die Zeit fehlt mir, um Ihnen năher über mein Land und das, was Sie vielleicht interessieren könnte, zu sagen. Ich möchte nur beifugen. - aber Sie wissen es bereits - dass, was die Aussenpolitik betrifft, die Schweiz ein friedliebendes Land, ein Land der klassischen Neutralität ist, das für den Frieden und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern und für die friedliche Lösung der Probleme einsteht, die das eine oder andere Mal die Grossmächte trennen. Die Schweizer Regierung mischt sich nicht in Konflikte, die zwischen anderen Nationen bestehen, sie versucht nicht, ihren Standpunkt anderen aufzudrängen. Wenn jedoch andere Länder die Schweiz um Hilfe angehen, sei es um ihre Interessen in den Ländern zu vertreten, mit denen sie keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, sei es, um zu einer internationalen Konferenz aufzurufen, die zur Aufgabe hätte, wichtige politische Probleme zu behandeln, ist die Schweizer Regierung immer bereit, ein solches Mandat anzunehmen, selbst wenn es schwierig sein sollte. Das Radio und die Television haben mir Gelegenheit geboten, mich direkt an die SowjetbUrger zu wenden. Ich weiss diese Aufmerksamkeit, diēmeinem Land und mir persönlich gewährt wurde, zu schätzen ūnd benütze die, Gelegenheit, um allen Völkern der Sowjetunion die Sympathie und den Gruss des Schweizervolks zu übermitteln.
Am Abend des 1. August feiert die Schweiz ihren Nationalfeiertag. An diesem Tag wird in Fabriken und Verwaltungen mit der Arbeit am Mittag aufgehört, während auf dem Lande, in den Tälern und auf den Bergen die Bauern früher als sonst in ihre Dörfer zurückkehren, um würdig und feierlich den Tag der Unabhängigkeit ihres Landes zu begehen. Die Jugend schichtet am frühen Morgen oder schon am Vortage auf den Gipfeln unserer Berge Holz zu Stössen auf, die dann beim Einnachten angezündet werden. Diese Höhenfeuer sieht man schon von ferne, man erblickt sie von unserer Ostgrenze bis nach Genf und von Schaffhausen über die Alpen bis zur Südgrenze unseres Landes. Manchmal kann man von der Schweiz aus Feuer sehen, die unsere Nachbarn in Oesterreich, Italien, Frankreich und Deutschland aus Freundschaft für unser Land entfachten. Getreu dieser alten Tradition feiern wir mogen den 666. Jahrestag der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die im Jahre 1291 gemäss dem Willen der Völker der drei Täler um den Vierwaldstättersee gegründet worden ist. Sie kennen die Geschichte von Wilhelm Tell, der sich weigerte, den Gesslerhut - Symbol der Gerichtsbarkeit und der Polizeigewalt fremder Herren - zu grüssen. Im Bundesbrief vom August 1291 haben die Völker von Uri, Schwyz und Unterwalden die grundlegende Struktur der zukünftigen schweizerischen Verfassung klar vorgezeichnet. Was wollten diese Völker ? Sie wollten das Recht der Selbstregierung gemäss den Gesetzen, die ihren Sitten, ihren Gebräuchen und ihrer Lebensauffassung entsprechen. Sie haben sich auch geeinigt, um gemeinsam jeglichen fremden Versuch zu bekämpfen, die von Freiheitswillen beseelten Völkerschaften dieser schweizerischen Täler durch Gewalt zu unterwerfen. Die politische Organisation der heutigen Schweiz: entspricht immer noch den grundlegenden Prinzipien von damals, die gemäss dem Willen des Volkes, insbesondere auf dem Grundsatz der Gemeindeautomie aufgebaut wurden. Demzufolge ist der Charakterzug des schweizerischen politischen Regimes heute noch die Dezentralisation; sie geht zum Teil bis zur äussersten Grenze dessen, was für die Zentralgewalt der schweizerischen Eidgenossenschaft noch kragbar ist. Die in anderen Ländern auftretenden religiösen, rassischen oder Probleme der politischen Minoribät haben in der Schweiz nie entstehen können. Es ist logisch, dass unter diesen Umständen innere politische Organisation der Eidgenossenschaft von unten nach oben aufgebaut wurde. Die Grundlage des Ganzen bildet die Freiheit des Einzelnen. Der einzelne Bürger ist aber auch an den die Gesamtheit berührenden Fragen interessiert, vor allem im Weiler, im Dorf, im Tal oder in der Stadt, wo er wohnt und arbeitet. Durch die unmittelbare Teilnahme am politischen Leben dieser kleinen Gemeinwesen erwerben sich die Bürger ihre ersten politischen Kenntnisse und ihre erste Erfahrung in Regierungsangelegenheiten. Sie wählen selbst die Mitglieder ihrer Gemeindeverwaltung, der Gerichte, sowie die Lehrer und lösen selbst die Probleme des Finanzhaushaltes und der Steuern, die sie zu zahlen haben. Die nächste Stufe ist der Kanton. Die Kantone sind unabhängige Staaten, soweit sie nicht freiwillig auf gewisse souveräne Rechte zugunsten der Eidgenossenschaft verzichtet haben. Die Bürger nehmen jedoch in den Kantonen wie auch in der Eidgenossenschaft an der Lösung der Regierungsprobleme und an der Schaffung aller Gesetze teil. Und zwar geschieht dies mittels des Stimm-, des Referendumsund Initiativrechtes, d.h. nicht nur gestützt auf das Recht, zu verlangen, dass neue Gesetze, die den obligatorischen Abstimmungen nicht unterliegen, trotzdem dem Volksentscheid unterstellt werden, sondern auch gestützt auf das Recht, ihrerseits der Regierung ihres Kantons oder der Eidgenossenschaft Gesetze, bzw. Verfassungsänderungen vorzuschlagen, die das Volk als unerlässlich und nützlicherachtet. Gestatten Sie mir, nicht weiter in Details zu gehen. Die Zeit fehlt mir, um Ihnen năher über mein Land und das, was Sie vielleicht interessieren könnte, zu sagen. Ich möchte nur beifugen. - aber Sie wissen es bereits - dass, was die Aussenpolitik betrifft, die Schweiz ein friedliebendes Land, ein Land der klassischen Neutralität ist, das für den Frieden und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern und für die friedliche Lösung der Probleme einsteht, die das eine oder andere Mal die Grossmächte trennen. Die Schweizer Regierung mischt sich nicht in Konflikte, die zwischen anderen Nationen bestehen, sie versucht nicht, ihren Standpunkt anderen aufzudrängen. Wenn jedoch andere Länder die Schweiz um Hilfe angehen, sei es um ihre Interessen in den Ländern zu vertreten, mit denen sie keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, sei es, um zu einer internationalen Konferenz aufzurufen, die zur Aufgabe hätte, wichtige politische Probleme zu behandeln, ist die Schweizer Regierung immer bereit, ein solches Mandat anzunehmen, selbst wenn es schwierig sein sollte. Das Radio und die Television haben mir Gelegenheit geboten, mich direkt an die SowjetbUrger zu wenden. Ich weiss diese Aufmerksamkeit, diēmeinem Land und mir persönlich gewährt wurde, zu schätzen ūnd benütze die, Gelegenheit, um allen Völkern der Sowjetunion die Sympathie und den Gruss des Schweizervolks zu übermitteln.
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null
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GovComm/Press
58,823
No 742. Visites de Chefs d'États en Suisse
38
Le Département politique est autorité à annoncer à l'ambassadeur de Grande-Bretagne - à titre strictrement confidentiel - que la visite d'État que la Reine d'Angleterre désire faire est agréée. Également: Département politique. Note du 20 avril 1979 (annexe).
French
null
1979-05-02
1979-05-02
null
null
Besuchsdiplomatie
Vereinigtes Königreich (Allgemein)
null
null
Vereinigtes Königreich
null
Bundesrat|Bundesversammlung|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|UK/Regierung
Bundesrat
null
null
Sauvant Jean-Marc
(Vereinigtes Königreich) Elizabeth II|Aubert Pierre|Boillat Jean-Marc|Rothnie Alan Keir
null
null
Diplomazia delle visite ufficiali
Regno Unito (Generale)
null
null
Regno Unito
null
Assemblea federale|Consiglio federale|Dipartimento federale degli affari esteri|UK/Governo
Consiglio federale
null
null
Sauvant Jean-Marc
(Regno Unito) Elisabetta II|Aubert Pierre|Boillat Jean-Marc|Rothnie Alan Keir
null
null
Diplomatie des visites officielles
Royaume-Uni (Général)
null
null
Royaume-Uni
null
Assemblée fédérale|Conseil fédéral|Département fédéral des affaires étrangères|UK/Gouvernement
Conseil fédéral
null
null
Sauvant Jean-Marc
(Royaume-Uni) Élisabeth II|Aubert Pierre|Boillat Jean-Marc|Rothnie Alan Keir
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null
Diplomacy of official visits
United Kingdom (General)
null
null
United Kingdom
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Federal Assembly|Federal Department for Foreign Affairs|Swiss Federal Council|UK/Government
Swiss Federal Council
null
null
Sauvant Jean-Marc
(United Kingdom) Elizabeth II|Aubert Pierre|Boillat Jean-Marc|Rothnie Alan Keir
null
null
55,000
https://dodis.ch/58823
Bundesratsprotokoll
French, Bundesratsprotokoll
null
58000-58999/dodis-58823.pdf
CONFIDENTIEL Visites de Chefs d'Etat en Suisse Département politique. Note du 20 avril 1979 (annexe) Vu la note du département politique et après délibération, le Conseil fédéral décide : 1. Le département politique est autorisé à annoncer à l'ambassadeur de Grande Bretagne - mais à titre strictement confidentiel que la visite d'Etat que la Reine d'Angleterre désire faire en Suisse en mai 1980 est agréée par le Conseil fédéral. On signalera qu'il convient d'éviter toute information de l'opinion publique pour le moment. 2. Il est pris note du contenu de la note du département politique du 20 avril. Le Conseil fédéral entend toutefois demeurer entièrement libre de fixer la date d'une autre visite d'Etat. Extrait du procès-verbal: - EPD 6 (service du protocole) pour exécution - MM. les chefs de département 7 pour connaissance - BK 3 (Hb, Br, Sa) pour connaissance Pour extrait conforme: Le secrétaire, Bitte dieses Zeichen in der Antwort wiederholen Priere de rappeler cette référence dans la réponse Pregasi rammentare questo riferimento nella risposta Berne, le 20 avril 1979 BTJ/fc NOTE AU CONSEIL FEDERAL Visites de Chefs d'Etat en Suisse Au cours de sa dernière séance, le Conseil fédéral a arrêté sa position à l'égard des visites d'Etat. Compte tenu, d'une part, du nombre de Chefs d'Etat qui souhaitent être invités en Suisse et, d'autre part, du rythme d'une visite par an au maximum qui a été fixé, il est important d'établir une liste des priorités. En tête de cette liste doit, à mon avis, figurer la visite de la Reine d'Angleterre. Ce projet, en effet, est antérieur aux autres de beaucoup et a périodiquement fait l'objet, de la part des autorités anglaises, de rappels discrets mais clairs. De plus, le processus devant nous amener à lancer une invitation formelle a maintenant été engagé. Dans le courant du mois de mars, en effet, l'Anbassadeur de Grande-Bretagne à Berne a effectué deux démarches auprès du Département politique. La première, lui a permis de procéder à un ultime sondage et de s'assurer qu'il n'existait pas d'obstacle de fond à la réalisation de cette visite; à l'occasion de la seconde, il a officiellement porté à la connaissance des autorités fédérales l'intérêt manifesté par le gouvernement britannique à l'égard de ce projet. Selon la pratique constante du Conseil fédéral en la matière, l'initiative d'une visite d'Etat en Suisse, revient aux Chefs d'Etat étrangers. Ce préalable est réalisé. Il reste à officialiser la visite par l'envoi d'une invitation formelle. Ceci pourrait être fait au début du mois de mai. Nous ne saurions différer davantage notre réaction sans donner au gouvernement britannique l'impression que son initiative imposée par nos propres traditions - est mal venue, ce qui ne manquerait pas de jeter une ombre sur les relations entre les deux pays. En ce qui concerne les dates de la visite, il est souhaitable que celles qui ont été proposées par les Anglais, donc du 6 au 9 ou au 10 mai 1980, puissent être acceptées. La visite de la Reine prendrait ainsi place en dehors des sessions du Parlement et à une époque de l'année susceptible de convenir mieux que toute autre aux deux parties. La visite d'Etat suivante devrait être celle du Président Pertini. Si l'intérêt manifesté à ce propos du côté italien persiste, une date pourrait être retenue au printemps 1981.
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GovDecisions
52,105
BIRD-Comission Brandt
45
En mettant gratuitement à disposition des locaux pour la Commission Brandt, la Suisse témoigne de son intérêt réel pour les activités du Groupe de la Banque mondiale, qui joue un rôle croissant de catalyseur dans le financement et la politique du développement économique et social.
French
null
1977-11-14
1977-11-14
null
null
UNO (Sonderorganisationen)
Die internationale Rolle Genfs|Finanzhilfe|QdD15 Dokumente für Register
null
null
Entwicklungsländer|Genf|Industrieländer
Bundesrat
Bundesrat|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|Unabhängige Kommission für Internationale Entwicklungsfragen|WBG/WB/Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung|WBG/WB/Internationale Entwicklungsorganisation|Weltbankgruppe
Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
null
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Brugger Ernst
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ONU (Organizzazioni specializzate)
Aiuto finanziario|Il ruolo internazionale di Ginevra|QdD15 Dokumente für Register
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Ginevra|Paesi in via di sviluppo|Paesi industrializzati
Consiglio federale
Consiglio federale|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|GBM/BM/Agenzia internazionale per lo sviluppo|GBM/BM/Banca internazionale per la ricostruzione e lo sviluppo|Gruppo della banca mondiale
Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca
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Brugger Ernst
null
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null
ONU (Organisations spécialisées)
Aide financière|Le rôle international de Genève|QdD15 Dokumente für Register
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null
Genève|Pays en voie de développement|Pays industriels
Conseil fédéral
Commission Brandt|Conseil fédéral|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral des affaires étrangères|GBM/BM/Association internationale de développement|GBM/BM/Banque internationale pour la reconstruction et le développement|Groupe de la Banque mondiale
Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche
null
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Brugger Ernst
null
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UN (Specialized Agencies)
Financial aid|Geneva's international role|QdD15 Dokumente für Register
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null
Developed countries|Developing countries|Geneva
Swiss Federal Council
Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|Swiss Federal Council|WBG/WB/International Bank for Reconstruction and Development|WBG/WB/International Development Association|World Bank Group
Federal Department of Economic Affairs, Education and Research
null
null
Brugger Ernst
null
null
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50,000
https://dodis.ch/52105
Mitbericht
French, Mitbericht
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52000-52999/dodis-52105.pdf
# 0. 707.401 WRTY EIDGENOSSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DE L'ÉCONOMIE PUBLIQUE DIPARTIMENTO FEDERALE DELL'ECONOMIA PUBBLICA Distribué 3003 Berne, le 14 NOV. 1977 BIRD-Commission Brandt Au Conseil fédéral ## Co- R a p p o r t relatif à la proposition du Département politique fédéral du ler novembre 1977, intitulée "BIRD-Commission Brandt" 1. Le département de l'économie publique appuie la proposition du Département politique de mettre gratuitement à disposition de la Commission Brandt des locaux à Genève pour les raisons déjà mentionnées dans la note du Département politique au Conseil fédéral du 13 septembre 1977. 2. En mettant à disposition gratuitement ces locaux, la Suisse témoigne de l'intérêt réel qu'elle porte aux activités du Groupe de la Banque mondiale, organisation qui joue un rôle croissant de catalyseur dans le financement et la politique du développement économique et social. A cet égard, il est significatif que l'offre de la Suisse ait été saluée avec une satisfaction marquée par la Direction de la BIRD. 3. Parallèlement, la Suisse se créera par son geste un certain "goodwill" auprès des autres pays donneurs qui ont regretté le fait que la Suisse se soit abstenue de participer aux 4ème et 5ème reconstitutions de l'Association internationale de développement (IDA). 4. Finalement, il est de l'intérêt de la Suisse d'apporter son appui à une formule originale d'analyse des problèmes de coopération entre pays développés et pays en développement. # DEPARTEMENT FEDERAL DE L'ECONOMIE PUBLIQUE sig. Brugger
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null
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GovDecisions
4,121
Die Wirtschaft Griechenlands
42
Extrait qui résume l'état des relations commerciales entre la Suisse et la Grèce (clearing, compensations privées).
German
1949-01-01
1949-03-31
1949-03-31
null
null
Griechenland (Allgemein)
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OEWZ–OWZE)
Athen
null
Athen|Attique|Benelux|Chalkidike|Dänemark|Deutschland/Amerikanische Besatzungszone|Deutschland/Britische Besatzungszone|Deutschland/Französische Besatzungszone|Epirus|Eubée|Frankreich|Griechenland|Griechische Inseln|Italien|Karditsa|Karpenissi|Korinth (Strasse von)|Naoussa|Nordmazedonien|Österreich|Peloponnes|Pindos|Samos|Schweden|Thessalien|Thrakien|Tschechoslowakei|Türkei|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich|Zone Sterling|Zypern
EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
Griechenland/Armee|Griechenland/Nationalbank|Griechenland/Regierung|Griechenland/Staat|Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen|Schweizerische Zentrale für Handelsförderung|USA/American Mission for Aid to Greece
Schweizerische Botschaft in Athen
null
Hotz Jean
Stucki Carl Theodor
Diomidis Alexander
null
null
Grecia (Generale)
Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico (OECE–OCSE)
Atene
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Atene|Attique|Austria|Benelux|Cecoslovacchia|Chalkidike|Cipro|Corinto (Canale di)|Danimarca|Epirus|Eubée|Francia|Germania/Zona d'occupazione americana|Germania/Zona d'occupazione britannica|Germania/Zona d'occupazione francese|Grecia|Isole greche|Italia|Karditsa|Karpenissi|Macedonia del Nord|Naoussa|Peloponneso|Pindos|Regno Unito|Samos|Stati Uniti d'America (USA)|Svezia|Thessalien|Tracia occidentale|Turchia|Zone Sterling
DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna
Grecia/Banca nazionale|Grecia/Esercito|Grecia/Governo|Grecia/Stato|Ufficio svizzero per l'espansione commerciale|USA/American Mission for Aid to Greece
Ambasciata svizzera ad Atene
null
Hotz Jean
Stucki Carl Theodor
Diomidis Alexander
null
null
Grèce (Général)
Organisation de coopération et de développement économiques (OECE–OCDE)
Athènes
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Allemagne/Zone d'occupation américaine|Allemagne/Zone d'occupation britannique|Allemagne/Zone d'occupation française|Athènes|Attique|Autriche|Benelux|Chalkidike|Chypre|Corinthe (Canal de)|Danemark|Epirus|États-Unis d'Amérique (USA)|Eubée|France|Grèce|Iles grecques|Italie|Karditsa|Karpenissi|Macédoine du Nord|Naoussa|Péloponnèse|Pindos|Royaume-Uni|Samos|Suède|Tchécoslovaquie|Thessalien|Thrace occidentale|Turquie|Zone Sterling
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures
Administration des Nations Unies pour le secours et la reconstruction|Grèce/Armée|Grèce/Banque nationale|Grèce/État|Grèce/Gouvernement|Office suisse d'expansion commerciale|USA/American Mission for Aid to Greece
Ambassade de Suisse à Athènes
null
Hotz Jean
Stucki Carl Theodor
Diomidis Alexander
null
null
Greece (General)
Organisation for Economic Co-operation and Development (OEEC–OECD)
Athens
null
Athens|Attique|Austria|Benelux|Chalkidike|Cyprus|Czechoslovakia|Denmark|Epirus|Eubée|France|Germany/American Zone of Occupation|Germany/British Zone of Occupation|Germany/French Zone of Occupation|Greece|Italy|Karditsa|Karpenissi|Naoussa|North Macedonia|Pindos|Samos|Sweden|Thessalien|Thrace occidentale|Turkey|United Kingdom|United States of America (USA)|Zone Sterling
FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs
Greece/Army|Greece/Government|Greece/National Bank|Swiss Trade Expansion Office|United Nations Relief and Rehabilitation Administration|USA/American Mission for Aid to Greece
Swiss Embassy in Athens
null
Hotz Jean
Stucki Carl Theodor
Diomidis Alexander
null
null
0
https://dodis.ch/4121
Bericht
Bericht, German
null
4000-4999/dodis-4121.pdf
null
null
null
null
null
null
null
Reports/Studies
67,635
Nr. 1783. Finanzhilfe von Fr. 12 Millionen für die Verbesserung der Infrastruktur in den palästinensischen Autonomiegebieten von Gaza und Westjordanland (Kofinanzierung mit der Weltbank)
38
Der Bundesrat beschliesst einen Beitrag von 12 Mio. CHF für Projekte in den Bereichen Erziehung, Wasserversorgung, Kanalisation und Strassenbau in den palästinensischen Autonomiegebieten von Gaza und im Westjordanland. Mit dem Projekt sollen auch instituionelle Strukturen gestärkt werden. Darin: Antrag des EDA vom 3.10.1994 (Beilage).
German
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1994-10-26
1994-10-26
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null
Palästina (Allgemein)
Aufbauhilfe Palästina (1993...)|Technische Zusammenarbeit
null
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Dänemark|Entwicklungsländer|Gaza|Gazastreifen|Hebron|Israel|Italien|Japan|Jerusalem|Kuwait|Norwegen|Palästina|Saudi-Arabien|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Westjordanland
null
Arabischer Währungsfonds|Bundesrat|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|EFD/Eidgenössische Finanzverwaltung|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Europäische Union|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|Palästina/Palästinensische Autonomiebehörde|PLO/Palästinensischer Wirtschaftsrat für Entwicklung und Wiederaufbau|UNO|UNO/Entwicklungsprogramm|UNO/Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten|WBG/Internationale Finanzgesellschaft|WBG/WB/Internationale Entwicklungsorganisation|Weltbankgruppe
Bundesrat
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Muralt Müller Hanna
Cotti Flavio
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Palestina (Generale)
Aufbauhilfe Palästina (1993...)|Cooperazione tecnica
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null
Arabia Saudita|Cisgiordania|Danimarca|Gaza|Gerusalemme|Giappone|Hebron|Israele|Italia|Kuwait|Norvegia|Paesi in via di sviluppo|Palestina|Stati Uniti d'America (USA)|Striscia di Gaza
null
Consiglio federale|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|DFF/Amministrazione federale delle finanze|Dipartimento federale degli affari esteri|Fondo monetario arabo|GBM/BM/Agenzia internazionale per lo sviluppo|GBM/Società finanziaria internazionale|Gruppo della banca mondiale|OLP/Consiglio economico palestinese per lo sviluppo e la ricostruzione|ONU|ONU/Agenzia per il soccorso e l'occupazione dei rifugiati palestinesi nel Vicino Oriente|ONU/Programma per lo sviluppo|Palestina/Autorità Nazionale|Unione europea
Consiglio federale
null
null
Muralt Müller Hanna
Cotti Flavio
null
null
Palestine (Général)
Aufbauhilfe Palästina (1993...)|Coopération technique
null
null
Arabie saoudite|Bande de Gaza|Cisjordanie|Danemark|États-Unis d'Amérique (USA)|Gaza|Hebron|Israël|Italie|Japon|Jérusalem|Koweït|Norvège|Palestine|Pays en voie de développement
null
Conseil fédéral|Département fédéral des affaires étrangères|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|DFF/Administration fédérale des finances|Fonds monétaire arabe|GBM/BM/Association internationale de développement|GBM/Société financière internationale|Groupe de la Banque mondiale|OLP/Conseil économique palestinien pour le développement et la reconstruction|ONU|ONU/Office de secours et de travaux pour les réfugiés de Palestine dans le Proche-Orient|ONU/Programme pour le développement|Palestine/Autorité palestinienne|Union Européenne
Conseil fédéral
null
null
Muralt Müller Hanna
Cotti Flavio
null
null
Palestine (General)
Aufbauhilfe Palästina (1993...)|Technical cooperation
null
null
Denmark|Developing countries|Gaza|Gaza Strip|Hebron|Italy|Jerusalem|Kuwait|Nippon|Norway|Palestine|Saudi Arabia|United States of America (USA)|West Bank
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Arab Monetary Fund|European Union|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|FDF/Federal Finance Administration|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|Federal Department for Foreign Affairs|Palestine/National Authority|PLO/Palestinian Economic Council for Development and Reconstruction|Swiss Federal Council|UN/Development Program|UN/Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East|UNO|WBG/International Finance Corporation|WBG/WB/International Development Association|World Bank Group
Swiss Federal Council
null
null
Muralt Müller Hanna
Cotti Flavio
null
null
65,000
https://dodis.ch/67635
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
null
67000-67999/dodis-67635.pdf
Finanzhilfe von Fr. 12 Millionen für die Verbesserung der Infrastruktur in den palästinensischen Autonomiegebieten von Gaza und Westjordanland (Kofinanzierung mit der Weltbank) Aufgrund des Antrages des EDA vom 3. Oktober 1994 Aufgrund der Ergebnisse des Mitberichtsverfahrens wird # beschlossen: 1. Für die Verbesserung der Infrastruktur in den palästinensischen Autonomiegebieten von Gaza und Westjordanland wird ein Beitrag von Fr. $12^{\prime} 000^{\prime} 000 .--$ bewilligt. 2. Die Verpflichtung erfolgt zu Lasten des Rahmenkredits zur Weiterführung der technischen Zusammenarbeit und Finanzhilfe zugunsten von Entwicklungsländern von 3,3 Mia Franken gemäss BB vom 4. Oktober 1990. Die sich aus dieser Verpflichtung ergebenden Zahlungen sind zu Lasten des Budgets der DEH, Rubrik 0202-3600 vorzunehmen. Für getreuen Protokollauszug: ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) # EIDGENÖSSISCHES DEPARTEMENT FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN ## DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES DIPARTIMENTO FEDERALE DEGLI AFFARI ESTERI t. 311 Palästina 5 Bern, den 3. Oktober 1994 AN DEN BUNDESRAT Wird Gegenstand einer Pressemitteilung Finanzhilfe von Fr. 12 Millionen für die Verbesserung der Infrastruktur in den palästinensischen Autonomiegebieten von Gaza und Westjordanland (Kofinanzierung mit der Weltbank) I Der vorliegende Antrag bezieht sich auf die Gewährung eines nicht rückzahlbaren Beitrags von Fr. 12 Millionen für die Verbesserung der Infrastruktur in den Bereichen Erziehung, Wasserversorgung und Kanalisation sowie Strassenbau in den palästinensischen Autonomiegebieten von Gaza und Westjordanland. Das Projekt erfolgt im Rahmen einer vierjährigen Vereinbarung über ein dringendes Wiederaufbauprogramm zwischen der Weltbank und dem Palästinensischen Wirtschaftsrat für Entwicklung und Wiederaufbau, das bis Ende 1997 umgesetzt werden soll. Das Gesamtziel des Wiederaufbauprogramms besteht darin, für die palästinensische Bevölkerung sichtbare Verbesserungen in der Infrastruktur zu schaffen, durch arbeitsintensive Methoden zumindest vorübergehend eine grosse Zahl von Arbeitsplätzen zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die Grundlage für langfristige nachhaltige Entwicklung zu legen. Mit diesem Aufbauprogramm sollen ebenfalls die institutionellen Strukturen gestärkt werden, die zur Zeit nicht oder nur ungenügend vorhanden sind. ## II ## 1. Hintergrund Die Vertreter der palästinensischen Autonomiebehörden, der Geberländer und der Weltbank sind sich darüber einig, dass Wiederaufbauhilfe für die palästinensische Bevölkerung dringend notwendig ist, um die kritischen wirtschaftlichen, insti- tutionellen und Infrastrukturprobleme während dieser Uebergangszeit so schnell als möglich unter Kontrolle zu bringen. Ebenfalls besteht Einigkeit darüber, dass die Weltbank in diesem Prozess eine wesentliche Rolle spielen kann und muss, sowohl bezüglich der Mobilisierung von Ressourcen, als auch in Bezug auf Koordination, Durchführung und Ueberwachung. Die Wiederaufbauhilfe ist entscheidend, um den eingeleiteten Friedensprozess zu konsolidieren, ihn weiterzuführen und Voraussetzungen für dauernde Entwicklung zu schaffen. Gleichzeitig ist es nur möglich, die erforderliche Transparenz in Bezug auf Projektvergabe und Abrechnungen zu erhalten, wenn koordiniert vorgegangen wird. Daher forderte die Schweiz von Anfang an eine zentrale Rolle für die Weltbank und engagiert sich stark dafür, dass die Mittel koordiniert eingesetzt werden. Die in den vergangenen Monaten lautgewordene Kritik von palästinensischer Seite, dass die von der Donatorengemeinschaft angekündigten grossen Geldsummen nicht zu fliessen begonnen haben, erklärt sich auch dadurch, dass während der Vorbereitungszeit kaum sichtbare Veränderungen eintraten und wenig neue Steilen geschaffen wurden. Gleichzeitig brauchte der Prozess, bis sich eine palästinensische Verwaltung konstituiert hat, mehr Zeit als ursprünglich angenommen. Das Vakuum nach dem Abzug der israelischen Militärbehörden konnte nicht sofort gefüllt werden. Ueberdies bestanden und bestehen zum Teil jetzt noch Spannungen und unterschiedliche Ansichten über Führungsstil und Entscheidungsmechanismen. Die wirtschaftliche Situation war in all diesen Monaten weit schlechter als vorausgesagt. Die Monate dauernde, beinahe hermetische Abriegelung des Gazastreifens vom israelischen Arbeitsmarkt führte in Gaza zu einer Arbeitslosigkeit von weit über 50\%. Auch im Westjordanland hatten Restriktionen erschwerte Arbeitsmöglichkeiten für die palästinensische Bevölkerung zur Folge. Für die gesamte palästinensische Bevölkerung von Hebron wurde nach dem dortigen Massaker von Ende Februar ein Ausgehverbot erlassen und nur nach Monaten etwas gelockert. Zwischen den palästinensischen Gebieten und dem von Israel beanspruchten Grossjerusalem wurden Kontrollen zunehmend verschärft. # 2. Das Projekt Die Schweiz unterstützt ausgewählte Komponenten im Rahmen der von zahlreichen Donatorenländern unternommenen und von der Weltbank koordinierten Gesamtanstrengung zur Starthilfe an die palästinensischen Autonomiebehörden. Insgesamt soll die jahrzehntelang vernachlässigte Infrastruktur verbessert werden. Das gesamte öffentliche Investitionsprojekt sieht Ausgaben von 600 Millionen US Dollars in zehn hauptsächlichen Sektoren vor. Die Weltbank beteiligt sich mit 50 Millionen \$zu IDA Bedingungen. Die schweizerische Beteiligung folgt hinter den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, Japan, Saudi Arabien, Norwegen, Dänemark, dem Arab Fund und Kuwait in etwa gleicher Grössenordnung wie Italien, Israel und die International Finance Corporation. # 2.1. Erziehung Das Programm schliesst an ein Ende 1993 in Zusammenarbeit mit der UNRWA durchgeführtes Sanierungsprogramm von 15 Schulhäusern im Gazastreifen an, das die DEH damals mit Fr. 3 Millicnen unterstützt hat und das mittlerweile abgeschlossen ist. Mit einem Betrag von Fr. 6,8 Millionen beteiligt sich die Schweiz an $6 \%$ der in diesem Sektor anfallenden Kosten von insgesamt Fr. 107 Millionen. In einer ersten Phase sollen weitere Schulhäuser physisch in Stand gestellt werden. Gleichzeitig werden Lehrpläne überarbeitet und die Lehrerausbildung verbessert. Schliesslich soll die Qualität der Lehrwerkstätten und technischen Schulen gesteigert werden. ### 2.2. Trinkwasserversorgung und Kanalisation Die bestehenden Wasserversorgungssysteme sind generell veraltet und über Jahrzehnte vernachlässigt worden. Mit einer durchschnittlichen Trinkwasserversorgung von nur 50 Litern pro Bewohner pro Tag besteht ein enormer zusätzlicher Bedarf. Uebernutzung des vorhandenen Grundwassers in Gaza hat bereits zu ernsthaften Wasserqualitätsproblemen geführt. Das gesamte Wasserversorgungs- sowie Kanalisationssystem soll in einer koordinierten Weise erneuert werden. Das System von Kläränlagen und Wiederverwendung von gereinigtem Wasser im landwirtschaftlichen Bereich muss dringend erweitert werden. Kurzfristig sollen zuerst die Wasserversorgungsprobleme in Gaza, wo die Situation akut ist, gelöst werden: Verstärkung der Regulationsmechanismen, Schaffung von effektiven Konservierungspraktiken und Entwicklung von dringenden Massnahmen zur Sicherstellung des Grundbedarfs an Trinkwasser. Das Programm konzentriert sich auf die Rehabilitierung und Erweiterung der dezentralen Trink- und Abwassersysteme sowie auf Bohren. und Ausrüsten von neuen Grundwasser-Pumpstellen. Die Palästinensische Entwicklungsbehörde führt die Projekte zusammen mit Nichtregierungs-Organisationen und den spezialisierten Organisationen der Vereinten Nationen durch. Die Schweiz beteiligt sich mit ca. Fr. 2,7 Millionen an den Gesamtausgaben, die sich in diesem Sektor auf Fr. 148 Millionen belaufen. ### 2.3. Strassenbau Ungenügende Finanzierung und schlechter Unterhalt haben insbesondere im Gazastreifen zu einem Zerfall des .Strassensystems geführt. Im Rahmen des dringenden Wiederaufbauprogramms und dessen Sektorstrategie im Bereich Strassenbau werden die Stadtverwaltungen und Dörfer in die Lage versetzt, Unterhalt und Neukonstruktion von Strassen, inklusive dazugehörige Kanalisationssysteme durchzuführen. Bei gesamten Kosten von Fr. 97 Millionen liegt die Schweizer Beteiligung in diesem Bereich bei ca. Fr. 1,8 Millionen. ### 2.4. Projektleitung und Administration Ausserdem beteiligt sich die Schweiz mit Fr. 0,7 Millionen an den Administrations-, Verwaltungs- und Koordinationskosten des dringenden Wiederaufbauprogrammes. # 3. Begleitmassnahmen: Technische Hilfe Die einzelnen Projektkomponenten werden in enger Zusammenarbeit mit dem zu Beginn dieses Jahres geschaffenen "Technical Assistance Trust Fund" von insgesamt $\$ 32$ Millionen vorbereitet und durchgeführt. Die Schweiz hat sich daran mit Fr. 3 Millionen beteiligt. Dieser "Trust Fund" beinhaltet die Finanzierung von Machbarkeitsstudien sowie die vorübergehende Anstellung von Fachspezialisten und Konsulenten für einzelne Projekte und Institutionen. ## 4. Gesamteinschätzung Der bisherige Verlauf der zahlreichen Wiederaufbauprojekte weist gegenüber den teils zweckoptimistischen Prognosen einen Rückstand von mehreren Monaten auf. Aber der Normalisierungsprozess ist trotz politischen und wirtschaftlichen Hindernissen vorangeschritten. Alle Beteiligten, d.h. Palästinenser, Israeli und die Donatoren arbeiten aktiv daran. Risiken sind zweifellos vorhanden. Sowohl palästinensische wie auch israelische Fundamentalisten haben ein Interesse, den Friedensprozess durch gewalttätige Aktionen zu unterbrechen. Die palästinensische Administration ist erst im Aufbau begriffen und die Vergangenheitsbewältigung von Militärverwaltung und deren Spuren braucht Zeit. Dieses Projekt ist ein wichtiges Glied in der Kette des Normalisierungsprozesses. ## III Das Bundesamt für Aussenwirtschaft und die Eidgenössische Finanzverwaltung sind zu diesem Antrag konsultiert worden. Sie empfehlen Annahme des Antrags. IV Wir beantragen Ihnen, dem beiliegenden Beschlussentwurf zuzustimmen. EIDGENOESSISCHES DEPARTEMENT FUER AUSWAERTIGE ANGELEGENHEITEN Flavio Cotti Protokollauszug an: - EDA 12 zur Ausführung - EFD 7 zur Kenntnisnahme - EVD 7 (GS 5, BAWI 2) zur Kenntnisnahme - EFK 2 zur Kenntnisnahme - FinDel 2 zur Kenntnisnahme Zum Mitbericht an: - Eidg. Finanzdepartement - Eidg. Volkswirtschaftsdepartement Beilagen Anhang 1: Kostenübersicht (US-Dollar) betr. Nothilfeprogramm für Westjordanland und Gaza Anhang 2: Liste der konsultierten, bei der DEH zur Verfügung stehenden Dokumente Anhang 3: Beschlussentwurf # Nothilfeprogramm für Westjordanland und Gaza Kostenübersicht (US-Dollar) | (Anteil Schweiz in Millionen Franken) | | | | Gebiet | | | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | [andere Projekte, bereits bewilligt] | 1994 | 1995 | 1996 | Gaza | WJL | Summe Mio $ $ Hio. Fr | | Öffentliche Investitionen | | | | | | | | Verkehr | 19 | 28 | 26 | 27 | 46 | 73 (1.8) | | Wasser und Abwasser | 22 | 39 | 50 | 44 | 67 | 111 (2.7) | | Müll | 13 | 18 | 26 | 25 | 32 | 57 | | Strom | 33 | 38 | 37 | 32 | 76 | 108 | | Gemeinden | 17 | 31 | 36 | 32 | 52 | 84 | | Wohnungen | 10 | 10 | 10 | 25 | 5 | 30 | | Telekommunikation | 13 | — | — | 5 | 8 | 13 (6.8) | | Bildung | 27 | 25 | 28 | 35 | 45 | 80 | | Gesundheit | 8 | 7 | 3 | 6 | 12 | 18 | | Landwirtschaft Projektleitung / administration) | 5 | 10 | 11 | 3 | 23 | 26 (0.7) | | Zwischensumme | 167 | 206 | 227 | 234 | 366 | 600 (12.0) | | Privatsektor-Förderung | | | | | | | | Telekommunikation | 15 | 35 | 50 | 50 | 50 | 100 | | Wohnungen | 10 | 25 | 45 | 30 | 50 | 80 | | Landwirtschaft | 1 | 7 | 12 | 5 | 15 | 20 | | Industrie | 24 | 33 | 43 | 40 | 60 | 100 | | Zwischensumme | 50 | 100 | 150 | 125 | 175 | 300 | | Unterstützung für Gründungsausgaben | | | | | | | | Gründung der Zentralverwaltung | 108 | — | — | 50 | 58 | 108 [2,3] | | Zusatzunterstützung an NGOs | 50 | 40 | 27 | 50 | 67 | 117 | | Zwischensumme | 158 | 40 | 27 | 100 | 125 | 225 | | Technische Hilfe | | | | | | | | Aufbau von Institutionen und Ausbildung | 8 | 12 | 7 | 11 | 16 | 27 | | Grundsatzstudien | 2 | 6 | 3 | 5 | 6 | 11 | | Projektvorbereitung und -umsetzung | 7 | 12 | 11 | 14 | 15 | 29 [3] | | Durchführbarkeitsstudien | 1 | 3 | 4 | 3 | 5 | 8 | | Zwischensumme | 18 | 33 | 25 | 33 | 42 | 75 | | SUMME | 393 | 379 | 428 | 492 | 708 | 1200 [17,3] | a. Geht von einer privaten Finanzierung der meisten Telekommunikationsinvestitionen aus. # Liste der konsultierten, bei der DEH zur Verfügung stehenden Dokumente 1. World Bank: The West Bank and Gaza: The Next Two Years and Beyond, August 22, 1994; 2. World Bank: Matrix of Donors' Assistance to the West Bank and Gaza, Secretariat of the Ad Hoc Liaison Committee/PECDAR, July 1994; 3. World Bank: Emergency Assistance Program for the Occupied Territories, April 1994; 4. World Bank: Developing the Occupied Territories: An Investment in Peace, September 1993 (Pt. 1: Overview, Pt. 2: The Economy, Pt. 3: Private Sector Development, Pt. 4: Agriculture, Pt. 5: Infrastructure); 5. Palestinian Economic Council for Development and Reconstruction (PECDAR): Handbook of Procedures and Regulations, August 1994; 6. PECDAR: Transitional Projects, August 1994; 7. PECDAR: The 1994 Palestinian Public Investment Program for the West Bank and Gaza, August 18, 1994; 8. United Nations Development Programme (UNDP): 1994 Compendium of External Assistance to the Occupied Palestinian Territories, August 1994. Finanzhilfe von Fr. 12 Millionen für die Verbesserung der Infrastruktur in den palästinensischen Autonomiegebieten von Gaza und Westjordanland (Kofinanzierung mit der Weltbank) Aufgrund des Antrages des EDA vom 3. Oktober 1994 Aufgrund der Ergebnisse des Mitberichtsverfahrens wird # beschlossen: 1. ein Beitrag von Fr. $12^{\prime} 000^{\prime} 000 .--$ für die Verbesserung der Infrastruktur in den palästinensischen Autonomiegebieten von Gaza und Westjordanland wird bewilligt. 2. Die Verpflichtung erfolgt zu Lasten des Rahmenkredits zur Weiterführung der technischen Zusammenarbeit und Finanzhilfe zugunsten von Entwicklungsländern von 3,3 Mia Franken gemäss BB vom 4. Oktober 1990. Die sich aus dieser Verpflichtung ergebenden Zahlungen sind zu Lasten des Budgets der DEH, Rubrik 0202-3600 vorzunehmen.
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GovDecisions
63,249
Coopération politique européenne: échange de vues avec la présidence danoise de la CE, Copenhague, le 25 mai 1993
28
Les sujets principaux à inclure dans des négociations avec la CE pour la Suisse concernent un accord sur le trafic aérien, la participation aux programmes de recherche ainsi que le dialogue politique. Au niveau international, la guerre en Yougoslavie, la situation des pays de l'Est et les questions sécuritaires en général sont au centre des discussions.
French
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1993-05-26
1993-05-26
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Dänemark (Allgemein)
Bilaterale I (Allgemein) (1993–1999)|Internationale Koordination der Zusammenarbeit mit Ost- und Mitteleuropa (1989–)|Jugoslawienkriege (1991–2001)|Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
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Balkan|Bosnien und Herzegowina|Dänemark|Deutschland|Frankreich|Genf|Griechenland|Jugoslawien|Kambodscha|Kopenhagen|Kosovo|Kroatien|Maastricht|Mitteleuropa|Niederlande|Nordmazedonien|Osteuropa|Ostmitteleuropa|Russland|serbische Teilrepublik Srpska|Somalia|Spanien|Türkei|Ungarn|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
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EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung I|Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung|Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Politische Zusammenarbeit|Europäische Union|Europäische Weltraumorganisation|Europarat|G-24 (Osteuropa)|Internationales Komitee vom Roten Kreuz|NATO|Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa|Palästina/Palästinensische Befreiungsorganisation|Schweizerische Botschaft in Kopenhagen|UNO|UNO/Sicherheitsrat
Integrationsbüro EDA–EVD
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Helg Pierre
Boutros-Ghali Boutros |Champenois Pierre-Etienne|Creola Peter|Däniken Franz von|Dayer Daniel|Hansen Bojer Jorgen Rud|Helg Pierre|Hougård Anders Christian|Jelzin Boris Nikolajewitsch|Møller Lars|Owen David|Vance Cyrus Roberts|Wey Marc|Wøhlk Henrik
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Danimarca (Generale)
Bilaterali I (Generale) (1993–1999)|Coordinamento internazionale della cooperazione con l'Europa centrale e orientale (1989–)|Guerre jugoslave (1991–2001)|Organizzazione per la sicurezza e la cooperazione in Europa (OSCE)
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Balcani|Bosnia ed Erzegovina|Cambogia|Copenaghen|Croazia|Danimarca|Europa centrale|Europa centrale et orientale|Europa orientale|Francia|Germania|Ginevra|Grecia|Jugoslavia|Kosovo|Maastricht|Macedonia del Nord|Paesi Bassi|Repubblica Serba di Bosnia ed Erzegovina|Russia|Somalia|Spagna|Stati Uniti d'America (USA)|Turchia|Ungheria
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Agenzia spaziale europea|Ambasciata svizzera a Copenhagen|Associazione europea di libero scambio|Banca europea per la ricostruzione e lo sviluppo|Comitato internazionale della Croce Rossa|Consiglio d'Europa|Cooperazione politica europea|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica I|G-24 (Europa orientale)|NATO|ONU|ONU/Consiglio di sicurezza|Organizzazione per la sicurezza e la cooperazione in Europa|Palestina/Organizzazione per la Liberazione della Palestina|Unione europea
Ufficio dell'integrazione DFAE–DFEP
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Helg Pierre
Champenois Pierre-Etienne|Creola Peter|Däniken Franz von|Dayer Daniel|El'cin Boris Nikolaevič|Hansen Bojer Jorgen Rud|Helg Pierre|Hougård Anders Christian|Møller Lars|Owen David|Vance Cyrus Roberts|Wey Marc|Wøhlk Henrik|بطرس بطرس غالي
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Danemark (Général)
Bilatérales I (Général) (1993–1999)|Coordination internationale de la coopération avec l'Europe centrale et orientale (1989–)|Guerres de Yougoslavie (1991–2001)|Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe (OSCE)
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Allemagne|Balkans|Bosnie-Herzégovine|Cambodge|Copenhague|Croatie|Danemark|Espagne|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe centrale|Europe centrale et orientale|Europe orientale|France|Genève|Grèce|Hongrie|Kosovo|Maastricht|Macédoine du Nord|Pays-Bas|République serbe de Bosnie|Russie|Somalie|Turquie|Yougoslavie
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Agence spatiale européenne|Ambassade de Suisse à Copenhague|Association européenne de libre-échange|Banque européenne pour la reconstruction et le développement|Comité international de la Croix-Rouge|Conseil de l'Europe|Coopération politique européenne|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique I|G-24 (Europe orientale)|ONU|ONU/Conseil de sécurité|Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe|OTAN|Palestine/Organisation de libération de la Palestine|Union Européenne
Bureau de l'intégration DFAE–DFEP
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Helg Pierre
Champenois Pierre-Etienne|Creola Peter|Däniken Franz von|Dayer Daniel|Eltsine Boris Nikolaïevitch|Hansen Bojer Jorgen Rud|Helg Pierre|Hougård Anders Christian|Møller Lars|Owen David|Vance Cyrus Roberts|Wey Marc|Wøhlk Henrik|بطرس بطرس غالي
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Denmark (General)
Bilateral Negociations I (General) (1993–1999)|International coordination of cooperation with Central and Eastern Europe (1989–)|Organization for Security and Co-operation in Europe (OSCE)|Yugoslav Wars (1991–2001)
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null
Balkans|Bosnia and Herzegovina|Cambodia|Central Europe|Copenhagen|Croatia|Denmark|East-Central Europe|Eastern Europe|France|Geneva|Germany|Greece|Hungary|Kosovo|Maastricht|Netherlands (the)|North Macedonia|Republic of Srpska|Russia|Spain|Turkey|United States of America (USA)|Yugoslavia
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Council of Europe|European Bank for Reconstruction and Development|European Free Trade Association|European Political Cooperation|European Space Agency|European Union|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division I|G-24 (Eastern Europe)|International Committee of the Red Cross|NATO|Organization for Security and Co-operation in Europe|Palestine/Palestine Liberation Organization|Swiss Embassy in Copenhagen|UN/Security Council|UNO
Integration Office FDFA-FDEA
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Helg Pierre
Champenois Pierre-Etienne|Creola Peter|Däniken Franz von|Dayer Daniel|Hansen Bojer Jorgen Rud|Helg Pierre|Hougård Anders Christian|Møller Lars|Owen David|Vance Cyrus Roberts|Wey Marc|Wøhlk Henrik|Yeltsin Boris Nikolayevich|بطرس بطرس غالي
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60,000
https://dodis.ch/63249
Aktennotiz / Notiz
French, Aktennotiz / Notiz
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63000-63999/dodis-63249.pdf
# Coopération politique européenne: échange de vues avec la présidence danoise de la CE, Copenhague, le 25 mai 1993 Compte rendu des entretiens ## Participants du côté danois : - Ambassadeur Henrik Wohlk, Permanent Under-Secretary of State for Foreign Affairs (pour la partie des entretiens consacrée à l'intégration européenne); - Ambassadeur Jorgen Bojer, Deputy Political Director; - M. Lars Moller, Chef de Section; - M. Anders Hougaard, Chef de Section; - Secrétariat CPE: Ambassadeur P. Champenois. ## Participants du côté suisse : - De Berne : - Ambassadeur Franz von Däniken, Chef de la Div. pol. I; - M. Pierre Helg, B.I. - De Copenhague : - Ambassadeur Daniel Dayer; - M. Wey. # 1 Intégration européenne La présidence danoise relève que les referendums des 2 juin 1992 et 18 mai 1993 ont introduit dans le processus communautaire un nouveau mode de pensée privilégiant démocratie et proximité des citoyens. Un échec le 18 aurait d'ailleurs nécessité une réévaluation entre les Douze de tout le projet d'Union politique. Elle note le paradoxe existant dans l'opinion publique danoise, qui est d'une part en faveur de davantage de démocratie, d'autre part réticente à un pouvoir accru du parlement européen. Cela étant, les turbulences qui ont entouré le Traité de Maastricht cette dernière année n'ont nullement affecté la CPE, qui s'est poursuivie avec ses hauts et ses bas coutumiers. Du côté suisse, l'on observe que les deux referendums danois, considérés à Berne comme positifs en raison notamment de la transparence apportée au processus communautaire, ont eu en outre le mérite de démontrer qu'un Etat, même petit, ne peut être négligé et ne saurait être écarté parce que sa population tient à certaines particularités. Dans cette perspective, la Suisse, en dépit du 6 décembre, entend ne pas être isolée et compte sur l'appui de la présidence de la CE, en particulier dans les dossiers d'intérêt mutuel suivants: - accord aérien Suisse-CE; - participation aux programmes de recherche communautaire; - intensification du dialogue politique, notamment par des échanges de vues réguliers et par un accès à certains groupes de travail de la CPE. La partie danoise, qui souhaite compter un jour la Suisse parmi les membres de la CE, ne peut pas donner de réponse spécifique aux questions de l'accord aérien et des programmes de recherche. En tout état, elle met tout en oeuvre pour resserrer les liens, déjà étroits, entre la Suisse et la CE. Quant au dialogue politique, la présidence danoise se veut ouverte à un renforcement, en notant au passage que des pays de l'AELE sont dans ce contexte au bénéfice d'un échange de lettres. Le Danemark ne verrait pas d'inconvénient, en raison de son approche pragmatique, à examiner la question d'un accès aux groupes de travail de la CPE. Il relève toutefois que certains Etats membres de la CE ne manqueront pas de rappeler que ledit accès est régi par des règles prévoyant que la qualité d'Etat membre, ou au moins la qualité de candidat en passe d'adhérer, est requise à cet égard. La partie danoise observe dans ce contexte que la CE a parfois tiré parti d'influences extérieures pour progresser dans certains dossiers, par exemple, récemment, à propos du tribunal ad hoc sur les crimes de guerre, où la Suède, les Etats-Unis, le Canada et la Suisse ont été très utilement associés. S'agissant du Conseil européen de Copenhague, les 21 et 22 juin prochains, la partie danoise précise que les principaux sujets abordés seront la Russie, la Yougoslavie, les pays d'Europe centrale et orientale, les négociations d'élargissement, la croissance économique et le chômage ainsi que les relations CE-Etats-Unis. # 2 Yougoslavie La présidence danoise met beaucoup de soin à rappeler le rôle essentiel de la CE, présente dès le début, dans les efforts de la communauté internationale déployés pour endiguer le conflit. Le concept communautaire est clair: vu qu'un cessez-le-feu n'est voulu par aucune des parties au litige, la CE s'est attachée à mettre en place un arsenal de mesures -aide humanitaire, actions diplomatiques, sanctions, contingents importants dans les troupes onusiennes- tendant à contenir et à atténuer les combats. D'innombrables vies ont ainsi été sauvées et nombre d'incidents ont pu être limités. L'ex-Yougoslavie est complexe. Mais la composition de la communauté des Etats -Russie, Etats-Unis, pays européens, pays musulmans- concernés par la question l'est tout autant. Le plan Vance-Owen s'avère fondé sur une solide analyse et demeure jusqu'ici la seule solution viable. Les critiques à son endroit procèdent d'informations déformées des médias avides de résultats concrets, qui compliquent évidemment la tâche des négociateurs. A cela s'ajoute le changement d'administration survenu à Washington en janvier. Ces éléments ont affecté le momentum du plan Vance-Owen, alors sur le point de réussir à Genève. Le "joint action programm" en 13 points, adopté le 22 mai par l'Espagne, les Etats-Unis, la France, le Royaume-Uni et la Russie, s'inscrit dans la droite ligne du plan Vance-Owen, qu'il ne remplace pas mais qu'il épaule. Provisoire, "realpolitisch" avec ses six zones de protection en Bosnie, engageant les Russes dans le processus, ménageant les intérêts des Musulmans de Bosnie, ce programme est opportun. Côté suisse, l'on rappelle les actions déployées par la Confédération dans le cadre du conflit, notamment l'accueil de 70'000 réfugiés, le travail du CICR, la participation aux sanctions de l'ONU, l'engagement dans la mise sur pied d'un tribunal pour les crimes de guerre. L'on soulève en outre diverses questions: - celle de la politique communautaire de reconnaissance des Etats, à la lumière des cas de la Bosnie-Herzégovine -reconnaissance prématurée?- et de la Macédoine -que son appartenance à l'ONU et aux institutions de Bretton Woods semblait imposer-: la partie danoise admet que la reconnaissance de la Bosnie-Herzégovine était peut-être prématurée, mais qu'elle était le corollaire inévitable de la reconnaissance de la Croatie, tandis que celle de la Macédoine est quant à elle liée à l'attitude de la Grèce; - la question des divergences de vues américaines et communautaires face au conflit: l'on répond, du point de vue danois, que l'approche des Etats-Unis (à tout problème correspond une solution) et l'approche de la CE (les circonstances évoluent et, dans leur foulée, la constellation des intérêts et des protagonistes) en sont souvent la cause; - la question de l'intérêt stratégique des Etats-Unis dans les Balkans: la présidence danoise relève qu'aussitôt que la Grèce et la Turquie, toutes deux de l'OTAN, se voient concernées par les Balkans, les Etats-Unis sont sensibilisés; - la question des vues communautaires sur le Kosovo: le Danemark répond que la situation au Kosovo ne devrait pas être dramatisée, tout en notant que la diplomatie préventive (présence de casques bleus) ne semble pas envisageable dans ce cas. # 3 Pays d'Europe centrale et orientale (PECO) / Russie La partie suisse présente les efforts de la Confédération sur les plans bilatéral (crédits -et difficultés de trouver des partenaires fiables dans les PECO-) et multilatéral (G-24, BERD, etc) et évoque l'approche de la CSCE et du Conseil de l'Europe envers ces différents Etats. La présidence danoise considère les PECO, avec lesquels la coopération est d'ores et déjà étroite, comme des partenaires prometteurs qui, à terme, seront membres de la CE. Le Danemark note que s'il est favorable à leur intégration, d'autres Etats membres de la CE du Sud sont moins chauds (ils craignent notamment que l'Allemagne ne leur substitue la Hongrie dans certains domaines). La Russie occupe une place à part: l'assistance économique est surtout orientée dans le cadre du G-7 qui tend à privilégier l'aide aux opérateurs économiques privés (PME, etc). Il est par ailleurs prévu que le Président Eltsin se rende le 21 juin à Copenhague, lors du Sommet européen, pour signer l'accord de coopération Russie-CE. # Politique étrangère et de sécurité commune (PESC) La délégation suisse, soulignant l'importance que Berne attacherait à aligner l'intensité du dialogue politique avec la CE sur celle dont bénéficient les autres pays européens, soulève la question du précédent que constituerait pour les candidats à l'adhésion les dérogations accordées au Danemark dans l'application du Traité de Maastricht. La présidence danoise constate que du point de vue communautaire, le dialogue politique est plus nécessaire avec les PECO, dont l'évolution peut présenter certains dangers pour l'équilibre en Europe, qu'avec les pays de l'AELE, pratiquement à l'unisson avec la CE sur les affaires de politique extérieure. Pour ce qui concerne la question du précédent danois, le Danemark, appuyé par le Secrétariat de la CPE, donne une réponse fondée sur l'attachement de la population danoise à l'OTAN, qu'eile croit meilleure garante de sa sécurité que le corps militaire européen d'inspiration franco-allemande: les dérogations accordées sont à placer dans le cadre de l'article 5 de l'OTAN (Devoir d'assistance aux Etats membres agressés) tandis que les candidats à l'adhésion pourraient vouloir obtenir un traitement spécial, motif pris de leur neutralité. Or, les deux situations ne sont pas comparables. Au reste, la présidence danoise est convaincue que le prochain élargissement renforcera l'exercice de la PESC et que les quatre futurs Etats membres de la CE participeront sans restriction à l'Union politique. La partie suisse fait remarquer que la Confédération s'appuiera sur sa neutralité aussi longtemps qu'un système européen de défense collective fiable n'existera pas. La présidence danoise relève à cet égard qu'un tel système de défense est un processus en évolution constante et que, comme pour le processus communautaire, il faut y participer pour l'influencer et ne pas attendre qu'il soit achevé et opérationnel. L'OTAN, à ses yeux, reste toutefois irremplaçable. ## 5 CSCE Le Secrétariat de la CPE relève son caractère embryonnaire en matière de "peace-keeping". Dans le cas de la Yougoslavie, enchaîne la présidence danoise, la CSCE a été envisagée un temps comme devant remédier, en matière d'opérations de maintien de la paix, à l'ONU. M. Boutros-Gahli souhaitait en effet, à l'origine, que l'ONU ne privilégie pas le traitement de la Yougoslavie -conflit "blanc"- par rapport aux nombreux autres foyers de tensions du Tiers Monde -Somalie, Cambodge, etc. Puis les vues du Secrétaire général des Nations Unies ont changé et la question du caractère à l'avenir opérationnel de la CSCE est restée ouverte. D'entente avec le Secrétariat de la CPE, la partie danoise ajoute qu'en tout état de cause, en vertu du chapitre VIII de la Charte des Nations Unies (art. 53), il appartiendrait au Conseil de sécurité de désigner la CSCE pour appliquer des mesures collectives. Par ailleurs, le recours à la "diplomatie préventive" paraît difficile à prendre au sérieux, car il intervient toujours trop tôt ou trop tard, compte tenu de tous les différents intérêts immanquablement en présence. S'agissant de l'Europe, plus les choses se gâteront réellement, plus le Conseil de sécurité sera tenté de charger l'OTAN, à l'efficacité et au prestige indiscutés, de prendre le relais. # 6 Divers Agence spatiale européenne : la délégation suisse demande le soutien de la CE pour la nomination de M. P. Creola à la présidence du Conseil de l'organisation. La partie danoise en prend note, tout en faisant observer que Copenhague ne donne pas automatiquement son appui au candidat communautaire, ressortissant des Pays-Bas en l'occurrence. Conférence internationale sur la protection des victimes de la guerre (Genève, 30 août - ler septembre 1993) : la délégation suisse souhaite que la CE s'engage pour que ladite conférence -dont la tenue est incertaine en raison de la question de la participation d'une délégation de l'OLP- ait lieu. La présidence danoise en a également pris note. Bureau de l'intégration DFAE/DFEP (Pierre Helg) EIDGENÖSSISCHES DEPARTEMENT FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES DIPARTIMENTO FEDERALE DEGLI AFFARI ESTERI Bute dieses Zeichen in der Antwort wiedertaten Pricre de rappeler cette reference dans la repotise Pregast rammentare questo riferimento nella roposta Berne, le 26 mai 1993 # Coopération politique européenne: échange de vues avec la présidence danoise de la CE, Copenhague, le 25 mai 1993 Ci-joint, nous vous remettons, pour votre information, le compte rendu des entretiens qui eurent lieu dans le contexte cité en marge. DIRECTION POLITIQUE p.o. (Franz von Däniken)
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Notes/Internal
66,179
China's Aussenbeziehungen im KJ 1992
28
1992 signalisierte China, dass es als Grossmacht mit globalen Interessen verstanden werden will. Politisch wurden die Anstrengungen auf Südostasien konzentriert, wirtschaftlich die ganze Welt anvisiert. Zugleich wurde das Interesse an einer neuen Weltordnung bekräftigt. 1993 dürfte China vor allem seine aussenwirtschaftlichen Interessen weiter vorantreiben. Darin: China's innenpolitische Entwicklung im KJ 1992, 30.7.1993 (Beilage). Darin: Begleitschreiben von E. Schurtenberger vom 26.7.1993 (Beilage).
German
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1993-07-30
1993-07-30
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China (Allgemein)
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Beijing
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Beijing|China|Davos|Europa|Guangdong|Indonesien|Israel|Japan|Kambodscha|Kasachstan|Laos|Mongolei|Moskau|Naher Osten|Neu Delhi|New York|Nordkorea|Ostsibirien|Pjöngjang|Russland|Shanghai|Singapur|Südasien|Südchinesisches Meer|Südkorea|Südostasien|Taiwan|Tian’anmen-Platz|Tibet|Ulan Bator|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vientiane|Vietnam
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China/Kommunistische Partei|China/Nationaler Volkskongress|China/Politbüro der Kommunistischen Partei|China/Zentralkomitee der Kommunistischen Partei|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Gemeinschaft Unabhängiger Staaten|Rote Khmer|UNO/Sicherheitsrat|Verband Südostasiatischer Nationen|Weltwirtschaftsforum
Schweizerische Botschaft in Peking
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Schurtenberger Erwin
Akihito |Baker James |Dalai Lama XIV. null|Deng Xiaoping |Jelzin Boris Nikolajewitsch|Kellenberger Jakob|Kim Il-Sung|Kosyrew Andrei Wladimirowitsch|Ochirbat Punsalmaagiin|Roh Tae-Woo|Sharma Shankar Dayal|Siphandone Khamtai
Schurtenberger Erwin
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Cina (Generale)
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Beijing
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Asia del Sud|Asia del Sud-Est|Beijing|Cambogia|Cina|Corea del Nord|Corea del Sud|Europa|Giappone|Guangdong|Indonesia|Israele|Kazakistan|Laos|Mar Cinese Meridionale|Medio Oriente|Mongolia|Mosca|New York|Nuova Delhi|Ostsibirien|Piazza Tian’anmen|Pyongyang|Russia|Sciangai|Singapore|Stati Uniti d'America (USA)|Táiwān|Tavate|Tibet|Ulan Bator|Vientiane|Vietnam
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Associazione delle nazioni del Sud-est asiatico|Cina/Assemblea nazionale del popolo|Cina/Comitato centrale del Partito comunista|Cina/Partito comunista|Cina/Ufficio politico del Partito Communista|Comunità degli stati indipendenti|Dipartimento federale degli affari esteri|Forum economico mondiale|Khmer rossi|ONU/Consiglio di sicurezza
Ambasciata svizzera a Beijing
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Schurtenberger Erwin
Akihito |Baker James |Dalai Lama XIV. null|Deng Xiaoping |El'cin Boris Nikolaevič|Kellenberger Jakob|Kim Il-Sung|Kozyrev Andrej Vladimirovič|Ochirbat Punsalmaagiin|Roh Tae-Woo|Sharma Shankar Dayal|Siphandone Khamtai
Schurtenberger Erwin
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Chine (Général)
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Beijing
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Asie du Sud|Asie du Sud-Est|Beijing|Cambodge|Chine|Corée du Nord|Corée du Sud|Davos|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe|Guangdong|Indonésie|Israël|Japon|Kazakhstan|Laos|Mer de Chine méridionale|Mongolie|Moscou|New Delhi|New York|Ostsibirien|Place Tian’anmen|Proche-Orient|Pyongyang|Russie|Shanghai|Singapour|Taïwan|Tibet|Ulan Bator|Vientiane|Vietnam
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Association des nations de l'Asie du Sud-Est|Chine/Assemblée nationale populaire|Chine/Bureau politique du Parti communiste|Chine/Comité central du Parti communiste|Chine/Parti communiste|Communauté des États indépendants|Département fédéral des affaires étrangères|Forum économique mondial|Khmers rouges|ONU/Conseil de sécurité
Ambassade de Suisse à Beijing
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Schurtenberger Erwin
Akihito |Baker James |Dalai Lama XIV. null|Deng Xiaoping |Eltsine Boris Nikolaïevitch|Kellenberger Jakob|Kim Il-Sung|Kozyrev Andreï Vladimirovitch|Ochirbat Punsalmaagiin|Roh Tae-Woo|Sharma Shankar Dayal|Siphandone Khamtai
Schurtenberger Erwin
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China (General)
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Beijing
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Asie du sud-est|Beijing|Cambodia|China|Davos|Europe|Guangdong|Indonesia|Kazakhstan|Laos|Middle East|Mongolia|Moscow|New Delhi|New York|Nippon|North Korea|Ostsibirien|Pyongyang|Russia|Shanghai|Singapore|South China Sea|South Korea|Táiwān|Tiananmen Square|Tibet|Ulan Bator|United States of America (USA)|Vientiane|Vietnam|Washington DC
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Association of Southeast Asian Nations|China/Communist Party|China/Communist Party Central Committee|China/National People's Congress|China/Politburo of the Communist Party|Commonwealth of Independent States|Federal Department for Foreign Affairs|Red Khmers|UN/Security Council|World Economic Forum
Swiss Embassy in Beijing
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Schurtenberger Erwin
Akihito |Baker James |Dalai Lama XIV. null|Deng Xiaoping |Kellenberger Jakob|Kim Il-Sung|Kozyrev Andrei Vladimirovich|Ochirbat Punsalmaagiin|Roh Tae-Woo|Sharma Shankar Dayal|Siphandone Khamtai|Yeltsin Boris Nikolayevich
Schurtenberger Erwin
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65,000
https://dodis.ch/66179
Aktennotiz / Notiz
Schurtenberger Erwin, German, Aktennotiz / Notiz
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66000-66999/dodis-66179.pdf
# China's Aussenbeziehungen im KJ 1992 1992 sah die schrittweise Rückkehr der Volksrepublik China, geächtet nach dem Tian Anmen Massaker vom Juni 1989, ins Konzert der Grossmächte. Das Davoser Symposium Ende Januar und die Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York boten erste Gelegenheiten. Beijings kooperative Haltung während des Golfkrieges und anderen Krisen sowie der formelle Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag waren dieser Entwicklung förderlich. Die kommunistische Führung machte in der Folge wiederholt klar, dass es als eine (regionale) Grossmacht mit globalen Interessen verstanden werden will. Sie konzentrierte ihre Anstrengungen in politischer Hinsicht auf Südostasien, im Wirtschaftlichen wurde die gesamte Welt anvisiert (Sicherung von wichtigen Rohstoffen und von möglichst ungehindertem Zugang zu kaufkraftstarken Märkten). Gleichzeitig bekräftigte sie ihr Interesse am Bau einer Neuen Weltordnung. Eine solche Ordnung soll den Interessen Chinas gezielter Rechnung tragen als die derzeitige; individuelle Menschenrechte, freie Wahlen, pluralistische Demokratie, u.a.m. sind dabei keine chinesischen Hauptanliegen. Die wirtschaftlichen Erfolge bestärkten die Führung nachhaltig in ihrem Bewusstsein, dass das Reich der Mitte Geschichte nicht mehr zu erdulden hatte, sondern auf dem Weg sei, selber wieder Geschichte zu machen. Hinsichtlich Hongkong gab sie wiederholt zu verstehen, dass es ihr hauptsächlich um die zivilisatorische Rückkehr der Kolonie in die "chinesische Ordnung" geht und dass dieses Ziel den wirtschaftlichen Aspekten untergeordnet würden. Die faktische Annäherung zwischen Taiwan und dem Festland sowie die Anziehung, welche die Volksrepublik heute weltweit auf die grosse Mehrheit der Überseechinesen ausübt, erfolgen zwar vor allem aus materiellen Erwägungen der Beteiligten, sind aber auch Ausdruck eines wachsenden Bewusstseins, zur gleichen chinesischen Zivilisation zu gehören. Südostasien: 1992 sah die Normalisierung, bzw Intensivierung bilateraler zwischenstaatlicher Beziehungen Chinas mit den Ländern Südostasiens. Mit dem Besuch des laotischen Staatspräsidenten erhielten die Beziehungen zwischen Beijing und Vientiane einen neuen, wenn auch bedächtigen Aufschwung. Mit Vietnam wurden die zwischenstaatlichen Beziehungen ebenfalls normalisiert und bessere Rahmenbedingungen für die weitere Entfaltung von Wirtschafts- und Handelsbereich geschaffen. In der Kambodschafrage drängte China auf eine Verwirklichung des Pariser Abkommens, zeigte aber gleichzeitig nach wie vor Verständnis für die Haltung der Roten Khmer hinsichtlich Ausschaffung gewisser vietnamesischer Siedler und vereinzelter Grenzbereinigungen. Mit den ASEAN-Staaten wurden bestehende Beziehungen ausgedehnt, mit Singapur und Indonesien normalisiert. Deutliche Zeichen von Beijings regionalem Vormachtsstreben sind mit einem neuen chinesischen "Gesetz über das maritime Territorium der Volksrepublik" gesetzt worden. Während Beijing in protokollarischen und wirtschaftlichen Belangen ziemlich grosse Flexibilität zeigte, war kein Entgegenkommen hinsichtlich der beanspruchten, exklusiven Hoheitsrechte über das Südchinesische Meer festzustellen. Nordostasien: Der Chinabesuch des japanischen Kaisers im Oktober wurde chinesischerseits "mit Genuss konsumiert". Die chinesischen Gesprächspartner haben dem Gast Japans Krieg gegen China diskret, aber unüberhörbar in Erinnerung gerufen. Die Vergangenheit wurde durch diesen Besuch nicht begraben, aber die Vernunftsheirat zwischen den beiden Ländern einmal mehr als sinnvoll bekräftigt. Der China-Besuch des südkoreanischen Präsidenten markierte den Abschluss der Normalisierung der bilateralen Beziehungen und schaffte mit der Unterzeichnung von Handels- und Investitionsschutzabkommen die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine weitere Intensivierung der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit. Die Aufnahme formeller zwischenstaatlicher Beziehungen gelang den Chinesen, ohne Nordkorea allzusehr zu verärgern. Wirtschaftshilfe (Nahrungsmittel, Erdöl), obwohl spärlicher fliessend als bisher, sowie gesichtswahrende Einladungen an Kim Il Sung, China zu besuchen, und Besuche hochrangiger chinesischer Politiker in Pjöngjang scheinen das nordkoreanische Regime "bei der Stange zu halten". Mongolei: Beim offiziellen China-Besuch im Mai unterstrich der mongolische Regierungschef das lebhafte Interesse seines Landes an chinesischer Wirtschaftshilfe, vor allem für kleine Industrieprojekte. Die gravierende Wirtschaftslage zwang Ulan Bator wiederholt, dem grossen Nachbarn in aussenpolitischen Fragen entgegenzukommen (z.B. Annullierung eines bereits vereinbarten Dalai Lama Besuches). Die Beijinger Führung bekräftigte dem mongolischen Gast andererseits, dass die Volksrepublik die Unabhängigkeit der Mongolei voll respektiere, "solange diese vom mongolischen Volk gewünscht werde". GUS-Staaten: Im März wurden beim russischen Aussenministerbesuch die bilateralen Grenzabkommen zwischen Russland und China ratifiziert. Der Grenzhandel nahm im Laufe des Jahres stark zu, vor allem in den Randgebieten Ostsibiriens. Jelzins Chinabesuch im Dezember beendete den Normalisierungsprozess mit dem Neuen Russland. Was die neuen zentralasiatischen Republiken betrifft, so wünschen beide, Beijing und Moskau, weiterhin Ruhe in der Region. China braucht auch an seiner Westflanke Ruhe für seine weitere wirtschaftliche Erstarkung und akzeptiert deshalb Moskaus anhaltenden Einfluss, bis auf weiteres. China hat im übrigen 1992 die Staats- oder Regierungschefs praktisch aller neuen Republiken nach Beijing ein-, bzw vorgeladen. Das besondere Interesse Beijings gilt dabei Kasachstan, nicht zuletzt wegen dessen Rohstoffen. Südasien: Der erste Chinabesuch eines indischen Präsidenten wies auf eine weitere Verbesserung des Klimas zwischen den beiden bevölkerungsmässig grössten Nationen der Welt hin. China wünscht schon aus Gründen einer ruhigen weiteren Wirtschaftsentwicklung möglichst konfliktfreie Beziehungen entlang aller seiner langen Grenzen, auch zu Indien. Tibet ist diesbezüglich von besonderer Bedeutung, da das Hochplateau einen grossen Teil der indisch-chinesischen Grenzregion ausmacht, für Chinas internationale Stellung ein empfindliches Thema darstellt und für Chinas Machtprojektion nach Südasien und den Mittleren Osten wichtig ist. Das existierende Konfliktpotential im Tibet könnte von Indien her jederzeit geschürt werden. Beijing wünscht eine weitere Verbesserung mit Dehli, allerdings nur, sofern seine besonderen Beziehungen zu Pakistan dadurch keinen Schaden erleiden. USA: Die Diskussion um die Emeuerung der Meistbegünstigungsklausel um ein weiteres Jahr (mit Bedingungen), der Verkauf von militärischem Material an Taiwan und der Menschenrechtsdialog sorgten auch 1992 für bewegte Diskussionen zwischen Beijing und Washington. Gemeinsame Interessen (nicht nur Wirtschaftsinteressen, sondern auch Washingtons Angewiesensein, ein chinesisches Veto im UNO-Sicherheitsrat zu vermeiden) hielten jedoch die Spannungen im Rahmen. Bakers Beijingbesuch schloss die "Normalisierung" der bilateralen Beziehungen ab, die nach dem Tian Anmen Massaker eine merkliche Abkühlung erfahren hatten. Europa: wurde vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht anvisiert, um weitere Investitionen anzulocken, den Technologietransfer zu beschleunigen und die kaufkraftstarken Märkte Europas für chinesische Produkte offen zu halten. Mittlerer Osten: Chinas wachsende Nachfrage für Erdöl und die stagnierende Eigenförderung liessen die Beijinger Führung seine Mittelost-Politik spürbar reaktivieren. Da China ausserdem im mittelöstlichen Friedensprozess nicht ausgeschlossen werden möchte, wurden diplomatische Beziehungen mit Israel aufgenommen. Im 1993 dürfte China vor allem seine aussenwirtschaftlichen Interessen weiter vorantreiben wollen, gleichzeitig in politischen Fragen aber seine ureigenen Interessen gezielter zu verfolgen beginnen als bisher. Erwin Schurtenberger # China's innenpolitische Entwicklung im KJ 1992 ## Drei zentrale Ereignisse -- Dengs Aufruf: im Januar-Februar 1992 ermutigte Deng Xiaoping seine Landsleute während einer Reise in den Süden, "mit neuem Elan ihren Geist zu befreien", "die Reformen mutiger und offener anzupacken" und "reich zu werden". Er gab damit dem chinesischen Volk die "Jagd aufs Geld" wieder frei. Die wirtschaftliche Belebung erhielt in der Folge landesweit zusätzlichen Auftrieb, besonders im Süden. Zeichen wirtschaftlicher Überhitzung liessen allerdings nicht lange auf sich warten. -- Tagung des Volkskongresses: Ende März anfangs April fand die Fünfte Tagung des VII. Nationalen Volkskongresses statt, der eine Beschleunigung der Reformen und des Wirtschaftswachstums beschloss, bzw absegnete. Marktwirtschaftliche Mechanismen sollten eine grössere Beachtung finden, freilich ohne dass der Staat (lies: die Partei) dadurch das Recht, jederzeit eingreifen zu können, verlieren würde. Kurz darauf wurden die Preise für Grundnahrungsmittel freigegeben, was der Inflation erheblich Auftrieb verlieh (über $40 \%$ für Lebensmittel in den Städten, im Vorjahresvergleich). -- Parteikongress: im November fand schliesslich der XIV. Kongress der Kommunistischen Partei Chinas statt. Der XII. Kongress hatte im September 1982 die Vertiefung der Landwirtschaftsreform abgesegnet, der XIII. Kongress im Oktober 1987 die Reform in der Industrie eingeleitet. Unter dem Motto "Befreiung des Geistes und Ausrichtung auf die Praxis" verabschiedete der XIV. Kongress nun die sogenannte "sozialistische Marktwirtschaft". Der Hauptbeschluss des Kongresses von 1992 bestand darin, "an der Politik der offenen Tür und der Weiterführung der Reformen für weitere 100 Jahre festhalten zu wollen". Die Partei versprach dem Volk weitere Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen, bestand aber gleichzeitig auf Respektierung der "etablierten Ordnung"; die exklusive Kontrolle der Partei(spitze) über den Staatsapparat soll also nicht gelockert werden. ## Ergebnisse -- Chinas Anstrengungen, seine wirtschaftliche Erstarkung zu beschleunigen, zeitigten bemerkenswerte Erfolge. Je nach der gewählten Berechnungsmethode stand Chinas nationales BSP 1992 weltweit an zehnter Stelle (US\$ 360 Mrd) oder an dritter Stelle (US\$ 2400 Mrd), hinter den USA und Japan. Die Grundlagen für eine weiterhin rasches wirtschaftliches Wachstum sind solid. Die materiellen Lebensbedingungen wurden nachhaltig verbessert, insbesondere entlang der "Goldküste" von Shanghai bis Guangdong, wo das produzierte, wenn auch nicht verteilte Pro-Kopf-Einkommen rund 20 mal grösser ist als jenes in weniger entwickelten Gebieten Zentral- und Westchinas. -- Personalpolitisch segnete der Parteikongress eine Verjüngung des Ständigen Ausschusses des Politbüros ab sowie eine Verstärkung von reformfreudigen, wenn auch autoritären Delegierten im Zentralkomittee. Die Aussichten, dass damit Dengs Aufruf zu einer anhaltend raschen wirtschaftlichen Modernisierung durchgesetzt werden kann, dürften sich damit kurzfristig verbessert haben. Andererseits gibt es nach wie vor auch eine Anzahl konservativ autoritäre Vertreter sowohl im Politbüro, dem wichtigsten Exekutivgremium der Partei, als auch im Zentralkomittee. # Zahlreiche Probleme bleiben -- Zu erwähnen sind einmal das Streben der Parteispitze, gleichzeitig marktwirtschaftliche und planwirtschaftliche Ziele verwirklichen zu wollen, dann das dauernde Anpassen der Wirtschaftspolitik (unbefriedigende Transparenz und geringe Rechtssicherheit), der klanmässige Wettbewerb in der Wirtschaft, sowie die nach wie vor stark kollektive Verankerung von industriellem Eigentum. Damit wird insbesondere die "spannungsgeladene Heirat zwischen Plan und Markt" noch lange andauern. Die KP-Spitze stellt den nach westlichem Erachten unüberbrückbaren Widerspruch zwischen "exklusiver Kontrolle über alles, was wichtig ist" und "Marktwirtschaft" bekanntlich in Abrede. Sie ist überzeugt, dass sich "Kontrolle durch das Kollektiv" und "Markt" geradezu gegenseitig ergänzen. Je nach wirtschaftlicher Konjunktur sollen auch inskünftig entweder mehr marktwirtschaftliche oder mehr planwirtschaftliche Erwägungen im Vordergrund stehen. In der Praxis bedeutet dies freilich, dass der Staat je nach Bedarf (seien es Lokal- oder Zentralbehörden) auch inskünftig plötzlich einschneidende Korrekturmassnahmen ergreifen kann. Staatlicher Interventionismus wird damit ein systemimmanentes Instrument der politischen Elite bleiben. -- Dem Denken in sich ergänzenden Gegensätzen verpflichtet, werden andererseits die verschiedenen Reformen weitergeführt: - in der Preisgestaltung, wo heute die Verkaufspreise bei über $90 \%$ der Produkte/Leistungen die Herstellungskosten (plus Profit) widerspiegeln, - in der Unternehmensführung, wo die Kontrolle durch die Partei bereits begrenzte Erneuerungen erfahren hat, - im Sozialwesen, wo ein minimales Auffangnetz aufgezogen werden soll, - im Steuerwesen, wo ein wirksames System landesweit durchzusetzen sein wird. -- Der Abbau staatlicher Subventionen, die wachsende Bedeutung von Unternehmensmanagern, der zunehmende Einfluss des Marktes, die wachsende Dezentralisierung sowie die Lockerung der Staatssicherheitskontrolle werden die Macht der politischen Elite weiter einschränken. Eine breitere Abstützung der Macht über den Staatsapparat im Volk wird als Aufgabe bestehen bleiben. -- Entwicklungsmässig wird die "Quadratur des Kreises" auch in China nicht gelingen. Die chinesische Führung kann mit anderen Worten nicht gleichzeitig rasches Wirtschaftswachstum, tiefe Inflation, ausgeglichenen Staatshaushalt, Vollbeschäftigung und anderes mehr verwirklichen. Weiterer wirtschaftlicher Fortschritt wird die politische Elite zudem vor schwierige ordnungspolitische Aufgaben stellen und die bestehenden Machtstrukturen herausfordern. Die wirtschaftliche Überhitzung mit entsprechend hoher Inflation, die, wie in jedem anderen Land vor allem die ärmeren Schichten besonders hart trifft, wird zunehmend eine ernsthafte Herausforderung darstellen. Es gibt bisher keine Anzeichen dafür, dass die Beijinger Führung aus der vergleichbaren Überhitzung von 1988-89 viel gelernt hat. Neue Gesichter in Partei und Regierung sind auf jeden Fall keine Garantie dafür, dass die derzeitige Phase nicht wieder in eine Wirtschafts- und schliesslich Sozialkrise übergehen kann. Sollte die wirtschaftliche Überhitzung in der Tat wiederum eine soziale Krise auslösen und sich die Parteispitze in der Frage, wie diese am wirksamsten zu bewältigen wäre, wie 1988-89 wiederum spalten, so kann eine gravierende Entwicklung gegen Ende 1993 oder im 1994 kaum ausgeschlossen werden. # SCHWEIZERISCHE BOTSCHAFT AMBASSADE DE SUISSE in/à BEIJING ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) ## C O N F I D E N T I E L Monsieur le Secrétaire d'Etat Jakob Kellenberger DFAE - Direction politique ## EDA 5. Aug. 1993 ## ReL 5552 - Chive | | | | :-- | :-- | | | | | | | | | | Mme Zeichen Datum Ma référence Date $350.0-\mathrm{SC} / \mathrm{AC} 26.07 .1993$ 360.0 Gegenstand/Objet Rapports sur la politique intérieure et extérieure de la RP de Chine Faisant suite ma communication du 21 juillet 1993 je vous fais tenir ci-joint les rapports concernant les activités de la Chine en matière de politique intérieure d'une part, et de politique extérieure d'autre part. En ce qui concerne la Corée du Nord, il n'est pas possible, sur la base des informations que je peux recueillir à Beijing, d'établir de rapports analogues. (E. Schurtenberger) Copie avec annexes à: - DFAE, Secrétariat politique - DFAE, Division politique II
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Notes/Internal
43,757
Nr. 3377. Rheinschiffahrt
38
La Suisse envisage les mesures propres à assurer le ravitaillement alimentaire du Vorarlberg. La France serait disposée à fournir à la Suisse les denrées alimentaires correspondantes.
German
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1918-11-15
1918-11-15
7
public/xml/43000/dodis-43757.xml
Vorarlberger Frage (1919)
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Basel|Belgien|Europa|Frankreich|London|Po|Rhein|Rhone|Tirol|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich|Vorarlberg
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La questione del Vorarlberg (1919)
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La question du Vorarlberg (1919)
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The Vorarlberg question (1919)
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40,000
https://dodis.ch/43757
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"><a href="https://dodis.ch/43757" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/43757</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">CONSEIL FÉDÉRAL<br class="tei-lb" />Procès-verbal de la séance du 15 novembre 1918<span id="fnref_3_2_1_1_2_2_4" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_2_2_4">1</a></span></div> <h1 class="tei-title4 tei-title-sub">3377. <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>schiffahrt</h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline">Departement des Innern. Antrag vom ... <span class="tei-date3 tei-date">November 1918</span></div> </div> <p class="tei-p tei-p">Auf ein Schreiben des Regierungsrates des Kantons <a href="https://dodis.ch/G83" class="tei-placeName" target="">Basel</a>-Stadt vom 29. Oktober 1918<span id="fnref_3_2_1_1_4_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_4_4">2</a></span>, worin die Einleitung von Verhandlungen mit den bisherigen <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>uferstaaten und mit den in Zukunft am <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>verkehr sehr stark interessierten Staaten <a href="https://dodis.ch/G75" class="tei-placeName" target="">Belgien</a>, <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Vereinigte Staaten von Amerika</a>, <a href="https://dodis.ch/G14" class="tei-placeName" target="">England</a> und eventuell <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> zum Zwecke der Neuregelung der internationalen, die <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>schiffahrt betreffenden Fragen angeregt wird, beschliesst der Bundesrat nach Antrag des Departements des Innern folgende Antwort zu erlassen:</p> <p class="tei-p tei-p">«An den Regierungsrat des Kantons <span class="tei-emph tei-emph"><a href="https://dodis.ch/G83" class="tei-placeName" target="">Basel</a>-Stadt.</span></p> <p class="tei-p tei-p">Getreue, liebe Eidgenossen,</p> <p class="tei-p tei-p">In Beantwortung Ihrer Zuschrift vom 29. Oktober 1918 teilen wir Ihnen mit, dass die Frage der freien Schiffahrt auf dem <span class="tei-emph tei-emph"><a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a></span> vom <a href="https://dodis.ch/G10890" class="tei-placeName" target="">Po</a>litischen Departement und vom Departement des Innern mit grösster Aufmerksamkeit geprüft wird. Mit grossem Interesse nahmen wir Kenntnis von Ihren Wünschen; mit Ihnen stehen wir unter dem Eindruck, dass der Zeitpunkt, diesbezüglich mit den Uferstaaten in Unterhandlungen zu treten, bald gekommen sein wird.</p> <p class="tei-p tei-p">Wir fassen die Möglichkeit ins Auge, der Friedenskonferenz oder allen beteiligten Staaten eine allgemeine Denkschrift<span id="fnref_3_2_1_1_8_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_8_2">3</a></span> zu unterbreiten, in der wir den schweizerischen Standpunkt und die Rechte auf freie <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>-Schiffahrt, die wir glauben beanspruchen zu dürfen, auseinandersetzen würden.</p> <p class="tei-p tei-p">Da Herr Präsident <a href="https://dodis.ch/P1073" class="tei-persName" target="">Wilson</a> das Recht aller Länder auf einen freien Zugang zum Meer anerkannt hat, haben wir unserm Gesandten in Washington eine ausführliche Denkschrift<span id="fnref_3_2_1_1_9_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_9_4">4</a></span> übergeben, mit dem Aufträge, die erste günstige Gelegenheit zu benützen, um sie der Regierung der Vereinigten Staaten vorzulegen und sie zu bitten, anlässlich der Friedensverhandlungen die Interessen der Schweiz zu vertreten.</p> <p class="tei-p tei-p">Wir haben ebenfalls durch unsern Gesandten der Niederländischen Regierung eine Abschrift unserer Note an die Deutsche Regierung vom 9. Oktober zustellen lassen.</p> <p class="tei-p tei-p">Es scheint noch verfrüht, jetzt an das Zusammentreten einer internationalen Konferenz zu denken; man muss damit warten, bis die politische Lage etwas besser abgeklärt sein wird.</p> <p class="tei-p tei-p">Inzwischen bildet die Frage des Zugangs der Schweiz zum Meere durch den <a href="https://dodis.ch/G961" class="tei-placeName" target="">Rhein</a>, die <a href="https://dodis.ch/G1041" class="tei-placeName" target="">Rhone</a> und den <a href="https://dodis.ch/G10890" class="tei-placeName" target="">Po</a> einen Teil des Programms der nach dem Kriege zu lösenden Probleme, die gegenwärtig von der vom Bundesrat gewählten beratenden Kommission studiert werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Sie können auf alle Fälle versichert sein, dass wir uns vollkommen Rechenschaft geben von der grossen Bedeutung, welche diese Frage für die wirtschaftliche und politische Zukunft der Schweiz hat.</p> <p class="tei-p tei-p">Wir benützen auch diesen Anlass, Sie, getreue, liebe Eidgenossen, samt uns in Gottes Machtschutz zu empfehlen.»</p> <p class="tei-p tei-p">3408. Lebensmittelversorgung des <a href="https://dodis.ch/G373" class="tei-placeName" target="">Vorarlberg</a></p> <p class="tei-p tei-p"><a href="https://dodis.ch/G10890" class="tei-placeName" target="">Po</a>litisches Departement. Mündlich</p> <p class="tei-p tei-p">Im <a href="https://dodis.ch/G373" class="tei-placeName" target="">Vorarlberg</a> wird in den nächsten Tagen eine Hungersnot ausbrechen.</p> <p class="tei-p tei-p">In der Besprechung, die vor einigen Tagen stattgefunden hat, hat der französische Botschafter erklärt, <a href="https://dodis.ch/G13" class="tei-placeName" target="">Frankreich</a> sei damit einverstanden, der Schweiz die Lebensmittel zu ersetzen, welche die Schweiz dem <a href="https://dodis.ch/G373" class="tei-placeName" target="">Vorarlberg</a> abgeben werde; es müsse aber noch die Einwilligung von <a href="https://dodis.ch/G55" class="tei-placeName" target="">London</a> vorliegen. Daraufhin erfolgte der Einmarsch deutscher Truppen ins <a href="https://dodis.ch/G372" class="tei-placeName" target="">Tirol</a>, was zur Folge hatte, dass seitens der Entente nichts mehr geschah. Nun aber scheint die Situation in der Weise sich zu ändern, dass die Entente ganz <a href="https://dodis.ch/G12" class="tei-placeName" target="">Europa</a> mit Lebensmitteln versorgen will. Es erscheint daher angezeigt, dass der Direktor des Ernährungsamtes, Herr <a href="https://dodis.ch/P24605" class="tei-persName" target="">von Goumoëns</a>, persönlich auf der französischen Botschaft vorspricht, die Situation von <a href="https://dodis.ch/G373" class="tei-placeName" target="">Vorarlberg</a> darlegt und erklärt, dass die Schweiz aus rein humanitären Gründen geneigt wäre, dem <a href="https://dodis.ch/G373" class="tei-placeName" target="">Vorarlberg</a> mit Lebensmitteln zu Hülfe zu kommen, insofern die Entente ihre Zustimmung erkläre<span id="fnref_3_2_1_1_18_18" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_18_18">5</a></span>. Wird die Zustimmung erteilt, so ist die Direktion des Ernährungsamtes ermächtigt, 10-20 Wagen Getreide an <a href="https://dodis.ch/G373" class="tei-placeName" target="">Vorarlberg</a> zu liefern; andernfalls wird sie dem Bundesrate wiederum Bericht erstatten.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_2_2_4"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 1004 1/269</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_2_2_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_4_4"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Cf. <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 1001 1/</span> EDI 1918.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_4_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_8_2"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Cf. n<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 129, chiffres 18, 20.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_8_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_9_4"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Cf. la lettre de <a href="https://dodis.ch/P333" class="tei-persName" target="">Calonder</a> à <a href="https://dodis.ch/P984" class="tei-persName" target="">Sulzer</a> du 27 septembre 1918 <span class="tei-orig tei-orig">(<span class="tei-idno tei-idno">E 2200</span> Washington 10 / 1918 dossier 18);</span> cf. aussi n<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 85, note 3.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_9_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_18_18"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Cf. n<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 18.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_18_18">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
43000-43999/dodis-43757.pdf
Departement des Innern. Antrag vom ...... November 1918. Rheinschiffahrt. 3377. Auf ein Schreiben des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt vom 29. Oktober 1918, worin die Einleitung von Verhandlungen mit den bisherigen Rheinuferstaaten und mit den in Zukunft am Rheinverkehr sehr stark interessierten Staaten Belgien, Vereinigte Staaten von Amerika, England und eventuell Frankreich zum Zwecke der Neuregelung der internationalen, die Rheinschiffahrt betreffenden Fragen angeregt wird, beschliesst der Bundesrat nach Antrag des Departements des Innern folgende Antwort zu erlassen: "An den Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt. Getreue, liebe Eidgenossen, In Beantwortung Ihrer Zuschrift vom 29. Oktober 1918 teilen wir Ihnen mit, dass die Frage der freien Schiffahrt auf dem R h e i n vom Politischen Departement und vom Departement des Innern mit grösster Aufmerksamkeit geprüft wird. Mit grossem Interesse nahmen wir Kenntnis von Ihren Wünschen; mit Ihnen stehen wir unter dem Eindruck, dass der Zeitpunkt, diesbezüglich mit den Uferstaaten in Unterhandlungen zu treten, bald gekommen sein wird. Wir fassen die Möglichkeit ins Auge, der Friedenskonferenz oder allen beteiligten Staaten eine allgemeine Denkschrift zu unterbreiten, in der wir den schweizerischen Standpunkt und die Rechte auf freie RheinSchiffahrt, die wir glauben beanspruchen zu dürfen, auseinandersetzen würden. Da Herr Präsident Wilson das Recht aller Länder auf einen freien Zugang zum Meer anerkannt hat, haben wir unserm Gesandten in Washington eine ausführliche Denkschrift übergeben, mit dem Auftrage, die erste günstige Gelegenheit zu benützen, um sie der Regierung der Vereinigten Staaten vorzulegen und sie zu bitten, anlässlich der Friedensverhandlungen die Interessen der Schweiz zu vertreten. Wir haben ebenfalls durch unsern Gesandten der Niederländischen Regierung eine Abschrift unserer Note an die Deutsche Regierung vom 9. Oktober zustellen lassen. Es scheint noch verfrüht, jetzt an das Zusammentreten einer internationalen Konferenz zu denken; man muss damit warten, bis diépolitische Lage etwas besser abgeklärt sein wird. Inzwischen bildet die Frage, des Zugangs der Schweiz zum Meere durch den Rhein, die Rhone und den Po einen Teil des Programms der nach dem Kriege zú lösenden Probleme, die gegenwärtig von der vom Bundesrat gewählten beratenden Kommission studiert werden. Sie können auf alle Fälle versichert sein, dass wir uns vollkommen Rechenschaft geben von der grossen Bedeutung, welche diese Frage für die wirtschaftliche und politische Zukunft der Schweiz hat. Wir benützen auch diesen Anlass, Sie, getreue, liebe Eidgenossen, samt uns in Gottes Mschtschutz zu empfehlen. Bundesrat." An Basel-Stadt, Regierung. Protokollauszug ans Departement des Innern (Wasserwirtschaft) und ans politische Departement (Auswärtiges) zur Kenntnis.
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``` Departement dee Innern. Antrag vom November 1918. Rheinschiffahrt., 3377. Auf ein Schreiben des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt vom 29. Oktober 1918, worin die Einleitung von Verhandlungen mit den bishe rigen Rheinuferstaaten und mit den in Zukunft am Rheinverkehr Behr stark interessierten Staaten Belgien, Vereinigte Staaten von /ynerika, England und eventuell Frankreich zum Zwecke der Neuregelung der internationalen, die Rheinschiffahrt betreffenden Fragen angeregt wird, beschliesst der Bundesrat nach Antrag des Departements des Innern folgende Antwort zu erlassen: "An den Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt. Getreue, liebe Eidgenossen, In Beantwortung Ihrer Zuschrift vom 29.Oktober 1918 teilen wir Ih nen mit, dass die Frage der freien Schiffahrt auf dem R h e i n vom Politischen Departement und vom Departement des Innern mit grösster Auf merksamkeit geprüft wird. Mit grossem Interesse nahmen wir Kenntnis von Ihren Wünschen; mit Ihnen stehen wir unter dem Eindruck, dass der Zeit punkt, di esbezüglich mit den Uferstaaten in Unterhandlungen zu treten bald gekommen sein wird. Wir fassen die Möglichkeit ins Auge, der Friedenskonferenz oder al len beteiligten Staaten eine allgemeine Denkschrift zu unterbreiten, in der wir den schweizerischen Standpunkt und die Rechte auf freie Rhein Schiffahrt, die wir glauben beanspruchen zu dürfen, auseinandersetzen würden. Da Herr Präsident Wilson das Recht aller Länder auf einen freien Zugang zum Meer anerkannt hat, haben wir unserm Gesandten injtöashington eine ausführliche Denkschrift übergeben, mit dem Auftrage, die erste günstige Gelegenheit zu benützen, um sie der Regierung der Vereinigten Staaten vorzulegen und sie zu bitten, anlässlich der Friedensverhandlun gen die Interessen der Schweiz zu vertreten. Wir haben eben£$lls durch uneern Gesandten der Niederländischen Re gierung eine Abschrift unserer Note an die Deutsche Regierung vom 9. Oktober zustellen lassen. ``` ``` Es scheint noch verfrüht, jetzt an das Zusammentreten einer inter nationalen Konferenz zu denken; man nuss damit warten, bis die^oliti sche Lage etwas besser abgeklärt sein wird. Inzwischen bildet die Fragendes Zugangs der Schweiz zum Meere durch den Rhein, die Rhone und den Po einen Teil des Programms der nach dem Kriege zu lösenden Probleme, die gegenwärtig von der vom Bundesrat gewählten beratenden Kommission studiert werden. Sie können auf alle Fälle versichert sein, dass wir uns vollkommen Rechenschaft geben von der grossen Bedeutung, welche diese F ra ge für die wirtschaftliche und politische Zukunft der Schweiz hat. Wir benützen auch diesen Anlass, Sie, getreue, liebe Eidgenossen, samt une in Gottes Machtschutz zu empfehlen. Bundesrat." An Basel-Stadt, Regierung. Protokollauszug ans Departement des Innern (Wasserwirtschaft) und ans politische Departement (Auswärtiges) zur Kenntnis. ```
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GovDecisions
39,755
Le Japon: force et faiblesses
42
Pays sans ambition politique, le Japon subit le contrecoup de son développement économique particulièrement rapide, notamment dans le domaine des matières premières où il est devenu vulnérable à leur raréfaction et à l'augmentation des prix.
French
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1974-06-05
1974-06-05
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Japan (Wirtschaft)
Japan (Politik)
Tokio
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Afrika|Alaska|Arabische Staaten|Australien|Beijing|Industrieländer|Irak|Japan|Kanada|Nigeria|Nordsee|Pazifischer Ozean|Saudi-Arabien|Sibirien|Taiwan|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Westen
EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
Europäische Union|Japan/Aussenministerium|Japan/Faire Trade Commission|Japan/Finanzministerium|Japan/Landwirtschaftsministerium|Japan/Ministerium für internationalen Handel und Industrie|Japan/Parlament|Japan/Regierung|Japan/Staat|UNO/Sicherheitsrat
Schweizerische Botschaft in Tokio
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Jolles Paul Rudolf
Maillard André
Fukuda Takeo|Tanaka Kakuei
Maillard André
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Giappone (Economia)
Giappone (Politica)
Tokyo
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Africa|Alaska|Arabia Saudita|Australia|Beijing|Canada|Giappone|Iraq|Mare del Nord|Nigeria|Occidente|Pacifico|Paesi industrializzati|Siberia|Stati Uniti d'America (USA)|Táiwān
DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna
Giappone/Governo|Giappone/Ministero degli Affari esteri|Giappone/Ministero dell'Agricoltura|Giappone/Ministero dell'economia, del commercio e dell'industria|Giappone/Ministero delle finanze|Giappone/Parlamento|Giappone/Stato|Japan/Faire Trade Commission|ONU/Consiglio di sicurezza|Unione europea
Ambasciata svizzera a Tokio
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Jolles Paul Rudolf
Maillard André
Fukuda Takeo|Tanaka Kakuei
Maillard André
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Japon (Economie)
Japon (Politique)
Tokyo
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Afrique|Alaska|Arabie saoudite|Australie|Beijing|Canada|États-Unis d'Amérique (USA)|Irak|Japon|Mer du Nord|Nigeria|Occident|Océan Pacifique|Pays arabes|Pays industriels|Sibérie|Taïwan
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures
Japan/Faire Trade Commission|Japon/Etat|Japon/Gouvernement|Japon/Ministère de l'agriculture|Japon/Ministère de l'économie, du commerce et de l'industrie|Japon/Ministère des affaires étrangères|Japon/Ministère des finances|Japon/Parlement|ONU/Conseil de sécurité|Union Européenne
Ambassade de Suisse à Tokyo
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Jolles Paul Rudolf
Maillard André
Fukuda Takeo|Tanaka Kakuei
Maillard André
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Japan (Economy)
Japan (Politics)
Tokyo
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Africa|Alaska|Arab states|Australia|Beijing|Canada|Developed countries|Iraq|Nigeria|Nippon|North Sea|Pacifique (Océan)|Saudi Arabia|Táiwān|The West|United States of America (USA)
FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs
European Union|Japan/Faire Trade Commission|Japan/Government|Japan/Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries|Japan/Ministry of Economy, Trade and Industry|Japan/Ministry of External Affairs|Japan/Ministry of Finance|Japan/Parliament|UN/Security Council
Swiss Embassy in Tokyo
null
Jolles Paul Rudolf
Maillard André
Fukuda Takeo|Tanaka Kakuei
Maillard André
null
35,000
https://dodis.ch/39755
Bericht
French, Bericht, Maillard André
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39000-39999/dodis-39755.pdf
# R 6 s u m 6 Pays sans ambition politique, la Japon a beaucoup de soucis au plan économique: l'intensité de son développement lui a donné des problèmes d'environnement particulièrement sérieux, et sa voracité en produits primaires de toutes sortes, aussi bien alimentaires que minéraux, l'a rendu particulièrement vulnérable à la rarefaction de l'offre et aux hausses de prix décrétées par les producteurs. Un ralentissement de la croissance économique est nécessaire aussi bien pour soulager l'environnement que pour alléger un peu la dépendance envers les producteurs de produits primaires. La hausse des coûts intérieurs devra d'ailleurs être maîtrisée, et de nouvelles orientations devront être données à l'investissement industriel. Au plan extérieur, la diplomatie japonaise, dont le seul but, depuis la guerre, fut l'accession à l'égalité avec les pays les plus développés de l'Occident, se voit maintenant confrontée à une nouvelle tâche qu'elle nomme "diplomatie des ressources naturelles". Elle devra cultiver de bonnes relations avec des pays que, jusqu'à maintenant, elle ignorait, diversifier les sources d'approvisionnement, essayer de maintenir ouvert l'accès aux fournisseurs. La nouveauté des problèmes a amené les dirigeants japonais, comme d'autres dirigeants réputés conservateurs dans le monde, à mettre l'accent sur la nécessité du changement. Mais leur attention reste presque entièrement concentrée sur les problèmes économiques. ## In t r o du c t i o n "Changement" est le mot d'ordre actuel du gouvernement japonais, aussi bien que d'autres gouvernements dits "conservateurs" dans nombre de pays industriels. A l'inauguration de la présente session de la Diète, le 21 janvier dernier, le Premier Ministre Tanaka déclarait, dans son discours-programme: "En devenant une nation industrielle de pointe, nous avons assuré notre position internationale. ... Et cependant, comme d'autres puissances industrielles, nous nous trouvons confrontés à de nombreux problèmes de contradictions internes et de déséquilibres qui ont soudainement capté notre attention. Les plus sérieux parmi eux sont les prix, la pollution et l'énergie. ... C'est à cause de ces problèmes que les gens sont inquiets et impatients. ... En vue de les résoudre, j'ai l'intention de prendre des initiatives hardies pour changer notre manière de penser et mettre en oeuvre des politiques énergiques, sans me laisser entraver par ce qui s'est fait dans le passé, en reconsidérant ce qui doit être reconsidéré et en changeant humblement ce qui doit être changé." Ce texte est dense. Pour en bien comprendre la portée, il faut tenter de passer en revue les problèmes auxquels le Japon fait face actuellement. # Les inconvénients du succès Comme chacun sait, aucun pays n'a, depuis la dernière guerre, poursuivi une politique de croissance avec autant de détermination concentrée (single-mindedness) et de succès que le Japon. Pour l'Etat, aucune préoccupation de sécurité extérieure ou d'accès aux matières premières et sources d'énergie, pas d'attachement excessif au passé (ou plutôt au dépassé), une influence étendue sur les entreprises, une attention éclectique aux exemples étrangers. Chez les entreprises, une vive émulation (mot peut-être plus juste que "concurrence" au Japon) et une ouverture aux innovations renforcée par l'aseurance que le gouvernement et le monde des affaires, s'ils ont été dûment consultés à l'avance, ne vous laisseront pas tomber en cas de difficultés. Chez l'individu, un haut niveau d'éducation, une vie centrée sur le travail, la minutie dans le travail, le sens de la discipline, le dévouement à l'entreprise qui prend soin de vous, l'absence d'hostilité aux innovations grâce à la sécurité de l'emploi. C'est ce qui a donné au Japon, ces dix ou quinze dernières années, un taux de croissance de plus de $10 \%$. Succès sans précédent qui assura au Japon ce qu'il avait vainement cherché précėdemment par une politique d'expansion militaire: l'entrée à part entière dans le "club" des nations les plus développées, voire l'accession au groupe des trois puissances économiques à qui revient maintenant, dans le monde "capitaliste", le leadership exercé autrefois par les Etats-Unis seuls. Ce succès, malheureusement, portait en lui des inconvénients sérieux. Les plus évidents sont une détérioration rapide de l'environnement et une dépendance croissante à l'égard de l'extérieur pour son approvisionnement en matières premières et sources d'énergie, précisément au moment où les vendeurs de ces produits commençaient à dominer les marchés et à imposer leurs prix. Mais il semble qu'il faille ajouter la montée persistante des exigences de bien-être alors même que la croissance devient plus difficile, et l'inflation qui en résulte. La même chose, certes, est arrivée à toutes les nations industrielles, mais pas avec la même intensité. Le Japon, par exemple, a de loin le produit brut le plus élevé dans le monde oar unité de surface, d'où une pollution particulièrement élevée, et ses besoins d'importation de produits cruciaux, comme le pétrole et les produits alimentaires, sont plus élevés que ceux de tout autre grand pays. (En volume absolu, le Japon est le plus grand importateur mondial de pétrole et de produits alimentaires, du moins si l'on ne considère pas la C.E.E. comme une unité, bien entendu). En termes concrets, le Japon se trouve donc confronté aux problèmes suivants: - arrêter la dégradation de l'environnement et améliorer la qualité de la vie; - se protéger autant que possible contre tout arrêt ou diminution des courants d'approvisionnement en produits primaires essentiels; - corriger les effets extérieurs de l'évolution des marchés de produits primaires, où les termes de l'échange paraissent évoluer en défaveur des produits industriels. Comment concilier les objectifs? Ces objectifs, malheureusement, ne sont pas tous compatibles. C'est pourquoi, avant d'arriver à une stratégie d'ensemble, il faut passer en revue les moyens disponibles pour chaque objectif. Pour lutter contre la dégradation de l'environnement, le gouvernement peut viser, soit à diminuer les effets polluants de certaines activités, soit à diminuer ces activités elles-mêmes (éventuellement au profit d'autres activités, moins polluantes). Ces efforts comportent, du point de vue économique, les risques suivants: - augmenter les coûts de production et, du même coup, réduire la capacité de concurrence internationale de certaines industries, au moment même où l'équilibre extérieur est compromis; - forcer nombre d'industries à investir à l'étranger et, du même coup, faire apparaître tous les problèmes liés aux investissements extérieurs. La poursuite du second objectif (sécurité de l'approvisionnement en produits primaires) est beaucoup plus complexe. Il faut commencer par faire une distinction: Dans le secteur alimentaire, le Japon est lui-même producteur, et son premier effort sera de maximiser sa propre production, ce qui ne manquera pas d'ailleurs de faire monter sensiblement les prix. En ce qui concerne les autres produits primaires, que le Japon ne peut tirer que de l'extérieur, sa situation actuelle diffère à la fois de l'époque coloniale, pendant laquelle les produits primaires étaient aussi considérés comme rares, mais les pays industriels pouvaient utiliser leur puissance pour assurer les livraisons, st de l'époque de Bretton Woods, pendant laquelle les acheteurs de produits primaires pouvaient parler de haut aux vendeurs et les Etats-Unis garantissaient la stabilité des échanges et des paiements. Le Japon, pays sans puissance militaire d'intervention extérieure et sans intention de s'en donner une, se trouve désormais en position d'infériorité devant les pays qui peuvent lui livrer des produits primaires essentiels et dont il voudrait obtenir des garanties de livraisons régulières. Il peut payer, certes, mais il n'est pas le seul, et même l'usage de la puissance financière risque de provoquer des ressentiments. Le problème est donc à la fois difficile et moins économique que politique. Il appelle ce que les Japonais nomment une "diplomatie des ressources naturelles", qui mérite d'être traitée à part. (Voir plus bas). Quant au problème de l'équilibre extérieur, on ne saurait dire qu'il soit nouveau pour le Japon. Il y a peu d'années seulement que celui-ci s'est trouvé chroniquement en excédent extérieur. Mais il est nouveau aujourd'hui que sa position de concurrence semble s'affaiblir face aux autres pays industriels. (Et cela arrive au moment même où les termes de l'échange semblent se détériorer face aux pays producteurs de produits primaires). Les coûts salariaux ont augmenté plus vite que la productivité ces dernières années (depuis 1968 peut-être), la lutte contre la pollution a imposé toutes sortes de contraintes, et maintenant les cours des matières premières montent en flèche (peut-être pas à court terme, mais bien à long terme, semble-t-il). Ce dernier facteur, certes, échappe au contrôle des autorités japonaises, mais non pas les premiers. Voilà pourquoi celles-ci s'inquiètent de plus en plus des hausses de salaires excessives ( $30 \%$ récemment) obtenues par les syndicats. # La "diplomatie des ressources naturelles" Avec le problème des ressources naturelles, la diplomatie japonaise se trouve confrontée à une tâche nouvelle qui ne peut plus être résolue dans le sillage des Etats-Unis (eux-mêmes producteurs de certains produits primaires), mais qui appelle des initiatives indépendantes et risque parfois de causer des dissensions avec le grand allié d'outre-Pacifique. I Comme toute diplomatie, celle-ci commence dans le pays même: la première chose à faire, c'est de réduire les besoins du Japon en produits primaires. Cela déjà n'est pas une petite affaire, si l'on songe que, depuis pas mal d'années, le Japon a accaparé une part croissante des produits primaires mis sur les marchés mondiaux. En continuant ainsi, le Japon ne manquerait pas de provoquer des ressentiments, notamment dans les pays qui ne disposent pas de moyens financiers équivalents. Le gouvernement japonais a donc décidé que la part du Japon dans les importations mondiales de pétrole et autres produits primaires ne devrait plus augmenter. (C'est d'ailleurs un objectif fort ambitieux, si l'on se rappelle qu'au cours des dix ou quinze dernières années la consommation d'énergie du Joj on a augmenté de quelque $20 \%$ par année, alors que la moyenne mondiale était de $7-8 \%$ ). Pour y arriver, le moyen essentiel est de ralentir la croissance. Le seul point de divergence qui subsiste entre diverses personnalités japonaises (le Premier Ministre et le Ministre des Finances notamment) est sur la question de savoir si la croissance doit, pour cela, être ramenée au niveau moyen des autres pays, ou si elle pourrait rester légèrement supérieure à la moyenne (de $1 \%$, dit M. Tanaka), grâce notamment à un usage plus parcimonieux de l'énergie et au poids croissant d'industries moins voraces d'énergie. (Voir ci-dessous: Politique industrielle). Ceci pose, que faut-il faire ensuite? Tout d'abord, il semble que, puisque les pays acheteurs sont maintenant dans une relation de dépendance (c'est-à-dire d'infériorité) face aux producteurs de produits primaires, il faut essayer de rendre la dépendance moins aiguë en la fragmentant, en diversifiant les sources d'approvisionnement. On cherchera à créer de nouvelles sources d'approvisionnement en assurant le financement nécessaire. C'est pourquoi le Japon offre de participer à l'exploitation des ressources en pétrole de la Mer du Nord, de l'Alaska et de la Sibérie. Mais on ne lui ouvre pas facilement les bras. Même en Sibérie, où les Japonais ne semblent pas avoir des concurrents sérieux, les négociations n'avancent guère. Pour d'autres produits, le Japon se heurte à ce qu'il appelle le "nationalisme des ressources", qui grandit dans de nombreux pays (notamment en Australie et au Canada). En matière alimentaire également, les missions envoyées dans le monde à la fin de l'année dernière ne sont pas revenues avec des conclusions encourageantes. L'idée de projets agricoles captifs, c'est-à-dire dont la production serait réservée au Japon, source de financement, paraît tentante au premier abord, mais quel pays les accueillera volontiers, aussi longtemps que ses propres besoins ne seront pas satisfaits? Or, les pays qui ne souffrent pas d'un déficit alimentaire sont actuellement rares dans le monde, inexistants en Asie. La diversification s'avère donc extrêmement difficile.; En outre, les problèmes de produits primaires prennent de plus en plus une coloration politique. Comment s'en étonner? Les pays producteurs de pétrole et quelques autres se voient déjà en possession de sommes tellement énormes que leur placement sera très difficile. Ils seraient bien sots d'utiliser leur pouvoir pour obtenir davantage d'argent, alors que d'autres problèmes leur tiennent plus à coeur. Sachant cela, les pays consommateurs ne peuvent qu'être tentés de leur faire des concessions politiques. C'est ce que le Japon a fait l'automne dernier vis-à-vis des Arabes, en adoptant soudain leur interprétation de la résolution no. 242 du Conseil de Sécurité des Nations Unies. Dans d'autres cas, ce sont les projets de développement euxmêmes qui prennent une coloration politique, comme lorsqu'il s'agit du développement de la Sibérie. Or, le Japon veut maintenir une certaine "équidistance" à l'égard des deux grands pays communistes. Il a donc été amené à conclure avec Pêkin un accord aérien peu rentable qui risquait d'entraîner et a causé en effet une rupture des liaisons avec Taiwan qui, elle, sera trèa coûteuse. La "diplomatie des ressources naturelles" s'est traduite ainsi par une décision désastreuse du point de vue économique, ce qui est nouveau dans le cas du Japon. Autre aspect nouveau: la diplomatie japonaise prend une dimension nouvelle, car des pays auxquels, autrefois, elle prêtait à peine attention, sont soudain devenus extrêmement importants pour elle. Elle ignorait complètement tout se qui n'était pas les pays les plus développés. Souvent obséquieux à l'égard des Occidentaux, les Japonais étaient dédaigneux notamment envers leurs voisins asiatiques. Quant aux Arabes et aux Africains, ils étaient complètement négligés. Aujourd'hui, l'Arabie Saoudite, l'Irak, le Nigeria ont droit à des égards appuyés. Or, beaucoup de pays producteurs de produits primaires sont aussi des pays qui ont besoin d'assistance pour leur développement. D'où la tentation très forte de remettre l'aide à l'étranger au service des intérêts nationaux, d'aider de préférence les pays fournisseurs de produits essentiels, de lier de nouveau l'aide. Cette tentation semble avoir été particulièrement forte au Ministère des Finances, qui, à un moment donné, semblait dire que le Japon ne pouvait plus se permettre une aide désintéressée, mais le Ministère des affaires étrangères résista vivement. Aussi la doctrine officielle n'a-t-elle pas changé pour l'instant. Du reste, elle survivra peut-être, et cela pour des raisons d'ordre général. Lier l'aide, c'est tendre vers le bilatéralisme. Or, le bilatéralisme ne serait pas à l'avantage du Japon, qui ne disposerait pas d'atouts aussi forts que d'autres pays. # La politique économique Il n'en reste pas moins que la diplomatie des ressources naturelles ne saurait réussir sans une politique économique générale appropriée. En quoi celle-ci consistera-t-elle? En premier lieu, la croissance doit être ralentie. Cela est nécessaire pour que le Japon reste un élément d'harmonie internationale et qu'il puisse se donner a nouveau un meilleur environnement. Chez certains, la répudiation de la croissance à tout prix prend même l'allure d'une conversion morale. Par exemple, le Ministre des Finances Fukuda déclarait en janvier à la Diète que "nous devons enterrer une époque pendant laquelle la matière, l'argent et le bien-être individuel dominaient" la vie des Japonais. Chez d'autres, ce n'est qu'une nécessité pratique. Dans l'ensemble, la conversion semble sincère, bien que, chez certains hommes d'affaires, le ralentissement de la croissance semble bon surtout pour les autres. Il faut se rendre compte cependant qu'il posera des problèmes difficiles. Les investissements passés doivent être amortis. Les hausses de salaires spectaculaires accordées récemment appellent de nouveaux investissements visant à relancer les progrès de la productivité. Il paraît donc indispensable d'atténuer la pression des salaires, de modérer l'aspiration générale à une plus grande aisance. Une "politique des revenus" paraît également souhaitable pour l'équilibre des finances extérieures. En restreignant la demande, on atténue les effets de la détérioration des termes de l'échange et peut-être l'ampleur de cette détérioration ellemême. En outre, on incite les producteurs à chercher des marchés à l'extérieur et, en diminuant leurs coûts, on augmente leur capacité de concurrence. Cependant, les exemples étrangers de "politique des revenus" ne sont guère encourageants et il est encore douteux que les syndicats, dominés par les partis de gauche, acceptent de coopérer avec le parti gouvernemental de droite ... D'autre part, il est intéressant d'observer que la rarefaction relative de certains produits par rapport à la demande ne produit pas des effets seulement au plan international, mais également sur le marché intérieur. La simple répercussion sur les consommateurs des hausses de prix des produits primaires aurait des effets inflationnistes si, en même temps, la masse salariale augmentait autant que le produit national. Mais il y a plus: les vendeurs se sentent plus forts face aux consommateurs, ce qui accroît les dangers de collusion entre eux. C'est pourquoi la "Fair Trade Commission", chargée de la lutte contre les monopoles, se sent revivre actuellement, et demande des pouvoirs accrus. Les grandes affaires sont peut-être toujours contre elle, mais le grand public est avec elle, et le gouvernement ne peut pas ne pas en tenir compte. Elle obtiendra peut-être gain de cause. En revanche, une nouvelle politique industrielle est déjà en voie d'exécution, commandée surtout par le souci de la qualité de la vie. Désormais, le choix des industries méritant appui gouvernemental n'est plus fait seulement en fonction de critères favorables à une croissance rapide (elasticité-revenus de la demande, taux de croissance de la productivité), mais également en fonction des effets produits sur l'environnement et du degré de satisfaction que les ouvriers tireront de leur travail. Ces critères dirigent vers les industries incorporant un haut niveau de connaissances (knowledge-intensive industries): industries fondées sur une intense "recherche et développement", industries comportant des montages très compliqués, industries visant le goût, industries liées à l'information et à l'éducation, etc. Que cette politique ne reste pas lettre morte, la population s'en chargera: déjà, elle s'oppose énergiquement et efficacement à de nombreux projets industriels qui lui paraissent contraires à la qualité de la vie, à tel point qu'il est devenu extrêmement difficile, au Japon, de trouver des sites industriels. Mais cet état d'esprit n'aura pas pour seule conséquence d'inciter l'industrie japonaise à une reconversion, elle l'obligera également à pousser ses irvestissements à l'étranger. Mais alors, qu'adviendra-t-il de l'équilibre extérieur? Sans aucun doute, rétablir et maintenir celui-ci exigera, au moins dans l'immédiat, un effort conscient. Une campagne d'exportations (export drive)? Dans la mesure où il faut entendre par. là l'octroi aux exportateurs d'avantages spéciaux tels que des crédits à des taux préférentiels, etc., les autorités japonaises affirment qu'elles n'y recourront plus, et l'on peut les croire sur parole dans la mesure où le Japon a besoin de pouvoir travailler dans un cadre extérieur exempt de frictions. En revanche, l'affaiblissement de la demande intérieure entraîne toujours un effort accru d'exportation. D'autre part, personne n'objectera à un ralentissement des investissements directs japonais à l'extérieur, et c'est pourquoi le Ministère des Finances d'écouragera désormais ceux qui ne correspondent pas à une nécessité telle que l'exploitation de ressources naturelles à l'étranger ou la diminution de la pollution au Japon. En outre, vous savez que certaines mesures de contrôle des changes ont déjà été rétablies. Quoi qu'il en soit, une imbrication croissante entre l'économie japonaise et le reste du monde est inévitable. Elle l'est d'ailleurs dans les deux sens, puisque les investissements étrangers au Japon sont sur le point d'être quasi entièrement libérés. C'est pourquoi le Japon, dépourvu de puissance autre que financière, devra s'efforcer de plus en plus d'éviter toute friction. Déjà, il se considère comme le champion le plus constant d'un ordre libéral, du moins parmi les grandes puissances. Les exportations seront freinées là où ce sera nécessaire. Les organisations économiques ont déjà promulgué un code de bonne conduite pour les entreprises à l'étranger, mais le Ministère du Commerce International et de l'Industrie envisage d'édicter des règles encore plus précises: avant tout, il s'agit d'éviter tout conflit avec les intérêts nationaux du pays d'accueil. Dans le secteur agricole, par exemple, le Ministère de l'Agriculture a précisé qu'il ne cherchera pas à lancer des projets captifs dans des pays qui n'ont pas encore surmonté leur déficit alimentaire. Malheureusement, le Japon observe avec inquiétude un nationalisme croissant des pays détenteurs de ressources naturelles. C'est pourquoi il se soucie de plus en plus des moyens d'empêcher désormais une multiplication des restrictions à l'exportation. Les chances du Japon dans la nouvelle phase de son histoire économique De profonds changements sont donc en cours. Désormais, si l'on peut parler encore d'un "miracle japonais", il ne s'agira plus d'un miracle de croissance, mais d'un miracle de reconversion à de nouveaux objectifs. Quelles chances le Japon a-t-il de réaliser ce nouveau miracle? A cet égard, il faut remarquer d'abord que les succès passés du Japon s'expliquent presque uniquement par les qualités humaines de ce peuple, que ces qualités subsistent, bien que certaines aient peut-être été légèrement affaiblies par la prospérité, et qu'un bon nombre d'entre elles peuvent servir les nouveaux objectifs de la politique générale aussi bien que les précédents. Reste à savoir s'ils sauront modérer leur aspiration à un niveau de vie matériel plus élevé. Le Ministre des Finances les y a invités dans son discours-programme du 21 janvier dernier et en diverses autres occasions: Mais peut-on attendre de tout un peuple qu'il se reconvertisse à la simplicité? Au niveau des entreprises, ce qui a fait leur force dans le passé sera peut-être plus difficile à mobiliser pour de nouveaux objectifs. Car, en poursuivant le profit, elles ont trop souvent ignoré l'intérêt général, s'adonnant à la spéculation, endommageant l'environnement. Sauront-elles désormais respecter davantage l'intérêt général? On pourrait d'ailleurs poser la même question au sujet des syndicats: ils n'ont pas montré ce printemps un sens aigu de l'intérêt général, poussant avec une vigueur sans précédent des revendications plus ambitieuses que jamais. Sauront-ils se calmer? Cela n'ira pas tout seul. Pour les industriels, le ralentissement de la croissance, le souci de l'environnement et le souci de l'harmonie internationale ne faciliteront pas la recherche du profit. Autrement dit, l'intérêt des milieux d'affaires ne coincidera plus aussi bien avec les objectifs nationaux que ce fut le cas pendant le quart de siècle passé. La population se rend compte désormais des inconvénients d'une croissance effrénée et elle ne regarde plus les hommes d'affaires avec la même admiration qu'autrefois. Pour se maintenir au pouvoir, le gouvernement a déjà commencé à tenir compte de cette évolution de l'opinion, c'est-à-dire à prendre quelque distance d'avec les milieux d'affaires. Certains, il est vrai, sont d'avis qu'il le fait surtout en apparence, et cette opinion a pour elle beaucoup de vraisemblance, si l'on songe aux liens personnels extrêmement étroits qui existent au Japon entre le gouvernement et les affaires. D'autres, cependant, estiment que la cohésion de l' "entreprise Japon" commence à s'affaiblir, et ils ont probablement raison, bien qu'il ne faille pas attendre un processus de désagrégation rapide. En définitive, le problème est de trouver une nouvelle échelle de valeurs qui réponde aux aspirations populaires et puisse guider le gouvernement dans son action. Ce n'est toutefois pas un problème propre au Japon, et rien ne permet de penser qu'il aura davantage de peine à le résoudre que d'autres pays. Au plan extérieur, le Japon entre dans la nouvelle phase de son histoire avec un sentiment aigu de sa vulnérabilité. Il n'aime pas, certes, qu'on la lui fasse remarquer, comme certains représentants de puissances étrangères ont tendance à le faire, mais il sait que cette vulnérabilité, conséquence d'une relation d'interdépendance inégale, est irrémédiable (pas d'échappatoire militaire!), grandissante, et qu'elle commande une politique et des comportements contribuant à l'harmonie dans le monde. Désormais, on peut compter sur le gouvernement japonais, non seulement pour mener lui-même une politique à la fois libérale, pacifique et conciliante dans le monde, mais également pour rappeler en toute occasion aux hommes d'affaires japonais qu'il leur incombe à eux également de contribuer à l'harmonie internationale et d'encourager les autres pays à se montrer bienveillants envers leur pays. Tokyo, le 5 juin 1974 ML/bm A. Maillard
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Reports/Studies
8,717
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21
La Suisse n'a pas obtenu satisfaction auprès de la France quant à une meilleure indemnisation des propriétaires d'actions de mines, de banques et d'assurances. Le dernier recours possible est la Cour internationale de La Haye ou l'ASB.
French
1954-01-01
1954-11-03
1954-11-03
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Frankreich (Wirtschaft)
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Paris
Lyon
Frankreich
Schweizerisches Generalkonsulat in Lyon
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Schweizerische Bankiervereinigung|UNO/Internationaler Gerichtshof
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Charles Henri
Senger Willy Ernst
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Salis Peter Anton von
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Francia (Economia)
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Parigi
Lyon
Francia
Consolato generale svizzero a Lione
Associazione svizzera dei Banchieri|Dipartimento federale degli affari esteri|ONU/Corte internazionale di giustizia
Ambasciata svizzera a Parigi
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Charles Henri
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France (Economie)
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Lyon
France
Consulat général de Suisse à Lyon
Association suisse des banquiers|Département fédéral des affaires étrangères|ONU/Cour internationale de justice
Ambassade de Suisse à Paris
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Charles Henri
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Salis Pierre de
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France (Economy)
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Charles Henri
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5,000
https://dodis.ch/8717
Schreiben
French, Schreiben, Salis Peter Anton von
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8000-8999/dodis-8717.pdf
# C.51.12.2.- SR/jm ad H 41.2 . K0 Paris, le 3 novembre 1954. $$ -4 \text { NOV. } 1954 \mid $$ Monsieur le Consul général, J'ai bien reçu votre lettre du 22 du mois dernier me demandant si nos compatriotes, propriétaires d'actions d'entreprises de mines, banques et compagnies d'assurances nationalisées, peuvent encore caresser quelque espoir d'obtenir une indemnité plus substantielle que celle allouée par les décrets de nationalisation. A mon grand regret, je dois vous dire que les pourparlers entrepris à ce propos avec la France n'ont pas abouti. Seul un recours à la Cour Internationale de La Haye pourrait éventuellement donner un autre résultat. Le Département politique n'a pas estimé pouvoir entreprendre cette démarche. L'Association suisse des banquiers, qui a la charge de défendre les intérêts de porteurs privés, a été informée de cette décision et rendue attentive au fait qu'il appartenait aux banques privées de tenter de sauvegarder les intérêts de porteurs de valeurs d'entreprises nationalisées à l'occasion de l'octroi de crédits à la France. C'est donc à cette association qu'il conviendrait de renvoyer vos administrés qui espèrent encore obtenir une meilleure indemnité que celle leur revenant de droit. Veuillez agréer, Monsieur le Consul général, l'assurance de ma considération la plusdistinguée. Le Ministre de Suisse: p.o. sio. SENGER Au Consulat général de Suisse, Lyon
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Correspondence
46,854
Nr. 1145. Vermittlung von Arbeitskräften nach Deutschland
38
L’Allemagne propose un accord pour l’emploi de chômeurs suisses. Un tel accord n’est pas souhaitable, mais les bureaux compétents pourront faciliter l’emploi en Allemagne des Suisses ou résidents qui en feront la demande. Classement thématique série 1848–1945: VII. AFFAIRES SOCIALES ET HUMANITAIRES 1. Questions de travail
German
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1939-06-05
1939-06-05
13
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Deutsches Reich (Wirtschaft)
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Deutsches Reich
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Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
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Vermittlung von Arbeitskräften nach <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a></h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Volkswirtschaftsdepartement. Antrag vom <span class="tei-date3 tei-date">3. Juni 1939</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">In einem Aide-Mémoire, das am 29. Dezember 1938 von der Deutschen Gesandtschaft dem Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit überreicht worden ist<span id="fnref_3_4_2_2_7_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_7_2">2</a></span>, wurde unter Hinweis auf den in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> bestehenden grossen Bedarf an ausländischen Arbeitskräften die Frage aufgeworfen, ob die Möglichkeit bestünde, die in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> fehlenden Arbeitskräfte für Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe und Handel auch aus der Schweiz und Liechtenstein zu erhalten, und zur Erwägung gestellt, ob diese Frage nicht Gegenstand einer zwischenstaatlichen Vereinbarung bilden könnte.II.</p> <p class="tei-p tei-p">Die Anregung ist vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit nach allen Richtungen hin geprüft worden<span id="fnref_3_4_2_2_9_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_2">3</a></span>. Die befragten führenden Arbeitgeberkreise empfehlen eine gewisse Zurückhaltung, glauben aber, dass eine in bescheidenem Rahmen sorgfältig vorgenommene Vermittlung solcher schweizerischer Stellensuchenden, die sich für eine Stelle in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> interessieren, ohne allzu grosse Bedenken ermöglicht werden könnte. Diese Auffassung wird auch von den Arbeitsämtern vertreten. Von Seiten der Gewerkschaften wird eine noch weitergehende Zurückhaltung an den Tag gelegt; wenn sie auch eine auf völlig freiwilliger Basis vorzunehmende Vermittlung schweizerischer Arbeitskräfte im allgemeinen nicht grundsätzlich ablehnen, so mahnen sie doch zu äusserster Vorsicht. Alle erwähnten Kreise erachten es aber als logisch und zweckmässig, dass in erster Linie in der Schweiz ansässige arbeitssuchende deutsche Staatsangehörige zur Deckung des Bedarfes an Arbeitskräften in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> angeboten werden sollten, sofern ihre Rückwanderung in die Heimat für sie nicht mit politischen Gefahren verbunden wäre. Die Gewerkschaften zeigen zwar auch in Bezug auf die Vermittlung Deutscher eine gewisse Zurückhaltung, im Gegensatz zu dem in der «Tagwacht» vom 20. April 1939 erschienenen Artikel.III.</p> <p class="tei-p tei-p">In Berücksichtigung der kurz dargelegten Auffassungen, die im grossen und ganzen der herrschenden Volksmeinung entsprechen dürften, wurde dieser heikle Fragenkomplex zwischen Vertretern der Abteilung für Auswärtiges, der Polizeiabteilung und des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit eingehend beraten. Die hiefür zugezogenen Sachverständigen sind zu folgenden Überlegungen und Schlüssen gelangt:</p> <p class="tei-p tei-p">Der Abschluss eines Abkommens zwecks Zurverfügungstellung einer nach dem jeweiligen Bedarf in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> sich richtenden, mehr oder weniger bestimmten Anzahl schweizerischer Arbeitskräfte, wie von der Deutschen Gesandtschaft angeregt wird, erscheint weder erwünscht noch angezeigt zu sein. Abgesehen von naheliegenden Erwägungen allgemeinen Charakters wäre es praktisch schwierig, sich auf eine bestimmte Zahl von Schweizerkräften festzulegen, die je nach Bedarf <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> zur Verfügung gestellt werden könnten, weil die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte in der Schweiz weitgehend vom saisonmässigen Bedarf abhängt und unvermeidlichen wirtschaftlichen Schwankungen unterworfen ist. Da jeglicher Zwang gegenüber schweizerischen Arbeitskräften unterbleiben müsste, könnte auch beim besten Willen nicht vorausbestimmt werden, wieviele der in einem noch unbestimmten Zeitpunkt allfällig verfügbaren Arbeitskräfte sich tatsächlich für eine Stelle in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> interessieren würden.</p> <p class="tei-p tei-p">Für die Vermittlung von schweizerischen Arbeitskräften nach <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> ist übrigens ein Abkommen keineswegs notwendig. Der seit einiger Zeit wachsende Bedarf an Arbeitskräften in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> hat schon eine Anzahl von Schweizern der verschiedensten Berufe zur Stellenannahme in diesem Lande bewogen. Sowohl einzelne Arbeitsämter als auch das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit wurden und werden heute noch von einzelnen Mitbürgern angefragt, ob ihnen nicht eine Stelle in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> vermittelt werden könnte. Soweit Schweizer aus freiwilligem Entschluss sich für eine Stelle in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> interessieren, kann es der öffentliche Arbeitsnachweis kaum ablehnen, sie auf ihm allfällig bekannte geeignete Arbeitsmöglichkeiten in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> aufmerksam zu machen. Allein, es liegt wohl im allgemeinen Interesse, dass jegliche Propaganda und persönliche Aufforderung unterbleibt.</p> <p class="tei-p tei-p">Logischerweise sollte in erster Linie versucht werden, die stellensuchenden Deutschen in ihre Heimat zu vermitteln. Eventuell könnten nach Verständigung mit den deutschen Behörden auch Angehörige anderer Staaten in die Vermittlungsaktion einbezogen werden, sofern sie sich zur Annahme einer konkreten Arbeitsmöglichkeit in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> bereit erklären würden.</p> <p class="tei-p tei-p">Erfolgt eine Arbeitsvermittlung schweizerischer Arbeitsloser nach <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> oder nach ändern Ländern, so hat diese einen rein freiwilligen Charakter, und es ist eine Ablehnung dieser Arbeit im Ausland auf keinen Fall als Verweigerung einer angemessenen Arbeit mit den in der Arbeitslosenversicherung vorgesehenen Folgen des Entzugs des Taggeldes zu betrachten.</p> <p class="tei-p tei-p">Wohl darf aber für in der Schweiz ansässige, gegen Arbeitslosigkeit versicherte deutsche Arbeitslose eine in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> zur Vermittlung angebotene Arbeit im Sinne der Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Beitragsleistung an die Arbeitslosenversicherung vom 17. Oktober 1924 und der Vollziehungsverordnung VI vom 19. Januar 1937<span id="fnref_3_4_2_2_21_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_21_4">4</a></span> als angemessen und zumutbar betrachtet werden, wenn diese Arbeit zu dem in <a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> berufsüblichen Lohn und den berufsüblichen Bedingungen angeboten wird. Die Versetzbarkeit bei dieser ausserwohnörtlichen Arbeit wäre nicht nur für ledige, beziehungsweise nichtunterstützungspflichtige, sondern auch für verheiratete, beziehungsweise unterstützungspflichtige deutsche Arbeitslose zu bejahen. Ausnahmen in Bezug auf die Anwendung der versicherungsrechtlichen Sanktionen wären nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig. Emigranten und politische Flüchtlinge kämen von vornherein für die Vermittlung nicht in Frage.</p> <p class="tei-p tei-p">Die Organisation der Vermittlung wäre von den kantonalen Arbeitsämtern in Verbindung mit den in Frage kommenden deutschen Arbeitsämtern auf Grund von Richtlinien zu treffen, die vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit zu erlassen sind. Die Vermittlung einer angemessenen, zumutbaren Arbeit müsste individuellen Charakter haben, d.h. es müsste den Arbeitslosen eine nach Beruf, Arbeitsort und Arbeitsbedingungen näher spezifizierte Arbeit durch den schweizerischen Arbeitsnachweis offeriert werden, der in jedem Fall eine allfällige Verweigerung der Arbeitsannahme zuhanden der Kassenorgane gemäss Art. 28 und 29 der erwähnten Verordnung VI zu beurteilen hätte. Da die deutsche Volkswirtschaft, wie aus dem Aide-Mémoire vom 29. Dezember 1938 hervorgeht, einen grossen Bedarf an ausländischen Arbeitskräften hat, sollte die Vermittlung von deutschen Arbeitskräften, insbesonders solcher, die gegen Arbeitslosigkeit versichert und zur Zeit der Vermittlung arbeitslos sind, keine Schwierigkeiten bieten. Nach den bisherigen Wahrnehmungen scheint die Deutsche Gesandtschaft der Vermittlung von in der Schweiz ansässigen arbeitslosen Deutschen in ihre Heimat sympathisch gegenüberzustehen.</p> <p class="tei-p tei-p">Auf Grund dieser Darlegungen wird antragsgemäss1. Das unter Ziffer III in Aussicht genommene Vorgehen wird gebilligt;</p> <p class="tei-p tei-p">2. Die praktische Verwirklichung dieses Vorgehens ist in geeigneter Form mit der deutschen Gesandtschaft zu besprechen und entsprechend den gegebenen Möglichkeiten vorzunehmen<span id="fnref_3_4_2_2_27_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_27_2">5</a></span>.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_5"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 1004.1 1/386</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_7_2"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Cf. <span class="tei-idno tei-idno">E 4300 (B) 2/1</span> et <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 7110/1967/32/900</span><a href="https://dodis.ch/G5" class="tei-placeName" target="">Deutschland</a> (6) 1939.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_7_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_2"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Cf. N<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 3.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_21_4"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">RO, 1924, vol. 41, pp. 239-244, et RO, 1937, vol. 53, pp. 44ss.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_21_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_27_2"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Cf. <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 4300 (B) 2/1</span>.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_27_2">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
46000-46999/dodis-46854.pdf
Montag, 5. Juni 1939. Yermittlung von Arbeits- kräften nach Deutschland. Volkswirtschaftsdepartement. Antrag vom 3. Juni 1939. I. In einem Aide-Memoire, das am 29. Dezember 1938 von der Deutschen Gesandtschaft dem Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit überreicht worden ist, wurde unter Hinweis auf den in Deutschland bestehenden grossen Bedarf an ausländischen Arbeitskräften die Frage aufgeworfen, ob die Möglichkeit bestünde die in Deutschland fehlenden Arbeitskräfte für Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe und Handel auch aus der Schweiz und Liechtenstein zu erhalten, und zur Erwägung gestellt, ob diese Frage nicht Gegenstand einer zwischenstaatlichen Vereinbarung bilden könnte. # II. Die Anregung ist vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit nach allen Richtungen hin geprüft worden. Die befragten führenden Arbeitgeberkreise empfehlen eine gewisse Zurückhaltung, glauben aber, dass eine in bescheidenem Rahmen sorgfältig vorgenommene Vermittlung solcher schweizerischer Stellensuchenden, die sich für eine Stelle in Deutschland interessieren, ohne allzu grosse Bedenken ermöglicht werden könnte. Diese Auffassung wird auch von den Arbeitsämtern vertreten. Von Seiten der Gewerkschaften wird eine noch weitergehende Zurückhaltung an den Tag gelegt; wenn sie auch eine auf völlig freiwilliger Basis vorzunehmende Vermittlung schweizerischer Arbeitskräfte im allgemeinen nicht grundsätzlich ablehnen, so mahnen sie doch zu äusserster Vorsicht. Alle erwähnten Kreise erachten es aber als logisch und zweckmässig, dass in erster Linie in der Schweiz ansässige arbeitssuchende deutsche Staatsangehörige zur Deckung des Bedarfes an Arbeitskräften in Deutschland angeboten werden sollten, sofern ihre Rückwanderung in die Heimat für sie nicht mit politischen Gefahren verbunden wäre. Die Gewerkschaften zeigen zwar auch in Bezug auf die Vermittlung Deutscher eine gewisse Zurückhaltung, im Gegensatz zu dem in der "Tagwacht" vom 20. April 1939 erschienenen Artikel. ## III. In Berücksichtigung der kurz dargelegten Auffassungen, die im grossen und ganzen der herrschenden Volksmeinung entsprechen dürften, wurde dieser heikle Fragenkomplex zwischen Vertretern der Abteilung für Auswärtiges, der Polizeiabteilung und des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit eingehend beraten. Die hiefiur zugezogenen Sachverständigen sind zu folgenden Ueberlegungen und Schlüssen gelangt: Der Abschluss eines Abkommens zwecks Zurverfügungsteliung einer nach dem jeweiligen Bedarf in Deutschland sich richtenden, mehr oder weniger bestimmten Anzahl schweizerischer Arbeitskräfte, wie von der Deutschen Gesandtschaft angeregt wird, erscheint weder erwünscht noch angezeigt zu sein. Abgesehen von naheliegenden Erwägungen allgemeinen Charakters wäre es praktisch schwierig, sich auf eine bestimmte Zahl von Schweizerkräften festzulegen, die je nach Bedarf Deutschland zur Verfügung gestellt werden könnten, weil die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte in der Schweiz weitgehend vom saisonmässigen Bedarf abhängt und unvermeidlichen wirtschaftlichen Schwankungen unterworfen ist. Da jeglicher Zwang gegenüber schweizerischen Arbeitskräften unterbleiben müsste, könnte auch beim besten Willen nicht vorausbestimmt werden, wieviele der in einem noch unbestimmten Zeitpunkt allfällig verfügbaren Arbeitskräfte sich tatsächlich für eine Stelle in Deutschland interessieren würdcn. Für die Vermittlung von schweizerischen Arbeitskräften nach Deutschland ist übrigens ein Abkommen keineswegs notwendig. Der seit einiger Zeit wachsende Bedarf an Arbeitskräften in Deutschland hat schon eine Anzahl von Schweizern der verschicdensten Berufe zur Stellenannahme in diesem Lande bewogen. Sowohl einzelne Arbeitsämter als auch das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit wurden und werden heute noch von einzelnen Mitbiirgern angefragt, oh ihnen nicht eine Stelle in Deutschland vermittelt werden könnte. Soweit Schweizer aus freiwilligem Entschluss sich für eine Stelle in Deutschland interessicren, kann es der öffentliche Arbeitsnachweis kaum ablehnen, sie auf ihm allfällig bekannte geeignete Arbei.tsmöglichkeiten in Deutschland aufmerksam zu machen. Allein, es liegt wohl im allgemeinen Interesse, dass jegliche Propaganda und persönliche Aufforderung unterbleibt. Logischerweise sollte in erster Linie versucht werden, die stellensuchenden Deutschen in ihre Heimat zu vermitteln. Eventuell könnten nach Verständigung mit den deutschen Behörden auch Angehörige anderer Staaten in die Vermittlungsaktion einbezogen werden, sofern sie sich zur Annahme einer konkreten Arbeitsmöglichkeit in Deutschland bereit erklären würden. Erfolgt eine Arbeitsvermittlung schweizerischer Arbeitsloser nach Deutschland oder nach andern Ländern, so hat diese einen rein freiwilligen Charakter, und es ist eine Ablehnung dieser Arbeit im Ausland auf keinen Fall als Verweigerung einer angemessenen Arbeit mit den in der Arbeitslosenversicherung vorgesehenen Fdgen des Entzugs des Taggeldes zu betrachten. Wohl darf aber für in der Schweiz ansässige, gegen Arbeitslosigkeit versicherte deutsche Arbeitslose eine in Deutschland zur Vermittlung angebotene Arbeit im Sinne der Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Beitragsleistung an die Arbeitslosenversicherung vom 17. Oktober 1924 und der Vollziehungsverordnung VI vom 19. Januar 1937 als angemessen und zumutbar betrachtet werden, wenn diese Arbeit zu dem in Deutschland berufsüblichen Lohn und den berufsüblichen Bedingungen angeboten wird. Die Versetzbarkeit bei dieser ausserwohnörtlichen Arbeit wäre nicht nur für ledige, beziehungsweise nichtunterstützungspflichtige, sondern auch für verheiratete, beziehungsweise unterstützungspflichtige deutsche Arbeitslose zu bejahen. Ausnahmen in Bezug auf die Anwendung der versicherungsrechtlichen Sanktionen wären nur bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig. Emigranten und politische Flüchtlinge kämen von vornherein für die Vermittlung nicht in Frage. Die Organisation der Vermittlung wäre von den kantonalen Arbeitsämtern in Verbindung mit den in Frage kommenden deutschen Arbeitsämtern auf Grund von Richtlinien zu treffen, die vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit zu erlassen sind. Die Vermittlung einer angemessenen, zumutbaren Arbeit müsste individuellen Charakter haben, d.h. es müsste den Arbeitslosen eine nach Beruf, Arbeitsort und Arbeitsbedingungen näher spezifizierte Arbeit durch den schweizerischen Arbeitssnachweis offeriert werden, der in jedem Fall eine allfällige Verweigerung der Arbeitsannahme zuhanden der Kassenorgane gemäss Art. 28 und 29 der erwähnten Verordnung VI zu beurteilen hätte. Da die deutsche Volkswirtschaft, wie aus dem Aide-Memoire vom 29. Dezember 1938 hervorgeht, einen grossen Bedarf an ausländischen Arbeitskräften hat, sollte die Vermittlung von deutschen Arbeitskräften, insbesondere solcher, die gegen Arbeitslosigkeit versichert und zur Zeit der Vermittlung arbeitslos sind, keine Schwierigkeiten bieten. Nach den bisherigen Wahrnehmungen scheint die Deutsche Gesandtschaft der Vermittlung von in der Schweiz ansässigen arbeitslosen Deutscis. in ihre Heimat sympathisch gegenüberzustehen. Auf Grund dieser Darlegungen wird antragsgemäss b e s c h l o s s e n : 1. Das unter Ziffer III in Aussicht genommene Vorgehen wird gebilligt; 2. Die praktische, Verwirklichung dieses Vorgehens ist in geeigneter Formfder deutschen Gesandtschaft zu besprechen und entsprechend den gegebenen Möglichkeiten vorzunehmen. Protokollauszug an die Abteilung für Auswärtiges, an die Polizeiabteilung und an das Volkswirtschaftsdopartement (Vorsteher, Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit 5). Für getreuen Auszug, Der Protokollführer:
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``` Montag, 5. Juni 1939. Vermittlung von Arbeits kräften nach Deutschland. Volkswirtschaftsdepartement. Antrag vom 3. Juni 1939. I. In einem Aide—Memoire, das am 29» Dezember 1938 von der Deutschen Gesandtschaft dem Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit überreicnt worden ist, wurde unter Hinweis auf den m Deutschland bestehenden grossen Bedarf an ausländischen Ar beitskräften die frage aufgeworfen, ob die Möglichkeit bestünde ie in Deutschland fehlenden Arbeitskräfte fur Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe und Handel auch aus der Schweiz und Liechten stein zu eihalten, und zur Erwägung gestellt, ob diese Präge nicht Gegenstand einer zwischenstaatliehen Vereinbarung bilden könnte. II Die Anregung ist vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe *ind Aroeit nach allen Richtungen hin geprüft worden. Die be fragten führenden Arbeitgeberkreise empfehlen eine gewisse Zu rückhaltung, glauben aber, dass eine in bescheidenem Rahmen sorgfältig vorgenommene Vermittlung solcher schweizerischer Stellensuchenden, die sich fur eine Stelle in Deutschland in teressieren, ohne allzu grosse Bedenken ermöglicht werden konnte. Diese Auffassung wird auch von den Arbeitsämtern ver treten. Von Seiten der Gewerkschaften wird eine noch weiter gehend« 7-uruckhaltung an den Tag gelegt; wenn sie auch eine auf völlig freiwilliger Basis vorzunehmende Vermittlung schwei zerischer Arbeitskräfte im allgemeinen nicht grundsätzlich ablenken, so mahnen sie doch zu äusserster Vorsicht. Alle erwähnten Kreise erachten es aber als logisch und zweckmässig, '.ass ia erster Linie in der Schweiz ansässige Arbeitssuchende deutsche Staatsangehörige zur Deckung des Bedarfes an Arbeitskräften in Deutschland angeboten werden sollten, sofern ihre Rückwanderung in die Heimat für sie nicht mit politischen Gefahren verbunden wäre. Die Gewerkschaften zeigen zwar auch in Bezug auf die Vermittlung Deutscher eine gewisse Zurückhaltung, im Gegensatz zu dem in der "Tagwacht" vom 20. April 1939 erschienenen Artikel. III. In Berücksichtigung der kuiz dargelegten Auffassungen, die im grossen und ganzen der herrschenden Volksmeinung entsprechen dürften, wurde dieser heikle Fragenkomplex zwischen Vertretern der Abteilung für Auswärtiges, der Poliseiahteilung und des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit eingehend ``` ``` beraten. Die niefür zugezogenen Sachverständigen sind zu fol genden Ueberlegungen und Schlüssen gelangt: Der Abschluss eines Abkommens zwecks Zurverfügungstel lung einer nach dem jeweiligen Bedarf in Deutschland sich rich tenden, mehr oder weniger bestimmton Anzahl schweizerischer Ar beitskräfte, wie von der Deutschen Gesandtschaft angeregt wird, erncheint weder erwünscht noch angezeigt- zu sein. Abgesenen von läheliegendcn Erwâgungè* allgemeinen Charakters wäre os prak tisch schwierig, sich auf eine bestimmte Zahl von Schwei>er ki i .ften festzulegen, die je nach Bedarf Deutschland zur Verfü gung gestellt werden könnten, weil die Zahl der verfügbaren Ar beitskräfte in der Schweiz weitgehend vom saisonnässigen Bedarf =ibhäng+ und unvermeidlichen wirtschaftlichen Schwanirangen un te irfen ït. Da jeglicher Zwang gegenüber schweizerischen iitskräften unterbleiben müsste, Könnte auch beim besten Willen nicht vorausbestimmt werden, wieviele der in einem noch unbestimmten Zeitpunkt allfällig verfügbaren Arbeitskräfte sich tatsächlich für eine Stelle in Deutschland interessieren \riirdon. Pür die Vermittlung von schweizerischen Arbeitskräften -.ach Deutschland ist übrigens ein Abkommen keineswegs Notwen dig. Der seit einiger Zeit wachsende Bedarf an Arbeitskräften Deutschland hat schon eine Anzahl von Schweizern der verschie de isten Berufe zur SteDlenannabne m diesem Lande bewogen. So wohl einzelne Arbeitsämter als auch das Bundesamt für Industrie, r werbe und Arbeit wurden und-werden heute noch von einzelnen Mitbürgern angefragt, oh ihnen nicht eine Stelle in Deutsch land vermittelt werden könnte. Soweit Schweizer aus freiwilli gem Entschluss sich für eine Stelle in Deutschland interessieren kann es der öffentliche Arbeitsnachweis kaum ablehnen^ sie auf ihm allfäXlig bekannte geeignete Arbei.tsmöglichkeiten In Deutsch and aufmerksam zu machen. Allein, es liegt wohl im allgemeinen Interesso, ..ass ^egliche Propaganda und persönliche Aufforderung unterbleibt. logiacherroise oolite in erster Linie versucht werden, die 3tellensuchenden jjeutischen in ihre Heimat zu vermittein Eventuell könnten nach Verständigung mit den deutschen Benördei auch ingehörige anderer Staaten in die Vermi ttlimgsakt ion einbezogen werden, sofern sie sieh zur Annahme einer konkreten Arbeitern glicmceit in Deutschland bereit erklären wurden. Erfolgt eine Arbeitsvermittlung schweizerischer Arbeitsloser nach Deutschland oder nach andern Ländern, so hat diese einen rein freiwilligen Charakter, und es ist eine Ablehnung dieser Arbeit im Ausxand auf keinen Fall als Vorweigerung einer angemessenen Arbeit mit den in der Arbeitslosenversicherung vorgesehenen j^agen des Entzugs des Taggoldes zu betrachten. Wohl darf aber für in der Schweiz ansässige, gegen Arbeitslosigkeit versicherte deutsche Arbeitslose eine m Deutschland zu3 Vermittlung angebotene Arbeit im Sinne der Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Beitragsleistung an die Arbeitslusenversi herung von 1?. Oktober 1924 und der Vollziehungsverord``` **`nuüg VI`** _/ora_ **`19. Januar 1937 als angemessen und zumutbar betrach-`** ``` tet werden, wenn diese Arbeit zu dem in Deutschland berufsübli^-hon Lohn und den berufsüblichen Bedingungen angeboten wird. Die Yersetzbarkeit bei dieser ausserwohnörtliehen Arbeit wäre ``` ``` n; 2ht ïvxt für ledige, beziehungsweise nichtunterstützungspflich tLge, sondern auch für verheiratete, heziehungsweise unterstütLungs pfi•chtige deutsche Arbeitslose zu bejahen. Ausnahmen in Bezug auf lie Anwendung der vcrsicherungsrechtlichcn Sanktionen wären nux bei Vorliegen besonderer Umstände zulässig. Emigranten ur-d politische Flüchtlinge kämen von vornherein für die Vermittlung nicht in Frage. Die Organisation der Vermittlung wäre von den kantonalen aiboits mtern in Verbindung mit den in Frage kommenden deutschen Arbeitsämtern auf Grund von Richtlinien zu treffen, die vom Bun desamt für Industrie, Go?/eröe und Arbeit zu erlassen 3ind. Die nsm.ittlung einer angemessenen, zumutoaron Arbeit müsste indiviQuellen Charakter haben, d.h. es müsste den Arbeitslosen eine nach Beruf, Arbeitsort und Aroeitsbodingongen näher spezifizierte Arbe t durch den schweizerischen Arbeitsnachweis offeriert werden, der in jedem Fall eine anfällige Verweigerung der Arbeitsan lahnk zuhanden der Kasscnorgone gemäss Art. 28 und ?9 der erwähnten Verordnung VI zu beurteilen hätte.Da die deutsche Volkswirtschaft, wie aus dem Aidc-Menoire vom 29,. Dezember 1938 hervorgeh [1] -, einen grossen Bedarf an ausländischen Arbeitskräften hat, so Ite die Vermittlung von deutschen Arbeitskräften, insbesondere polche* die gegon Arbeitslosigkeit versichert und zur Zeit der Vermittlung arbeitslos sind, keine Schwierigkeiten bieten. Fach aen bisherigen Wahrnehmungen scheint- dio Deutsche Gesandtschaft acr Vermittlung von in der Schwciz ansässigen arbeitslosen Deutsche in ihre Heimat sympathisch gegenüberzustehen. Auf" Grund dieser Darlegungen wird antragsgemäß? b e s c h l o s s e n : 1. Das unter Ziffor III in Aussicht genoranene Vorgehen wird gcoilligt; 2. Die praktisc e.Verwirklichung dieses Vorgehens ist in ge eigneter Forcfrder deutschen Gesandtschaft zu besprochen und entsprechend den gegebenen Möglichkeiten voi'lunehnen. Protokollauszug an die Abteilung für Auswärtiges, an die Polizeiabteilung und an das Volkswirtschaftsdepartement (Vorsteher, Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit 5). Für getreuen Auszug, Dei Protokollführer: ```
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GovDecisions
65,723
Nr. 1275. Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch türkische Staatsangehörige
38
Die Vorfälle um die türkische Botschaft in Bern sowie bei Demonstrationen erfordern aufgrund der bekannten Lücken im Waffenrecht Sofortmassnahmen, die nicht auf dem üblichen Gesetzgebungsweg erlassen werden können. Es wird deshalb eine Verordnung erlassen, die verhindert, dass türkische Staatsangehörige in der Schweiz Waffen erwerben und tragen können. Darin: Antrag des EJPD vom 29.6.1993 (Beilage). Darin: Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch türkische Staatsangehörige, Entwurf (Beilage). Darin: Ordonnance sur l'acquisition et le port d'armes à feu par des ressortissants turcs, projet (Beilage).
German
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1993-06-30
1993-06-30
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Türkei (Andere)
Ausländerpolitik|Blutiger Zwischenfall vor der türkischen Botschaft in Bern (24.6.1993)|Sicherheitspolitik
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Jugoslawien|Türkei
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Bundeskanzlei|Bundesrat|Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement|Türkei/Botschaft in Bern
Bundesrat
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Muralt Müller Hanna
Couchepin François|Koller Arnold|Ogi Adolf|Schindler Dietrich
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Turchia (Altro)
Blutiger Zwischenfall vor der türkischen Botschaft in Bern (24.6.1993)|Politica di sicurezza|Politica nei confronti degli stranieri
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Jugoslavia|Turchia
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Cancelleria federale|Consiglio federale|Dipartimento federale di giustizia e polizia|Turchia/Ambasciata a Berna
Consiglio federale
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Muralt Müller Hanna
Couchepin François|Koller Arnold|Ogi Adolf|Schindler Dietrich
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Turquie (Autres)
Blutiger Zwischenfall vor der türkischen Botschaft in Bern (24.6.1993)|Politique à l'égard des étrangers|Politique de sécurité
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Turquie|Yougoslavie
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Chancellerie fédérale|Conseil fédéral|Département fédéral de justice et police|Turquie/Ambassade à Berne
Conseil fédéral
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Muralt Müller Hanna
Couchepin François|Koller Arnold|Ogi Adolf|Schindler Dietrich
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null
Turkey (Others)
Blutiger Zwischenfall vor der türkischen Botschaft in Bern (24.6.1993)|Security policy|Swiss policy towards foreigners
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null
Turkey|Yugoslavia
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Federal Chancellery|Federal Department of Justice and Police|Swiss Federal Council|Turkey/Embassy in Bern
Swiss Federal Council
null
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Muralt Müller Hanna
Couchepin François|Koller Arnold|Ogi Adolf|Schindler Dietrich
null
null
65,000
https://dodis.ch/65723
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
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65000-65999/dodis-65723.pdf
Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch türkische Staatsangehörige Aufgrund des Antrags des EJPD vom 29. Juni 1993 Aufgrund der Beratung wird b e s c h l o s s e n : 1. Die Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch türkische Staatsangehörige wird mit folgender Aenderung gutgeheissen und auf den 1. Juli 1993 in Kraft gesetzt: Ingress: "Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf Artikel 102 Ziffer 8 und 10 der Bundesverfassung, ...." 2. Die Veröffentlichung erfolgt auf dem Wege der ausserordentlichen Bekanntmachung durch die Bundeskanzlei. Veröffentlichung: Amtliche Sammlung | Protokollauszug an: <br> $\frac{\text { M }}{}$ ohne / $\square$ mit Beilage | | | | | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | | z.V. | z.K. | Dep. | Anz. | Akten | | | $\times$ | EDA | 10 | - | | | | EDI | | | | $\times$ | | EJPD | 70 | - | | | | EMD | | | | | | EFD | | | | | $\times$ | EVD | 8 | - | | | | EVED | | | | | $\times$ | BK | 5 | - | | | | EFK | | | | | | Fin.Del. | | | Für getreuen Protokollauszug: EJPD Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch türkische Staatsangehörige (Antrag des EJPD vom 29.6.1993) # Uebersicht Die Vorkommnisse der letzten Tage im Zusammenhang mit den Vorfällen um die türkische Botschaft in Bern verlangen Sofortmassnahmen im Bereiche des Waffenrechts. Es gilt, ein generelles Waffenerwerbs- und Waffentragverbot für türkische Staatsangehörige zu statuieren, um verhindern zu können, dass sich türkische Staatsangehörige Waffen beschaffen, ausführen und tragen können. Diese Regelung hat unverzüglich in Kraft zu treten (1. Juli 1993). Die Voraussetzungen für den Erlass einer Verordnung gestützt auf Artikel 102 Ziffer 8 der Bundesverfassung sind gegeben. Die Regelung entspricht jener in der Verordnung vom 18. Dezember 1991 über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch jugoslawische Staatsangehörige. Diese Massnahmen haben sich in der Praxis bewährt. # 3003 Bern, 29. Jun 1233 An den Bundesrat Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch türkische Staatsangehörige; Bundesratsbeschluss gestützt auf Artikel 102 Ziffer 8 der Bundesverfassung; Genehmigung ## I. ## 1. Ausgangslage Die Vorkommnisse der letzten Tage im Zusammenhang mit den Vorfällen um die türkische Botschaft in Bern sowie bei Demonstrationen führen aufgrund der bekannten Lücken im schweizerischen Waffenrecht (z.B. freies Waffentragen in verschiedenen Kantonen, einschliesslich Kanton Bern) zu einer Situation, die Sofortmassnahmen unumgänglich macht. ## 2. Problemstellung Wir müssen davon ausgehen, dass es weiterhin zu gewalttätigen Ausschreitungen und Abrechnungen kommt. Dabei kann der Gebrauch von Schusswaffen nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der heutigen Regelung des Waffenrechts, die sich nach dem Konkordat von 1968 über den Handel mit Waffen und Munition bestimmt, und in Berücksichtigung der kantonalen ergänzenden Bestimmungen, ist das Waffentragen in rund 13 Kantonen, einschliesslich Kanton Bern, frei. Ebenfalls erlaubt die heutige Rechtslage türkischen Staatsangehörigen mit Niederlassungsbewilligung C in der Schweiz den Erwerb von Schusswaffen nach den gleichen Anforderungen wie für Schweizer Bürger. Um zu verhindern, dass türkische Staatsangehörige in der Schweiz Waffen erwerben und somit die Voraussetzungen für das Waffentragen geschaffen werden, sind Sofortmassnahmen notwendig, die nicht auf dem üblichen Gesetzgebungsweg erlassen werden können. II. # Rechtsgrundlage Gemäss Art. 102 Ziff. 8 der Bundesverfassung (BV) wahrt der Bundesrat die Interessen der Eidgenossenschaft nach aussen, wie namentlich ihre völkerrechtlichen Beziehungen und er besorgt die auswärtigen Angelegenheiten überhaupt. Die Lehre und die Praxis lassen es zu, dass der Bundesrat unmittelbar gestützt auf diese Verfassungsbestimmung selbständige Verordnungen erlassen kann (vgl. D. Schindler, Kommentar der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874, Basel/Zürich/Bern 1990, ad Art. 102 BV, Nr. 110 ff, insb. Nr. 113 und 114, und dort angegebene Quellen). Die Abstützung auf Art. 102 Ziff. 8 BV ist jedoch nur möglich, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Die gestützt auf Art. 102 Ziff. 8 BV erlassenen Verordnungen müssen hauptsächlich darauf abzielen, wichtige aussenpolitische Interessen zu wahren. Sie können jedoch zusätzlich ebenfalls die Verteidigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in der Schweiz beinhalten. Diese Bedingung ist im vorliegenden Fall erfüllt. Es lässt sich in der Tat nicht leugnen, dass ohne Sofortmassnahmen die internationale Glaubwürdigkeit unseres Landes gefährdet ist. Insbesondere gilt es auch, zu verhindern, dass in der Schweiz gekaufte Waffen ins Ausland exportiert und gegebenenfalls dort eingesetzt werden. Zusätzlich muss es sich um eine dringende Situation handeln, der nicht auf dem üblichen Gesetzgebungsweg, auch nicht mit einem dringlichen Bundesbeschluss, begegnet werden 'kann. Diese Bedingung ist im vorliegenden Fall erfüllt. Wenn Massnahmen im Zusammenhang mit den bekannten Vorkommnissen ergriffen werden sollen, muss dies unverzüglich geschehen. Im weiteren dürfen die auf Art. 102 Ziff. 8 BV abgestützten Verordnungen die Bundesverfassung nicht beeinträchtigen. Auch diese Bedingung ist im vorliegenden Fall erfültt. Die vorgesehenen Massnahmen bewegen sich im Rahmen der Bundeskompetenzen im Bereich der Kriegsmaterialkontrolle (Art. 41 Abs. 2 bis 4 BV) und im Rahmen der Bundeskompetenzen im Bereich der Besorgung der auswärtigen Angelegenheiten. Die vorgesehenen Massnahmen greifen nicht in die kantonale Kompetenz im Bereich des Handels mit Waffen ein. Sie sind durch ein genügendes öffentliches Interesse gerechtfertigt und wahren das Prinzip der Gleichbehandlung. Im weiteren kann der Bundesrat beim Erlass von Verordnungen gestützt auf Art. 102 Ziff. 8 BV bestehende Gesetze ergänzen, sie jedoch nicht beeinträchtigen. Er kann praeter legem, nicht aber contra legem legiferieren. Im vorliegenden Fall sind die vorgeschlagenen Massnahmen nicht im Widerspruch zu irgendeinem in Kraft stehenden Gesetz. Schliesslich müssen die auf Art. 102 Ziff. 8 BV erlassenen Verordnungen zeitlich befristet sein. Auch diese Bedingung ist mit der vorliegenden Verordnung erfüllt. III. # 1. Grundsatzregelung Es gilt zu verhindern, dass türkische Staatsangehörige in der Schweiz Waffen erwerben, hier benützen und gegebenenfalls ausführen können. Gleichzeitig soll den innerstaatlichen Sicherheitsbedürfnissen Rechnung getragen werden. Diese Forderungen können nur erreicht werden, wenn ein absolutes Waffenerwerbs- und Waffentragverbot für türkische Staatsangehörige erlassen wird. Ausnahmen sind in dieser Verordnung keine vorzusehen. Sollte sich eine Notwendigkeit ergeben, türkischen Staatsangehörigen, insbesondere Regierungsvertretern und deren Schutzpersonen, eine Ausnahmebewilligung für das Waffentragen ausstellen zu können, müsste diese Bewilligung gestützt auf Artikel 271 Ziffer 1 StGB erlassen werden. Die vorgeschlagene Regelung entspricht jener in der Verordnung vom 18. Dezember 1991 über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch jugoslawische Staatsangehörige. ## 2. Kommentar zu den wichtigsten Bestimmungen ## Artikel 2 Buchstabe a definiert, welche Waffen der Regelung unterstellt werden. Mit dieser Definition werden sämtliche Waffen, die das Verschiessen von Geschossen mittels Treibladungen ermöglichen, erfasst, womit ebenfalls sämtliche Faustund Handfeuerwaffen einschliesslich Sport- und Jagdwaffen eingeschlossen sind. Mit der Regelung in Buchstabe b werden sämtliche Möglichkeiten des Waffenerwerbs angesprochen. Nicht nur der Kauf, sondern jegliche Besitzesänderung (Schenkung, Miete usw.) werden erfasst. Der Erwerb bei einer Privatperson und nicht nur beim gewerbsmässigen Waffenhändler unterliegt ebenfalls den Bestimmungen dieser Verordnung. # Artikel 3 und 4 Diese beiden Artikel statuieren ein absolutes Waffenerwerbsund Waffentragverbot für türkische Staatsangehörige. Als Mitsichführen ist jedes Transportieren, z.B. im Auto, Koffer usw. zu verstehen. Als oeffentlichkeit gilt jede Oertlichkeit, die in der Regel der Oeffentlichkeit zugänglich ist. Diese Umschreibung umfasst somit auch Restaurants oder Vereinslokale, auch wenn sie im Einzelfall für Versammlungszwecke im Rahmen einer geschlossenen Gesellschaft benützt werden. IV. Die Vorlage hat keine personelle und finanzielle Auswirkung. V. Aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit war die Durchführung des Mitberichtsverfahrens ausgeschlossen. Wir beantragen Ihnen, dem beiliegenden Beschlussesentwurf zuzustimmen. EIDGENÖSSISCHES JUSTIZ- UND POLIZEDEPARTEMENT ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Beilagen: - Entwurf des Beschlussdispositivs - Verordnung deutsch Protokollauszug an: - BK: - EDA: - EJPD: 5 Exemplare 8 Exemplare GS (5 Exemplare) BJ (5 Exemplare) BA (5 Exemplare) BAP (5 Exemplare) # Verordnung <br> über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch türkische Staatsangehörige vom Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf Artikel 102 Ziffer 8 der Bundesverfassung, beschliesst: Art. 1 Zweck Zweck dieser Verordnung ist, a. den Handel von Schusswaffen zwischen dem Schweizerischen Staatsgebiet und dem Staatsgebiet der Türkei zu unterbinden; b. gewalttätige Handlungen zwischen türkischen Staatsangehörigen in der Schweiz zu verhindern. Art. 2 Begriffsbestimmungen Nach dieser Verordnung gelten: a. als Schusswaffen alle Geräte, mit denen durch Treibladung Geschosse abgegeben werden können; b. als Schusswaffenerwerb jede Handlung, unbesehen ihrer juristischen Qualifikation, die zum Ziel oder als Wirkung hat, den Besitz an einer Schusswaffe von einer Person (Veräusserer) auf eine andere Person (Erwerber) zu übertragen, unabhängig der Eigenschaft der Personen, zwischen denen sich die Uebertragung abwickelt. Art. 3 Verbot des Erwerbs oder Ueberlassens von Schusswaffen 1 Türkischen Staatsangehörigen ist es verboten, Schusswaffen in der Schweiz oder von der Schweiz aus zu erwerben. ${ }^{2}$ Es ist verboten türkischen Staatsangehörigen Schusswaffen zu verkaufen oder sonstwie zu überlassen. Art. 4 Verbot des Tragens von Schusswaffen Türkischen Staatsangehörigen ist es verboten, in der Oeffentlichkeit Schusswaffen zu tragen oder mit sich zu führen. Art. 5 Vergehen 1 Wer als türkischer Staatsbürger eine Schusswaffe in der Schweiz oder von der Schweiz aus erwirbt, wer als türkischer Staatsbürger in der Oeffentlichkeit eine Schusswaffe trägt oder mit sich führt, wer einem türkischen Staatsbürger eine Schusswaffe verkauft oder sonstwie überlässt, wird, sofern nicht strengere gesetzliche Bestimmungen zur Anwendung kommen, mit Gefängnis oder Busse bis zu 100000 Franken bestraft. 2 In schweren Fällen ist die Strafe Gefängnis nicht unter sechs Monaten oder Busse bis zu 500000 Franken. Ein schwerer Fall liegt namentlich vor, wenn der Täter gewerbsmässig mit Waffen handelt, wenn er weiss oder annehmen muss, dass die Waffe für die illegale Ausfuhr bestimmt ist oder wenn er eine solche Ausfuhr beabsichtigt oder vornimmt. 3 Handelt der Täter fahrlässig, ist die Strafe Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Busse. Art. 6 Einziehung Die Einziehung richtet sich nach Artikel 58 des Schweizerischen Strafgesetzbuches ${ }^{1}$. Art. 7 Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben Wurden die Widerhandlungen in einem Geschäftsbetrieb begangen, sind Artikel 6 und 7 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht ${ }^{2}$ anwendbar. Art. 8 Strafverfolgung 1 Die Strafverfolgung obliegt den Kantonen. 2 Die Kantone teilen der Bundesanwaltschaft die Eröffnung der Strafverfahren mit, sowie die Urteile, Verwaltungsentscheide und Einstellungsverfügungen von Verfahren, die in Anwendung dieser Verordnung durchgeführt worden sind. Art. 9 Aenderung bestehenden Rechts Der Anhang zur Verordnung vom 1. November $1989^{3}$ über die Mitteilung kantonaler Strafentscheide wird wie folgt geändert: [^0] [^0]: ${ }^{1}$ SR 311.0 ${ }^{2}$ SR 313.0 ${ }^{3}$ SR 312.3 Ziffer 25 Verordnung vom über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch türkische Staatsangehörige (SR ) Art. 10 Inkrafttreten und Geltungsdauer Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1993 in Kraft und gilt längstens bis zum 31. Dezember 1996. Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Der Bundeskanzler: # Ordonnance <br> sur l'acquisition et le port d'armes à feu <br> par des ressortissants turcs du Le Conseil fédéral suisse, vu l'article 102, chiffre 8, de la constitution, arrête: Article premier But La présente ordonnance vise: a. à mettre fin aux trafics d'armes qui ont lieu entre les territoires suisse et turc; b. à prévenir les actes de violence entre ressortissants turcs se trouvant en Suisse. Art. 2 Définitions Dans la présente ordonnance, on entend: a. par armes à feu tous les engins permettant de tirer des projectiles au moyen d'un charge propulsive; b. par acquisition d'armes à feu toute opération, de quelque nature juridique que ce soit, ayant pour but ou pour effet de transférer la possession d'une arme à feu d'une personne (l'aliénateur) à une autre (l'acquéreur), 'quelle que soit la qualité des personnes entre lesquelles le transfert doit s'effectuer. Art. 3 Interdiction d'acquérir et de céder des armes à feu 1 Il est interdit aux ressortissants turcs d'acquérir des armes à feu en Suisse ou à partir de la Suisse. 2 Il est interdit de vendre ou de céder de toute autre manière des armes à feu aux ressortissants turcs. Art. 4 Interdiction de porter des armes à feu Il est interdit aux ressortissants turcs de porter sur eux ou de transporter de toute autre manière une arme à feu dans les lieux publics. Art. 5 Délits 1 Celui qui, en tant que ressortissant turc, acquiert une arme à feu en Suisse ou à partir de la Suisse, Celui qui, en tant que ressortissant turc, porte sur lui ou transporte de toute autre manière une arme à feu dans les lieux publics, Celui qui vend ou cède de toute autre manière une arme à feu à un ressortissant turc, sera puni de l'emprisonnement ou de l'amende jusqu'à 100'000 francs, à moins que des dispositions légales plus sévères ne soient applicables. 2 Dans les cas graves, la peine sera l'emprisonnement pour six mois au moins ou l'amende jusqu'à $500^{\prime} 000$ francs. Est réputé notamment cas grave le cas où le délinquant fait métier du trafic d'armes, le cas où il sait ou doit présumer que l'arme est destinée d'être exportée de manière illégale ou le cas où il prévoit une telle exportation ou l'entreprend. 3 Si le délinquant a agi par négligence, la peine sera l'emprisonnement jusqu'à six mois ou l'amende. Art. 6 Confiscation La confiscation est régie par l'article 58 du code pénal suisse 1). Art. 7 Infraction dans la gestion d'une entreprise Lorsque les infractions ont été commises dans la gestion d'une entreprise, les articles 6 et 7 de la loi fédérale sur le droit pénal administratif ${ }^{2}$ ) sont applicables. Art. 8 Poursuite pénale 1 La poursuite pénale incombe aux cantons. 2 Les cantons communiquent au Ministère public de la Confédération l'ouverture des procédures pénales fondées sur la présente ordonnance ainsi que les jugements, prononcés administratifs et ordonnances de non-lieu rendus dans ces procédures. 1) RS 311.0 2) RS 313.0 Art. 9 Modification du droit en vigueur L'ordonnance du ler novembre 19893) réglant la communication des décisions pénales prises par les autorités cantonales est modifiée comme il suit: Chiffre 25 Ordonnance du sur l'acquisition et le port d'armes à feu par des ressortissants turcs (RS ). Art. 10 Entrée en vigueur et durée de validité La présente ordonnance entre en vigueur le ler juillet 1993 et a effet au plus tard jusqu'au 31 décembre 1996. Au nom du Conseil fédéral suisse: Le président de la Confédération: Le chancelier de la Confédération:
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GovDecisions
57,980
Nr. 4. Delegationen. Sitzung des Bundesrates vom 8.9.1976
28
Liste mit den Delegationen des Bundesrates für Veranstaltungen bis Ende des Jahres 1976. Die Liste wurde in der Sitzung vom 8.9.1976 genehmmigt.
German
null
1976-09-10
1976-09-10
null
null
Akteure und Institutionen
Organisation und Protokollierung der Bundesratsitzungen|Protokoll|SdD 2-3 Zala&Felix Regieren und Protokollieren (Bilder)
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null
Amriswil|Finnland|Visp
Bundesrat
Finnland/Botschaft in Bern|Nationalrat|Ständerat
Bundeskanzlei
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null
null
Brugger Ernst|Chevallaz Georges-André|Furgler Kurt|Munz Hans|Wyer Hans
Buser Walter
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Attori e istituzioni
Organizzazione e registrazione delle riunioni del Consiglio federale|Protocollo|SdD 2-3 Zala&Felix Regieren und Protokollieren (Bilder)
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null
Amriswil|Finlandia|Visp
Consiglio federale
Consiglio degli Stati|Consiglio nazionale|Finlandia/Ambasciata a Berna
Cancelleria federale
null
null
null
Brugger Ernst|Chevallaz Georges-André|Furgler Kurt|Munz Hans|Wyer Hans
Buser Walter
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Acteurs et institutions
Organisation et compte-rendu des séances du Conseil fédéral|Protocole|SdD 2-3 Zala&Felix Regieren und Protokollieren (Bilder)
null
null
Amriswil|Finlande|Viège
Conseil fédéral
Conseil des États|Conseil national|Finlande/Ambassade à Berne
Chancellerie fédérale
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null
null
Brugger Ernst|Chevallaz Georges-André|Furgler Kurt|Munz Hans|Wyer Hans
Buser Walter
null
Actors and Institutions
Organisation and recording of Federal Council meetings|Protocol|SdD 2-3 Zala&Felix Regieren und Protokollieren (Bilder)
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null
Amriswil|Finland|Visp
Swiss Federal Council
Council of States|Finland/Embassy in Bern|National Council
Federal Chancellery
null
null
null
Brugger Ernst|Chevallaz Georges-André|Furgler Kurt|Munz Hans|Wyer Hans
Buser Walter
null
55,000
https://dodis.ch/57980
Aktennotiz / Notiz
German, Aktennotiz / Notiz, Buser Walter
null
57000-57999/dodis-57980.pdf
Nr. 4 D e l e g a t i o n e n Sitzung des Bundesrats vom 8. September 1976 24.9.1976, 18.30 h, Cocktail Bern Finnische Botschaft BR Brugger 1.12 .76 Visp 1.12 .76 Amriswil Feier für NR-Präsident Wyer 1.12 .76 Amriswil BK Chevallaz Feier für StR-Präsident Munz 10.9.1976 $\mathrm{Br} / \mathrm{Bi}$
null
null
null
null
null
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Notes/Internal
60,763
No 1997. Accordo tra Svizzera ed Italia sulla cooperazione regionale transfrontaliera
38
I cantoni confinanti con l’Italia, rispettivamente Grigioni, Ticino e Vallese, sono interessati a sviluppare – nel quadro della Convenzione europea – forme più intense di cooperazione con le collettività e le autorità territoriali italiane limitrofe. Ugualmente: Proposizione del DFAE del 5.10.1992 (allegato). Ugualmente: Accordo quadro tra la Confederazione svizzera e la Repubblica italiana per la cooperazione transfrontaliera delle collettività ed autorità regionali e locali (allegato).
Italian
null
1992-10-28
1992-10-28
47
public/xml/60000/dodis-60763.xml
Italien (Allgemein)
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (1982–)
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Europa|Graubünden|Italien|Lugano|Schweiz|Tessin (Kanton)|Wallis
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Bund|Bundeskanzlei|Bundesrat|Bundesversammlung|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Völkerrecht|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|EJPD/Bundesamt für Justiz
Bundesrat
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null
Muralt Müller Hanna
Couchepin François|Felber René|Krafft Mathias
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Italia (Generale)
Cooperazione transfrontaliera (1982–)
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Europa|Grigioni|Italia|Lugano|Svizzera|Ticino (Canton)|Vallese
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Assemblea federale|Cancelleria federale|Confederazione|Consiglio federale|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione del diritto internazionale pubblico|DFGP/Ufficio federale di giustizia|Dipartimento federale degli affari esteri
Consiglio federale
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Muralt Müller Hanna
Couchepin François|Felber René|Krafft Mathias
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null
Italie (Général)
Coopération transfrontalière (1982–)
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Europe|Grisons|Italie|Lugano|Suisse|Tessin (Canton)|Valais
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Assemblée fédérale|Chancellerie fédérale|Confédération|Conseil fédéral|Département fédéral des affaires étrangères|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du droit international public|DFJP/Office fédéral de la justice
Conseil fédéral
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Muralt Müller Hanna
Couchepin François|Felber René|Krafft Mathias
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Italy (General)
Cross-border cooperation (1982–)
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Europe|Graubünden|Italy|Lugano|Switzerland|Ticino (Canton)|Wallis
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Confederation|FDFA/State Secretariat/Directorate of Public International Law|FDJP/Federal Office of Justice|Federal Assembly|Federal Chancellery|Federal Department for Foreign Affairs|Swiss Federal Council
Swiss Federal Council
null
null
Muralt Müller Hanna
Couchepin François|Felber René|Krafft Mathias
null
null
60,000
https://dodis.ch/60763
Bundesratsprotokoll
Italian, Bundesratsprotokoll
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"><a href="http://dodis.ch/60763" class="tei-ref3 tei-head-nr">dodis.ch/60763</a><span class="tei-title5 tei-title-main">Proposta del <a href="http://dodis.ch/R27" class="tei-orgName">DFAE</a> al <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Consiglio federale</a><span id="fnref_1_3_1_1_2_2_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_2_2_6">1</a></span></span> <h1 class="tei-title4 tei-title-sub">Accordo tra <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Svizzera</a> ed <a href="http://dodis.ch/G77" class="tei-placeName">Italia</a> sulla cooperazione regionale transfrontaliera</h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline">Berna, <span class="tei-date3 tei-date">5 ottobre 1992</span></div> </div> <p class="tei-p tei-p">La Convenzione quadro <a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">europea</a> del 21 maggio 1980 sulla cooperazione transfrontaliera delle collettività e autorità territoriali (RS 0.131.1)<span id="fnref_1_3_1_1_4_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_4_4">2</a></span> è stata ratificata dalla <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Svizzera</a> e dai Paesi limitrofi.<span id="fnref_1_3_1_1_4_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_4_8">3</a></span> Detto accordo intende promuovere e favorire, entro i limiti posti dai singoli ordinamenti costituzionali, la cooperazione transfrontaliera tra enti ed autorità dei diversi Paesi. L’<a href="http://dodis.ch/G77" class="tei-placeName">Italia</a> ha emesso una riserva, nel senso che l’applicazione della Convenzione è subordinata alla conclusione di un’ulteriore intesa bilaterale tra gli Stati interessati alla cooperazione regionale transfrontaliera.<span id="fnref_1_3_1_1_4_12" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_4_12">4</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">I cantoni confinanti con l’<a href="http://dodis.ch/G77" class="tei-placeName">Italia</a>, segnatamente <a href="http://dodis.ch/G761" class="tei-placeName">Grigioni</a>, <a href="http://dodis.ch/G688" class="tei-placeName">Ticino</a> e <a href="http://dodis.ch/G689" class="tei-placeName">Vallese</a>, sono interessati a sviluppare forme più intense di cooperazione con le collettività e autorità territoriali italiane limitrofe.<span id="fnref_1_3_1_1_5_10" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_5_10">5</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Un progetto <a href="http://dodis.ch/G77" class="tei-placeName">italiano</a> di accordo e un controprogetto elaborato dal <a href="http://dodis.ch/R27" class="tei-orgName">DFAE</a> sono stati sottoposti all’esame dei tre cantoni.<span id="fnref_1_3_1_1_6_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_6_6">6</a></span> Il controprogetto, che ha raccolto il consenso dei cantoni, ha servito da base per la discussione e ha potuto essere parafato,<span id="fnref_1_3_1_1_6_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_6_8">7</a></span> con alcuni emendamenti di carattere redazionale, in occasione dell’incontro svoltosi il 2 giugno 1992 a <a href="http://dodis.ch/G736" class="tei-placeName">Lugano</a> tra una delegazione <a href="http://dodis.ch/G77" class="tei-placeName">italiana</a> e rappresentanti del <a href="http://dodis.ch/R27" class="tei-orgName">DFAE</a> e del canton <a href="http://dodis.ch/G688" class="tei-placeName">Ticino</a>.<span id="fnref_1_3_1_1_6_18" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_6_18">8</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">L’accordo riprende in grande misura disposizioni già previste dalla Convenzione del 1980 e non crea né nuovi diritti né nuove obbligazioni. Parimenti varrebbe nel caso di un ritiro della riserva <a href="http://dodis.ch/G77" class="tei-placeName">italiana</a>. Si rende pertanto superflua una sua approvazione da parte dell’<a href="http://dodis.ch/R944" class="tei-orgName">Assemblea federale</a>. Le procedure costituzionali richieste per l’entrata in vigore sono pertanto adempiute con l’approvazione da parte del <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Consiglio federale</a> dell’accordo e con la firma dello stesso. </p> <p class="tei-p tei-p">L’<a href="http://dodis.ch/R1682" class="tei-orgName">Ufficio federale di giustizia</a> si è detto d’accordo con la presente proposta.<span id="fnref_1_3_1_1_8_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_8_4">9</a></span></p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_2_2_6"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E1004.1#1000/9#1024* (4.10prov.)</span>. Questa proposta del <a href="http://dodis.ch/R27" class="tei-orgName">DFAE</a> venne firmata dal Presidente della <a href="http://dodis.ch/R28" class="tei-orgName">Confederazione</a> <a href="http://dodis.ch/P24533" class="tei-persName">René Felber</a>, Capo del <a href="http://dodis.ch/R27" class="tei-orgName">DFAE</a>, il 5 ottobre 1992. La proposta fu redatta da <a href="http://dodis.ch/P58900" class="tei-persName">Fabrizio Taschetta</a>, consigliere scientifico della <a href="http://dodis.ch/R27885" class="tei-orgName">Direzione del diritto internazionale pubblico in carica delle questioni frontaliere</a>, sotto la responsabilità del Caposezione <a href="http://dodis.ch/P24531" class="tei-persName">Bernard Dubois</a>. La proposta fu poi sottomessa per co-rapporto al <a href="http://dodis.ch/R180" class="tei-orgName">DFGP</a> il 15 ottobre e approvata da questo dipartimento il 23 ottobre, poi dal <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Consiglio federale</a> il 28 ottobre 1992, cf. il verbale del <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Consiglio federale</a> N<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 1997, <a href="https://dodis.ch/60763" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/60763</a>. L’<span class="tei-orig tei-orig">Accordo quadro tra <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Confederazione svizzera</a> e la <a href="http://dodis.ch/G77" class="tei-placeName">Repubblica italiana</a> per la Cooperazione transfrontaliera delle collettività ed autorità regionali e locali</span> come pure l’autorizzazione di firmare l’accordo data al Capo della <a href="http://dodis.ch/R8875" class="tei-orgName">Direzione del diritto internazionale pubblico del DFAE</a>, l’Ambasciatore <a href="http://dodis.ch/P24549" class="tei-persName">Mathias Krafft</a>, sono annesse al verbale.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_2_2_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_4_4"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">RU, 1982, pp. 1076–1106 come FF, 1981, II, pp. 801–838.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_4_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_4_8"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">La <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Svizzera</a> ratificò la Convenzione quadro il 3 marzo 1982 ed essa entrò in vigore il 3 giugno 1982. Cf. anche la compilazione tematica <span class="tei-orig tei-orig">Cooperazione transfrontaliera</span>, <a href="https://dodis.ch/T2398" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/T2398</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_4_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_4_12"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-orig tei-orig">Declaration made at the time of deposit of the instrument of ratification, on 29 March 1985: The <a href="http://dodis.ch/R752" class="tei-orgName">Italian Government</a>, referring to paragraph 2 of Article 3 of the Convention, declares that its application shall be subject to the conclusion of inter-state agreements.</span><a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_4_12">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_5_10"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Cf. la compilazione tematica <span class="tei-orig tei-orig">Cooperazione transfrontaliera</span>, <a href="https://dodis.ch/T2398" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/T2398</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_5_10">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_6_6"> <dt class="fn-number">6</dt> <dd class="fn-content">Per la consultazione dei progetti, cf. i fascicoli <span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E2010A#2005/342#1617* (B.12.51.33)</span> e <span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E2200.19-03#2002/130#449* (461.3)</span>. Per il parere del Cantone dei Grigioni, cf. <a href="https://dodis.ch/63732" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/63732</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_6_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_6_8"> <dt class="fn-number">7</dt> <dd class="fn-content">RU, 1982, pp. 1076–1106. Per una copia della versione parafata, cf. il facsimile <a href="https://dodis.ch/60763" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/60763</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_6_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_6_18"> <dt class="fn-number">8</dt> <dd class="fn-content">Per la preparazione dell’incontro di <a href="http://dodis.ch/G736" class="tei-placeName">Lugano</a> del 2 giugno 1992 e per l’elenco dei partecipanti, cf. i fascicoli <span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E2010A#2005/342#1617* (B.12.51.33)</span> e <span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E2200.19-03#2002/130#449* (461.3)</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_6_18">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_8_4"> <dt class="fn-number">9</dt> <dd class="fn-content">L’accordo fu stipulato il 24 febbraio 1993 ed entrò in vigore il 26 aprile 1993 dopo uno scambio di note, cf. RU, 1993, pp. 2072–2074.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_8_4">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
60000-60999/dodis-60763.pdf
# SCHWEIZERISCHER BUNDESRAT CONSEIL FÉDÉRAL SUISSE CONSIGLIO FEDERALE SVIZZERO Beschluss 280TT. 1992 Décision Decision Accordo tra Svizzera ed Italia sulla cooperazione regionale transfrontaliera Vista la proposta del DFAE del 5 ottobre 1992 Visto il risultato della procedura di corapporto ## è deciso: 1) E' approvato l'Accordo quadro tra la Confederazione svizzera e la Repubblica italiana per la cooperazione regionale transfrontaliera delle collettività ed autorità regionali e locali. 2) Il Capo della Direzione del diritto internazionale pubblico del DFAE, Ambasciatore Mathias Krafft, è autorizzato a firmare l'accordo. 3) La Cancelleria federale confeziona i pieni poteri. 4) Il DFAE è autorizzato a notificare l'espletamento delle procedure previste per l'entrata in vigore. Per estratto conforme: *Ciccioli* *Ciccioli* | Protokollauszug an: | | | | | | --- | --- | --- | --- | --- | | 5 ohne / | | | | | | mit Beilage | | | | | | z.V. | z.K. | Dep. | Anz. | Akten | | x | | EDA | 10 | - | | | | EDI | | | | | x | EJPD | 5 | - | | | | EMD | | | | | | EFD | | | | | x | EVD | 5 | - | | | | EVED | | | | | x | BK | 5 | - | | | | EFK | | | | | | Fin. Del. | | | # EIDGENÖSSISCHES DEPARTEMENT FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN ## DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES <br> DIPARTIMENTO FEDERALE DEGLI AFFARI ESTERI Berna, 5 ottobre 1992 ## Al Consiglio federale ## Accordo tra Svizzera ed Italia sulla cooperazione regionale transfrontaliera La Convenzione quadro europea del 21 maggio 1980 sulla cooperazione transfrontaliera delle collettività e autorità territoriali (RS 0.131.1) è stata ratificata dalla Svizzera e dai Paesi limitrofi. Detto accordo intende promuovere e favorire, entro i limiti posti dai singoli ordinamenti costituzionali, la cooperazione transfrontaliera tra enti ed autorità dei diversi Paesi. L'Italia ha emesso una riserva, nel senso che l'applicazione della Convenzione è subordinata alla conclusione di un'ulteriore intesa bilaterale tra gli Stati interessati alla cooperazione regionale transfrontaliera. I cantoni confinanti con l'Italia, segnatamente Grigioni, Ticino e Vallese, sono interessati a sviluppare forme più intense di cooperazione con le collettività e autorità territoriali italiane limitrofe. Un progetto italiano di accordo e un controprogetto elaborato dal DFAE sono stati sottoposti all'esame dei tre cantoni. Il controprogetto, che ha raccolto il consenso dei cantoni, ha servito da base per la discussione e ha potuto essere parafato, con alcuni emendamenti di carattere redazionale, in occasione dell'incontro svoltosi il 2 giugno 1992 a Lugano tra una delegazione italiana e rappresentanti del DFAE e del canton Ticino. L'accordo riprende in grande misura disposizioni già previste dalla Convenzione del 1980 e non crea né nuovi diritti né nuove obbligazioni. Parimenti varrebbe nel caso di un ritiro della riserva italiana. Si rende pertanto superflua una sua approvazione da parte dell'Assemblea federale. Le procedure constituzionali richieste per l'entrata in vigore sono pertanto adempiute con l'approvazione da parte del Consiglio federale dell'accordo e con la firma dello stesso. L'Ufficio federale di giustizia si è detto d'accordo con la presente proposta. Vi invitiamo a prendere la decisione acclusa. ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Allegati: - progetto di accordo - progetto di decisione Per corapporto: DFGP Estratto del processo verbale a: - DFAE, Direzione del diritto internazionale pubblico, (per esecuzione) - DFGP - Cancelleria federale (per confezione dei pieni poteri) # Accordo quadro tra la Confederazione svizzera e la Repubblica italiana per la cooperazione transfrontaliera delle collettività ed autorità regionali e locali ## Il Consiglio federale svizzero <br> e <br> il Governo della Repubblica italiana, nell'intento di agevolare l'applicazione della Convenzione quadro europea del 21 maggio 1980 sulla cooperazione transfrontaliera delle collettività e autorita territoriali e consci dei vantaggi legati alla cooperazione transfrontaliera delle collettività e degli enti regionali e locali per una sempre più stretta cooperazione europea, convengono quanto segue : ## Art. 1 Le Parti si adopereranno per favorire le iniziative delle collettività e degli enti regionali e locali volte ad instaurare e sviluppare la collaborazione transfrontaliera. ## Art. 2 Ai sensi del presente Accordo si intendono per collettività ed enti regionali e locali: a) per quanto riguarda l'Italia: le regioni, le provincie, i comuni, le comunità montane, i consorzi comunali e provinciali di servizi e d'opere. La profondita della fascia, entro la quale devono essere situati gli enti locali italiani abilitati a stipulare i suddetti accordi ed intese e che non siano direttamente confinanti con la Svizzera, è di 25 chilometri dalla frontiera italo-svizzera; b) per quanto riguarda la Svizzera: i cantoni Grigioni, Ticino e Vallese, nonché i loro comuni, i consorzi e le associazioni di comuni, i consorzi di regioni, i patriziati, le regioni di montagna e i consorzi di servizi e d'opere. ## Art. 3 ${ }^{1}$ Le materie che potranno formare oggetto di accordi ed intese ai sensi del presente Accordo sono, a titolo indicativo, le seguenti: a) sviluppo urbano e regionale; b) trasporti e comunicazioni; c) energia; d) protezione della natura e dell'ambiente; e) insegnamento e cooperazione scientifica e tecnologica nei settori di loro competenza; f) formazione, orientamento e riqualificazione professionale; g) igiene e sanità; h) cultura e sport; i) protezione civile e aiuto reciproco in caso di catastrofe; 1) turismo; m) problemi dei lavoratori frontalieri; n) promozione di attivita economiche e commerciali; o) attivita inerenti ai parchi transfrontalieri, al trattamento dei rifiuti, alla costruzione di fogne e di canalizzazioni; p) miglioramento delle strutture agrarie; q) infrastrutture sociali. ${ }^{2}$ In tale ambito e nei limiti delle competenze attribuite dal diritto interno di ciascuna Parte, le collettivita e gli enti regionali e locali potranno stipulare accordi ed intese di collaborazione transfrontaliera. Art. 4 ${ }^{1}$ Gli accordi e le intese saranno stipulati nel rispetto delle procedure previste da ognuna delle Parti. ${ }^{2}$ Gli accordi e le intese non possono essere interpretati in modo tale da modificare o rendere privi d'effetto gli accordi di cooperazione transfrontaliera gia esistenti sotto diverse forme tra le Parti del presente Accordo, né incidere sulla facolta delle Parti stesse di concludere accordi in materia. ${ }^{3}$ Gli oneri finanziari derivanti dagli anzidetti accordi e intese e dalle conseguenti iniziative di attuazione non sono a carico delle amministrazioni centrali delle Parti. Art. 5 Eventuali questioni concernenti l'applicazione e l'interpretazione degli accordi e delle intese stipulate dalle collettivita ed enti regionali e locali ai sensi del presente Accordo potranno essere esaminate dalle Parti facendo ricorso alla via diplomatica. Art. 6 ${ }^{1}$ Il presente Accordo ha durata illimitata, salvo denuncia di una delle due Parti con preavviso di sei mesi. ${ }^{2}$ L'Accordo entrerà in vigore alla data in cui le Parti si saranno notificate l'avvenuto perfezionamento degli adempimenti costituzionali previsti dai rispettivi ordinamenti interni. Fatto a il in lingua italiana. Per il Consiglio federale svizzero in due esemplari Per il Governo della Repubblica italiana Accordo tra Svizzera ed Italia sulla cooperazione regionale transfrontaliera Vista la proposta del DFAE del 5 ottobre 1992 Visto il risultato della procedura di corapporto è deciso: 1) E' approvato l'Accordo quadro tra la Confederazione svizzera e la Repubblica italiana per la cooperazione regionale transfrontaliera delle collettività ed autorità regionali e locali. 2) Il Capo della Direzione del diritto internazionale pubblico del DFAE, Ambasciatore Mathias Krafft, è autorizzato a firmare l'accordo. 3) La Cancelleria federale confeziona i pieni poteri. 4) Il DFAE è autorizzato a notificare l'espletamento delle procedure previste per l'entrata in vigore. Per estratto conforme: ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) # IL CONSIGLIO FEDERALE SVIZZERO NOTIFICA CON LE PRESENTI che ha autorizzato il signor Mathias K r a f f t , Ambasciatore, Capo della Direzione del diritto internazionale pubblico del Dipartimento federale degli affari esteri, a firmare l'Accordo quadro tra la Confederazione svizzera e la Repubblica italiana per la cooperazione transfrontaliera delle collettività ed autorità regionali e locali. In fede di che, le presenti sono state firmate dal Presidente e dal Cancelliere della Confederazione svizzera e munite del sigillo del Consiglio federale. Berna, il 28 ottobre 1992 IN NOME DEL CONSIGLIO FEDERALE SVIZZERO Il Presidente della Confederazione: Il Cancelliere della Confederazione:
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null
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GovDecisions
51,388
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28
Programme de la remise des lettres de créance de C. Gorgé à Tokyo.
French
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1940-03-05
1940-03-05
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Japan (Politik)
Beglaubigungsschreiben|Protokoll
Tokio
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Imperial Hotel, Tokyo
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Arita Hachiro|Gorgé Camille|Hirohito |Kojun |Thurnheer Walter
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Giappone (Politica)
Lettere credenziali|Protocollo
Tokyo
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Imperial Hotel, Tokyo
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Arita Hachiro|Gorgé Camille|Hirohito |Kojun |Thurnheer Walter
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Japon (Politique)
Lettres de créance|Protocole
Tokyo
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Imperial Hotel, Tokyo
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null
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Arita Hachiro|Gorgé Camille|Gorgé-Mischler Rose|Hirohito |Kojun |Thurnheer Walter
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Japan (Politics)
Credential Letters|Protocol
Tokyo
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Imperial Hotel, Tokyo
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Arita Hachiro|Gorgé Camille|Hirohito |Kojun |Thurnheer Walter
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null
50,000
https://dodis.ch/51388
Aktennotiz / Notiz
French, Aktennotiz / Notiz
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51000-51999/dodis-51388.pdf
Le 5 Mars. A 10 h. 5 m. le Maître des Gérémonies vient chercher le Ministre dans un automobile de la Cour pour l'accompagner au Palais Impérial. (Madame Gorgé ira avec la voiture de son propre usage.) Départ de l'Hôtel Impérial: 10 h. 15 m. (Costume: redingote ou jaquette). Le Ministre entre par la porte d'honneur du Palais, la garde impériale lui rend les honneurs militaires. Arrivée au Palais Impérial: 10 h. 20 m. Le Ministre est conduit par le Maître des Gérémonies à la salle d'attente où il rencontre le Ministre des Affaires Etrangères et le Grand Maître des Gérémonies. ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) (a) S. M. l' Empereur (b) l'Interprète (c) 6 Ministre des Affaires Etrangères (d) 6 Grand Maître des Cérémonies A 10 h .30 m . le Ministre est conduit par le Maître des Gérémonies à la salle d'audience où se trouve Sa Majesté l'Empereur. Il s'incline une première fois avant de franchir le seuil (position I), une seconde fois vers le milieu de la chambre (position II) et une troisième fois en arrivant près de l'Empereur (position III). Le Ministre lit tout de suite son discours qui est traduit en Japonais par l'Interprète. Le Ministre remet ensuite ses lettres de créance entre les mains de S. M. l'Empereur, en même temps que les lettres de rappel de son prédécesseur. L'Empereur répond et sa réponse est traduite en français par l'Interprète. L'Empereur tend la main au Ministre. Il y aura une petite conversation entre S.M. l'Empereur et le Ministre et après la conversation Sa Majesté tend une seconde fois la main au Ministre pour lui dire que l'audience est terminée. Le Ministre sort à reculons en faisant les même saluts qu'auparavant. Chez S.M. l'Impératrice. Le Ministre et son épouse sont conduits par le Maître des Gérémonies chez Sa Majesté l'Impératrice (Ministre: à droite, position A; Madame Gorgé: à gauche, position B.). Le Ministre et son épouse suivent le même cérémonial que celui chez S.M. l'Empereur; ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) La femme fait la révérence au lieu de s'incliner. L'Impératrice tend la main au Ministre et à son épouse. Conversation. Après la conversation l'Impératrice tend la main une seconde fois au Ministre et à son épouse pour leur dire que l'audience est terminée. Le Ministre et son épouse sortent à reculons en faisant le même cérémonial qu'auparavant.
null
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null
Notes/Internal
59,581
Besuch Aussenhandelsminister Jobert in der Schweiz
21
Übermittlung des Berichts vom Besuch des französischen Aussenhandelsminister Jobert. Der Schweizer Botschafter, F. de Ziegler, wird für seine vorzügliche Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Besuches gelobt. Darin: Bericht über den Besuch des französischen Aussenhandelsministers Michel Jobert vom 21.4.1982 (Beilage). Darin: Notiz der Unterredung mit Bundespräsident Honegger vom 14.4.1982 (Beilage). Darin: Notiz der Debatte des Mittagessens offeriert vom Vorort zu Ehren von Jobert vom 16.4.1982 (Beilage). Darin: Notiz des Pressegespräches des Aussenhandelsministers Jobert vom 22.4.1982 (Beilage). Darin: Delegationsliste der Schweizer Delegation (Beilage). Darin: Delegationsliste der Französischen Delegation (Beilage). Darin: Liste der Diskussionspunkte (Beilage). Darin: Programm des Besuches (Beilage). Darin: Liste der Gäste beim Nachtessen im Landgut Lohn (Beilage). Darin: Liste der Gäste beim Mittagessen des Vororts (Beilage).
German
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1982-04-22
1982-04-22
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Frankreich (Wirtschaft)
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OEWZ–OWZE)
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Paris
Arth|Basel|Belgrad|Deutschland|Entwicklungsländer|Frankreich|Hongkong|Japan|Jugoslawien|Kanada|Landgut Lohn bei Kehrsatz|Orsay|Schweden|Tokio|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Versailles|Westeuropa|Zürich
Schweizerische Botschaft in Paris
Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen|ASUAG|Bühler|Bundesrat|Economiesuisse|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung V/Finanz- und Wirtschaftsdienst|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|Eidgenössisches Finanzdepartement|Elektrowatt|EU/Europäische Kommission|EU/Ministerrat|Europäische Freihandelsassoziation|Europäische Union|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|F. Hoffmann-La Roche|Flughafen Basel-Mülhausen|Flughafen Zürich|Frankreich/Finanz- und Wirtschaftsministerium/Direktion für Aussenwirtschaftsbeziehungen|Frankreich/Generaldirektion der Zollverwaltung|Frankreich/Nationalbank|Frankreich/Regierung|Frankreich/Sozialistische Partei|G7|GATT/Rat|Hôtel Savoy Zürich|Integrationsbüro EDA–EVD|Kalk- und Zementunternehmen der Romandie|Laboratoires Sandoz France|Lindt & Sprüngli AG|Migros Genossenschaftsbund|Nationalrat/Aussenpolitische Kommission|OECD/Rat|Organisation für wirtschaftliche
EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
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Ziegler François de
Sommaruga Cornelio
Arnold Pierre|Aubert Pierre|Baquiast Henri|Barre Raymond|Bergmaier Hans|Borgeaud Pierre|Bühler René|Curien Gilles|Delors Jacques|Delpech Laurens|Dérobert Michel|Dunant Yves|Geiser André|Hartmann Alfred|Holzach Robert|Honegger Fritz|Jacquemart Claude|Jaggi Yvette|Jobert Michel|Jolles Paul Rudolf|Kaufmann Hansjakob|Keene Jean-Loup|Landgraf François|Lasserre Claude|Leutwiler Fritz|Lusser Milan|Matthey Ernest|Mauroy Pierre |Meier Margrit|Meier Wilhelm|Mitterrand François|Müller Richard|Planta Louis von|Pouligo Anne Florence|Renggli Peter|Risi Josef|Sarasin Alfred E.|Sievers Erich|Sommaruga Cornelio|Sprüngli Rudolf|Strasser Hans|Streuli Jürg|Thorn Gaston|Thourot Patrick|Tissier Jean|Ulrich Josef|Valensi Edouard|Veyrassat Paul|Wegmüller Walter|Wyss Jörg von|Ziegler François de|Zwahlen Jean
Meier Wilhelm
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Francia (Economia)
Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico (OECE–OCSE)
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Parigi
Basilea|Belgrado|Canada|Europa occidentale|Francia|Germania|Giappone|Hong Kong|Jugoslavia|Lohn|Losanna|Orsay|Paesi in via di sviluppo|Stati Uniti d'America (USA)|Svezia|Tokyo|Versailles|Zurigo
Ambasciata svizzera a Parigi
Accordo generale sui dazi doganali ed il commercio|Aeroporto di Basilea-Mulhouse|Aeroporto di Zurigo|Ambasciata svizzera a Parigi|Associazione europea di libero scambio|Associazione svizzera dei Banchieri|ASUAG|Azienda di calce e cemento della Svizzera romanda|Banca nazionale svizzera|Bühler|Camera di commercio svizzera in Francia|Consiglio degli Stati/Commissione della politica estera|Consiglio di mutua assistenza economica|Consiglio federale|Consiglio nazionale/Commissione della politica estera|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica V/Servizio economico e finanziario|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|Dipartimento federale delle finanze|Economiesuisse|Elektrowatt|F. Hoffmann-La Roche|Federazione delle cooperative Migros|France/Direzione generale delle dogane|Francia/Banca nazionale|Francia/Governo|Francia/Ministero dell'economia e delle finanze/Direzione per le
DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna
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Ziegler François de
Sommaruga Cornelio
Arnold Pierre|Aubert Pierre|Baquiast Henri|Barre Raymond|Bergmaier Hans|Borgeaud Pierre|Bühler René|Curien Gilles|Delors Jacques|Delpech Laurens|Dérobert Michel|Dunant Yves|Geiser André|Hartmann Alfred|Holzach Robert|Honegger Fritz|Jacquemart Claude|Jaggi Yvette|Jobert Michel|Jolles Paul Rudolf|Kaufmann Hansjakob|Keene Jean-Loup|Landgraf François|Lasserre Claude|Leutwiler Fritz|Lusser Milan|Matthey Ernest|Mauroy Pierre |Meier Margrit|Meier Wilhelm|Mitterrand François|Müller Richard|Planta Louis von|Pouligo Anne Florence|Renggli Peter|Risi Josef|Sarasin Alfred E.|Sievers Erich|Sommaruga Cornelio|Sprüngli Rudolf|Strasser Hans|Streuli Jürg|Thorn Gaston|Thourot Patrick|Tissier Jean|Ulrich Josef|Valensi Edouard|Veyrassat Paul|Wegmüller Walter|Wyss Jörg von|Ziegler François de|Zwahlen Jean
Meier Wilhelm
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France (Economie)
Organisation de coopération et de développement économiques (OECE–OCDE)
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Paris
Allemagne|Bâle|Belgrade|Canada|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe occidentale|France|Hong Kong|Japon|Lausanne|Manoir du Lohn|Pays en voie de développement|Quai d'Orsay|Suède|Tokyo|Versailles|Yougoslavie|Zurich
Ambassade de Suisse à Paris
Accord général sur les tarifs douaniers et le commerce|Aéroport Bâle Mulhouse|Aéroport international de Zurich|Ambassade de Suisse à Paris|André & Cie|Association européenne de libre-échange|Association suisse des banquiers|ASUAG|Banque nationale suisse|Bühler|Bureau de l'intégration DFAE–DFEP|Chambre de commerce suisse en France|Conseil d'assistance économique mutuelle|Conseil des États/Commission de politique extérieure|Conseil fédéral|Conseil national/Commission de politique extérieure|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral des affaires étrangères|Département fédéral des finances|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique V/Service économique et financier|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|Economiesuisse|Elektrowatt|F. Hoffmann-La Roche|Fédération des coopératives Migros|France/Banque nationale|France/Direction générale des douanes|France/Gouvernement|France/Ministère d
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures
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Ziegler François de
Sommaruga Cornelio
Arnold Pierre|Aubert Pierre|Baquiast Henri|Barre Raymond|Bergmaier Hans|Borgeaud Pierre|Bühler René|Curien Gilles|Delors Jacques|Delpech Laurens|Dérobert Michel|Dunant Yves|Geiser André|Hartmann Alfred|Holzach Robert|Honegger Fritz|Jacquemart Claude|Jaggi Yvette|Jobert Michel|Jolles Paul Rudolf|Kaufmann Hansjakob|Keene Jean-Loup|Landgraf François|Lasserre Claude|Leutwiler Fritz|Lusser Milan|Matthey Ernest|Mauroy Pierre |Meier Margrit|Meier Wilhelm|Mitterrand François|Müller Richard|Planta Louis von|Pouligo Anne Florence|Renggli Peter|Risi Josef|Sarasin Alfred E.|Sievers Erich|Sommaruga Cornelio|Sprüngli Rudolf|Strasser Hans|Streuli Jürg|Thorn Gaston|Thourot Patrick|Tissier Jean|Ulrich Josef|Valensi Edouard|Veyrassat Paul|Wegmüller Walter|Wyss Jörg von|Ziegler François de|Zwahlen Jean
Meier Wilhelm
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France (Economy)
Organisation for Economic Co-operation and Development (OEEC–OECD)
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Paris
Basle|Belgrade|Canada|Developing countries|France|Germany|Hong Kong|Küssnacht|Lohn|Nippon|Orsay|Sweden|Tokyo|United States of America (USA)|Versailles|Western Europe|Yugoslavia|Zurich
Swiss Embassy in Paris
ASUAG|BSL|Bühler|Council for Mutual Economic Cooperation|Council of States/Foreign Policy Committee|Economiesuisse|Elektrowatt|EU/Council of Ministers|EU/European Commission|European Free Trade Association|European Union|F. Hoffmann-La Roche|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division V/Economic and Financial Service|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|Federal Department of Finance|France/Directorate General of Customs|France/Government|France/Ministry of Economy and Finance/Directorate of External Economic Relations|France/National Bank|France/Socialist Party|G7|GATT/Council|General Agreement on Tariffs and Trade|Hôtel Savoy Zürich|Integration Office FDFA-FDEA|Laboratoires Sandoz France|Lime and Cement Company of the Romandie|Lindt & Sprüngli AG|Migros|National Council/Foreign Policy Committee|OECD/Council|Organisation for Economic Co-operation and Development|P
FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs
null
Ziegler François de
Sommaruga Cornelio
Arnold Pierre|Aubert Pierre|Baquiast Henri|Barre Raymond|Bergmaier Hans|Borgeaud Pierre|Bühler René|Curien Gilles|Delors Jacques|Delpech Laurens|Dérobert Michel|Dunant Yves|Geiser André|Hartmann Alfred|Holzach Robert|Honegger Fritz|Jacquemart Claude|Jaggi Yvette|Jobert Michel|Jolles Paul Rudolf|Kaufmann Hansjakob|Keene Jean-Loup|Landgraf François|Lasserre Claude|Leutwiler Fritz|Lusser Milan|Matthey Ernest|Mauroy Pierre |Meier Margrit|Meier Wilhelm|Mitterrand François|Müller Richard|Planta Louis von|Pouligo Anne Florence|Renggli Peter|Risi Josef|Sarasin Alfred E.|Sievers Erich|Sommaruga Cornelio|Sprüngli Rudolf|Strasser Hans|Streuli Jürg|Thorn Gaston|Thourot Patrick|Tissier Jean|Ulrich Josef|Valensi Edouard|Veyrassat Paul|Wegmüller Walter|Wyss Jörg von|Ziegler François de|Zwahlen Jean
Meier Wilhelm
null
55,000
https://dodis.ch/59581
Schreiben
Schreiben, German, Meier Wilhelm
null
59000-59999/dodis-59581.pdf
Bundesamt für Aussenwirtschaft Office fédéral des affaires économiques extérieures Ufficio federale dell'economia esterna 3003 Bern,<br>Bundeshaus Ost 22. April 1982 2031/61 ihr Zeichen Votre signe Vostro segno Unser Zeichen Notre signe Nostro segno Fr. 813 - Mw/ad $\overline{\text { Fr. }} 877.3$ Besuch Aussenhandelsminister Jobert in der Schweiz Herr Botschafter, Anbei erhalten Sie die Berichte über die Gespräche mit Aussenhandelsminister Jobert anlässlich seines Besuchen vom 5. und 6. April in der Schweiz. Zudem möchten wir Ihnen und Ihren Mitarbeitern für die vorzügliche Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung des Treffens bestens danken. Wir versichern Sie, Herr Botschafter, unserer ausgezeichneten Hochachtung. ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Beilagen Kopie mit Beilagen an: - Herrn Bundespräsident Fritz Honegger - Generalsekretariat des EVD - EDA, Politische Direktion - EDA, Politische Abteilung I - EDA, Finanz- und Wirtschaftsdienst - Integrationsbüro EDA/EVD - Schweizerische Delegation bei der EFTA und beim GATT, Genf - Schweizerische Mission bei den EG, Brüssel - Schweizerische Delegation bei der OECD, Paris - Schweizerische Botschaften in Athen, Belgrad, Bonn, Brüssel Dublin, Den Haag, Helsinki, Lissabon, Kopenhagen, London, Luxemburg, Oslo, Ottawa, Rom Stockholm, Tokyo, Washington, Wien - EJPD, Bundesamt für Polizeiwesen - Vorort des Schweizerischen Handels- und Industrievereins, Zürich - J, Ja, So, vT, Rb, Sb, A, Ly, Gi, Lu, Md, An, Gre, Bo, Km, vW, Pw, Kz, Mk, Mm, Mw # B e r i c h t über den Besuch des französischen Aussenhandelsministers Michel Jobert vom 5. und 6. April 1982 in der Schweiz ## 1. Grundsätzliches Am 5. und 6. April stattete der französische Aussenhandelsminister Michel Jobert der Schweiz einen Besuch ab. Im Mittelpunkt des zweitägigen Aufenthaltes stand am 5. April die Arbeitssitzung zwischen den Delegationen beider Länder unter dem Vorsitz von Bundespräsident Fritz Honegger. Zudem traf der französische Gast mit Bundesrat Pierre Aubert am 6. April zu einer Unterredung zusammen. Auf Initiative des Vororts begegneten sich am gleichen Tag die französische Delegation und Spitzenvertreter der schweizerischen Wirtschaft zu einem Meinungsaustausch. Für die Berichte über die Kontakte ausserhalb der Arbeitssitzung sei auf die Beilagen verwiesen. Mit der Einladung an Michel Jobert wurden vorab die folgenden Absichten verfolgt: a) Die Erstellung des Kontaktes auf Aussenhandelsminister-Ebene in einer Zeit der zunehmenden protektionistischen Tendenz in Frankreich. b) Die Besorgnisse auszudrücken über mögliche negative Folgen der neuen französischen Wirtschaftspolitik (insbesondere der Rückeroberung des Binnenmarktes) auf die grosse Substanz der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und den europäischen Freihandel. c) Authentische Präzisierungen über die Durchführung der Politik der Rückeroberung des Binnenmarktes resp. "valorisation de certains secteurs industriels" zu erhalten. Der französische Gesprächspartner war sich der Substanz der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen bewusst und würdigte den Umstand, dass Frankreich grossen Nutzen aus der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zieht. Ein besonderes Augenmerk soll auch weiterhin der Erhaltung der Substanz der Beziehungen gelten. Schweizerische Bedenken gegenüber möglichen wettbewerbsverzerrenden und protektionistischen Auswirkungen der französischen Wirtschaftspolitik, vornehmlich im europäischen Freihandelsraum, versuchte man zu zerreden. Frankreich werde nicht zur protektionistischen Festung und andere liberale OECD-Mitgliedstaaten hätten schon früher analoge wirtschaftspolitische Massnahmen getroffen, ohne dass gegen sie geballte Kritik vorgebracht worden sei. Auch gegenüber der Regierung Barre habe man grössere Toleranz walten lassen. Man solle, so Jobert, konkrete Schwierigkeiten vorbringen, die für die Schweiz aus der Durchführung des Regierungsprogrammes entstanden seien. Bezeichnend war das Rollenverständnis von Frankreich als "grande nation", die sich ausbedingen werde, in sämtlichen wichtigen Sektoren, insbesondere den zukunftsträchtigen, einen konkurrenzfähigen Produktionsapparat zu erhalten oder zu schaffen. Wenig versichernd wirkte im Zusammenhang mit dieser Zielsetzung die Bemerkung Joberts, dass sein Land die Bestimmungen der internationalen Wirtschaftsabkommen und deren Interpretationsspielraum voll auszuschöpfen gedenke: es sei übrigens Sache der Wirtschaftspartner, Frankreich Halt zu gebieten, falls es zu weit ginge! Er erteilte damit der internationalen Arbeitsteilung eine klare Absage und eröffnete zwiespältige Aussichten für die Anwendung der Wirtschaftsordnungen. Ist Frankreich bereit, und wie weit, Arbeitsteilung im europäischen Freihandelssystem einzugehen ? Hier blieben die Aussagen Joberts - vermutlich bewusst - verschwommen. Die schweizerische Seite stellte in den Mittelpunkt der Gespräche: - die neue französische Wirtschaftspolitik mit ihrer "reconquête du marché intérieur" resp. "valorisation de certains secteurs industriels" - die französische Exportfinanzierungspolitik, insbesondere betreffend die Anwendung des OECD-Konsenses - die französische Haltung zum Wirtschaftsgipfel von Versailles sowie zum GATT-Ministertreffen - die Anwendung des Pharma-Abkommens. Von der französischen Delegation wurden wiederum die schweizerischen Abgasvorschriften für Automobile aufgeworfen. 2. Reconquête du marché intérieur (Valorisation de certains secteurs industriels) Die schweizerische Delegation meldete Bedenken gegen die möglichen wettbewerbsverzerrenden Auswirkungen aus dem Wirtschaftsprogramm der Regierung Mauroy an. Vor allem zeigte man sich über die zunehmende protektionistische Tendenz besorgt, weil es problematisch würde, protektionistischen Forderungen zuhause nicht stattzugeben. Als konkrete Beispiele wurden die Rückeroberung des Binnenmarktes, die Verstaatlichung sowie der Textilplan der Regierung aufgefuhrt. Auch die schweizerischen Textilmaschinen- und Textilexporteure kennten Schwierigkeiten. Der Restrukturierung im Textilsektor hätten schon die Hälfte der Unternehmen geopfert werden müssen. Die schweizerische Industrie befürchte daher Wettbewerbsverzerrungen auf dem französischen Markt besonders. Diese könne man schwer hinnehmen, wenn der substantielle Handelsbilanzüberschuss Frankreichs mit der Schweiz in Betracht gezogen werde. Bei den verstaatlichten Unternehmen befürchteten die schweizerischen Unternehmer durch eine diskriminierende Einkaufspolitik getroffen zu werden. Fraglich seien zudem die Auswirkungen der mehrjährigen Abkommen, welche die Regierung mit den verstaatlichten Unternehmen abzuschliessen gedenke. Den Begriff "Reconquête du marché intérieur" klassierte die französische Seite ins Vokabular des Wahlmanifests der sozialistischen Partei. Die Rückeroberung des Binnenmarktes sei aber nichts anderes als die Restrukturierung des Produktionsapparates. Es ginge vor allem darum, überalterte Sektoren vor dem Untergang zu retten und zukunftsträchtige zu erschliessen. Die internationale Arbeitsteilung könne aber nicht das einzige Kriterium zur Rechtfertigung der Produktion sein, auch andere Gründe, wie z.B. soziale und militärische, seien wichtig. Frankreich werde nie akzeptieren, wenn die aussenwirtschaftliche Wirtschaftstätigkeit von heute $20 \%$ auf $10 \%$ des BSP zurückginge. Die französische Regierung werde jedoch bedacht sein, die Bestimmungen des internationalen Wirtschaftsrechts zu befolgen, aber auch nicht zögern, deren Handlungsspielraum, insbesondere die Schutzklauseln, voll auszuschöpfen. Was die wettbewerbsverfälschenden Wirkungen aus den Verstaatlichungen betreffe, so hoffe die Regierung, nur a posteriori eingreifen zu müssen. (Jobert schien hier die Konventionen, die die verstaatlichten Unternehmen mit der Regierung abschliessen müssen, vergessen zu haben.). Die Unternehmensführung soll nämlich den klassischen Kriterien gehorchen. # 3. OECD-Ministerratssitzung: Exportfinanzierung Die schweizerische Delegation stellte unter diesem Diskussionspunkt eine gewisse Verschärfung des OECD-Exportkredit-Arrangements sowie die disziplinierte Anwendung dieses Instrumentes in den Vordergrund. Als Problemkreise, die u.a. bei der Ministerratssitzung diskutiert werden könnten, wurden genannt die Kreditdauer, die Subventionierung der Zinssätze und die Reklassifizierung gewisser Staaten. Man hoffe, dass hier einige Fortschritte erreicht werden können, ansonsten nicht ausgeschlossen werden könne, auch für schweizerische Firmen staatliche Exportsubventionen zu erwägen, um Wettbewerbsverzerrungen einigermassen auszugleichen. Die französische Seite scheint bereit zu sein, über die Reklassifizierung zu sprechen. Die Zinssätze und die Kreditdauer möchte Frankreich soweit als möglich nicht zur Diskussion stellen. Die Erleichterungen der Exportkredite seien als Hilfe für die Entwicklungsländer zu betrachten, ohne die sie sich noch bedrohlicher verschulden müssten. Frankreich wende heute im Rahmen der Exportrisikogarantie Kredithilfen in der Höhe von 3 Mia \$ auf. Gegen die von Frankreich beabsichtigte Kapitalaufnahme zur Exportfinanzierung in Tiefzinsländern (BRD, Japan, etc.) hätte die schweizerische Seite nichts einzuwenden, falls die Kredite in der entsprechenden Fremdwährung weitergegeben würden. ## 4. GATT-Ministertreffen Der französische Aussenhandelsminister erwartet nicht allzu viel vom GATT-Ministertreffen. Beide Delegationen waren sich einig, dass vorerst das Erreichte in den klassischen Bereichen konsolidiert werden müsse, bevor im komplexen Dienstleistungsbereich grosse Initiativen lanciert würden. Vor allem gelte es, nach französischer Ansicht, eine Flucht nach vorne in neue Bereiche zu vermeiden. # 5. Wirtschaftsgipfel von Versailles Vom Wirtschaftsgipfel erhofft sich Frankreich einige Fortschritte hinsichtlich eines besser funktionierenden Weltwährungssystems. Es gehe besonders darum, den Eurodollarmarkt wieder in geordnete Bahnen zu lenken, um Inflationsimpulse aus dieser Richtung dämpfen zu können. Man sei dazu auf die aktive Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten angewiesen, die jedoch heute aus dem Status quo Vorteile schlagen. Die Europäer werden nötigenfalls den Ton erhöhen, um zu einer Lösung zu gelangen. ## 6. Spezielle Probleme ## Pharmasektor Die schweizerische Seite erläuterte zusammenfassend die Zielsetzungen des bilateralen Pharma-Abkommens von 1978 und die darin festgelegten Verfahren zur Regelung der strittigen Punkte. Diese Informationsarbeit war für die französische Aussenhandelsequipe, die schlecht über das Pharmadossier informiert war, von Nöten. Der schweizerische Delegations-Chef beglückwünschte sich, dass die Gültigkeit dieses Abkommens auch heute unbestritten bleibt. Bedauert wurde hingegen, dass noch keine Lösung der durch das Abkommen anvisierten Probleme gefunden werden konnte. Die Preise der Pharmaprodukte seien weiterhin ungenügend und die gewichtigen sogenannten "Zollfälle" immer noch nicht beseitigt. Um die Unsicherheiten zu beheben, die sich aus der lückenhaften und oft willkürlich interpretierten französischen Devisengesetzgebung ergeben, hat die schweizerische Delegation die Schaffung einer "structure de concertation" im Budgetministerium vorgeschlagen, die die "Direction des impôts", jene des Zolls und die betroffenen Unternehmen umfasst. Derart könnten die Probleme unter dem fiskalischen Gesichtspunkt angegangen werden, sofern die "Direction des douanes" die Klagen zurückziehe. Der französischen Delegation wurde ein Memorandum übergeben, in dem der oben skizzierte Lösungsansatz umschrieben ist und die negativen Auswirkungen dargestellt sind, die für die betroffenen Unternehmen aus den Zollfällen entstehen. Jobert stellte die baldige Regelung der "Zollfälle" in Aussicht und beteuerte das Engagement seines Ministeriums in der Durchführung des bilateralen Pharma-Abkommens. Abgasvorschriften für Automobile Die französische Delegation drückte den Wunsch aus, die Fristen für die Inkraftsetzung der schweizerischen Abgasvorschriften etwas hinauszuschieben und damit dem schwedischen Beispiel zu folgen. Man solle mindestens solange warten, bis "Renault" die US-Version auf den Markt gebracht hätte. Der schweizerische Delegations-Chef wies darauf hin, dass die Frist für die Inkraftsetzung der ersten Phase schon um 6 Monate verlängert worden sei. Was die Bestimmungen der zweiten Phase nach 1986 betreffe, jener Phase also, die den Automobilproduzenten möglicherweise grössere Schwierigkeiten bereite, so brauche man sich darüber heute noch keine Sorgen zu machen: der Bundesrat würde die Angelegenheit zu gegebener Zeit erneut, im Lichte der technischen Entwicklung und der aussenwirtschaftlichen Konsequenzen, prüfen. Der schweizerische Delegations-Chef erläuterte kurz den politischen Werdegang der Abgasnormen und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es für den Bundesrat schwierig sei, für die erste Phase Konzessionen zu machen, wenn er dem Volk gegenüber seine Glaubwürdigkeit wahren wolle. Liste der Beilagen - Unterredung (im kleinen Kreise) mit Bundespräsident Honegger von 17.00 bis 17.30 h - Debatte anläslich des Mittagessens offeriert vom Vorort zu Ehren von Aussenhandelsminister Jobert - Pressegespräch des Aussenhandelsministers Jobert in Zürich - Delegationslisten - Diskussionspunkte - Programm - Liste der Gäste beim Nachtessen im "Lohn" - Liste der Gäste beim Mittagessen des Vorort Besuch des französischen Aussenhandelsministers in Bern am 5. April 1982 Unterredung (im kleinen Kreis) mit Bundespräsident Honegger (17.00 - 17.30 h ) Folgende Themen wurden berührt: 1. Jugoslawien (auf Initiative von Jobert(Jo)): Es handle sich um ein politisches Problem; man müsse weiter etwas für Jugoslawien machen, um zu vermeiden, dass die wirtschaftliche Abhängigkeit vom RGW steigt. Aus diesem Grunde habe Jo eine Woche früher mit einer grossen Delegation von Wirtschaftsvertretern (vor allem Einkäufer) Jugoslawien besucht. Frankreich werde weiterhin mit Regierungskrediten Belgrad helfen: damit wolle Paris den guten Willen (also auch ein politisches Zeichen) bekunden. Diese Haltung sollte auch von den übrigen westeuropäischen Ländern eingenommen werden. 2. Japan, das auch kürzlich von Jo besucht wurde, sei von den Erklärungen von EG-Kommissionspräsident Thorn beeindruckt worden (Anrufung von Art. XXIII des GATT), da klare Drohungen ausgesprochen wurden. Jo habe sich daher hinter die EGExekutive stellen können "mais les Japonais ont la peau épaisse et le ton facile". Drei oder vier Komitees seien in Tokyo eingesetzt worden; es fehle jedoch ein Kalender. Präsident Mitterrand wird demnächst Tokyo besuchen: die Japaner könnten dann gewisse kleine Geschenke machen (Kauf von einigen Hubschraubern), was das Problem nicht lösen könne. Die Japaner seien sehr besorgt bei internationalen Treffen (so am Gipfel von Versailles) isoliert zu werden; sie versuchten daher, die EG gegen die USA auszuspielen, um - wenn auch kurzfristig - immer einen grösseren Partner auf ihrer Seite zu haben. Bezüglich des Yen-Kurses habe Jo niemanden gefunden, der ihm beweisen konnte, dass die Yen-Schwäche aus gewollten japanischen Manipulationen stamme, was er bedaure. 3. Technologie-Kapitel des Versailler Gipfels: Es sei ein gefährliches Spiel, da im Verhältnis Europa-Japan nur an das gedacht werde. Jo meint, dass die EG in ihren Exporten nach Japan ganz andere Zielsetzungen haben müsse. Die Japaner würden versuchen, die Partner zu beruhigen mit allgemeinen Versprechen über Exporte von Software; was man in Europa dagegen brauche, seien japanische Investitionen in produzierenden Industrien. (Die Ausführungen von Jo beinhalteten eine gewisse Kritik am französischen Vorschlag, dieses Thema in Versailles zu behandeln). 4. Kanada (wo Jo bis am Vortag seines Schweizer Besuches weilte) sei stark protektionistisch, wie z.B. bei den Niederlassungsbewilligungen für ausländische Banken und damit mit Japan zu vergleichen. 5. Französische Wirtschaft: Sie gleiche nicht der schweizerischen, sei jedoch solid. Jo: "Je suis un bon ami de Delors, je crois donc à ce qu'il dit". Das Budget-Defizit würde 1983 $3 \%$ des BIP nicht übersteigen; somit läge dieser Anteil noch unter jenem der Vereinigten Staaten. Grösstes aktuelles Problem sei der Zinssatz, welcher ausschliesslich von den USA beeinflusst werde. Jo erwarte kurz vor dem Versailler Gipfel eine Herabsetzung der amerikanischen Zinssätze, was eine Geste der amerikanischen Behörden bedeuten würde. Die amerikanische Zinspolitik koste die französische Notenbank riesige Beträge, um den Franc zu stützen; das könne nicht lange weitergehen. (Jo erklärte im Wagen dem Unterzeichnenden, dass er die erste Mauroy-Regierung (Mai 1981) beraten habe, gleich aus dem Europäischen Währungssystem auszutreten, um den Franc frei fluktuieren zu lassen. Er glaube persönlich, dass es mittelfristig keine andere Lösung gebe, um den Reserveverlust der Banque de France zu bändigen). 6. Verhältnis Schweiz-Frankreich: Jo hatte positive und freundliche Worte für die Schweiz, unter anderem "je ne suis pas de ces français qui se plaignent de la Suisse, je l'ai dit depuis longtemps et je continue de le dire, vous êtes le miroir dans lequel nous apercevons nos erreurs!". $$ \text { * * } \quad * \quad * $$ P.S. Unterredung im Wagen mit dem Unterzeichnenden: Auf den Ende April im EG-Rat fälligen Entscheid über die Verbesserung der Urspungsregeln der Freihandelsabkommen angesprochen, versicherte Jo, er wolle mit seinem Kollegen im Quai d'Orsay darüber sprechen. Er wisse, dass die französische Haltung restriktiv sei und dass eine Aenderung des Systems in der heutigen konjunkturellen Lage Gefahren beinhalte. Ferner könne man wahrscheinlich die vorgeschlagenen Aenderungen nicht auf die EPTA-Länder beschränken, sondern man müsste sie auch auf andere präferenzielle Länder ausdehnen, was unakzeptabel sei. Ich gab unseren Stand bekannt und erläuterte den letzten Vorschlag der Kommission (Schutzklausel und vorläufige zeitliche Beschränkung), den er anscheinend nicht kannte. Bem, 16. April 1982 Mittagessen vom 6. April in Zürich, offeriert vom Vorort zu Ehren von Aussenhandelsminister Michel Jobert Beim Einführungsreferat an die Spitzenvertreter der schweizerischen Wirtschaft (s. Liste in der Beilage) unterstrich Jobert die guten Beziehungen mit der Schweiz. Er betonte zudem, dass man sich bei Informationen aus Frankreich nicht auf Gerüchte, sondern nur auf offizielle Texte abstützen solle. 40 Minister sprächen nämlich mit 40 Mäulern: Gegenstand der Gespräche zwischen der französischen Delegation und den Wirtschaftsvertretern bildeten: - das Pharmadossier - die schweizerischen Investitionen in Frankreich - Einfuhrregime in Frankreich für Uhren - sowie die Währungsgarantie bei Entschädigungen im Rahmen der Verstaatlichungen in Frankreich. Pharmadossier: Jobert teilte die Auffassung mit den Vertretern der Chemie-Industrie, dass es im Pharmasektor darum gehe, die Vorrangstellung im Bereiche der Spitzentechnologie für die fünf bis sechs Länder zu erhalten, die heute noch als einzige wesentliche Pharmaforschungen betreiben. Dies sei jedoch nur dann möglich, wenn über hinreichende Pharmapreise die Forschung finanziert werden könne. Der Aussenhandelsminister erwähnte die Möglichkeit, dass Vertreter der Pharmastaaten sich zusammensetzen, um dieses Problem zu behandeln. Schweizerische Investitionen in Frankreich: Von schweizerischer Seite wurde auf die Zurückhaltung schweizerischer Investoren hingewiesen, die sich aus der lückenhaften und oft willkürlich interpretierten französischen Devisengesetzgebung ergebe (u.a. Zollfälle). Vom Vertreter des Zolls kam die übliche Antwort, dass die Zollfälle bis Ende dieses Jahres beseitigt sein sollten. Einfuhrregime für Uhren: Der Vertreter der schweizerischen Uhrenindustrie erwähnte die positive Wirkung des schweizerischen Uhrenexports nach Frankreich, die sich aus der französischen Kontingentierung für Erzeugnisse aus Hong Kong ergeben hätte! Werde Frankreich deshalb auch Massnahmen gegenüber schweizerischen Uhren ergreifen ? Von franzBsischer Seite wurde dies verneint mit dem Hinweis auf das Freihandelsabkommen Schweiz-EG. Jobert bemerkte am Rande, dass er "bon goût" habe, um nicht auf die Abkommen einzugehen, die zwischen den schweizerischen Uhrenproduzenten und den Verteilern bestünden! Währungsgarantie bei den Verstaatlichungs-Entschädigungen: Ueber diesen Problemkreis wurde dem Vertreter der Bankiervereinigung eine Antwort des Kabinetts Jobert in Aussicht gestellt. Jobert stellte am Ende der Debatte noch die Frage, welches das "Paradedossier" der Schweiz würde, wenn das Pharmadossier auf die Seite gelegt werden könne. Botschafter Sommaruga verwies auf das Kernproblem der Wettbewerbsgleichheit für schweizerische Unternehmen auf dem französischen Markt und auf die Einhaltung der Freihandelsbestimmungen. Dem Direktor der DREE entschlüpfte hier die Bemerkung, dass der Freihandel eine Moral sei und kein Dossier! ? P.S. Der Direktionspräsident der SNB, Fritz Leutwiler, traf kurz, während des Aperitifs, mit Jobert zusammen. Bem, 22. April 1982 Pressegespräch des Aussenhandelsministers Michel Jobert vom 6. April 1982 in Zürich Am 6. April fand in Zürich ein Pressegespräch mit den Wirtschaftsjournalisten statt. Anwesend waren gegen 25 Pressevertreter. Jobert drückte sich offen aus, war bemüht, den Journalisten etwas zu bieten und besonders darauf bedacht, die guten nachbarschaftlichen Beziehungen hervorzuheben. Beziehungen, die beim sozialistischen Regime ebenso gut, wenn nicht besser gebettet seien wie bei der ehemaligen Regierung. Frankreich werde nicht zur protektionistischen Festung, was er übrigens auch den schweizerischen Behörden versichert habe. Er spielte zudem bewusst die Kritiken, die aus Frankreich gegenüber der Schweiz laut werden, herunter: "La Suisse nous est utile, elle nous permet de jeter le blâme sur quelqu'un d'autre!" Jobert kündete den für 1983 vorgesehenen Staatsbesuch des französischen Präsidenten Mitterrand in der Schweiz an und ging detailliert auf den letzten französischen Staatsbesuch ein, der vor über 70 Jahren stattgefunden hatte. Zu den schweizerischen Abgasvorschriften meinte Jobert, dass es das gute Recht der Schweiz sei, Vorschriften zum Schutze der Umwelt zu erlassen. Strengere Vorschriften seien gerechtfertigt, weil die Technologie im Automobilsektor in den letzten 60 Jahren am wenigsten Fortschritte markieren könne. Es wäre jedoch sinnvoll, wenn die Schweiz bei der Einführung der Vorschriften grössere Flexibilität zeigen und dem Beispiel Schwedens folgen würde und die Gnadenfrist von heute 6 Monaten um weitere zwei Jahre verlängert würde. Das Pharmadossier bezeichnete Jobert als Dossier "qui n'a pas été réglé pendant le septennat du gouvernement précédent, mais il sera réglé par le gouvernement présent." Eine schnelle Lösung dränge sich auf, die den Gepflogenheiten beider Seiten Rechnung trage. Zum Problemkreis des internationalen Währungssystems, so Jobert, hätte er noch kaum mit einer Regierung derart präzise und offene Diskussionen führen können wie mit der schweizerischen. (Uebrigens: einige Stunden vor dem Pressegespräch sprach sich Jobert noch mit Nationalbankpräsident Leutwiler aus.) Vorab ginge es darum, das Eurodollarvolumen von heute 1'300 Mia \$ unter Kontrolle zu bringen, um die Inflationsimpulse aus dieser Richtung besser dämpfen zu können. Visite officielle de Monsieur le Ministre d'Etat, ministre du commerce extérieur Michel Jobert à Berne, le 5 et 6 avril 1982 Délégation suisse M. Fritz Honegger M. Paul Jolles M. François de Ziegler M. Cornelio Sommaruga M. Jean Zwahlen M. Milan Lusser M. Jürg Streuli Mme Margrit Meier M. Willi Meier Président de la Corrféarration suisse, Chef du Département fédéral de l'économie publique Secrétaire d'Etat à l'Office fédéral des affaires économiques extérieures Département fédéral de l'économie publique Ambassadeur de Suisse en France Ambassadeur, Jélégué aux accords commerciaux à l'Office fédéral des affaires économiques extérieures Département fédéral de l'économie publique Ministre, Chef du Service économique et financier Département fédéral des affaires étrangères Chef de division à l'Office fédéral des affaires économiques extérieures Département fédéral de l'économie publique Premier secrétaire, Chef du service économique de l'Ambassade de Suisse en France Collaboratrice diplomatique au Bureau de l'Intégraticn, Département fédéral des affaires étrangères/ Département fédéral de l'économie publique Visite officielle de Monsieur le Ministre d'Etat, Ministre du Commerce Extérieur Michel JOBERT à Berne, les 5 et 6 avril 1982 Délégation française Monsieur Michel JOBERT, Ministre d'Etat, Ministre du Commerce Extérieur Monsieur Henri BAQUIAST, Directeur des Relations Economiques Extérieures Monsieur Patrick THOUROT, Directeur adjoint du Cabinet du Ministre Monsieur Laurens DELPECH, Conseiller technique au Cabinet du Ministre Monsieur Edouard VALENSI, Conseiller technique au Cabinet du Ministre Monsieur Claude JAQUEMART, Sous-Directeur des Douanes Monsieur Jean-Louis KEENE, Sous-Directeur au Ministère de la Santé Mademoiselle Anne Florence POULIGO, Secrétaire d'Ambassade au Ministère des Relations Extérieures $$ x \neq x \neq $$ Monsieur Gilles CURIEN, Ambassadeur de la République française à Berne Monsieur Jean TISSIER, Conseiller économique et commercial de l'Ambassade de France 1.4 .82 Mw/ne Visite officielle de Monsieur le Ministre d'Etat, ministre du commerce extérieur Michel Jobert à Berne les 5 et 6 avril 1982 Points de discussion 1. Evolution de la situation économique dans les deux pays; priorités des politiques économiques. 2. Substance des relations économiques franco-suisses. 3. Volet commercial de la nouvelle politique économique française. a) Interrogation et appréhension suisses au sujet des méthodes envisagées pour assurer "reconquête du marché intérieur" et au sujet de la "valorisation de certains secteurs industriels". b) Méthodes françaises de financement des exportations; c) Objectifs de la politique commerciale française par rapport - à la réunion ministérielle de l'OCDE - au Sommet de Versailles - à la réunion ministérielle du GATT 4. Problèmes particuliers dans les échanges franco-suisses: - Secteur pharmaceutique 5. Questions institutionnelles: - Entretiens économiques périodiques au niveau des hauts fonctionnaires. Visite officielle de Monsieur le Ministre d'Etat, ministre du commerce extérieur Michel Jobert à Berne le 5 et 6 avril 1982 # P r o g r a m m e Lundi 5 avril 1982 15.00 h Arrivée de la Délégation française à Bâle-Mulhouse 17.00 h Entretien du Ministre d'Etat Michel Jobert avec le Président de la Confédération suisse Fritz Honegger 17.30 h Séance de travail, en présence des Délégations 19.15 h Fin de la Séance 20.30 h Dîner offert par le Président de la Confédération en l'honneur du Ministre d'Etat Michel Jobert (tenue de ville) ## Mardi 6 avril 1982 09.30 h Rencontre du Ministre d'Etat Michel Jobert avec le Conseiller fédéral Pierre Aubert, Chef du Département fédéral des affaires étrangères Bureau du Président Palais fédéral Est Salle 40, Palais fédéral Est "Lohn" Kehrsatz Bureau du Conseiller fédéral, Palais fédéral Ouest 10.15 h Départ de Berne pour Zurich 12.00 h Déjeuner offert par le Vorort de 1'Union suisse du commerce et de 1'industrie en l'honneur du Ministre d'Etat Michel Jobert (Le déjeuner sera suivi d'un débat qui sera ouvert par une allocution du Ministre d'Etat) 15.00 h Entretiens avec la presse économique Hôtel Savoy à Zurich "Festsaal" 16.45 h Départ de la Délégation française de Zurich-Kloten Liste des hôtes au dîner offert par le Président de la Confédération en l'honneur de M. Michel Jobert, Ministre d'Etat, Ministre du commerce extérieur de France, au Lohn (Kehrsatz) le lundi 5 avril 1982 à 20.30 heures Hôtes francais - M. Michel JOBERT - M. Gilles CURIEN - M. Jean-Paul BAQUIAST - M. Patrick THOUROT - M. Laurens DELPECH - M. Edouard VALENSI - M. Jean TISSIER - M. Claude JAQUEMART - M. Jean-Louis KEENE - Mlle Anne Florence POULIGO Secrétaire d'Ambassade au Ministère des Relations Extérieures Hôtes suisses - M. Josef RISI Conseiller national, Président de la Commission des affaires économiques du Conseil national, Arth - M. Josef ULRICH Conseiller aux Etats, Président de la Commission des affaires étrangères du Conseil des Etats, Küssnacht a.Rigi - M. Richard MUELLER - Mme Yvette JAGGI - M. Louis VON PLANTA - M. Alfred SARASIN - M. Pierre ARNOLD - M. Paul R. JOLLES - M. François de ZIEGLER - M. François LANDGRAF - M. Cornelio SOMMARUGA - M. Hansjakob KAUFMANN - M. Jean ZWAHLEN - M. Milan LUSSER - M. Jürg STREULI - Mme Margrit MEIER - M. Willi MEIER Conseiller national, Président de l'Union syndicale suisse, berne Conseiller national Chemin du Village 33, 1012 Lausanne Président de l'Union suisse du commerce et de l'industrie, Bâle Président de l'Association suisse des banquiers, Bâle Président de la Fédération MIGROS, Zurich Secrétaire d'Etat aux affaires économiques extérieures Ambassadeur de Suisse en France Secrétaire général du Département fédéral des finances Ambassadeur, Délégué du Conseil fédéral aux accords commerciaux Ambassadeur, Chef du Protocole Ministre, Chef du Service économique et financier du DFAE Chef de division à l'OFAEE Premier secrétaire, Chef du service économique de l'Ambassade de Suisse en France Collaboratrice diplomatique au Bureau de l'intégration DFAE/DFEP Collaborateur diplomatique à l'OFAEE DEJEUNER EN L'HONNEUR DE SON EXCELLENCE M. MICHEL JOBERT MINISTRE D'ETAT, MINISTRE DU COMMERCE EXTERIEUR DE LA REPUBLIQUE FRANCAISE Liste des participants Hôte - M. Pierre BORGEAUD Président de la Direction générale de Sulzer Frères S.A. Délégation française - M. Michel JOBERT Ministre d'Etat, Ministre du Commerce extérieur * * * - M. Henri BAQUIAST Directeur des Relations économiques extérieures - M. Patrick THOUROT Directeur-adjoint au Cabinet du Ministre - M. Laurent DELPECH Conseiller technique au Cabinet du Ministre - M. Edouard VALENSI Conseiller technique au Cabinet du Ministre - M. Claude JAQUEMART Sous-directeur des Douanes - M. Jean-Louis KEENE Sous-directeur au Ministère de la Santé - Mlle Anne-Florence POULIGO Secrétaire d'Ambassade au Ministère des Relations extérieures * * * - M. Gilles CURIEN Ambassadeur de France en Suisse - M. Jean TISSIER Conseiller économique et commercial # Autorités fédérales - M. Cornelio SOMMARUGA Ambassadeur, Délégué aux Accords commerciaux - M. Willi MEIER Collaborateur diplomatique à l'office fédéral des affaires économiques extérieures * * ## - M. François de ZIEGLER Ambassadeur de Suisse en France - M. Jürg STREULI Premier secrétaire de l'Ambassade de Suisse en France * * ## - M. Fritz LEUTWILER Président du Directoire de la Banque Nationale Suisse ## Représentants de l'économie - M. Hans BERGMAIER Président du Conseil d'Administration, Elektrowatt S.A. - M. René BUEHLER Président et Délégué du Conseil d'Administration, Bühler Frères S.A. - M. Michel Y. DEROBERT Collaborateur économique du Vorort - M. Yves DUNANT Président du Consêil d'Administration, Sandoz S.A. - M. André GEISER Président de la Chambre de Commerce Suisse en France; Administrateur-directeur, Produits Sandoz S.A. - M. Alfred HARTMANN Vice-président du Conseil d'Administration, F. Hoffmann-La Roche \& Cie S.A. - M. Robert HOLZACH Président du Conseil d'Administration, Union de Banques Suisses - M. Claude LASSERRE Administrateur-délégué, Société des Chaux et Ciments de la Suisse romande - M. Ernest MATTHEY Directeur général, André S.A. - M. Peter RENGGLI Président du Conseil d'Administration, ASUAG - M. Alfred E. SARASIN Associé, A. Sarasin \& Cie; Président, Association Suisse des Banquiers - M. Erich SIEVERS Directeur général, Viscosuisse - M. Rudolf SPRUENGLI Président du Conseil d'Administration, Fabriques de Chocolat Lindt \& Sprungli S.A. - M. Hans STRASSER Président du Conseil d'Administration, Société de Banque Suisse - M. Paul VEYRASSAT Premier Secrétaire du Vorort - M. Walter WEGMUELLER Président du Conseil d'Administration, Fabrique de porcelaine Langenthal S.A. - M. Jörg von WYSS Directeur général, Interfood S.A.
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Correspondence
44,440
Le Département politique à la Légation des Pays-Bas à Berne
27
Réponse à la demande du gouvernement des Pays-Bas proposant des pourparlers entre pays neutres en vue d’adopter un projet commun de Cour permanente de Justice internationale. Classement thématique série 1848–1945: XVII. QUESTIONS DE L'ARBITRAGE
French
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1920-01-15
1920-01-15
34
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Schiedsgerichtsbarkeit
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40,000
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44000-44999/dodis-44440.pdf
# CONFIDENTIFL. $3: 06 / 41 / 7 . \mathrm{BH} .102$. Par aide-mémoire du 20 décembre 1919, la légation des Pays-Bas a bien voulu faire connaître au Dén partement Politique qu'à l'avis du Gouvernement de la Reine, il serait désirable que les Gouvernements scandinaves, néerlandais et suisse entrassent en pourparlers en vue d'adopter un projet uniforme destiné à combler la lacune laissée par l'article 14 du Pacte de la Société des Nations, en ce qui concerne la création et l'organisation d'une Cour permanente de justice interr nationale, et pouvant être soutenu, d'un commun accord, devant le Conseil de la Société.- A cet effet, le Gouvernement Néerlandais a proposé de réunir, à une date prochaine, une conférence des représentants de ces Couvernements, qui pourraient délibérer sur la base des projets officiels élaborés tant aux Pays-Bas que dans les pays scandinaves et en Suisse.- Le Département Politique est heureux de pouvoir répondre à la Légation Royale que le Conseil Fédéral partage entièrement les vues du Gouvernement Néerlandais quant à l'opportunité d'entreprendre une action commune en vue de réaliser, dans une forme aussi équitable que possible, la Cour de justice de la Société des Nations, dont la création est de la plus haute importance pour les Etats invités à accéder au Pacte.- Le Gouvernement Fédéral est, en conséquence, tout disposé à se faire représenter à la conférence proposée par le Gouvernement de la Reine.- A la Légation Royale des Pays-Bas, Il est, en outre, pleinement d'accord avec la proposition du Gouvernement Néerlandais d'informer, en temps utile, le Secrétariat Général de la Société des Nations de la convocation et des buts de cette conférence.- La Légation Royale ayant exprimé le désir de connaître si le Gouvernement Fédéral estimait que l'Espagne devrait participer à cette conférence, le Conseil fédéral tient a déclarer qu'il n'est aucunement opposé à ce que le Gouvernement Espagnol y soit aussi représenté. En raison du fait que l'Espagne est représentée au Conseil de la Société des Nations et probablement aussi dans la Commission chargée par le Secrétariat Général de la Société de préparer un projet de Cour internationale, il estime cependant que la participation du Gouvernement Espagnol à la conférence projetée ne s'impose pas.- Le Département Politique a enfin l'honneur d'acouser réception du projet de règlement de la Cour permanente de justice élaboré par la Commission néerlandaise pour l'étude de la Société des Nations et que la légation des Pays-Bas a bien voulu lui faire parvenir par note du 7 janvier dernier.- En remerciant vivement la Légation Royale de cette très intéressante communication, le Département saisit l'occasion pour lui renouveler les assurances de sa haute considération.- Berne, le 10 janvier 1930.-
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StateCorrespondence
64,162
Offizieller Besuch vom Bundespräsidenten A. Ogi in Spanien, 13.–15.12.1993
70
Nach Beseitigung der «Altlasten» im Agrarbereich markiert der Besuch einen Neubeginn in den Beziehungen mit Spanien, einem der härtesten Verhandlungspartner innerhalb der EU in der Frage der Verabschiedung bilateraler Verhandlungsmandate Schweiz–EU.
German
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1993-12-21
1993-12-21
48
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Spanien (Allgemein)
Bilaterale I: Land- und Luftverkehr (1993–1999)|Informationsnotizen an den Bundesrat 1993
Bern
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Brüssel|Córdoba|Deutschland|Europa|Israel|Italien|Jugoslawien|Madrid|Mittelmeerländer|Osteuropa|Russland|Schweiz|Spanien|Türkei|Westeuropa
Bundesrat
Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|EU/Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten bei der Europäischen Union|EU/Europäische Kommission|EU/Ministerrat|Europäische Union|Gemischte Kommission Schweiz–Spanien|Spanien/Aussenministerium|Spanien/Ministerium für Erziehung und Wissenschaft|Spanien/Ministerium für Verkehr, Mobilität und städtische Agenda|Spanien/Nationales Netz der spanischen Eisenbahnen|Ständerat|Telefónica|UNO/Blauhelme
Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
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Ogi Adolf
(Spanien) Juan Carlos I. von|Borrell Josep|Bürki Fritz|Cotti Flavio|Fereres Elías|González Felipe|Kellenberger Jakob|Mühlemann Fritz|Navarro González Alberto|Ogi Adolf|Villar Francisco
Fotsch Christian|Schaller Rudolf|Schneuwly Jean-Claude
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Spagna (Generale)
Bilaterali I: Trasporti terrestri e aeri (1993–1999)|Informationsnotizen an den Bundesrat 1993
Berna
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Bruxelles|Córdoba|Europa|Europa meridionale|Europa occidentale|Europa orientale|Germania|Israele|Italia|Jugoslavia|Madrid|Russia|Spagna|Svizzera|Turchia
Consiglio federale
Accordo generale sui dazi doganali ed il commercio|Commissione mista Svizzera–Spagna|Consiglio degli Stati|Dipartimento federale degli affari esteri|ONU/Caschi blu|Spagna/Ministero degli affari esteri|Spagna/Ministero dell'educazione e della scienza|Spagna/Ministero dello sviluppo|Spagna/Rete ferroviaria nazionale spagnola|Telefónica|UE/Comitato dei rappresentanti permanenti presso l'Unione europea|UE/Commissione europea|UE/Consiglio dei ministri|Unione europea
Dipartimento federale dell'ambiente, dei trasporti, dell'energia e delle comunicazioni
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Ogi Adolf
(Spagna) Juan Carlos I di|Borrell Josep|Bürki Fritz|Cotti Flavio|Fereres Elías|González Felipe|Kellenberger Jakob|MUM null|Navarro González Alberto|Ogi Adolf|Villar Francisco
Fotsch Christian|Schaller Rudolf|Schneuwly Jean-Claude
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Espagne (Général)
Bilatérales I: Transports terrestres et aériens (1993–1999)|Informationsnotizen an den Bundesrat 1993
Berne
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Allemagne|Bruxelles|Cordoue|Espagne|Europe|Europe méridionale|Europe occidentale|Europe orientale|Israël|Italie|Madrid|Russie|Suisse|Turquie|Yougoslavie
Conseil fédéral
Accord général sur les tarifs douaniers et le commerce|Commission mixte Suisse–Espagne|Conseil des États|Département fédéral des affaires étrangères|Espagne/Ministère de l'éducation et la science|Espagne/Ministère des affaires étrangères|Espagne/Ministère des transports, des mobilités et des programmes urbains|Espagne/Réseau national des chemins de fer espagnols|ONU/Casques bleus|Telefónica|UE/Comité des représentants permanents auprès de l'Union européenne|UE/Commission européenne|UE/Conseil des ministres|Union Européenne
Département fédéral de l'environnement, des transports, de l'énergie et de la communication
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Ogi Adolf
(Espagne) Juan Carlos Ier d'|Borrell Josep|Bürki Fritz|Cotti Flavio|Fereres Elías|González Felipe|Kellenberger Jakob|MUM null|Navarro González Alberto|Ogi Adolf|Villar Francisco
Fotsch Christian|Schaller Rudolf|Schneuwly Jean-Claude
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Spain (General)
Bilaterals I: Overland transport and Civil aviation (1993–1999)|Informationsnotizen an den Bundesrat 1993
Bern
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Brussels|Córdoba|Eastern Europe|Europe|Germany|Italy|Madrid|Russia|Spain|Südeuropa|Switzerland|Turkey|Western Europe|Yugoslavia
Swiss Federal Council
Council of States|EU/Committee of Permanent Representatives in the European Union|EU/Council of Ministers|EU/European Commission|European Union|Federal Department for Foreign Affairs|General Agreement on Tariffs and Trade|Joint Commission Switzerland–Spain|Spain/Ministry of Education and Science|Spain/Ministry of Foreign Affairs|Spain/Ministry of Transport, Mobility and Urban Agenda|Spain/Spanish National Rail Network|Telefónica|UN/Blue Helmets
Federal Department of the Environment, Transport, Energy, and Communications
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Ogi Adolf
(Spain) Juan Carlos I of|Borrell Josep|Bürki Fritz|Cotti Flavio|Fereres Elías|González Felipe|Kellenberger Jakob|MUM null|Navarro González Alberto|Ogi Adolf|Villar Francisco
Fotsch Christian|Schaller Rudolf|Schneuwly Jean-Claude
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60,000
https://dodis.ch/64162
Informationsnotiz an den Bundesrat [ab 1987]
Informationsnotiz an den Bundesrat [ab 1987], German, Fotsch Christian|Schaller Rudolf|Schneuwly Jean-Claude
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"><a href="http://dodis.ch/64162" class="tei-ref3 tei-head-nr">dodis.ch/64162</a><span class="tei-title5 tei-title-main">Gespräche des Bundespräsidenten <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Ogi</a> mit dem <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">spanischen</a> Ministerpräsidenten <a href="http://dodis.ch/P52256" class="tei-persName">Gonzalez</a> und Verkehrsminister <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">Borrell</a> in <a href="http://dodis.ch/G941" class="tei-placeName">Madrid</a><span id="fnref_1_3_1_1_2_2_12" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_2_2_12">1</a></span></span> <h1 class="tei-title4 tei-title-sub">Offizieller Besuch vom Bundespräsidenten <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">A. Ogi</a> in <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a>, 13.–15. Dezember 1993</h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"><span class="tei-add2 tei-add-opener">Nicht zur Veröffentlichung bestimmt</span> <div class="tei-dateline tei-dateline"><a href="http://dodis.ch/G43" class="tei-placeName">Bern</a>, <span class="tei-date3 tei-date">21. Dezember 1993</span></div> </div> <p class="tei-p tei-p">1. Vom 13. bis 15. Dezember stattete Bundespräsident <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">A. Ogi</a> auf Einladung des <a href="http://dodis.ch/P43285" class="tei-persName">spanischen Königs</a> <a href="http://dodis.ch/G941" class="tei-placeName">Madrid</a> einen offiziellen Besuch ab.<span id="fnref_1_3_1_1_4_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_4_8">2</a></span> Er traf dabei mit seiner Majestät <span class="tei-emph tei-emph">König </span><a href="http://dodis.ch/P43285" class="tei-persName"><span class="tei-emph tei-emph">Juan Carlos I</span> von Spanien</a>, <span class="tei-emph tei-emph">Premierminister </span><a href="http://dodis.ch/P52256" class="tei-persName"><span class="tei-emph tei-emph">F. Gonzalez</span></a> und <span class="tei-emph tei-emph">Verkehrsminister <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">J. Borrell</a></span> zu Gesprächen zusammen.<span id="fnref_1_3_1_1_4_18" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_4_18">3</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">2. Begleitet wurde der <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Bundespräsident</a> u. a. von Staatssekretär <a href="http://dodis.ch/P22477" class="tei-persName">J. Kellenberger</a>, Generalsekretär Dr. <a href="http://dodis.ch/P50915" class="tei-persName">F. Mühlemann</a> und Direktor Dr. <a href="http://dodis.ch/P14248" class="tei-persName">F. Bürki</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">3. Das <span class="tei-emph tei-emph">Programm</span> umfasste neben einem offiziellen Essen beim <a href="http://dodis.ch/P43285" class="tei-persName">König</a>, einem Gedankenaustausch mit anschliessendem Abendessen bei Premierminister <a href="http://dodis.ch/P52256" class="tei-persName">Gonzalez</a> und einer gemeinsamen Pressekonferenz auch eine Besichtigung der Entwicklungs- und Forschungsabteilung der <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">spanischen</a> <a href="http://dodis.ch/R32261" class="tei-orgName">Telefonica</a> sowie einen Ausflug nach <a href="http://dodis.ch/G16204" class="tei-placeName">Cordoba</a> mit dem <a href="http://dodis.ch/R31545" class="tei-orgName">AVE</a>-Zug (<a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">spanischer</a> TGV). Es kam auch zu einem Gespräch mit Verkehrsminister <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">Borrell</a>.<span id="fnref_1_3_1_1_6_20" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_6_20">4</a></span> </p> <p class="tei-p tei-p">4. Der Besuch war ausgezeichnet organisiert und fand in einer herzlichen Atmosphäre statt, zu der sowohl der <a href="http://dodis.ch/P43285" class="tei-persName">König</a> wie auch der <a href="http://dodis.ch/P52256" class="tei-persName">Premierminister</a> beitrugen. Der <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Bundespräsident</a> konnte feststellen, dass in <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> auf <a href="http://dodis.ch/R208" class="tei-orgName">Regierungs</a>stufe nach wie vor ein gewisser <span class="tei-emph tei-emph">Erklärungsbedarf</span> über die <a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">Europa</a>politik der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> besteht.<span id="fnref_1_3_1_1_7_18" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_7_18">5</a></span> Da <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> zu den härtesten Verhandlungspartner innerhalb der <a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">EU</a> in der Frage der Verabschiedung bilateraler Verhandlungsmandate <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a>–<a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">EG</a> gehört, war es ein wichtiges Ziel dieses Besuches, auf höchster Ebene die <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweizer</a> Position erneut zu erläutern.<span id="fnref_1_3_1_1_7_30" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_7_30">6</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">5. Der Besuch markierte nach Beseitigung der sogenannten «Altlasten» (im Agrarbereich) einen <span class="tei-emph tei-emph">Neubeginn in den bilateralen Beziehungen</span> zwischen <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> und der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a>.<span id="fnref_1_3_1_1_8_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_8_8">7</a></span> Der <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Bundespräsident</a> erläuterte den aussenpolitischen Bericht des <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Bundesrates</a> gegenüber allen Gesprächspartnern,<span id="fnref_1_3_1_1_8_14" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_8_14">8</a></span> warb um Verständnis für die Haltung der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> und unterstrich die Solidarität und das Verantwortungsbewusstsein unseres Landes gegenüber <a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">Europa</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">6. <span class="tei-emph tei-emph">Die Beziehungen</span> zwischen den zwei Staaten <span class="tei-emph tei-emph">auf Stufe Regierung und Verwaltung sollen intensiviert werden.</span> Verkehrs- und Umweltminister <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">Borrell</a> wurde vom <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Bundespräsidenten</a> für das Frühjahr 1994 in die <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> eingeladen. Die Aussenministerien werden inskünftig mindestens einmal pro Jahr Konsultationen auf Staatssekretären- und hoher Beamtenebene abhalten (Staatssekretär <a href="http://dodis.ch/P22477" class="tei-persName">Kellenberger</a> hat seinen <a href="http://dodis.ch/P69915" class="tei-persName">spanischen Kollegen</a> für 1994 nach <a href="http://dodis.ch/G43" class="tei-placeName">Bern</a> eingeladen).<span id="fnref_1_3_1_1_9_18" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_9_18">9</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">7. Das <span class="tei-emph tei-emph">Gespräch mit Premierminister </span><a href="http://dodis.ch/P52256" class="tei-persName"><span class="tei-emph tei-emph">F. Gonzalez</span></a> drehte sich um die <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">spanische</a> und <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">schweizerische</a> <a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">Europa</a>politik, die Sicherheitspolitik,<span id="fnref_1_3_1_1_10_11" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_10_11">10</a></span> die Lage in <a href="http://dodis.ch/G69" class="tei-placeName">Jugoslawien</a>,<span id="fnref_1_3_1_1_10_15" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_10_15">11</a></span> die Wahlen in <a href="http://dodis.ch/G30" class="tei-placeName">Russland</a><span id="fnref_1_3_1_1_10_18" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_10_18">12</a></span> und die Endphase der <a href="http://dodis.ch/R1534" class="tei-orgName">GATT</a>-Verhandlungen.<span id="fnref_1_3_1_1_10_22" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_10_22">13</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Im Rahmen der <span class="tei-emph tei-emph">Sicherheitspolitik</span> unterstrich der <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Bundespräsident</a>, dass die Volksabstimmung im Sommer 1994 über die <a href="http://dodis.ch/R23291" class="tei-orgName">Blauhelme</a> zu einem Test für die zukünftige Richtung der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">schweizerischen</a> Aussenpolitik werde.<span id="fnref_1_3_1_1_11_10" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_11_10">14</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Bei der Diskussion über die <span class="tei-emph tei-emph"><a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">Europa</a>politik</span> überreichte er den aussenpolitischen Bericht des <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Bundesrates</a>, skizzierte die weitere Strategie unseres Landes bezüglich der Integration und hob hervor, dass es für die Haltung des <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweizer</a>volkes gegenüber der <a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">EU</a> von grösster Wichtigkeit sei, dass die bilateralen Verhandlungen in Bereichen die reif dafür seien, sehr bald begännen. Es soll eine Aufstellung aller offenen Fragen zwischen <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> und der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> erstellt werden; unser Land sei bereit, über alle Bereiche zu sprechen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph"><a href="http://dodis.ch/P52256" class="tei-persName">F. Gonzalez</a></span> seinerseits unterstrich den Willen <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spaniens</a>, in bilateralen Abkommen mit der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> die offenen Fragen zu regeln.<span id="fnref_1_3_1_1_13_7" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_13_7">15</a></span> Dabei soll das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen gewahrt bleiben.</p> <p class="tei-p tei-p">Insbesondere erwähnte er den Wunsch <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spaniens</a>, in bestimmten wirtschaftlichen Bereichen von der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> gleich wie andere Staaten der <a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">EU</a> behandelt zu werden.</p> <p class="tei-p tei-p">Er nannte dabei die Einfuhr in die <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> von <a href="http://dodis.ch/G991" class="tei-placeName">südländischen</a> Agrarprodukten (Vergleich mit <a href="http://dodis.ch/G1761" class="tei-placeName">Israel</a> und <a href="http://dodis.ch/G122" class="tei-placeName">Türkei</a>)<span id="fnref_1_3_1_1_15_10" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_15_10">16</a></span> sowie die Stellung der <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">spanischen</a> Gastarbeiter (Vergleich mit <a href="http://dodis.ch/G806" class="tei-placeName">Deutschland</a> und <a href="http://dodis.ch/G77" class="tei-placeName">Italien</a>). In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass die <a href="http://dodis.ch/R28823" class="tei-orgName">schweizerisch-spanische Gemischte Kommission</a> für Migrationsfragen im Januar 1994 in <a href="http://dodis.ch/G43" class="tei-placeName">Bern</a> einen Tour d’horizon der offenen Fragen vornehmen wird.<span id="fnref_1_3_1_1_15_22" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_15_22">17</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">8. <span class="tei-emph tei-emph">Entretiens avec M. <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">José Borrell</a>,</span> Ministre <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">espagnol</a> des travaux publics, des transports et de l’environnement<span id="fnref_1_3_1_1_16_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_16_6">18</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Les entretiens avec Monsieur <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">Borrell</a> ont essentiellement porté sur le thème des négociations bilatérales entre la <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Suisse</a> et l’<a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">Union européenne (UE)</a> dans le domaine des transports routier et aérien<span id="fnref_1_3_1_1_17_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_17_8">19</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">La délégation <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">suisse</a> a remis au <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">ministre espagnol des transports</a> le Rapport du <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Conseil fédéral</a> sur la politique étrangère de la <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Suisse</a> au cours des années 90 ainsi qu’un mémorandum en espagnol sur la NLFA.<span id="fnref_1_3_1_1_18_10" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_18_10">20</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Dans ce contexte, le <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Président de la Confédération</a> a rappelé que la <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Suisse</a> respectait les engagements pris dans le cadre de l’accord de transit (solution transitoire, NLFA)<span id="fnref_1_3_1_1_19_6" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_19_6">21</a></span> et a souligné la volonté de son pays de s’intégrer à l’<a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">Europe</a>. Après la réunion des 8 et 9 novembre des Ministres des affaires étrangères de l’<a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">UE</a>,<span id="fnref_1_3_1_1_19_12" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_19_12">22</a></span> la délégation <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">suisse</a> a relevé qu’elle ne comprenait pas les raisons pour lesquelles les ministres des transports tardaient à adopter les mandats de négociation. Il en va d’ailleurs de même pour d’autre domaines tels la recherche où la <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Suisse</a> est prête à entrer en négociation.<span id="fnref_1_3_1_1_19_18" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_19_18">23</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Monsieur <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">Borrell</a> a indiqué que, dans le domaine des transports, il n’y avait aucun point de divergence entre l’<a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Espagne</a> et la <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Suisse</a>. Il s’est donc déclaré prêt à approuver les mandats en question dès que la <a href="http://dodis.ch/R19371" class="tei-orgName">Commission</a> les présentera.</p> <p class="tei-p tei-p">Dans l’intervalle, le <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">ministre espagnol des transports</a> donnera des instructions à sa délégation à <a href="http://dodis.ch/G137" class="tei-placeName">Bruxelles</a> (<a href="http://dodis.ch/R27374" class="tei-orgName">Coreper</a>), de manière à ce que lesdits mandats puissent être finalisés ces prochains jours et soumis à l’adoption d’un <a href="http://dodis.ch/R23652" class="tei-orgName">conseil des ministres</a> autre que «transport» (sous point A) cette année encore voire au début de l’an prochain.<span id="fnref_1_3_1_1_21_10" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_21_10">24</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Le <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Président de la Confédération</a> a invité Monsieur <a href="http://dodis.ch/P65833" class="tei-persName">Borrell</a> en <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Suisse</a> au printemps 1994 pour un tour d’horizon des relations bilatérales dans le secteur des transports (avec notamment une présentation du projet NLFA, ainsi qu’une discussion sur la fiscalité routière).</p> <p class="tei-p tei-p">9. <span class="tei-emph tei-emph">Staatssekretär <a href="http://dodis.ch/P22477" class="tei-persName">J. Kellenberger</a></span> traf mit dem Generalsekretär für Aussenpolitik <a href="http://dodis.ch/P69915" class="tei-persName">F. Villar</a> (<a href="http://dodis.ch/R2299" class="tei-orgName">AM</a>), dem Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung <a href="http://dodis.ch/P69916" class="tei-persName">E. Fereres</a> (<a href="http://dodis.ch/R10019" class="tei-orgName">Erziehungsministerium</a>) und mit Generaldirektor <a href="http://dodis.ch/P69888" class="tei-persName">A. Navarro</a> (<a href="http://dodis.ch/R2299" class="tei-orgName">AM</a>, zuständig für die <a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">EU</a>) zusammen.<span id="fnref_1_3_1_1_23_18" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_23_18">25</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Seine Gespräche drehten sich um die <a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">Europa</a>politik von <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> und der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a>, das bilaterale Verhältnis zwischen den zwei Staaten, den <a href="http://dodis.ch/G137" class="tei-placeName">Brüsseler</a>-Gipfel vom 10./11. Dezember 1993, die Sicherheitspolitik in <a href="http://dodis.ch/G347" class="tei-placeName">West-</a> und <a href="http://dodis.ch/G311" class="tei-placeName">Osteuropa</a>, die Erweiterung der <a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">EU</a> und die bilateralen Verhandlungen zwischen der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> und der <a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">Europäischen Union</a>.</p> <p class="tei-p tei-p">Er unterstrich insbesondere den <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">schweizerischen</a> Widerstand gegen die willkürlichen Verbindungen verschiedener Sektoren in den Verhandlungen und drängte auf einen raschen Verhandlungsbeginn in den dazu reifen und in sich ausgewogenen Bereichen wie Verkehr oder Forschung.</p> <p class="tei-p tei-p">Ein ausführlicher Bericht seiner Gespräche liegt im <a href="http://dodis.ch/R27" class="tei-orgName">EDA</a> vor.<span id="fnref_1_3_1_1_26_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_26_4">26</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">10. Nach den Aufenthalten von Bundesrat <a href="http://dodis.ch/P25146" class="tei-persName">F. Cotti</a> sowie einer Delegation des <a href="http://dodis.ch/R36" class="tei-orgName">Ständerates</a> trug der Besuch des <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Bundespräsidenten</a> und seiner Delegation in <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> viel zum <span class="tei-emph tei-emph">Verständnis der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">schweizerischen</a> Position</span> in der <a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">Europa</a>frage bei.<span id="fnref_1_3_1_1_27_14" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_1_3_1_1_27_14">27</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">Wichtig ist, dass der Neubeginn in den bilateralen Beziehungen zwischen den zwei Staaten durch weitere Kontakte positiv umgesetzt wird.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_2_2_12"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E8001D#1997/5#2954* (320.4).</span> Diese Informationsnotiz an den <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Bundesrat</a> wurde vom Vorsteher des <a href="http://dodis.ch/R537" class="tei-orgName">EVED</a>, Bundespräsident <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Adolf Ogi</a>, unterzeichnet und höchstwahrscheinlich gemeinsam vom diplomatischen Sekretär des <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Bundespräsidenten</a>, <a href="http://dodis.ch/P58503" class="tei-persName">Christian Fotsch</a>, dem Chef der <a href="http://dodis.ch/R36121" class="tei-orgName">Sektion Internationale Organisationen des Bundesamts für Verkehr des EVED</a>, <a href="http://dodis.ch/P61818" class="tei-persName">Jean-Claude Schneuwly</a>, sowie dem <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">schweizerischen</a> Botschafter in <a href="http://dodis.ch/G941" class="tei-placeName">Madrid</a>, <a href="http://dodis.ch/P15232" class="tei-persName">Rudolf Schaller</a>, verfasst. Bundespräsident <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Ogi</a> beschränkte sich auf diese schriftliche Information an den <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Bundesrat</a> über seinen Besuch in <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a>, vgl. das Verhandlungsprotokoll der 41. Sitzung des <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Bundesrats</a> vom 22. Dezember 1993, <a href="https://dodis.ch/64043" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64043</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_2_2_12">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_4_8"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Anlässlich eines privaten Besuchs des <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">spanischen</a> Königs <a href="http://dodis.ch/P43285" class="tei-persName">Juan-Carlos I.</a> in der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> fand bereits am 10. Mai 1993 ein Abendessen zu Ehren des <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">spanischen</a> Königspaars mit Bundespräsident <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Ogi</a> und dem Vorsteher des <a href="http://dodis.ch/R27" class="tei-orgName">EDA</a>, Bundesrat <a href="http://dodis.ch/P25146" class="tei-persName">Flavio Cotti</a>, statt, vgl. das Dossier<span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E8001D#1997/5#2959* (320.4)</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_4_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_4_18"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Die Punkte 1 bis 7 wurden höchstwahrscheinlich von <a href="http://dodis.ch/P58503" class="tei-persName">Christian Fotsch</a> verfasst.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_4_18">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_6_20"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Für die Zusammensetzung der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">schweizerischen</a> Delegation und das Besuchsprogramm vgl. das Dossier <span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E8001D#1997/5#2954* (320.4).</span><a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_6_20">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_7_18"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Zur <a href="http://dodis.ch/G12" class="tei-placeName">europäischen</a> Integrationspolitik der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> nach der <a href="http://dodis.ch/R18628" class="tei-orgName">EWR</a>-Abstimmung vgl. DDS 1993, Dok. 2, <a href="https://dodis.ch/64598" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64598</a>; Dok. 10, <a href="https://dodis.ch/64545" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64545</a>, sowie Dok. 32, <a href="https://dodis.ch/64936" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64936</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_7_18">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_7_30"> <dt class="fn-number">6</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu das Fernschreiben des Chefs des <a href="http://dodis.ch/R11314" class="tei-orgName">Integrationsbüros EDA/EVD</a>, Botschafter <a href="http://dodis.ch/P21305" class="tei-persName">Bruno Spinner</a>, an die Vorsteher des <a href="http://dodis.ch/R27" class="tei-orgName">EDA</a> und des <a href="http://dodis.ch/R61" class="tei-orgName">EVD</a>, die Bundesräte <a href="http://dodis.ch/P25146" class="tei-persName">Flavio Cotti</a> und <a href="http://dodis.ch/P31665" class="tei-persName">Jean-Pascal Delamuraz</a>, vom 8. Juli 1993, <a href="https://dodis.ch/64704" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64704</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_7_30">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_8_8"> <dt class="fn-number">7</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu das Protokoll der interdepartementalen Sitzung unter der Leitung der <a href="http://dodis.ch/R28815" class="tei-orgName">Politischen Abteilung I des EDA</a> vom 6. April 1993, <a href="https://dodis.ch/64609" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64609</a>, Punkt 3; die Informationsnotiz des <a href="http://dodis.ch/R61" class="tei-orgName">EVD</a> an den <a href="http://dodis.ch/R6" class="tei-orgName">Bundesrat</a> vom 6. Oktober 1993, <a href="https://dodis.ch/64663" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64663</a>, Punkt 1.3, sowie das BR-Prot. Nr. 2247 vom 29. November 1993, <a href="https://dodis.ch/63972" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/63972</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_8_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_8_14"> <dt class="fn-number">8</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-orig tei-orig">Bericht über die Aussenpolitik der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> in den 1990er Jahren</span> vom 29. November 1993, <a href="https://dodis.ch/54677" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/54677</a>. Vgl. dazu DDS 1993, Dok. 8, <a href="https://dodis.ch/61211" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/61211</a>; Dok. 53, <a href="https://dodis.ch/61212" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/61212</a>, sowie die thematische Zusammenstellung <a href="https://dodis.ch/T1981" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/T1981</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_8_14">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_9_18"> <dt class="fn-number">9</dt> <dd class="fn-content">Zum Besuch von Generalsekretär <a href="http://dodis.ch/P69915" class="tei-persName">Francisco Villar</a> vgl. den Wochentelex 41/94 vom 10. Oktober 1994, <a href="https://dodis.ch/65466" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/65466</a>, Punkt 4.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_9_18">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_10_11"> <dt class="fn-number">10</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu DDS 1993, Dok. 43, <a href="https://dodis.ch/62714" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/62714</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_10_11">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_10_15"> <dt class="fn-number">11</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu DDS 1993, Dok. 46, <a href="https://dodis.ch/65096" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/65096</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_10_15">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_10_18"> <dt class="fn-number">12</dt> <dd class="fn-content">Vgl. den Politischen Bericht Nr. 37 des Geschäftsträgers a. i. der <a href="http://dodis.ch/R159" class="tei-orgName">schweizerischen Botschaft in Moskau</a>, Minister <a href="http://dodis.ch/P20859" class="tei-persName">Pierre Chrzanovski</a>, vom 20. Dezember 1993, <a href="https://dodis.ch/64891" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64891</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_10_18">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_10_22"> <dt class="fn-number">13</dt> <dd class="fn-content">Vgl. DDS 1993, Dok. 60, <a href="https://dodis.ch/64443" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64443</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_10_22">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_11_10"> <dt class="fn-number">14</dt> <dd class="fn-content">Das <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">schweizerische</a> Stimmvolk lehnte das Blauhelmgesetz in der Volksabstimmung vom 12. Juni 1994 ab, vgl. BBl, 1994, III, S. 1251–1254. Vgl. dazu DDS 1993, Dok. 28, <a href="https://dodis.ch/64768" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64768</a>, sowie die thematische Zusammenstellung <span class="tei-orig tei-orig">Beteiligung an den Friedenstruppen der Vereinten Nationen (Blauhelme)</span>, <a href="https://dodis.ch/T2038" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/T2038</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_11_10">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_13_7"> <dt class="fn-number">15</dt> <dd class="fn-content">Zu den strittigen bilateralen Fragen mit <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> vgl. die Notiz der <a href="http://dodis.ch/R28815" class="tei-orgName">Politischen Abteilung I des EDA</a> vom 15. April 1993, <a href="https://dodis.ch/64609" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64609</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_13_7">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_15_10"> <dt class="fn-number">16</dt> <dd class="fn-content">Für eine Beurteilung der Expertengespräche mit <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> über Agrar- und Handelsfragen vgl. die Notiz des <a href="http://dodis.ch/R11314" class="tei-orgName">Integrationsbüros EDA/EVD</a> vom 8. September 1993, <a href="https://dodis.ch/64653" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64653</a>. Zu den Agrarkonzessionen gegenüber der <a href="http://dodis.ch/G122" class="tei-placeName">Türkei</a> und <a href="http://dodis.ch/G1761" class="tei-placeName">Israel</a> vgl. die Notiz des <a href="http://dodis.ch/R88" class="tei-orgName">Bundesamts für Aussenwirtschaft des EVD</a> vom 21. Januar 1993, <a href="https://dodis.ch/66237" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/66237</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_15_10">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_15_22"> <dt class="fn-number">17</dt> <dd class="fn-content">Zum zehnten Treffen der <a href="http://dodis.ch/R28823" class="tei-orgName">schweizerisch-spanischen Gemischten Kommission</a> vom 10. bis 12. Januar 1994 sowie für einen Überblick über die Beziehungen zwischen der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> und <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> in Bezug auf <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">spanische</a> Arbeitnehmende in der <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Schweiz</a> vgl. das BR-Prot. Nr. 2426 vom 22. Dezember 1993, <a href="https://dodis.ch/66087" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/66087</a>, sowie das Protokoll vom 12. Januar 1994, <a href="https://dodis.ch/66870" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/66870</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_15_22">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_16_6"> <dt class="fn-number">18</dt> <dd class="fn-content">Le point 8 de cette note d’information est très probablement rédigé par le Chef de section  <a href="http://dodis.ch/P61818" class="tei-persName">Schneuwly</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_16_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_17_8"> <dt class="fn-number">19</dt> <dd class="fn-content">Pour plus d’information concernant la position <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">suisse</a>, cf. la speaking note du Vice-directeur de l’<a href="http://dodis.ch/R1816" class="tei-orgName">Office fédéral des transports du DFTCE</a>, <a href="http://dodis.ch/P62165" class="tei-persName">Philippe Gauderon</a>, pour le Président de la Confédération <a href="http://dodis.ch/P31966" class="tei-persName">Ogi</a> du 3 décembre 1993, cf. <span class="tei-idno tei-idno">CH-BAR#E8001D#1997/5#2954* (320.4)</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_17_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_18_10"> <dt class="fn-number">20</dt> <dd class="fn-content">Cf. <a href="https://dodis.ch/65983" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/65983</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_18_10">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_19_6"> <dt class="fn-number">21</dt> <dd class="fn-content">Cf. la compilation thématique <span class="tei-orig tei-orig">Négociations de transit avec la CE</span>,<span class="tei-orig tei-orig"> </span><a href="https://dodis.ch/T1913" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/T1913</a>, ainsi que la compilation thématique <span class="tei-orig tei-orig">Nouvelles lignes ferroviaires à travers les Alpes (NLFA)</span>, <a href="https://dodis.ch/T1722" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/T1722</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_19_6">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_19_12"> <dt class="fn-number">22</dt> <dd class="fn-content">À l’issue de cette réunion, le <a href="http://dodis.ch/R23652" class="tei-orgName">Conseil des ministres des affaires étrangères de la CE</a> confirme la disponibilité de la <a href="http://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName">Communauté</a> à ouvrir des négociations sectorielles avec la <a href="http://dodis.ch/G4" class="tei-placeName">Suisse</a>, cf. <a href="https://dodis.ch/64952" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64952</a>. Cf. également la présentation de ce résultat par les Conseillers fédéraux <a href="http://dodis.ch/P31665" class="tei-persName">Delamuraz</a> et <a href="http://dodis.ch/P25146" class="tei-persName">Cotti</a> devant la <a href="http://dodis.ch/R479" class="tei-orgName">Commission de politique extérieure du Conseil des États</a>, DDS 1993, doc. 57, <a href="https://dodis.ch/65349" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/65349</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_19_12">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_19_18"> <dt class="fn-number">23</dt> <dd class="fn-content">Cf. DDS 1993, doc. 18, <a href="https://dodis.ch/65115" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/65115</a>, ainsi que la compilation thématique <span class="tei-orig tei-orig">Bilatérales I: Recherche</span>, <a href="https://dodis.ch/T2530" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/T2530</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_19_18">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_21_10"> <dt class="fn-number">24</dt> <dd class="fn-content">Sur la question de l’adoption du mandat de négociation pour les transports, cf. la compilation <a href="https://dodis.ch/C2534" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/C2534</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_21_10">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_23_18"> <dt class="fn-number">25</dt> <dd class="fn-content">Die Punkte 9 und 10 dieser Informationsnotiz wurden höchstwahrscheinlich von Botschafter <a href="http://dodis.ch/P15232" class="tei-persName">Schaller</a> verfasst.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_23_18">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_26_4"> <dt class="fn-number">26</dt> <dd class="fn-content">Nicht ermittelt.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_26_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_1_3_1_1_27_14"> <dt class="fn-number">27</dt> <dd class="fn-content">Zum Besuch Bundesrat <a href="http://dodis.ch/P25146" class="tei-persName">Cottis</a> in <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> vom 13. und 14. September 1993 vgl. <a href="https://dodis.ch/64767" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/64767</a>; zum Besuch einer Delegation der <a href="http://dodis.ch/R479" class="tei-orgName">Aussenpolitischen Kommission des Ständerats</a> in <a href="http://dodis.ch/G126" class="tei-placeName">Spanien</a> vom 24. bis 28. Oktober 1993 vgl. <a href="https://dodis.ch/65368" class="tei-ref7 tei-link">dodis.ch/65368</a>.<a class="fn-back" href="#fnref_1_3_1_1_27_14">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
64000-64999/dodis-64162.pdf
# 3003 Bern, 21. Dezember 1993 ## Informationsnotiz Nicht zur Veröffentlichung bestimmt An den Bundesrat ## Offizieller Besuch vom Bundespräsidenten A. Ogi in Spanien 13. - 15. Dezember 1993 1. Vom 13. bis 15. Dezember 1993 stattete Bundespräsident A. Ogi auf Einladung des spanischen Königs Madrid einen offiziellen Besuch ab. Er traf dabei mit seiner Majestät König Juan Carlos I von Spanien, Premierminister F. Gonzalez und Verkehrsminister J. Borrell zu Gesprächen zusammen. 2. Begleitet wurde der Bundespräsident u.a. von Staatssekretär J. Kellenberger, Generalsekretär Dr. F. Mühlemann und Direktor Dr. F. Bürki. 3. Das Programm umfasste neben einem offiziellen Essen beim König, einem Gedankenaustausch mit anschliessendem Abendessen bei Premierminister Gonzalez und einer gemeinsamen Pressekonferenz auch eine Besichtigung der Entwicklungs- und Forschungsabteilung der spanischen Telefonica sowie einen Ausflug nach Cordoba mit dem AVE-Zug (spanischer TGV). Es kam auch zu einem Gespräch mit Verkehrsminister Borrell. 4. Der Besuch war ausgezeichnet organisiert und fand in einer herzlichen Atmosphäre statt, zu der sowohl der König wie auch der Premierminister beitrugen. Der Bundespräsident konnte feststellen, dass in Spanien auf Regierungsstufe nach wie vor ein gewisser Erklärungsbedarf über die Europapolitik der Schweiz besteht. Da Spanien zu den härtesten Verhandlungspartner innerhalb der EU in der Frage der Verabschiedung bilateraler Verhandlungsmandate Schweiz - EG gehört, war es ein wichtiges Ziel dieses Besuches, auf höchster Ebene die Schweizer Position erneut zu erläutern. 5. Der Besuch markierte nach Beseitigung der sogenannten "Altlasten" (im Agrarbereich) einen Neubeginn in den bilateralen Beziehungen zwischen Spanien und der Schweiz. Der Bundespräsident erläuterte den aussenpolitschen Bericht des Bundesrates gegenüber allen Gesprächspartnern, warb um Verständnis für die Haltung der Schweiz und unterstrich die Solidarität und das Verantwortungsbewusstsein unseres Landes gegenüber Europa. 6. Die Beziehungen zwischen den zwei Staaten auf Stufe Regierung und Verwaltung sollen intensiviert werden. Verkehrs- und Umweltminister Borrell wurde vom Bundespräsidenten für das Frühjahr 1994 in die Schweiz eingeladen. Die Aussenministerien werden inskünftig mindestens einmal pro Jahr Konsultationen auf Staatssekretären- und hoher Beamtenebene abhalten (Staatssekretär Kellenberger hat seinen spanischen Kollegen für 1994 nach Bern eingeladen). 7. Das Gespräch mit Premierminister F. Gonzalez drehte sich um die spanische und schweizerische Europapolitik, die Sicherheitspolitik, die Lage in Jugoslawien, die Wahlen in Russland und die Endphase der GATT-Verhandlungen. Im Rahmen der Sicherheitspolitik unterstrich der Bundespräsident, dass die Volksabstimmung im Sommer 1994 über die Blauhelme zu einem Test für die zukünftige Richtung der schweizerischen Aussenpolitik werde. Bei der Diskussion über die Europapolitik überreichte er den aussenpolitischen Bericht des Bundesrates, skizzierte die weitere Strategie unseres Landes bezüglich der Integration und hob hervor, dass es für die Haltung des Schweizervolkes gegenüber der EU von grösster Wichtigkeit sei, dass die bilateralen Verhandlungen in Bereichen, die reif dafür seien, sehr bald begännen. Es soll eine Aufstellung aller offenen Fragen zwischen Spanien und der Schweiz erstellt werden; unser Land sei bereit, über alle Bereiche zu sprechen. F. Gonzalez seinerseits unterstrich den Willen Spaniens, in bilateralen Abkommen mit der Schweiz die offenen Fragen zu regeln. Dabei soll das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen gewahrt bleiben. Insbesondere erwähnte er den Wunsch Spaniens, in bestimmten wirtschaftlichen Bereichen von der Schweiz gleich wie andere Staaten der EU behandelt zu werden. Er nannte dabei die Einfuhr in die Schweiz von südländischen Agrarprodukten (Vergleich mit Israel und Türkei) sowie die Stellung der spanischen Gastarbeiter (Vergleich mit Deutschland und Italien). In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass die schweizerisch-spanische Gemischte Kommission für Migrationsfragen im Januar 1994 in Bern einen Tour d'horizon der offenen Fragen vornehmen wird. 8. Entretiens avec M. José Borrell, Ministre espagnol des travaux publics, des transports et de l'environnement Les entretiens avec Monsieur Borrell ont essentiellement porté sur le thème des négociations bilatérales entre la Suisse et l'Union européenne (UE) dans le domaine des transports routier et aérien. La délégation suisse a remis au ministre espagnol des transports le Rapport du Conseil fédéral sur la politique étrangère de la Suisse au cours des années 90 , ainsi qu'un mémorandum en espagnol sur la NLFA. Dans ce contexte, le Président de la Confédération a rappelé que la Suisse respectait les engagements pris dans le cadre de l'accord de transit (solution transitoire, NLFA) et a souligné la volonté de son pays de s'intégrer à l'Europe. Après la réunion des 8 et 9 novembre des Ministres des affaires étrangères de l'UE, la délégation suisse a relevé qu'elle ne comprenait pas les raisons pour lesquelles les ministres des transports tardaient à adopter les mandats de négociation. Il en va d'ailleurs de même pour d'autre domaines tels la recherche où la Suisse est prête à entrer en négociation. Monsieur Borrell a indiqué que, dans le domaine des transports, il n'y avait aucun point de divergence entre l'Espagne et la Suisse. Il s'est donc déclaré prêt à approuver les mandats en question dès que la Commission les présentera. Dans l'intervalle, le ministre espagnol des transports donnera des instructions à sa délégation à Bruxelles (Coreper), de manière à ce que lesdits mandats puissent être finalisés ces prochains jours et soumis à l'adoption d'un conseil des ministres autre que "transport" (sous point A) cette année encore voire au début de l'an prochain. Le Président de la Confédération a invité Monsieur Borrell en Suisse au printemps 1994 pour un tour d'horizon des relations bilatérales dans le secteur des transports (avec notamment une présentation du projet NLFA, ainsi qu'une discussion sur la fiscalité routière). 9. Staatssekretär J. Kellenberger traf mit dem Generalsekretär für Aussenpolitik F. Villar (AM), dem Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung E. Fereres (Erziehungsministerium) und mit Generaldirektor A. Navarro (AM, zuständig für die EU) zusammen. Seine Gespräche drehten sich um die Europapolitik von Spanien und der Schweiz, das bilaterale Verhältnis zwischen den zwei Staaten, den Brüsseler-Gipfel vom 10./11. Dezember 1993, die Sicherheitspolitik in West- und Osteuropa, die Erweiterung der EU und die bilateralen Verhandlungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Er unterstrich insbesondere den schweizerischen Widerstand gegen die willkürlichen Verbindungen verschiedener Sektoren in den Verhandlungen und drängte auf einen raschen Verhandlungsbeginn in den dazu reifen und in sich ausgewogenen Bereichen wie Verkehr oder Forschung. Ein ausführlicher Bericht seiner Gespräche liegt im EDA vor. 10. Nach den Aufenthalten von Bundesrat F. Cotti sowie einer Delegation des Ständerates trug der Besuch des Bundespräsidenten und seiner Delegation in Spanien viel zum Verständnis der schweizerischen Position in der Europafrage bei. Wichtig ist, dass der Neubeginn in den bilateralen Beziehungen zwischen den zwei Staaten durch weitere Kontakte positiv umgesetzt wird. EIDGENÖSSISCHES VERKEHRS- UND ENERGIEWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT
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Bericht des Bundesrates an die Bundesversammlung über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz und Botschaft betreffend die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit (Vom 20.10.1971) Rapport du Conseil fédéral à l'Assemblée fédérale sur la 54e session de la Conférence internationale du travail et Message relatif à l'approbation de la convention (n° 100) concernant l'égalité de rémunération entre la main-d'oeuvre masculine et la main-d'oeuvre féminine pour un travail de valeur égale (Du 20.10.1971) Rapporto del Consiglio federale all'Assemblea federale sulla 54 sessione della Conferenza internazionale del lavoro e Messaggio per l'approvazione della convenzione numero 100 concernente la parità salariale, a lavoro uguale, tra l'uomo e la donna (Del 20 ottobre 1971)
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1971-10-20
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# Bericht <br> des Bundesrates an die Bundesversammlung über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz und ## Botschaft <br> betreffend die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit (Vom 20. Oktober 1971) Herr Präsident, Hochgeehrte Herren, Gemäss den Bestimmungen der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) erstatten wir Ihnen Bericht über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz. Gleichzeitig stellen wir Antrag auf Genehmigung und Ermächtigung zur Ratifikation des von der Internationalen Arbeitskonferenz im Jahre 1951 angenommenen Übereinkommens Nr. 100. ## Übersicht Im ersten Abschnitt (I) wird in üblicher Weise über die Tagungsgeschäfte orientiert. Der zweite Abschnitt (II) bezieht sich auf das Übereinkommen Nr. 132 über den bezahlten Jahresurlaub (Ferien). Der dritte Abschnitt (III) ist dem Übereinkommen Nr. 131 und der Empfehlung Nr. 135 betreffend das Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer, gewidmet. Der vierte Abschnitt (IV) behandelt die Empfehlung Nr. 136 betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken. Im fünften Abschnitt (V) kommen wir auf das in den bundesrätlichen Berichten über die 34., 38. und 39. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz behandelte Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zurück und stellen Ihnen einen neuen Antrag. # I. Tagesordnung, Verhandlungen und Beschlüsse der Konferenz 1. Die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz fand vom 3. bis 25. Juni 1970 im Palais des Nations in Genf statt. Die Tagesordnung lautete wie folgt: 1. Bericht des Generaldirektors; 2. Programm- und Budgetvorschläge und andere finanzielle Fragen; 3. Mitteilungen und Berichte über die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen; 4. Bezahlter Urlaub (2. Beratung); 5. Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhängende Probleme, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer (2. Beratung); 6. Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken (2. Beratung); 7. Gewerkschaftliche Rechte und ihre Beziehungen zu den bürgerlichen Freiheiten; 8. Schutz und Erleichterungen für Arbeitnehmervertreter im Betrieb. 9. Die schweizerische Delegation war gemäss den Regeln der IAO dreigliedrig zusammengesetzt. Sie bestand aus den Regierungsvertretern Botschafter Dr. Albert Grübel, Direktor des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit, und Minister Dr. Cristoforo Motta, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherung, sowie René Grever, Adjunkt des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit, als stellvertretendem Delegierten. Es gehörten ihr ferner Rudolf Huber-Rübel, Präsident des Verwaltungsrates der Maschinenfabrik Oerlikon, als Arbeitgeberdelegierter, und Guido Nobel, Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, als Arbeitnehmerdelegierter an. Einige technische Berater ergänzten die Delegation. 10. 111 der 121 Mitgliedstaaten waren an der 54. Tagung vertreten. V. Manickavasagam, Arbeitsminister von Malaysia, wurde zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. 11. Im Verlaufe einer besonderen Sitzung ergriff V. V. Giri, Präsident der Republik Indien, das Wort. Er betonte die Wichtigkeit der Rolle, die die IAO im Kampfe gegen die Armut zu spielen habe und erklärte, es müssten wirksame Massnahmen zur Schaffung ausreichender Beschäftigungsmöglichkeiten zwecks Hebung des Lebensstandards der Weltbevölkerung ergriffen werden. 12. Die Traktanden Bericht des Generaldirektors, Budget sowie Mitteilungen und Berichte über die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen stehen jedes Jahr auf der Tagesordnung. Mehr als 200 Redner ergriffen als Vertreter der Regierungen, der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der gouvernementalen und nichtgouvernementalen internationalen Organisationen das Wort zur allgemeinen Diskussion des Berichtes über «Armut und Mindestlebensstandard». In seiner Antwort an die verschiedenen Redner erklärte der neue Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes (IAA), Wilfred Jenks, die IAO habe auf dem Gebiete der Beschäftigungspolitik durch ihr Weltbeschäftigungsprogramm einen schöpferischen Beitrag geleistet; jetzt müsse sie einen gleichwertigen Beitrag auch auf andern wichtigen Gebieten erbringen, namentlich dort, wo sich die Sozialpolitik und die entscheidenden Probleme der Weltwirtschaftspolitik berühren. Ferner müsse sie ihre Tätigkeit auf regionaler und industrieller Ebene intensivieren, ihre Zusammenarbeit mit andern internationalen Institutionen entwikkeln sowie ihre Dezentralisierungsbestrebungen fortführen. 6. Die Konferenz hat im Voranschlag einen zusätzlichen Posten von ungefähr 1430000 Dollar genehmigt zwecks Gewährung einer Subvention an das Internationale Zentrum für berufliche und fachliche Fortbildung in Turin sowie für Rückerstattungen an das Vorschusskonto (Punkt 2 der Tagesordnung). Diese Erhöhung wurde für die Schweiz dadurch kompensiert, dass ihr Kostenanteil, der ursprünglich auf 1,24 Prozent aller Ausgaben der Organisation festgesetzt war, ab 1971 auf 1,18 Prozent gesenkt wurde. Der Beitrag, der 1970369960 Dollar betrug, beläuft sich für 1971 auf 368931 Dollar. 7. Zu Punkt 3 der Tagesordnung betreffend die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen ist für das Berichtsjahr nichts zu bemerken. Zu den Sachfragen (Punkte 4-8 der Tagesordnung) fasste die Konferenz die folgenden Beschlüsse: 8. Nach der zweiten Beratung über Punkt 4 der Tagesordnung - die erste fand 1969 statt - nahm die Konferenz ein Übereinkommen über den bezahlten Jahresurlaub (Ferien) an, dessen Text im Anhang I wiedergegeben ist. Wir kommen im Abschnitt II auf diesen Punkt zurück. 9. Eine zweite Beratung war ferner dem Problem der Festsetzung von Mindestlöhnen (Punkt 5 der Tagesordnung) gewidmet. Sie führte zur Annahme eines Übereinkommens und einer Empfehlung. Auch diese Texte, auf die wir im Abschnitt III zurückkommen werden, sind im Anhang I aufgeführt. 10. Ebenfalls eine zweite Beratung fand statt über Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken (Punkt 6 der Tagesordnung). Sie führte zur Annahme eines Übereinkommens, das im Anhang I wiedergegeben ist und auf das wir im Abschnitt IV zurückkommen werden. 11. Als Schlussfolgerung aus den Diskussionen zu Punkt 7 der Tagesordnung stimmte die Konferenz einer Resolution zu über die Tätigkeit der IAO auf dem Gebiete der gewerkschaftlichen Rechte und deren Beziehungen zu den bürgerlichen Freiheiten. Diese Resolution befürwortet neue internationale Normen zur Erweiterung der gewerkschaftlichen Rechte unter Berücksichtigung der bürgerlichen Freiheiten, die zu ihrer Ausübung unerlässlich sind. 12. Zu Punkt 8 der Tagesordnung erarbeitete die Konferenz den Vorentwurf zu einer Empfehlung über Schutz und Erleichterungen für Arbeitnehmervertreter im Betrieb. Die zweite Beratung wird 1971 stattfinden. 13. Ausserhalb der Tagesordnung fasste die Konferenz eine Reihe von Resolutionen, die folgende Fragen betreffen: die Bereinigung der Tabelle I (Liste der Berufskrankheiten) des Übereinkommens Nr. 121 von 1964 über die Leistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten; die Tätigkeit der IAO auf dem Gebiete der Arbeiterbildung; die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer; die Teilnahme der IAO an der Internationalen Konferenz der Vereinten Nationen von 1972 über die Umwelt des Menschen; die Revision des vom IAA zuhanden der Regierungen und der Privatindustrie veröffentlichten Musterreglements über die Sicherheit in industriellen Betrieben; die Redefreiheit der nichtgouvernementalen Delegierten in den Sitzungen der IAO. 14. Die Konferenz beschloss im Sinne der stattgefundenen Diskussionen in der Strukturkommission, alle offenen Strukturfragen zur neuerlichen Prüfung an den Verwaltungsrat zurückzuweisen. Vermutlich wird bei Anlass der 56. Tagung wiederum eine Sonderkommission zum weiteren Studium dieser Fragen eingesetzt werden. 15. Schliesslich nahm die Konferenz Kenntnis vom sechsten Sonderbericht des Generaldirektors über die Anwendung der Erklärung über die Apartheidpolitik der Südafrikanischen Republik. # II. Übereinkommen (Nr. 132) über den bezahlten Jahresurlaub (Neufassung vom Jahre 1970) ## 1. Ziel und Inhalt des Übereinkommens Die Konferenz nahm ein neues Übereinkommen über den bezahlten Urlaub an ${ }^{1}$. Gemäss Artikel 2 Absatz 1 gilt dieses Übereinkommen für alle Arbeitnehmer mit Ausnahme der Seeleute. Gemäss Artikel 15 können jedoch die Mitgliedstaaten, die das Übereinkommen nicht als Ganzes ratifizieren wollen, die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen getrennt übernehmen, einerseits für Wirtschaftszweige ausserhalb der Landwirtschaft, oder für die Landwirtschaft anderseits. Des weiteren erlaubt Artikel 2 Absatz 2, dass bestimmte Arbeitnehmergruppen von der Anwendung des Übereinkommens ausgenommen werden, wenn aus der Durchführung oder hinsichtlich verfassungsrechtlicher oder gesetzgeberischer Fragen besondere Probleme von erheblicher Bedeutung entstehen. Artikel 3 Absatz 3 enthält den Kernpunkt des Übereinkommens. Er bestimmt, dass die bezahlten Ferien «auf keinen Fall weniger als drei Arbeitswochen für ein Dienstjahr» betragen dürfen. Gemäss Artikel 7 muss den Arbeitnehmern für die ganze Feriendauer mindestens der normale oder durchschnittliche Lohn, einschliesslich Naturallohn gewährt werden. Nach Artikel 13 können besondere Regelungen getroffen werden für den Fall, dass der Arbeitnehmer während der Ferien eine Erwerbstätigkeit ${ }^{1)}$ In der Schweiz sprechen wir in diesem Zusammenhang nicht von «Urlaub», sondern von Ferien. Unter Urlaub werden bei uns in der Regel die Absenzen infolge persönlicher oder familiärer Ereignisse verstanden. ausübt, die mit dem Ferienzweck unvereinbar ist. Im übrigen sind gemäss Artikel 14 wirksame Massnahmen zu treffen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Vorschriften über die bezahlten Ferien zu gewährleisten. Die übrigen Bestimmungen des Übereinkommens betreffen die Begriffsumschreibung, die praktische Anwendung sowie den Schutz des Anspruchs auf Ferien. So schreibt das Übereinkommen vor (Art. 4 Abs. 1), dass einer Person, die nicht Anspruch auf die vollen Ferien hat, eine Feriendauer im Verhältnis zu ihrer Dienstzeit gewährt werden müsse. Artikel 5 Absatz 2 begrenzt des weitern die minimale Dauer des Arbeitsverhältnisses für die Entstehung eines Anspruchs auf bezahlte Ferien aufsechs Monate. Ferner bestimmt das Übereinkommen, dass die Feiertage nicht an die Feriendauer anzurechnen sind (Art. 6). Es stellt Richtlinien hinsichtlich des Bezuges, der Aufteilung und des Aufschubs der Ferien auf (Art. 8, 9 und 10). Es schützt ferner den Ferienanspruch bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Art. 11). Schliesslich empfiehlt es ein Verbot der Abgeltung des Ferienanspruches durch Geldleistungen (Art. 12). Das Übereinkommen bezweckt die Neuordnung beziehungsweise den Ersatz des Übereinkommens Nr. 52 von 1936 über den bezahlten Urlaub (Ferien) und des Übereinkommens Nr. 101 von 1952 über den bezahlten Urlaub in der Landwirtschaft. Beide Übereinkommen wurden von der Schweiz nicht ratifiziert; das letztgenannte steht zur Ratifikation noch offen. Die Bedeutung der vorgenommenen Änderungen kann man ermessen, wenn man die Bestimmungen des neuen Übereinkommens mit denjenigen der beiden früheren vergleicht: das Übereinkommen Nr. 101 legt kein Minimum fest, während das Übereinkommen Nr. 52 nur sechs Arbeitstage nach einem Jahr ununterbrochenen Dienstes vorschreibt; sogar die Empfehlung Nr. 98 über den bezahlten Urlaub von 1954 sieht nur eine Feriendauer von zwei Arbeitswochen vor. # 2. Stellungnahme zum Übereinkommen Ein Vergleich des Übereinkommens mit unserer Gesetzgebung ergibt folgende Differenzen: a. Artikel 3 Absatz 3 des Übereinkommens schreibt eine Mindestdauer der Ferien von drei Arbeitswochen vor. Bei uns hat dagegen ein erwachsener Arbeitnehmer gestützt auf Artikel $341^{\text {bis }}$ des Obligationenrechts (eingeführt durch Art. 64 des Arbeitsgesetzes) Anspruch auf jährliche bezahlte Ferien von mindestens zwei Wochen. Drei Wochen stehen nur den jugendlichen Arbeitnehmern bis zum vollendeten 19. Altersjahr sowie den Lehrlingen bis zum vollendeten 20. Altersjahr zu (Abs. 1). Die Kantone können freilich die Mindestdauer bis auf drei Wochen erhöhen (Abs. 2). Bis 1. Januar 1971 hatten zwölf Kantone die Feriendauer auf drei Wochen verlängert, und zwar grundsätzlich für alle Arbeitnehmer mit privatrechtlichem Arbeitsvertrag. Es handelt sich um die Kantone Bern, Freiburg, Genf, Glarus, Luzern, Neuenburg, Schaffhausen, Tessin, Wallis, Waadt, Zug und Zürich. Diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Des weiteren bestimmt Artikel $341^{\text {bis }}$ Absatz 7 des Obligationenrechts, dass durch Gesamtarbeitsvertrag oder Normalarbeitsvertrag eine von den Bestimmungen der Absätze 1 und 2 abweichende Regelung getroffen werden kann, durch Gesamtarbeitsvertrag jedoch nur unter der Voraussetzung, dass eine für den Arbeitnehmer im ganzen mindestens gleichwertige Regelung getroffen wird. Dazu ist zu bemerken, dass gemäss Artikel 329 e Absatz 1 des Bundesgesetzes über die Revision des Zehnten Titels und des Zehnten Titels bis des Obligationenrechts (Der Arbeitsvertrag) die Gleichwertigkeit ebenfalls gegeben sein muss, wenn die abweichende Regelung durch Normalarbeitsvertrag getroffen wird. Nach der gegenwärtigen Regelung kann in einem Gesamtarbeitsvertrag die gesetzliche Mindestdauer unterschritten werden, wenn anderseits zugunsten von Arbeitnehmern mit einer bestimmten Anzahl Dienstjahren oder von einem gewissen Alter an längere als die gesetzlichen Ferien zugestanden werden. So könnten zum Beispiel für die Altersklassen von 19-28 Jahren $11 / 2$ Wochen, für jene von 29-40 Jahren 2 Wochen und für jene von mehr als 40 Jahren $21 / 2$ Wochen Ferien vereinbart werden, oder es könnte in gleicher Weise unterschieden werden für Arbeitnehmer mit 5, 10 und mehr Dienstjahren. Eine analoge Abstufung könnte auch in jenen Kantonen vorgenommen werden, die die Mindestferien auf drei Wochen verlängert haben. Diese Möglichkeit von abweichenden Vereinbarungen steht im Widerspruch zum Übereinkommen, das keine Ausnahmen vorsieht und infolgedessen keine Verkürzungen des Mindestferienanspruches von drei Wochen zulässt. b. Artikel 14 des Übereinkommens schreibt vor, dass über eine angemessene Aufsicht oder durch andere Mittel wirksame Massnahmen getroffen werden müssen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Bestimmungen zu gewährleisten. Das bedeutet, dass diese Vorschriften mittels Verwaltungsmassnahmen durchzusetzen wären. Unsere Bestimmungen über die Ferien beruhen auf Privatrecht. Deren Durchsetzung liegt, obwohl es sich um zwingendes Recht handelt, im Ermessen der Vertragsparteien, die im Streitfall den Zivilrichter anrufen können. Eine staatliche Aufsicht über die Gewährung der Mindestferien besteht nicht. Auch die ehemals öffentlichrechtlichen kantonalen Ferienvorschriften, welche längere Ferien als Artikel $341^{\text {bis }}$ Absatz 1 des Obligationenrechts vorsehen, bleiben auf Grund von Artikel 73 Absatz 2 des Arbeitsgesetzes lediglich als zivilrechtliche Bestimmungen weiterhin in Kraft. Demnach ist es weder dem Bund noch den Kantonen gestattet, den gesetzlichen Mindestferienanspruch mittels Verwaltungsmassnahmen durchzusetzen. c. In der Praxis sind wir von der im Übereinkommen Nr. 132 vorgesehenen Mindestferienregelung nicht weit entfernt. Nahezu die Hälfte der Kantone hat - wie bereits erwähnt wurde - die Feriendauer auf drei Wochen verlängert, einige allerdings in Abhängigkeit vom Alter oder von den Dienstjahren. Ebenso sehen die meisten Gesamtarbeitsverträge längere Ferien vor. Der überwiegende Teil unserer Arbeitnehmer steht somit bereits im Genuss von drei Ferienwochen. Das Übereinkommen Nr. 132 ist daher in der Praxis unseres Landes weitgehend erfüllt. Im übrigen kann damit gerechnet werden, dass mit der Zeit weitere Kantone von der Befugnis zur Einführung der dritten Ferienwoche Gebrauch machen werden. Obwohl unsere Ferienordnung dem Übereinkommen Nr. 132 annähernd entspricht, können wir die Genehmigung dieses Übereinkommens zurzeit nicht empfehlen. Es besteht die grundsätzliche Schwierigkeit, dass wir keine Rechtsgrundlage für die in Artikel 14 des Übereinkommens verlangten Massnahmen zur Durchsetzung des Mindestferienanspruches besitzen. Zu diesem Zweck müssten neue öffentlichrechtliche Vorschriften erlassen werden. Die eidgenössischen Räte haben sich jedoch schon bei der Beratung des Entwurfs des Arbeitsgesetzes für die Regelung der Ferienfrage auf privatrechtlicher Basis entschieden, nachdem sowohl die Expertenkommission für das Arbeitsgesetz als auch diejenige für das neue Dienstvertragsrecht sowie die seinerzeitige eidgenössische Fabrikkommission diese Lösung befürwortet hatten. Ausschlaggebend dafür war vor allem, dass man allen Arbeitnehmern einen gesetzlichen Ferienanspruch verschaffen wollte und nicht nur den dem Arbeitsgesetz unterstehenden Arbeitnehmern. Ein weiterer Grund lag darin, dass bei einer privatrechtlichen Ordnung der Ferienfrage die Gesamtarbeitsverträge und die Normalarbeitsverträge berücksichtigt werden konnten. Im übrigen betrachtete man es damals als einen Vorteil, dass auf diese Weise nicht nach Lösungen gesucht werden musste, wie der Ferienbezug behördlich hätte kontrolliert werden sollen. Aus diesen Überlegungen wurde die Ferienregelung in das Obligationenrecht eingebaut. Die eidgenössischen Räte hatten bei der Behandlung der Vorlage über den Arbeitsvertrag erneut Gelegenheit, sich zur Form und Systematik der Ferienregelung zu äussern. Es war dabei unbestritten, dass die Ferien im Obligationenrecht geregelt werden sollen. Bei dieser Sachlage dürfte die im Übereinkommen Nr. 132 vorausgesetzte öffentlichrechtliche Ordnung wenigstens zurzeit für unser Land nicht in Betracht fallen. Eine neue Prüfung der Frage, ob dieses Übereinkommen genehmigt werden soll, wird sich dann aufdrängen, wenn die Ferienordnung in der Schweiz sich noch mehr, als es bereits geschehen ist, diesen internationalen Normen angenähert hat. # III. Übereinkommen (Nr. 131) und Empfehlung (Nr. 135) über die Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer ## 1. Ziel und Inhalt des Übereinkommens und der Empfehlung Das Übereinkommen und die Empfehlung bezwecken, innerhalb der weltweiten Bestrebungen zur Überwindung der Armut, durch Festlegung von Mindestlöhnen das Existenzminimum aller Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen sicherzustellen. Das Übereinkommen verpflichtet die ratifizierenden Mitgliedstaaten, ein Mindestlohnsystem einzuführen, das alle Gruppen von Arbeitnehmern erfasst, deren Arbeitsbedingungen eine solche Erfassung als angebracht erscheinen lassen (Art. 1 Ziff. 1). Die zu erfassenden Gruppen von Arbeitnehmern sind im Einvernehmen oder nach Rücksprache mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden zu bestimmen (Art. 1 Ziff. 2). Die von den Mindestlohnvorschriften nicht erfassten Arbeitnehmergruppen sind unter Angabe der Gründe für ihre Nichterfassung in den Berichten an das IAA besonders anzuführen (Art. 1 Ziff. 3). Die Mindestlöhne haben Gesetzeskraft. Bei Nichteinhaltung der Mindestlohnvorschriften sind strafrechtliche oder sonstige Zwangsmassnahmen vorzusehen (Art. 2 Ziff. 1). Bei der Bestimmung der Mindestlöhne sollen nach der Empfehlung vor allem folgende Kriterien berücksichtigt werden: a. die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen; b. die allgemeine Höhe der Löhne im betreffenden Land; c. die Lebenshaltungskosten und ihre Veränderungen; d. die Sozialleistungen; e. der vergleichbare Stand der Lebenshaltung anderer sozialer Gruppen; f. sowie wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsgrad zu erreichen und zu erhalten. Für die Ermittlung der Arbeitnehmergruppen und Mindestlöhne sind nach dem Übereinkommen Verfahren und umfassende Beratungen mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden oder, falls keine Verbände bestehen, mit den Vertretern der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorzusehen (Art. 4). Zur wirksamen Durchführung der Bestimmungen sind ausserdem geeignete Massnahmen, z. B. durch Errichtung eines durch Strafoder Zwangsmassnahmen verstärkten Aufsichtssystems, festzulegen (Art. 5). # 2. Stellungnahme zum Übereinkommen und zur Empfehlung Die Internationale Arbeitskonferenz hat bereits zwei Übereinkommen und zwei Empfehlungen über Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen angenommen, nämlich das Übereinkommen Nr. 26 über die Einrichtung von Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, die Empfehlung Nr. 30 betreffend die Anwendung der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, das Übereinkommen Nr. 99 über die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in der Landwirtschaft und die Empfehlung Nr. 89 betreffend die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in der Landwirtschaft. Ferner hat die Arbeitskonferenz das Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit angenommen. Von diesen Übereinkommen ratifizierte die Schweiz einzig das Übereinkommen Nr. 26 über die Einrichtung von Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen. Der Bundesrat hatte damals darauf hingewiesen, dass in der Schweiz nur eine auf die Heimarbeit beschränkte Mindestlohngesetzgebung durchführbar sei. Die IAO gab dann auch die Erklärung ab, dass eine sich nur auf die Heimarbeit beziehende Gesetzgebung dem Übereinkommen gerecht werde; so dass die Schweiz das Übereinkommen Nr. 26 ratifizieren konnte. Im Gegensatz zum erwähnten Übereinkommen Nr. 26 lässt sich der Geltungsbereich des neuen Übereinkommens Nr. 131 nicht auf die Mindestlöhne in der Heimarbeit beschränken. Dieses Übereinkommen verpflichtet die ratifizierenden Staaten grundsätzlich, für alle Arbeitnehmerkategorien Mindestlohnvorschriften aufzustellen und die Ausnahmen zu begründen. An und für sich würde die Aufstellung von Mindestlohnvorschriften, wie dies im Übereinkommen Nr. 131 vorgesehen ist, nicht im Widerspruch zu unserer Rechtsordnung stehen; wäre dies der Fall, so müssten auch Artikel 12 des Heimarbeitsgesetzes, der die Festsetzung von Mindestlöhnen durch Verordnung vorsieht, und die Allgemeinverbindlicherklärung von Mindestlohnbestimmungen in Gesamtarbeitsverträgen unzulässig sein. Jedoch wäre mit einer umfassenden gesetzlichen Regelung der Mindestlöhne unsere gegenwärtige, sich zur Hauptsache auf Gesamtarbeitsverträge stützende Ordnung der Mindestlöhne ernsthaft in Frage gestellt. Bekanntlich gehören die Mindestlöhne zu den wichtigsten Gegenständen gesamtarbeitsvertraglicher Verständigung. Wenn schon anlässlich der parlamentarischen Beratungen des Ferienartikels von gewerkschaftlicher Seite mit Bedauern festgestellt wurde, «dass damit (d. h. mit dem Ferienartikel) die Position des Vertrages in einer wichtigen Frage ungebührlich geschwächt wird» (Sten. Bull. NR 1963 S. 351), so gilt dies erst recht für eine umfassende Regelung der Mindestlöhne. Im übrigen beweisen die internationalen statistischen Lohnvergleiche und die grosse Zahl der bei uns beschäftigten ausländischen Arbeitnehmer, dass die Löhne in unserem Land einen hohen Stand erreicht haben und sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen dürfen. Es besteht daher, auch von dieser Seite her betrachtet, kein Bedürfnis nach einer allgemeinen Festlegung der Mindestlöhne. Aus diesen Erwägungen möchten wir davon absehen, der Bundesversammlung die Genehmigung des Übereinkommens vorzuschlagen. # IV. Empfehlung (Nr. 136) betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken ## 1. Ziel und Inhalt der Empfehlung Die Empfehlung betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken behandelt eine Form der Beschäftigung, die von den allgemeinen Vorschriften nicht erfasst wird. Eine immer grössere Zahl von Entwicklungsländern pflegt Jugendliche ohne irgendwelche Ausbildung einzusetzen, einerseits um der unter Jugendlichen weitverbreiteten Arbeitslosigkeit zu steuern und anderseits infolge Mangels an Arbeitskräften zur Ausführung der für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes notwendigen Arbeiten. In gewissen Fällen werden Zwangsaushebungen vorgenommen. Manchmal werden solche Arbeitslager auch dazu benützt, den jugendlichen Arbeitnehmern staatsbürgerlichen Unterricht zu erteilen. In verschiedenen Ländern sind ferner Jugendliche, die den Vorzug einer gründlichen beruflichen Ausbildung geniessen - wie etwa als Arzt, aber auch als Krankenpfleger oder Lehrerverpflichtet, während eines gewissen Zeitraumes eine vom Staat bestimmte Tätigkeit auszuüben, meist in rückständigen Gegenden des Landes. Sowohl die Arbeitslager als auch die Leistung von Zivildiensten, welche als Sonderprogramme bezeichnet werden, können für den Staat ein nützliches und notwendiges Hilfsmittel zur Verstärkung der Entwicklungsbestrebungen darstellen. Sie können den Jugendlichen eine Beschäftigungsmöglichkeit und den Zugang zu einem Beruf eröffnen, sie können aber anderseits auch die Gefahr in sich schliessen, dass die Jugendlichen als billige und schutzlose Arbeitskräfte ausgebeutet werden, dass sie unter zwangsarbeitsähnlichen Bedingungen eingezogen und ohne Ausbildung eingegliedert werden. Die Empfehlung bezweckt einerseits die Festsetzung der Bedingungen, die zum Schutze der jugendlichen Arbeitnehmer gegen Missbräuche erfüllt sein sollten, wobei die Sonderprogramme auch tatsächlich kurzfristig wirksam sein müssten. Langfristig gesehen bezweckt sie anderseits, den Jugendlichen die zur Anpassung an den Rhythmus einer sich wandelnden Gesellschaft und für ihre aktive Beteiligung an der Entwicklung ihres Landes notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln (Präambel). So sollen es die Sonderprogramme den Jugendlichen ermöglichen, an Tätigkeiten zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes teilzunehmen und eine Bildung, Fähigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, die ihnen ihre spätere wirtschaftliche Tätigkeit auf dauernder Grundlage erleichtern und ihre Eingliederung in die Gesellschaft fördern (Abs. 1 (1)). Diese Programme sollten im Rahmen der innerstaatlichen Entwicklungspläne organisiert werden und bestehende Arbeitsnormen in keiner Weise beeinträchtigen (Abs. 3); vor allem aber sollte die Teilnahme an Sonderprogrammen freiwillig sein; Ausnahmen können nur durch gesetzgeberische Massnahmen und nur dann zugelassen werden, wenn die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsübereinkommen über die Zwangsarbeit und die Beschäftigungspolitik in allen Fällen eingehalten werden (Abs. 7 (1)). Es ist dabei zu unterscheiden zwischen Programmen, die sich an ausbildungsmässig oder in anderer Weise benachteiligte oder an arbeitslose Jugendliche richten, und Programmen, die ausgebildete oder technisch qualifizierte Jugendliche betreffen, und nur zum Dienste an der Allgemeinheit durchgeführt werden. Die Sonderprogramme für die wenig ausgebildeten oder die arbeitslosen Jugendlichen müssen ein Minimum an Allgemeinbildung sowie eine praktische Grundausbildung und entsprechende theoretische Kenntnisse vermitteln (Abs. 18-20). Gegebenenfalls sollte den Teilnehmern neben angemessener Unterkunft und Verpflegung auch ein Barentgelt gewährt werden; allgemein sollten sich die Arbeitsbedingungen nicht zu sehr von jenen für reguläre Arbeit- nehmer unterscheiden (Abs. 22). Grosse Aufmerksamkeit wird auch der Auswahl und Ausbildung des Personals zu widmen sein, das auf der Höhe seiner Aufgaben sein muss (Abs. 23 bis 25), sowie der Unterstützung der Teilnehmer im Hinblick auf ihr zukünftiges Berufsleben, wobei die endgültige wirtschaftliche Eingliederung in jeder Beziehung erleichtert werden soll (Abs. 27 bis 32). Die für diese Sonderprogramme verantwortlichen Stellen sollten auch Vertreter von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- und Jugendorganisationen umfassen, und je nach Bedarf sollten ausserdem die zuständigen Behörden beigezogen werden. Die aktive Beteiligung örtlicher Stellen sollte angestrebt werden. Des weitern sollten die Verantwortlichen besonders darauf achten, auf welche Weise in direktem Zusammenhang mit den Programmen eigene Einkommensquellen geschaffen werden könnten; von den Teilnehmern oder ihren Familienangehörigen sollte jedoch kein finanzieller Beitrag verlangt werden (Abs. 39 bis 46). Unter dem Abschnitt über internationale Zusammenarbeit werden schliesslich noch die Sonderprogramme erwähnt, bei denen Jugendliche aus einem Land an Tätigkeiten zur Entwicklung eines andern Landes teilnehmen und auf die die Empfehlung ebenfalls anwendbar ist (Abs. 47). # 2. Stellungnahme zur Empfehlung Die Empfehlung bezieht sich vor allem auf Entwicklungsländer. Sie betrifft uns jedoch hinsichtlich zweier wichtiger Punkte, nämlich der internationalen Zusammenarbeit sowie der Organisation von obligatorischen schulbegleitenden und ausserschulischen Ausbildungskursen. Was die internationale Zusammenarbeit betrifft, so ist der Freiwilligendienst des Delegierten für technische Zusammenarbeit bestrebt, eine den einschlägigen Bestimmungen der Empfehlung entsprechende Praxis zu verfolgen. Zur Erzielung einer sinnvollen Tätigkeit auf diesem Gebiet sollte die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem Gastland so eng wie möglich gestaltet werden. Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit würde die allfällige Mitwirkung der Schweiz an der Organisation solcher Sonderprogramme die Erfüllung gewisser Bedingungen voraussetzen. Die Teilnehmer müssten die Möglichkeit haben, eine angemessene berufliche und allgemeine Bildung zu erlangen, die den Bedürfnissen des betreffenden Landes entspräche. Des weitern müsste den Teilnehmern nach Abschluss des Programms die Möglichkeit zur dauernden Ausübung einer wirtschaftlich nützlichen Tätigkeit offenstehen. Für die Entwicklungsländer ist die Empfehlung zweifellos von Bedeutung, da sie langfristig die Bedingungen zur Wirksamkeit der Sonderprogramme festlegt und die zu beachtenden Garantien umschreibt. # V. Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männ- licher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit In der Frühjahrssession 1970 hat Herr Nationalrat Leuenberger den Bundesrat mit einem Postulat eingeladen, den eidgenössischen Ráten die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zu empfehlen. Der Bundesrat hat dieses Postulat in der Sommersession 1971 angenommen und erklärt, dass ein Antrag auf Genehmigung des Übereinkommens unterbreitet werde. Die eidgenössischen Räte haben uns ferner am 30. November 1970 ersucht, zum Initiativbegehren des Kantons Genf vom 6. November 1970 betreffend die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit Bericht zu erstatten. Wir kommen deshalb im folgenden nochmals auf das in der 34. Tagung von der Internationalen Arbeitskonferenz (1951) angenommene Übereinkommen Nr. 100 zurück, dessen Wortlaut und die dazugehörige Empfehlung Nr. 90 im Anhang II wiedergegeben sind. ## 1. Ziel und Inhalt des Übereinkommens Nr. 100 Das Übereinkommen Nr. 100 besteht - abgesehen von den reinen Formalbestimmungen - lediglich aus vier Artikeln. In Artikel 1 werden die Begriffe Entgelt und Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit umschrieben. In Artikel 2 werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit anzuwenden, soweit dies auf Grund der innerstaatlichen Gesetzgebung möglich ist. Wenn das innerstaatliche Recht die Möglichkeit zur direkten Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts nicht einrámtt, so sind die Mitgliedstaaten gehalten, die Anwendung des Übereinkommens durch Empfehlungen zu fördern. Soweit es der Anwendung des Übereinkommens dienlich ist, haben die Behörden oder die Vertragsparteien gemäss Artikel 3 Massnahmen zu treffen, welche eine objektive Arbeits- und Leistungsbewertung ermöglichen. Führen die auf solchen Massnahmen beruhenden Bewertungen zu Unterschieden in den Lohnsätzen, so liegt kein Verstoss gegen den Grundsatz des gleichen Entgelts gemäss dem Übereinkommen Nr. 100 vor. In Artikel 4 wird den Mitgliedstaaten noch vorgeschrieben, mit den beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden bei der Durchführung des Übereinkommens zusammenzuarbeiten. ## 2. Stellungnahme zum Übereinkommen sowie zum Postulat Leuenberger (Nr. 10546) und zum Initiativbegehren des Kantons Genf (Nr. 10731) a. Im Bericht vom 12. Dezember 1952 hatten wir den eidgenössischen Räten beantragt, von der Genehmigung abzusehen. Wir gingen von der Über- legung aus, dass der Begriff gleichwertige Arbeit schwer anzuwenden sei und dass der Bund nur beschränkte Möglichkeiten habe, im privaten Bereich auf die Verwirklichung des Grundsatzes gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit einzuwirken, zumal die Festsetzung des Lohnes in erster Linie Sache der Sozialpartner ist. Nationalrat und Ständerat stimmten damals dieser Auffassung zu. In der Folge wurde auf Grund eines Postulates beider Räte eine Kommission eingesetzt mit dem Auftrag, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Übereinkommens Nr. 100 zu prüfen. Die Kommission kam zum Schluss, dass die Fälle ungleicher Entlöhnung für gleichwertige Arbeit von Männern und Frauen vermutlich nicht so zahlreich seien, weshalb die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 im gesamten gesehen die schweizerische Wirtschaft nicht allzu schwer belasten würde. Im Jahre 1958 hat die Internationale Arbeitskonferenz ein Übereinkommen beschlossen, das mit dem Übereinkommen Nr. 100 in engem Zusammenhang steht. Es handelt sich um das Übereinkommen Nr. 111, das grundlegenden Menschenrechten Geltung verschaffen will. Es verbietet - unter bestimmten Vorbehalten - jede Diskriminierung in Beschäftigung oder Beruf auf Grund der Rasse, des Geschlechts, der Religion, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft. Der Bundesrat vertrat den Standpunkt, dass die Schweiz dieses Übereinkommen Nr. 111 zusammen mit dem Übereinkommen Nr. 100 ratifizieren sollte. Der Nationalrat stimmte diesem Antrag zu. Der Ständerat genehmigte lediglich das Übereinkommen Nr. 111, lehnte dagegen die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 ab. Dementsprechend hat der Bundesrat das Übereinkommen Nr. 111 ratifiziert, während die Frage der Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 offen blieb. In seiner neuen Stellungnahme zum Übereinkommen Nr. 100 (BBl 1960 I 39 ff.) stellte der Bundesrat fest, dass nach Artikel 2 die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit wohl für alle Arbeitnehmer zu fördern oder sicherzustellen sei, dass aber die Wahl der hierbei anzuwendenden Mittel den einzelnen Staaten überlassen werde. Das Übereinkommen Nr. 100 stellt ausdrücklich auf die Mittel ab, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltssätze entsprechen (Ziff. 1). Vom schweizerischen Grundsatz, wonach die Löhne nicht vom Staat geregelt werden, brauchte deshalb nicht abgewichen zu werden, und besondere gesetzliche Vorschriften wären nicht notwendig. Unser Land könnte sich auf folgende Vorkehren beschränken: Zunächst liesse sich der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts in der Bundesverwaltung verwirklichen, was keine Schwierigkeiten bereiten würde. Der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts ist in der Bundesverwaltung anerkannt. Er sollte aber inskünftig noch folgerichtiger in die Praxis umgesetzt werden. Ferner wäre der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts auch bei den Mindestlohnfestsetzungen für die Heimarbeit, soweit solche gestützt auf das Heimarbeitsgesetz notwendig werden sollten, durch den Bundesrat zur Geltung zu bringen. In bezug auf die Kantone und die private Wirtschaft wäre den Verpflichtungen des Übereinkommens in der Weise Genüge zu leisten, dass die zuständigen Bundesbehörden die Durchführung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit empfehlen. Da in der Schweiz, unter Vorbehalt der Mindestlohnfestsetzungen für die Heimarbeit, der Grundsatz der freien Lohnbildung gilt, wären von seiten der Staates für die Anwendung des Übereinkommens Nr. 100 keine weiteren Massnahmen, insbesondere keine neuen gesetzlichen Vorschriften erforderlich. Diese Auslegung entspricht dem Text des Übereinkommens, das die bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltssätze vorbehält. Hinsichtlich der Verpflichtung in Artikel 3, wonach Massnahmen für eine objektive Bewertung der Beschäftigung auf Grund der dabei erforderlichen Arbeitsleistung (Ziff. 1) zu treffen sind, ist darauf hinzuweisen, dass sich das Betriebswissenschaftliche Institut der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (BWI) mit Fragen der Arbeits- und Leistungsbewertung befasst und der privaten Wirtschaft beratend zur Verfügung steht. Überdies befassen sich auch andere Hochschulen mit Fragen der Arbeits- und Leistungsbewertung in enger Zusammenarbeit mit diesem Institut. Es müssten also keine besonderen Stellen geschaffen werden, da die bestehenden Organisationen den vom Übereinkommen gestellten Anforderungen vollauf genügen. b. Nachdem Herr Nationalrat Leuenberger in der Märzsession 1970 die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 postuliert hatte, wurden die Kantone sowie die Spitzenverbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit eingeladen, sich zur Frage der Ratifikation zu äussern. Die Arbeitgeberverbände stimmten für Ablehnung, wogegen die Arbeitnehmerverbände und die Mehrheit der Kantone ( 18 von 20 Kantonen, die sich geäussert hatten) sich für die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 aussprachen. Von den besonders interessierten Organisationen sind vor allem die Frauenorganisationen und der Schweizerische Gemeindeverband für die Ratifikation eingetreten; anderseits vertrat der Schweizerische Städteverband die Auffassung, eine Ratifikation sei überflüssig, weil der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts für mannliche und weibliche Arbeitskräfte schon im ratifizierten Übereinkommen Nr. 111 enthalten sei. Das Eidgenössische Personalamt, die SBB und die PTT teilten mit, es stehe ihrerseits einer Ratifikation nichts mehr im Wege, nachdem die Gleichstellung des Entgelts für männliche und weibliche Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit in der Verwaltung schon weitgehend verwirklicht worden sei. Aus den Vernehmlassungen geht hervor, dass sich die Verhältnisse seit dem ablehnenden Beschluss des Ständerates vom 16. Juni 1961 deutlich zugunsten der weiblichen Arbeitnehmer weiterentwickelt haben. Bei den öffentlichen Dienstverhältnissen sind die Unterschiede des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, beseitigt worden. Dies gilt namentlich für die Bundesverwaltung und Bundesbetriebe. Da die meisten für arbeitsrechtliche Fragen zuständigen kantonalen Departemente sich in ihren Vernehmlassungen zugunsten der Ratifikation geäussert haben, darf angenommen werden, dass in den betreffenden Kantonen keine ins Gewicht fallenden Unterschiede hinsichtlich des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit mehr bestehen. Die allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge machen keine Unterschiede hinsichtlich der Mindestlöhne männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit. Es gehört bereits zur festen Praxis des Bundesrates, dass er, gestützt auf das Übereinkommen Nr. 111 über die Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, Anträge auf Allgemeinverbindlicherklärung von Vertragsbestimmungen, welche für männliche und weibliche Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit verschiedene Mindestlohnansätze vorsehen, ablehnt. Hinsichtlich der Lohnentwicklung kann darauf hingewiesen werden, dass sich der Unterschied zwischen den Männer- und Frauenlöhnen seit 1961 im Gesamtdurchschnitt um 2,8 Prozent verringert hat. Im Jahre 1961 bezogen die Männer durchschnittlich um 36,3 Prozent höhere Löhne als die Frauen; heute beträgt die Differenz noch 33,5 Prozent. Dieser Unterschied beruht im wesentlichen nicht auf einer ungleichen Entlöhnung von Männern und Frauen für gleichwertige Arbeit. Die durchschnittliche Lohndifferenz hat ihren Grund vielmehr in der Verschiedenartigkeit der von Männern und Frauen verrichteten Arbeit, wobei auch das erheblich tiefere durchschnittliche Lebens- und Dienstalter der weiblichen Arbeitnehmer mit ins Gewicht fällt. Mit Rücksicht darauf wird die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 nicht zu Lohnerhöhungen im Ausmass des obenerwähnten durchschnittlichen Lohnunterschiedes führen. Die Ratifikation dürfte aller Voraussicht nach nur zu unbedeutenden Lohnkorrekturen Anlass geben. Aus diesen Überlegungen kommen wir zum Schluss, dass das Übereinkommen Nr. 100 ratifiziert und damit dem Postulat Leuenberger entsprochen werden kann. c. Am 30. Januar 1970 wurde im Grossen Rat des Kantons Genf eine Motion eingereicht, mit welcher verlangt wurde, dass Männer und Frauen bei gleicher Arbeit gleich entlöhnt werden sollen. Der Staatsrat des Kantons Genf wurde ersucht, den Inhalt dieser Motion als kantonales Initiativbegehren an die Bundesbehörden weiterzuleiten. Der Staatsrat hat diese Motion angenommen und am 6. November 1970 dem Präsidenten der Vereinigten Bundesversammlung als Initiativbegehren eingereicht. Die eidgenössischen Räte haben uns dieses Initiativbegehren am 30. November 1970 zum Bericht überwiesen. Das Initiativbegehren deckt sich inhaltlich mit dem Postulat Leuenberger. Mit unseren vorstehenden Ausführungen kommen wir deshalb gleichzeitig dem Ersuchen um Berichterstattung zum Initiativbegehren nach. Wir empfehlen Ihnen, von den vorstehenden Ausführungen über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz in zustimmendem Sinne Kenntnis zu nehmen und beantragen, dem beigelegten Beschlussentwurf betreffend die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zuzustimmen. Damit werden sowohl das Postulat Leuenberger (Nr. 10546) als auch das Initiativbegehren des Kantons Genf (Nr. 10731) erfüllt. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 20. Oktober 1971 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Gnägi Der Bundeskanzler: Huber # Bundesbeschluss ## betreffend das internationale Übereinkommen (Nr. 100) über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit ## Die Bundesversammlung <br> der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf die Artikel 8 und 85 Ziffer 5 der Bundesverfassung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 20. Oktober 1971¹), beschliesst: ## Einziger Artikel ${ }^{1}$ Das Übereinkommen Nr. 100 vom 29. Juni 1951 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, das an der 34. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz angenommen wurde, wird genehmigt. ${ }^{2}$ Der Bundesrat ist ermächtigt, es zu ratifizieren. # Ubereinkommen Nr. 132 über den bezahlten Jahresurlaub (Neufassung vom Jahre 1970) Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den bezahlten Urlaub, eine Frage, die den vierten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 24. Juni 1970, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Neufassung), 1970, bezeichnet wird. ## Artikel 1 Die Bestimmungen dieses Übereinkommens sind durch die innerstaatliche Gesetzgebung durchzuführen, soweit ihre Durchführung nicht durch Gesamtarbeitsverträge, Schiedssprüche, gerichtliche Entscheidungen, amtliche Verfahren zur Lohnfestsetzung oder auf irgendeine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise erfolgt, die unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jedes Landes geeignet erscheint. ## Artikel 2 1. Dieses Übereinkommen gilt für alle Arbeitnehmer mit Ausnahme der Seeleute. 2. Soweit notwendig, können von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, soweit solche bestehen, Massnahmen getroffen werden, um begrenzte Arbeitnehmergruppen von der Anwendung dieses Übereinkommens auszuschliessen, wenn im Hinblick auf die Art ihrer Beschäftigung im Zusammenhang mit der Durchführung oder mit verfassungsrechtlichen oder gesetzgeberischen Fragen besondere Probleme von erheblicher Bedeutung entstehen. 3. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in seinem ersten Bericht, den es gemäss Artikel 22 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation über die Durchführung des Übereinkommens vorzulegen hat, die Gruppen anzugeben, die gegebenenfalls auf Grund von Absatz 2 dieses Artikels von der Anwendung ausgeschlossen worden sind, unter Angabe der Gründe für deren Ausschluss, und in den folgenden Berichten den Stand seiner Gesetzgebung und Praxis in bezug auf die ausgeschlossenen Gruppen anzugeben und mitzuteilen, in welchem Umfang dem Übereinkommen in bezug auf diese Gruppen entsprochen wurde oder entsprochen werden soll. # Artikel 3 1. Jede Person, für die dieses Übereinkommen gilt, hat Anspruch auf einen bezahlten Jahresurlaub von einer bestimmten Mindestdauer. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in einer seiner Ratifikationsurkunde beigefügten Erklärung die Dauer des Urlaubs anzugeben. 3. Der Urlaub darf auf keinen Fall weniger als drei Arbeitswochen für ein Dienstjahr betragen. 4. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann in der Folge den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes durch eine weitere Erklärung davon in Kenntnis setzen, dass es einen längeren Urlaub festlegt, als es im Zeitpunkt der Ratifikation angegeben hat. ## Artikel 4 1. Eine Person, deren Dienstzeit während eines bestimmten Jahres kürzer war als die im vorangehenden Artikel für den vollen Anspruch vorgeschriebene Dienstzeit, hat für dieses Jahr Anspruch auf bezahlten Urlaub im Verhältnis zur Dauer ihrer Dienstzeit während dieses Jahres. 2. Der Ausdruck «Jahr» in Absatz 1 dieses Artikels bedeutet Kalenderjahr oder jeden anderen gleich langen Zeitabschnitt, der von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in dem betreffenden Land bestimmt wird. ## Artikel 5 1. Für den Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub kann eine Mindestdienstzeit verlangt werden. 2. Die Dauer jeder solchen Mindestdienstzeit ist in dem betreffenden Land von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren zu bestimmen, darf aber sechs Monate nicht überschreiten. 3. Die Art und Weise, wie die Dienstzeit für die Bemessung des Urlaubsanpruchs zu berechnen ist, ist von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verahren in jedem Land zu bestimmen. 4. Unter Bedingungen, die von der zuständigen Stelle oder durch geeignete rfahren in jedem Land zu bestimmen sind, sind Arbeitsversäumnisse aus Gründen, die unabhängig vom Willen des beteiligten Arbeitnehmers bestehen, wie z. B. Krankheit, Unfall oder Mutterschaft, als Dienstzeit anzurechnen. # Artikel 6 1. Öffentliche und übliche Feiertage, gleichviel ob sie in die Zeit des Jahresurlaubs fallen oder nicht, sind in den in Artikel 3 Absatz 3 vorgeschriebenen Mindestjahresurlaub nicht einzurechnen. 2. Unter Bedingungen, die von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land zu bestimmen sind, dürfen Zeiten der Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit oder Unfall in den in Artikel 3 Absatz 3 vorgeschriebenen Mindestjahresurlaub nicht eingerechnet werden. ## Artikel 7 1. Jede Person, die den in diesem Übereinkommen vorgesehenen Urlaub nimmt, hat für die ganze Urlaubsdauer mindestens ihr normales oder durchschnittliches Entgelt zu erhalten (einschliesslich des Gegenwertes in bar für jeden Teil dieses Entgelts, der aus Sachleistungen besteht, sofern es sich nicht um Dauerleistungen handelt, die ohne Rücksicht darauf weitergewährt werden, ob sich die betreffende Person auf Urlaub befindet oder nicht); dieses Entgelt ist in jedem Land auf eine von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren zu bestimmende Weise zu berechnen. 2. Die nach Absatz 1 dieses Artikels zustehenden Betrage sind dem betreffenden Arbeitnehmer vor Urlaubsantritt auszuzahlen, sofern in einer für ihn und seinen Arbeitgeber geltenden Vereinbarung nichts anderes vorgesehen ist. ## Artikel 8 1. Die Teilung des bezahlten Jahresurlaubs kann von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land zugelassen werden. 2. Sofern in einer für den Arbeitgeber und den beteiligten Arbeitnehmer geltenden Vereinbarung nichts anderes vorgesehen ist und der beteiligte Arbeitnehmer auf Grund seiner Dienstzeit Anspruch auf eine solche Zeitspanne hat, hat einer der Teile mindestens zwei ununterbrochene Arbeitswochen zu umfassen. ## Artikel 9 1. Der in Artikel 8 Absatz 2 dieses Übereinkommens erwähnte ununterbrochene Teil des bezahlten Jahresurlaubs ist spätestens ein Jahr und der übrige Teil des bezahlten Jahresurlaubs spätestens achtzehn Monate nach Ablauf des Jahres, für das der Urlaubsanspruch erworben wurde, zu gewähren und zu nehmen. 2. Jeder Teil des Jahresurlaubs, der eine vorgeschriebene Mindestdauer übersteigt, kann mit der Zustimmung des beteiligten Arbeitnehmers über die in Absatz 1 dieses Artikels angegebene Frist hinaus und bis zu einem festgesetzten späteren Termin aufgeschoben werden. 3. Die Mindestdauer und der Termin, die in Absatz 2 dieses Artikels erwähnt werden, sind von der zuständigen Stelle nach Anhörung der beteiligten Arbeitge-ber- und Arbeitnehmerverbände oder durch Kollektivverhandlungen oder auf irgendeine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise zu bestimmen, die unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jedes Landes geeignet erscheint. # Artikel 10 1. Wird die Zeit, zu der der Urlaub zu nehmen ist, nicht durch Vorschriften durch Gesamtarbeitsvertrag, Schiedsspruch oder auf eine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise bestimmt, so ist sie vom Arbeitgeber nach Anhörung des beteiligten Arbeitnehmers oder seiner Vertreter festzusetzen. 2. Bei der Festsetzung der Zeit, zu der der Urlaub zu nehmen ist, sind die Erfordernisse der Arbeit und die Gelegenheiten, die dem Arbeitnehmer zum Ausruhen und zur Erholung zur Verfügung stehen, zu berücksichtigen. ## Artikel 11 Ein Arbeitnehmer, der eine Mindestdienstzeit zurückgelegt hat, wie sie nach Artikel 5 Absatz 1 dieses Übereinkommens verlangt werden kann, hat bei der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf einen bezahlten Urlaub im Verhältnis zu der Dienstzeit, für die er keinen solchen Urlaub erhalten hat, oder auf eine Urlaubsabgeltung oder ein gleichwertiges Urlaubsguthaben. ## Artikel 12 Jede Vereinbarung über die Abdingung des Anspruchs auf den in Artikel 3 Absatz 3 dieses Übereinkommens vorgeschriebenen bezahlten Mindestjahresurlaub oder über den Verzicht auf diesen Urlaub gegen Entschädigung oder auf irgendeine andere Art hat je nach den Verhältnissen des betreffenden Landes als nichtig zu gelten oder ist zu verbieten. ## Artikel 13 Von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land können besondere Regelungen für Fälle festgelegt werden, in denen der Arbeitnehmer während des Urlaubs eine Erwerbstätigkeit ausübt, die mit dem Urlaubszweck unvereinbar ist. ## Artikel 14 Es sind mit der Art der Durchführung dieses Übereinkommens im Einklang stehende wirksame Massnahmen zu treffen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Vorschriften oder Bestimmungen über den bezahlten Urlaub durch eine angemessene Aufsicht oder durch sonstige Mittel zu gewährleisten. # Artikel 15 1. Jedes Mitglied kann die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen getrennt übernehmen für a) Arbeitnehmer in Wirtschaftszweigen ausserhalb der Landwirtschaft; b) Arbeitnehmer in der Landwirtschaft. 2. Jedes Mitglied hat in seiner Ratifikationsurkunde anzugeben, ob es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für die in Absatz 1 Buchstabe a) dieses Artikels angeführten Personen, für die in Absatz 1 Buchstabe b) dieses Artikels angeführten Personen oder für beide Personengruppen übernimmt. 3. Jedes Mitglied, das bei der Ratifikation die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen entweder nur für die in Absatz 1 Buchstabe a) dieses Artikels angeführten Personen oder nur für die in Absatz 1 Buchstabe b) dieses Artikels angeführten Personen übernommen hat, kann in der Folge dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes mitteilen, dass es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für alle Personengruppen übernimmt, für die dieses Übereinkommen gilt. ## Artikel 16 Dieses Übereinkommen ändert das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub, 1936, und das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, nach Massgabe der folgenden Bestimmungen: a) die Übernahme der Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen für Arbeitnehmer in Wirtschaftszweigen ausserhalb der Landwirtschaft durch ein Mitglied, das das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub, 1936, ratifiziert hat, schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung jenes Übereinkommens in sich; b) die Übernahme der Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft durch ein Mitglied, das das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, ratifiziert hat, schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung jenes Übereinkommens in sich; c) das Inkrafttreten dieses Übereinkommens schliesst weitere Ratifikationen des Übereinkommens über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, nicht aus. ## Artikel 17 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. ## Artikel 18 1. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. # Artikel 19 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. ## Artikel 20 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. ## Artikel 21 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen. ## Artikel 22 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. # Artikel 23 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen: a) Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Übereinkommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 19, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. b) Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. Artikel 24 Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. ## Übereinkommen Nr. 131 <br> über die Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, nimmt Kenntnis von den Bestimmungen des Übereinkommens über Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, 1928, und des Übereinkommens über die Gleichheit des Entgelts, 1951, die von vielen Staaten ratifiziert worden sind, sowie des Übereinkommens über die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen (Landwirtschaft), 1951; stellt fest, dass diese Übereinkommen eine wertvolle Rolle im Hinblick auf den Schutz benachteiligter Gruppen von Lohnempfängern gespielt haben; ist der Ansicht, dass es an der Zeit ist, eine weitere Urkunde anzunehmen, die diese Übereinkommen ergänzt und den Lohnempfängern Schutz gegen unangemessen niedrige Löhne gewährt und die, obgleich allgemein anwendbar, die Bedürfnisse der Entwicklungsländer besonders berücksichtigt; hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhängende Probleme, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsländer, eine Frage, die den fünften Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 22. Juni 1970, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über die Festsetzung von Mindestlöhnen, 1970, bezeichnet wird. # Artikel 1 1. Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, ein Mindestlohnsystem einzuführen, das alle Gruppen von Lohnempfängern erfasst, deren Beschäftigungsbedingungen eine solche Erfassung als angebracht erscheinen lassen. 2. Die zuständige Stelle in jedem Land hat im Einvernehmen oder nach umfassender Beratung mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden, soweit solche bestehen, die zu erfassenden Gruppen von Lohnempfängern zu bestimmen. 3. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in seinem ersten Bericht, den es nach Artikel 22 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation über die Durchführung des Übereinkommens vorzulegen hat, die Gruppen von Lohnempfängern anzugeben, die auf Grund dieses Artikels nicht erfasst worden sind; dabei hat es die Gründe für ihre Nichterfassung anzuführen und in seinen späteren Berichten den Stand seiner Gesetzgebung und Praxis hinsichtlich der nicht erfassten Gruppen anzugeben und mitzuteilen, in welchem Umfang dem Übereinkommen in bezug auf diese Gruppen entsprochen wurde oder entsprochen werden soll. ## Artikel 2 1. Mindestlöhne haben Gesetzeskraft und dürfen nicht unterschritten werden; ihre Nichteinhaltung hat angemessene strafrechtliche oder sonstige Zwangsmassnahmen gegen die beteiligte Person oder die beteiligten Personen zur Folge. 2. Unter Vorbehalt der Bestimmungen von Absatz 1 dieses Artikels ist die Freiheit der Kollektivverhandlungen in vollem Masse zu wahren. ## Artikel 3 Bei der Bestimmung der Höhe der Mindestlöhne sind, soweit dies im Hinblick auf die innerstaatlichen Gepflogenheiten und Verhältnisse möglich und angebracht ist, unter anderem zu beachten: a) die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen unter Berücksichtigung der allgemeinen Höhe der Löhne in dem betreffenden Land, der Lebenshaltungskosten, der Leistungen der Sozialen Sicherheit und des vergleichbaren Standes der Lebenshaltung anderer sozialer Gruppen; b) wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsstand zu erreichen und aufrechtzuerhalten. # Artikel 4 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat den innerstaatlichen Verhältnissen und Erfordernissen angepasste Verfahren einzuführen und beizubehalten, die es ermöglichen, für die gemäss Artikel 1 erfassten Gruppen von Lohnempfängern Mindestlöhne festzusetzen und von Zeit zu Zeit anzupassen. 2. Im Zusammenhang mit der Einführung, Anwendung und Abänderung solcher Verfahren sind umfassende Beratungen mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden oder, falls keine solchen Verbände bestehen, mit Vertretern der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorzusehen. 3. Sofern es auf Grund der Art der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen zweckmässig ist, ist bei ihrer Anwendung auch die unmittelbare Beteiligung folgender Personen vorzusehen: a) Vertreter der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände oder, falls keine solchen Verbände bestehen, Vertreter der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf der Grundlage der Gleichberechtigung; b) Personen, deren Befähigung zur Vertretung der allgemeinen Interessen des Landes anerkannt ist und die nach umfassender Beratung mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden bestellt worden sind, soweit solche Verbände bestehen und eine solche Beratung der innerstaatlichen Gesetzgebung oder Praxis entspricht. ## Artikel 5 Um die wirksame Durchführung aller Bestimmungen über die Mindestlöhne zu gewährleisten, sind geeignete Massnahmen zu treffen, zum Beispiel durch die Errichtung eines angemessenen, durch andere erforderliche Massnahmen verstärkten Aufsichtssystems. ## Artikel 6 Dieses Übereinkommen gilt nicht als Neufassung irgendeines bestehenden Übereinkommens. ## Artikel 7 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. # Artikel 8 1. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. ## Artikel 9 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. ## Artikel 10 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. ## Artikel 11 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen. ## Artikel 12 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. # Artikel 13 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen: a) Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Übereinkommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 9, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. b) Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. ## Artikel 14 Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. ## Empfehlung Nr. 135 ## betreffend die Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, nimmt Kenntnis von den Bestimmungen der Empfehlung betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, 1928, der Empfehlung betreffend die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen (Landwirtschaft), 1951, und der Empfehlung betreffend die Gleichheit des Entgelts, 1951, die wertvolle Richtlinien für die mit der Festsetzung von Mindestlöhnen betrauten Organe enthalten; ist der Ansicht, dass durch die Erfahrungen der letzten Jahre die Bedeutung einiger weiterer Erwägungen im Zusammenhang mit der Festsetzung von Mindestlöhnen unterstrichen wurde, einschliesslich der Annahme von Kri- terien, die die Mindestlohnsysteme sowohl zu einem wirksamen Instrument des sozialen Schutzes als auch zu einem Element der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungspolitik werden lassen; ist der Ansicht, dass durch die Festsetzung von Mindestlöhnen die Führung und Fortentwicklung freier Kollektivverhandlungen als Mittel zur Festsetzung von Löhnen, die über den Mindestlöhnen liegen, in keiner Weise beeinträchtigt werden sollte; hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhängende Probleme, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsländer, eine Frage, die den fünften Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 22. Juni 1970, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend die Festsetzung von Mindestlöhnen, 1970, bezeichnet wird. # I. Zweck der Festsetzung von Mindestlöhnen 1. Die Festsetzung von Mindestlöhnen sollte eines der Elemente einer Politik bilden, die dazu bestimmt ist, die Armut zu überwinden und die Befriedigung der Bedürfnisse aller Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen sicherzustellen. 2. Der grundlegende Zweck der Festsetzung von Mindestlöhnen sollte darin bestehen, den Lohnempfängern den erforderlichen sozialen Schutz hinsichtlich der mindestzulässigen Lohnhöhe zu gewähren. ## II. Kriterien für die Bestimmung der Mindestlohnhöhe 3. Bei der Bestimmung der Höhe der Mindestlöhne sollten u. a. folgende Kriterien berücksichtigt werden: a) die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen; b) die allgemeine Höhe der Löhne in dem betreffenden Land; c) die Lebenshaltungskosten und ihre Veränderungen; d) die Leistungen der Sozialen Sicherheit; e) der vergleichbare Stand der Lebenshaltung anderer sozialer Gruppen; f) wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsstand zu erreichen und aufrechtzuerhalten. ## III. Geltungsbereich des Systems zur Festsetzung von Mindestlöhnen 4. Die Zahl und die Gruppen der Lohnempfänger, die auf Grund von Artikel 1 des Übereinkommens über die Festsetzung von Mindestlöhnen, 1970, nicht erfasst sind, sollten auf ein Mindestmass beschränkt werden. 5. (1) Das Mindestlohnsystem kann auf die auf Grund von Artikel 1 des Übereinkommens erfassten Lohnempfänger angewendet werden, indem entweder ein einheitlicher, allgemein anwendbarer Mindestlohn oder eine Reihe von Mindestlöhnen für einzelne Gruppen von Arbeitnehmern festgesetzt wird. (2) Ein System, das auf einem einheitlichen Mindestlohn beruht, a) muss mit der Festsetzung unterschiedlicher Mindestlohnsätze für verschiedene Gebiete oder Zonen zur Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenshaltungskosten nicht unvereinbar sein; b) sollte die Wirkung früherer oder künftiger Entscheidungen, durch die für einzelne Arbeitnehmergruppen über dem allgemeinen Mindestsatz liegende Mindestlöhne festgesetzt werden, nicht beeinträchtigen. # IV. Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen 6. Die in Artikel 4 des Übereinkommens vorgesehenen Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen können verschiedene Formen annehmen; Mindestlöhne können z. B. festgesetzt werden durch: a) Gesetz; b) Entscheidungen der zuständigen Stelle, mit oder ohne ausdrückliche Bestimmung über die Berücksichtigung von Empfehlungen anderer Stellen; c) Entscheidungen von Lohnkommissionen oder Lohnausschüssen; d) Arbeitsgerichte oder andere Gerichte für arbeitsrechtliche Streitigkeiten; oder e) Allgemeinverbindlicherklärung der Bestimmungen von Gesamtarbeitsverträgen. 7. Die in Artikel 4 Absatz 2 des Übereinkommens vorgesehene Beratung sollte sich insbesondere auf die folgenden Angelegenheiten erstrecken: a) die Auswahl und Anwendung der Kriterien für die Bestimmung der Mindestlöhne; b) den festzusetzenden Mindestlohnsatz oder die festzusetzenden Mindestlohnsätze; c) die von Zeit zu Zeit vorzunehmende Anpassung des Mindestlohnsatzes oder der Mindestlohnsätze; d) bei der Durchführung der Mindestlohngesetzgebung aufgetretene Schwierigkeiten; e) die Sammlung von Unterlagen und die Durchführung von Untersuchungen zur Unterrichtung der Stellen, die mit der Festsetzung der Mindestlöhne betraut sind. 8. In Ländern, in denen Organe eingesetzt wurden, die die zuständige Stelle in Mindestlohnfragen beraten oder denen die Regierung die Entscheidungsbefugnis in solchen Fragen übertragen hat, sollten die Personen, die gemäss Artikel 4 Absatz 3 des Übereinkommens an der Anwendung der Verfah- ren zur Festsetzung von Mindestlöhnen zu beteiligen sind, Mitglieder dieser Organe sein. 9. Bei den Personen, die die allgemeinen Interessen des Landes vertreten und deren Beteiligung an der Anwendung der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in Artikel 4 Absatz 3 b) des Übereinkommens vorgesehen ist, sollte es sich um entsprechend befähigte unabhängige Personen handeln; gegebenenfalls könnten dies Beamte sein, die für die Arbeitsbeziehungen, die Wirt-schafts- und Sozialplanung oder die Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialpolitik zuständig sind. 10. Soweit die innerstaatlichen Verhältnisse dies gestatten, sollten ausreichende Mittel für die Sammlung statistischer und sonstiger Daten bereitgestellt werden, die für analytische Untersuchungen der bedeutsamen wirtschaftlichen Gegebenheiten, insbesondere der in Absatz 3 dieser Empfehlung erwähnten, und ihrer voraussichtlichen Entwicklung benötigt werden. # V. Anpassung der Mindestlöhne 11. Die Mindestlöhne sollten von Zeit zu Zeit angepasst werden, um Veränderungen der Lebenshaltungskosten und anderer wirtschaftlicher Verhältnisse Rechnung zu tragen. 12. Zu diesem Zweck könnte eine Überprüfung der Mindestlohnsätze in Beziehung zu den Lebenshaltungskosten und anderen wirtschaftlichen Gegebenheiten vorgenommen werden, und zwar entweder in regelmässigen Zeitabständen oder jeweils dann, wenn eine solche Überprüfung im Lichte von Änderungen in einem Index der Lebenshaltungskosten als angebracht erscheint. 13. (1) Zur Erleichterung der Durchführung von Absatz 11 dieser Empfehlung sollten in regelmässigen Zeitabständen Untersuchungen über die wirtschaftliche Lage des Landes, einschliesslich der Entwicklungstendenzen des Einkommens je Einwohner, der Produktivität, der Beschäftigung, der Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung, durchgeführt werden, soweit die innerstaatlichen Mittel dies gestatten. (2) Die Häufigkeit solcher Untersuchungen sollte im Lichte der innerstaatlichen Verhältnisse bestimmt werden. ## VI. Durchführung 14. Die in Artikel 5 des Übereinkommens vorgesehenen Massnahmen zur Gewährleistung der wirksamen Durchführung aller Bestimmungen betreffend die Mindestlöhne sollten folgendes umfassen: a) Vorkehrungen für die Bekanntmachung der Mindestlohnbestimmungen in den Sprachen oder Dialekten, die die schutzbedürftigen Arbeitnehmer verstehen, und nötigenfalls in einer den Bedürfnissen von Analphabeten angepassten Form; b) die Beschäftigung einer ausreichenden Zahl von Aufsichtsbeamten mit geeigneter Ausbildung, die mit den zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Befugnissen und Mitteln ausgestattet sind; c) angemessene Zwangsmassnahmen bei Verletzung der Mindestlohnbestimmungen; d) die Vereinfachung der gesetzlichen Bestimmungen und Verfahren sowie andere geeignete Mittel, um es den Arbeitnehmern zu ermöglichen, die ihnen auf Grund der Mindestlohnbestimmungen zustehenden Rechte wirksam auszuüben, einschliesslich des Rechts, die Nachzahlung der ihnen noch zustehenden Beträge zu erwirken; e) die Mitwirkung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbande an den Bemühungen, die Arbeitnehmer gegen Missbräuche zu schützen; f) einen angemessenen Schutz der Arbeitnehmer gegen Benachteiligung. # Empfehlung Nr. 136 ## betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, erinnert an die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsübereinkommen und Empfehlungen über die Ausbildung und Beschäftigung Jugendlicher, insbesondere an die Empfehlung betreffend die Arbeitslosigkeit (Jugendliche), 1935, die Empfehlung betreffend die berufliche Ausbildung, 1962, und das Übereinkommen und die Empfehlung über die Beschäftigungspolitik, 1964; ist der Ansicht, dass Sonderprogramme für die Beschäftigung Jugendlicher und Ausbildungsprogramme, die dazu bestimmt sind, Jugendlichen die zur Anpassung an den Rhythmus einer sich wandelnden Gesellschaft und für ihre aktive Beteiligung an der Entwicklung ihres Landes notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln, eine Methode zur Lösung der Probleme im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Jugendlichen darstellen, welche die in den bestehenden Urkunden behandelten Methoden ergänzt; stellt fest, dass die Probleme, die mit dieser Methode gelöst werden sollen, erst in den letzten Jahren in grösserem Umfang in Erscheinung getreten sind; hält es für wichtig, eine Urkunde anzunehmen, in der die Ziele, Methoden und Garantien solcher Sonderprogramme in einer Weise festgelegt werden, dass sie mit den früher angenommenen internationalen Arbeitsnormen, die sich auf die Dienstbedingungen in solchen Programmen beziehen können, völlig im Einklang stehen, insbesondere mit denjenigen des Übereinkommens über Zwangsarbeit, 1930, und des Übereinkommens über die Abschaffung der Zwangsarbeit, 1957; hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken, eine Frage, die den sechsten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 23. Juni 1970, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend Sonderprogramme für Jugendliche, 1970, bezeichnet wird. # I. Art der Sonderprogramme 1. (1) Diese Empfehlung gilt für Sonderprogramme, die es Jugendlichen ermöglichen sollen, an Tätigkeiten zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes teilzunehmen und eine Bildung, Fertigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, die ihnen ihre spätere wirtschaftliche Tätigkeit auf dauernder Grundlage erleichtern und ihre Eingliederung in die Gesellschaft fördern. (2) Diese Programme werden im folgenden als «Sonderprogramme» bezeichnet. 2. Als Sonderprogramme im Sinne dieser Empfehlung können gelten: a) Programme, die Bedürfnisse in bezug auf die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher erfüllen, denen durch die bestehenden innerstaatlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogramme oder durch die normalen Möglichkeiten des Arbeitsmarktes noch nicht entsprochen wird; b) Programme, die Jugendliche, insbesondere arbeitslose Jugendliche, mit einer Bildung oder fachlichen Befahigungen, deren die Gemeinschaft für die Entwicklung, insbesondere auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet sowie auf dem Gebiet des Bildungs- oder des Gesundheitswesens, bedarf, in die Lage versetzen, ihre Befähigungen im Dienste der Gemeinschaft zu gebrauchen. ## II. Allgemeine Grundsätze 3. (1) Die Sonderprogramme sollten im Rahmen der innerstaatlichen Entwicklungspläne organisiert werden, soweit solche bestehen, und insbesondere vollständig mit den Plànen und Programmen zur Erschliessung der Arbeitskraftreserven und zur Erreichung der produktiven Vollbeschäftigung sowie mit den ordentlichen Bildungs- und Ausbildungsprogrammen für Jugendliche koordiniert werden. (2) Die Sonderprogramme sollten einen vorübergehenden Charakter zur Befriedigung unmittelbarer und dringender wirtschaftlicher und sozialer Bedürfnisse haben. Sie sollten sich nicht mit anderen Massnahmen der Wirtschaftspolitik oder mit der Entwicklung ordentlicher Bildungs- oder Berufsausbildungsprogramme überschneiden oder diese beeinträchtigen und nicht als Ersatz für solche Massnahmen und für die ordentlichen Programme betrachtet werden. (3) Die Sonderprogramme sollten nicht so durchgeführt werden, dass dadurch die Arbeitsnormen herabgesetzt werden könnten; auch sollten die Dienstleistungen der Teilnehmer nicht zum Nutzen privater Personen oder Unternehmen verwendet werden. (4) Die Sonderprogramme sollten den Teilnehmern erforderlichenfalls wenigstens ein Mindestmass an Bildung vermitteln. 4. Zu den wesentlichen Elementen jedes Sonderprogramms sollten die Wahrung der menschlichen Würde, die Entfaltung der Persönlichkeit und die Entwicklung des persönlichen und sozialen Verantwortungsbewusstseins gehören. 5. Die Sonderprogramme sollten ohne Diskriminierung auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, des Glaubensbekenntnisses, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft durchgeführt werden; sie sollten zur Förderung der Gleichheit der Gelegenheiten und der Gleichbehandlung verwendet werden. 6. Die Ziele und Zwecke jedes Sonderprogramms und die Teilnehmerkategorien sollten von der zuständigen Stelle klar bestimmt und im Lichte der Erfahrung in regelmässigen Zeitabständen überprüft werden. 7. (1) Die Teilnahme an den Sonderprogrammen sollte freiwillig sein; Ausnahmen können nur durch gesetzgeberische Massnahmen und nur dann zugelassen werden, wenn die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsübereinkommen über die Zwangsarbeit und die Beschäftigungspolitik voll eingehalten werden. (2) Zu den Programmen, bei denen solche Ausnahmen zugelassen werden können, könnten die folgenden gehören: a) Bildungs- und Ausbildungsprogramme, bei denen eine pflichtmässige Teilnahme arbeitsloser Jugendlicher während einer bestimmten Zeitspanne nach Überschreiten des normalen Schulentlassungsalters vorgesehẹn ist; b) Programme für Jugendliche, die sich für eine bestimmte Zeit zu einer Dienstleistung verpflichtet haben, als Vorbedingung dafür, dass sie eine Bildung oder fachliche Befähigungen erwerben können, die für die Gemeinschaft im Hinblick auf die Entwicklung von besonderem Wert sind. (3) Werden solche Ausnahmen zugelassen, so sollte den Teilnehmern in grösstmöglichem Masse die freie Wahl zwischen verschiedenen verfügbaren Arten der Betätigung und verschiedenen Landesteilen gelassen werden, und ihre Befähigungen und Eignungen sollten bei der Zuweisung ihrer Aufgaben entsprechend berücksichtigt werden. 8. Die Dienstbedingungen der Teilnehmer an den Sonderprogrammen sollten von der zuständigen Stelle klar festgelegt werden; sie sollten mit den Rechtsvorschriften über das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung übereinstimmen und mit den anderen Rechtsvorschriften im Einklang stehen, die für die ordentliche Ausbildung oder die normale Beschäftigung von Jugendlichen gelten. 9. Die Teilnehmer sollten weiterhin die Möglichkeit haben, Jugend- oder Gewerkschaftsverbänden ihrer Wahl anzugehören und an deren Tätigkeiten teilzunehmen. 10. Es sollten formelle Verfahren bestehen, die es den Teilnehmern ermöglichen, gegen die ihre Anwerbung, ihre Aufnahme oder die Dienstbedingungen betreffenden Entscheidungen Einspruch zu erheben, sowie vereinfachte Verfahren zur Behandlung geringfügiger Beschwerden. # III. Programme, die Bedürfnisse in bezug auf die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher erfüllen, denen durch die bestehenden innerstaatlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogramme oder durch die normalen Möglichkeiten des Arbeitsmarktes noch nicht entsprochen wird ## A. Zwecke 11. Je nach den innerstaatlichen Erfordernissen und Umständen sollten Sonderprogramme, für die dieser Abschnitt der Empfehlung gilt, einem oder mehreren der folgenden besonderen Zwecke dienen: a) Jugendlichen, die in bezug auf Bildung oder in anderer Hinsicht benachteiligt sind, eine Bildung, Fertigkeiten und Arbeitsgewohnheiten zu vermitteln, die für eine nützliche und bezahlte wirtschaftliche Tätigkeit und für ihre Eingliederung in die Gesellschaft notwendig sind; b) die Jugendlichen an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes, einschliesslich der Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Gebiete, teilnehmen zu lassen; c) Jugendlichen, die sonst arbeitslos wären, eine nützliche Beschäftigung im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zu verschaffen. ## B. Teilnahme 12. Bei der Auswahl von Jugendlichen für die Teilnahme an Sonderprogrammen sollte folgendes berücksichtigt werden: a) das Alter, die Bildung, die Ausbildung und gegebenenfalls die Arbeitserfahrung der Anwärter; je nach der Art des Programms sollte dabei Rück- sicht genommen werden auf das Ziel, benachteiligten Jugendlichen vermehrte Gelegenheiten zu bieten, sowie auf ihre Fähigkeit, aus dem Programm Nutzen zu ziehen und einen Beitrag zu seiner Durchführung zu leisten; b) ihre geistige und körperliche Eignung für die Aufgaben, die sie während und nach ihrer Teilnahme an dem Programm zu erfüllen haben; c) das Ausmass, in dem die im Rahmen des Programms zu erwerbende Erfahrung voraussichtlich die zukünftigen Gelegenheiten der betreffenden Jugendlichen vermehren und sie befähigen wird, zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung beizutragen. 13. Die zuständige Stelle sollte Altersgrenzen für die Teilnahme festsetzen, die der im Rahmen verschiedener Arten von Sonderprogrammen vermittelten Ausbildung und der auszuführenden Arbeit entsprechen. Diese Altersgrenzen sollten die internationalen Arbeitsnormen betreffend das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung berücksichtigen. 14. Die Sonderprogramme sollten einer möglichst grossen Anzahl von Jugendlichen die Aufnahme einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit oder den Übergang zu ordentlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogrammen ermöglichen; die Teilnahmedauer sollte dementsprechend begrenzt sein. 15. In jedem Sonderprogramm sollte durch geeignete Massnahmen dafür gesorgt werden, dass jeder Teilnehmer vor seiner Aufnahme alle Dienstbedingungen (einschliesslich etwaiger Verhaltensregeln), die im Rahmen des Programms auszuführenden Arbeiten, die erforderliche Ausbildung und seine Rechte während und bei Beendigung seiner Dienstzeit vollkommen versteht. # C. Inhalt der Sonderprogramme 16. Der Inhalt der Sonderprogramme sollte dem Alter, dem Geschlecht, dem Bildungs- und Ausbildungsgrad und den Fähigkeiten der Teilnehmer angepasst sein und kann demnach, auch innerhalb eines Programms, unterschiedlich sein. 17. Alle Sonderprogramme sollten eine kurze Einführungszeit zu dem Zweck umfassen, a) die Teilnehmer in Fragen zu unterrichten, die für alle von Interesse sind, wie insbesondere die allgemeinen Regeln der Sicherheit und Hygiene und die Einzelheiten der für die Tätigkeiten im Rahmen des Programms geltenden Vorschriften; b) die Teilnehmer mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen im Rahmen des Programms vertraut zu machen und ihr Interesse anzuregen; c) die Eignungen der Teilnehmer festzustellen, um sie bei derjenigen Tätigkeit einzusetzen, die diesen Eignungen am besten entspricht. 18. Den an den Sonderprogrammen teilnehmenden Personen sollte ein ergänzender Unterricht erteilt werden, u. a. über staatsbürgerliche, wirtschaft- liche und soziale Fragen, der auf ihre Bedürfnisse sowie die Bedürfnisse und Wunschziele ihres Landes bezogen ist; ferner sollten sie über die Rolle und die Funktionen der auf der Grundlage der Freiwilligkeit errichteten Organisationen zur Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber unterrichtet werden. 19. Die Sonderprogramme, die ausschliesslich oder teilweise dazu bestimmt sind, Jugendlichen mit begrenzten Gelegenheiten die für eine nützliche wirtschaftliche Tätigkeit notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln, sollten a) vor allem darauf abzielen, die Teilnehmer für Berufe vorzubereiten, in denen sie voraussichtlich Möglichkeiten für eine nützliche Tätigkeit finden werden, dabei aber ihren Wünschen bezüglich ihrer Berufswahl soweit als möglich Rechnung tragen; b) den Teilnehmern eine gute praktische Grundausbildung und die entsprechenden theoretischen Kenntnisse vermitteln; c) die Rolle berücksichtigen, die die Teilnehmer gegebenenfalls spielen könnten, indem sie einen anregenden Einfluss auf andere Personen ausüben, und ihnen die für eine solche Rolle erforderlichen Befähigungen vermitteln; d) folgendes erleichtern und nach Möglichkeit gewährleisten: i) den Übergang zu den ordentlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogrammen oder zu anderen Sonderprogrammen für weitere Bildung und Ausbildung, insbesondere für jene Teilnehmer, die besondere Begabung zeigen; ii) den Übergang zu einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit, insbesondere durch Massnahmen, die gewährleisten sollen, dass die von den Teilnehmern erworbenen Befähigungen bei dieser Tätigkeit anerkannt werden. 20. Die Sonderprogramme, die ausschliesslich oder teilweise dazu bestimmt sind, Jugendliche an Vorhaben der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung teilnehmen zu lassen, sollten a) den Teilnehmern eine Ausbildung vermitteln, die ihnen zumindest die für die auszuübende Arbeit erforderliche Befähigung verleiht, sowie eine Ausbildung in bezug auf die einschlägigen Massnahmen der Hygiene und Sicherheit; b) auf die Entwicklung guter Arbeitsgewohnheiten abzielen; c) die Teilnehmer soweit wie möglich bei Tätigkeiten beschäftigen, für die sie sich als geeignet erweisen und für die sie einige Befähigungen besitzen. 21. Als Kriterien für die Auswahl von Arbeitsvorhaben im Rahmen der in Absatz 20 erwähnten Sonderprogramme sollten u. a. gelten: a) der Beitrag, den sie zur Ausweitung der wirtschaftlichen Tätigkeit des Landes oder Gebietes und insbesondere der zukünftigen Gelegenheiten der Teilnehmer leisten könnten; b) der Wert der Ausbildung, insbesondere mit Rücksicht auf die Berufe, in denen die Teilnehmer später voraussichtlich Gelegenheiten für eine nützliche Tätigkeit finden werden; c) ihr Wert als Investition für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die Wirtschaftlichkeit der Vorhaben, insbesondere das Verhältnis zwischen Kostenaufwand und Ergebnissen; d) die Notwendigkeit besonderer Aktionsmittel, was insbesondere bedeutet, dass die Arbeit der Teilnehmer für diejenige der normal beschäftigten Arbeitskräfte kein unlauterer Wettbewerb ist. # D. Dienstbedingungen 22. Die Dienstbedingungen sollten mindestens den folgenden Normen entsprechen: a) die Dauer der Dienstzeit sollte normalerweise zwei Jahre nicht übersteigen; b) bestimmte Gründe, z. B. solche medizinischer Natur oder persönliche oder im Familienkreis auftretende Schwierigkeiten, sollten als ausreichende Gründe für das Ausscheiden eines Teilnehmers vor Ablauf der normalen Dienstzeit anerkannt werden; c) die Zahl der táglich und wöchentlich für die Arbeit und die Ausbildung aufgewendeten Stunden sollte so begrenzt werden, dass den Teilnehmern genügend Zeit für Bildungszwecke und zum Ausruhen sowie für Freizeitbetätigung bleibt; d) neben angemessener Unterkunft, Verpflegung und Kleidung je nach der Art des betreffenden Sonderprogramms sollten die Teilnehmer ein Barentgelt erhalten; ferner sollte ihnen die Möglichkeit und ein Anreiz zum Sparen geboten werden; e) beträgt die Dauer der Dienstzeit in einem Sonderprogramm ein Jahr oder mehr, so sollte den Teilnehmern ein Jahresurlaub gewährt werden, wenn möglich mit kostenloser Heim- und Rückreise; f) die Teilnehmer sollten soweit wie möglich durch die Bestimmungen der Sozialen Sicherheit erfasst sein, die für in normalen Arbeitsverhältnissen stehende Personen gelten; auf jeden Fall sollten Vorkehrungen für eine unentgeltliche ärztliche Betreuung der Teilnehmer und für eine Entschädigung bei Invaliditát oder Tod infolge von Unfall oder Krankheit während der Teilnahme an dem Sonderprogramm getroffen werden. ## E. Auswahl und Ausbildung des Stammpersonals 23. Innerhalb jedes Sonderprogramms sollte dafür gesorgt werden, dass die Teilnehmer von ausgebildetem Stammpersonal beaufsichtigt werden, dem fachliche und pädagogische Beratung zur Verfügung steht. 24. (1) Bei der Auswahl der Mitglieder des Stammpersonals sollte nicht nur besonderer Wert darauf gelegt werden, dass sie hinreichende Befähigungen und Erfahrung in der auszuführenden Arbeit, sondern auch Verständnis für die Belange der Jugend, Führungseigenschaften und Anpassungsfähigkeit besitzen. Zumindest einige Mitglieder des Stammpersonals sollten Erfahrung in einer normalen Beschäftigung ausserhalb von Sonderprogrammen erworben haben. (2) Alle verfügbaren Möglichkeiten für die Anwerbung des Stammpersonals sollten in Betracht gezogen werden, einschliesslich der Möglichkeit, jene Teilnehmer, die Führungseigenschaften bewiesen haben, dazu anzuspornen, sich selbst für den Übertritt ins Stammpersonal vorzubereiten. 25. Die Ausbildung der Führungskräfte und anderer Fachkräfte sollte zusätzlich zum Unterricht in den jeweils erforderlichen beruflichen Spezialkenntnissen mindestens folgendes umfassen: a) Ausbildung in Lehrmethoden mit besonderer Berücksichtigung der bei der Ausbildung von Jugendlichen zur Anwendung gelangenden Methoden; b) grundlegenden Unterricht auf dem Gebiet der menschlichen Beziehungen, besonders unter Berücksichtigung der Motivation und der Einstellung zur Arbeit; c) Ausbildung in der Organisation der Arbeit, einschliesslich der Zuweisung von Arbeitsaufgaben entsprechend den Fähigkeiten und dem Ausbildungsgrad der Teilnehmer. 26. Die Ausbildung des Verwaltungspersonals sollte zusätzlich zum Unterricht in den jeweils erforderlichen beruflichen Spezialkenntnissen mindestens folgendes umfassen: a) Unterricht, der den beteiligten Personen das Verständnis für die Ziele des Sonderprogramms und die Kenntnis der einschlägigen Arbeits- und Jugendschutzgesetzgebung sowie der für das Programm im einzelnen geltenden Vorschriften vermitteln soll; b) Unterricht, der eine ausreichende Kenntnis der technischen Gesichtspunkte der im Rahmen des Programms durchgeführten Arbeiten vermitteln soll; c) Unterricht in Fragen der menschlichen Beziehungen, der geeignet ist, die Herstellung guter Beziehungen mit den Führungskräften und anderen Fachkräften und den Teilnehmern zu erleichtern. # F. Unterstützung der Teilnehmer im Hinblick auf ihr zukünftiges Berufsleben 27. Während ihrer Dienstleistung im Rahmen eines Sonderprogramms sollten den Teilnehmern Auskünfte und Ratschläge erteilt werden, um ihnen die Entscheidung über ihr zukünftiges Berufsleben zu erleichtern. 28. Den Teilnehmern, die besondere Begabung zeigen, sollte in jeder geeigneten Weise geholfen werden, nach Beendigung ihrer Dienstzeit ihre Bildung und Ausbildung ausserhalb des Sonderprogramms fortzusetzen. 29. Es sollten unverzüglich besondere Bemühungen unternommen werden, um die Teilnehmer nach Beendigung ihrer Dienstzeit rasch in eine normale wirtschaftliche Tätigkeit einzugliedern; dies sollte zusätzlich zu den normalen Bemühungen der Arbeitsmarktverwaltung und aller anderen geeigneten Stellen geschehen. 30. Die Entlassung von Teilnehmern aus dem Dienst sollte nach Möglichkeit zeitlich und zahlenmässig auf die Fähigkeit der Wirtschaft abgestimmt werden, neuen Arbeitskräften Erwerbsmöglichkeiten zu bieten. In ausserordentlichen Programmen, die eine pflichtmässige Teilnahme vorsehen, sollte jedoch das Recht des einzelnen, nach der ursprünglich festgesetzten Dienstzeit aus dem Programm auszuscheiden, gewährleistet werden. 31. Die Unterstützung, die den ehemaligen Teilnehmern, die für eigene Rechnung oder als Mitglieder einer Gruppe eine Tätigkeit aufnehmen, möglichst durch schon bestehende Einrichtungen gewährt werden sollte, könnte folgendes umfassen: a) die Erleichterung des Zugangs zu Kredit- und Sparinstituten und Vermarktungseinrichtungen; b) die Aufrechterhaltung des Kontaktes, um ihnen jede Förderung und die notwendigen fachlichen Ratschläge in Fragen der Betriebsführung zuteil werden zu lassen; c) in bezug auf Genossenschaften eine finanzielle Hilfe und Verwaltungshilfe, wie sie in der Empfehlung betreffend die Genossenschaften (Entwicklungsländer), 1966, vorgesehen ist. 32. Nach Massgabe der vorhandenen Mittel sollten die Teilnehmer nach zufriedenstellendem Abschluss ihrer Dienstzeit entweder eine Barzahlung oder eine Sachleistung, z. B. einen Satz Werkzeuge, zur Erleichterung der Aufnahme einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit erhalten. # IV. Programme, die Jugendliche mit einer Bildung oder fachlichen Befähigungen, deren die Gemeinschaft für die Entwicklung bedarf, in die Lage versetzen, diese Befähigungen im Dienste der Gemeinschaft zu gebrauchen 33. Die Sonderprogramme, für die dieser Abschnitt der Empfehlung gilt, sollten das Interesse der Jugendlichen an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes anregen und das Bewusstsein der Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft entwickeln. 34. Die Teilnehmer sollten in Tätigkeitsbereichen eingesetzt werden, für die sie besonders befähigt sind, oder in eng benachbarten Bereichen. 35. Nötigenfalls sollten die Befähigungen der Teilnehmer durch eine Ausbildung in den Fertigkeiten und Methoden vervollständigt werden, die sie zur Ausführung der ihnen gestellten Aufgaben benötigen. 36. Es sollte dafür gesorgt werden, dass die Teilnehmer eine fachkundige Beratung betreffend die bei der Ausführung ihrer Aufgaben auftretenden Probleme leicht erlangen können. 37. Die Dienstbedingungen sollten zumindest den folgenden Normen entsprechen: a) die Dauer der Dienstzeit sollte normalerweise zwei Jahre nicht übersteigen; b) bestimmte Gründe, z. B. solche medizinischer Natur oder persönliche oder im Familienkreis auftretende Schwierigkeiten, sollten als ausreichende Gründe für das Ausscheiden eines Teilnehmers vor Ablauf der normalen Dienstzeit anerkannt werden; c) die Arbeits- und Ausbildungszeitpläne sollten das Bedürfnis der Teilnehmer nach Erholung und Freizeit berücksichtigen; d) neben angemessener Unterkunft und Verpflegung je nach der Art des betreffenden Sonderprogramms sollten die Teilnehmer ein entsprechendes Entgelt erhalten; e) beträgt die Dauer der Dienstzeit in einem Sonderprogramm ein Jahr oder mehr, so sollte den Teilnehmern ein Jahresurlaub gewährt werden, wenn möglich mit kostenloser Heim- und Rückreise; f) die Teilnehmer sollten durch die jeweils geeigneten Bestimmungen der Sozialen Sicherheit erfasst sein, die für in normalen Arbeitsverhältnissen stehende Personen gelten; auf jeden Fall sollten Vorkehrungen für eine unentgeltliche ärztliche Betreuung der Teilnehmer und für eine Entschädigung bei Invalidität oder Tod infolge von Unfall oder Krankheit während der Teilnahme an dem Sonderprogramm getroffen werden. 38. Es sollten Massnahmen getroffen werden, um den Übergang der Teilnehmer nach Abschluss ihrer Dienstzeit zu einer normalen Beschäftigung in ihrem Beruf zu erleichtern. # V. Verwaltungsfragen 39. Die Leitung und Koordinierung der Sonderprogramme auf gesamtstaatlicher Ebene sollte über eine oder mehrere geeignete Stellen erfolgen, die von der zuständigen Stelle errichtet werden. 40. Diese Stellen sollten soweit wie möglich neben den von der Regierung ernannten Mitgliedern auch Vertreter von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- und Jugendverbänden umfassen, um deren aktive Beteiligung an der Planung, Durchführung, Koordinierung, Beaufsichtigung und Bewertung der Sonderprogramme zu gewährleisten. 41. Bei der Ausführung ihrer Aufgaben sollten die Stellen erforderlichenfalls freiwillige Organisationen sowie Dienststellen anhören, die für Sachgebiete wie Arbeit, Bildungswesen, Wirtschaftsfragen, Landwirtschaft, Industrie und soziale Angelegenheiten zuständig sind. 42. Die Stellen sollten mit den Dienststellen, die für die ordentlichen Bil-dungs- und Ausbildungsprogramme verantwortlich sind, ständig in Fühlung bleiben, um eine Koordinierung im Hinblick auf die allmähliche Abschaffung der Sonderprogramme, die so rasch wie möglich erfolgen sollte, zu gewährleisten. 43. Die aktive Beteiligung örtlicher Stellen sollte bei der Auswahl und Durchführung von Vorhaben im Rahmen der Sonderprogramme angestrebt werden. 44. Bei der Aufstellung von Sonderprogrammen sollte sich die zuständige Stelle um die Bereitstellung ausreichender finanzieller und materieller Mittel sowie des erforderlichen sachkundigen Personals bemühen, um ihre vollständige Durchführung zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang sollte besonders darauf geachtet werden, auf welche Weise sich die Programme eigene Einkommensquellen schaffen könnten. Von den Teilnehmern oder ihren Familienangehörigen sollte kein finanzieller Beitrag verlangt werden. 45. Es sollte Vorsorge für eine regelmässige Aufsicht über die Sonderprogramme und für deren Rechnungsprüfung getroffen werden. 46. Die Organisation auf örtlicher Ebene sollte so beschaffen sein, dass die Teilnehmer nach und nach zur Beteiligung an der Verwaltung ihres eigenen Programms ausgebildet und angespornt werden. # VI. Internationale Zusammenarbeit 47. Im Falle von Sonderprogrammen, bei denen Jugendliche aus einem Land an Tätigkeiten zur Entwicklung eines anderen Landes teilnehmen, sollten die zuständigen Stellen und sonstigen beteiligten Organe die entsprechenden Bestimmungen dieser Empfehlung soweit wie möglich in Fragen innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches anwenden und miteinander zusammenarbeiten, um die Anwendung dieser Bestimmungen auf Sachgebieten zu gewährleisten, die gemeinsame Massnahmen erfordern, sowie um Schwierigkeiten zu beseitigen, die im Zusammenhang mit dieser Anwendung auftreten könnten. # Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit ${ }^{1)}$ Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 6. Juni 1951 zu ihrer vierunddreissigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, eine Frage, die den siebenten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 29. Juni 1951, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über die Gleichheit des Entgelts, 1951, bezeichnet wird. ## Artikel 1 Fúr dieses Übereinkommen gelten folgende Begriffsbestimmungen: a) Der Ausdruck «Entgelt» umfasst den üblichen Lohn, den Grund- oder Mindestlohn oder das ubliche Gehalt, das Grund- oder Mindestgehalt sowie alle zusätzlichen Vergütungen, die der Arbeitgeber auf Grund des Dienstverhältnisses dem Arbeitnehmer mittelbar oder unmittelbar in bar oder in Sachleistungen zu zahlen hat. b) Der Ausdruck «Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit» bezieht sich auf Entgeltsätze, die ohne Rücksicht auf den Unterschied des Geschlechts festgesetzt sind. ## Artikel 2 1. Jedes Mitglied hat mit den Mitteln, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsátze entsprechen, die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwer- ${ }^{1)}$ Dieses Übereinkommen ist am 23. Mai 1953 in Kraft getreten. tige Arbeit auf alle Arbeitnehmer zu fördern und, soweit es mit diesen Verfahren vereinbar ist, sicherzustellen. 2. Dieser Grundsatz kann verwirklicht werden durch a) die innerstaatliche Gesetzgebung, b) gesetzlich geschaffene oder anerkannte Einrichtungen zur Lohnfestsetzung, c) Gesamtarbeitsverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern oder d) eine Verbindung dieser verschiedenen Mittel. # Artikel 3 1. Wird die Anwendung dieses Übereinkommens dadurch erleichtert, so sind Massnahmen zu treffen, die einer objektiven Bewertung der Beschäftigungen auf Grund der dabei erforderlichen Arbeitsleistung dienlich sind. 2. Die bei dieser Bewertung anzuwendenden Methoden können entweder von den für die Festsetzung der Entgeltsätze zuständigen Stellen oder, wenn die Entgeltsätze auf Grund von Gesamtarbeitsverträgen festgesetzt werden, von den Vertragsparteien bestimmt werden. 3. Unterschiede zwischen den Entgeltsätzen, die ohne Rücksicht auf das Geschlecht des Arbeitnehmers derart objektiv festgestellten Unterschieden der Arbeitsleistung entsprechen, sind nicht als Verstoss gegen den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit anzusehen. ## Artikel 4 Jedes Mitglied hat in geeigneter Weise mit den beteiligten Arbeitgeberund Arbeitnehmerverbänden bei der Durchführung der Bestimmungen dieses Übereinkommens zusammenzuarbeiten. ## Artikel 5 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. ## Artikel 6 1. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. # Artikel 7 1. In den dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes nach Artikel 35 Absatz 2 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation übermittelten Erklärungen hat das beteiligte Mitglied die Gebiete bekanntzugeben, a) für die es die Verpflichtung zur unveränderten Durchführung der Bestimmungen des Übereinkommens übernimmt, b) für die es die Verpflichtung zur Durchführung der Bestimmungen des Übereinkommens mit Abweichungen übernimmt, unter Angabe der Einzelheiten dieser Abweichungen, c) in denen das Übereinkommen nicht durchgeführt werden kann, und in diesem Fall die Gründe dafür, d) für die es sich die Entscheidung bis zu einer weiteren Prüfung der Lage in bezug auf die betreffenden Gebiete vorbehält. 2. Die Verpflichtungen nach Absatz 1 a) und b) dieses Artikels gelten als Bestandteil der Ratifikation und haben die Wirkung einer solchen. 3. Jedes Mitglied kann die in der ursprünglichen Erklärung nach Absatz 1 b), c) und d) dieses Artikels mitgeteilten Vorbehalte jederzeit durch eine spätere Erklärung ganz oder teilweise zurückziehen. 4. Jedes Mitglied kann dem Generaldirektor zu jedem Zeitpunkt, in dem das Übereinkommen nach Artikel 9 gekündigt werden kann, eine Erklärung übermitteln, durch die der Inhalt jeder früheren Erklärung in sonstiger Weise abgeändert und die in dem betreffenden Zeitpunkt in bestimmten Gebieten bestehende Lage angegeben wird. ## Artikel 8 1. In den dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes nach Artikel 35 Absätze 4 und 5 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation übermittelten Erklärungen ist anzugeben, ob das Übereinkommen in dem betreffenden Gebiet mit oder ohne Abweichungen durchgeführt wird; besagt die Erklärung, dass die Durchführung des Übereinkommens mit Abweichungen erfolgt, so sind die Einzelheiten dieser Abweichungen anzugeben. 2. Das beteiligte Mitglied, die beteiligten Mitglieder oder die beteiligte internationale Behörde können jederzeit durch eine spätere Erklärung auf das Recht der Inanspruchnahme jeder in einer früheren Erklärung mitgeteilten Ab weichung ganz oder teilweise verzichten. 3. Das beteiligte Mitglied, die beteiligten Mitglieder oder die beteiligte internationale Behörde können dem Generaldirektor zu jedem Zeitpunkt, in dem dieses Übereinkommen nach Artikel 9 gekündigt werden kann, eine Erklärung übermitteln, durch die der Inhalt jeder früheren Erklärung in sonstiger Weise abgeändert und die in dem betreffenden Zeitpunkt bestehende Lage in bezug auf die Durchführung dieses Übereinkommens angegeben wird. # Artikel 9 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. ## Artikel 10 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen, Erklärungen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. ## Artikel 11 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen, Erklärungen und Kündigungen. ## Artikel 12 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. ## Artikel 13 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen: a) Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Überein- kommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 9, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. b) Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. Artikel 14 Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. # Empfehlung Nr. 90 ## betreffend die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 6. Juni 1951 zu ihrer vierunddreissigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, eine Frage, die den siebenten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung zur Ergänzung des Übereinkommens über die Gleichheit des Entgelts, 1951, erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 29. Juni 1951, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend die Gleichheit des Entgelts, 1951, bezeichnet wird. Die Konferenz geht davon aus, dass das Übereinkommen über die Gleichheit des Entgelts, 1951, bestimmte allgemeine Grundsätze betreffend die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit aufstellt. Sie zieht in Betracht, dass das genannte Übereinkommen bestimmt, die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit sei durch Mittel zu fördern oder sicherzustellen, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsätze in den beteiligten Ländern entsprechen. Sie hält es für angezeigt, bestimmte Verfahren für die stufenweise Anwendung der durch das Übereinkommen aufgestellten Grundsätze anzugeben. Sie vertritt die Auffassung, es sei ausserdem wünschenswert, dass alle Mitglieder bei der Anwendung dieser Grundsätze die in bestimmten Ländern als zufriedenstellend erachteten Anwendungsmethoden berücksichtigen. Die Konferenz empfiehlt deshalb den Mitgliedern, die nachstehenden Bestimmungen unter Berücksichtigung des Artikels 2 des genannten Übereinkommens anzuwenden und dem Internationalen Arbeitsamt entsprechend den Beschlüssen des Verwaltungsrates über die Massnahmen zu berichten, die sie zur Durchführung dieser Bestimmungen getroffen haben. 1. Nach Anhörung der beteiligten Arbeitnehmerverbände oder, falls solche nicht bestehen, nach Anhörung der beteiligten Arbeitnehmer sollten geeignete Massnahmen getroffen werden, um a) die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit auf alle Personen sicherzustellen, die in den Dienstzweigen und Stellen der öffentlichen Zentralverwaltung beschäftigt sind, b) die Anwendung dieses Grundsatzes auf Personen zu fördern, die in den Dienstzweigen und Stellen der Verwaltung von Gliedstaaten oder Provinzen eines Bundesstaates oder einer örtlichen Verwaltung beschäftigt sind, sofern diese für die Festsetzung der Entgeltsätze zuständig sind. 2. Nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sollten geeignete Massnahmen getroffen werden, um so bald wie möglich die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit in allen nicht in Absatz 1 erwähnten Tätigkeiten sicherzustellen, in denen die Entgeltsätze einer öffentlichen Regelung oder Überwachung unterliegen, insbesondere a) bei Festsetzung von Mindestlohnsätzen oder sonstigen Lohnsätzen in Wirtschaftszweigen oder Diensten, in denen diese Sätze durch eine Behörde festgesetzt werden, b) in Wirtschaftszweigen und in Betrieben, die in öffentlichem Eigentum stehen oder öffentlich überwacht werden, und c) wo dies zweckmässig erscheint, bei Arbeiten, die auf Grund von Aufträgen einer Behörde ausgeführt werden. 3. (1) Falls es die bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsätze gestatten, sollte die allgemeine Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit durch gesetzliche Bestimmungen sichergestellt werden. (2) Die zuständige Stelle sollte die erforderlichen und geeigneten Massnahmen treffen, damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer über diese gesetzlichen Bestimmungen vollkommen unterrichtet und nötigenfalls in bezug auf deren Anwendung beraten werden. 4. Stellt es sich nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, falls solche bestehen, als unmöglich heraus, den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit hinsichtlich der unter die Absätze 1, 2 oder 3 fallenden Beschäftigungen sofort anzuwenden, so sollten so bald wie möglich geeignete Bestimmungen zur stufenweisen Anwendung dieses Grundsatzes getroffen oder veranlasst werden, insbesondere durch Massnahmen wie a) Verminderung der Unterschiede zwischen den Entgeltsätzen männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, b) falls ein System von Entgeltzulagen besteht, Gewährung gleicher Zulagen für mánnliche und weibliche Arbeitskräfte, die gleichwertige Arbeit verrichten. 5. Sofern die Festsetzung von Entgeltsätzen nach dem Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit dadurch erleichtert wird, sollte jedes Mitglied im Einvernehmen mit den beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden Methoden einführen oder deren Einführung begünstigen, die eine objektive Bewertung der bei den verschiedenen Beschäftigungen zu leistenden Arbeit, entweder durch eine Analyse der betreffenden Arbeit oder durch andere Mittel, zum Zweck einer Einteilung der Beschäftigungen ohne Rücksicht auf das Geschlecht erlauben; die genannten Methoden sollten nach den Bestimmungen des Artikels 2 des Übereinkommens angewendet werden. 6. Um die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zu erleichtern, sollte nötigenfalls in zweckdienlicher Weise eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der weiblichen Arbeitskräfte angestrebt werden, insbesondere durch a) Gewährung gleicher oder gleichwertiger Möglichkeiten für Arbeitnehmer beider Geschlechter auf den Gebieten der Berufsberatung, der Arbeitsberatung, der beruflichen Ausbildung und der Arbeitsvermittlung, b) geeignete Massnahmen, welche die Frauen veranlassen sollen, von den Möglichkeiten auf den Gebieten der Berufsberatung, der Arbeitsberatung, der beruflichen Ausbildung und der Arbeitsvermittlung Gebrauch zu machen, c) Schaffung von Sozial- und Wohlfahrtseinrichtungen, die den Bedürfnissen der weiblichen Arbeitskräfte, insbesondere solcher mit Familienlasten, entsprechen, und Finanzierung dieser Einrichtungen aus allgemeinen öffentlichen Mitteln oder aus Fonds der Sozialen Sicherheit oder aus Be-triebs- oder Industriefonds, die für Wohlfahrtszwecke bestimmt sind und deren Mittel durch Zahlungen zugunsten der Arbeitnehmer ohne Rücksicht auf das Geschlecht aufgebracht werden, d) Förderung der Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Zulassung zu den verschiedenen Berufen und Stellungen, vorbehaltlich der internationalen Regelungen und der innerstaatlichen Gesetzgebung zum Schutze der Gesundheit und der Wohlfahrt der Frauen. 7. Es sollte mit allen Mitteln angestrebt werden, in der offentlichen Meinung das Verstandnis für die Gründe zu fördern, die zugunsten der Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts mannlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit sprechen. 8. Es sollten alle zwecks Förderung der Anwendung dieses Grundsatzes wünschenswerten Untersuchungen vorgenommen werden.
# Bericht <br> des Bundesrates an die Bundesversammlung über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz und ## Botschaft <br> betreffend die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit (Vom 20. Oktober 1971) Herr Präsident, Hochgeehrte Herren, Gemäss den Bestimmungen der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) erstatten wir Ihnen Bericht über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz. Gleichzeitig stellen wir Antrag auf Genehmigung und Ermächtigung zur Ratifikation des von der Internationalen Arbeitskonferenz im Jahre 1951 angenommenen Übereinkommens Nr. 100. ## Übersicht Im ersten Abschnitt (I) wird in üblicher Weise über die Tagungsgeschäfte orientiert. Der zweite Abschnitt (II) bezieht sich auf das Übereinkommen Nr. 132 über den bezahlten Jahresurlaub (Ferien). Der dritte Abschnitt (III) ist dem Übereinkommen Nr. 131 und der Empfehlung Nr. 135 betreffend das Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer, gewidmet. Der vierte Abschnitt (IV) behandelt die Empfehlung Nr. 136 betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken. Im fünften Abschnitt (V) kommen wir auf das in den bundesrätlichen Berichten über die 34., 38. und 39. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz behandelte Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zurück und stellen Ihnen einen neuen Antrag. # I. Tagesordnung, Verhandlungen und Beschlüsse der Konferenz 1. Die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz fand vom 3. bis 25. Juni 1970 im Palais des Nations in Genf statt. Die Tagesordnung lautete wie folgt: 1. Bericht des Generaldirektors; 2. Programm- und Budgetvorschläge und andere finanzielle Fragen; 3. Mitteilungen und Berichte über die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen; 4. Bezahlter Urlaub (2. Beratung); 5. Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhängende Probleme, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer (2. Beratung); 6. Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken (2. Beratung); 7. Gewerkschaftliche Rechte und ihre Beziehungen zu den bürgerlichen Freiheiten; 8. Schutz und Erleichterungen für Arbeitnehmervertreter im Betrieb. 9. Die schweizerische Delegation war gemäss den Regeln der IAO dreigliedrig zusammengesetzt. Sie bestand aus den Regierungsvertretern Botschafter Dr. Albert Grübel, Direktor des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit, und Minister Dr. Cristoforo Motta, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherung, sowie René Grever, Adjunkt des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit, als stellvertretendem Delegierten. Es gehörten ihr ferner Rudolf Huber-Rübel, Präsident des Verwaltungsrates der Maschinenfabrik Oerlikon, als Arbeitgeberdelegierter, und Guido Nobel, Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, als Arbeitnehmerdelegierter an. Einige technische Berater ergänzten die Delegation. 10. 111 der 121 Mitgliedstaaten waren an der 54. Tagung vertreten. V. Manickavasagam, Arbeitsminister von Malaysia, wurde zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. 11. Im Verlaufe einer besonderen Sitzung ergriff V. V. Giri, Präsident der Republik Indien, das Wort. Er betonte die Wichtigkeit der Rolle, die die IAO im Kampfe gegen die Armut zu spielen habe und erklärte, es müssten wirksame Massnahmen zur Schaffung ausreichender Beschäftigungsmöglichkeiten zwecks Hebung des Lebensstandards der Weltbevölkerung ergriffen werden. 12. Die Traktanden Bericht des Generaldirektors, Budget sowie Mitteilungen und Berichte über die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen stehen jedes Jahr auf der Tagesordnung. Mehr als 200 Redner ergriffen als Vertreter der Regierungen, der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der gouvernementalen und nichtgouvernementalen internationalen Organisationen das Wort zur allgemeinen Diskussion des Berichtes über «Armut und Mindestlebensstandard». In seiner Antwort an die verschiedenen Redner erklärte der neue Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes (IAA), Wilfred Jenks, die IAO habe auf dem Gebiete der Beschäftigungspolitik durch ihr Weltbeschäftigungsprogramm einen schöpferischen Beitrag geleistet; jetzt müsse sie einen gleichwertigen Beitrag auch auf andern wichtigen Gebieten erbringen, namentlich dort, wo sich die Sozialpolitik und die entscheidenden Probleme der Weltwirtschaftspolitik berühren. Ferner müsse sie ihre Tätigkeit auf regionaler und industrieller Ebene intensivieren, ihre Zusammenarbeit mit andern internationalen Institutionen entwikkeln sowie ihre Dezentralisierungsbestrebungen fortführen. 6. Die Konferenz hat im Voranschlag einen zusätzlichen Posten von ungefähr 1430000 Dollar genehmigt zwecks Gewährung einer Subvention an das Internationale Zentrum für berufliche und fachliche Fortbildung in Turin sowie für Rückerstattungen an das Vorschusskonto (Punkt 2 der Tagesordnung). Diese Erhöhung wurde für die Schweiz dadurch kompensiert, dass ihr Kostenanteil, der ursprünglich auf 1,24 Prozent aller Ausgaben der Organisation festgesetzt war, ab 1971 auf 1,18 Prozent gesenkt wurde. Der Beitrag, der 1970369960 Dollar betrug, beläuft sich für 1971 auf 368931 Dollar. 7. Zu Punkt 3 der Tagesordnung betreffend die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen ist für das Berichtsjahr nichts zu bemerken. Zu den Sachfragen (Punkte 4-8 der Tagesordnung) fasste die Konferenz die folgenden Beschlüsse: 8. Nach der zweiten Beratung über Punkt 4 der Tagesordnung - die erste fand 1969 statt - nahm die Konferenz ein Übereinkommen über den bezahlten Jahresurlaub (Ferien) an, dessen Text im Anhang I wiedergegeben ist. Wir kommen im Abschnitt II auf diesen Punkt zurück. 9. Eine zweite Beratung war ferner dem Problem der Festsetzung von Mindestlöhnen (Punkt 5 der Tagesordnung) gewidmet. Sie führte zur Annahme eines Übereinkommens und einer Empfehlung. Auch diese Texte, auf die wir im Abschnitt III zurückkommen werden, sind im Anhang I aufgeführt. 10. Ebenfalls eine zweite Beratung fand statt über Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken (Punkt 6 der Tagesordnung). Sie führte zur Annahme eines Übereinkommens, das im Anhang I wiedergegeben ist und auf das wir im Abschnitt IV zurückkommen werden. 11. Als Schlussfolgerung aus den Diskussionen zu Punkt 7 der Tagesordnung stimmte die Konferenz einer Resolution zu über die Tätigkeit der IAO auf dem Gebiete der gewerkschaftlichen Rechte und deren Beziehungen zu den bürgerlichen Freiheiten. Diese Resolution befürwortet neue internationale Normen zur Erweiterung der gewerkschaftlichen Rechte unter Berücksichtigung der bürgerlichen Freiheiten, die zu ihrer Ausübung unerlässlich sind. 12. Zu Punkt 8 der Tagesordnung erarbeitete die Konferenz den Vorentwurf zu einer Empfehlung über Schutz und Erleichterungen für Arbeitnehmervertreter im Betrieb. Die zweite Beratung wird 1971 stattfinden. 13. Ausserhalb der Tagesordnung fasste die Konferenz eine Reihe von Resolutionen, die folgende Fragen betreffen: die Bereinigung der Tabelle I (Liste der Berufskrankheiten) des Übereinkommens Nr. 121 von 1964 über die Leistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten; die Tätigkeit der IAO auf dem Gebiete der Arbeiterbildung; die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer; die Teilnahme der IAO an der Internationalen Konferenz der Vereinten Nationen von 1972 über die Umwelt des Menschen; die Revision des vom IAA zuhanden der Regierungen und der Privatindustrie veröffentlichten Musterreglements über die Sicherheit in industriellen Betrieben; die Redefreiheit der nichtgouvernementalen Delegierten in den Sitzungen der IAO. 14. Die Konferenz beschloss im Sinne der stattgefundenen Diskussionen in der Strukturkommission, alle offenen Strukturfragen zur neuerlichen Prüfung an den Verwaltungsrat zurückzuweisen. Vermutlich wird bei Anlass der 56. Tagung wiederum eine Sonderkommission zum weiteren Studium dieser Fragen eingesetzt werden. 15. Schliesslich nahm die Konferenz Kenntnis vom sechsten Sonderbericht des Generaldirektors über die Anwendung der Erklärung über die Apartheidpolitik der Südafrikanischen Republik. # II. Übereinkommen (Nr. 132) über den bezahlten Jahresurlaub (Neufassung vom Jahre 1970) ## 1. Ziel und Inhalt des Übereinkommens Die Konferenz nahm ein neues Übereinkommen über den bezahlten Urlaub an ${ }^{1}$. Gemäss Artikel 2 Absatz 1 gilt dieses Übereinkommen für alle Arbeitnehmer mit Ausnahme der Seeleute. Gemäss Artikel 15 können jedoch die Mitgliedstaaten, die das Übereinkommen nicht als Ganzes ratifizieren wollen, die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen getrennt übernehmen, einerseits für Wirtschaftszweige ausserhalb der Landwirtschaft, oder für die Landwirtschaft anderseits. Des weiteren erlaubt Artikel 2 Absatz 2, dass bestimmte Arbeitnehmergruppen von der Anwendung des Übereinkommens ausgenommen werden, wenn aus der Durchführung oder hinsichtlich verfassungsrechtlicher oder gesetzgeberischer Fragen besondere Probleme von erheblicher Bedeutung entstehen. Artikel 3 Absatz 3 enthält den Kernpunkt des Übereinkommens. Er bestimmt, dass die bezahlten Ferien «auf keinen Fall weniger als drei Arbeitswochen für ein Dienstjahr» betragen dürfen. Gemäss Artikel 7 muss den Arbeitnehmern für die ganze Feriendauer mindestens der normale oder durchschnittliche Lohn, einschliesslich Naturallohn gewährt werden. Nach Artikel 13 können besondere Regelungen getroffen werden für den Fall, dass der Arbeitnehmer während der Ferien eine Erwerbstätigkeit ${ }^{1)}$ In der Schweiz sprechen wir in diesem Zusammenhang nicht von «Urlaub», sondern von Ferien. Unter Urlaub werden bei uns in der Regel die Absenzen infolge persönlicher oder familiärer Ereignisse verstanden. ausübt, die mit dem Ferienzweck unvereinbar ist. Im übrigen sind gemäss Artikel 14 wirksame Massnahmen zu treffen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Vorschriften über die bezahlten Ferien zu gewährleisten. Die übrigen Bestimmungen des Übereinkommens betreffen die Begriffsumschreibung, die praktische Anwendung sowie den Schutz des Anspruchs auf Ferien. So schreibt das Übereinkommen vor (Art. 4 Abs. 1), dass einer Person, die nicht Anspruch auf die vollen Ferien hat, eine Feriendauer im Verhältnis zu ihrer Dienstzeit gewährt werden müsse. Artikel 5 Absatz 2 begrenzt des weitern die minimale Dauer des Arbeitsverhältnisses für die Entstehung eines Anspruchs auf bezahlte Ferien aufsechs Monate. Ferner bestimmt das Übereinkommen, dass die Feiertage nicht an die Feriendauer anzurechnen sind (Art. 6). Es stellt Richtlinien hinsichtlich des Bezuges, der Aufteilung und des Aufschubs der Ferien auf (Art. 8, 9 und 10). Es schützt ferner den Ferienanspruch bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Art. 11). Schliesslich empfiehlt es ein Verbot der Abgeltung des Ferienanspruches durch Geldleistungen (Art. 12). Das Übereinkommen bezweckt die Neuordnung beziehungsweise den Ersatz des Übereinkommens Nr. 52 von 1936 über den bezahlten Urlaub (Ferien) und des Übereinkommens Nr. 101 von 1952 über den bezahlten Urlaub in der Landwirtschaft. Beide Übereinkommen wurden von der Schweiz nicht ratifiziert; das letztgenannte steht zur Ratifikation noch offen. Die Bedeutung der vorgenommenen Änderungen kann man ermessen, wenn man die Bestimmungen des neuen Übereinkommens mit denjenigen der beiden früheren vergleicht: das Übereinkommen Nr. 101 legt kein Minimum fest, während das Übereinkommen Nr. 52 nur sechs Arbeitstage nach einem Jahr ununterbrochenen Dienstes vorschreibt; sogar die Empfehlung Nr. 98 über den bezahlten Urlaub von 1954 sieht nur eine Feriendauer von zwei Arbeitswochen vor. # 2. Stellungnahme zum Übereinkommen Ein Vergleich des Übereinkommens mit unserer Gesetzgebung ergibt folgende Differenzen: a. Artikel 3 Absatz 3 des Übereinkommens schreibt eine Mindestdauer der Ferien von drei Arbeitswochen vor. Bei uns hat dagegen ein erwachsener Arbeitnehmer gestützt auf Artikel $341^{\text {bis }}$ des Obligationenrechts (eingeführt durch Art. 64 des Arbeitsgesetzes) Anspruch auf jährliche bezahlte Ferien von mindestens zwei Wochen. Drei Wochen stehen nur den jugendlichen Arbeitnehmern bis zum vollendeten 19. Altersjahr sowie den Lehrlingen bis zum vollendeten 20. Altersjahr zu (Abs. 1). Die Kantone können freilich die Mindestdauer bis auf drei Wochen erhöhen (Abs. 2). Bis 1. Januar 1971 hatten zwölf Kantone die Feriendauer auf drei Wochen verlängert, und zwar grundsätzlich für alle Arbeitnehmer mit privatrechtlichem Arbeitsvertrag. Es handelt sich um die Kantone Bern, Freiburg, Genf, Glarus, Luzern, Neuenburg, Schaffhausen, Tessin, Wallis, Waadt, Zug und Zürich. Diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. Des weiteren bestimmt Artikel $341^{\text {bis }}$ Absatz 7 des Obligationenrechts, dass durch Gesamtarbeitsvertrag oder Normalarbeitsvertrag eine von den Bestimmungen der Absätze 1 und 2 abweichende Regelung getroffen werden kann, durch Gesamtarbeitsvertrag jedoch nur unter der Voraussetzung, dass eine für den Arbeitnehmer im ganzen mindestens gleichwertige Regelung getroffen wird. Dazu ist zu bemerken, dass gemäss Artikel 329 e Absatz 1 des Bundesgesetzes über die Revision des Zehnten Titels und des Zehnten Titels bis des Obligationenrechts (Der Arbeitsvertrag) die Gleichwertigkeit ebenfalls gegeben sein muss, wenn die abweichende Regelung durch Normalarbeitsvertrag getroffen wird. Nach der gegenwärtigen Regelung kann in einem Gesamtarbeitsvertrag die gesetzliche Mindestdauer unterschritten werden, wenn anderseits zugunsten von Arbeitnehmern mit einer bestimmten Anzahl Dienstjahren oder von einem gewissen Alter an längere als die gesetzlichen Ferien zugestanden werden. So könnten zum Beispiel für die Altersklassen von 19-28 Jahren $11 / 2$ Wochen, für jene von 29-40 Jahren 2 Wochen und für jene von mehr als 40 Jahren $21 / 2$ Wochen Ferien vereinbart werden, oder es könnte in gleicher Weise unterschieden werden für Arbeitnehmer mit 5, 10 und mehr Dienstjahren. Eine analoge Abstufung könnte auch in jenen Kantonen vorgenommen werden, die die Mindestferien auf drei Wochen verlängert haben. Diese Möglichkeit von abweichenden Vereinbarungen steht im Widerspruch zum Übereinkommen, das keine Ausnahmen vorsieht und infolgedessen keine Verkürzungen des Mindestferienanspruches von drei Wochen zulässt. b. Artikel 14 des Übereinkommens schreibt vor, dass über eine angemessene Aufsicht oder durch andere Mittel wirksame Massnahmen getroffen werden müssen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Bestimmungen zu gewährleisten. Das bedeutet, dass diese Vorschriften mittels Verwaltungsmassnahmen durchzusetzen wären. Unsere Bestimmungen über die Ferien beruhen auf Privatrecht. Deren Durchsetzung liegt, obwohl es sich um zwingendes Recht handelt, im Ermessen der Vertragsparteien, die im Streitfall den Zivilrichter anrufen können. Eine staatliche Aufsicht über die Gewährung der Mindestferien besteht nicht. Auch die ehemals öffentlichrechtlichen kantonalen Ferienvorschriften, welche längere Ferien als Artikel $341^{\text {bis }}$ Absatz 1 des Obligationenrechts vorsehen, bleiben auf Grund von Artikel 73 Absatz 2 des Arbeitsgesetzes lediglich als zivilrechtliche Bestimmungen weiterhin in Kraft. Demnach ist es weder dem Bund noch den Kantonen gestattet, den gesetzlichen Mindestferienanspruch mittels Verwaltungsmassnahmen durchzusetzen. c. In der Praxis sind wir von der im Übereinkommen Nr. 132 vorgesehenen Mindestferienregelung nicht weit entfernt. Nahezu die Hälfte der Kantone hat - wie bereits erwähnt wurde - die Feriendauer auf drei Wochen verlängert, einige allerdings in Abhängigkeit vom Alter oder von den Dienstjahren. Ebenso sehen die meisten Gesamtarbeitsverträge längere Ferien vor. Der überwiegende Teil unserer Arbeitnehmer steht somit bereits im Genuss von drei Ferienwochen. Das Übereinkommen Nr. 132 ist daher in der Praxis unseres Landes weitgehend erfüllt. Im übrigen kann damit gerechnet werden, dass mit der Zeit weitere Kantone von der Befugnis zur Einführung der dritten Ferienwoche Gebrauch machen werden. Obwohl unsere Ferienordnung dem Übereinkommen Nr. 132 annähernd entspricht, können wir die Genehmigung dieses Übereinkommens zurzeit nicht empfehlen. Es besteht die grundsätzliche Schwierigkeit, dass wir keine Rechtsgrundlage für die in Artikel 14 des Übereinkommens verlangten Massnahmen zur Durchsetzung des Mindestferienanspruches besitzen. Zu diesem Zweck müssten neue öffentlichrechtliche Vorschriften erlassen werden. Die eidgenössischen Räte haben sich jedoch schon bei der Beratung des Entwurfs des Arbeitsgesetzes für die Regelung der Ferienfrage auf privatrechtlicher Basis entschieden, nachdem sowohl die Expertenkommission für das Arbeitsgesetz als auch diejenige für das neue Dienstvertragsrecht sowie die seinerzeitige eidgenössische Fabrikkommission diese Lösung befürwortet hatten. Ausschlaggebend dafür war vor allem, dass man allen Arbeitnehmern einen gesetzlichen Ferienanspruch verschaffen wollte und nicht nur den dem Arbeitsgesetz unterstehenden Arbeitnehmern. Ein weiterer Grund lag darin, dass bei einer privatrechtlichen Ordnung der Ferienfrage die Gesamtarbeitsverträge und die Normalarbeitsverträge berücksichtigt werden konnten. Im übrigen betrachtete man es damals als einen Vorteil, dass auf diese Weise nicht nach Lösungen gesucht werden musste, wie der Ferienbezug behördlich hätte kontrolliert werden sollen. Aus diesen Überlegungen wurde die Ferienregelung in das Obligationenrecht eingebaut. Die eidgenössischen Räte hatten bei der Behandlung der Vorlage über den Arbeitsvertrag erneut Gelegenheit, sich zur Form und Systematik der Ferienregelung zu äussern. Es war dabei unbestritten, dass die Ferien im Obligationenrecht geregelt werden sollen. Bei dieser Sachlage dürfte die im Übereinkommen Nr. 132 vorausgesetzte öffentlichrechtliche Ordnung wenigstens zurzeit für unser Land nicht in Betracht fallen. Eine neue Prüfung der Frage, ob dieses Übereinkommen genehmigt werden soll, wird sich dann aufdrängen, wenn die Ferienordnung in der Schweiz sich noch mehr, als es bereits geschehen ist, diesen internationalen Normen angenähert hat. # III. Übereinkommen (Nr. 131) und Empfehlung (Nr. 135) über die Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer ## 1. Ziel und Inhalt des Übereinkommens und der Empfehlung Das Übereinkommen und die Empfehlung bezwecken, innerhalb der weltweiten Bestrebungen zur Überwindung der Armut, durch Festlegung von Mindestlöhnen das Existenzminimum aller Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen sicherzustellen. Das Übereinkommen verpflichtet die ratifizierenden Mitgliedstaaten, ein Mindestlohnsystem einzuführen, das alle Gruppen von Arbeitnehmern erfasst, deren Arbeitsbedingungen eine solche Erfassung als angebracht erscheinen lassen (Art. 1 Ziff. 1). Die zu erfassenden Gruppen von Arbeitnehmern sind im Einvernehmen oder nach Rücksprache mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden zu bestimmen (Art. 1 Ziff. 2). Die von den Mindestlohnvorschriften nicht erfassten Arbeitnehmergruppen sind unter Angabe der Gründe für ihre Nichterfassung in den Berichten an das IAA besonders anzuführen (Art. 1 Ziff. 3). Die Mindestlöhne haben Gesetzeskraft. Bei Nichteinhaltung der Mindestlohnvorschriften sind strafrechtliche oder sonstige Zwangsmassnahmen vorzusehen (Art. 2 Ziff. 1). Bei der Bestimmung der Mindestlöhne sollen nach der Empfehlung vor allem folgende Kriterien berücksichtigt werden: a. die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen; b. die allgemeine Höhe der Löhne im betreffenden Land; c. die Lebenshaltungskosten und ihre Veränderungen; d. die Sozialleistungen; e. der vergleichbare Stand der Lebenshaltung anderer sozialer Gruppen; f. sowie wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsgrad zu erreichen und zu erhalten. Für die Ermittlung der Arbeitnehmergruppen und Mindestlöhne sind nach dem Übereinkommen Verfahren und umfassende Beratungen mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden oder, falls keine Verbände bestehen, mit den Vertretern der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorzusehen (Art. 4). Zur wirksamen Durchführung der Bestimmungen sind ausserdem geeignete Massnahmen, z. B. durch Errichtung eines durch Strafoder Zwangsmassnahmen verstärkten Aufsichtssystems, festzulegen (Art. 5). # 2. Stellungnahme zum Übereinkommen und zur Empfehlung Die Internationale Arbeitskonferenz hat bereits zwei Übereinkommen und zwei Empfehlungen über Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen angenommen, nämlich das Übereinkommen Nr. 26 über die Einrichtung von Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, die Empfehlung Nr. 30 betreffend die Anwendung der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, das Übereinkommen Nr. 99 über die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in der Landwirtschaft und die Empfehlung Nr. 89 betreffend die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in der Landwirtschaft. Ferner hat die Arbeitskonferenz das Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit angenommen. Von diesen Übereinkommen ratifizierte die Schweiz einzig das Übereinkommen Nr. 26 über die Einrichtung von Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen. Der Bundesrat hatte damals darauf hingewiesen, dass in der Schweiz nur eine auf die Heimarbeit beschränkte Mindestlohngesetzgebung durchführbar sei. Die IAO gab dann auch die Erklärung ab, dass eine sich nur auf die Heimarbeit beziehende Gesetzgebung dem Übereinkommen gerecht werde; so dass die Schweiz das Übereinkommen Nr. 26 ratifizieren konnte. Im Gegensatz zum erwähnten Übereinkommen Nr. 26 lässt sich der Geltungsbereich des neuen Übereinkommens Nr. 131 nicht auf die Mindestlöhne in der Heimarbeit beschränken. Dieses Übereinkommen verpflichtet die ratifizierenden Staaten grundsätzlich, für alle Arbeitnehmerkategorien Mindestlohnvorschriften aufzustellen und die Ausnahmen zu begründen. An und für sich würde die Aufstellung von Mindestlohnvorschriften, wie dies im Übereinkommen Nr. 131 vorgesehen ist, nicht im Widerspruch zu unserer Rechtsordnung stehen; wäre dies der Fall, so müssten auch Artikel 12 des Heimarbeitsgesetzes, der die Festsetzung von Mindestlöhnen durch Verordnung vorsieht, und die Allgemeinverbindlicherklärung von Mindestlohnbestimmungen in Gesamtarbeitsverträgen unzulässig sein. Jedoch wäre mit einer umfassenden gesetzlichen Regelung der Mindestlöhne unsere gegenwärtige, sich zur Hauptsache auf Gesamtarbeitsverträge stützende Ordnung der Mindestlöhne ernsthaft in Frage gestellt. Bekanntlich gehören die Mindestlöhne zu den wichtigsten Gegenständen gesamtarbeitsvertraglicher Verständigung. Wenn schon anlässlich der parlamentarischen Beratungen des Ferienartikels von gewerkschaftlicher Seite mit Bedauern festgestellt wurde, «dass damit (d. h. mit dem Ferienartikel) die Position des Vertrages in einer wichtigen Frage ungebührlich geschwächt wird» (Sten. Bull. NR 1963 S. 351), so gilt dies erst recht für eine umfassende Regelung der Mindestlöhne. Im übrigen beweisen die internationalen statistischen Lohnvergleiche und die grosse Zahl der bei uns beschäftigten ausländischen Arbeitnehmer, dass die Löhne in unserem Land einen hohen Stand erreicht haben und sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen dürfen. Es besteht daher, auch von dieser Seite her betrachtet, kein Bedürfnis nach einer allgemeinen Festlegung der Mindestlöhne. Aus diesen Erwägungen möchten wir davon absehen, der Bundesversammlung die Genehmigung des Übereinkommens vorzuschlagen. # IV. Empfehlung (Nr. 136) betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken ## 1. Ziel und Inhalt der Empfehlung Die Empfehlung betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken behandelt eine Form der Beschäftigung, die von den allgemeinen Vorschriften nicht erfasst wird. Eine immer grössere Zahl von Entwicklungsländern pflegt Jugendliche ohne irgendwelche Ausbildung einzusetzen, einerseits um der unter Jugendlichen weitverbreiteten Arbeitslosigkeit zu steuern und anderseits infolge Mangels an Arbeitskräften zur Ausführung der für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes notwendigen Arbeiten. In gewissen Fällen werden Zwangsaushebungen vorgenommen. Manchmal werden solche Arbeitslager auch dazu benützt, den jugendlichen Arbeitnehmern staatsbürgerlichen Unterricht zu erteilen. In verschiedenen Ländern sind ferner Jugendliche, die den Vorzug einer gründlichen beruflichen Ausbildung geniessen - wie etwa als Arzt, aber auch als Krankenpfleger oder Lehrerverpflichtet, während eines gewissen Zeitraumes eine vom Staat bestimmte Tätigkeit auszuüben, meist in rückständigen Gegenden des Landes. Sowohl die Arbeitslager als auch die Leistung von Zivildiensten, welche als Sonderprogramme bezeichnet werden, können für den Staat ein nützliches und notwendiges Hilfsmittel zur Verstärkung der Entwicklungsbestrebungen darstellen. Sie können den Jugendlichen eine Beschäftigungsmöglichkeit und den Zugang zu einem Beruf eröffnen, sie können aber anderseits auch die Gefahr in sich schliessen, dass die Jugendlichen als billige und schutzlose Arbeitskräfte ausgebeutet werden, dass sie unter zwangsarbeitsähnlichen Bedingungen eingezogen und ohne Ausbildung eingegliedert werden. Die Empfehlung bezweckt einerseits die Festsetzung der Bedingungen, die zum Schutze der jugendlichen Arbeitnehmer gegen Missbräuche erfüllt sein sollten, wobei die Sonderprogramme auch tatsächlich kurzfristig wirksam sein müssten. Langfristig gesehen bezweckt sie anderseits, den Jugendlichen die zur Anpassung an den Rhythmus einer sich wandelnden Gesellschaft und für ihre aktive Beteiligung an der Entwicklung ihres Landes notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln (Präambel). So sollen es die Sonderprogramme den Jugendlichen ermöglichen, an Tätigkeiten zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes teilzunehmen und eine Bildung, Fähigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, die ihnen ihre spätere wirtschaftliche Tätigkeit auf dauernder Grundlage erleichtern und ihre Eingliederung in die Gesellschaft fördern (Abs. 1 (1)). Diese Programme sollten im Rahmen der innerstaatlichen Entwicklungspläne organisiert werden und bestehende Arbeitsnormen in keiner Weise beeinträchtigen (Abs. 3); vor allem aber sollte die Teilnahme an Sonderprogrammen freiwillig sein; Ausnahmen können nur durch gesetzgeberische Massnahmen und nur dann zugelassen werden, wenn die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsübereinkommen über die Zwangsarbeit und die Beschäftigungspolitik in allen Fällen eingehalten werden (Abs. 7 (1)). Es ist dabei zu unterscheiden zwischen Programmen, die sich an ausbildungsmässig oder in anderer Weise benachteiligte oder an arbeitslose Jugendliche richten, und Programmen, die ausgebildete oder technisch qualifizierte Jugendliche betreffen, und nur zum Dienste an der Allgemeinheit durchgeführt werden. Die Sonderprogramme für die wenig ausgebildeten oder die arbeitslosen Jugendlichen müssen ein Minimum an Allgemeinbildung sowie eine praktische Grundausbildung und entsprechende theoretische Kenntnisse vermitteln (Abs. 18-20). Gegebenenfalls sollte den Teilnehmern neben angemessener Unterkunft und Verpflegung auch ein Barentgelt gewährt werden; allgemein sollten sich die Arbeitsbedingungen nicht zu sehr von jenen für reguläre Arbeit- nehmer unterscheiden (Abs. 22). Grosse Aufmerksamkeit wird auch der Auswahl und Ausbildung des Personals zu widmen sein, das auf der Höhe seiner Aufgaben sein muss (Abs. 23 bis 25), sowie der Unterstützung der Teilnehmer im Hinblick auf ihr zukünftiges Berufsleben, wobei die endgültige wirtschaftliche Eingliederung in jeder Beziehung erleichtert werden soll (Abs. 27 bis 32). Die für diese Sonderprogramme verantwortlichen Stellen sollten auch Vertreter von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- und Jugendorganisationen umfassen, und je nach Bedarf sollten ausserdem die zuständigen Behörden beigezogen werden. Die aktive Beteiligung örtlicher Stellen sollte angestrebt werden. Des weitern sollten die Verantwortlichen besonders darauf achten, auf welche Weise in direktem Zusammenhang mit den Programmen eigene Einkommensquellen geschaffen werden könnten; von den Teilnehmern oder ihren Familienangehörigen sollte jedoch kein finanzieller Beitrag verlangt werden (Abs. 39 bis 46). Unter dem Abschnitt über internationale Zusammenarbeit werden schliesslich noch die Sonderprogramme erwähnt, bei denen Jugendliche aus einem Land an Tätigkeiten zur Entwicklung eines andern Landes teilnehmen und auf die die Empfehlung ebenfalls anwendbar ist (Abs. 47). # 2. Stellungnahme zur Empfehlung Die Empfehlung bezieht sich vor allem auf Entwicklungsländer. Sie betrifft uns jedoch hinsichtlich zweier wichtiger Punkte, nämlich der internationalen Zusammenarbeit sowie der Organisation von obligatorischen schulbegleitenden und ausserschulischen Ausbildungskursen. Was die internationale Zusammenarbeit betrifft, so ist der Freiwilligendienst des Delegierten für technische Zusammenarbeit bestrebt, eine den einschlägigen Bestimmungen der Empfehlung entsprechende Praxis zu verfolgen. Zur Erzielung einer sinnvollen Tätigkeit auf diesem Gebiet sollte die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem Gastland so eng wie möglich gestaltet werden. Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit würde die allfällige Mitwirkung der Schweiz an der Organisation solcher Sonderprogramme die Erfüllung gewisser Bedingungen voraussetzen. Die Teilnehmer müssten die Möglichkeit haben, eine angemessene berufliche und allgemeine Bildung zu erlangen, die den Bedürfnissen des betreffenden Landes entspräche. Des weitern müsste den Teilnehmern nach Abschluss des Programms die Möglichkeit zur dauernden Ausübung einer wirtschaftlich nützlichen Tätigkeit offenstehen. Für die Entwicklungsländer ist die Empfehlung zweifellos von Bedeutung, da sie langfristig die Bedingungen zur Wirksamkeit der Sonderprogramme festlegt und die zu beachtenden Garantien umschreibt. # V. Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männ- licher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit In der Frühjahrssession 1970 hat Herr Nationalrat Leuenberger den Bundesrat mit einem Postulat eingeladen, den eidgenössischen Ráten die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zu empfehlen. Der Bundesrat hat dieses Postulat in der Sommersession 1971 angenommen und erklärt, dass ein Antrag auf Genehmigung des Übereinkommens unterbreitet werde. Die eidgenössischen Räte haben uns ferner am 30. November 1970 ersucht, zum Initiativbegehren des Kantons Genf vom 6. November 1970 betreffend die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit Bericht zu erstatten. Wir kommen deshalb im folgenden nochmals auf das in der 34. Tagung von der Internationalen Arbeitskonferenz (1951) angenommene Übereinkommen Nr. 100 zurück, dessen Wortlaut und die dazugehörige Empfehlung Nr. 90 im Anhang II wiedergegeben sind. ## 1. Ziel und Inhalt des Übereinkommens Nr. 100 Das Übereinkommen Nr. 100 besteht - abgesehen von den reinen Formalbestimmungen - lediglich aus vier Artikeln. In Artikel 1 werden die Begriffe Entgelt und Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit umschrieben. In Artikel 2 werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit anzuwenden, soweit dies auf Grund der innerstaatlichen Gesetzgebung möglich ist. Wenn das innerstaatliche Recht die Möglichkeit zur direkten Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts nicht einrámtt, so sind die Mitgliedstaaten gehalten, die Anwendung des Übereinkommens durch Empfehlungen zu fördern. Soweit es der Anwendung des Übereinkommens dienlich ist, haben die Behörden oder die Vertragsparteien gemäss Artikel 3 Massnahmen zu treffen, welche eine objektive Arbeits- und Leistungsbewertung ermöglichen. Führen die auf solchen Massnahmen beruhenden Bewertungen zu Unterschieden in den Lohnsätzen, so liegt kein Verstoss gegen den Grundsatz des gleichen Entgelts gemäss dem Übereinkommen Nr. 100 vor. In Artikel 4 wird den Mitgliedstaaten noch vorgeschrieben, mit den beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden bei der Durchführung des Übereinkommens zusammenzuarbeiten. ## 2. Stellungnahme zum Übereinkommen sowie zum Postulat Leuenberger (Nr. 10546) und zum Initiativbegehren des Kantons Genf (Nr. 10731) a. Im Bericht vom 12. Dezember 1952 hatten wir den eidgenössischen Räten beantragt, von der Genehmigung abzusehen. Wir gingen von der Über- legung aus, dass der Begriff gleichwertige Arbeit schwer anzuwenden sei und dass der Bund nur beschränkte Möglichkeiten habe, im privaten Bereich auf die Verwirklichung des Grundsatzes gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit einzuwirken, zumal die Festsetzung des Lohnes in erster Linie Sache der Sozialpartner ist. Nationalrat und Ständerat stimmten damals dieser Auffassung zu. In der Folge wurde auf Grund eines Postulates beider Räte eine Kommission eingesetzt mit dem Auftrag, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Übereinkommens Nr. 100 zu prüfen. Die Kommission kam zum Schluss, dass die Fälle ungleicher Entlöhnung für gleichwertige Arbeit von Männern und Frauen vermutlich nicht so zahlreich seien, weshalb die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 im gesamten gesehen die schweizerische Wirtschaft nicht allzu schwer belasten würde. Im Jahre 1958 hat die Internationale Arbeitskonferenz ein Übereinkommen beschlossen, das mit dem Übereinkommen Nr. 100 in engem Zusammenhang steht. Es handelt sich um das Übereinkommen Nr. 111, das grundlegenden Menschenrechten Geltung verschaffen will. Es verbietet - unter bestimmten Vorbehalten - jede Diskriminierung in Beschäftigung oder Beruf auf Grund der Rasse, des Geschlechts, der Religion, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft. Der Bundesrat vertrat den Standpunkt, dass die Schweiz dieses Übereinkommen Nr. 111 zusammen mit dem Übereinkommen Nr. 100 ratifizieren sollte. Der Nationalrat stimmte diesem Antrag zu. Der Ständerat genehmigte lediglich das Übereinkommen Nr. 111, lehnte dagegen die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 ab. Dementsprechend hat der Bundesrat das Übereinkommen Nr. 111 ratifiziert, während die Frage der Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 offen blieb. In seiner neuen Stellungnahme zum Übereinkommen Nr. 100 (BBl 1960 I 39 ff .) stellte der Bundesrat fest, dass nach Artikel 2 die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit wohl für alle Arbeitnehmer zu fördern oder sicherzustellen sei, dass aber die Wahl der hierbei anzuwendenden Mittel den einzelnen Staaten überlassen werde. Das Übereinkommen Nr. 100 stellt ausdrücklich auf die Mittel ab, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltssätze entsprechen (Ziff. 1). Vom schweizerischen Grundsatz, wonach die Löhne nicht vom Staat geregelt werden, brauchte deshalb nicht abgewichen zu werden, und besondere gesetzliche Vorschriften wären nicht notwendig. Unser Land könnte sich auf folgende Vorkehren beschränken: Zunächst liesse sich der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts in der Bundesverwaltung verwirklichen, was keine Schwierigkeiten bereiten würde. Der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts ist in der Bundesverwaltung anerkannt. Er sollte aber inskünftig noch folgerichtiger in die Praxis umgesetzt werden. Ferner wäre der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts auch bei den Mindestlohnfestsetzungen für die Heimarbeit, soweit solche gestützt auf das Heimarbeitsgesetz notwendig werden sollten, durch den Bundesrat zur Geltung zu bringen. In bezug auf die Kantone und die private Wirtschaft wäre den Verpflichtungen des Übereinkommens in der Weise Genüge zu leisten, dass die zuständigen Bundesbehörden die Durchführung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit empfehlen. Da in der Schweiz, unter Vorbehalt der Mindestlohnfestsetzungen für die Heimarbeit, der Grundsatz der freien Lohnbildung gilt, wären von seiten der Staates für die Anwendung des Übereinkommens Nr. 100 keine weiteren Massnahmen, insbesondere keine neuen gesetzlichen Vorschriften erforderlich. Diese Auslegung entspricht dem Text des Übereinkommens, das die bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltssätze vorbehält. Hinsichtlich der Verpflichtung in Artikel 3, wonach Massnahmen für eine objektive Bewertung der Beschäftigung auf Grund der dabei erforderlichen Arbeitsleistung (Ziff. 1) zu treffen sind, ist darauf hinzuweisen, dass sich das Betriebswissenschaftliche Institut der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (BWI) mit Fragen der Arbeits- und Leistungsbewertung befasst und der privaten Wirtschaft beratend zur Verfügung steht. Überdies befassen sich auch andere Hochschulen mit Fragen der Arbeits- und Leistungsbewertung in enger Zusammenarbeit mit diesem Institut. Es müssten also keine besonderen Stellen geschaffen werden, da die bestehenden Organisationen den vom Übereinkommen gestellten Anforderungen vollauf genügen. b. Nachdem Herr Nationalrat Leuenberger in der Märzsession 1970 die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 postuliert hatte, wurden die Kantone sowie die Spitzenverbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit eingeladen, sich zur Frage der Ratifikation zu äussern. Die Arbeitgeberverbände stimmten für Ablehnung, wogegen die Arbeitnehmerverbände und die Mehrheit der Kantone ( 18 von 20 Kantonen, die sich geäussert hatten) sich für die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 aussprachen. Von den besonders interessierten Organisationen sind vor allem die Frauenorganisationen und der Schweizerische Gemeindeverband für die Ratifikation eingetreten; anderseits vertrat der Schweizerische Städteverband die Auffassung, eine Ratifikation sei überflüssig, weil der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts für mannliche und weibliche Arbeitskräfte schon im ratifizierten Übereinkommen Nr. 111 enthalten sei. Das Eidgenössische Personalamt, die SBB und die PTT teilten mit, es stehe ihrerseits einer Ratifikation nichts mehr im Wege, nachdem die Gleichstellung des Entgelts für männliche und weibliche Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit in der Verwaltung schon weitgehend verwirklicht worden sei. Aus den Vernehmlassungen geht hervor, dass sich die Verhältnisse seit dem ablehnenden Beschluss des Ständerates vom 16. Juni 1961 deutlich zugunsten der weiblichen Arbeitnehmer weiterentwickelt haben. Bei den öffentlichen Dienstverhältnissen sind die Unterschiede des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, beseitigt worden. Dies gilt namentlich für die Bundesverwaltung und Bundesbetriebe. Da die meisten für arbeitsrechtliche Fragen zuständigen kantonalen Departemente sich in ihren Vernehmlassungen zugunsten der Ratifikation geäussert haben, darf angenommen werden, dass in den betreffenden Kantonen keine ins Gewicht fallenden Unterschiede hinsichtlich des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit mehr bestehen. Die allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge machen keine Unterschiede hinsichtlich der Mindestlöhne männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit. Es gehört bereits zur festen Praxis des Bundesrates, dass er, gestützt auf das Übereinkommen Nr. 111 über die Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, Anträge auf Allgemeinverbindlicherklärung von Vertragsbestimmungen, welche für männliche und weibliche Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit verschiedene Mindestlohnansätze vorsehen, ablehnt. Hinsichtlich der Lohnentwicklung kann darauf hingewiesen werden, dass sich der Unterschied zwischen den Männer- und Frauenlöhnen seit 1961 im Gesamtdurchschnitt um 2,8 Prozent verringert hat. Im Jahre 1961 bezogen die Männer durchschnittlich um 36,3 Prozent höhere Löhne als die Frauen; heute beträgt die Differenz noch 33,5 Prozent. Dieser Unterschied beruht im wesentlichen nicht auf einer ungleichen Entlöhnung von Männern und Frauen für gleichwertige Arbeit. Die durchschnittliche Lohndifferenz hat ihren Grund vielmehr in der Verschiedenartigkeit der von Männern und Frauen verrichteten Arbeit, wobei auch das erheblich tiefere durchschnittliche Lebens- und Dienstalter der weiblichen Arbeitnehmer mit ins Gewicht fällt. Mit Rücksicht darauf wird die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 nicht zu Lohnerhöhungen im Ausmass des obenerwähnten durchschnittlichen Lohnunterschiedes führen. Die Ratifikation dürfte aller Voraussicht nach nur zu unbedeutenden Lohnkorrekturen Anlass geben. Aus diesen Überlegungen kommen wir zum Schluss, dass das Übereinkommen Nr. 100 ratifiziert und damit dem Postulat Leuenberger entsprochen werden kann. c. Am 30. Januar 1970 wurde im Grossen Rat des Kantons Genf eine Motion eingereicht, mit welcher verlangt wurde, dass Männer und Frauen bei gleicher Arbeit gleich entlöhnt werden sollen. Der Staatsrat des Kantons Genf wurde ersucht, den Inhalt dieser Motion als kantonales Initiativbegehren an die Bundesbehörden weiterzuleiten. Der Staatsrat hat diese Motion angenommen und am 6. November 1970 dem Präsidenten der Vereinigten Bundesversammlung als Initiativbegehren eingereicht. Die eidgenössischen Räte haben uns dieses Initiativbegehren am 30. November 1970 zum Bericht überwiesen. Das Initiativbegehren deckt sich inhaltlich mit dem Postulat Leuenberger. Mit unseren vorstehenden Ausführungen kommen wir deshalb gleichzeitig dem Ersuchen um Berichterstattung zum Initiativbegehren nach. Wir empfehlen Ihnen, von den vorstehenden Ausführungen über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz in zustimmendem Sinne Kenntnis zu nehmen und beantragen, dem beigelegten Beschlussentwurf betreffend die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zuzustimmen. Damit werden sowohl das Postulat Leuenberger (Nr. 10546) als auch das Initiativbegehren des Kantons Genf (Nr. 10731) erfüllt. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 20. Oktober 1971 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Gnägi Der Bundeskanzler: Huber # Bundesbeschluss ## betreffend das internationale Übereinkommen (Nr. 100) über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit ## Die Bundesversammlung <br> der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf die Artikel 8 und 85 Ziffer 5 der Bundesverfassung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 20. Oktober 1971¹), beschliesst: ## Einziger Artikel ${ }^{1}$ Das Übereinkommen Nr. 100 vom 29. Juni 1951 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, das an der 34. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz angenommen wurde, wird genehmigt. ${ }^{2}$ Der Bundesrat ist ermächtigt, es zu ratifizieren. # Ubereinkommen Nr. 132 über den bezahlten Jahresurlaub (Neufassung vom Jahre 1970) Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den bezahlten Urlaub, eine Frage, die den vierten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 24. Juni 1970, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Neufassung), 1970, bezeichnet wird. ## Artikel 1 Die Bestimmungen dieses Übereinkommens sind durch die innerstaatliche Gesetzgebung durchzuführen, soweit ihre Durchführung nicht durch Gesamtarbeitsverträge, Schiedssprüche, gerichtliche Entscheidungen, amtliche Verfahren zur Lohnfestsetzung oder auf irgendeine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise erfolgt, die unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jedes Landes geeignet erscheint. ## Artikel 2 1. Dieses Übereinkommen gilt für alle Arbeitnehmer mit Ausnahme der Seeleute. 2. Soweit notwendig, können von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, soweit solche bestehen, Massnahmen getroffen werden, um begrenzte Arbeitnehmergruppen von der Anwendung dieses Übereinkommens auszuschliessen, wenn im Hinblick auf die Art ihrer Beschäftigung im Zusammenhang mit der Durchführung oder mit verfassungsrechtlichen oder gesetzgeberischen Fragen besondere Probleme von erheblicher Bedeutung entstehen. 3. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in seinem ersten Bericht, den es gemäss Artikel 22 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation über die Durchführung des Übereinkommens vorzulegen hat, die Gruppen anzugeben, die gegebenenfalls auf Grund von Absatz 2 dieses Artikels von der Anwendung ausgeschlossen worden sind, unter Angabe der Gründe für deren Ausschluss, und in den folgenden Berichten den Stand seiner Gesetzgebung und Praxis in bezug auf die ausgeschlossenen Gruppen anzugeben und mitzuteilen, in welchem Umfang dem Übereinkommen in bezug auf diese Gruppen entsprochen wurde oder entsprochen werden soll. # Artikel 3 1. Jede Person, für die dieses Übereinkommen gilt, hat Anspruch auf einen bezahlten Jahresurlaub von einer bestimmten Mindestdauer. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in einer seiner Ratifikationsurkunde beigefügten Erklärung die Dauer des Urlaubs anzugeben. 3. Der Urlaub darf auf keinen Fall weniger als drei Arbeitswochen für ein Dienstjahr betragen. 4. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann in der Folge den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes durch eine weitere Erklärung davon in Kenntnis setzen, dass es einen längeren Urlaub festlegt, als es im Zeitpunkt der Ratifikation angegeben hat. ## Artikel 4 1. Eine Person, deren Dienstzeit während eines bestimmten Jahres kürzer war als die im vorangehenden Artikel für den vollen Anspruch vorgeschriebene Dienstzeit, hat für dieses Jahr Anspruch auf bezahlten Urlaub im Verhältnis zur Dauer ihrer Dienstzeit während dieses Jahres. 2. Der Ausdruck «Jahr» in Absatz 1 dieses Artikels bedeutet Kalenderjahr oder jeden anderen gleich langen Zeitabschnitt, der von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in dem betreffenden Land bestimmt wird. ## Artikel 5 1. Für den Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub kann eine Mindestdienstzeit verlangt werden. 2. Die Dauer jeder solchen Mindestdienstzeit ist in dem betreffenden Land von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren zu bestimmen, darf aber sechs Monate nicht überschreiten. 3. Die Art und Weise, wie die Dienstzeit für die Bemessung des Urlaubsanpruchs zu berechnen ist, ist von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verahren in jedem Land zu bestimmen. 4. Unter Bedingungen, die von der zuständigen Stelle oder durch geeignete rfahren in jedem Land zu bestimmen sind, sind Arbeitsversäumnisse aus Gründen, die unabhängig vom Willen des beteiligten Arbeitnehmers bestehen, wie z. B. Krankheit, Unfall oder Mutterschaft, als Dienstzeit anzurechnen. # Artikel 6 1. Öffentliche und übliche Feiertage, gleichviel ob sie in die Zeit des Jahresurlaubs fallen oder nicht, sind in den in Artikel 3 Absatz 3 vorgeschriebenen Mindestjahresurlaub nicht einzurechnen. 2. Unter Bedingungen, die von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land zu bestimmen sind, dürfen Zeiten der Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit oder Unfall in den in Artikel 3 Absatz 3 vorgeschriebenen Mindestjahresurlaub nicht eingerechnet werden. ## Artikel 7 1. Jede Person, die den in diesem Übereinkommen vorgesehenen Urlaub nimmt, hat für die ganze Urlaubsdauer mindestens ihr normales oder durchschnittliches Entgelt zu erhalten (einschliesslich des Gegenwertes in bar für jeden Teil dieses Entgelts, der aus Sachleistungen besteht, sofern es sich nicht um Dauerleistungen handelt, die ohne Rücksicht darauf weitergewährt werden, ob sich die betreffende Person auf Urlaub befindet oder nicht); dieses Entgelt ist in jedem Land auf eine von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren zu bestimmende Weise zu berechnen. 2. Die nach Absatz 1 dieses Artikels zustehenden Betrage sind dem betreffenden Arbeitnehmer vor Urlaubsantritt auszuzahlen, sofern in einer für ihn und seinen Arbeitgeber geltenden Vereinbarung nichts anderes vorgesehen ist. ## Artikel 8 1. Die Teilung des bezahlten Jahresurlaubs kann von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land zugelassen werden. 2. Sofern in einer für den Arbeitgeber und den beteiligten Arbeitnehmer geltenden Vereinbarung nichts anderes vorgesehen ist und der beteiligte Arbeitnehmer auf Grund seiner Dienstzeit Anspruch auf eine solche Zeitspanne hat, hat einer der Teile mindestens zwei ununterbrochene Arbeitswochen zu umfassen. ## Artikel 9 1. Der in Artikel 8 Absatz 2 dieses Übereinkommens erwähnte ununterbrochene Teil des bezahlten Jahresurlaubs ist spätestens ein Jahr und der übrige Teil des bezahlten Jahresurlaubs spätestens achtzehn Monate nach Ablauf des Jahres, für das der Urlaubsanspruch erworben wurde, zu gewähren und zu nehmen. 2. Jeder Teil des Jahresurlaubs, der eine vorgeschriebene Mindestdauer übersteigt, kann mit der Zustimmung des beteiligten Arbeitnehmers über die in Absatz 1 dieses Artikels angegebene Frist hinaus und bis zu einem festgesetzten späteren Termin aufgeschoben werden. 3. Die Mindestdauer und der Termin, die in Absatz 2 dieses Artikels erwähnt werden, sind von der zuständigen Stelle nach Anhörung der beteiligten Arbeitge-ber- und Arbeitnehmerverbände oder durch Kollektivverhandlungen oder auf irgendeine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise zu bestimmen, die unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jedes Landes geeignet erscheint. # Artikel 10 1. Wird die Zeit, zu der der Urlaub zu nehmen ist, nicht durch Vorschriften durch Gesamtarbeitsvertrag, Schiedsspruch oder auf eine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise bestimmt, so ist sie vom Arbeitgeber nach Anhörung des beteiligten Arbeitnehmers oder seiner Vertreter festzusetzen. 2. Bei der Festsetzung der Zeit, zu der der Urlaub zu nehmen ist, sind die Erfordernisse der Arbeit und die Gelegenheiten, die dem Arbeitnehmer zum Ausruhen und zur Erholung zur Verfügung stehen, zu berücksichtigen. ## Artikel 11 Ein Arbeitnehmer, der eine Mindestdienstzeit zurückgelegt hat, wie sie nach Artikel 5 Absatz 1 dieses Übereinkommens verlangt werden kann, hat bei der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf einen bezahlten Urlaub im Verhältnis zu der Dienstzeit, für die er keinen solchen Urlaub erhalten hat, oder auf eine Urlaubsabgeltung oder ein gleichwertiges Urlaubsguthaben. ## Artikel 12 Jede Vereinbarung über die Abdingung des Anspruchs auf den in Artikel 3 Absatz 3 dieses Übereinkommens vorgeschriebenen bezahlten Mindestjahresurlaub oder über den Verzicht auf diesen Urlaub gegen Entschädigung oder auf irgendeine andere Art hat je nach den Verhältnissen des betreffenden Landes als nichtig zu gelten oder ist zu verbieten. ## Artikel 13 Von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land können besondere Regelungen für Fälle festgelegt werden, in denen der Arbeitnehmer während des Urlaubs eine Erwerbstätigkeit ausübt, die mit dem Urlaubszweck unvereinbar ist. ## Artikel 14 Es sind mit der Art der Durchführung dieses Übereinkommens im Einklang stehende wirksame Massnahmen zu treffen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Vorschriften oder Bestimmungen über den bezahlten Urlaub durch eine angemessene Aufsicht oder durch sonstige Mittel zu gewährleisten. # Artikel 15 1. Jedes Mitglied kann die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen getrennt übernehmen für a) Arbeitnehmer in Wirtschaftszweigen ausserhalb der Landwirtschaft; b) Arbeitnehmer in der Landwirtschaft. 2. Jedes Mitglied hat in seiner Ratifikationsurkunde anzugeben, ob es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für die in Absatz 1 Buchstabe a) dieses Artikels angeführten Personen, für die in Absatz 1 Buchstabe b) dieses Artikels angeführten Personen oder für beide Personengruppen übernimmt. 3. Jedes Mitglied, das bei der Ratifikation die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen entweder nur für die in Absatz 1 Buchstabe a) dieses Artikels angeführten Personen oder nur für die in Absatz 1 Buchstabe b) dieses Artikels angeführten Personen übernommen hat, kann in der Folge dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes mitteilen, dass es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für alle Personengruppen übernimmt, für die dieses Übereinkommen gilt. ## Artikel 16 Dieses Übereinkommen ändert das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub, 1936, und das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, nach Massgabe der folgenden Bestimmungen: a) die Übernahme der Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen für Arbeitnehmer in Wirtschaftszweigen ausserhalb der Landwirtschaft durch ein Mitglied, das das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub, 1936, ratifiziert hat, schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung jenes Übereinkommens in sich; b) die Übernahme der Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft durch ein Mitglied, das das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, ratifiziert hat, schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung jenes Übereinkommens in sich; c) das Inkrafttreten dieses Übereinkommens schliesst weitere Ratifikationen des Übereinkommens über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, nicht aus. ## Artikel 17 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. ## Artikel 18 1. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. # Artikel 19 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. ## Artikel 20 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. ## Artikel 21 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen. ## Artikel 22 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. # Artikel 23 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen: a) Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Übereinkommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 19, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. b) Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. Artikel 24 Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. ## Übereinkommen Nr. 131 <br> über die Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, nimmt Kenntnis von den Bestimmungen des Übereinkommens über Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, 1928, und des Übereinkommens über die Gleichheit des Entgelts, 1951, die von vielen Staaten ratifiziert worden sind, sowie des Übereinkommens über die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen (Landwirtschaft), 1951; stellt fest, dass diese Übereinkommen eine wertvolle Rolle im Hinblick auf den Schutz benachteiligter Gruppen von Lohnempfängern gespielt haben; ist der Ansicht, dass es an der Zeit ist, eine weitere Urkunde anzunehmen, die diese Übereinkommen ergänzt und den Lohnempfängern Schutz gegen unangemessen niedrige Löhne gewährt und die, obgleich allgemein anwendbar, die Bedürfnisse der Entwicklungsländer besonders berücksichtigt; hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhängende Probleme, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsländer, eine Frage, die den fünften Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 22. Juni 1970, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über die Festsetzung von Mindestlöhnen, 1970, bezeichnet wird. # Artikel 1 1. Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, ein Mindestlohnsystem einzuführen, das alle Gruppen von Lohnempfängern erfasst, deren Beschäftigungsbedingungen eine solche Erfassung als angebracht erscheinen lassen. 2. Die zuständige Stelle in jedem Land hat im Einvernehmen oder nach umfassender Beratung mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden, soweit solche bestehen, die zu erfassenden Gruppen von Lohnempfängern zu bestimmen. 3. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in seinem ersten Bericht, den es nach Artikel 22 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation über die Durchführung des Übereinkommens vorzulegen hat, die Gruppen von Lohnempfängern anzugeben, die auf Grund dieses Artikels nicht erfasst worden sind; dabei hat es die Gründe für ihre Nichterfassung anzuführen und in seinen späteren Berichten den Stand seiner Gesetzgebung und Praxis hinsichtlich der nicht erfassten Gruppen anzugeben und mitzuteilen, in welchem Umfang dem Übereinkommen in bezug auf diese Gruppen entsprochen wurde oder entsprochen werden soll. ## Artikel 2 1. Mindestlöhne haben Gesetzeskraft und dürfen nicht unterschritten werden; ihre Nichteinhaltung hat angemessene strafrechtliche oder sonstige Zwangsmassnahmen gegen die beteiligte Person oder die beteiligten Personen zur Folge. 2. Unter Vorbehalt der Bestimmungen von Absatz 1 dieses Artikels ist die Freiheit der Kollektivverhandlungen in vollem Masse zu wahren. ## Artikel 3 Bei der Bestimmung der Höhe der Mindestlöhne sind, soweit dies im Hinblick auf die innerstaatlichen Gepflogenheiten und Verhältnisse möglich und angebracht ist, unter anderem zu beachten: a) die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen unter Berücksichtigung der allgemeinen Höhe der Löhne in dem betreffenden Land, der Lebenshaltungskosten, der Leistungen der Sozialen Sicherheit und des vergleichbaren Standes der Lebenshaltung anderer sozialer Gruppen; b) wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsstand zu erreichen und aufrechtzuerhalten. # Artikel 4 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat den innerstaatlichen Verhältnissen und Erfordernissen angepasste Verfahren einzuführen und beizubehalten, die es ermöglichen, für die gemäss Artikel 1 erfassten Gruppen von Lohnempfängern Mindestlöhne festzusetzen und von Zeit zu Zeit anzupassen. 2. Im Zusammenhang mit der Einführung, Anwendung und Abänderung solcher Verfahren sind umfassende Beratungen mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden oder, falls keine solchen Verbände bestehen, mit Vertretern der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorzusehen. 3. Sofern es auf Grund der Art der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen zweckmässig ist, ist bei ihrer Anwendung auch die unmittelbare Beteiligung folgender Personen vorzusehen: a) Vertreter der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände oder, falls keine solchen Verbände bestehen, Vertreter der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf der Grundlage der Gleichberechtigung; b) Personen, deren Befähigung zur Vertretung der allgemeinen Interessen des Landes anerkannt ist und die nach umfassender Beratung mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden bestellt worden sind, soweit solche Verbände bestehen und eine solche Beratung der innerstaatlichen Gesetzgebung oder Praxis entspricht. ## Artikel 5 Um die wirksame Durchführung aller Bestimmungen über die Mindestlöhne zu gewährleisten, sind geeignete Massnahmen zu treffen, zum Beispiel durch die Errichtung eines angemessenen, durch andere erforderliche Massnahmen verstärkten Aufsichtssystems. ## Artikel 6 Dieses Übereinkommen gilt nicht als Neufassung irgendeines bestehenden Übereinkommens. ## Artikel 7 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. # Artikel 8 1. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. ## Artikel 9 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. ## Artikel 10 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. ## Artikel 11 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen. ## Artikel 12 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. # Artikel 13 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen: a) Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Übereinkommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 9, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. b) Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. ## Artikel 14 Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. ## Empfehlung Nr. 135 ## betreffend die Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, nimmt Kenntnis von den Bestimmungen der Empfehlung betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, 1928, der Empfehlung betreffend die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen (Landwirtschaft), 1951, und der Empfehlung betreffend die Gleichheit des Entgelts, 1951, die wertvolle Richtlinien für die mit der Festsetzung von Mindestlöhnen betrauten Organe enthalten; ist der Ansicht, dass durch die Erfahrungen der letzten Jahre die Bedeutung einiger weiterer Erwägungen im Zusammenhang mit der Festsetzung von Mindestlöhnen unterstrichen wurde, einschliesslich der Annahme von Kri- terien, die die Mindestlohnsysteme sowohl zu einem wirksamen Instrument des sozialen Schutzes als auch zu einem Element der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungspolitik werden lassen; ist der Ansicht, dass durch die Festsetzung von Mindestlöhnen die Führung und Fortentwicklung freier Kollektivverhandlungen als Mittel zur Festsetzung von Löhnen, die über den Mindestlöhnen liegen, in keiner Weise beeinträchtigt werden sollte; hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhängende Probleme, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsländer, eine Frage, die den fünften Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 22. Juni 1970, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend die Festsetzung von Mindestlöhnen, 1970, bezeichnet wird. # I. Zweck der Festsetzung von Mindestlöhnen 1. Die Festsetzung von Mindestlöhnen sollte eines der Elemente einer Politik bilden, die dazu bestimmt ist, die Armut zu überwinden und die Befriedigung der Bedürfnisse aller Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen sicherzustellen. 2. Der grundlegende Zweck der Festsetzung von Mindestlöhnen sollte darin bestehen, den Lohnempfängern den erforderlichen sozialen Schutz hinsichtlich der mindestzulässigen Lohnhöhe zu gewähren. ## II. Kriterien für die Bestimmung der Mindestlohnhöhe 3. Bei der Bestimmung der Höhe der Mindestlöhne sollten u. a. folgende Kriterien berücksichtigt werden: a) die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen; b) die allgemeine Höhe der Löhne in dem betreffenden Land; c) die Lebenshaltungskosten und ihre Veränderungen; d) die Leistungen der Sozialen Sicherheit; e) der vergleichbare Stand der Lebenshaltung anderer sozialer Gruppen; f) wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsstand zu erreichen und aufrechtzuerhalten. ## III. Geltungsbereich des Systems zur Festsetzung von Mindestlöhnen 4. Die Zahl und die Gruppen der Lohnempfänger, die auf Grund von Artikel 1 des Übereinkommens über die Festsetzung von Mindestlöhnen, 1970, nicht erfasst sind, sollten auf ein Mindestmass beschränkt werden. 5. (1) Das Mindestlohnsystem kann auf die auf Grund von Artikel 1 des Übereinkommens erfassten Lohnempfänger angewendet werden, indem entweder ein einheitlicher, allgemein anwendbarer Mindestlohn oder eine Reihe von Mindestlöhnen für einzelne Gruppen von Arbeitnehmern festgesetzt wird. (2) Ein System, das auf einem einheitlichen Mindestlohn beruht, a) muss mit der Festsetzung unterschiedlicher Mindestlohnsätze für verschiedene Gebiete oder Zonen zur Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenshaltungskosten nicht unvereinbar sein; b) sollte die Wirkung früherer oder künftiger Entscheidungen, durch die für einzelne Arbeitnehmergruppen über dem allgemeinen Mindestsatz liegende Mindestlöhne festgesetzt werden, nicht beeinträchtigen. # IV. Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen 6. Die in Artikel 4 des Übereinkommens vorgesehenen Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen können verschiedene Formen annehmen; Mindestlöhne können z. B. festgesetzt werden durch: a) Gesetz; b) Entscheidungen der zuständigen Stelle, mit oder ohne ausdrückliche Bestimmung über die Berücksichtigung von Empfehlungen anderer Stellen; c) Entscheidungen von Lohnkommissionen oder Lohnausschüssen; d) Arbeitsgerichte oder andere Gerichte für arbeitsrechtliche Streitigkeiten; oder e) Allgemeinverbindlicherklärung der Bestimmungen von Gesamtarbeitsverträgen. 7. Die in Artikel 4 Absatz 2 des Übereinkommens vorgesehene Beratung sollte sich insbesondere auf die folgenden Angelegenheiten erstrecken: a) die Auswahl und Anwendung der Kriterien für die Bestimmung der Mindestlöhne; b) den festzusetzenden Mindestlohnsatz oder die festzusetzenden Mindestlohnsätze; c) die von Zeit zu Zeit vorzunehmende Anpassung des Mindestlohnsatzes oder der Mindestlohnsätze; d) bei der Durchführung der Mindestlohngesetzgebung aufgetretene Schwierigkeiten; e) die Sammlung von Unterlagen und die Durchführung von Untersuchungen zur Unterrichtung der Stellen, die mit der Festsetzung der Mindestlöhne betraut sind. 8. In Ländern, in denen Organe eingesetzt wurden, die die zuständige Stelle in Mindestlohnfragen beraten oder denen die Regierung die Entscheidungsbefugnis in solchen Fragen übertragen hat, sollten die Personen, die gemäss Artikel 4 Absatz 3 des Übereinkommens an der Anwendung der Verfah- ren zur Festsetzung von Mindestlöhnen zu beteiligen sind, Mitglieder dieser Organe sein. 9. Bei den Personen, die die allgemeinen Interessen des Landes vertreten und deren Beteiligung an der Anwendung der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in Artikel 4 Absatz 3 b) des Übereinkommens vorgesehen ist, sollte es sich um entsprechend befähigte unabhängige Personen handeln; gegebenenfalls könnten dies Beamte sein, die für die Arbeitsbeziehungen, die Wirt-schafts- und Sozialplanung oder die Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialpolitik zuständig sind. 10. Soweit die innerstaatlichen Verhältnisse dies gestatten, sollten ausreichende Mittel für die Sammlung statistischer und sonstiger Daten bereitgestellt werden, die für analytische Untersuchungen der bedeutsamen wirtschaftlichen Gegebenheiten, insbesondere der in Absatz 3 dieser Empfehlung erwähnten, und ihrer voraussichtlichen Entwicklung benötigt werden. # V. Anpassung der Mindestlöhne 11. Die Mindestlöhne sollten von Zeit zu Zeit angepasst werden, um Veränderungen der Lebenshaltungskosten und anderer wirtschaftlicher Verhältnisse Rechnung zu tragen. 12. Zu diesem Zweck könnte eine Überprüfung der Mindestlohnsätze in Beziehung zu den Lebenshaltungskosten und anderen wirtschaftlichen Gegebenheiten vorgenommen werden, und zwar entweder in regelmässigen Zeitabständen oder jeweils dann, wenn eine solche Überprüfung im Lichte von Änderungen in einem Index der Lebenshaltungskosten als angebracht erscheint. 13. (1) Zur Erleichterung der Durchführung von Absatz 11 dieser Empfehlung sollten in regelmässigen Zeitabständen Untersuchungen über die wirtschaftliche Lage des Landes, einschliesslich der Entwicklungstendenzen des Einkommens je Einwohner, der Produktivität, der Beschäftigung, der Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung, durchgeführt werden, soweit die innerstaatlichen Mittel dies gestatten. (2) Die Häufigkeit solcher Untersuchungen sollte im Lichte der innerstaatlichen Verhältnisse bestimmt werden. ## VI. Durchführung 14. Die in Artikel 5 des Übereinkommens vorgesehenen Massnahmen zur Gewährleistung der wirksamen Durchführung aller Bestimmungen betreffend die Mindestlöhne sollten folgendes umfassen: a) Vorkehrungen für die Bekanntmachung der Mindestlohnbestimmungen in den Sprachen oder Dialekten, die die schutzbedürftigen Arbeitnehmer verstehen, und nötigenfalls in einer den Bedürfnissen von Analphabeten angepassten Form; b) die Beschäftigung einer ausreichenden Zahl von Aufsichtsbeamten mit geeigneter Ausbildung, die mit den zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Befugnissen und Mitteln ausgestattet sind; c) angemessene Zwangsmassnahmen bei Verletzung der Mindestlohnbestimmungen; d) die Vereinfachung der gesetzlichen Bestimmungen und Verfahren sowie andere geeignete Mittel, um es den Arbeitnehmern zu ermöglichen, die ihnen auf Grund der Mindestlohnbestimmungen zustehenden Rechte wirksam auszuüben, einschliesslich des Rechts, die Nachzahlung der ihnen noch zustehenden Beträge zu erwirken; e) die Mitwirkung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbande an den Bemühungen, die Arbeitnehmer gegen Missbräuche zu schützen; f) einen angemessenen Schutz der Arbeitnehmer gegen Benachteiligung. # Empfehlung Nr. 136 ## betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, erinnert an die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsübereinkommen und Empfehlungen über die Ausbildung und Beschäftigung Jugendlicher, insbesondere an die Empfehlung betreffend die Arbeitslosigkeit (Jugendliche), 1935, die Empfehlung betreffend die berufliche Ausbildung, 1962, und das Übereinkommen und die Empfehlung über die Beschäftigungspolitik, 1964; ist der Ansicht, dass Sonderprogramme für die Beschäftigung Jugendlicher und Ausbildungsprogramme, die dazu bestimmt sind, Jugendlichen die zur Anpassung an den Rhythmus einer sich wandelnden Gesellschaft und für ihre aktive Beteiligung an der Entwicklung ihres Landes notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln, eine Methode zur Lösung der Probleme im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Jugendlichen darstellen, welche die in den bestehenden Urkunden behandelten Methoden ergänzt; stellt fest, dass die Probleme, die mit dieser Methode gelöst werden sollen, erst in den letzten Jahren in grösserem Umfang in Erscheinung getreten sind; hält es für wichtig, eine Urkunde anzunehmen, in der die Ziele, Methoden und Garantien solcher Sonderprogramme in einer Weise festgelegt werden, dass sie mit den früher angenommenen internationalen Arbeitsnormen, die sich auf die Dienstbedingungen in solchen Programmen beziehen können, völlig im Einklang stehen, insbesondere mit denjenigen des Übereinkommens über Zwangsarbeit, 1930, und des Übereinkommens über die Abschaffung der Zwangsarbeit, 1957; hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken, eine Frage, die den sechsten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 23. Juni 1970, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend Sonderprogramme für Jugendliche, 1970, bezeichnet wird. # I. Art der Sonderprogramme 1. (1) Diese Empfehlung gilt für Sonderprogramme, die es Jugendlichen ermöglichen sollen, an Tätigkeiten zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes teilzunehmen und eine Bildung, Fertigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, die ihnen ihre spätere wirtschaftliche Tätigkeit auf dauernder Grundlage erleichtern und ihre Eingliederung in die Gesellschaft fördern. (2) Diese Programme werden im folgenden als «Sonderprogramme» bezeichnet. 2. Als Sonderprogramme im Sinne dieser Empfehlung können gelten: a) Programme, die Bedürfnisse in bezug auf die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher erfüllen, denen durch die bestehenden innerstaatlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogramme oder durch die normalen Möglichkeiten des Arbeitsmarktes noch nicht entsprochen wird; b) Programme, die Jugendliche, insbesondere arbeitslose Jugendliche, mit einer Bildung oder fachlichen Befahigungen, deren die Gemeinschaft für die Entwicklung, insbesondere auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet sowie auf dem Gebiet des Bildungs- oder des Gesundheitswesens, bedarf, in die Lage versetzen, ihre Befähigungen im Dienste der Gemeinschaft zu gebrauchen. ## II. Allgemeine Grundsätze 3. (1) Die Sonderprogramme sollten im Rahmen der innerstaatlichen Entwicklungspläne organisiert werden, soweit solche bestehen, und insbesondere vollständig mit den Plànen und Programmen zur Erschliessung der Arbeitskraftreserven und zur Erreichung der produktiven Vollbeschäftigung sowie mit den ordentlichen Bildungs- und Ausbildungsprogrammen für Jugendliche koordiniert werden. (2) Die Sonderprogramme sollten einen vorübergehenden Charakter zur Befriedigung unmittelbarer und dringender wirtschaftlicher und sozialer Bedürfnisse haben. Sie sollten sich nicht mit anderen Massnahmen der Wirtschaftspolitik oder mit der Entwicklung ordentlicher Bildungs- oder Berufsausbildungsprogramme überschneiden oder diese beeinträchtigen und nicht als Ersatz für solche Massnahmen und für die ordentlichen Programme betrachtet werden. (3) Die Sonderprogramme sollten nicht so durchgeführt werden, dass dadurch die Arbeitsnormen herabgesetzt werden könnten; auch sollten die Dienstleistungen der Teilnehmer nicht zum Nutzen privater Personen oder Unternehmen verwendet werden. (4) Die Sonderprogramme sollten den Teilnehmern erforderlichenfalls wenigstens ein Mindestmass an Bildung vermitteln. 4. Zu den wesentlichen Elementen jedes Sonderprogramms sollten die Wahrung der menschlichen Würde, die Entfaltung der Persönlichkeit und die Entwicklung des persönlichen und sozialen Verantwortungsbewusstseins gehören. 5. Die Sonderprogramme sollten ohne Diskriminierung auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, des Glaubensbekenntnisses, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft durchgeführt werden; sie sollten zur Förderung der Gleichheit der Gelegenheiten und der Gleichbehandlung verwendet werden. 6. Die Ziele und Zwecke jedes Sonderprogramms und die Teilnehmerkategorien sollten von der zuständigen Stelle klar bestimmt und im Lichte der Erfahrung in regelmässigen Zeitabständen überprüft werden. 7. (1) Die Teilnahme an den Sonderprogrammen sollte freiwillig sein; Ausnahmen können nur durch gesetzgeberische Massnahmen und nur dann zugelassen werden, wenn die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsübereinkommen über die Zwangsarbeit und die Beschäftigungspolitik voll eingehalten werden. (2) Zu den Programmen, bei denen solche Ausnahmen zugelassen werden können, könnten die folgenden gehören: a) Bildungs- und Ausbildungsprogramme, bei denen eine pflichtmässige Teilnahme arbeitsloser Jugendlicher während einer bestimmten Zeitspanne nach Überschreiten des normalen Schulentlassungsalters vorgesehẹn ist; b) Programme für Jugendliche, die sich für eine bestimmte Zeit zu einer Dienstleistung verpflichtet haben, als Vorbedingung dafür, dass sie eine Bildung oder fachliche Befähigungen erwerben können, die für die Gemeinschaft im Hinblick auf die Entwicklung von besonderem Wert sind. (3) Werden solche Ausnahmen zugelassen, so sollte den Teilnehmern in grösstmöglichem Masse die freie Wahl zwischen verschiedenen verfügbaren Arten der Betätigung und verschiedenen Landesteilen gelassen werden, und ihre Befähigungen und Eignungen sollten bei der Zuweisung ihrer Aufgaben entsprechend berücksichtigt werden. 8. Die Dienstbedingungen der Teilnehmer an den Sonderprogrammen sollten von der zuständigen Stelle klar festgelegt werden; sie sollten mit den Rechtsvorschriften über das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung übereinstimmen und mit den anderen Rechtsvorschriften im Einklang stehen, die für die ordentliche Ausbildung oder die normale Beschäftigung von Jugendlichen gelten. 9. Die Teilnehmer sollten weiterhin die Möglichkeit haben, Jugend- oder Gewerkschaftsverbänden ihrer Wahl anzugehören und an deren Tätigkeiten teilzunehmen. 10. Es sollten formelle Verfahren bestehen, die es den Teilnehmern ermöglichen, gegen die ihre Anwerbung, ihre Aufnahme oder die Dienstbedingungen betreffenden Entscheidungen Einspruch zu erheben, sowie vereinfachte Verfahren zur Behandlung geringfügiger Beschwerden. # III. Programme, die Bedürfnisse in bezug auf die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher erfüllen, denen durch die bestehenden innerstaatlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogramme oder durch die normalen Möglichkeiten des Arbeitsmarktes noch nicht entsprochen wird ## A. Zwecke 11. Je nach den innerstaatlichen Erfordernissen und Umständen sollten Sonderprogramme, für die dieser Abschnitt der Empfehlung gilt, einem oder mehreren der folgenden besonderen Zwecke dienen: a) Jugendlichen, die in bezug auf Bildung oder in anderer Hinsicht benachteiligt sind, eine Bildung, Fertigkeiten und Arbeitsgewohnheiten zu vermitteln, die für eine nützliche und bezahlte wirtschaftliche Tätigkeit und für ihre Eingliederung in die Gesellschaft notwendig sind; b) die Jugendlichen an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes, einschliesslich der Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Gebiete, teilnehmen zu lassen; c) Jugendlichen, die sonst arbeitslos wären, eine nützliche Beschäftigung im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zu verschaffen. ## B. Teilnahme 12. Bei der Auswahl von Jugendlichen für die Teilnahme an Sonderprogrammen sollte folgendes berücksichtigt werden: a) das Alter, die Bildung, die Ausbildung und gegebenenfalls die Arbeitserfahrung der Anwärter; je nach der Art des Programms sollte dabei Rück- sicht genommen werden auf das Ziel, benachteiligten Jugendlichen vermehrte Gelegenheiten zu bieten, sowie auf ihre Fähigkeit, aus dem Programm Nutzen zu ziehen und einen Beitrag zu seiner Durchführung zu leisten; b) ihre geistige und körperliche Eignung für die Aufgaben, die sie während und nach ihrer Teilnahme an dem Programm zu erfüllen haben; c) das Ausmass, in dem die im Rahmen des Programms zu erwerbende Erfahrung voraussichtlich die zukünftigen Gelegenheiten der betreffenden Jugendlichen vermehren und sie befähigen wird, zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung beizutragen. 13. Die zuständige Stelle sollte Altersgrenzen für die Teilnahme festsetzen, die der im Rahmen verschiedener Arten von Sonderprogrammen vermittelten Ausbildung und der auszuführenden Arbeit entsprechen. Diese Altersgrenzen sollten die internationalen Arbeitsnormen betreffend das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung berücksichtigen. 14. Die Sonderprogramme sollten einer möglichst grossen Anzahl von Jugendlichen die Aufnahme einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit oder den Übergang zu ordentlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogrammen ermöglichen; die Teilnahmedauer sollte dementsprechend begrenzt sein. 15. In jedem Sonderprogramm sollte durch geeignete Massnahmen dafür gesorgt werden, dass jeder Teilnehmer vor seiner Aufnahme alle Dienstbedingungen (einschliesslich etwaiger Verhaltensregeln), die im Rahmen des Programms auszuführenden Arbeiten, die erforderliche Ausbildung und seine Rechte während und bei Beendigung seiner Dienstzeit vollkommen versteht. # C. Inhalt der Sonderprogramme 16. Der Inhalt der Sonderprogramme sollte dem Alter, dem Geschlecht, dem Bildungs- und Ausbildungsgrad und den Fähigkeiten der Teilnehmer angepasst sein und kann demnach, auch innerhalb eines Programms, unterschiedlich sein. 17. Alle Sonderprogramme sollten eine kurze Einführungszeit zu dem Zweck umfassen, a) die Teilnehmer in Fragen zu unterrichten, die für alle von Interesse sind, wie insbesondere die allgemeinen Regeln der Sicherheit und Hygiene und die Einzelheiten der für die Tätigkeiten im Rahmen des Programms geltenden Vorschriften; b) die Teilnehmer mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen im Rahmen des Programms vertraut zu machen und ihr Interesse anzuregen; c) die Eignungen der Teilnehmer festzustellen, um sie bei derjenigen Tätigkeit einzusetzen, die diesen Eignungen am besten entspricht. 18. Den an den Sonderprogrammen teilnehmenden Personen sollte ein ergänzender Unterricht erteilt werden, u. a. über staatsbürgerliche, wirtschaft- liche und soziale Fragen, der auf ihre Bedürfnisse sowie die Bedürfnisse und Wunschziele ihres Landes bezogen ist; ferner sollten sie über die Rolle und die Funktionen der auf der Grundlage der Freiwilligkeit errichteten Organisationen zur Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber unterrichtet werden. 19. Die Sonderprogramme, die ausschliesslich oder teilweise dazu bestimmt sind, Jugendlichen mit begrenzten Gelegenheiten die für eine nützliche wirtschaftliche Tätigkeit notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln, sollten a) vor allem darauf abzielen, die Teilnehmer für Berufe vorzubereiten, in denen sie voraussichtlich Möglichkeiten für eine nützliche Tätigkeit finden werden, dabei aber ihren Wünschen bezüglich ihrer Berufswahl soweit als möglich Rechnung tragen; b) den Teilnehmern eine gute praktische Grundausbildung und die entsprechenden theoretischen Kenntnisse vermitteln; c) die Rolle berücksichtigen, die die Teilnehmer gegebenenfalls spielen könnten, indem sie einen anregenden Einfluss auf andere Personen ausüben, und ihnen die für eine solche Rolle erforderlichen Befähigungen vermitteln; d) folgendes erleichtern und nach Möglichkeit gewährleisten: i) den Übergang zu den ordentlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogrammen oder zu anderen Sonderprogrammen für weitere Bildung und Ausbildung, insbesondere für jene Teilnehmer, die besondere Begabung zeigen; ii) den Übergang zu einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit, insbesondere durch Massnahmen, die gewährleisten sollen, dass die von den Teilnehmern erworbenen Befähigungen bei dieser Tätigkeit anerkannt werden. 20. Die Sonderprogramme, die ausschliesslich oder teilweise dazu bestimmt sind, Jugendliche an Vorhaben der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung teilnehmen zu lassen, sollten a) den Teilnehmern eine Ausbildung vermitteln, die ihnen zumindest die für die auszuübende Arbeit erforderliche Befähigung verleiht, sowie eine Ausbildung in bezug auf die einschlägigen Massnahmen der Hygiene und Sicherheit; b) auf die Entwicklung guter Arbeitsgewohnheiten abzielen; c) die Teilnehmer soweit wie möglich bei Tätigkeiten beschäftigen, für die sie sich als geeignet erweisen und für die sie einige Befähigungen besitzen. 21. Als Kriterien für die Auswahl von Arbeitsvorhaben im Rahmen der in Absatz 20 erwähnten Sonderprogramme sollten u. a. gelten: a) der Beitrag, den sie zur Ausweitung der wirtschaftlichen Tätigkeit des Landes oder Gebietes und insbesondere der zukünftigen Gelegenheiten der Teilnehmer leisten könnten; b) der Wert der Ausbildung, insbesondere mit Rücksicht auf die Berufe, in denen die Teilnehmer später voraussichtlich Gelegenheiten für eine nützliche Tätigkeit finden werden; c) ihr Wert als Investition für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die Wirtschaftlichkeit der Vorhaben, insbesondere das Verhältnis zwischen Kostenaufwand und Ergebnissen; d) die Notwendigkeit besonderer Aktionsmittel, was insbesondere bedeutet, dass die Arbeit der Teilnehmer für diejenige der normal beschäftigten Arbeitskräfte kein unlauterer Wettbewerb ist. # D. Dienstbedingungen 22. Die Dienstbedingungen sollten mindestens den folgenden Normen entsprechen: a) die Dauer der Dienstzeit sollte normalerweise zwei Jahre nicht übersteigen; b) bestimmte Gründe, z. B. solche medizinischer Natur oder persönliche oder im Familienkreis auftretende Schwierigkeiten, sollten als ausreichende Gründe für das Ausscheiden eines Teilnehmers vor Ablauf der normalen Dienstzeit anerkannt werden; c) die Zahl der táglich und wöchentlich für die Arbeit und die Ausbildung aufgewendeten Stunden sollte so begrenzt werden, dass den Teilnehmern genügend Zeit für Bildungszwecke und zum Ausruhen sowie für Freizeitbetätigung bleibt; d) neben angemessener Unterkunft, Verpflegung und Kleidung je nach der Art des betreffenden Sonderprogramms sollten die Teilnehmer ein Barentgelt erhalten; ferner sollte ihnen die Möglichkeit und ein Anreiz zum Sparen geboten werden; e) beträgt die Dauer der Dienstzeit in einem Sonderprogramm ein Jahr oder mehr, so sollte den Teilnehmern ein Jahresurlaub gewährt werden, wenn möglich mit kostenloser Heim- und Rückreise; f) die Teilnehmer sollten soweit wie möglich durch die Bestimmungen der Sozialen Sicherheit erfasst sein, die für in normalen Arbeitsverhältnissen stehende Personen gelten; auf jeden Fall sollten Vorkehrungen für eine unentgeltliche ärztliche Betreuung der Teilnehmer und für eine Entschädigung bei Invaliditát oder Tod infolge von Unfall oder Krankheit während der Teilnahme an dem Sonderprogramm getroffen werden. ## E. Auswahl und Ausbildung des Stammpersonals 23. Innerhalb jedes Sonderprogramms sollte dafür gesorgt werden, dass die Teilnehmer von ausgebildetem Stammpersonal beaufsichtigt werden, dem fachliche und pädagogische Beratung zur Verfügung steht. 24. (1) Bei der Auswahl der Mitglieder des Stammpersonals sollte nicht nur besonderer Wert darauf gelegt werden, dass sie hinreichende Befähigungen und Erfahrung in der auszuführenden Arbeit, sondern auch Verständnis für die Belange der Jugend, Führungseigenschaften und Anpassungsfähigkeit besitzen. Zumindest einige Mitglieder des Stammpersonals sollten Erfahrung in einer normalen Beschäftigung ausserhalb von Sonderprogrammen erworben haben. (2) Alle verfügbaren Möglichkeiten für die Anwerbung des Stammpersonals sollten in Betracht gezogen werden, einschliesslich der Möglichkeit, jene Teilnehmer, die Führungseigenschaften bewiesen haben, dazu anzuspornen, sich selbst für den Übertritt ins Stammpersonal vorzubereiten. 25. Die Ausbildung der Führungskräfte und anderer Fachkräfte sollte zusätzlich zum Unterricht in den jeweils erforderlichen beruflichen Spezialkenntnissen mindestens folgendes umfassen: a) Ausbildung in Lehrmethoden mit besonderer Berücksichtigung der bei der Ausbildung von Jugendlichen zur Anwendung gelangenden Methoden; b) grundlegenden Unterricht auf dem Gebiet der menschlichen Beziehungen, besonders unter Berücksichtigung der Motivation und der Einstellung zur Arbeit; c) Ausbildung in der Organisation der Arbeit, einschliesslich der Zuweisung von Arbeitsaufgaben entsprechend den Fähigkeiten und dem Ausbildungsgrad der Teilnehmer. 26. Die Ausbildung des Verwaltungspersonals sollte zusätzlich zum Unterricht in den jeweils erforderlichen beruflichen Spezialkenntnissen mindestens folgendes umfassen: a) Unterricht, der den beteiligten Personen das Verständnis für die Ziele des Sonderprogramms und die Kenntnis der einschlägigen Arbeits- und Jugendschutzgesetzgebung sowie der für das Programm im einzelnen geltenden Vorschriften vermitteln soll; b) Unterricht, der eine ausreichende Kenntnis der technischen Gesichtspunkte der im Rahmen des Programms durchgeführten Arbeiten vermitteln soll; c) Unterricht in Fragen der menschlichen Beziehungen, der geeignet ist, die Herstellung guter Beziehungen mit den Führungskräften und anderen Fachkräften und den Teilnehmern zu erleichtern. # F. Unterstützung der Teilnehmer im Hinblick auf ihr zukünftiges Berufsleben 27. Während ihrer Dienstleistung im Rahmen eines Sonderprogramms sollten den Teilnehmern Auskünfte und Ratschläge erteilt werden, um ihnen die Entscheidung über ihr zukünftiges Berufsleben zu erleichtern. 28. Den Teilnehmern, die besondere Begabung zeigen, sollte in jeder geeigneten Weise geholfen werden, nach Beendigung ihrer Dienstzeit ihre Bildung und Ausbildung ausserhalb des Sonderprogramms fortzusetzen. 29. Es sollten unverzüglich besondere Bemühungen unternommen werden, um die Teilnehmer nach Beendigung ihrer Dienstzeit rasch in eine normale wirtschaftliche Tätigkeit einzugliedern; dies sollte zusätzlich zu den normalen Bemühungen der Arbeitsmarktverwaltung und aller anderen geeigneten Stellen geschehen. 30. Die Entlassung von Teilnehmern aus dem Dienst sollte nach Möglichkeit zeitlich und zahlenmässig auf die Fähigkeit der Wirtschaft abgestimmt werden, neuen Arbeitskräften Erwerbsmöglichkeiten zu bieten. In ausserordentlichen Programmen, die eine pflichtmässige Teilnahme vorsehen, sollte jedoch das Recht des einzelnen, nach der ursprünglich festgesetzten Dienstzeit aus dem Programm auszuscheiden, gewährleistet werden. 31. Die Unterstützung, die den ehemaligen Teilnehmern, die für eigene Rechnung oder als Mitglieder einer Gruppe eine Tätigkeit aufnehmen, möglichst durch schon bestehende Einrichtungen gewährt werden sollte, könnte folgendes umfassen: a) die Erleichterung des Zugangs zu Kredit- und Sparinstituten und Vermarktungseinrichtungen; b) die Aufrechterhaltung des Kontaktes, um ihnen jede Förderung und die notwendigen fachlichen Ratschläge in Fragen der Betriebsführung zuteil werden zu lassen; c) in bezug auf Genossenschaften eine finanzielle Hilfe und Verwaltungshilfe, wie sie in der Empfehlung betreffend die Genossenschaften (Entwicklungsländer), 1966, vorgesehen ist. 32. Nach Massgabe der vorhandenen Mittel sollten die Teilnehmer nach zufriedenstellendem Abschluss ihrer Dienstzeit entweder eine Barzahlung oder eine Sachleistung, z. B. einen Satz Werkzeuge, zur Erleichterung der Aufnahme einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit erhalten. # IV. Programme, die Jugendliche mit einer Bildung oder fachlichen Befähigungen, deren die Gemeinschaft für die Entwicklung bedarf, in die Lage versetzen, diese Befähigungen im Dienste der Gemeinschaft zu gebrauchen 33. Die Sonderprogramme, für die dieser Abschnitt der Empfehlung gilt, sollten das Interesse der Jugendlichen an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes anregen und das Bewusstsein der Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft entwickeln. 34. Die Teilnehmer sollten in Tätigkeitsbereichen eingesetzt werden, für die sie besonders befähigt sind, oder in eng benachbarten Bereichen. 35. Nötigenfalls sollten die Befähigungen der Teilnehmer durch eine Ausbildung in den Fertigkeiten und Methoden vervollständigt werden, die sie zur Ausführung der ihnen gestellten Aufgaben benötigen. 36. Es sollte dafür gesorgt werden, dass die Teilnehmer eine fachkundige Beratung betreffend die bei der Ausführung ihrer Aufgaben auftretenden Probleme leicht erlangen können. 37. Die Dienstbedingungen sollten zumindest den folgenden Normen entsprechen: a) die Dauer der Dienstzeit sollte normalerweise zwei Jahre nicht übersteigen; b) bestimmte Gründe, z. B. solche medizinischer Natur oder persönliche oder im Familienkreis auftretende Schwierigkeiten, sollten als ausreichende Gründe für das Ausscheiden eines Teilnehmers vor Ablauf der normalen Dienstzeit anerkannt werden; c) die Arbeits- und Ausbildungszeitpläne sollten das Bedürfnis der Teilnehmer nach Erholung und Freizeit berücksichtigen; d) neben angemessener Unterkunft und Verpflegung je nach der Art des betreffenden Sonderprogramms sollten die Teilnehmer ein entsprechendes Entgelt erhalten; e) beträgt die Dauer der Dienstzeit in einem Sonderprogramm ein Jahr oder mehr, so sollte den Teilnehmern ein Jahresurlaub gewährt werden, wenn möglich mit kostenloser Heim- und Rückreise; f) die Teilnehmer sollten durch die jeweils geeigneten Bestimmungen der Sozialen Sicherheit erfasst sein, die für in normalen Arbeitsverhältnissen stehende Personen gelten; auf jeden Fall sollten Vorkehrungen für eine unentgeltliche ärztliche Betreuung der Teilnehmer und für eine Entschädigung bei Invalidität oder Tod infolge von Unfall oder Krankheit während der Teilnahme an dem Sonderprogramm getroffen werden. 38. Es sollten Massnahmen getroffen werden, um den Übergang der Teilnehmer nach Abschluss ihrer Dienstzeit zu einer normalen Beschäftigung in ihrem Beruf zu erleichtern. # V. Verwaltungsfragen 39. Die Leitung und Koordinierung der Sonderprogramme auf gesamtstaatlicher Ebene sollte über eine oder mehrere geeignete Stellen erfolgen, die von der zuständigen Stelle errichtet werden. 40. Diese Stellen sollten soweit wie möglich neben den von der Regierung ernannten Mitgliedern auch Vertreter von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- und Jugendverbänden umfassen, um deren aktive Beteiligung an der Planung, Durchführung, Koordinierung, Beaufsichtigung und Bewertung der Sonderprogramme zu gewährleisten. 41. Bei der Ausführung ihrer Aufgaben sollten die Stellen erforderlichenfalls freiwillige Organisationen sowie Dienststellen anhören, die für Sachgebiete wie Arbeit, Bildungswesen, Wirtschaftsfragen, Landwirtschaft, Industrie und soziale Angelegenheiten zuständig sind. 42. Die Stellen sollten mit den Dienststellen, die für die ordentlichen Bil-dungs- und Ausbildungsprogramme verantwortlich sind, ständig in Fühlung bleiben, um eine Koordinierung im Hinblick auf die allmähliche Abschaffung der Sonderprogramme, die so rasch wie möglich erfolgen sollte, zu gewährleisten. 43. Die aktive Beteiligung örtlicher Stellen sollte bei der Auswahl und Durchführung von Vorhaben im Rahmen der Sonderprogramme angestrebt werden. 44. Bei der Aufstellung von Sonderprogrammen sollte sich die zuständige Stelle um die Bereitstellung ausreichender finanzieller und materieller Mittel sowie des erforderlichen sachkundigen Personals bemühen, um ihre vollständige Durchführung zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang sollte besonders darauf geachtet werden, auf welche Weise sich die Programme eigene Einkommensquellen schaffen könnten. Von den Teilnehmern oder ihren Familienangehörigen sollte kein finanzieller Beitrag verlangt werden. 45. Es sollte Vorsorge für eine regelmässige Aufsicht über die Sonderprogramme und für deren Rechnungsprüfung getroffen werden. 46. Die Organisation auf örtlicher Ebene sollte so beschaffen sein, dass die Teilnehmer nach und nach zur Beteiligung an der Verwaltung ihres eigenen Programms ausgebildet und angespornt werden. # VI. Internationale Zusammenarbeit 47. Im Falle von Sonderprogrammen, bei denen Jugendliche aus einem Land an Tätigkeiten zur Entwicklung eines anderen Landes teilnehmen, sollten die zuständigen Stellen und sonstigen beteiligten Organe die entsprechenden Bestimmungen dieser Empfehlung soweit wie möglich in Fragen innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches anwenden und miteinander zusammenarbeiten, um die Anwendung dieser Bestimmungen auf Sachgebieten zu gewährleisten, die gemeinsame Massnahmen erfordern, sowie um Schwierigkeiten zu beseitigen, die im Zusammenhang mit dieser Anwendung auftreten könnten. # Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit ${ }^{1)}$ Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 6. Juni 1951 zu ihrer vierunddreissigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, eine Frage, die den siebenten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 29. Juni 1951, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über die Gleichheit des Entgelts, 1951, bezeichnet wird. ## Artikel 1 Fúr dieses Übereinkommen gelten folgende Begriffsbestimmungen: a) Der Ausdruck «Entgelt» umfasst den üblichen Lohn, den Grund- oder Mindestlohn oder das ubliche Gehalt, das Grund- oder Mindestgehalt sowie alle zusätzlichen Vergütungen, die der Arbeitgeber auf Grund des Dienstverhältnisses dem Arbeitnehmer mittelbar oder unmittelbar in bar oder in Sachleistungen zu zahlen hat. b) Der Ausdruck «Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit» bezieht sich auf Entgeltsätze, die ohne Rücksicht auf den Unterschied des Geschlechts festgesetzt sind. ## Artikel 2 1. Jedes Mitglied hat mit den Mitteln, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsátze entsprechen, die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwer- ${ }^{1)}$ Dieses Übereinkommen ist am 23. Mai 1953 in Kraft getreten. tige Arbeit auf alle Arbeitnehmer zu fördern und, soweit es mit diesen Verfahren vereinbar ist, sicherzustellen. 2. Dieser Grundsatz kann verwirklicht werden durch a) die innerstaatliche Gesetzgebung, b) gesetzlich geschaffene oder anerkannte Einrichtungen zur Lohnfestsetzung, c) Gesamtarbeitsverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern oder d) eine Verbindung dieser verschiedenen Mittel. # Artikel 3 1. Wird die Anwendung dieses Übereinkommens dadurch erleichtert, so sind Massnahmen zu treffen, die einer objektiven Bewertung der Beschäftigungen auf Grund der dabei erforderlichen Arbeitsleistung dienlich sind. 2. Die bei dieser Bewertung anzuwendenden Methoden können entweder von den für die Festsetzung der Entgeltsätze zuständigen Stellen oder, wenn die Entgeltsätze auf Grund von Gesamtarbeitsverträgen festgesetzt werden, von den Vertragsparteien bestimmt werden. 3. Unterschiede zwischen den Entgeltsätzen, die ohne Rücksicht auf das Geschlecht des Arbeitnehmers derart objektiv festgestellten Unterschieden der Arbeitsleistung entsprechen, sind nicht als Verstoss gegen den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit anzusehen. ## Artikel 4 Jedes Mitglied hat in geeigneter Weise mit den beteiligten Arbeitgeberund Arbeitnehmerverbänden bei der Durchführung der Bestimmungen dieses Übereinkommens zusammenzuarbeiten. ## Artikel 5 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. ## Artikel 6 1. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. # Artikel 7 1. In den dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes nach Artikel 35 Absatz 2 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation übermittelten Erklärungen hat das beteiligte Mitglied die Gebiete bekanntzugeben, a) für die es die Verpflichtung zur unveränderten Durchführung der Bestimmungen des Übereinkommens übernimmt, b) für die es die Verpflichtung zur Durchführung der Bestimmungen des Übereinkommens mit Abweichungen übernimmt, unter Angabe der Einzelheiten dieser Abweichungen, c) in denen das Übereinkommen nicht durchgeführt werden kann, und in diesem Fall die Gründe dafür, d) für die es sich die Entscheidung bis zu einer weiteren Prüfung der Lage in bezug auf die betreffenden Gebiete vorbehält. 2. Die Verpflichtungen nach Absatz 1 a) und b) dieses Artikels gelten als Bestandteil der Ratifikation und haben die Wirkung einer solchen. 3. Jedes Mitglied kann die in der ursprünglichen Erklärung nach Absatz 1 b), c) und d) dieses Artikels mitgeteilten Vorbehalte jederzeit durch eine spätere Erklärung ganz oder teilweise zurückziehen. 4. Jedes Mitglied kann dem Generaldirektor zu jedem Zeitpunkt, in dem das Übereinkommen nach Artikel 9 gekündigt werden kann, eine Erklärung übermitteln, durch die der Inhalt jeder früheren Erklärung in sonstiger Weise abgeändert und die in dem betreffenden Zeitpunkt in bestimmten Gebieten bestehende Lage angegeben wird. ## Artikel 8 1. In den dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes nach Artikel 35 Absätze 4 und 5 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation übermittelten Erklärungen ist anzugeben, ob das Übereinkommen in dem betreffenden Gebiet mit oder ohne Abweichungen durchgeführt wird; besagt die Erklärung, dass die Durchführung des Übereinkommens mit Abweichungen erfolgt, so sind die Einzelheiten dieser Abweichungen anzugeben. 2. Das beteiligte Mitglied, die beteiligten Mitglieder oder die beteiligte internationale Behörde können jederzeit durch eine spätere Erklärung auf das Recht der Inanspruchnahme jeder in einer früheren Erklärung mitgeteilten Ab weichung ganz oder teilweise verzichten. 3. Das beteiligte Mitglied, die beteiligten Mitglieder oder die beteiligte internationale Behörde können dem Generaldirektor zu jedem Zeitpunkt, in dem dieses Übereinkommen nach Artikel 9 gekündigt werden kann, eine Erklärung übermitteln, durch die der Inhalt jeder früheren Erklärung in sonstiger Weise abgeändert und die in dem betreffenden Zeitpunkt bestehende Lage in bezug auf die Durchführung dieses Übereinkommens angegeben wird. # Artikel 9 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. ## Artikel 10 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen, Erklärungen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. ## Artikel 11 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen, Erklärungen und Kündigungen. ## Artikel 12 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. ## Artikel 13 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen: a) Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Überein- kommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 9, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. b) Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. Artikel 14 Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. # Empfehlung Nr. 90 ## betreffend die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 6. Juni 1951 zu ihrer vierunddreissigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, eine Frage, die den siebenten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung zur Ergänzung des Übereinkommens über die Gleichheit des Entgelts, 1951, erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 29. Juni 1951, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend die Gleichheit des Entgelts, 1951, bezeichnet wird. Die Konferenz geht davon aus, dass das Übereinkommen über die Gleichheit des Entgelts, 1951, bestimmte allgemeine Grundsätze betreffend die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit aufstellt. Sie zieht in Betracht, dass das genannte Übereinkommen bestimmt, die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit sei durch Mittel zu fördern oder sicherzustellen, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsätze in den beteiligten Ländern entsprechen. Sie hält es für angezeigt, bestimmte Verfahren für die stufenweise Anwendung der durch das Übereinkommen aufgestellten Grundsätze anzugeben. Sie vertritt die Auffassung, es sei ausserdem wünschenswert, dass alle Mitglieder bei der Anwendung dieser Grundsätze die in bestimmten Ländern als zufriedenstellend erachteten Anwendungsmethoden berücksichtigen. Die Konferenz empfiehlt deshalb den Mitgliedern, die nachstehenden Bestimmungen unter Berücksichtigung des Artikels 2 des genannten Übereinkommens anzuwenden und dem Internationalen Arbeitsamt entsprechend den Beschlüssen des Verwaltungsrates über die Massnahmen zu berichten, die sie zur Durchführung dieser Bestimmungen getroffen haben. 1. Nach Anhörung der beteiligten Arbeitnehmerverbände oder, falls solche nicht bestehen, nach Anhörung der beteiligten Arbeitnehmer sollten geeignete Massnahmen getroffen werden, um a) die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit auf alle Personen sicherzustellen, die in den Dienstzweigen und Stellen der öffentlichen Zentralverwaltung beschäftigt sind, b) die Anwendung dieses Grundsatzes auf Personen zu fördern, die in den Dienstzweigen und Stellen der Verwaltung von Gliedstaaten oder Provinzen eines Bundesstaates oder einer örtlichen Verwaltung beschäftigt sind, sofern diese für die Festsetzung der Entgeltsätze zuständig sind. 2. Nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sollten geeignete Massnahmen getroffen werden, um so bald wie möglich die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit in allen nicht in Absatz 1 erwähnten Tätigkeiten sicherzustellen, in denen die Entgeltsätze einer öffentlichen Regelung oder Überwachung unterliegen, insbesondere a) bei Festsetzung von Mindestlohnsätzen oder sonstigen Lohnsätzen in Wirtschaftszweigen oder Diensten, in denen diese Sätze durch eine Behörde festgesetzt werden, b) in Wirtschaftszweigen und in Betrieben, die in öffentlichem Eigentum stehen oder öffentlich überwacht werden, und c) wo dies zweckmässig erscheint, bei Arbeiten, die auf Grund von Aufträgen einer Behörde ausgeführt werden. 3. (1) Falls es die bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsätze gestatten, sollte die allgemeine Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit durch gesetzliche Bestimmungen sichergestellt werden. (2) Die zuständige Stelle sollte die erforderlichen und geeigneten Massnahmen treffen, damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer über diese gesetzlichen Bestimmungen vollkommen unterrichtet und nötigenfalls in bezug auf deren Anwendung beraten werden. 4. Stellt es sich nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, falls solche bestehen, als unmöglich heraus, den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit hinsichtlich der unter die Absätze 1, 2 oder 3 fallenden Beschäftigungen sofort anzuwenden, so sollten so bald wie möglich geeignete Bestimmungen zur stufenweisen Anwendung dieses Grundsatzes getroffen oder veranlasst werden, insbesondere durch Massnahmen wie a) Verminderung der Unterschiede zwischen den Entgeltsätzen männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, b) falls ein System von Entgeltzulagen besteht, Gewährung gleicher Zulagen für mánnliche und weibliche Arbeitskräfte, die gleichwertige Arbeit verrichten. 5. Sofern die Festsetzung von Entgeltsätzen nach dem Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit dadurch erleichtert wird, sollte jedes Mitglied im Einvernehmen mit den beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden Methoden einführen oder deren Einführung begünstigen, die eine objektive Bewertung der bei den verschiedenen Beschäftigungen zu leistenden Arbeit, entweder durch eine Analyse der betreffenden Arbeit oder durch andere Mittel, zum Zweck einer Einteilung der Beschäftigungen ohne Rücksicht auf das Geschlecht erlauben; die genannten Methoden sollten nach den Bestimmungen des Artikels 2 des Übereinkommens angewendet werden. 6. Um die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zu erleichtern, sollte nötigenfalls in zweckdienlicher Weise eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der weiblichen Arbeitskräfte angestrebt werden, insbesondere durch a) Gewährung gleicher oder gleichwertiger Möglichkeiten für Arbeitnehmer beider Geschlechter auf den Gebieten der Berufsberatung, der Arbeitsberatung, der beruflichen Ausbildung und der Arbeitsvermittlung, b) geeignete Massnahmen, welche die Frauen veranlassen sollen, von den Möglichkeiten auf den Gebieten der Berufsberatung, der Arbeitsberatung, der beruflichen Ausbildung und der Arbeitsvermittlung Gebrauch zu machen, c) Schaffung von Sozial- und Wohlfahrtseinrichtungen, die den Bedürfnissen der weiblichen Arbeitskräfte, insbesondere solcher mit Familienlasten, entsprechen, und Finanzierung dieser Einrichtungen aus allgemeinen öffentlichen Mitteln oder aus Fonds der Sozialen Sicherheit oder aus Be-triebs- oder Industriefonds, die für Wohlfahrtszwecke bestimmt sind und deren Mittel durch Zahlungen zugunsten der Arbeitnehmer ohne Rücksicht auf das Geschlecht aufgebracht werden, d) Förderung der Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Zulassung zu den verschiedenen Berufen und Stellungen, vorbehaltlich der internationalen Regelungen und der innerstaatlichen Gesetzgebung zum Schutze der Gesundheit und der Wohlfahrt der Frauen. 7. Es sollte mit allen Mitteln angestrebt werden, in der offentlichen Meinung das Verstandnis für die Gründe zu fördern, die zugunsten der Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts mannlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit sprechen. 8. Es sollten alle zwecks Förderung der Anwendung dieses Grundsatzes wünschenswerten Untersuchungen vorgenommen werden.
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1530 #ST# 11067 **Bericht** **des** **Bundesrates** **an die** **Bundesversammlung** **über** **die 54.** **Tagung** **der** **Internationalen Arbeitskonferenz** **und** **Botschaft** **betreffend** **die** **Genehmigung** **des** **Übereinkommens** **Nr. 100** **über** **die** **Gleichheit** **des** **Entgelts** **männlicher** **und** **weiblicher Arbeitskräfte** **für** **gleichwertige Arbeit** (Vom 20. Oktober 1971) Herr Präsident, Hochgeehrte Herren, Gemäss den Bestimmungen der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) erstatten wir Ihnen Bericht über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz. Gleichzeitig stellen wir Antrag auf Genehmigung und Ermächtigung zur Ratifikation des von der Internationalen Arbeitskonferenz im Jahre 1951 angenommenen Übereinkommens Nr. 100. **Übersicht** Im ersten Abschnitt (I) wird in üblicher Weise über die Tagungsgeschäfte orientiert. Der zweite Abschnitt (II) bezieht sich auf das Übereinkommen Nr. 132 über den bezahlten Jahresurlaub (Ferien). Der dritte Abschnitt (III) ist dem Übereinkommen Nr. 131 und der Empfehlung Nr. 135 betreffend das Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer, gewidmet. Der vierte Abschnitt (IV) behandelt die Empfehlung Nr. 136 betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken. Im fünften Abschnitt (V) kommen wir auf das in den bundesrätlichen Berichten über die 34., 38. und 39. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz behandelte Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zurück und stellen Ihnen einen neuen Antrag. 1531 **L** **Tagesordnung,** **Verhandlungen** **und** **Beschlüsse** **der** **Konferenz** 1. Die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz fand vom 3. bis 25. Juni 1970 im Palais des Nations in Genf statt. Die Tagesordnung lautete wie folgt : 1. Bericht des Generaldirektors ; 2. Programm- und Budgetvorschläge und andere finanzielle Fragen ; 3. Mitteilungen und Berichte über die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen; 4. Bezahlter Urlaub (2. Beratung) ; 5. Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhän gende Probleme, besonders unter Berücksichtigung der Entwicklungsländer (2. Beratung); 6. Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken (2. Beratung); 7. Gewerkschaftliche Rechte und ihre Beziehungen zu den bürgerlichen Frei heiten; 8. Schutz und Erleichterungen für Arbeitnehmervertreter im Betrieb. 2. Die schweizerische Delegation war gemäss den Regeln der IAO dreigliedrig zusammengesetzt. Sie bestand aus den Regierungsvertretern Botschafter Dr. Albert Grübel, Direktor des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit, und Minister Dr. Cristoforo Motta, stellvertretender Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherung, sowie René Grever, Adjunkt des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit, als stellvertretendem Delegierten. Es gehörten ihr ferner Rudolf Huber-Rübel, Präsident des Verwaltungsrates der Maschinenfabrik Oerlikon, als Arbeitgeberdelegierter, und Guido Nobel, Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, als Arbeitnehmerdelegierter an. Einige technische Berater ergänzten die Delegation. 3.111 der 121 Mitgliedstaaten waren an der 54. Tagung vertreten. V. Manickavasagam, Arbeitsminister von Malaysia, wurde zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. 4. Im Verlaufe einer besonderen Sitzung ergriff V. V. Giri, Präsident der Republik Indien, das Wort. Er betonte die Wichtigkeit der Rolle, die die IAO im Kampfe gegen die Armut zu spielen habe und erklärte, es müssten wirksame Massnahmen zur Schaffung ausreichender Beschäftigungsmöglichkeiten zwecks Hebung des Lebensstandards der Weltbevölkerung ergriffen werden. 5. Die Traktanden Bericht des Generaldirektors, Budget sowie Mitteilungen und Berichte über die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen stehen jedes Jahr auf der Tagesordnung. Mehr als 200 Redner ergriffen als Vertreter der Regierungen, der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der gouvernementalen und nichtgouvernementalen 1532 internationalen Organisationen das Wort zur allgemeinen Diskussion des Berichtes über «Armutund Mindestlebensstandard». In seiner Antwort an die verschiedenen Redner erklärte der neue Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes (IAA), Wilfred Jenks, die IAO habe auf dem Gebiete der Beschàftigungspolitik durch ihr Weltbeschäftigungsprogramm einen schöpferischen Beitrag geleistet; jetzt müsse sie einen gleichwertigen Beitrag auch auf ändern wichtigen Gebieten erbringen, namentlich dort, wo sich die Sozialpolitik und die entscheidenden Probleme der Weltwirtschaftspolitik berühren. Ferner müsse sie ihre Tätigkeit auf regionaler und industrieller Ebene intensivieren, ihre Zusammenarbeit mit ändern internationalen Institutionen entwikkeln sowie ihre Dezentralisierungsbestrebungen fortführen. 6. Die Konferenz hat im Voranschlag einen zusätzlichen Posten von ungefähr l 430 000 Dollar genehmigt zwecks Gewährung einer Subvention an das Internationale Zentrum für berufliche und fachliche Fortbildung in Turin sowie für Rückerstattungen an das Vorschusskonto (Punkt 2 der Tagesordnung). Diese Erhöhung wurde für die Schweiz dadurch kompensiert, dass ihr Kostenanteil, der ursprünglich auf 1,24 Prozent aller Ausgaben der Organisation festgesetzt war, ab 1971 auf l,18 Prozent gesenkt wurde. Der Beitrag, der 1970 369 960 Dollar betrug, beläuft sich für 1971 auf 368 931 Dollar. 7. Zu Punkt 3 der Tagesordnung betreffend die Anwendung der Übereinkommen und Empfehlungen ist für das Berichtsjahr nichts zu bemerken. Zu den Sachfragen (Punkte 4-8 der Tagesordnung) fasste die Konferenz die folgenden Beschlüsse: 8. Nach der zweiten Beratung über Punkt 4 der Tagesordnung - die erste fand 1969 statt - nahm die Konferenz ein Übereinkommen über den bezahlten Jahresurlaub (Ferien) an, dessen Text im Anhang I wiedergegeben ist. Wir kommen im Abschnitt II auf diesen Punkt zurück. 9. Eine zweite Beratung war ferner dem Problem der Festsetzung von Mindestlohnen (Punkt 5 der Tagesordnung) gewidmet. Sie führte zur Annahme eines Übereinkommens und einer Empfehlung. Auch diese Texte, auf die wir im Abschnitt III zurückkommen werden, sind im Anhang I aufgeführt. 10. Ebenfalls eine zweite Beratung fand statt über Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken (Punkt 6 der Tagesordnung). Sie führte zur Annahme eines Übereinkommens, das im Anhang I wiedergegeben ist und auf das wir im Abschnitt IV zurückkommen werden. 11. Als Schlussfolgerung aus den Diskussionen zu Punkt 7 der Tagesordnung stimmte die Konferenz einer Resolution zu über die Tätigkeit der IAO auf dem Gebiete der gewerkschaftlichen Rechte und deren Beziehungen zu den bürgerlichen Freiheiten. Diese Resolution befürwortet neue internationale Normen zur Erweiterung der gewerkschaftlichen Rechte unter Berücksichtigung der bürgerlichen Freiheiten, die zu ihrer Ausübung unerlässlich sind. 12. Zu Punkt 8 der Tagesordnung erarbeitete die Konferenz den Vorentwurf zu einer Empfehlung über Schutz und Erleichterungen für Arbeitnehmervertreter im Betrieb, Die zweite Beratung wird 1971 stattfinden. 1533 13. Ausserhalb der Tagesordnung f asste die Konferenz eine Reihe von Resolutionen, die folgende Fragen betreffen : die Beieinigung der Tabelle I (Liste der Berufskrankheiten) des Übereinkommens Nr. 121 von 1964 über die Leistungen bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten; die Tätigkeit der IAO auf dem Gebiete der Arbeiterbildung; die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer; die Teilnahme der IAO an der Internationalen Konferenz der Vereinten Nationen von 1972 über die Umwelt des Menschen; die Revision des vom IAA zuhanden der Regierungen und der Privatindustrie veröffentlichten Musterreglements über die Sicherheit in industriellen Betrieben ; die Redefreiheit der nichtgouvernementa]en Delegierten in den Sitzungen der IAO. 14. Die Konferenz beschloss im Sinne der stattgefundenen Diskussionen in der Strukturkommission, alle offenen Strukturfragen zur neuerlichen Prüfung an den Verwaltungsrat zurückzuweisen. Vermutlich wird bei Anlass der 56. Tagung wiederum eine Sonderkommission zum weiteren Studium dieser Fragen eingesetzt werden. 15. Schliesslich nahm die Konferenz Kenntnis vom sechsten Sonderbericht des Generaldirektors über die Anwendung der Erklärung über die Apartheidpolitik der Südafrikanischen Republik. **u.** **Übereinkommen** **(Nr. 132)** **über** **den** **bezahlten** **Jahresurlaub** **(Neufassung** **vom** **Jahre** **1970)** **1.** **Ziel** **und** **Inhalt** **des** **Übereinkommens** Die Konferenz nahm ein neues Übereinkommen über den bezahlten Urlaub an [1] ). Gemäss Artikel 2 Absatz l gilt dieses Übereinkommen für alle Arbeitnehmer mit Ausnahme der Seeleute. Gemäss Artikel 15 können jedoch die Mitgliedstaaten, die das Übereinkommen nicht als Ganzes ratifizieren wollen, die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen getrennt übernehmen, einerseits für Wirtschaftszweige ausserhalb der Landwirtschaft, oder für die Landwirtschaft anderseits. Des weiteren erlaubt Artikel 2 Absatz 2, dass bestimmte Arbeitnehmergruppen von der Anwendung des Übereinkommens ausgenommen werden, wenn aus der Durchführung oder hinsichtlich verfassungsrechtlicher oder gesetzgeberischer Fragen besondere Probleme von erheblicher Bedeutung entstehen. Artikel 3 Absatz 3 enthält den Kernpunkt des Übereinkommens. Er bestimmt, dass die bezahlten Ferien «auf keinen Fall weniger als drei Arbeitswochen für ein Dienstjahr» betragen dürfen. Gemäss Artikel 7 muss den Arbeitnehmern für die ganze Feriendauer mindestens der normale oder durchschnittliche Lohn, einschliesslich Naturallohn gewährt werden. Nach Artikel 13 können besondere Regelungen getroffen werden für den Fall, dass der Arbeitnehmer während der Ferien eine Erwerbstätigkeit _ü_ In der Schweiz sprechen wir in diesem Zusammenhang nicht von «Urlaub», son dern von _Ferien._ Unter Urlaub werden bei uns in der Regel die Absenzen infolge persönlicher oder familiärer Ereignisse verstanden. 1534 ausübt, die mit dem Ferienzweck unvereinbar ist. Im übrigen sind gemäss Artikel 14 wirksame Massnahmen zu treffen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Vorschriften über die bezahlten Ferien zu gewährleisten. Die übrigen Bestimmungen des Übereinkommens betreffen die Begriffsumschreibung, die praktische Anwendung sowie den Schutz des Anspruchs auf Ferien. So schreibt das Übereinkommen vor (Art. 4 Abs. 1), dass einer Person, die nicht Anspruch auf die vollen Ferien hat, eine Feriendauer im Verhältnis zu ihrer Dienstzeit gewährt werden müsse. Artikel 5 Absatz 2 begrenzt des weitern die minimale Dauer des Arbeitsverhältnisses für die Entstehung eines Anspruchs auf bezahlte Ferien auf sechs Monate. Ferner bestimmt das Übereinkommen, dass die Feiertage nicht an die Feriendauer anzurechnen sind (Art. 6). Es stellt Richtlinien hinsichtlich des Bezuges, der Aufteilung und des Aufschubs der Ferien auf (Art. 8, 9 und 10). Es schützt ferner den Ferienanspruch bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Art. 11). Schliesslich empfiehlt es ein Verbot der Abgeltung des Ferienanspruches durch Geldleistungen (Art. 12). Das Übereinkommen bezweckt die Neuordnung beziehungsweise den Ersatz des Übereinkommens Nr. 52 von 1936 über den bezahlten Urlaub (Ferien) und des Übereinkommens Nr. 101 von 1952 über den bezahlten Urlaub in der Landwirtschaft. Beide Übereinkommen wurden von der Schweiz nicht ratifiziert ; das letztgenannte steht zur Ratifikation noch offen. Die Bedeutung der vorgenommenen Änderungen kann man ermessen, wenn man die Bestimmungen des neuen Übereinkommens mit denjenigen der beiden früheren vergleicht: das Übereinkommen Nr. 101 legt kein Minimum fest, während das Übereinkommen Nr. 52 nur sechs Arbeitstage nach einem Jahr ununterbrochenen Dienstes vorschreibt; sogar die Empfehlung Nr. 98 über den bezahlten Urlaub von 1954 sieht nur eine Feriendauer von zwei Arbeitswochen vor. **2.** **Stellungnahme** **zum** **Übereinkommen** Ein Vergleich des Übereinkommens mit unserer Gesetzgebung ergibt folgende Differenzen : _a._ Artikel 3 Absatz 3 des Übereinkommens schreibt eine Mindestdauer der Ferien von drei Arbeitswochen vor. Bei uns hat dagegen ein erwachsener Arbeitnehmer gestützt auf Artikel 341 [Ms] des Obligationenrechts (eingeführt durch Art. 64 des Arbeitsgesetzes) Anspruch auf jährliche bezahlte Ferien von mindestens zwei Wochen. Drei Wochen stehen nur den jugendlichen Arbeitnehmern bis zum vollendeten 19. Altersjahr sowie den Lehrlingen bis zum vollendeten 20. Altersjahr zu (Abs. 1). Die Kantone können freilich die Mindestdauer bis auf drei Wochen erhöhen (Abs. 2). Bis 1. Januar 1971 hatten zwölf Kantone die Feriendauer auf drei Wochen verlängert, und zwar grundsätzlich für alle Arbeitnehmer mit privatrechtlichem Arbeitsvertrag. Es handelt sich um die Kantone Bern, Freiburg, Genf, Glarus, Luzern, Neuenburg, Schaffhausen, Tessin, Wallis, Waadt, Zug und Zürich. Diese Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen. 1535 Des weiteren bestimmt Artikel 341 [Ws] Absatz 7 des Obligationenrechts, dass durch Gesamtarbeitsvertrag oder Normalarbeitsvertrag eine von den Bestimmungen der Absätze l und 2 abweichende Regelung getroffen werden kann, durch Gesamtarbeitsvertrag jedoch nur unter der Voraussetzung, dass eine für den Arbeitnehmer im ganzen mindestens gleichwertige Regelung getroffen wird. Dazu ist zu bemerken, dass gemäss Artikel 329 e Absatz l des Bundesgesetzes über die Revision des Zehnten Titels und des Zehnten Titels [ bls] des Obligationenrechts (Der Arbeitsvertrag) die Gleichwertigkeit ebenfalls gegeben sein muss, wenn die abweichende Regelung durch Normalarbeitsvertrag getroffen wird. Nach der gegenwärtigen Regelung kann m einem Gesamtarbeitsvertrag die gesetzliche Mindestdauer unterschritten werden, wenn anderseits zugunsten von Arbeitnehmern mit einer bestimmten Anzahl Dienstjahren oder von einem gewissen Alter an längere als die gesetzlichen Ferien zugestanden werden. So könnten zum Beispiel für die Altersklassen von 19-28 Jahren l % Wochen, für jene von 29-40 Jahren 2 Wochen und für jene von mehr als 40 Jahren 2 % Wochen Ferien vereinbart werden, oder es konnte in gleicher Weise unterschieden werden für Arbeitnehmer mit 5, 10 und mehr Dienstjahren. Eine analoge Abstufung könnte auch in jenen Kantonen vorgenommen werden, die die Mindestferien auf drei Wochen verlängert haben. Diese Möglichkeit von abweichenden Vereinbarungen steht im Widerspruch zum Übereinkommen, das keine Ausnahmen vorsieht und infolgedessen keine Verkürzungen des Mindestferienanspruches von drei Wochen zulässt. _b._ Artikel 14 des Übereinkommens schreibt vor, dass über eine angemessene Aufsicht oder durch andere Mittel wirksame Massnahmen getroffen werden müssen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Bestimmungen zu gewährleisten. Das bedeutet, dass diese Vorschriften mittels Verwaltungsmassnahmen durchzusetzen wären. Unsere Bestimmungen über die Ferien beruhen auf Privatrecht. Deren Durchsetzung liegt, obwohl es sich um zwingendes Recht handelt, im Ermessen der Vertragsparteien, die im Streitfall den Zivilrichter anrufen können. Eine staatliche Aufsicht über die Gewährung der Mindestferien besteht nicht. Auch die ehemals öffentlichrechtlichen kantonalen Ferienvorschriften, welche längere Ferien als Artikel 341 [bis] Absatz l des Obligationenrechts vorsehen, bleiben auf Grund von Artikel 73 Absatz 2 des Arbeitsgesetzes lediglich als zivilrechtliche Bestimmungen weiterhin in Kraft. Demnach ist es weder dem Bund noch den Kantonen gestattet, den gesetzlichen Mindestferienanspruch mittels Verwaltungsmassnahmen durchzusetzen. _c._ In der Praxis sind wir von der im Übereinkommen Nr. 132 vorgesehenen Mindestferienregelung nicht weit entfernt. Nahezu die Hälfte der Kantone hat - wie bereits erwähnt wurde - die Feriendauer auf drei Wochen verlängert, einige allerdings in Abhängigkeit vom Alter oder von den Dienstjahren. Ebenso sehen die meisten Gesamtarbeitsverträge längere Ferien vor. Der überwiegende Teil unserer Arbeitnehmer steht somit bereits im Genuss von 1536 drei Ferienwochen. **Das** Übereinkommen Nr. 132 ist daher in der Praxis unseres Landes weitgehend erfüllt. Im übrigen kann damit gerechnet werden, dass mit der Zeit weitere Kantone von der Befugnis zur Einführung der dritten Ferienwoche Gebrauch machen werden. Obwohl unsere Ferienordnung dem Übereinkommen Nr. 132 annähernd entspricht, können wir die Genehmigung dieses Übereinkommens zurzeit nicht empfehlen. Es besteht die grundsätzliche Schwierigkeit, dass wir keine Rechtsgrundlage für die in Artikel 14 des Übereinkommens verlangten Massnahmen zur Durchsetzung des Mindestferienanspruches besitzen. Zu diesem Zweck müssten neue öffentlichrechtliche Vorschriften erlassen werden. Die eidgenössischen Räte haben sich jedoch schon bei der Beratung des Entwurfs des Arbeitsgesetzes für die Regelung der Ferienfrage auf privatrechtlicher Basis entschieden, nachdem sowohl die Expertenkommission für das Arbeitsgesetz als auch diejenige für das neue Dienstvertragsrecht sowie die seinerzeitige eidgenössische Fabrikkommission diese Lösung befürwortet hatten. Ausschlaggebend dafür war vor allem, dass man allen Arbeitnehmern einen gesetzlichen Ferienanspruch verschaffen wollte und nicht nur den dem Arbeitsgesetz unterstehenden Arbeitnehmern. Ein weiterer Grund lag darin, dass bei einer privatrechtlichen Ordnung der Ferienfrage die Gesanjtarbeitsverträge und die Normalarbeitsverträge berücksichtigt werden konnten. Im übrigen betrachtete man es damals als einen Vorteil, dass auf diese Weise nicht nach Lösungen gesucht werden musste, wie der Ferienbezug behördlich hätte kontrolliert werden sollen. Aus diesen Überlegungen wurde die Ferienregelung in das Obligationenrecht eingebaut. Die eidgenössischen Räte hatten bei der Behandlung der Vorlage über den Arbeitsvertrag erneut Gelegenheit, sich zur Form und Systematik der Ferienregelung zu äussern. Es war dabei unbestritten, dass die Ferien im Obligationenrecht geregelt werden sollen. Bei dieser Sachlage dürfte die im Übereinkommen Nr. 132 vorausgesetzte öffentlichrechtliche Ordnung wenigstens zurzeit für unser Land nicht in Betracht fallen. Eine neue Prüfung der Frage, ob dieses Übereinkommen genehmigt werden soll, wird sich dann aufdrängen, wenn die Ferienordnung in der Schweiz sich noch mehr, als es bereits geschehen ist, diesen internationalen Normen angenähert hat. **HL** **Übereinkommen** **(Nr. 131)** **und** **Empfehlung** **(Nr. 135)** **über** **die** **Festsetzung** **von** **Mindestlöhnen,** **besonders** **unter** **Berücksichtigung** **der** **Entwicklungsländer** **1.** **Ziel** **und** **Inhalt** **des** **Übereinkommens** **und der** **Empfehlung** Das Übereinkommen und die Empfehlung bezwecken, innerhalb der weltweiten Bestrebungen zur Überwindung der Armut, durch Festlegung von Mindestlöhnen das Existenzminimum aller Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen sicherzustellen. 1537 Das Übereinkommen verpflichtet die ratifizierenden Mitgliedstaaten, ein Mindestlohnsystem einzuführen, das alle Gruppen von Arbeitnehmern erfasst, deren Arbeitsbedingungen eine solche Erfassung als angebracht erscheinen lassen (Art. l Ziff. 1). Die zu erfassenden Gruppen von Arbeitnehmern sind im Einvernehmen oder nach Rücksprache mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden zu bestimmen (Art. l Ziff. 2). Die von den Mindestlohnvorschriften nicht erfassten Arbeitnehmergruppen sind unter Angabe der Gründe für ihre Nichterfassung in den Berichten an das IAA besonders anzuführen (Art. l Ziff. 3). Die Mindestlöhne haben Gesetzeskraft. Bei Nichteinhaltung der Mindestlohnvorschriften sind strafrechtliche oder sonstige Zwangsmassnahmen vorzusehen (Art. 2 Ziff. 1). Bei der Bestimmung der Mindestlöhne sollen nach der Empfehlung vor allem folgende Kriterien berücksichtigt werden: _a._ die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen; _b._ die allgemeine Höhe der Löhne im betreffenden Land; _c._ die Lebenshaltungskosten und ihre Veränderungen; _d._ die Sozialleistungen; _e._ der vergleichbare Stand der Lebenshaltung anderer sozialer Gruppen ; / sowie wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsgrad zu erreichen und zu erhalten. Für die Ermittlung der Arbeitnehmergruppen und Mindestlöhne sind nach dem Übereinkommen Verfahren und umfassende Beratungen mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden oder, falls keine Verbände bestehen, mit den Vertretern der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorzusehen (Art. 4). Zur wirksamen Durchführung der Bestimmungen sind ausserdem geeignete Massnahmen, z. B. durch Errichtung eines durch Strafoder Zwangsmassnahmen verstärkten Aufsichtssystems, festzulegen (Art. 5). **2.** **Stellungnahme** **zum** **Übereinkommen** **und zur** **Empfehlung** Die Internationale Arbeitskonferenz hat bereits zwei Übereinkommen und zwei Empfehlungen über Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen angenommen, nämlich das Übereinkommen Nr. 26 über die Einrichtung von Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, die Empfehlung Nr. 30 betreffend die Anwendung der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, das Übereinkommen Nr. 99 über die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in der Landwirtschaft und die Empfehlung Nr. 89 betreffend die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in der Landwirtschaft. Ferner hat die Arbeitskonferenz das Übereinkommen Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit angenommen. Von diesen Übereinkommen ratifizierte die Schweiz einzig das Übereinkommen Nr. 26 über die Einrichtung von Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen. Der Bundesrat hatte damals darauf hingewiesen, dass in der Schweiz nur 1538 eine auf die Heimarbeit beschränkte Mindestlohngesetzgebung durchführbar sei. Die IAO gab dann auch die Erklärung ab, dass eine sich nur auf die Heimarbeit beziehende Gesetzgebung dem Übereinkommen gerecht werde,- so dass die Schweiz das Übereinkommen Nr. 26 ratifizieren konnte. Im Gegensatz zum erwähnten Übereinkommen Nr. 26 lässt sich der Geltungsbereich des neuen Übereinkommens Nr. 131 nicht auf die Mindestlöhne in der Heimarbeit beschränken. Dieses Übereinkommen verpflichtet die ratifizierenden Staaten grundsätzlich, für alle Arbeitnehmerkategorien Mindestlohnvorschriften aufzustellen und die Ausnahmen zu begründen. An und für sich würde die Aufstellung von Mindestlohnvorschriften, wie dies im Übereinkommen Nr. 131 vorgesehen ist, nicht im Widerspruch zu unserer Rechtsordnung stehen; wäre dies der Fall, so müssten auch Artikel 12 des Heim>arbeitsgesetzes, der die Festsetzung von Mindestlöhnen durch Verordnung vor sieht, und die Allgemeinverbindlicherklärung von Mindest! ohnbestimmungen in Gesamtarbeitsverträgen unzulässig sein. Jedoch wäre mit einer umfassenden gesetzlichen Regelung der Mindestlöhne unsere gegenwärtige, sich zur Hauptsache auf Gesamtarbeitsverträge stützende Ordnung der Mindestlöhne ernsthaft in Frage gestellt. Bekanntlich gehören die Mindestlöhne zu den wichtigsten Gegenständen gesamtarbeitsvertraglicher Verständigung. Wenn schon anlässlich der parlamentarischen Beratungen des Ferienartikels von gewerkschaftlicher Seite mit Bedauern festgestellt wurde, « dass damit (d. h. mit dem Ferienartikel) die Position des Vertrages in einer wichtigen Frage ungebührlich geschwächt wird» (Sten. Bull. NR 1963 S. 351), so gilt dies erst recht für eine umfassende Regelung der Mindestlöhne. Im übrigen beweisen die internationalen statistischen Lohnvergleiche und die grosse Zahl der bei uns beschäftigten ausländischen Arbeitnehmer, dass die Löhne in unserem Land einen hohen Stand erreicht haben und sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen dürfen. Es besteht daher, auch von dieser Seite her betrachtet, kein Bedürfnis nach einer allgemeinen Festlegung der Mindestlöhne. Aus diesen Erwägungen möchten wir davon absehen, der Bundesversammlung die Genehmigung des Übereinkommens vorzuschlagen. **IV.** **Empfehlung** **(Nr. 136)** **betreffend** **Sonderprogramme** **für** **die Be-** **schäftigung** **und** **Ausbildung** **Jugendlicher** **zu** **Entwicklungszwecken** **1.** **Ziel** **und** **Inhalt** **der** **Empfehlung** Die Empfehlung betreffend Sonderprogramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken behandelt eine Form der Beschäftigung, die von den allgemeinen Vorschriften nicht erfasst wird. Eine immer grössere Zahl von Entwicklungsländern pflegt Jugendliche ohne irgendwelche Ausbildung einzusetzen, einerseits um der unter Jugendlichen weitverbreiteten Arbeitslosigkeit zu steuern und anderseits infolge Mangels an Arbeitskräften zur Ausführung der für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes notwendigen 1539 Arbeiten. In gewissen Fällen werden Zwangsaushebungen vorgenommen. Manchmal werden solche Arbeitslager auch dazu benützt, den jugendlichen Arbeitnehmern staatsbürgerlichen Unterricht zu erteilen. In verschiedenen Ländern sind ferner Jugendliche, die den Vorzug einer gründlichen beruflichen Ausbildung gemessen - wie etwa als Arzt, aber auch als Krankenpfleger oder Lehrer verpflichtet, während eines gewissen Zeitraumes eine vom Staat bestimmte Tätigkeit auszuüben, meist in rückständigen Gegenden des Landes. Sowohl die Arbeitslager als auch die Leistung von Zivildiensten, welche als _Sonderprogramme_ bezeichnet werden, können für den Staat ein nützliches und notwendiges Hilfsmittel zur Verstärkung der Entwicklungsbestrebungen darstellen. Sie können den Jugendlichen eine Beschäftigungsmöglichkeit und den Zugang zu einem Beruf eroffnen, sie können aber anderseits auch die Gefahr in sich schliessen, dass die Jugendlichen als billige und schutzlose Arbeitskräfte ausgebeutet werden, dass sie unter zwangsarbeitsähnlichen Bedingungen eingezogen und ohne Ausbildung eingegliedert werden. Die Empfehlung bezweckt einerseits die Festsetzung der Bedingungen, die zum Schütze der jugendlichen Arbeitnehmer gegen Missbräuche erfüllt sein sollten, wobei die Sonderprogramme auch tatsächlich kurzfristig wirksam sein müssten. Langfristig gesehen bezweckt sie anderseits, den Jugendlichen die zur Anpassung an den Rhythmus einer sich wandelnden Gesellschaft und für ihre aktive Beteiligung an der Entwicklung ihres Landes notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln (Präambel). So sollen es die Sonderprogramme den Jugendlichen ermöglichen, an Tätigkeiten zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes teilzunehmen und eine Bildung, Fähigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, die ihnen ihre spätere wirtschaftliche Tätigkeit auf dauernder Grundlage erleichtern und ihre Eingliederung in die Gesellschaft fördern (Abs. l (1)). Diese Programme sollten im Rahmen der innerstaatlichen Entwicklungspläne organisiert werden und bestehende Arbeitsnormen in keiner Weise beeinträchtigen (Abs. 3) ; vor allem aber sollte die Teilnahme an Sonderprogrammen freiwillig sein; Ausnahmen können nur durch gesetzgeberische Massnahmen und nur dann zugelassen werden, wenn die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsübereinkommen über die Zwangsarbeit und die Beschäftigungspolitik in allen Fällen eingehalten werden (Abs. 7 (1)). Es ist dabei zu unterscheiden zwischen Programmen, die sich an ausbildungsmässig oder in anderer Weise benachteiligte oder an arbeitslose Jugendliche richten, und Programmen, die ausgebildete oder technisch qualifizierte Jugendliche betreffen, und nur zum Dienste an der Allgemeinheit durchgeführt werden. Die Sonderprogramme für die wenig ausgebildeten oder die arbeitslosen Jugendlichen müssen ein Minimum an Allgemeinbildung sowie eine praktische Grundausbildung und entsprechende theoretische Kenntnisse vermitteln (Abs. 18-20). Gegebenenfalls sollte den Teilnehmern neben angemessener Unterkunft und Verpflegung auch ein Barentgelt gewährt werden; allgemein sollten sich die Arbeitsbedingungen nicht zu sehr von jenen für reguläre Arbeit 1540 nehmer unterscheiden (Abs. 22). Grosse Aufmerksamkeit wird auch der Auswahl und Ausbildung des Personals zu widmen sein, das auf der Höhe seiner Aufgaben sein muss (Abs. 23 bis 25), sowie der Unterstützung der Teilnehmer im Hinblick auf ihr zukünftiges Berufsleben, wobei die endgültige wirtschaftliche Eingliederung in jeder Beziehung erleichtert werden soll (Abs. 27 bis 32). Die für diese Sonderprogramme verantwortlichen Stellen sollten auch Vertreter von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- und Jugendorganisationen umfassen, und je nach Bedarf sollten ausserdem die zuständigen Behörden beigezogen werden. Die aktive Beteiligung örtlicher Stellen sollte angestrebt werden. Des weitern sollten die Verantwortlichen besonders darauf achten, auf welche Weise in direktem Zusammenhang mit den Programmen eigene Einkommensquellen geschaffen werden könnten; von den Teilnehmern oder ihren Familienangehörigen sollte jedoch kein finanzieller Beitrag verlangt werden (Abs. 39 bis 46). Unter dem Abschnitt über internationale Zusammenarbeit werden schliesslich noch die Sonderprogramme erwähnt, bei denen Jugendliche aus einem Land an Tätigkeiten zur Entwicklung eines ändern Landes teilnehmen und auf die die Empfehlung ebenfalls anwendbar ist (Abs. 47). **2.** **Stellungnahme** **zur** **Empfehlung** Die Empfehlung bezieht sich vor allem auf Entwicklungsländer. Sie betiifft uns jedoch hinsichtlich zweier wichtiger Punkte, nämlich der internationalen Zusammenarbeit sowie der Organisation von obligatorischen schulbegleitenden und ausserschulischen Ausbildungskursen. Was die internationale Zusammenarbeit betrifft, so ist der Freiwilligendienst des Delegierten für technische Zusammenarbeit bestrebt, eine den einschlägigen Bestimmungen der Empfehlung entsprechende Praxis zu verfolgen. Zur Erzielung einer sinnvollen Tätigkeit auf diesem Gebiet sollte die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem Gastland so eng wie möglich gestaltet werden. Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit würde die allfällige Mitwirkung der Schweiz an der Organisation solcher Sonderprogramme die Erfüllung gewisser Bedingungen voraussetzen. Die Teilnehmer müssten die Möglichkeit haben, eine angemessene berufliche und allgemeine Bildung zu erlangen, die den Bedürfnissen des betreffenden Landes entspräche. Des weitern müsste den Teilnehmern nach Abschluss des Programms die Möglichkeit zur dauernden Ausübung einer wirtschaftlich nützlichen Tätigkeit offenstehen. Für die Entwicklungsländer ist die Empfehlung zweifellos von Bedeutung, da sie langfristig die Bedingungen zur Wirksamkeit der Sonderprogramme festlegt und die zu beachtenden Garantien umschreibt. 1541 **V.** **Übereinkommen** **Nr. 100** **über** **die** **Gleichheit** **des** **Entgelts** **männ-** **licher** **und** **weiblicher** **Arbeitskräfte** **für** **gleichwertige** **Arbeit** In der Frühjahrssession 1970 hat Herr Nationalrat Leuenberger den Bundesrat mit einem Postulat eingeladen, den eidgenössischen Räten die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zu empfehlen. Der Bundesrat hat dieses Postulat in der Sommersession 1971 angenommen und erklärt, dass ein Antrag auf Genehmigung des Übereinkommens unterbreitet werde. Die eidgenössischen Räte haben uns ferner am 30. November 1970 ersucht, zum Initiativbegehren des Kantons Genf vom 6. November 1970 betreffend die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit Bericht zu erstatten. Wir kommen deshalb im folgenden nochmals auf das in der 34. Tagung von der Internationalen Arbeitskonferenz (1951) angenommene Übereinkommen Nr. 100 zurück, dessen Wortlaut und die dazugehörige Empfehlung Nr. 90 im Anhang II wiedergegeben sind. **1.** **Ziel** **und** **Inhalt** **des** **Übereinkommens** Nr. **100** Das Übereinkommen Nr. 100 besteht - abgesehen von den reinen Formalbestimmungen - lediglich aus vier Artikeln. In Artikel l werden die Begriffe _Entgelt_ und Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit umschrieben. In Artikel 2 werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit anzuwenden, soweit dies auf Grund der innerstaatlichen Gesetzgebung möglich ist. Wenn das innerstaatliche Recht die Möglichkeit zur direkten Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts nicht einräumt, so sind die Mitgliedstaaten gehalten, die Anwendung des Übereinkommens durch Empfehlungen zu fördern. Soweit es der Anwendung des Übereinkommens dienlich ist, haben die Behörden oder die Vertragsparteien gemäss Artikel 3 Massnahmen zu treffen, welche eine objektive Arbeits- und Leistungsbewertung ermöglichen. Führen die auf solchen Massnahmen beruhenden Bewertungen zu Unterschieden in den Lohnsätzen, so liegt kein Verstoss gegen den Grundsatz des gleichen Entgelts gemäss dem Übereinkommen Nr. 100 vor. In Artikel 4 wird den Mitgliedstaaten noch vorgeschrieben, mit den beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden bei der Durchführung des Übereinkommens zusammenzuarbeiten. **2.** **Stellungnahme** **zum** **Übereinkommen** **sowie** **zum** **Postulat** **Leuenberger** **(Nr.** **10546)** **und zum** **Initiativbegehren** **des** **Kantons Genf (Nr.** **10731)** _a._ Im Bericht vom 12. Dezember 1952 hatten wir den eidgenössischen Räten beantragt, von der Genehmigung abzusehen. Wir gingen von der Über 1542 legung aus, dass der Begriff _gleichwertige_ _Arbeit_ schwer anzuwenden sei und dass der Bund nur beschränkte Möglichkeiten habe, im privaten Bereich auf die Verwirklichung des Grundsatzes _gleicher_ _Lohn_ _für_ _gleichwertige_ _Arbeit_ einzuwirken, zumal die Festsetzung des Lohnes in erster Linie Sache der Sozialpartner ist. Nationalrat und Ständerat stimmten damals dieser Auffassung zu. In der Folge wurde auf Grund eines Postulates beider Räte eine Kommission eingesetzt mit dem Auftrag, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Übereinkommens Nr. 100 zu prüfen. Die Kommission kam zum Schluss, dass die Fälle ungleicher Entlöhnung für gleichwertige Arbeit von Männern und Frauen vermutlich nicht so zahlreich seien, weshalb die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 im gesamten gesehen die schweizerische Wirtschaft nicht allzu schwer belasten würde. Im Jahre 1958 hat die Internationale Arbeitskonferenz ein Übereinkommen beschlossen, das mit dem Übereinkommen Nr. 100 in engem Zusammenhang steht. Es handelt sich um das Übereinkommen Nr. 111, das grundlegenden Menschenrechten Geltung verschaffen will. Es verbietet - unter bestimmten Vorbehalten - jede Diskriminierung in Beschäftigung oder Beruf auf Grund der Rasse, des Geschlechts, der Religion, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft. Der Bundesrat vertrat den Standpunkt, dass die Schweiz dieses Übereinkommen Nr. 111 zusammen mit dem Übereinkommen Nr. 100 ratifizieren sollte. Der Nationalrat stimmte diesem Antrag zu. Der Ständerat genehmigte lediglich das Übereinkommen Nr. 111, lehnte dagegen die Genehmigung des Übereinkommens Nr. 100 ab. Dementsprechend hat der Bundesrat das Übereinkommen Nr. 111 ratifiziert, während die Frage der Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 offen blieb. In seiner neuen Stellungnahme zum Übereinkommen Nr. 100 (BB1 **1960** I 39 ff.) stellte der Bundesrat fest, dass nach Artikel 2 die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit wohl für alle Arbeitnehmer zu fördern oder sicherzustellen sei, dass aber die Wahl der hierbei anzuwendenden _Mittel_ den einzelnen Staaten überlassen werde. Das Übereinkommen Nr. 100 stellt ausdrücklich auf die _Mittel_ ab, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltssätze entsprechen (Ziff. 1). Vom schweizerischen Grundsatz, wonach die Löhne nicht vom Staat geregelt werden, brauchte deshalb nicht abgewichen zu werden, und besondere gesetzliche Vorschriften wären nicht notwendig. Unser Land könnte sich auf folgende Vorkehren beschränken: Zunächst liesse sich der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts in der Bundesverwaltung verwirklichen, was keine Schwierigkeiten bereiten würde. Der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts ist in der Bundesverwaltung anerkannt. Er sollte aber inskünftig noch folgerichtiger in die Praxis umgesetzt werden. Ferner wäre der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts auch bei den Mindestlohnfestsetzungen für die Heimarbeit, soweit solche gestützt auf das Heimarbeitsgesetz notwendig werden sollten, durch den Bundesrat zur Geltung zu bringen. 1543 In bezug auf die Kantone und die private Wirtschaft wäre den Verpflichtungen des Übereinkommens in der Weise Genüge zu leisten, dass die zuständigen Bundesbehòrden die Durchführung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit empfehlen. Da in der Schweiz, unter Vorbehalt der Mindestlohnfestsetzungen für die Heimarbeit, der Grundsatz der freien Lohnbildung gilt, wären von selten der Staates für die Anwendung des Übereinkommens Nr. 100 keine weiteren Massnahmen, insbesondere keine neuen gesetzlichen Vorschriften erforderlich. Diese Auslegung entspricht dem Text des Übereinkommens, das die bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltssätze vorbehält. Hinsichtlich der Verpflichtung in Artikel 3, wonach Massnahmen für eine objektive Bewertung der Beschäftigung auf Grund der dabei erforderlichen Arbeitsleistung (Ziff. 1) zu treffen sind, ist darauf hinzuweisen, dass sich das Betriebswissenschaftliche Institut der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (BWI) mit Fragen der Arbeits- und Leistungsbewertung befasst und der privaten Wirtschaft beratend zur Verfügung steht. Überdies befassen sich auch andere Hochschulen mit Fragen der Arbeits- und Leistungsbewertung in enger Zusammenarbeit mit diesem Institut. Es müssten also keine besonderen Stellen geschaffen werden, da die bestehenden Organisationen den vom Übereinkommen gestellten Anforderungen vollauf genügen. _b._ Nachdem Herr Nationalrat Leuenberger in der Märzsession 1970 die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 postuliert hatte, wurden die Kantone sowie die Spitzenverbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit eingeladen, sich zur Frage der Ratifikation zu äussern. Die Arbeitgeberverbände stimmten für Ablehnung, wogegen die Arbeitnehmerverbände und die Mehrheit der Kantone (18 von 20 Kantonen, die sich geäussert hatten) sich für die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 aussprachen. Von den besonders interessierten Organisationen sind vor allem die Frauenorganisationen und der Schweizerische Gemeindeverband für die Ratifikation eingetreten; anderseits vertrat der Schweizerische Städteverband die Auffassung, eine Ratifikation sei überflüssig, weil der Grundsatz der Gleichheit des Entgelts für mannliche und weibliche Arbeitskräfte schon im ratifizierten Übereinkommen Nr. 111 enthalten sei. Das Eidgenössische Personalamt, die SBB und die PTT teilten mit, es stehe ihrerseits einer Ratifikation nichts mehr im Wege, nachdem die Gleichstellung des Entgelts für männliche und weibliche Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit in der Verwaltung schon weitgehend verwirklicht worden sei. Aus den Vernehmlassungen geht hervor, dass sich die Verhältnisse seit dem ablehnenden Beschluss des Ständerates vom 16. Juni 1961 deutlich zugunsten der weiblichen Arbeitnehmer - weiterentwickelt haben. Bei den öffentlichen Dienstverhältnissen sind die Unterschiede des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit, von wenigen Ausnahmen abgesehen, beseitigt worden. Dies gilt namentlich für die Bundesverwaltung und 1544 Bundesbetriebe. Da die meisten für arbeitsrechtliche Fragen zuständigen kantonalen Departemente sich in ihren Vernehmlassungen zugunsten der Ratifikation geäussert haben, darf angenommen werden, dass in den betreffenden Kantonen keine ins Gewicht fallenden Unterschiede hinsichtlich des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit mehr bestehen. Die allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge machen keine Unterschiede hinsichtlich der Mindestlöhne männlicher und weiblicher Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit. Es gehört bereits zur festen Praxis des Bundesrates, dass er, gestützt auf das Übereinkommen Nr. 111 über die Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, Anträge auf Allgemeinverbindlicherklärung von Vertragsbestimmungen, welche für männliche und weibliche Arbeitnehmer für gleichwertige Arbeit verschiedene Mindestlohnansätze vorsehen, ablehnt. Hinsichtlich der Lohnentwicklung kann darauf hingewiesen werden, dass sich der Unterschied zwischen den Männer- und Frauenlöhnen seit 1961 im Gesamtdurchschnitt um 2,8 Prozent verringert hat. Im Jahre 1961 bezogen die Männer durchschnittlich um 36,3 Prozent höhere Löhne als die Frauen; heute beträgt die Differenz noch 33,5 Prozent. Dieser Unterschied beruht im wesentlichen nicht auf einer ungleichen Entlöhnung von Männern und Frauen für gleichwertige Arbeit. Die durchschnittliche Lohndifferenz hat ihren Grund vielmehr in der Verschiedenartigkeit der von Männern und Frauen verrichteten Arbeit, wobei auch das erheblich tiefere durchschnittliche Lebens- und Dienstalter der weiblichen Arbeitnehmer mit ins Gewicht fällt. Mit Rücksicht darauf wird die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 nicht zu Lohnerhöhungen im Ausmass des obenerwähnten durchschnittlichen Lohnunterschiedes führen. Die Ratifikation dürfte aller Voraussicht nach nur zu unbedeutenden Lohnkorrekturen Anlass geben. Aus diesen Überlegungen kommen wir zum Schluss, dass das Übereinkommen Nr. 100 ratifiziert und damit dem Postulat Leuenberger entsprochen werden kann. _c._ Am 30. Januar 1970 wurde im Grossen Rat des Kantons Genf eine Motion eingereicht, mit welcher verlangt wurde, dass Männer und Frauen bei gleicher Arbeit gleich entlöhnt werden sollen. Der Staatsrat des Kantons Genf wurde ersucht, den Inhalt dieser Motion als kantonales Initiativbegehren an die Bundesbehörden weiterzuleiten. Der Staatsrat hat diese Motion angenommen und am 6. November 1970 dem Präsidenten der Vereinigten Bundesversammlung als Initiativbegehren eingereicht. Die eidgenössischen Räte haben uns dieses Initiativbegehren am 30. November 1970 zum Bericht überwiesen. Das Initiativbegehren deckt sich inhaltlich mit dem Postulat Leuenberger. Mit unseren vorstehenden Ausführungen kommen wir deshalb gleichzeitig dem Ersuchen um Berichterstattung zum Initiativbegehren nach. Wir empfehlen Ihnen, von den vorstehenden Ausführungen über die 54. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz in zustimmendem Sinne 1545 Kenntnis zu nehmen und beantragen, dem beigelegten Beschlussentwurf betreffend die Ratifikation des Übereinkommens Nr. 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zuzustimmen. Damit werden sowohl das Postulat Leuenberger (Nr. 10546) als auch das Initiativbegehren des Kantons Genf (Nr. 10731) erfüllt. Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung. Bern, den 20. Oktober 1971 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident : Gnägi Der Bundeskanzler: **Huber** Bundesblatt. 123.Jahrg. Bd.Il 93 1546 (Entwurf) **Bundesbeschluss** **betreffend** **das** **internationale** **Übereinkommen (Nr. 100) über** **die** **Gleichheit** **des** **Entgelts** **männlicher** **und** **weiblicher Arbeitskräfte** **für** **gleichwertige Arbeit** _Die_ _Bundesversammlung_ _der_ _Schweizerischen Eidgenossenschaft,_ gestützt auf die Artikel 8 und 85 Ziffer 5 der Bundesverfassung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 20. Oktober 197l [1] ', _beschliesst:_ Einziger Artikel 1 Das Übereinkommen Nr. 100 vom 29. Juni 1951 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, das an der 34. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz angenommen wurde, wird genehmigt. 2 Der Bundesrat ist ermächtigt, es zu ratifizieren. 2025 ***>** **BB11971** II1530 1547 _Anhang_ _I_ **Übereinkommen** **Nr. 132** **über** **den** **bezahlten** **Jahresurlaub** **(Neufassung** **vom** **Jahre 1970)** Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den bezahlten Urlaub, eine Frage, die den vierten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkommens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 24. Juni 1970, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Neufassung), 1970, bezeichnet wird. Artikel l Die Bestimmungen dieses Übereinkommens sind durch die innerstaatliche Gesetzgebung durchzuführen, soweit ihre Durchführung nicht durch Gesamtarbeitsverträge, Schiedssprüche, gerichtliche Entscheidungen, amtliche Verfahren zur Lohnfestsetzung oder auf irgendeine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise erfolgt, die unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jedes Landes geeignet erscheint. Artikel 2 1. Dieses Übereinkommen gilt für alle Arbeitnehmer mit Ausnahme der Seeleute. 2. Soweit notwendig, können von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, soweit solche bestehen, Massnahmen getroffen werden, um begrenzte Arbeitnehmergruppen von der Anwendung dieses Übereinkommens auszuschliessen, wenn im Hinblick auf die Art ihrer Beschäftigung im Zusammenhang mit der Durchführung oder mit verfassungsrechtlichen oder gesetzgeberischen Fragen besondere Probleme von erheblicher Bedeutung entstehen. 1548 3. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in seinem ersten Bericht, den es gemäss Artikel 22 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation über die Durchführung des Übereinkommens vorzulegen hat, die Gruppen anzugeben, die gegebenenfalls auf Grund von Absatz 2 dieses Artikels von der Anwendung ausgeschlossen worden sind, unter Angabe der Gründe für deren Ausschluss, und in den folgenden Berichten den Stand seiner Gesetzgebung und Praxis in bezug auf die ausgeschlossenen Gruppen anzugeben und mitzuteilen, in welchem Umfang dem Übereinkommen in bezug auf diese Gruppen entsprochen wurde oder entsprochen werden soll. Artikels 1. Jede Person, für die dieses Übereinkommen gilt, hat Anspruch auf einen bezahlten Jahresurlaub von einer bestimmten Mindestdauer. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in einer seiner Ratifikationsurkunde beigefügten Erklärung die Dauer des Urlaubs anzugeben. 3. Der Urlaub darf auf keinen Fall weniger als drei Arbeitswochen für ein Dienstjahr betragen. 4. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann in der Folge den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes durch eine weitere Erklärung davon in Kenntnis setzen, dass es einen längeren Urlaub festlegt, als es im Zeitpunkt der Ratifikation angegeben hat. Artikel 4 1. Eine Person, deren Dienstzeit während eines bestimmten Jahres kürzer war als die im vorangehenden Artikel für den vollen Anspruch vorgeschriebene Dienstzeit, hat für dieses Jahr Anspruch auf bezahlten Urlaub im Verhältnis zur Dauer ihrer Dienstzeit während dieses Jahres. 2. Der Ausdruck «Jahr» in Absatz l dieses Artikels bedeutet Kalenderjahr oder jeden anderen gleich langen Zeitabschnitt, der von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in dem betreffenden Land bestimmt wird. Artikel 5 1. Für den Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub kann eine Mindestdienstzeit verlangt werden. 2. Die Dauer jeder solchen Mindestdienstzeit ist in dem betreffenden Land von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren zu bestimmen, darf aber sechs Monate nicht überschreiten. 3. Die Art und Weise, wie die Dienstzeit für die Bemessung des Urlaubsanpruchs zu berechnen ist, ist von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verihren in jedem Land zu bestimmen. 4. Unter Bedingungen, die von der zuständigen Stelle oder durch geeignete rfahren in jedem Land zu bestimmen sind, sind Arbeitsversäumnisse aus 1549 Gründen, die unabhängig vom Willen des beteiligten Arbeitnehmers bestehen, wie z. B. Krankheit, Unfall oder Mutterschaft, als Dienstzeit anzurechnen. Artikel 6 1. Öffentliche und übliche Feiertage, gleichviel ob sie in die Zeit des Jahresurlaubs fallen oder nicht, sind in den in Artikel 3 Absatz 3 vorgeschriebenen Mindestjahresurlaub nicht einzurechnen. 2. Unter Bedingungen, die von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land zu bestimmen sind, dürfen Zeiten der Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit oder Unfall in den in Artikel 3 Absatz 3 vorgeschriebenen Mindestjahresurlaub nicht eingerechnet werden. Artikel? 1. Jede Person, die den in diesem Übereinkommen vorgesehenen Urlaub nimmt, hat für die ganze Urlaubsdauer mindestens ihr normales oder durchschnittliches Entgelt zu erhalten (einschliesslich des Gegenwertes in bar für jeden Teil dieses Entgelts, der aus Sachleistungen besteht, sofern es sich nicht um Dauerleistungen handelt, die ohne Rücksicht darauf weitergewährt werden, ob sich die betreffende Person auf Urlaub befindet oder nicht) ; dieses Entgelt ist in jedem Land auf eine von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren zu bestimmende Weise zu berechnen. 2. Die nach Absatz l dieses Artikels zustehenden Betrage sind dem betreffenden Arbeitnehmer vor Urlaubsantritt auszuzahlen, sofern m einer für ihn und seinen Arbeitgeber geltenden Vereinbarung nichts anderes vorgesehen ist. Artikels 1. Die Teilung des bezahlten Jahresurlaubs kann von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land zugelassen werden. 2. Sofern in einer für den Arbeitgeber und den beteiligten Arbeitnehmer geltenden Vereinbarung nichts anderes vorgesehen ist und der beteiligte Arbeitnehmer auf Grund seiner Dienstzeit Anspruch auf eine solche Zeitspanne hat, hat einer der Teile mindestens zwei ununterbrochene Arbeitswochen zu umfassen. Artikel 9 1. Der in Artikel 8 Absatz 2 dieses Übereinkommens erwähnte ununterbrochene Teil des bezahlten Jahresurlaubs ist spätestens ein Jahr und der übrige Teil des bezahlten Jahresurlaubs spätestens achtzehn Monate nach Ablauf des Jahres, für das der Urlaubsanspruch erworben wurde, zu gewähren und zu nehmen. 2. Jeder Teil des Jahresurlaubs, der eine vorgeschriebene Mindestdauer übersteigt, kann mit der Zustimmung des beteiligten Arbeitnehmers über die in Absatz l dieses Artikels angegebene Frist hinaus und bis zu einem festgesetzten späteren Termin aufgeschoben werden. 1550 3. Die Mindestdauer und der Termin, die in Absatz 2 dieses Artikels erwähnt werden, sind von der zuständigen Stelle nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände oder durch Kollektivverhandlungen oder auf irgendeine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise zu bestimmen, die unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse jedes Landes geeignet erscheint. Artikel 10 1. Wird die Zeit, zu der der Urlaub zu nehmen ist, nicht durch Vorschriften durch Gesamtarbeitsvertrag, Schiedsspruch oder auf eine andere, den innerstaatlichen Gepflogenheiten entsprechende Art und Weise bestimmt, so ist sie vom Arbeitgeber nach Anhörung des beteiligten Arbeitnehmers oder seiner Vertreter festzusetzen. 2. Bei der Festsetzung der Zeit, zu der der Urlaub zu nehmen ist, sind die Erfordernisse der Arbeit und die Gelegenheiten, die dem Arbeitnehmer zum Ausruhen und zur Erholung zur Verfügung stehen, zu berücksichtigen. Artikel 11 Ein Arbeitnehmer, der eine Mindestdienstzeit zurückgelegt hat, wie sie nach Artikel 5 Absatz l dieses Übereinkommens verlangt werden kann, hat bei der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf einen bezahlten Urlaub im Verhältnis zu der Dienstzeit, für die er keinen solchen Urlaub erhalten hat, oder auf eine Urlaubsabgeltung oder ein gleichwertiges Urlaubsguthaben. Artikel 12 Jede Vereinbarung über die Abdingung des Anspruchs auf den in Artikel 3 Absatz 3 dieses Übereinkommens vorgeschriebenen bezahlten Mindestjahresurlaub oder über den Verzicht auf diesen Urlaub gegen Entschädigung oder auf irgendeine andere Art hat je nach den Verhältnissen des betreffenden Landes als nichtig zu gelten oder ist zu verbieten. Artikel 13 Von der zuständigen Stelle oder durch geeignete Verfahren in jedem Land können besondere Regelungen für Fälle festgelegt werden, in denen der Arbeitnehmer während des Urlaubs eine Erwerbstätigkeit ausübt, die mit dem Urlaubszweck unvereinbar ist. Artikel 14 Es sind mit der Art der Durchführung dieses Übereinkommens im Einklang stehende wirksame Massnahmen zu treffen, um die ordnungsgemässe Anwendung und Durchsetzung der Vorschriften oder Bestimmungen über den bezahlten Urlaub durch eine angemessene Aufsicht oder durch sonstige Mittel zu gewährleisten. 1551 Artikel 15 1. Jedes Mitglied kann die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen getrennt übernehmen für _a)_ Arbeitnehmer in Wirtschaftszweigen ausserhalb der Landwirtschaft; _b)_ Arbeitnehmer in der Landwirtschaft. 2. Jedes Mitglied hat in seiner Ratifikationsurkunde anzugeben, ob es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für die in Absatz l Buchstabe _a)_ dieses Artikels angeführten Personen, für die in Absatz l Buchstabe _b)_ dieses Artikels angeführten Personen oder für beide Personengruppen übernimmt. 3. Jedes Mitglied, das bei der Ratifikation die Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen entweder nur für die in Absatz l Buchstabe _a)_ dieses Artikels angeführten Personen oder nur für die in Absatz l Buchstabe _b)_ dieses Artikels angeführten Personen übernommen hat, kann in der Folge dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes mitteilen, dass es die Verpflichtungen aus dem Übereinkommen für alle Personengruppen übernimmt, für die dieses Übereinkommen gilt. Artikel 16 Dieses Übereinkommen ändert das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub, 1936, und das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, nach Massgabe der folgenden Bestimmungen: _a)_ die Übernahme der Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen für Arbeitnehmer in Wirtschaftszweigen ausserhalb der Landwirtschaft durch ein Mitglied, das das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub, 1936, ratifiziert hat, schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung jenes Übereinkommens in sich; _b)_ die Übernahme der Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft durch ein Mitglied, das das Übereinkommen über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, ratifiziert hat, schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung jenes Übereinkommens in sich; _c)_ das Inkrafttreten dieses Übereinkommens schliesst weitere Ratifikationen des Übereinkommens über den bezahlten Urlaub (Landwirtschaft), 1952, nicht aus. Artikel 17 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. Artikel 18 l. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 1552 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. Artikel 19 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. Artikel 20 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. Artikel 21 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen. Artikel 22 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. 1553 Artikel 23 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen : _a)_ Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Übereinkommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 19, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. _b)_ Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. Artikel 24 Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. **Übereinkommen** **Nr. 131** **über** **die** **Festsetzung** **von** **Mindestlöhnen,** **besonders** **unter** **Berücksichtigung** **der** **Entwicklungsländer** Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, nimmt Kenntnis von den Bestimmungen des Übereinkommens über Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, 1928, und des Übereinkommens über die Gleichheit des Entgelts, 1951, die von vielen Staaten ratifiziert worden sind, sowie des Übereinkommens über die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen (Landwirtschaft), 1951 ; stellt fest, dass diese Übereinkommen eine wertvolle Rolle im Hinblick auf den Schutz benachteiligter Gruppen von Lohnempfängern gespielt haben ; ist der Ansicht, dass es an der Zeit ist, eine weitere Urkunde anzunehmen, die diese Übereinkommen ergänzt und den Lohnempfängern Schutz gegen unangemessen niedrige Löhne gewährt und die, obgleich allgemein anwendbar, die Bedürfnisse der Entwicklungsländer besonders berücksichtigt ; 1554 hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhängende Probleme, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsländer, eine Frage, die den fünften Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Übereinkom mens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 22. Juni 1970, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über die Festsetzung von Mindestlöhnen, 1970, bezeichnet wird. Artikel l 1. Jedes Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation, das dieses Übereinkommen ratifiziert, verpflichtet sich, ein Mindestlohnsystem einzuführen, das alle Gruppen von Lohnempfängern erfasst, deren Beschäftigungsbedingungen eine solche Erfassung als angebracht erscheinen lassen. 2. Die zuständige Stelle in jedem Land hat im Einvernehmen oder nach umfassender Beratung mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden, soweit solche bestehen, die zu erfassenden Gruppen von Lohnempfängern zu bestimmen. 3. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat in seinem ersten Bericht, den es nach Artikel 22 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation über die Durchführung des Übereinkommens vorzulegen hat, die Gruppen von Lohnempfängern anzugeben, die auf Grund dieses Artikels nicht erfasst worden sind; dabei hat es die Gründe für ihre Nichterfassung anzuführen und in seinen späteren Berichten den Stand seiner Gesetzgebung und Praxis hinsichtlich der nicht erfassten Gruppen anzugeben und mitzuteilen, in welchem Umfang dem Übereinkommen in bezug auf diese Gruppen entsprochen wurde oder entsprochen werden soll. Artikel 2 1. Mindestlöhne haben Gesetzeskraft und dürfen nicht unterschritten werden ; ihre Nichteinhaltung hat angemessene strafrechtliche oder sonstige Zwangsmassnahmen gegen die beteiligte Person oder die beteiligten Personen zur Folge. 2. Unter Vorbehalt der Bestimmungen von Absatz l dieses Artikels ist die Freiheit der Kollektiwerhandlungen in vollem Masse zu wahren. Artikel 3 Bei der Bestimmung der Höhe der Mindestlöhne sind, soweit dies im Hinblick auf die innerstaatlichen Gepflogenheiten und Verhältnisse möglich und angebracht ist, unter anderem zu beachten: _a)_ die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen unter Berücksichtigung der allgemeinen Höhe der Löhne in dem betreffenden 1555 Land, der Lebenshaltungskosten, der Leistungen der Sozialen Sicherheit und des vergleichbaren Standes der Lebenshaltung anderer sozialer Grup pen; _b)_ wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirt schaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsstand zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Artikel 4 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert, hat den innerstaatlichen Verhältnissen und Erfordernissen angepasste Verfahren einzuführen und beizubehalten, die es ermöglichen, für die gemäss Artikel l erfassten Gruppen von Lohnempfängern Mindestlöhne festzusetzen und von Zeit zu Zeit anzupassen. 2. Im Zusammenhang mit der Einführung, Anwendung und Abänderung solcher Verfahren sind umfassende Beratungen mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden oder, falls keine solchen Verbände bestehen, mit Vertretern der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorzusehen. 3. Sofern es auf Grund der Art der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen zweckmässig ist, ist bei ihrer Anwendung auch die unmittelbare Beteiligung folgender Personen vorzusehen: _a)_ Vertreter der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände oder, falls keine solchen Verbände bestehen, Vertreter der beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf der Grundlage der Gleichberechtigung; _b)_ Personen, deren Befähigung zur Vertretung der allgemeinen Interessen des Landes anerkannt ist und die nach umfassender Beratung mit den massgebenden beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden bestellt worden sind, soweit solche Verbände bestehen und eine solche Beratung der innerstaatlichen Gesetzgebung oder Praxis entspricht. Artikel 5 Um die wirksame Durchführung aller Bestimmungen über die Mindestlöhne zu gewährleisten, sind geeignete Massnahmen zu treffen, zum Beispiel durch die Errichtung eines angemessenen, durch andere erforderliche Massnahmen verstärkten Aufsichtssystems. Artikel 6 Dieses Übereinkommen gilt nicht als Neufassung irgendeines bestehenden Übereinkommens. Artikel 7 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. 1556 Artikel 8 1. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. Artikel 9 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. Artikel 10 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. Artikel 11 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen und Kündigungen. Artikel 12 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner 1557 gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. Artikel 13 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen : _a)_ Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Übereinkommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 9, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. _b)_ Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. Artikel 14 Der franzosische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. # Empfehlung Nr. 135 **betreffend** **die** **Festsetzung** **von** **Mindestlöhnen,** **besonders** **unter** **Berücksichtigung** **der** **Entwicklungsländer** Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, nimmt Kenntnis von den Bestimmungen der Empfehlung betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen, 1928, der Empfehlung betreffend die Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen (Landwirtschaft), 1951, und der Empfehlung betreffend die Gleichheit des Entgelts, 1951, die wertvolle Richtlinien für die mit der Festsetzung von Mindestlöhnen betrauten Organe enthalten; ist der Ansicht, dass durch die Erfahrungen der letzten Jahre die Bedeutung einiger weiterer Erwägungen im Zusammenhang mit der Festsetzung von Mindestlöhnen unterstrichen wurde, einschliesslich der Annahme von Kri 1558 terien, die die Mmdestlohnsysteme sowohl zu einem wirksamen Instrument des sozialen Schutzes als auch zu einem Element der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungspolitik werden lassen; ist der Ansicht, dass durch die Festsetzung von Mindestlöhnen die Führung und Fortentwicklung freier Kollektiwerhandlungen als Mittel zur Festsetzung von Löhnen, die über den Mindestlöhnen liegen, in keiner Weise beeinträchtigt werden sollte; hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen und damit zusammenhängende Probleme, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklungsländer, eine Frage, die den fünften Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 22. Juni 1970, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend die Festsetzung von Mindestlöhnen, 1970, bezeichnet wird. **I.** **Zweck** **der** **Festsetzung** **von** **Mindestlöhnen** 1. Die Festsetzung von Mindestlöhnen sollte eines der Elemente einer Politik bilden, die dazu bestimmt ist, die Armut zu überwinden und die Befriedigung der Bedürfnisse aller Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen sicherzustellen. 2. Der grundlegende Zweck der Festsetzung von Mindestlöhnen sollte darin bestehen, den Lohnempfängern den erforderlichen sozialen Schutz hinsichtlich der mindestzulässigen Lohnhöhe zu gewähren. **u.** **Kriterien** **für** **die** **Bestimmung** **der** **Mindestlohnhöhe** 3. Bei der Bestimmung der Höhe der Mindestlöhne sollten u. a. folgende Kriterien berücksichtigt werden : _a)_ die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen; _b)_ die allgemeine Höhe der Löhne in dem betreffenden Land; _c)_ die Lebenshaltungskosten und ihre Veränderungen; _d)_ die Leistungen der Sozialen Sicherheit; _e)_ der vergleichbare Stand der Lebenshaltung anderer sozialer Gruppen; _f)_ wirtschaftliche Gegebenheiten, einschliesslich der Erfordernisse der wirt schaftlichen Entwicklung, der Produktivität und des Interesses daran, einen hohen Beschäftigungsstand zu erreichen und aufrechtzuerhalten. **HI.** **Geltungsbereich** **des** **Systems** **zur** **Festsetzung** **von** **Mindestlöhnen** 4. Die Zahl und die Gruppen der Lohnempfänger, die auf Grund von Artikel l des Übereinkommens über die Festsetzung von Mindestlohnen, 1970, nicht erfasst sind, sollten auf ein Mindestmass beschränkt werden. 1559 5. (1) Das Mindestlohnsystem kann auf die auf Grund von Artikel l des Übereinkommens erfassten Lohnempfänger angewendet werden, indem entweder ein einheitlicher, allgemein anwendbarer Mindestlohn oder eine Reihe von Mindestlöhnen für einzelne Gruppen von Arbeitnehmern festgesetzt wird. (2) Ein System, das auf einem einheitlichen Mindestlohn beruht, _a)_ muss mit der Festsetzung unterschiedlicher Mindestlohnsàtze für verschie dene Gebiete oder Zonen zur Berücksichtigung unterschiedlicher Lebenshaltungskosten nicht unvereinbar sein; _b)_ sollte die Wirkung früherer oder künftiger Entscheidungen, durch die für einzelne Arbeitnehmergruppen über dem allgemeinen Mindestsatz liegende Mindestlöhne festgesetzt werden, nicht beeinträchtigen. **IV.** **Verfahren** **zur** **Festsetzung** **von** **Mindestlöhnen** 6. Die in Artikel 4 des Übereinkommens vorgesehenen Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen können verschiedene Formen annehmen; Mindestlöhne können z. B. festgesetzt werden durch: _a)_ Gesetz; _b)_ Entscheidungen der zuständigen Stelle, mit oder ohne ausdrückliche Be stimmung über die Berücksichtigung von Empfehlungen anderer Stellen; _c)_ Entscheidungen von Lohnkommissionen oder Lohnausschüssen ; _d)_ Arbeitsgerichte oder andere Gerichte für arbeitsrechtliche Streitigkeiten; oder _e)_ Allgemeinverbindlicherklärung der Bestimmungen von Gesamtarbeitsver trägen. 7. Die in Artikel 4 Absatz 2 des Übereinkommens vorgesehene Beratung sollte sich insbesondere auf die folgenden Angelegenheiten erstrecken : _a)_ die Auswahl und Anwendung der Kriterien für die Bestimmung der Min destlöhne; _b)_ den festzusetzenden Mindestlohnsatz oder die festzusetzenden Mindest lohnsätze; _c)_ die von Zeit zu Zeit vorzunehmende Anpassung des Mindestlohnsatzes oder der Mindestlohnsätze; _d)_ bei der Durchführung der Mindestlohngesetzgebung aufgetretene Schwie rigkeiten ; _e)_ die Sammlung von Unterlagen und die Durchführung von Untersuchun gen zur Unterrichtung der Stellen, die mit der Festsetzung der Mindestlöhne betraut sind. 8. In Ländern, in denen Organe eingesetzt wurden, die die zuständige Stelle in Mindestlohnfragen beraten oder denen die Regierung die Entscheidungsbefugnis in solchen Fragen übertragen hat, sollten die Personen, die gemäss Artikel 4 Absatz 3 des Übereinkommens an der Anwendung der Verfah 1560 ren zur Festsetzung von Mindestlöhnen zu beteiligen sind, Mitglieder dieser Organe sein. 9. Bei den Personen, die die allgemeinen Interessen des Landes vertreten und deren Beteiligung an der Anwendung der Verfahren zur Festsetzung von Mindestlöhnen in Artikel 4 Absatz 3 _b)_ des Übereinkommens vorgesehen ist, sollte es sich um entsprechend befähigte unabhängige Personen handeln; gegebenenfalls könnten dies Beamte sein, die für die Arbeitsbeziehungen, die Wirtschafts- und Sozialplanung oder die Gestaltung der Wirtschafts- und Sozialpolitik zuständig sind. 10. Soweit die innerstaatlichen Verhältnisse dies gestatten, sollten ausreichende Mittel für die Sammlung statistischer und sonstiger Daten bereitgestellt werden, die für analytische Untersuchungen der bedeutsamen wirtschaftlichen Gegebenheiten, insbesondere der in Absatz 3 dieser Empfehlung erwähnten, und ihrer voraussichtlichen Entwicklung benötigt werden. **V.** **Anpassung** **der** **Mindestlöhne** 11. Die Mindestlöhne sollten von Zeit zu Zeit angepasst werden, um Veränderungen der Lebenshaltungskosten und anderer wirtschaftlicher Verhältnisse Rechnung zu tragen. 12. Zu diesem Zweck könnte eine Überprüfung der Mindestlohnsätze in Beziehung zu den Lebenshaltungskosten und anderen wirtschaftlichen Gegebenheiten vorgenommen werden, und zwar entweder in regelmässigen Zeitabständen oder jeweils dann, wenn eine solche Überprüfung im Lichte von Änderungen in einem Index der Lebenshaltungskosten als angebracht erscheint. 13. (1) Zur Erleichterung der Durchführung von Absatz 11 dieser Empfehlung sollten in regelmässigen Zeitabständen Untersuchungen über die wirtschaftliche Lage des Landes, einschliesslich der Entwicklungstendenzen des Einkommens je Einwohner, der Produktivität, der Beschäftigung, der Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung, durchgeführt werden, soweit die innerstaatlichen Mittel dies gestatten. (2) Die Häufigkeit solcher Untersuchungen sollte im Lichte der innerstaatlichen Verhältnisse bestimmt werden. **VI.** **Durchführung** 14. Die in Artikel 5 des Übereinkommens vorgesehenen Massnahmen zur Gewährleistung der wirksamen Durchführung aller Bestimmungen betreffend die Mindestlöhne sollten folgendes umfassen : _a)_ Vorkehrungen für die Bekanntmachung der Mindestlohnbestimmungen in den Sprachen oder Dialekten, die die schutzbedürftigen Arbeitnehmer verstehen, und nötigenfalls in einer den Bedürfnissen von Analphabeten angepassten Form; 1561 _b)_ die Beschäftigung einer ausreichenden Zahl von Aufsichtsbeamten mit ge eigneter Ausbildung, die mit den zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Befugnissen und Mitteln ausgestattet sind; _c)_ angemessene Zwangsmassnahmen bei Verletzung der Mindestlohnbestim mungen ; _d)_ die Vereinfachung der gesetzlichen Bestimmungen und Verfahren sowie andere geeignete Mittel, um es den Arbeitnehmern zu ermöglichen, die ihnen auf Grund der Mindestlohnbestimmungen zustehenden Rechte wirksam auszuüben, einschliesslich des Rechts, die Nachzahlung der ihnen noch zustehenden Beträge zu erwirken; _e)_ die Mitwirkung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbànde an den Be mühungen, die Arbeitnehmer gegen Missbräuche zu schützen; _f)_ einen angemessenen Schutz der Arbeitnehmer gegen Benachteiligung. **Empfehlung** **Nr. 136** **betreffend** **Sonderprogramme** **für die** **Beschäftigung** **und** **Ausbildung** **Jugendlicher** **zu** **Entwicklungszwecken** Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 3. Juni 1970 zu ihrer vierundfünfzigsten Tagung zusammengetreten ist, erinnert an die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsüberein kommen und Empfehlungen über die Ausbildung und Beschäftigung Jugendlicher, insbesondere an die Empfehlung betreffend die Arbeitslosigkeit (Jugendliche), 1935, die Empfehlung betreffend die berufliche Ausbildung, 1962, und das Übereinkommen und die Empfehlung über die Beschäftigungspolitik, 1964; ist der Ansicht, dass Sonderprogramme für die Beschäftigung Jugendlicher und Ausbildungsprogramme, die dazu bestimmt sind, Jugendlichen die zur Anpassung an den Rhythmus einer sich wandelnden Gesellschaft und für ihre aktive Beteiligung an der Entwicklung ihres Landes notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln, eine Methode zur Lösung der Probleme im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Jugendlichen darstellen, welche die in den bestehenden Urkunden behandelten Methoden ergänzt; stellt fest, dass die Probleme, die mit dieser Methode gelöst werden sollen, erst in den letzten Jahren in grösserem Umfang in Erscheinung getreten sind; hält es für wichtig, eine Urkunde anzunehmen, in der die Ziele, Methoden und Garantien solcher Sonderprogramme in einer Weise festgelegt werden, dass Bundesblatt. 123.Jahrg. Bd.II 94 1562 sie mit den früher angenommenen internationalen Arbeitsnormen, die sich auf die Dienstbedingungen in solchen Programmen beziehen können, völlig im Einklang stehen, insbesondere mit denjenigen des Übereinkommens über Zwangsarbeit, 1930, und des Übereinkommens über die Abschaffung der Zwangsarbeit, 1957; hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend Sonderpro gramme für die Beschäftigung und Ausbildung Jugendlicher zu Entwicklungszwecken, eine Frage, die den sechsten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 23. Juni 1970, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend Sonderprogramme für Jugendliche, 1970, bezeichnet wird. **L Art der** **Sonderprogramme** 1. (1) Diese Empfehlung gilt für Sonderprogramme, die es Jugendlichen ermöglichen sollen, an Tätigkeiten zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes teilzunehmen und eine Bildung, Fertigkeiten und Erfahrungen zu erwerben, die ihnen ihre spätere wirtschaftliche Tätigkeit auf dauernder Grundlage erleichtern und ihre Eingliederung in die Gesellschaft fördern. (2) Diese Programme werden im folgenden als «Sonderprogramme» bezeichnet. 2. Als Sonderprogramme im Sinne dieser Empfehlung können gelten : _a)_ Programme, die Bedürfnisse in bezug auf die Beschäftigung und Ausbil dung Jugendlicher erfüllen, denen durch die bestehenden innerstaatlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogramme oder durch die normalen Möglichkeiten des Arbeitsmarktes noch nicht entsprochen wird; _b)_ Programme, die Jugendliche, insbesondere arbeitslose Jugendliche, mit einer Bildung oder fachlichen Befähigungen, deren die Gemeinschaft für die Entwicklung, insbesondere auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet sowie auf dem Gebiet des Bildungs- oder des Gesundheitswesens, bedarf, in die Lage versetzen, ihre Befähigungen im Dienste der Gemeinschaft zu gebrauchen. **H.** **Allgemeine** **Grundsätze** 3. (1) Die Sonderprogramme sollten im Rahmen der innerstaatlichen Entwicklungspläne organisiert werden, soweit solche bestehen, und insbesondere vollständig mit den Planen und Programmen zur Erschliessung der Arbeitskraftreserven und zur Erreichung der produktiven Vollbeschäftigung sowie mit den ordentlichen Bildungs- und Ausbildungsprogrammen für Jugendliche koordiniert werden. **1563** (2) Die Sonderprogramme sollten einen vorübergehenden Charakter zur Befriedigung unmittelbarer und dringender wirtschaftlicher und sozialer Bedürfnisse haben. Sie sollten sich nicht mit anderen Massnahmen der Wirtschaftspolitik oder mit der Entwicklung ordentlicher Bildungs- oder Berufsausbildungsprogramme überschneiden oder diese beeinträchtigen und nicht als Ersatz für solche Massnahmen und für die ordentlichen Programme betrachtet werden. (3) Die Sonderprogramme sollten nicht so durchgeführt werden, dass dadurch die Arbeitsnormen herabgesetzt werden könnten; auch sollten die Dienstleistungen der Teilnehmer nicht zum Nutzen privater Personen oder Unternehmen verwendet werden. (4) Die Sonderprogramme sollten den Teilnehmern erforderlichenfalls wenigstens ein Mindestmass an Bildung vermitteln. 4. Zu den wesentlichen Elementen jedes Sonderprogramms sollten die Wahrung der menschlichen Würde, die Entfaltung der Persönlichkeit und die Entwicklung des personlichen und sozialen Verantwortungsbewusstseins gehö ren. 5. Die Sonderprogramme sollten ohne Diskriminierung auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, des Glaubensbekenntnisses, der politischen Meinung, der nationalen Abstammung oder der sozialen Herkunft durchgeführt werden; sie sollten zur Förderung der Gleichheit der Gelegenheiten und der Gleichbehandlung verwendet werden. 6. Die Ziele und Zwecke jedes Sonderprogramms und die Teilnehmerkategorien sollten von der zustandigen Stelle klar bestimmt und im Lichte der Erfahrung in regelmässigen Zeitabständen überprüft werden. 7. (1) Die Teilnahme an den Sonderprogrammen sollte freiwillig sein; Ausnahmen können nur durch gesetzgeberische Massnahmen und nur dann zugelassen werden, wenn die Bestimmungen der bestehenden internationalen Arbeitsübereinkommen über die Zwangsarbeit und die Beschäftigungspolitik voll eingehalten werden. (2) Zu den Programmen, bei denen solche Ausnahmen zugelassen werden können, könnten die folgenden gehören : _a)_ Bildungs- und Ausbildungsprogramme, bei denen eine pflichtmässige Teil nahme arbeitsloser Jugendlicher während einer bestimmten Zeitspanne nach Überschreiten des normalen Schulentlassungsalters vorgesehen ist; _b)_ Programme für Jugendliche, die sich für eine bestimmte Zeit zu einer Dienstleistung verpflichtet haben, als Vorbedingung dafür, dass sie eine Bildung oder fachliche Befähigungen erwerben können, die für die Gemeinschaft im Hinblick auf die Entwicklung von besonderem Wert sind. (3) Werden solche Ausnahmen zugelassen, so sollte den Teilnehmern in grösstmöglichem Masse die freie Wahl zwischen verschiedenen verfügbaren Arten der Betätigung und verschiedenen Landesteilen gelassen werden, und 1564 ihre Befähigungen und Eignungen sollten bei der Zuweisung ihrer Aufgaben entsprechend berücksichtigt werden. 8. Die Dienstbedingungen der Teilnehmer an den Sonderprogrammen sollten von der zuständigen Stelle klar festgelegt werden; sie sollten mit den Rechtsvorschriften über das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung übereinstimmen und mit den anderen Rechtsvorschriften im Einklang stehen, die für die ordentliche Ausbildung oder die normale Beschäftigung von Jugendlichen gelten. 9. Die Teilnehmer sollten weiterhin die Möglichkeit haben, Jugend- oder Gewerkschaftsverbänden ihrer Wahl anzugehören und an deren Tätigkeiten teilzunehmen. 10. Es sollten formelle Verfahren bestehen, die es den Teilnehmern ermöglichen, gegen die ihre Anwerbung, ihre Aufnahme oder die Dienstbedingungen betreffenden Entscheidungen Einspruch zu erheben, sowie vereinfachte Verfahren zur Behandlung geringfügiger Beschwerden. **III.** **Programme,** **die** **Bedürfnisse** **in** **bezug** **auf die** **Beschäftigung** **und** **Ausbildung** **Jugendlicher** **erfüllen,** **denen** **durch** **die** **bestehenden** **innerstaatlichen** **Bildungs-** **oder** **Berufsausbildungsprogramme** **oder** **durch** **die** **normalen** **Möglichkeiten** **des** **Arbeitsmarktes** **noch** **nicht** **entsprochen** **wird** **A.** **Zwecke** 11. Je nach den innerstaatlichen Erfordernissen und Umständen sollten Sonderprogramme, für die dieser Abschnitt der Empfehlung gilt, einem oder mehreren der folgenden besonderen Zwecke dienen : _a)_ Jugendlichen, die in bezug auf Bildung oder in anderer Hinsicht benach teiligt sind, eine Bildung, Fertigkeiten und Arbeitsgewohnheiten zu vermitteln, die für eine nützliche und bezahlte wirtschaftliche Tätigkeit und für ihre Eingliederung in die Gesellschaft notwendig sind; _b)_ die Jugendlichen an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes, einschliesslich der Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Gebiete, teilnehmen zu lassen; _c)_ Jugendlichen, die sonst arbeitslos wären, eine nützliche Beschäftigung im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zu verschaffen. **B.** **Teilnahme** 12. Bei der Auswahl von Jugendlichen für die Teilnahme an Sonderprogrammen sollte folgendes berücksichtigt werden : _a)_ das Alter, die Bildung, die Ausbildung und gegebenenfalls die Arbeitser fahrung der Anwärter; je nach der Art des Programms sollte dabei Rück 1565 sieht genommen werden auf das Ziel, benachteiligten Jugendlichen vermehrte Gelegenheiten zu bieten, sowie auf ihre Fähigkeit, aus dem Programm Nutzen zu ziehen und einen Beitrag zu seiner Durchführung zu leisten; _b)_ ihre geistige und körperliche Eignung für die Aufgaben, die sie während und nach ihrer Teilnahme an dem Programm zu erfüllen haben; _c)_ das Ausmass, in dem die im Rahmen des Programms zu erwerbende Er fahrung voraussichtlich die zukünftigen Gelegenheiten der betreffenden Jugendlichen vermehren und sie befähigen wird, zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung beizutragen. 13. Die zuständige Stelle sollte Altersgrenzen für die Teilnahme festsetzen, die der im Rahmen verschiedener Arten von Sonderprogrammen vermittelten Ausbildung und der auszuführenden Arbeit entsprechen. Diese Altersgrenzen sollten die internationalen Arbeitsnormen betreffend das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung berücksichtigen. 14. Die Sonderprogramme sollten einer möglichst grossen Anzahl von Jugendlichen die Aufnahme einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit oder den Übergang zu ordentlichen Bildungs- oder Berufsausbildungsprogrammen ermöglichen; die Teilnahmedauer sollte dementsprechend begrenzt sein. 15. In jedem Sonderprogramm sollte durch geeignete Massnahmen dafür gesorgt werden, dass jeder Teilnehmer vor seiner Aufnahme alle Dienstbedingungen (einschliesslich etwaiger Verhaltensregeln), die im Rahmen des Programms auszuführenden Arbeiten, die erforderliche Ausbildung und seine Rechte während und bei Beendigung seiner Dienstzeit vollkommen versteht. **C.** **Inhalt** **der** **Sonderprogramme** 16. Der Inhalt der Sonderprogramme sollte dem Alter, dem Geschlecht, dem Bildungs- und Ausbildungsgrad und den Fähigkeiten der Teilnehmer angepasst sein und kann demnach, auch innerhalb eines Programms, unterschiedlich sein. 17. Alle Sonderprogramme sollten eine kurze Einführungszeit zu dem Zweck umfassen, _a)_ die Teilnehmer in Fragen zu unterrichten, die für alle von Interesse sind, wie insbesondere die allgemeinen Regeln der Sicherheit und Hygiene und die Einzelheiten der für die Tätigkeiten im Rahmen des Programms geltenden Vorschriften; _b)_ die Teilnehmer mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen im Rahmen des Programms vertraut zu machen und ihr Interesse anzuregen; _c)_ die Eignungen der Teilnehmer festzustellen, um sie bei derjenigen Tätig keit einzusetzen, die diesen Eignungen am besten entspricht. 18. Den an den Sonderprogrammen teilnehmenden Personen sollte ein ergänzender Unterricht erteilt werden, u. a. über staatsbürgerliche, Wirtschaft 1566 liehe und soziale Fragen, der auf ihre Bedürfnisse sowie die Bedürfnisse und Wunschziele ihres Landes bezogen ist; ferner sollten sie über die Rolle und die Funktionen der auf der Grundlage der Freiwilligkeit errichteten Organisationen zur Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber unterrichtet werden. 19. Die Sonderprogramme, die ausschliesslich oder teilweise dazu bestimmt sind, Jugendlichen mit begrenzten Gelegenheiten die für eine nützliche wirtschaftliche Tätigkeit notwendigen Fertigkeiten zu vermitteln, sollten _a)_ vor allem darauf abzielen, die Teilnehmer für Berufe vorzubereiten, in de nen sie voraussichtlich Möglichkeiten für eine nützliche Tätigkeit finden werden, dabei aber ihren Wünschen bezüglich ihrer Berufswahl soweit als möglich Rechnung tragen; _b)_ den Teilnehmern eine gute praktische Grundausbildung und die entspre chenden theoretischen Kenntnisse vermitteln; _c)_ die Rolle berücksichtigen, die die Teilnehmer gegebenenfalls spielen könn ten, indem sie einen anregenden Einfluss auf andere Personen ausüben, und ihnen die für eine solche Rolle erforderlichen Befähigungen vermitteln; _d)_ folgendes erleichtern und nach Möglichkeit gewährleisten : i) den Übergang zu den ordentlichen Bildungs- oder Berufsausbildungs programmen oder zu anderen Sonderprogrammen für weitere Bildung und Ausbildung, insbesondere für jene Teilnehmer, die besondere Begabung zeigen; ii) den Übergang zu einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit, insbeson dere durch Massnahmen, die gewährleisten sollen, dass die von den Teilnehmern erworbenen Befähigungen bei dieser Tätigkeit anerkannt werden. 20. Die Sonderprogramme, die ausschliesslich oder teilweise dazu bestimmt sind, Jugendliche an Vorhaben der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung teilnehmen zu lassen, sollten _a)_ den Teilnehmern eine Ausbildung vermitteln, die ihnen zumindest die für die auszuübende Arbeit erforderliche Befähigung verleiht, sowie eine Ausbildung in bezug auf die einschlägigen Massnahmen der Hygiene und Sicherheit; _b)_ auf die Entwicklung guter Arbeitsgewohnheiten abzielen; _c)_ die Teilnehmer soweit wie möglich bei Tätigkeiten beschäftigen, für die sie sich als geeignet erweisen und für die sie einige Befähigungen besitzen. 21. Als Kriterien für die Auswahl von Arbeitsvorhaben im Rahmen der in Absatz 20 erwähnten Sonderprogramme sollten u. a. gelten: _a)_ der Beitrag, den sie zur Ausweitung der wirtschaftlichen Tätigkeit des Landes oder Gebietes und insbesondere der zukünftigen Gelegenheiten der Teilnehmer leisten könnten; 1567 _b)_ der Wert der Ausbildung, insbesondere mit Rücksicht auf die Berufe, in denen die Teilnehmer später voraussichtlich Gelegenheiten für eine nützliche Tätigkeit finden werden; _c)_ ihr Wert als Investition für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die Wirtschaftlichkeit der Vorhaben, insbesondere das Verhältnis zwischen Kostenaufwand und Ergebnissen ; _d)_ die Notwendigkeit besonderer Aktionsmittel, was insbesondere bedeutet, dass die Arbeit der Teilnehmer für diejenige der normal beschäftigten Arbeitskräfte kein unlauterer Wettbewerb ist. **D.** **Dienstbedingungen** 22. Die Dienstbedingungen sollten mindestens den folgenden Normen entsprechen : _a)_ die Dauer der Dienstzeit sollte normalerweise zwei Jahre nicht überstei gen; _b)_ bestimmte Gründe, z. B. solche medizinischer Natur oder persönliche oder im Familienkreis auftretende Schwierigkeiten, sollten als ausreichende Gründe für das Ausscheiden eines Teilnehmers vor Ablauf der normalen Dienstzeit anerkannt werden; _c)_ die Zahl der täglich und wöchentlich für die Arbeit und die Ausbildung aufgewendeten Stunden sollte so begrenzt werden, dass den Teilnehmern genügend Zeit für Bildungszwecke und zum Ausruhen sowie für Freizeitbetätigung bleibt; _d)_ neben angemessener Unterkunft, Verpflegung und Kleidung je nach der Art des betreffenden Sonderprogramms sollten die Teilnehmer ein Barentgelt erhalten; ferner sollte ihnen die Möglichkeit und ein Anreiz zum Sparen geboten werden; _e)_ beträgt die Dauer der Dienstzeit in einem Sonderprogramm ein Jahr oder mehr, so sollte den Teilnehmern ein Jahresurlaub gewährt werden, wenn möglich mit kostenloser Heim- und Rückreise; _f)_ die Teilnehmer sollten soweit wie möglich durch die Bestimmungen der Sozialen Sicherheit erfasst sein, die für in normalen Arbeitsverhältnissen stehende Personen gelten; auf jeden Fall sollten Vorkehrungen für eine unentgeltliche ärztliche Betreuung der Teilnehmer und für eine Entschädigung bei Invalidität oder Tod infolge von Unfall oder Krankheit während der Teilnahme an dem Sonderprogramm getroffen werden. **E.** **Auswahl** **und** **Ausbildung** **des** **Stammpersonals** 23. Innerhalb jedes Sonderprogramms sollte dafür gesorgt werden, dass die Teilnehmer von ausgebildetem Stammpersonal beaufsichtigt werden, dem fachliche und pädagogische Beratung zur Verfügung steht. 1568 24. (1) Bei der Auswahl der Mitglieder des Stammpersonals sollte nicht nur besonderer Wert darauf gelegt werden, dass sie hinreichende Befähigungen und Erfahrung in der auszuführenden Arbeit, sondern auch Verständnis für die Belange der Jugend, Führungseigenschaften und Anpassungsfähigkeit besitzen. Zumindest einige Mitglieder des Stammpersonals sollten Erfahrung in einer normalen Beschäftigung ausserhalb von Sonderprogrammen erworben haben. (2) Alle verfügbaren Möglichkeiten für die Anwerbung des Stammpersonals sollten in Betracht gezogen werden, einschliesslich der Möglichkeit, jene Teilnehmer, die Führungseigenschaften bewiesen haben, dazu anzuspornen, sich selbst für den Übertritt ins Stammpersonal vorzubereiten. 25. Die Ausbildung der Führungskräfte und anderer Fachkräfte sollte zusätzlich zum Unterricht in den jeweils erforderlichen beruflichen Spezialkenntnissen mindestens folgendes umfassen : _a)_ Ausbildung in Lehrmethoden mit besonderer Berücksichtigung der bei der Ausbildung von Jugendlichen zur Anwendung gelangenden Methoden; _b)_ grundlegenden Unterricht auf dem Gebiet der menschlichen Beziehungen, besonders unter Berücksichtigung der Motivation und der Einstellung zur Arbeit; _c)_ Ausbildung in der Organisation der Arbeit, einschliesslich der Zuweisung von Arbeitsaufgaben entsprechend den Fähigkeiten und dem Ausbildungsgrad der Teilnehmer. 26. Die Ausbildung des Verwaltungspersonals sollte zusätzlich zum Unterricht in den jeweils erforderlichen beruflichen Spezialkenntnissen mindestens folgendes umfassen : _a)_ Unterricht, der den beteiligten Personen das Verständnis für die Ziele des Sonderprogramms und die Kenntnis der einschlägigen Arbeits- und Jugendschutzgesetzgebung sowie der für das Programm im einzelnen geltenden Vorschriften vermitteln soll; _b)_ Unterricht, der eine ausreichende Kenntnis der technischen Gesichts punkte der im Rahmen des Programms durchgeführten Arbeiten vermitteln soll; _c)_ Unterricht in Fragen der menschlichen Beziehungen, der geeignet ist, die Herstellung guter Beziehungen mit den Führungskräften und anderen Fachkräften und den Teilnehmern zu erleichtern. **F.** **Unterstützung** **der** **Teilnehmer** **im** **Hinblick** **auf ihr** **zukünftiges** **Berufsleben** 27. Während ihrer Dienstleistung im Rahmen eines Sonderprogramms sollten den Teilnehmern Auskünfte und Ratschläge erteilt werden, um ihnen die Entscheidung über ihr zukünftiges Berufsleben zu erleichtern. 1569 28. Den Teilnehmern, die besondere Begabung zeigen, sollte in jeder geeigneten Weise geholfen werden, nach Beendigung ihrer Dienstzeit ihre Bildung und Ausbildung ausserhalb des Sonderprogramms fortzusetzen. 29. Es sollten unverzüglich besondere Bemühungen unternommen werden, um die Teilnehmer nach Beendigung ihrer Dienstzeit rasch in eine normale wirtschaftliche Tätigkeit einzugliedern; dies sollte zusätzlich zu den normalen Bemühungen der Arbeitsmarktverwaltung und aller anderen geeigneten Stellen geschehen. 30. Die Entlassung von Teilnehmern aus dem Dienst sollte nach Möglichkeit zeitlich und zahlenmassig auf die Fähigkeit der Wirtschaft abgestimmt werden, neuen Arbeitskräften Erwerbsmöglichkeiten zu bieten. In ausserordentlichen Programmen, die eine pflichtmässige Teilnahme vorsehen, sollte jedoch das Recht des einzelnen, nach der ursprünglich festgesetzten Dienstzeit aus dem Programm auszuscheiden, gewährleistet werden. 31. Die Unterstützung, die den ehemaligen Teilnehmern, die für eigene Rechnung oder als Mitglieder einer Gruppe eine Tätigkeit aufnehmen, möglichst durch schon bestehende Einrichtungen gewährt werden sollte, könnte folgendes umfassen: _a)_ die Erleichterung des Zugangs zu Kredit- und Sparinstituten und Ver marktungsemrichtungen ; _b)_ die Aufrechterhaltung des Kontaktes, um ihnen jede Förderung und die notwendigen fachlichen Ratschläge in Fragen der Betriebsfdhrung zuteil werden zu lassen; _c)_ in bezug auf Genossenschaften eine finanzielle Hilfe und Verwaltungs hilfe, wie sie in der Empfehlung betreffend die Genossenschaften (Entwicklungsländer), 1966, vorgesehen ist. 32. Nach Massgabe der vorhandenen Mittel sollten die Teilnehmer nach zufriedenstellendem Abschluss ihrer Dienstzeit entweder eine Barzahlung oder eine Sachleistung, z. B. einen Satz Werkzeuge, zur Erleichterung der Aufnahme einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit erhalten. **IV.** **Programme,** **die** **Jugendliche** **mit** **einer** **Bildung** **oder** **fachlichen** **Befähigungen,** **deren** **die** **Gemeinschaft** **für die** **Entwicklung** **bedarf,** **in** **die** **Lage** **versetzen,** **diese** **Befähigungen** **im** **Dienste** **der** **Gemeinschaft** **zu** **gebrauchen** 33. Die Sonderprogramme, für die dieser Abschnitt der Empfehlung gilt, sollten das Interesse der Jugendlichen an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung ihres Landes anregen und das Bewusstsein der Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft entwickeln. 34. Die Teilnehmer sollten in Tätigkeitsbereichen eingesetzt werden, für die sie besonders befähigt sind, oder in eng benachbarten Bereichen. 1570 35. Nötigenfalls sollten die Befähigungen der Teilnehmer durch eine Ausbildung in den Fertigkeiten und Methoden vervollständigt werden, die sie zur Ausführung der ihnen gestellten Aufgaben benötigen. 36. Es sollte dafür gesorgt werden, dass die Teilnehmer eine fachkundige Beratung betreffend die bei der Ausführung ihrer Aufgaben auftretenden Probleme leicht erlangen können. 37. Die Dienstbedingungen sollten zumindest den folgenden Normen entsprechen : _a)_ die Dauer der Dienstzeit sollte normalerweise zwei Jahre nicht überstei gen; _b)_ bestimmte Gründe, z. B. solche medizinischer Natur oder persönliche oder im Familienkreis auftretende Schwierigkeiten, sollten als ausreichende Gründe für das Ausscheiden eines Teilnehmers vor Ablauf der normalen Dienstzeit anerkannt werden; _c)_ die Arbeits- und Ausbildungszeitpläne sollten das Bedürfnis der Teilneh mer nach Erholung und Freizeit berücksichtigen; _d)_ neben angemessener Unterkunft und Verpflegung je nach der Art des be treffenden Sonderprogramms sollten die Teilnehmer ein entsprechendes Entgelt erhalten ; _e)_ beträgt die Dauer der Dienstzeit in einem Sonderprogramm ein Jahr oder mehr, so sollte den Teilnehmern ein Jahresurlaub gewährt werden, wenn möglich mit kostenloser Heim- und Rückreise; _f)_ die Teilnehmer sollten durch die jeweils geeigneten Bestimmungen der Sozialen Sicherheit erfasst sein, die für in normalen Arbeitsverhältnissen stehende Personen gelten; auf jeden Fall sollten Vorkehrungen für eine unentgeltliche ärztliche Betreuung der Teilnehmer und für eine Entschädigung bei Invalidität oder Tod infolge von Unfall oder Krankheit während der Teilnahme an dem Sonderprogramm getroffen werden. 38. Es sollten Massnahmen getroffen werden, um den Übergang der Teilnehmer nach Abschluss ihrer Dienstzeit zu einer normalen Beschäftigung in ihrem Beruf zu erleichtern. **V.** **Verwaltungsfragen** 39. Die Leitung und Koordinierung der Sonderprogramme auf gesamtstaatlicher Ebene sollte über eine oder mehrere geeignete Stellen erfolgen, die von der zuständigen Stelle errichtet werden. 40. Diese Stellen sollten soweit wie möglich neben den von der Regierung ernannten Mitgliedern auch Vertreter von Arbeitnehmer-, Arbeitgeber- und Jugendverbänden umfassen, um deren aktive Beteiligung an der Planung, Durchführung, Koordinierung, Beaufsichtigung und Bewertung der Sonderprogramme zu gewährleisten. 1571 41. Bei der Ausführung ihrer Aufgaben sollten die Stellen erforderlichenfalls freiwillige Organisationen sowie Dienststellen anhören, die für Sachge biete wie Arbeit, Bildungswesen, Wirtschaftsfragen, Landwirtschaft, Industrie und soziale Angelegenheiten zuständig sind. 42. Die Stellen sollten mit den Dienststellen, die für die ordentlichen Bildungs- und Ausbildungsprogramme verantwortlich sind, ständig in Fühlung bleiben, um eine Koordinierung im Hinblick auf die allmähliche Abschaffung der Sonderprogramme, die so rasch wie möglich erfolgen sollte, zu gewährleisten. 43. Die aktive Beteiligung örtlicher Stellen sollte bei der Auswahl und Durchführung von Vorhaben im Rahmen der Sonderprogramme angestrebt werden. 44. Bei der Aufstellung von Sonderprogrammen sollte sich die zuständige Stelle um die Bereitstellung ausreichender finanzieller und materieller Mittel sowie des erforderlichen sachkundigen Personals bemühen, um ihre vollständige Durchführung zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang sollte besonders darauf geachtet werden, auf welche Weise sich die Programme eigene Einkommensquellen schaffen könnten. Von den Teilnehmern oder ihren Familienangehörigen sollte kein finanzieller Beitrag verlangt werden. 45. Es sollte Vorsorge für eine regelmässige Aufsicht über die Sonderprogramme und für deren Rechnungsprüfung getroffen werden. 46. Die Organisation auf örtlicher Ebene sollte so beschaffen sein, dass die Teilnehmer nach und nach zur Beteiligung an der Verwaltung ihres eigenen Programms ausgebildet und angespornt werden. **VI.** **Internationale** **Zusammenarbeit** 47. Im Falle von Sonderprogrammen, bei denen Jugendliche aus einem Land an Tätigkeiten zur Entwicklung eines anderen Landes teilnehmen, sollten die zuständigen Stellen und sonstigen beteiligten Organe die entsprechenden Bestimmungen dieser Empfehlung soweit wie möglich in Fragen innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches anwenden und miteinander zusammenarbeiten, um die Anwendung dieser Bestimmungen auf Sachgebieten zu gewährleisten, die gemeinsame Massnahmen erfordern, sowie um Schwierigkeiten zu beseitigen, die im Zusammenhang mit dieser Anwendung auftreten könnten. 1572 _Anhang_ _II_ **Übereinkommen** **Nr. 100** **über** **die** **Gleichheit** **des** **Entgelts männlicher** **und** **weiblicher** **Arbeitskräfte** **für** **gleichwertige** **Arbeit** **[1]** **'** Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberu fen wurde und am 6. Juni 1951 zu ihrer vierunddreissigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, eine Frage, die den siebenten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form eines internationalen Überein kommens erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 29. Juni 1951, das folgende Übereinkommen an, das als Übereinkommen über die Gleichheit des Entgelts, 1951, bezeichnet wird. Artikel l Für dieses Übereinkommen gelten folgende Begriffsbestimmungen : _a)_ Der Ausdruck «Entgelt» umfasst den üblichen Lohn, den Grund- oder Mindestlohn oder das übliche Gehalt, das Grund- oder Mindestgehalt sowie alle zusätzlichen Vergütungen, die der Arbeitgeber auf Grund des Dienstverhältnisses dem Arbeitnehmer mittelbar oder unmittelbar in bar oder in Sachleistungen zu zahlen hat. _b)_ Der Ausdruck «Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit» bezieht sich auf Entgeltsätze, die ohne Rücksicht auf den Unterschied des Geschlechts festgesetzt sind. Artikel 2 l. Jedes Mitglied hat mit den Mitteln, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsätze entsprechen, die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwer *> Dieses Übereinkommen ist am 23. Mai 1953 in Kraft getreten. 1573 tige Arbeit auf alle Arbeitnehmer zu fördern und, soweit es mit diesen Verfahren vereinbar ist, sicherzustellen. 2. Dieser Grundsatz kann verwirklicht werden durch _a)_ die innerstaatliche Gesetzgebung, _b)_ gesetzlich geschaffene oder anerkannte Einrichtungen zur Lohnfestsetzung, _c)_ Gesamtarbeitsverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern oder _d)_ eine Verbindung dieser verschiedenen Mittel. Artikel 3 1. Wird die Anwendung dieses Übereinkommens dadurch erleichtert, so sind Massnahmen zu treffen, die einer objektiven Bewertung der Beschäftigungen auf Grund der dabei erforderlichen Arbeitsleistung dienlich sind. 2. Die bei dieser Bewertung anzuwendenden Methoden können entweder von den für die Festsetzung der Entgeltsätze zuständigen Stellen oder, wenn die Entgeltsätze auf Grund von Gesamtarbeitsverträgen festgesetzt werden, von den Vertragsparteien bestimmt werden. 3. Unterschiede zwischen den Entgeltsätzen, die ohne Rücksicht auf das Geschlecht des Arbeitnehmers derart objektiv festgestellten Unterschieden der Arbeitsleistung entsprechen, sind nicht als Verstoss gegen den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit anzusehen. Artikel 4 Jedes Mitglied hat in geeigneter Weise mit den beteiligten Arbeitgeberund Arbeitnehmerverbänden bei der Durchführung der Bestimmungen dieses Übereinkommens zusammenzuarbeiten. Artikel 5 Die förmlichen Ratifikationen dieses Übereinkommens sind dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes zur Eintragung mitzuteilen. Artikel 6 1. Dieses Übereinkommen bindet nur diejenigen Mitglieder der Internationalen Arbeitsorganisation, deren Ratifikation durch den Generaldirektor eingetragen ist. 2. Es tritt in Kraft zwölf Monate nachdem die Ratifikationen zweier Mitglieder durch den Generaldirektor eingetragen worden sind. 3. In der Folge tritt dieses Übereinkommen für jedes Mitglied zwölf Monate nach der Eintragung seiner Ratifikation in Kraft. 1574 Artikel 7 1. In den dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes nach Artikel 35 Absatz 2 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation übermittelten Erklärungen hat das beteiligte Mitglied die Gebiete bekanntzugeben, _a)_ für die es die Verpflichtung zur unveränderten Durchführung der Bestim mungen des Übereinkommens übernimmt, _b)_ für die es die Verpflichtung zur Durchführung der Bestimmungen des Übereinkommens mit Abweichungen übernimmt, unter Angabe der Einzelheiten dieser Abweichungen, _c)_ in denen das Übereinkommen nicht durchgeführt werden kann, und in diesem Fall die Gründe dafür, _d)_ für die es sich die Entscheidung bis zu einer weiteren Prüfung der Lage in bezug auf die betreffenden Gebiete vorbehält. 2. Die Verpflichtungen nach Absatz l _a)_ und _b)_ dieses Artikels gelten als Bestandteil der Ratifikation und haben die Wirkung einer solchen. 3. Jedes Mitglied kann die in der ursprünglichen Erklärung nach Absatz l _b),_ _c)_ und _d)_ dieses Artikels mitgeteilten Vorbehalte jederzeit durch eine spätere Erklärung ganz oder teilweise zurückziehen. 4. Jedes Mitglied kann dem Generaldirektor zu jedem Zeitpunkt, in dem das Übereinkommen nach Artikel 9 gekündigt werden kann, eine Erklärung übermitteln, durch die der Inhalt jeder früheren Erklärung in sonstiger Weise abgeändert und die in dem betreffenden Zeitpunkt in bestimmten Gebieten bestehende Lage angegeben wird. Artikel 8 1. In den dem Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes nach Artikel 35 Absätze 4 und 5 der Verfassung der Internationalen Arbeitsorganisation übermittelten Erklärungen ist anzugeben, ob das Übereinkommen in dem betreffenden Gebiet mit oder ohne Abweichungen durchgeführt wird; besagt die Erklärung, dass die Durchführung des Übereinkommens mit Abweichungen erfolgt, so sind die Einzelheiten dieser Abweichungen anzugeben. 2. Das beteiligte Mitglied, die beteiligten Mitglieder oder die beteiligte internationale Behörde können jederzeit durch eine spätere Erklärung auf das Recht der Inanspruchnahme jeder in einer früheren Erklärung mitgeteilten Abweichung ganz oder teilweise verzichten. 3. Das beteiligte Mitglied, die beteiligten Mitglieder oder die beteiligte internationale Behörde können dem Generaldirektor zu jedem Zeitpunkt, in dem dieses Übereinkommen nach Artikel 9 gekündigt werden kann, eine Erklärung übermitteln, durch die der Inhalt jeder früheren Erklärung in sonstiger Weise abgeändert und die in dem betreffenden Zeitpunkt bestehende Lage in bezug auf die Durchführung dieses Übereinkommens angegeben wird. 1575 Artikel 9 1. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat, kann es nach Ablauf von zehn Jahren, gerechnet von dem Tag, an dem es zum erstenmal in Kraft getreten ist, durch Anzeige an den Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes kündigen. Die Kündigung wird von diesem eingetragen. Ihre Wirkung tritt erst ein Jahr nach der Eintragung ein. 2. Jedes Mitglied, das dieses Übereinkommen ratifiziert hat und innerhalb eines Jahres nach Ablauf des im vorigen Absatz genannten Zeitraumes von zehn Jahren von dem in diesem Artikel vorgesehenen Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht, bleibt für einen weiteren Zeitraum von zehn Jahren gebunden. In der Folge kann es dieses Übereinkommen jeweils nach Ablauf eines Zeitraumes von zehn Jahren nach Massgabe dieses Artikels kündigen. Artikel 10 1. Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes gibt allen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation Kenntnis von der Eintragung aller Ratifikationen, Erklärungen und Kündigungen, die ihm von den Mitgliedern der Organisation mitgeteilt werden. 2. Der Generaldirektor wird die Mitglieder der Organisation, wenn er ihnen von der Eintragung der zweiten Ratifikation, die ihm mitgeteilt wird, Kenntnis gibt, auf den Zeitpunkt aufmerksam machen, in dem dieses Übereinkommen in Kraft tritt. Artikel 11 Der Generaldirektor des Internationalen Arbeitsamtes übermittelt dem Generalsekretär der Vereinten Nationen zwecks Eintragung nach Artikel 102 der Charta der Vereinten Nationen vollständige Auskünfte über alle von ihm nach Massgabe der vorausgehenden Artikel eingetragenen Ratifikationen, Erklärungen und Kündigungen. Artikel 12 Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat, sooft er es für nötig erachtet, der Allgemeinen Konferenz einen Bericht über die Durchführung dieses Übereinkommens zu erstatten und zu prüfen, ob die Frage seiner gänzlichen oder teilweisen Abänderung auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werden soll. Artikel 13 1. Nimmt die Konferenz ein neues Übereinkommen an, welches das vorliegende Übereinkommen ganz oder teilweise abändert, und sieht das neue Übereinkommen nichts anderes vor, so gelten folgende Bestimmungen : _a)_ Die Ratifikation des neugefassten Übereinkommens durch ein Mitglied schliesst ohne weiteres die sofortige Kündigung des vorliegenden Überein l 1576 kommens in sich ohne Rücksicht auf Artikel 9, vorausgesetzt, dass das neugefasste Übereinkommen in Kraft getreten ist. _b)_ Vom Zeitpunkt des Inkrafttretens des neugefassten Übereinkommens an kann das vorliegende Übereinkommen von den Mitgliedern nicht mehr ratifiziert werden. 2. Indessen bleibt das vorliegende Übereinkommen nach Form und Inhalt jedenfalls in Kraft für die Mitglieder, die dieses, aber nicht das neugefasste Übereinkommen ratifiziert haben. Artikel 14 Der französische und der englische Wortlaut dieses Übereinkommens sind in gleicher Weise massgebend. **Empfehlung** **Nr.** **90** **betreffend** **die** **Gleichheit** **des** **Entgelts** **männlicher** **und** **weiblicher** **Arbeitskräfte** **für** **gleichwertige** **Arbeit** Die Allgemeine Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation, die vom Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes nach Genf einberufen wurde und am 6. Juni 1951 zu ihrer vierunddreissigsten Tagung zusammengetreten ist, hat beschlossen, verschiedene Anträge anzunehmen betreffend den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, eine Frage, die den siebenten Gegenstand ihrer Tagesordnung bildet, und dabei bestimmt, dass diese Anträge die Form einer Empfehlung zur Ergänzung des Übereinkommens über die Gleichheit des Entgelts, 1951, erhalten sollen. Die Konferenz nimmt heute, am 29. Juni 1951, die folgende Empfehlung an, die als Empfehlung betreffend die Gleichheit des Entgelts, 1951, bezeichnet wird. Die Konferenz geht davon aus, dass das Übereinkommen über die Gleichheit des Entgelts, 1951, bestimmte allgemeine Grundsätze betreffend die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit aufstellt. Sie zieht in Betracht, dass das genannte Übereinkommen bestimmt, die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit sei durch Mittel zu fördern oder sicherzustellen, die den bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsätze in den beteiligten Ländern entsprechen. 1577 Sie hält es für angezeigt, bestimmte Verfahren für die stufenweise Anwendung der durch das Übereinkommen aufgestellten Grundsätze anzugeben. Sie vertritt die Auffassung, es sei ausserdem wünschenswert, dass alle Mitglieder bei der Anwendung dieser Grundsätze die in bestimmten Ländern als zufriedenstellend erachteten Anwendungsmethoden berücksichtigen. Die Konferenz empfiehlt deshalb den Mitgliedern, die nachstehenden Bestimmungen unter Berücksichtigung des Artikels 2 des genannten Übereinkommens anzuwenden und dem Internationalen Arbeitsamt entsprechend den Beschlüssen des Verwaltungsrates über die Massnahmen zu berichten, die sie zur Durchführung dieserBestimmungen getroffen haben. 1. Nach Anhörung der beteiligten Arbeitnehmerverbände oder, falls solche nicht bestehen, nach Anhörung der beteiligten Arbeitnehmer sollten geeignete Massnahmen getroffen werden, um _a)_ die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit auf alle Personen sicherzustellen, die in den Dienstzweigen und Stellen der öffentlichen Zentralverwaltung beschäftigt sind, _b)_ die Anwendung dieses Grundsatzes auf Personen zu fördern, die in den Dienstzweigen und Stellen der Verwaltung von Gliedstaaten oder Provinzen eines Bundesstaates oder einer örtlichen Verwaltung beschäftigt sind, sofern diese für die Festsetzung der Entgeltsätze zuständig sind. 2. Nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sollten geeignete Massnahmen getroffen werden, um so bald wie möglich die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit in allen nicht in Absatz l erwähnten Tätigkeiten sicherzustellen, in denen die Entgeltsätze einer öffentlichen Regelung oder Überwachung unterliegen, insbesondere _a)_ bei Festsetzung von Mindestlohnsätzen oder sonstigen Lohnsätzen in Wirtschaftszweigen oder Diensten, in denen diese Sätze durch eine Behörde festgesetzt werden, _b)_ in Wirtschaftszweigen und in Betrieben, die in öffentlichem Eigentum ste hen oder öffentlich überwacht werden, und _c)_ wo dies zweckmässig erscheint, bei Arbeiten, die auf Grund von Aufträ gen einer Behörde ausgeführt werden. 3. (1) Falls es die bestehenden Verfahren zur Festsetzung der Entgeltsätze gestatten, sollte die allgemeine Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit durch gesetzliche Bestimmungen sichergestellt werden. (2) Die zuständige Stelle sollte die erforderlichen und geeigneten Massnahmen treffen, damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer über diese gesetzlichen Bestimmungen vollkommen unterrichtet und nötigenfalls in bezug auf deren Anwendung beraten werden. Bundesblatt. 123.Jahrg. Bd.II _95_ 1578 4. Stellt es sich nach Anhörung der beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, falls solche bestehen, als unmöglich heraus, den Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit hinsichtlich der unter die Absätze l, 2 oder 3 fallenden Beschäftigungen sofort anzuwenden, so sollten so bald wie möglich geeignete Bestimmungen zur stufenweisen Anwendung dieses Grundsatzes getroffen oder veranlasst werden, insbesondere durch Massnahmen wie _a)_ Verminderung der Unterschiede zwischen den Entgeltsätzen männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit, _b)_ falls ein System von Entgeltzulagen besteht, Gewährung gleicher Zulagen für männliche und weibliche Arbeitskräfte, die gleichwertige Arbeit verrichten. 5. Sofern die Festsetzung von Entgeltsätzen nach dem Grundsatz der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit dadurch erleichtert wird, sollte jedes Mitglied im Einvernehmen mit den beteiligten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden Methoden einführen oder deren Einführung begünstigen, die eine objektive Bewertung der bei den verschiedenen Beschäftigungen zu leistenden Arbeit, entweder durch eine Analyse der betreffenden Arbeit oder durch andere Mittel, zum Zweck einer Einteilung der Beschäftigungen ohne Rücksicht auf das Geschlecht erlauben; die genannten Methoden sollten nach den Bestimmungen des Artikels 2 des Übereinkommens angewendet werden. 6. Um die Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit zu erleichtern, sollte nötigenfalls in zweckdienlicher Weise eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der weiblichen Arbeitskräfte angestrebt werden, insbesondere durch _a)_ Gewährung gleicher oder gleichwertiger Möglichkeiten für Arbeitnehmer beider Geschlechter auf den Gebieten der Berufsberatung, der Arbeitsberatung, der beruflichen Ausbildung und der Arbeitsvermittlung, _b)_ geeignete Massnahmen, welche die Frauen veranlassen sollen, von den Möglichkeiten auf den Gebieten der Berufsberatung, der Arbeitsberatung, der beruflichen Ausbildung und der Arbeitsvermittlung Gebrauch zu machen, _c)_ Schaffung von Sozial- und Wohlfahrtseinrichtungen, die den Bedürfnissen der weiblichen Arbeitskräfte, insbesondere solcher mit Familienlasten, entsprechen, und Finanzierung dieser Einrichtungen aus allgemeinen öffentlichen Mitteln oder aus Fonds der Sozialen Sicherheit oder aus Betriebs- oder Industriefonds, die für Wohlfahrtszwecke bestimmt sind und deren Mittel durch Zahlungen zugunsten der Arbeitnehmer ohne Rücksicht auf das Geschlecht aufgebracht werden, _d)_ Förderung der Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Zu lassung zu den verschiedenen Berufen und Stellungen, vorbehaltlich der 1579 internationalen Regelungen und der innerstaatlichen Gesetzgebung zum Schütze der Gesundheit und der Wohlfahrt der Frauen. 7. Es sollte mit allen Mitteln angestrebt werden, m der öffentlichen Meinung das Verständnis für die Gründe zu fördern, die zugunsten der Anwendung des Grundsatzes der Gleichheit des Entgelts mannlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleich« ertige Arbeit sprechen. 8. Es sollten alle zwecks Förderung der Anwendung dieses Grundsatzes wünschenswerten Untersuchungen vorgenommen werden. **2025**
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Reports/Studies
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No 1142. Renforcement des contrôles aux frontières. Circulation des personnes entre la Suisse et la Turquie. Réintroduction de l'obligation du visa pour les Turcs
38
Depuis l'introduction de l'obligation du visa pour les Turcs par dix pays membre du Conseil de l'Europe, le problème du travail clandestin des Turcs a pris aussi pris de l'ampleur en Suisse. Le Conseil fédéral décide donc de réintroduire partiellement, dans les relations avec la Turquie, l'obligation du visa. Également: Département de justice et police. Proposition du 24.6.1982 (annexe). Également: Département des affaires étrangères. Co-rapport du 29.6.1982 (annexe). Également: Département des finances. Co-rapport du 28.6.1982 (adhésion). Également: Département de l'économie publique. Co-rapport du 28.6.1982 (adhésion).
French
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1982-06-30
1982-06-30
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Einreise- und Visumfragen
Ausländerpolitik|Ausländische Arbeitskräfte|Türkei (Andere)
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Ankara|Benelux|Deutschland|Europa|Frankreich|Island|Istanbul|Liechtenstein|Niederlande|Osteuropa|Ostmitteleuropa|Skandinavien|Türkei
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Basel-Stadt/Regierungsrat|Baselland/Kantonsregierung|Bundesrat|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung|Eidgenössisches Finanzdepartement|Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement|EJPD/Bundesamt für Polizeiwesen|Europarat|Europarat/Sekretariat|Kantone/Fremdenpolizeidirektoren|Schweizerische Botschaft in Ankara|Schweizerisches Generalkonsulat in Istanbul|Swissair|Türkei/Aussenministerium
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Questioni del visto e di entrata
Manodopera straniera|Politica nei confronti degli stranieri|Turchia (Altro)
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Ambasciata svizzera ad Ankara|Basilea campagna/Governo cantonale|Basilea Città/Consiglio di Stato|Cantoni/Direttori dei servizi cantonali della polizia degli stranieri|Consiglio d'Europa|Consiglio d'Europa/Segretariato|Consiglio federale|Consolato generale svizzero a Istanbul|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica|DFGP/Ufficio federale di polizia|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell’economia, della formazione e della ricerca|Dipartimento federale delle finanze|Dipartimento federale di giustizia e polizia|Swissair|Turchia/Ministero degli affari esteri
Consiglio federale
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Questions d'entrée sur le territoire et de visa
Main d'œuvre étrangère|Politique à l'égard des étrangers|Turquie (Autres)
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Ambassade de Suisse à Ankara|Bâle-Campagne/Gouvernement cantonal|Bâle-Ville/Conseil d'État|Cantons/Chefs des polices cantonales des étrangers|Conseil de l'Europe|Conseil de l'Europe/Secrétariat|Conseil fédéral|Consulat général de Suisse à Istanbul|Département fédéral de justice et police|Département fédéral de l’économie, de la formation et de la recherche|Département fédéral des affaires étrangères|Département fédéral des finances|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique|DFJP/Office fédéral de la police|Swissair|Turquie/Ministère des affaires étrangères
Conseil fédéral
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Aubert Pierre|Chenaux-Repond Dieter|Furgler Kurt|Karasek Franz
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Visa and Entry Issues
Foreign labor|Swiss policy towards foreigners|Turkey (Others)
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Basel-Landschaft/Cantonal Government|Basel-Stadt/Council of State|Cantons/Heads of Cantonal Aliens Police|Consulate General of Switzerland in Istanbul|Council of Europe|Council of Europe/Secretariat|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs|FDJP/Federal Office of Police|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Economic Affairs, Education and Research|Federal Department of Finance|Federal Department of Justice and Police|Swiss Embassy in Ankara|Swiss Federal Council|Swissair|Turkey/Ministry of Foreign Affairs
Swiss Federal Council
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Couchepin François
Aubert Pierre|Chenaux-Repond Dieter|Furgler Kurt|Karasek Franz
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55,000
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Bundesratsprotokoll
French, Bundesratsprotokoll
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# CONFIDENTIEL Renforcement des contrôles aux frontières. Circulation des personnes entre la Suisse et la Turquie. Réintroduction de l'obligation du visa pour les Turcs. Département de justice et police. Proposition du 24 juin 1982 (annexe) Département des affaires étrangères. Co-rapport du 29 juin 1982 (annexe) Département des finances. Co-rapport du 28 juin 1982 (adhésion) Département de l'économie publique. Co-rapport du 28 juin 1982 (adhésion) Conformément à la proposition, le Conseil fédéral d é c i d e : 1. L'obligation du visa est réintroduite partiellement dans les relations avec la Turquie avec effet au 15 juillet 1982. Sont exclus de cette mesure les titulaires de passeports diplomatiques, de service et spéciaux, les ressortissants turcs résidant en Suisse au bénéfice d'un titre de séjour valable, les membres d'équipage de compagnies d'aviation turques, ainsi que les jeunes Turcs voyageant sous couvert d'un passeport collectif selon l'accord européen sur la circulation des jeunes. 2. Le département des affaires étrangères est chargé de communiquer cette mesure par la voie diplomatique au Ministère turc des affaires étrangères et de lui faire connaître, par la même occasion, la décision du Conseil fédéral de suspendre partiellement et temporairement pour des raisons d'ordre public, à partir du 15 juillet 1982, l'application de l'Accord du 11 juin 1954 sur la suppression du visa, les chiffres $1,2,5$ et 8 dudit Accord étant suspendus. 3. Le département des affaires étrangères est chargé de notifier au Secrétaire général du Conseil de l'Europe, conformément aux dispositions du ler alinéa de l'article 7 de l'Accord européen du 13 décembre 1957 sur le régime de la circulation des personnes entre les pays membres du Conseil de l'Europe, la décision du Conseil fédéral, pour des raisons relatives à l'ordre public, de suspendre provisoirement, à partir du 15 juillet 1982, à l'égard de la Turquie les dispositions de l'article ler, alinéas 1 et 2 , dudit Accord. Extrait du procès-verbal: | - EJPD | 10 pour exécution | | | Pour extrait conforme: Le secrétaire, | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | | - EDA | 10 | pour con | naissance | | | - EFD | 7 | | | | | - EVD | 5 | | | | | - EFK | 2 | | | | | - FinDel | 2 | | | | EIDGENÖSSISCHES JUSTIZ- UND POLIZEIDEPARTEMENT DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DE JUSTICE ET POLICE DIPARTIMENTO FEDERALE DI GIUSTIZIA E POLIZIA Distribué Berne, le 24 juin 1982 Au Conseil fédéral Renforcement des contrôles aux frontières Circulation des personnes entre la Suisse et la Turquie Réintroduction de l'obligation du visa pour les Turcs 1. En 1980, la République fédérale d'Allemagne a introduit l'obligation du visa pour les Turcs, afin de mieux pouvoir contrôler leurs entrées. Cette décision fut suivie par la France, par les pays du Benelux, par les pays scandinaves et par l'Islande; au total, ce sont dix pays membres du Conseil de l'Europe qui ont pris une telle mesure. Se fondant sur les problèmes causés par le travail clandestin, le Département fédéral des affaires étrangères et le Département fédéral de justice et police ont proposé au Conseil fédéral, en octobre 1980, de prendre une décision analogue. Pour des motifs économiques et politiques, mais aussi pour tenir compte des accords en la matière, le Conseil fédéral a renoncé momentanément à cette mesure. 2. Depuis lors, le problème du travail clandestin a pris de l'ampleur. Outre les nombreux cas de travail clandestin relatés par les medias, les interdictions d'entrée prononcées en la matière sont en constante augmentation; elles ont passé de l'483 en 1979 à 2'280 en 1981, et se montent déjà à 855 pour les quatre premiers mois de 1982. Près du tiers de ces décisions ont été prises à l'encontre de ressortissants turcs. Au plan démographique, le fait que la population turque résidant en Suisse a passé de $26^{\prime} 000$ en 1976 à $43^{\prime} 000$ en 1981 permet de prévoir que l'immigration illégale ira en augmentant si des mesures adéquates ne sont pas prises. D'autre part, il faut prendre en considération le fait que l'5 million de Turcs résident en République fédérale d'Allemagne, et que les dispositions prises par cet Etat d'une part pour bloquer l'immigration des étrangers non membres du Marché commun, et d'autre part pour lutter contre le travail clandestin et les demandes d'asile abusives, ont des répercussions sensibles sur l'immigration des Turcs en Suisse. Selon l'Office fédéral de la police, environ 580 demandes d'asile de Turcs sont actuellement en procédure, dont 400 ont été déposées dans les cinq premiers mois de 1982. L'Association des chefs de police cantonale des étrangers s'était prononcée en 1980 déjà, pour une introduction de l'obligation du visa pour les Turcs; une intervention commune des gouvernements des cantons de Bâle-Ville et de Bâle-Campagne allait dans le même sens. Lors de leurs récentes conférences régionales, les chefs de police cantonale des étrangers ont insisté à nouveau sur la nécessité de prendre une telle décision. 3. La Suisse est liée avec la Turquie, en matière de circulation de personnes, principalement par deux accords : - Accord sur la suppression du visa, conclu sous forme d'échange de notes du 11 juin 1954 (cet accord n'a pas été publié au Recueil officiel des lois fédérales); - Accord européen sur le régime de la circulation des personnes entre les pays membres du Conseil de l'Europe du 13 décembre 1957 (RO 1967, 886). La réintroduction du visa avec la Turquie doit être considérée comme une mesure d'urgence, prise avant tout pour empêcher l'immigration des travailleurs clandestins. Du point de vue politique, une telle mesure représente un recul incontestable tant sur le plan bilatéral que multilatéral, européen avant tout. C'est la raison pour laquelle, seule la suspension partielle de l'application, et non la dénonciation des deux accords en question répond au but recherché. Cette mesure qui est expressément prévue, pour des raisons d'ordre public, dans les deux accords, a l'avantage, en particulier, de ne pas mettre fin à l'application de l'Accord européen en ce qui concerne les relations de la Suisse avec les autres Etats parties audit Accord. Elle peut être mise en vigueur sans délai et unilatéralement. La suspension doit être notifiée par la voie diplomatique à la Turquie, ainsi qu'au Secrétariat général du Conseil de l'Europe. Vu le but recherché, une suspension partielle des accords susmentionnés est indiquée, en ce sens que peuvent être exclus de l'obligation du visa les porteurs de passeports diplomatiques, de service et spéciaux, ainsi que les ressortissants turcs résidant en Suisse au bénéfice d'un titre de séjour valable qui désirent revenir à leur domicile. Les autres engagements de la Suisse en matière de circulation des personnes n'ont pas à être remis en cause. Conformément à nos accords avec la Principauté de Liechtenstein, une telle décision s'applique également à cet Etat. 4. On peut estimer qu'environ $20^{\prime} 000$ à $50^{\prime} 000$ visas devront être délivrés par année. Cette estimation et le fait que ni l'Ambassade à Ankara, ni le Consulat général d'Istanbul, ne disposent du personnel et des locaux nécessaires au bon fonctionnement d'un service des visas, entraineront les mesures suivantes : - engagement de trois collaborateurs environ pour chacun des deux services des visas; - location et équipement de locaux annexes à Ankara et Istanbul; - engagement éventuel de personnel auxiliaire selon l'éloignement et la configuration des locaux (courriers, huissiers, aides de ménage). Le Département fédéral des affaires étrangères sollicitera les unités dont il a besoin pour remplir cette nouvelle tâche. L'incidence financière de ces mesures ne peut pas être estimée avec précision pour l'instant. Le cas échéant, le Département fédéral des affaires étrangères devra demander un crédit supplémentaire pour les articles budgétaires du groupe "dépenses générales". Il est à relever par ailleurs que les émoluments de visa augmenteront de façon sensible en raison de cette décision. 5. Consultée, la direction politique du Département fédéral des affaires étrangères a déclaré que la position du département serait exposée en séance du Conseil fédéral. Vu ce qui précède, afin de pouvoir contrôler le but du séjour des ressortissants turcs qui désirent entrer en Suisse, nous vous faisons la proposition suivante : 1. L'obligation du visa est réintroduite partiellement dans les relations avec la Turquie avec effet au 15 juillet 1982. Sont exclus de cette mesure les titulaires de passeports diplomatiques, de service et spéciaux, les ressortissants turcs résidant en Suisse au bénéfice d'un titre de séjour valable, les membres d'équipage de compagnies d'aviation turques, ainsi que les jeunes Turcs voyageant sous couvert d'un passeport collectif selon l'accord européen sur la circulation des jeunes. 2. Le Département fédéral des affaires étrangères est chargé de communiquer cette mesure par la voie diplomatique au Ministère turc des affaires étrangères et de lui faire connaître, par la même occasion, la décision du Conseil fédéral de suspendre partiellement et temporairement pour des raisons d'ordre public, à partir du 15 juillet 1982, l'application de l'Accord du 11 juin 1954 sur la suppression du visa, les chiffres $1,2,5$ et 8 dudit Accord étant suspendus. 3. Le Département fédéral des affaires étrangères est chargé de notifier au Secrétaire général du Conseil de l'Europe, conformément aux dispositions du ler alinéa de l'article 7 de l'Accord européen du 13 décembre 1957 sur le régime de la circulation des personnes entre les pays membres du Conseil de l'Europe, la décision du Conseil fédéral, pour des raisons relatives à l'ordre public, de suspendre provisoirement, à partir du 15 juillet 1982, à l'égard de la Turquie les dispositions de l'article ler, alinéas 1 et 2 , dudit Accord. # Extraits du protocole - DFAE 10 (SG 4, DP 4, DDIP 2) - DFJP 12 (SG 3, OFE 5, OFP 2, MPC 2) Pour co-rapport a : DFAE, DFF et DFEP co-rapport relatif a la proposition du Département fédéral de guatice et police du 24 juin 1982 concernant la circulation les personnes entre la Suisse et la Turquie et la reintroduction a 1'obligation du visa pour les Ture Hous avons pris connaissance des propositions du Département de guatice et police concernant la reintroduction de l'obligation du visa pour les Turcs. Nous tenons a préciser que l'adoption d'une telle mesure envers la Turquie aura des conséquences multiples, notamment d'ordre politique, dont la portée ne saurait être sousstituée et sur lesquelles il nous paraît indispensable d'attirer autre attention afin que vous puissiez vous prononcer en pleine connaissance de cause. Le première question que soulève la proposition du Département de guatice et police concerne l'efficacité des mesures anvisagées. Nous nous demandons si l'introduction de l'obligation du visa pour les ressortissants turcs est adaptée a la situation et, en partieller, si elle permettra réellessat d'empêcher l'immigration ciandestine. Elle aura probablement pey d'effet sur le travailleur dandestin une fois qu'il a franchi nos frontières, ce qu'il peut faire en fraude ou grâce à un visa touristique. Il faut d'autre part noter le caractère discriminatoire de la mesure envisagée qui, en ne touchant que les ressortissants turcs, reste EIDGENÖSSISCHES DEPARTEMENT FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES DIPARTIMENTO FEDERALE DEGLI AFFARI ESTERI s.B.44.32.T.O Bitte dieses Zeichen in der Antwort wiederholen Prière de rappeler cette référence dans la réponse Pregasi rammentare questo riferimento nella risposta CONFIDENTIEL Au Conseil fédéral Co-rapport relatif à la proposition du Département fédéral de justice et police du 24 juin 1982 concernant la circulation des personnes entre la Suisse et la Turquie et la réintroduction de l'obligation du visa pour les Turcs 1. Nous avons pris connaissance des propositions du Département de justice et police concernant la réintroduction de l'obligation du visa pour les Turcs. Nous tenons à préciser que l'adoption d'une telle mesure envers la Turquie aura des conséquences multiples, notamment d'ordre politique, dont la portée ne saurait être sousestimée et sur lesquelles il nous paraît indispensable d'attirer votre attention afin que vous puissiez vous prononcer en pleine connaissance de cause. 2. La première question que soulève la proposition du Département de justice et police concerne l'efficacité des mesures envisagées. Nous nous demandons si l'introduction de l'obligation du visa pour les ressortissants turcs est adaptée à la situation et, en particulier, si elle permettra réellement d'empêcher l'immigration clandestine. Elle aura probablement peu d'effet sur le travailleur clandestin une fois qu'il a franchi nos frontières, ce qu'il peut faire en fraude ou grâce à un visa touristique. Il faut d'autre part noter le caractère discriminatoire de la mesure envisagée qui, en ne touchant que les ressortissants turcs, reste inévitablement moins efficace que ne le serait un renforcement du contrôle aux frontières et surtout des mesures plus sévères contre le travail noir, seule véritable solution au problème qui nous occupe. L'efficacité de la mesure proposée se trouve encore limitée si l'on considère que, selon notre ambassadeur à Ankara, il serait difficile d'introduire le visa obligatoire avant le ler octobre, c'est-àdire avant la fin de la période de plus grande immigration. 3. Sur le plan des relations politiques bilatérales, la Suisse a fait preuve envers la Turquie, depuis le coup d'Etat du 12 septembre 1980 qui a amené les militaires au pouvoir, d'une attitude caractérisée par la patience, la prudence et la modération. Elle a également montré une certaine confiance dans l'aptitude du régime actuel à rétablir graduellement la démocratie dans ce pays. Cette attitude est illustrée notamment par le maintien de l'aide économique. Or, selon l'avis de notre ambassade à Ankara, la réintroduction de l'obligation du visa serait inévitablement ressentie comme un acte incompréhensible, voire inamical, en pleine contradiction avec notre volonté maintes fois exprimée d'aider la Turquie à préserver ses attaches avec l'Europe occidentale en dépit des difficultés qu'elle traverse actuellement. Une telle décision serait d'autant moins bien accueillie qu'elle coInciderait avec un durcissement de l'attitude de plusieurs gouvernements occidentaux envers le régime d'Ankara (quatre ou cinq Etats contractants de la Convention européenne des droits de l'homme envisageraient d'introduire prochainement une requête étatique contre la Turquie : si tel devait être le cas, la signification politique de ce geste serait telle qu'elle pourrait, à la limite, inciter la Turquie à se retirer du Conseil de l'Europe). Toujours selon notre représentation à Ankara, il est également prévisible que la réintroduction du visa sera interprétée par la presse turque et dans la communauté turque résidant en Suisse comme une manifestation de xénophobie. Il serait difficile d'expliquer aux autorités turques que cette mesure n'affecte en rien la compréhension dont nous entendons continuer de faire preuve envers leur pays. Enfin, comme le relève la proposition du Département de justice et police, la réintroduction du visa nécessite la suspension de deux accords qui nous lient à la Turquie en matière de circulation des personnes. Même si cette suspension était présentée comme une mesure d'urgence, elle constituerait indubitablement un pas en arrière en matière de coopération européenne, tant bilatérale que multilatérale. 4. La proposition du Département de justice et police mentionne à juste titre le problème que constituent les demandes d'asile abusives émanant de ressortissants turcs. Toutefois, étant donné l'attitude des autorités d'Ankara envers les opposants au régime actuel, la Suisse, comme plusieurs autres pays d'Europe occidentale, abrite aussi des Turcs qui ne peuvent pas ou ne souhaitent pas retourner dans leur pays. Cette situation durera tant que seront maintenues en Turquie les restrictions actuelles à la liberté d'opinion. Dans ces conditions, la réintroduction de l'obligation du visa sera certainement ressentie comme une entrave à l'accueil de réfugiés politiques turcs, d'autant plus qu'il existe dans l'opinion publique suisse un certain courant de sympathie envers les opposants au régime actuel des militaires. 5. Comme le relève le Département de justice et police, la renonciation momentanée du Conseil fédéral, en octobre 1980, à réintroduire l'obligation du visa a été inspiré d'abord par des considérations politiques : on a alors estimé que des mesures aussi discriminatoires ne pouvaient se justifier que si la situation intérieure suisse l'imposait réellement. Il s'y ajoutait également des considérations d'ordre économique. Ces considérations nous paraissent toujours valables aujourd'hui. D'après les informations fournies par notre ambassade à Ankara ainsi que par la compagnie SWISSAIR, la Suisse est devenue le centre d'activités européen pour les hommes d'affaires turcs. SWISSAIR en a transporté près de 100 par jour (plus de 90 '000 personnes en tout en 1981, y compris les touristes et quelque 15 '000 travailleurs étrangers). La compagnie d'aviation en question nous a fait savoir que ses projets d'extension des activités avec la Turquie seront certainement remis en question si l'obligation du visa est réintroduite. Il ne fait pas de doute que, de façon générale, les relations commerciales seront directement ou indirectement affectées par cette réintroduction. # 6. Incidences administratives et financières Comme le note le Département de justice et police, sa proposition a un certain nombre de conséquences financières et surtout en termes de personnel. Comme nos deux représentations d'Istanbul et d'Ankara ne disposent d'aucun bureau de réserve, nous serons dans l'obligation de louer des locaux supplémentaires pour le service des visas. Cela implique la constitution d'une division des visas indépendante qui sera placée sous la responsabilité de la représentation correspondante. Dans l'hypothèse où chacune de nos représentations devra recevoir chaque jour deux à trois cents visiteurs - c'est l'estimation de notre Consulat général à Istanbul - il faudra engager dans chacune de nos représentations six personnes supplémentaires (deux fonctionnaires fédéraux et trois auxiliaires) qui se décomposent ainsi : - un employé de chancellerie (direction de la division des visas et contrôle); - deux employés locaux chargés de préparer les documents nécessaires aux visas; - une secrétaire; - un employé de bureau/coursier. Le Département des affaires étrangères ne dispose plus d'aucune réserve de personnel et l'introduction de l'obligation du visa nécessiterait que lui soient donc attribuées quatre unités supplémentaires ainsi que huit postes d'auxiliaires supplémentaires. Comme environ un million et demi de citoyens turcs résident actuellement en République fédérale allemande, il n'est pas exclu que l'introduction de l'obligation du visa ait également des conséquences sur l'une ou l'autre de nos représentations dans ce pays. Le Département se réserve, le moment venu, de demander du personnel supplémentaire pour permettre à certains de ses postes en RFA de faire face à l'augmentation de leurs tâches. Sur le plan financier, nous ne sommes pas en mesure de chiffrer exactement les frais supplémentaires entraînés par l'engagement de personnel supplémentaire, la location de locaux, l'installation du téléphone et l'achat de mobilier. Ces dépenses devront faire l'objet d'une demande de crédit supplémentaire. 7. Il semble enfin exclu que nos représentations en Turquie soient en mesure d'organiser la délivrance de visas dans les délais envisagés par le Département de justice et police. De l'avis de notre ambassade à Ankara, nos représentations ne seraient pas en mesure de prendre les dispositions nécessaires à l'introduction de l'obligation du visa pour les Turcs avant le ler octobre 1982. DEPARTEMENT FEDERAL DES AFFAIRES ETRANGORES Pierre Aubert
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GovDecisions
42,506
Nr. 3504. Beziehungen zu König Menelik von Abessinien
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Le Conseil fédéral décide de faire don au Roi Ménélik, par l’intermédiaire de Ilg, du nouveau fusil de l’armée suisse mais renonce, contrairement à l’avis du DFAE, à écrire directement au souverain. Classement thématique série 1848–1945: II. RELATIONS BILATÉRALES 1. Abyssinie 1.1. Relations diplomatiques et vente d’armes
German
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1892-08-08
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Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"><a href="https://dodis.ch/42506" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/42506</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">CONSEIL FÉDÉRAL<br class="tei-lb" />Procès-verbal de la séance du 9 août 1892<span id="fnref_3_2_1_1_2_2_4" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_2_2_4">1</a></span></div> <h1 class="tei-title4 tei-title-sub">3504. Beziehungen zu König Menelik von <a href="https://dodis.ch/G1005" class="tei-placeName" target="">Abessinien</a></h1> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline">Departement des Auswärtigen (Politik). Antrag vom 8. dies.</div> </div> <p class="tei-p tei-p">Das Departement des Auswärtigen legt unter Bezugnahme auf den Beschluss des Bundesrates vom 5. lauf. Monats<span id="fnref_3_2_1_1_4_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_4_2">2</a></span> den Entwurf eines Schreibens<span id="fnref_3_2_1_1_4_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_4_4">3</a></span> an den König Menelik von <a href="https://dodis.ch/G1005" class="tei-placeName" target="">Abessinien</a> vor, in welchem bemerkt würde, dass die Anknüpfung von Handels- und anderer Beziehungen zwischen der Schweiz und <a href="https://dodis.ch/G219" class="tei-placeName" target="">Äthiopien</a> im gegenseitigen Interesse liege und dass ihm als Freundschaftszeichen durch Herrn <a href="https://dodis.ch/P14721" class="tei-persName" target="">Ilg</a> ein Gewehr schweizerischer Ordonnanz nebst Munition verabfolgt werde.</p> <p class="tei-p tei-p">In Ablehnung dieses Antrages wird mit Rücksicht auf das von <a href="https://dodis.ch/G77" class="tei-placeName" target="">Italien</a> gegenüber <a href="https://dodis.ch/G219" class="tei-placeName" target="">Äthiopien</a> in Anspruch genommene Protectorat beschlossen, es sei vom Erlasse eines offiziellen Schreibens abzusehen, dagegen das Departement des Auswärtigen einzuladen, Herrn <a href="https://dodis.ch/P14721" class="tei-persName" target="">Ilg</a> mit den angemessenen Instruktionen<span id="fnref_3_2_1_1_5_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_2_1_1_5_8">4</a></span> zu versehen, in welcher Form er das Geschenk zu überreichen habe.</p> <p class="tei-p tei-p">Protokollauszug ans Departement des Auswärtigen, Politische Abteilung zur Vollziehung.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_2_2_4"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 1004 1/170</span>. Absents: <span class="tei-orig tei-orig"><a href="https://dodis.ch/P33470" class="tei-persName" target="">Deucher</a>, <a href="https://dodis.ch/P15816" class="tei-persName" target="">Droz</a> et <a href="https://dodis.ch/P28780" class="tei-persName" target="">Hauser</a>.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_2_2_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_4_2"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Cf. document n<span class="tei-hi1 tei-hi1">o</span> 95.<a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_4_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_4_4"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Cf. la proposition du DFAE au Conseil fédéral du 8 août 1892 <span class="tei-orig tei-orig">(<span class="tei-idno tei-idno">E 2/1053</span>).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_4_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_2_1_1_5_8"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Cf. la lettre du DFAE à <a href="https://dodis.ch/P14721" class="tei-persName" target="">Ilg</a> du 9 août 1892 <span class="tei-orig tei-orig">(<span class="tei-idno tei-idno">E 2/1053</span>).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_2_1_1_5_8">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
42000-42999/dodis-42506.pdf
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GovDecisions
1,507
Nr. 3220. Wirtschaftsverhandlungen mit Holland
38
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German
1946-01-01
1946-12-20
1946-12-20
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Niederlande (Wirtschaft)
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Paesi Bassi (Economia)
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Pays-Bas (Economie)
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Netherlands (the) (Economy)
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0
https://dodis.ch/1507
Bundesratsprotokoll
German, Bundesratsprotokoll
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1000-1999/dodis-1507.pdf
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GovDecisions
12,321
An den Schweizerischen Bundesrat. Aufnahme ungarischer Flüchtlinge
31
Der Vorschlag des EJPDs sieht vor, 2000 ungarische Flüchtlinge aufzunehmen, die Verantwortung dem Schweizerischen Roten Kreuz und die Defizitgarantie dem Bund zu übertragen. Der Bundesratsbeschluss N°1893 vom selben Tag stimmt diesem Vorschlag zu.
German
1956-01-01
1956-11-06
1956-11-06
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Flüchtlingshilfe
Asylpolitik|Aufnahme ungarischer Flüchtlinge 1956|Ungarn (Allgemein)|Ungarn (Politik)
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Österreich|Ungarn|Wien
Bundesrat
EJPD/Bundesamt für Polizeiwesen|Österreich/Regierung|Schweizerische Glückskette|Schweizerisches Rotes Kreuz|UNO/Hochkommissariat für Flüchtlinge
Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement
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Feldmann Markus
Feisst Ernst
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Aiuto ai profughi
Politica di asilo|Ungheria (Generale)|Ungheria (Politica)
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Austria|Ungheria|Vienna
Consiglio federale
Austria/Governo|Catena della solidarietà|Croce Rossa Svizzera|DFGP/Ufficio federale di polizia|ONU/Alto Commissariato per i rifugiati
Dipartimento federale di giustizia e polizia
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Feldmann Markus
Feisst Ernst
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Aide aux réfugiés
Hongrie (Général)|Hongrie (Politique)|Politique de l'asile
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Autriche|Hongrie|Vienne
Conseil fédéral
Autriche/Gouvernement|Chaîne du Bonheur|Croix-Rouge suisse|DFJP/Office fédéral de la police|ONU/Haut-Commissariat pour les réfugiés
Département fédéral de justice et police
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Feldmann Markus
Feisst Ernst
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Aid to refugees
Hungary (General)|Hungary (Politics)|Policy of asylum
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Austria|Hungary|Vienna
Swiss Federal Council
Austria/Government|FDJP/Federal Office of Police|Swiss Red Cross|Swiss Solidarity|UN/Office of the High Commissioner for Refugees
Federal Department of Justice and Police
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Feldmann Markus
Feisst Ernst
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10,000
https://dodis.ch/12321
Antrag
German, Antrag
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12000-12999/dodis-12321.pdf
# AN DEN SCHWEIZERISCHEN BUNDESRAT Bern, den 6. November 1956. Aufnahme ungarischer Flüchtlinge. Nach Berichten aus Wien sind in den letzten Tagen rund 10000 Flüchtlinge aus Ungarn in Oesterreich eingetroffen und haben um Asyl nachgesucht. Die österreichischen Behörden haben sie notdürftig untergebracht. Die Unterkünfte sollen zum Teil sehr prekär sein. Die österreichische Regierung bittet um Hilfe und Aufnahme eines Teiles dieser Flüchtlinge. Das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für die Flüchtlinge unterstützt den Appell. Das Schweizerische Rote Kreuz kann die gesammelten Gelder, die ihm in reichem Masse von allen Seiten zufliessen, nicht mehr für konstruktive Hilfe in Ungarn selbst einsetzen. Auf Antrag seines Delegierten in Wien, Herrn Minister Feisst, möchte es 2000 Flüchtlinge in die Schweiz nehmen und hier zweckmässig unterbringen. Das Schweizerische Rote Kreuz würde die Verantwortung und die Finanzierung dieser Aktion übernehmen und die Flüchtlinge vorerst provisorisch in Hotels, Pensionen, Sanatorien und Helmen unterbringen. Es würde sodann mit den schweizerischen Flüchtlingshilfsorganisationen Fühlung nehmen und diese einschalten, damit für jeden einzelnen Fall die zweckmässige Lösung gesucht werden könnte. Es muss damit gerechnet werden, dass diese Flüchtlinge i ür längere Zeit in der Schweiz beherbergt werden müssen. Die Kosten der Aktion werden vorerst aus den vom Schweizerischen Roten Kreuz gesammelten Mitteln bestritten. In einem späteren Stadium wird es aber vielleicht notwendig sein, dass der Bund sich an der Unterstützung ebenfalls beteiligt. Das könnte im Rahmen des Bundesbeschlusses vom 26. April 1951 über Beiträge des Bundes an die Unterstützung von Flüchtlingen geschehen, wonach die Polizeiabteilung des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements jeweilen drei Fünftel der von den Hilfswerken ausgelegten Unterstützungen vergütet. Es darf angenommen werden, dass die Hilfswerke nach den bisherigen telephonischen Mitteilungen sich bereit fänden, die Betreuung der Flüchtlinge zu übernehmen. Damit die Hilfsaktion bei Kantonen und Gemeinden in der praktischen Durchführung nicht auf Schwierigkeiten stösst, sollte den Kantonen nötigenfalls eine entsprechende Zusicherung abgegeben werden können. Unabhăngig von der Initiative des Schweizerischen Roten Kreuzes sind bei der Polizeiabteilung zahlreiche Gesuche für Einzelfälle von Flüchtlingen aus Ungarn eingereicht worden. Diesen Fällen sollte nach der ublichen Prlufung in gleicher Weise entsprochen werden, auch über die 2000 hinaus. In der Regel garantieren Einzelne oder Hilfswerke in solchen Fallen. In gleichem Rahmen wie für die grössere Aktion sollte die Polizeiabteilung den Kantonen aber die Garantie erteilen können, dass sie nicht mit, Kosten belastet werden. Vorbehalten bleibt iür alle Fälle die spontane Uebernahme von Flüchtlingsfamilien durch Städte oder Gemeinden, deren Mithilfe nach uns zugegangenen Berichten von der Gluckskette des Radio angerufen werden soll. Aus diesen Gründen gestatten wir uns, Ihnen zu b e a n t r a g e n : 1. - Es sind 2000 ungarische Flüchtlinge aus Oesterreich aufzunehmen. 2. - Das Schweizerische Rote Kreuz befasst sich mit der Organisation der Transporte und der vorläufigen Unterbringung in der Schweiz. 3. - Das Schweizerische Rote Kreuz trägt aus dem Sammlungsergebnis für die Ungarnhilfe die Kosten der Unterbringung und Betreuung dieser Flüchtlinge. 4. - Das Schweizerische Rote Kreuz hat sich mit den schweizerischen Flüchtlingshilfsorganisationen in Verbindung zu setzen und in Zusammenarbeit mit der Polizeiabteilung des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements die weitere Unterbringung der Flüchtlinge zu organisieren. 5. - Die Polizeiabteilung ist ermächtigt, im Rahmen des Bundesbeschlusses vom 26. April 1951 den kantonalen Behörden eine Garantie-Erklärung abzugeben iür den Fall, dass die gesammelten Mittel für die Unterbringung und Betreuung dieser Flüchtlinge in der Schweiz nicht mehr ausreichen sollten. EIDGENOESSISCHES JUSTIZ- UND POLIZEIDEPARTEMENT sig. Feldmann Protokollauszug an das Justiz-und Polizeidepartement (Sekretariat und Polizeiabteilung 20 St.), das Politische Departement, das Finanz-und Zolldepartement, das Militärdepartement und das Volkswirtschaftsdepartement.
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GovDecisions
9,639
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21
Die Schweiz veröffentlichte ein Communiqué zum Koreakrieg um eine Konfusion über die unparteiische Haltung der Schweiz gegenüber den Kriegsparteien zu vermeiden. Schweden erwartet, dass die Schweiz in der Frage des West-Osthandels gegenüber den Amerikanern nicht nachgibt, um kein Präzedenzfall zu schaffen.
German
1953-01-01
1953-04-30
1953-04-30
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Koreakrieg (1950–1953)
Gute Dienste|Korea (Allgemein)|Ost-West-Handel (1945–1990)|Schweden (Politik)
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Stockholm
Korea|Schweden|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
Schweizerische Botschaft in Stockholm
Bundesrat/Finanz- und Wirtschaftsdelegation|Schweden/Regierung|USA/Botschaft in Stockholm|USA/Staatsdepartement
EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion
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Daeniker Armin
Zehnder Alfred
Hammarström Thorsten
Zehnder Alfred
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Guerra di Corea (1950–1953)
Buoni uffici|Commercio Est-Ovest (1945–1990)|Corea (Generale)|Svezia (Politica)
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Stockholm
Corea|Stati Uniti d'America (USA)|Svezia
Ambasciata svizzera a Stoccolma
Consiglio federale/Delegazione economica e finanziaria|Svezia/Governo|USA/Ambasciata a Stoccolma|USA/Dipartimento di Stato
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica
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Daeniker Armin
Zehnder Alfred
Hammarström Thorsten
Zehnder Alfred
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Guerre de Corée (1950–1953)
Bons offices|Commerce Est-Ouest (1945–1990)|Corée (Général)|Suède (Politique)
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Stockholm
Corée|États-Unis d'Amérique (USA)|Suède
Ambassade de Suisse à Stockholm
Conseil fédéral/Délégation économique et financière|Suède/Gouvernement|USA/Ambassade à Stockholm|USA/Département d'État
DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique
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Daeniker Armin
Zehnder Alfred
Hammarström Thorsten
Zehnder Alfred
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Korean War (1950–1953)
East-West-Trade (1945–1990)|Good offices|Korea (General)|Sweden (Politics)
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Stockholm
Korea|Sweden|United States of America (USA)|Washington DC
Swiss Embassy in Stockholm
Federal Council/Delegation for economic and financial questions|Sweden/Government|USA/Embassy in Stockholm|USA/State Department
FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs
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Daeniker Armin
Zehnder Alfred
Hammarström Thorsten
Zehnder Alfred
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5,000
https://dodis.ch/9639
Schreiben
Schreiben, German, Zehnder Alfred
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9000-9999/dodis-9639.pdf
# 194 I p.B.73.Corée.0.1.- RB. Minister Dr. A. Zehnder Bern, den 30. April 1953. Herr Minister, I/. Ich lege Ihnen das Communiqué in französischer Sprache bei, welches wir gestern zur Frage der Haltung der Schweiz im Korea-Konflikt veröffentlicht haben. Sie werden ihm entnehmen, dass wir eine Konfusion uber die einzig mögliche unparteiische Haltung der Schweiz gegenuber den beiden Kriegführenden unter allen Umständen vermieden haben möchten. Dies ist die Erklärung, warum das Communiqué-länger und schärfer ausgefallen ist als es auf den ersten Blick notwendig erscheint. Es wird Ihnen die Möglichkeit geben, der schwedischen Regierung zu erklären, warum wir auch den Inhalt des Aide-Mémoires bekanntgeben mussten, welches wir gemeinsam mit den Schweden dem State Department in Washington am 14. April uberreicht haben. Der schwedische Gesandte war ubrigens vorgestern bei mir. Ich erklärte ihm den Sachverhalt und sagte ihm, ein offizielles Communiqué werde folgen. 2. Herr Hammarström sagte mir bei dieser Gelegenheit, dass die Amerikanische Botschaft in Stockholm Schweden in der Frage des West-Osthandels neuerdings unter Druck setze. Auch bei uns ist dies der Fall. Wir werden nächsthin mit der Wirtschafts- und Finanzdelegation des Bundesrates diese Frage besprechen und feststellen, ob und inwieweit wir den Amerikanern entgegenkommen können. Schweden erwartet von uns offenbar eine feste Haltung und kein Nachgeben, auch nicht bei nebensächlichen Warenpositionen, damit die Amerikaner den schwe1- Herrn Armin D a e n i k e r, Schweizerischer Gesandter in Schweden, S t o c k h o 1 m . zerischen Präzedenzfall nicht gegen Schweden ausspielen können. Bei uns ist die Sache nun so, dass wir in der sogenannten Kategorie I der Warenliste (Embargo-Liste der Amerikaner) gemäss Gentlemen-Agreement von 1951 für etwas über 8 Mio. Franken nach den Oststaaten Waren ausführen dürfen. In Tat und Wahrheit sind aber im Jahr 1952 nur für rund 4 Mio. Franken solcher Waren ausgeführt worden. Was die kontrollierten Warenpositionen der Liste II anbetrifft, so hatten wir ein Kontingent von 65 Mio. Franken vereinbart, lieferten aber im Jahre 1952 bloss für rund 10 Mio. Franken Waren nach den Oststaaten. Auch wenn wir in grundsätzlichen Fragen den Amerikanern jetzt nicht nachzugeben beabsichtigen, so liegt in den tatsächlich Verhältnissen eine so grosse Marge, dass wahrscheinlich eine Verständigung über "non valeurs" für uns durchaus möglich ist. Ich werde sie über die allfälligen Beschlüsse auf dem laufenden halten. Genehmigen Sie, Herr Minister, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. Beilage: 1 Communiqué.
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Correspondence
60,175
Schweizerische Geisteswissenschaftliche Gesellschaft. Protokoll der Versammlung der Präsidenten der Mitgliedsgesellschaften. Samstag, den 18.2.1956, 15.00 Uhr im Hotel Bellevue-Palace, Bern
37
Die bisher formale Arbeit der Schweizerischen Geisteswissenschaftlichen Gesellschaft soll durch sachliche Arbeit ergänzt werden: Es sollen aktuelle Arbeitsthemata nachgewiesen und Desiderata formuliert werden, an denen die verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten können, was der SGG die erwünschte wissenschaftliche Aktivierung verschaffen würde.
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1956-02-18
1956-02-18
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Bildung und Ausbildung
Selektion SAGW
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Freiburg im Üechtland
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Archäologie Schweiz|Collegium Romanicum|Eidgenössisches Departement des Innern|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte|Nationale schweizerische UNESCO-Kommission|Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften|Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften/Delegiertenversammlung|Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften/Forschungskommission|Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften/Generalversammlung|Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften/Sekretariat|Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften/Vorstand|Schweizerische Akademische Gesellschaft für Germanistik|Schweizerische Asiengesellschaft|Schweizerische Gesellschaft für Geschichte|Schweizerische Gesellschaft für neuere Literatur|Schweizerische Gesellschaft für Psychologie|Schweizerische Musikforschende Gesellschaft|Schweizerische Philosophische Gesellschaft|Schweizerische Sp
Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
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Gigon Olof
Bonnard Georges|Geering Arnold|Gigon Olof|Gysin Fritz|Hahnloser Hans Robert|Huber Konrad|Kohler Pierre|Meili Richard|Mohr Ernst|Muller Philippe|Puelma Mario|Redard Georges|Regamey Constantin|Reymond Marcel|Sauter Marc|Stamm Rudolf|Straumann Heinrich|Vasella Oskar|Vogt Emil|Wassmer Max|Zinsli Paul
Gigon Olof
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Istruzione e formazione
Selektion SAGW
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Accademia svizzera delle scienze umane e sociali|Accademia svizzera delle scienze umane e sociali/Assemblea delle delegate e dei delegati|Accademia svizzera delle scienze umane e sociali/Assemblea generale|Accademia svizzera delle scienze umane e sociali/Comitato|Accademia svizzera delle scienze umane e sociali/Commissione di ricerca|Accademia svizzera delle scienze umane e sociali/Segretariato|Archeologia Svizzera|Associazione svizzera dei filologi classici|Associazione svizzera di anglistica|Collegium Romanicum|Commissione nazionale svizzera per l'UNESCO|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell'interno|Fondazione Pro Helvetia|Fondo nazionale svizzero per la ricerca scientifica|ONU/Organizzazione per l'educazione, la scienza e la cultura|Società accademica svizzera per gli studi di germanistica|Società di storia dell'arte in Svizzera|Società filosofica svizzera|Società svizzera di letteratura moderna|Società Svizzera di Linguistica|Società Svizzera di Musicologia|Società Sv
Accademia svizzera delle scienze umane e sociali
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Gigon Olof
Bonnard Georges|Geering Arnold|Gigon Olof|Gysin Fritz|Hahnloser Hans Robert|Huber Konrad|Kohler Pierre|Meili Richard|Mohr Ernst|Muller Philippe|Puelma Mario|Redard Georges|Regamey Constantin|Reymond Marcel|Sauter Marc|Stamm Rudolf|Straumann Heinrich|Vasella Oskar|Vogt Emil|Wassmer Max|Zinsli Paul
Gigon Olof
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Éducation et formation
Selektion SAGW
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Fribourg
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Académie suisse des sciences humaines et sociales|Académie suisse des sciences humaines et sociales/Assemblée des délégué·e·s|Académie suisse des sciences humaines et sociales/Assemblée générale|Académie suisse des sciences humaines et sociales/Comité|Académie suisse des sciences humaines et sociales/Commission de recherche|Académie suisse des sciences humaines et sociales/Secrétariat|Archéologie Suisse|Association des anglicistes suisses|Association des Romanistes de Suisse|Association suisse pour l’étude de l’antiquité|Commission nationale suisse pour l'UNESCO|Département fédéral de l'intérieur|Département fédéral des affaires étrangères|Fondation Pro Helvetia|Fonds national suisse de la recherche scientifique|ONU/Organisation pour l'éducation, la science et la culture|Société académique des germanistes suisses|Société d'histoire de l'art en Suisse|Société suisse d'histoire|Société Suisse de Linguistique|Société suisse de littérature moderne|Société Suisse de
Académie suisse des sciences humaines et sociales
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Gigon Olof
Bonnard Georges|Geering Arnold|Gigon Olof|Gysin Fritz|Hahnloser Hans Robert|Huber Konrad|Kohler Pierre|Meili Richard|Mohr Ernst|Muller Philippe|Puelma Mario|Redard Georges|Regamey Constantin|Reymond Marcel|Sauter Marc|Stamm Rudolf|Straumann Heinrich|Vasella Oskar|Vogt Emil|Wassmer Max|Zinsli Paul
Gigon Olof
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Education and Training
Selektion SAGW
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Collegium Romanicum|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of Home Affairs|Pro Helvetia Foundation|SSM|Swiss Academic Association of Germanists|Swiss Academy of Humanities and Social Sciences|Swiss Academy of Humanities and Social Sciences/Assembly of Delegates|Swiss Academy of Humanities and Social Sciences/General Assembly|Swiss Academy of Humanities and Social Sciences/Research Commission|Swiss Archaeology|Swiss Asia Society|Swiss Association of Anglicists|Swiss Association of the Sciences of Humanity/Committee|Swiss Historical Society|Swiss National Commission for UNESCO|Swiss National Science Foundation|Swiss philosophical society|Swiss Psychological Society|Swiss Society for Linguistics|Swiss Society for Modern Literature|UN/Educational, Scientific and Cultural Organization|Union Académique Internationale
Swiss Academy of Humanities and Social Sciences
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Gigon Olof
Bonnard Georges|Geering Arnold|Gigon Olof|Gysin Fritz|Hahnloser Hans Robert|Huber Konrad|Kohler Pierre|Meili Richard|Mohr Ernst|Muller Philippe|Puelma Mario|Redard Georges|Regamey Constantin|Reymond Marcel|Sauter Marc|Stamm Rudolf|Straumann Heinrich|Vasella Oskar|Vogt Emil|Wassmer Max|Zinsli Paul
Gigon Olof
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60,000
https://dodis.ch/60175
Protokoll-external
Protokoll-external, Gigon Olof
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60000-60999/dodis-60175.pdf
# SCHWEIZERISCHE GEISTESWISSENSCHAFTLICHE GESELLSCHAFT ## SOCIÉTÉ SUISSE DES SCIENCES MORALES ## PROTOKOLL der Versammlung der Präsidenten der Mitgliedgesellschaften Samstag, den 18. Februar 1956, 15.00 Uhr im Hotel Bellevue-Palace, Bern Anwesend vom Vorstand: Prof. Georges Bonnard, Präsident Dr. Max Wassmer, Quästor Prof. Olof Gigon, Prof. H. F. Hahnloser Anwesend von den Mitgliedgesellschaften: Akademische Gesellschaft schweizerischer Germanisten Prof. Paul Zinsli, Präsident, Bern Allgemeine Geschichtsforschende Gesellschaft der Schweiz Prof. Oscar Vasella, Vizepräsident, Fribourg Collegium Romanicum Prof. Konrad Huber, Präsident, Obermeilen Gesellschaft fur Schweizerische Kunstgeschichte Dr. F. Gysin, Präsident, Zürich Schweizerische Akademische Gesellschaft der Anglisten Prof. Rudolf Stamm, St. Gallen Prof. Heinrich Straumann, Zürich Schweizerische Gesellschaft fur Asienkunde Prof. Constantin Regamey, Lausanne Schweizerische Gesellschaft fur neuere Literaturgeschichte Prof. Pierre Kohler, Präsident, Muri/Bern Schweizerische Gesellschaft fur Psychologie Prof. Richard Meili, Präsident, Gämligen Prof. Philippe Muller, Neuchatel Schweizerische Gesellschaft fur Urgeschichte Prof. Marc Sauter, Präsident, Genève Prof. Emil Vogt, Zürich Schweizerische Musikforschende Gesellschaft Dr. Ernst Mohr, Präsident, Basel Prof. Arnold Geering, Bern Schweizerische Philosophische Gesellschaft Marcel Reymond, Präsident, Lausanne Schweizerische Sprachwissenschaftliche Gesellschaft Prof. Georges Bedard, Präsident, Bern Schweizerische Vereinigung fur Altertumswissenschaft Prof. Mario Puelma, Präsident, Fribourg # Traktanden: 1. Exposé des Präsidenten der Schweiz. Geisteswissenschaftl. Gesellschaft 2. Gedankenaustausch uber jetzige und künftige Aufgaben der Gesellschaft (s. Statuten, Art. $3 \& 4$ ) 3. Ist die gegenwärtige Organisation zufriedenstellend? 4. Publikationen der SGG 5. Sollen regelmässig wissenschaftliche Tagungen abgehalten werden? 6. Finanzielle Fragen Der Präsident eröffnet die Sitzung, begrüsst die Anwesenden und dankt fur ihr Erscheinen und hält nachstehende Eröffnungsanprache: "Il y a dix ans environ que vos Sociétés ont fondé la SSSM. On était au lendemain de la guerre. La guerre avait donné une impulsion formidable aux sciences techniques, fondées sur l'étude de la nature. Les sciences de l'homme, non simple animal parmi d'autres créatures animées, mais être pensant, les sciences morales se sentaient, sinon menacées, du moins en danger de voir leur prestige diminué. C'est pour maintenir ce prestige, le renforcer que vous avez senti le besoin de vous rapprocher, de vous unir, de défendre ensemble les positions acquises, le role que les sciences morales doivent jouer dans toute société civilisée. A ce souci majeur s'ajoutaient des préoccupations plus immédiates. Les Nations unies, désireuses, au lendemain d'une guerre qui avait déchiré l'humanité, de favoriser la rapprochement des peuples sur le plan intellectuel aussi, fondaient l'Unesco. Et l'Unesco promettait son appui aux grandes associations internationales. Pour bénéficier de cet appui, il fallait que notre pays, lui aussi, participât plus étroitement, plus activement, aux travaux de ces associations. Groupées depuis des générations en une puissante Société helvétique, les sciences naturelles pouvaient d'emblée y participer. Les sciences morales, representées en Suisse par vos sociétés, ne le pouvaient qu'en formant, elles aussi, leur société helvétique, la SSSM. Vous avez donc créé la SSSM en lui assignant pour tâches premières de renforcer la considération due aux sciences morales, et de développer les relations internationales dans leur domaine. Et puis, peu de temps après la fondation de la Société, l'absolue nécessité s'est fait sentir de créer en Suisse un Fonds National pour l'encouragement de la recherche scientifique. Si jeune qu'elle fut, la SSSM a pu prendre une part active aux travaux qui ont abouti à la création du Fonḋs National. Jusqu'en 1953, l'activité de votre Comité a été absorbée par deux tâches essentielles: 1) entrer en rapport avec l'Union Académique Internationale (U.A.I.), s'en faire recevoir membre, et organiser la participation de la Suisse aux travaux que patronne cette grande association internationale 2) aider à la création du Fonds National, puis participer à l'a ctivité du Fonds National en organisant sa propre commission chargée de recevoir des demandes de subsides, de les examiner et de les transmettre aux organes directeurs du Fonds. A l'heure actuelle, et depuis deux ans environ, notre pays participe régulièrement, bien que modestement, aux travaux de l'U.A.I. Nos délégués aux sessions annuelles y jouent un rôle utile et honorable. Cinq comités suisses apportent leur collaboration au Dictionnaire du latin médiéval, aux Cartes de l'Empire romain, au Corpus des vases antiques, au Corpus des philosophes médiévaux, enfin au Corpus des vitraux du moyen âge récemment ajouté aux responsabilités de l'U.A.I. sur l'initiative d'un Suisse, M. le professeur Hahnloser. Nous avons eu l'honneur de recevoir en 1954 l'U.A.I. qui a tenu à Berne sa session ordinaire. - Grace à nos délégués, grâce aux 5 comités suisses, la SSSM joue son rôle dans l'U.A.I., sans qu'elle ait elle-même à faire autre chose que demander, recevoir et transmettre des rapports. D'autre part, la Commission que nous avons constituée pour assurer notre participation au Fonds National a, dès ses débuts, travaillé avec bonheur et succès. Et là aussi la SSSM elle-même, son Comité, n'ont plus autre chose à faire qu'exercer une haute et discrète surveillance, recevoir des rapports qui n'appellent aucune observation et ne méritent que des félicitations. Ces deux tâches remplies, le Comité de la SSSM a senti qu'il lui fallait songer à proposer à ses membres de nouvelles activités, non pas certes par besoin plus ou moins ridicule de s'agiter, mais simplement pour que la Société joue mieux le rôle que ses fondateurs lui ont assigné, pour que les buts qu'elle s'est proposé d'atteindre, par les Statuts que vous lui avez donnés, soient effectivement visés et si possible atteints. La SSSM a été créée en partie pour renforcer la considération due aux sciences morales, pour les représenter auprès des autorités. Qu'a-t-elle fait dans cette direction jusqu'ici? Rien ou presque. Et pourquoi? Parce que pour renforcer cette considération, la SSSM doit elle-meme jouir d'un certain prestige. Or ce prestige, elle n'a pas réussi à le conquérir. A qui la faute? C' est peut-être la faute du comité. Mais n'est-ce pas surtout celle de ses membres, des sociétés que vous présidez, qui n'ont - pardonnez-moi rien fait pour favoriser la croissance de leur propre enfant, qui ne paraissent pas s'y intéresser, le vouloir vigoureux? Chaque société-membre semble surtout craindre une ingérence de la SSSM dans ses affaires, semble désirer sauvegarder son absolue autonomie, son indépendance, se refuser au moindre sacrifice pour mieux s'unir à ses soeurs. Nous en sommes encore au stade d'une confédération impuissante d'états dont chacun entend garder son absolue souveraineté. Une telle confédération n'est pas viable. C'est pour vous le dire en toute franchise que nous avons désiré vous réunir. Et c'est aussi, et surtout, pour savoir si ses membres entendent que la SSSM, ayant assuré la collaboration de la Suisse à l'U.A.I. et la participation des sciences morales au Fonds National, s'en tienne là, renonce à toute autre activité, - ou si, au contraire, ils désirent, comme le comité lui-même le désire, que la Société s'efforce de devenir, pour les sciences morales, ce que l'Helvétique, elle soit véritablement leur représentant, qu'elle puisse en leur nom s'adresser aux autorités, obtenir pour elles le soutien dont elles ont besoin, enfin, user du prestige, de l'autorité, et des moyens qu'elle acquerra peu à peu, pour encourager les recherches dans le domaine des sciences morales, les soutenir moralement et financièrement, soutenir aussi tous ceux qui s'y livrent ou désirent s'y livrer, comme nos Statuts le prévoient." Die Diskussion uber die allgemeinen Ziele der SGG wird eröffnet durch Gysin, der mit dem Präsidenten darin einig geht, dass die bisher formale Arbeit der SGG durch eine sachliche ergänzt werden sollte. Er weist auf das vortreffliche wissenschaftliche Arbeitsinstrument hin, das nach dem ersten Krieg in der Bibliothek Warburg organisiert worden ist. Es besteht die Aufgabe, aktuelle Arbeitsthemata nachzuweisen, an denen die verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten könnten, Herstellung von Katalogen solcher Desiderata, Bereitstellung von Hilfsmitteln zur Orientierung der Studien des Nachwuchses in der Ueberzeugung, dass die einzelnen Teile der Geisteswissenschaften durchaus auf einander angewiesen sind. Reymond stimmt zu und erinnert an erfolgreich verlaufene Symposien von Philosophen und Psychologen. Das Aufsuchen von Gegenständen gemeinsamer Arbeit wäre von grösstem Interesse und würde der SGG die erwünschte wissenschaftliche Aktivierung verschaffen. Redard bemerkt, dass die Themata scharf determiniert werden müssen. Er erinnert sodann an einen Plan von Prof. Jud, eine bibliographische Koordination für die geisteswissenschaftliche Arbeit herzustellen. Welche Bibliotheksmaterialien stehen in der Schweiz für die Bearbeitung bestimmter Probleme zur Verfügung? Ausserdem müssten unbedingt die internationalen Kulturbeziehungen ausgebaut werden. Bisher hat sich da nur Pro Helvetia eingesetzt. Die internationale Zusammenarbeit in kulturellen Dingen wird in der Schweiz total vernachlässigt. Man müsste mit dem Departement des Innern und dem politischen Departement Fühlung nehmen, um eine Verbesserung der Verhältnisse zu erreichen. Hahnloser wünscht, dass man einfach aus dem Wortlaut des $\S 4$ unserer Statuten die Bilanz ziehen solle. Es würde sich zeigen, dass von den dort ins Auge gefassten Aufgaben nur das Wenigste erfullt worden ist. Mohr geht insbesondere mit Redard einig. Man müsste die wichtigen Arbeitsgebiete herausstellen und keine Anstrengung scheuen, um ein Inventar dessen zu schaffen, was die schweizerischen Bibliotheken für die verschiedenen Gebiete zur Verfügung haben. Es gibt z. B. heute noch kleine Klosterbibliotheken, deren Bestände so gut wie unbekannt sind. Auch Gigon unterstützt die Anregungen Redards und der Präsident konstatiert, dass die Versammlung offenbar einhellig der Meinung sei, die SGG solle uber ihre administrativen Aufgaben hinaus eine wissenschaftliche Tätigkeit in Angriff nehmen. Weitere Voten von Gysin und Mohr ergeben, dass es erwünscht sei, wenn der Vorstand der SGG konkrete Vorschläge im Sinne der geäusserten Richtlinien ausarbeitete und zur Diskussion stellte. Damit geht der Präsident zum zweiten Diskussionspunkt uber: ist die gegenwärtige Organisation der SGG zufriedenstellend? Sollen insbesondere Versammlungen organisiert werden, an denen alle Vorstände aller Mitglied- gesellschaften teilnehmen? Sollen die Behörden am Vorstand und an der Delegiertenversammlung beteiligt werden? Soll man die Universitäten heranziehen, wie es bei der medizinischen Akademie geschieht? Redard hält zunächst fest, dass die Einberufung der heutigen Präsidentenkonferenz ein guter Gedanke war und zur festen Institution erhoben werden sollte. Stamm stimmt bei unter dem Vorbehalt, dass die eigentliche Leitung der ganzen SGG beweglich gestaltet werden solle. Eine Präsidentenkonf erenz soll nur einberufen werden, wenn wirklich wichtige Gegenstände vorliegen. Hahnloser stellt fest, dass die Forschungskommission, das Sekretariat und die Delegation bei der U.A.I. befriedigend arbeiten, so dass an diesen Institutionen nicht gerührt werden sollte. Die Schwierigkeit beginnt beim Verhältnis des Vorstands zur Delegiertenversammlung. Die Delegiertenversammlung ist weitgehend ein Produkt des Zufalls und bisher nur ausserordentlich selten eigene positive Arbeit zustandegebracht. Das beste wäre, die Delegiertenversammlung in eine Präsidentenkonferenz auszuweiten und dieser eine kleine Exekutive beizugeben. Dabei ist freilich wichtig, dass alle Landesteile und alle Gruppen vertreten seien. Der Präsident stellt fest, dass es sich dabei um persönliche Meinungen Hahnlosers handle, die aber sehr wohl der Erwägung wert seien. Huber erkennt sehr wohl die Schwerfalligkeit der bisherigen Organisation und die Schwierigkeiten, die sich einer wirklichen wissenschaftlichen Akademie entgegenstellen. Dennoch würde er dafür plädieren, die SGG rundweg durch eine scnweizerische Akademie der Geisteswissenschaften zu ersetzen. Diese könnte etwa 40 Mitglieder umfassen und so beweglich gestaltet werden, dass sie allen bisher genannten Aufgaben genügen könnte. Mohr erwähnt, dass die Delegiertenversammlungen nicht immer derart aktionsfähig gewesen sind, wie es heute scheint. Dass Delegierte ex improviso bestellt werden mussten, ist verhältnismässig selten vorgekommen und kann immer wieder vorkommen, auch bei ganz anderer Organisation. Muller bedauert, dass die föderalistische Struktur der Schweiz die Realisierung des Vorschlags Huber ausschliesse, Tatsache sei umgekehrt, dass zu wenig Gesellschaften im Vorstand repräsentiert seien. Es wäre also der Vorstand zu erweitern und ihm ein kleines Bureau beizugeben. Er stellt die Frage, wie die Beziehungen der SGG zur UNESCO seien. Der Präsident teilt mit, dass er selbst ex officio Mitglied der schweiz. UnescoKommission sei. In unserm Zusammenhang spiele dies indessen keine Rolle, da die Unesco keine wissenschaftliche Ziele verfolge. Gysin regt an, dass der Vorstand die Präsidenten aller Gesellschaften umfasse und aus sich einen kleinen Arbeitsausschuss konstituiere. Die Generalversammlung ist von Gesetzes wegen notwendig. Aber sie braucht nur alle zwei Jahre zusammenzutreten. Hahnloser kommt auf die Frage nach der gerechten regionalen und gruppenmässigen Zusammensetzung des Vorstandes und der SGG zurück. Abschliessend stellt der Präsident fest, dass vor allem der Vorschlag Gysin ausserordentlich interessant sei. Um Statutenänderungen werde man angesichts der gemachten Vorschläge nicht herum kommen. Doch sei das durchaus durchführbar, freilich nicht mehr im laufenden Jahre. Vor dem Sommer 1957 könnten keine Anträge an die Delegiertenversammlung gebracht werden. Zum dritten Diskussionspunkt (Publikationen der SGG) referiert zunächst Gigon uber den Stand der Dinge. Es ist geplant, Publikationen mittleren Umfangs soweit zu patronieren als keine Gefährdung der grossen bestehenden Publikationsreihen besteht. Der Präsident verweist dazu auf den Präzedenzfall, die Patronierung der Chartae Latinae antiquiores von A. Bruckner durch die SGG. Im Rahmen der Beschlüsse der Luzerner Delegiertenversammlung 1955 ist der Vorstand durchaus befugt, solche Patronierungen zu übernehmen. Ein Betrag von Fr. 30'000.ist für diese Unternehmungen ausgeschieden, das Uebrige wird der Nationalfonds ubernehmen, wie Hahnloser bestätigt. Da dazu keine weitere Diskussion verlangt wird, sondern die Versammlung sich stillschweigend einverstanden erklärt, geht der Präsident zum vierten Diskussionspunkt uber (Sollen wissenschaftliche Tagungen abgehalten werden?) Straumann erklärt sich grundsătzlich für diesen Gedanken. Wichtig ist freilich, allgemein interessierende und fördernde Themen zu wählen, etwa: die Wirkung der modernen Philosophie auf die Literaturwissenschaften. Die Themen wären von der Präsidentenkonferenz und einem weitern Gremium ("Senat") von Vertretern der Landesteile und Universitäten zu bestimmen. Als Referenten könnten gelegentlich auch Ausländer herangezogen werden. Es wäre zu begrüssen, wenn der Vorstand diesen Fragenkomplex einlăsslich prüfte. Muller erinnert an den gescheiterten Versuch in Fribourg vor 2 Jahren. Man soll solche Veranstaltungen nur alle zwei Jahre planen und dann gründlichst vorbereiten. Auch Stamm warnt davor, solche Tagungen schematisch jedes Jahr erzwingen zu wollen. Redard empfiehlt, auch kleinere Colloquien unter dem Patronat der SGG zu organisieren. Der Präsident geht nun zum Finanzproblem uber. Wassmer exponiert die Lage. Subventionen sind unerlăsslich. Eine Bundessubvention ist aber nur erhăltlich, wenn die Gesellschaftssubventionen zu einem gesamthaften Gesuch zusammengenommen werden. Wenn die Gesellschaften sich zu einer solchen Zusammenarbeit nicht entschliessen können, wird es nur ubrig bleiben, sich auf das Aeusserste einzuschränken. Auch der Präsident betont, wie kritisch die Lage ist. Es gäbe viele Dinge (Kongresse, Publikationen, Zeitschriften) die dringend der Unterstützung bedurften und wo eigentlich die SGG einspringen müsste. Die Frage erhebt sich, ob nicht die Mitgliedgesellschaften etwas mehr tun könnten. Eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge um ca Fr. -. 50 pro Person zugunsten der SGG sollte erreichbar sein und würde uns schon viel nutzen. Ausserdem sollte doch noch erwirkt werden, dass die Gesellschaften ein Globalgesuch einreichen. Wenn das bisher abgelehnt wurde, so nur, weil die Einzelgesellschaften uber die Dinge zu wenig informiert waren. Es ist selbstverstăndlich, dass an die Aufstellung des Globalgesuches die folgenden zwei Bedingungen geknüpft sind 1. Ein solches Gesuch wird nur dann eingereicht werden, wenn die Sicherheit besteht, dass wir dann mehr erreichen als wenn jede Gesellschaft isoliert vorgeht. 2. Wenn das Gesuch zustandekommt, so garantiert die SGG jeder Gesellschaft mindestens die Hohe des bisherigen Beitrages. Unter diesem Aspekt bittet der Präsident die Gesellschaften, die Frage nochmals prufen zu wollen. Es hängt zuviel daran, als dass man es bei dem bisherigen Zustand einfach belassen könnte. Es besteht eine moralische Verpflichtung der Mitgliedgesellschaften, das ihrige dazu beizutragen, dass nicht die SGG in absehbarer Zeit aus Mangel an Mitteln ihre Tätigkeit uberhaupt aufgeben muss. An dieser Stelle wird abgebrochen. 17. 20 Uhr. Der Protokollfuhrer: Olof Gigon
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Protocols
66,327
Wochentelex 32/86
56
Kein Teil I/Pas de partie I Teil II/Partie II - Séance de clôture du PREPCOM du GATT des 30–31.7.1986
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1986-08-04
1986-08-04
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Welthandelsorganisation
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Argentinien|Australien|Bangladesch|Chile|Demokratische Republik Kongo|Finnland|Frankreich|Gabun|Ghana|Haiti|Hongkong|Indonesien|Island|Israel|Jamaika|Japan|Kamerun|Kanada|Kolumbien|Malaysia|Mexiko|Neuseeland|Nigeria|Norwegen|Österreich|Pakistan|Philippinen|Polen|Punta del Este|Rumänien|Schweden|Simbabwe|Singapur|Sri Lanka|Südafrika|Südkorea|Thailand|Tschechoslowakei|Türkei|Ungarn|Uruguay|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Zypern
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Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen|Europäische Union|G10|Verband Südostasiatischer Nationen
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Accord général sur les tarifs douaniers et le commerce|Association des nations de l'Asie du Sud-Est|G10|Union Européenne
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Argentina|Australia|Austria|Bangladesh|Cameroon's (the)|Canada|Colombia|Cyprus|Czechoslovakia|Democratic Republic of the Congo|Finland|France|Gabon|Ghana|Haiti|Hong Kong|Hungary|Iceland|Indonesia|Jamaica|Malaysia|Mexico|New Zealand|Nigeria|Nippon|Norway|Pakistan|Philippines|Poland|Punta del Este|Romania|Siam|Singapore|South Africa|South Korea|Sri Lanka|Sweden|Turkey|United States of America (USA)|Uruguay|Zimbabwe
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Association of Southeast Asian Nations|European Union|G10|General Agreement on Tariffs and Trade
FDFA/General Secretariat/Information
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65,000
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Wochentelex
Birrer Clemens, Wochentelex
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Wochentelex $32 / 86$ V e r t r a u l i c h (kein Teil I) # T E I L II Séance de clôture du PREPCOM du GATT 1. Dans sa séance de clôture, tenue les 30 et 31 juillet, le PREPCOM du GATT a pris les décisions suivantes: - la réunion de Punta del este sera une réunion des parties contractantes (PC) au niveau ministeriel: avec comme participants les PC et les observateurs des PC comme observateurs, - les travaux du PREPCOM sont terminés et le président transmettra un rapport factuel aux ministres avec les documents W/47 (projet Colombie-Suisse), celui des dix et un document de l'Argentine, - les procédures de séance seront identiques a celles de la conférence ministerielle de 1982. 2. En début du débat de clôture, les délégations de la Colombie et de la Suisse ont présenté le projet de déclaration élaboré dans un cercle de plus de 40 PC. Il s'agit d'un effort soutenu de ces délégations pendant plus de trois semaines d'intenses négociations (de jour et de nuit) et reflète un compromis entre pays industrialisés et pays en développement, entre grandes puissances commerciales et pays a dimension moyenne et petite. 3. Les PC suivantes ont directement participé au processus: Asean (Indonesie, Malaisie, Philippines, Singapour et Thallande), Australie, Autriche, Bangladesh, Canada, Chili, Colombie, Communautés européennes, Corée, Finlande, Hongkong, Hongrie, Islande, Jamaique, Japon, Mexique, Norvège, Nouvelle-Zélande, Pakistan, Pologne, Roumanie, Sri Lanka, Suède, Suisse, Turquie, USA, Uruguay, Zaïre. 4. Dans le débat, ce document a reçu l'appui de toutes les délégations citées sous 3. ainsi que de la CSSR, de Chypre, du Cameroun, de Haïti et d'Israel. 5. Compte tenu des difficultés rencontrées dans le chapitre agricole, l'appui de l'Australie (parce que l'elimination des subven- tions à l'exportation n'a pas été expressement mentionnée dans le texte) n'a pas porté sur l'ensemble du chapitre agricole. La CE (parce que le texte n'exclut pas expressément la possibilité de négocier) n'a pas pu officiellement donner son entier appui à ce texte. 6. La France a - une fois n'est pas coutume - manqué singulièrement de grandeur. Refusant de comprendre la portée historique d'un accord élaboré conjointement entre pays en développement et pays industrialisés, elle a bloqué l'adhésion complète des CE au texte de base. La CE a ainsi très sérieusement compromis sa crédibilité d'intermédiaire auprès des pays en développement. 7. Le PREPCOM a tout simplement refusé l'entrée en matière sur la proposition de la CE de prolonger les travaux du PREPCOM en août et en septembre. 8. Le groupe des dix n'a reçu que l'appui sommaire du Gabon, du Ghana et du Zimbabwe. En même temps, l'Argentine en soutenant complètement l'Australie, a donné indirectement son appui au document W/47. En donnant lecture de la liste de tous les PVD, PC du GATT, comme PC ayant été consultées par le Brésil dans l'élaboration du texte des dix, Batista a provoqué une levée de boucliers des PVD associés au W/47 qui ont refusé tout lien avec le papier des dix. 9. Le Nigéria a profité du débat de clôture pour marquer son leadership africain en proposant, avec l'appui du bout des lèvres de quelques délégations africaines, l'exclusion de l'Afrique du sud de la Conférence de Punta del este. Appréciation: avec l'appui de 48 PC , le texte présenté par la Colombie et par la Suisse sera la base de travail des ministres à Punta del este, à moins que l'irrationalité de la France et la faiblesse du processus de prise de décision inter-communautaire ne conduisent la CE a bloquer le processus d'ici le 15 septembre. PIANCA. # 1.A.22.14.7.3. - BIC/18 Interne Verteilerliste Betrifft: Wochentelex 32/36 Vertraulich | Bundesrat Aubert | | CFA | | :--: | :--: | :--: | | Sekretäre Chef EDA | Herr Jaccard | JL | | | Herr Erard | ER | | Politischer Direktor | Botschafter Brunner | BRE | | Chef Sekretariat pol. Direktor | Herr Loretan | LR | | Koordination und Planung | Herr Schaller | SRU | | Sekretariat pol. Direktor | Fr1. Chollet | W 156 | | Rechtsberater | Botschafter Monnier | MX | | Protokoll | Botschafter Manz | MA | | | Herr Barbey | BAC | | Politisches Sekretariat | Botschafter Ramseyer | RY | | | Herr Speck | SPE | | Politischer Dokumentationsdienst Kanzlei politisches Sekretariat | Herr Schmalz | SZ <br> W 338 | | Politische Sonderfragen | Minister von Arx | AX | | Finanz- und Wirtschaftsdienst | Minister Faillettaz | FA | | | Herr Faivet | FB | | Politische Direktion | Botschafter Pianca | PIA | | Politische Abteilung I | Herr Wyss | WS | | | Herr Fetscherin (KSZE) | FN | | | Herr Faessler | FCH | | | Herr de Dardel | DJ | | Politische Abteilung II | Botschafter Rüegg | RUE | | | Herr Blickenstorfer | BLI | | | Herr Strauch | STH | | Sektion für konsularischen Schutz | Herr Wyttenbach | WH | | Auslandschweizerangelegenheiten | Minister Leippert | LT | | Fremde Interessen | Herr Ghisler | GH | | | Herr Flückiger | FK | | Direktion für internat. Organisat. | Botschafter Muheim | MF | | | Minister Staehelin Minister Lautenberg | SIN <br> LA | | Sektion Vereinte Nationen und internat. Organisationen | Herr von Graffenried | GV | | Sektion internationale wissenschaftliche Angelegenheiten | Herr Creola | CRE | | :--: | :--: | :--: | | Sektion für kulturelle und UNESCO-Angelegenheiten | Herr Luciri | LC | | Sekretariat der nationalen schweiz. UNESCO-Kommission | Herr Theurillat | TB | | Information über UNO-Angelegenheiten | Herr Bucher | BUJ | | Direktion für Völkerrecht | Botschafter Krafft <br> Minister Stettler <br> Minister Reimann | KT <br> STR <br> REI | | Sektion Völkerrecht | Herr Imhof | IH | | Sektion Entschädigungsabkommen | Herr Bühler | BC | | Sektion Staatsverträge | Herr Rubin | RC | | Sektion Landesgrenze und Nachbarrecht | Herr Dubois | DS | | Sektion Verkehr | Herr Hulliger | HG | | Seeschiffahrtsamt Basel | Direktor Hulliger | Basel | | Generalsekretariat | Botschafter Wermuth <br> Herr Indermühle <br> Herr Ruf <br> Herr Bodenmüller | WER <br> IND <br> RG | | Sektion Rekrutierung und Ausbildung des Personals | Herr. Bodenmüller | BOD | | Personalsektion | Herr Kaiser/Herr Reich | KA/RE | | Sektion Bezüge und Zulagen | Herr Trinkler | TK | | Verwaltungsinspektorat und konsularische Angelegenheiten | Herr Robert | RO | | Kuriersektion | Herr Scheurer | SR | | Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe | Botschafter Staehelin | SFR | | Stellvertretender Direktor | Herr Wilhelm | WM | | Delegierter für Katastrophenhilfe | | | | im Ausland | Herr Blaser | BL | | Vizedirektor | Herr Giovannini | GI | | Vizedirektor | Herr Högger | HL | | Informationsdienst | Herr Leuzinger | LP | | Multilaterale Angelegenheiten | Herr Pasquier | PA | | Sektion Internationale Hilfswerke | Herr von Muralt | MD | | Integrationsbüro EDA/EVD | Minister Kellenberger | Ke | 1 Ex. Délégation suisse près l'AELE, 1 Ex. Mission permanente, Genève 30 Ex. BAWI, Büro 81, Bundeshaus Ost (vom Wochentelex nur 31 Ex.) (vom Wochentelex 1 Ex. an Raymond Probst, a. Staatssekretär, Brunnadernstr. 76, 3006 Bern) # 1.A.22.14.7.3. - BIC/1s VERSANDLISTE ## Betrifft: <br> Wochentelex <br> $32 / 86$ <br> $\operatorname{Ver} t$ r a u 1 i c h DIPLOMATISCHE VERTRETUNGEN | Abidjan | Djeddah | New York / UNO | | :-- | :-- | :-- | | Abu Dhabi | Dublin | Oslo | | Addis Abeba | Guatemala | Ottawa | | Akkra | Hanoi | Panama | | Algier | Harare | Panmunjom | | Amman | Havanna | Paris | | Ankara | Helsinki | Paris / OECD | | Asuncion | Islamabad | Paris / UNESCO | | Athen | Jakarta | Prag | | Bagdad | Kairo | Pretoria | | Bangkok | Khartoum | Quito | | Beijing | Kigali | Rabat | | Beirut | Kinshasa | Rom | | Belgrad | Kopenhagen | San José | | Berlin DDR | Kuala Lumpur | Santiago de Chile | | Bogota | Kuwait | Singapur | | Bonn | Lagos | Sofia | | Brasilia | La Paz | Stockholm | | Brüssel | Lima | Strassburg / Europarat | | Brüssel / Mission | Lissabon | Söul | | Budapest | London | Tananarive | | Buenos Aires | Luanda | Teheran + Fremde Inter. | | Bukarest | Luxembourg | Tel-Aviv | | Canberra | Madrid | Tokio | | Caracas | Manila | Tripolis | | Colombo | Maputo | Tunis | | Conakry | Mexico | Warschau | | Dakar | Monrovia | Washington | | Damaskus | Montevideo | Wellington | | Dar es Salaam | Moskau | Wien | | Den Haag | Nairobi | Yaoundé | | Dhaka | New Delhi | | | | | Genf / IO | | GENERALKONSULATE: | | | | Hong Kong | | 97 Vertretungen | | Mailand | | $+5$ Generalkonsulate | | München | | | | New York | | 102 total | | Frankfurt | | $=========$ | EIDGENOESSISCHES DEPARTEMENT FUER AUSWAERTIGE ANGELEGENHEITEN Informations- und Pressedienst Bern, den VERTRAULICH # i.A.22.14.7.3. - BIC/ia ## T E L E G R A M M (CH) - Accro - Boun Wochentelex $32 / 86$ a) an die diplomatischen Vertretungen in: - Algier - Ankara - Bagdad - Bangkok - Beirut - Brasilia - Brüssel - (Botschaft + Mission) - Budapest - Buenos Aires - Bukarest - Canberra - Caracas - Dar es Salaam - Den Haag - Dublin - Helsinki - Jakarta - Kairo *- Addis Abeba * - Athènes b) mit Kurier an alle übrigen diplomatischen Vertretungen sowie an die Generalkonsulate Hong Kong, New York, Mailand, München und auch an die Delegation in Panmunjom. c) an die Direktionen, Abteilungen und Dienste der Zentrale zur Information. d) an das Bundesamt für Aussenwirtschaft (BAWI) und das Integrationsbüro des EDA/EVD.
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Correspondence
56,518
Pravda, 6.1.1990, S. 5
28
J. Spielmann erklärt der Pravda, dass die PdA einen festen Platz in der schweizerischen Gesellschaft habe, weil sie sich für die besitzlose Bevölkerung einsetze. Dennoch habe der Rückhalt in der Bevölkerung abgenomen. Die Perestrojka habe gemäss Spielmann einen Nutzen für die Sowjetunion.
German
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1990-01-16
1990-01-16
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Kommunistische Bewegung
Berichterstattung der schweizerischen Botschaften im Ostblock über Aktivitäten der PdA|Perestroika und Glasnost – Gorbatschows Reformpolitik in der UdSSR
Moskau
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Genf|Russland
EDA/Generalsekretariat/Information|EDA/Politische Direktion/Politisches Sekretariat|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung I
Kommunistische Partei der Schweiz|Partei der Arbeit der Schweiz |Pravda|UdSSR/Kommunistische Partei
Schweizerische Botschaft in Moskau
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Dafflon Roger|Ilin A.|Melnikov I.|Spielmann Jean|Vincent Jean
Ribeli Leo
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Movimento comunista
Perestroika und Glasnost – Gorbatschows Reformpolitik in der UdSSR
Mosca
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Ginevra|Russia
DFAE/Direzione politica/Segreteria politica|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica I|DFAE/Segreteria generale/Informazione
Partito comunista svizzero|Partito svizzero del lavoro|Pravda|URSS/Partito comunista
Ambasciata svizzera a Mosca
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Dafflon Roger|Spielmann Jean|Vincent Jean
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Mouvement communiste
Perestroika und Glasnost – Gorbatschows Reformpolitik in der UdSSR
Moscou
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Genève|Russie
DFAE/Direction politique/Secrétariat politique|DFAE/Secrétariat d'État/Direction politique/Division politique I|DFAE/Secrétariat général/Information
Parti Communiste Suisse|Parti suisse du travail|Pravda|URSS/Parti communiste
Ambassade de Suisse à Moscou
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Dafflon Roger|Spielmann Jean|Vincent Jean
Ribeli Leo
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Communist movement
Perestroika und Glasnost – Gorbatschows Reformpolitik in der UdSSR
Moscow
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Geneva|Russia
FDFA/Directorate of Political Affairs/Political Secretariat|FDFA/General Secretariat/Information|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division I
Pravda|Swiss Labour Party|USSR/Communist Party
Swiss Embassy in Moscow
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Dafflon Roger|Spielmann Jean|Vincent Jean
Ribeli Leo
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55,000
https://dodis.ch/56518
Aktennotiz / Notiz
Ribeli Leo, German, Aktennotiz / Notiz
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56000-56999/dodis-56518.pdf
![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Pravda, 6. Januar 1990, S. 5 Das Parteiblatt der KPdSU veröffentlichte am 6.1.1990 ein eine halbe Seite umfassendes Interview mit dem Generalsekretär der Partei der Arbeit der Schweiz, Jean Spielmann, mit dem Titel: # "Wir sind offen gegenüber der Gesellschaft" (Die Uebersetzung ist leicht zusammengefasst) "Die Partei der Arbeit der Schweiz ist im Jahre 1944 entstanden und hat die Nachfolge der vier Jahre früher verbotenen Kommunistischen Partei angetreten. Man kann sie nicht als grosse Partei bezeichnen, gegenwärtig zählt sie 4'000 Mitglieder. Allerdings anerkennen sogar die unversöhlichen politischen Gegner das 'Phänomen der PdAS'. Anbei seien nur drei Linien ihres 'Porträts' aufgezeigt. Seit den ersten Wahlen nach dem Krieg bis auf den heutigen Tag waren oder sind die Vertreter der Partei im Nationalrat der Schweiz vertreten. Der brillianteste Redner im Parlament war während vieler Jahren zweifellos der Advokat und Kommunist Jean Vincent. Und Genf, eine - wie es scheinen könnte - klassische, bürgerliche Stadt, hat einen führenden Mann der PdAS, Roger Dafflon, zweimal zu seinem Bürgermeister gewählt." Auf die Frage der beiden sowjetischen Journalisten, wie seine Partei, die in einem der erfolgreichsten Länder des Westens tätig sei, die herrschenden Verhältnisse bei der Lösung der vor ihr stehenden Fragen einbeziehe, antwortet Spielmann, seine Partei habe deshalb einen bestimmten Platz in der schweizerischen Gesellschaft, weil sie sich für die Interessen der besitzlosen Bevölkerung, für die Arbeitslosen, für die Verbesserung der Lebensbedingungen und für ein gerechtes Steuersystem einsetze. Das Leben bleibe nicht stehen. Die Probleme, die die Gesellschaft berührten, würden sich ständig ändern. $70 \%$ der Beschäftigten seien heute im Dienstleistungssektor angestellt. Der allgemeine Lebensstandard der Bevölkerung werde angehoben. In diesem Zusammenhang würden neue Fragen entstehen, welche den Inhalt der Forderungen veränderten, welche die Leute vorbringen würden. Das bedeute, dass auch die Aufgaben der Partei, welche darum bemüht sei ihre Positionen in den Kantonen, Städten und Regionen zu festigen und auszuweiten, sich ändern würden. Die Partei sei heute dazu aufgerufen, nicht nur die Interessen der armen Bevölkerung zu vertreten, sondern sie könne auch nicht abseits stehen, wenn andere Fragen behandelt würden, die das Leben der heutigen Gesellschaft beträffen. Sie bemühe sich vielmehr darum, an der Umgestaltung im Interesse aller Werktätigen teilzunehmen. Spielmann meint, dass die Partei in den 60er Jahren und bis vor kurzem eine bestimmte Anzahl Schwierigkeiten zu überwinden gehabt habe. Ihr Rückhalt bei der Bevölkerung hätte abgenommen. "Unsere Veränderungen sind zu spät gekommen, welche es erlaubt hätten, unsere Politik den politischen Veränderungen anzupassen, welche in der Gesellschaft vor sich gehen. Dieses Zuspätkommen hat aber nicht nur uns betroffen, sondern ebenso die anderen progressiven Kräfte des Landes. Eine realistische Einschätzung der Lage war notwendig, es war nötig, diese in unsere Aktionen einzubeziehen. Im Jahre 1987 hat die PdAS an ihrem Parteitag ein neues politisches Programm ausgearbeitet. Es zeichnet sich durch Offenheit gegenüber der gesamten Bevölkerung der Schweiz aus. Unsere Anstrengungen beginnen konkrete Resultate zu zeitigen. Neue Kräfte stossen zur Partei, auch Vertreter der Intelligenz. Dank aktiver Teilnahme an den Wahlkampagnen hat die PdAS einen bemerkenswerten Platz im politischen Leben des Landes eingenommen. Unsere Vertreter sitzen auch im Nationalrat und in den gesetzgebenden Organen der Ortsbehörden. Die Erneuerung, die in der PdAS durchgeführt wird, befriedigt allerdings weder die Parteiaktivisten, die Führung, noch die einfachen Mitglieder in vollem Umfang. Aus diesem Grund hat man in letzter Zeit vermehrte Anstrengungen unternommen zur Ausarbeitung politischer Satzungen für ein neues Programm, das man am Parteitag im Jahre 1991 behandeln wird. Eine Diskussion über den Inhalt dieses Programms hat in den Grundorganisationen bereits begonnen. Die Veränderungen im Leben der Gesellschaft muss man vollumfänglicher in Beachtung ziehen. Ich möchte betonen, dies bedeutet nicht, dass alle Werte zu überprüfen sind, all das, was von der Partei im Verlauf ihrer ganzen Geschichte gemacht worden ist, die vielen Prinzipien, an welche sie sich gehalten hat und welche weiterhin in Kraft bleiben. Der Hauptsinn der Erneuerungen besteht insbesonders in der Entwicklung der Demokratie. Gerade in dieser Richtung bemüht sich die Partei an der Veränderung der Gesellschaft teilzunehmen." Weiter geht Spielmann auf den Aufbau und die Verbreitung der Partei im Lande ein, auf die Rolle der Parteipresse. Er unterstreicht besonders die Wichtigkeit, die Bevölkerung über die politischen Richtlinien zu informieren, was durch die drei Zeitungen in französischer, deutscher und italienischer Sprache geschehe. Auf die Frage, ob auch junge Leute in den Reihen der Partei aktiv seien, antwortet Spielmann, dass dies vor allem bei von der Partei organisierten Demonstrationen, bei Umweltschutzaktionen und bei der Unterschriftensammlung für die Volksabstimmung "Für eine Schweiz ohne Armee" sichtbar sei. "In den letzten zwei Jahren ist der Zustrom der Jugend zur PdAS angewachsen. Als ich beispielsweise an die letzte Parteiversammlung in meiner Parteizelle kam, habe ich bemerkt, dass fast die Hälfte ihrer Mitglieder für mich neue Leute waren, junge Männer und Frauen. Die Jugend nimmt aktiv am Leben der Partei teil, an allen ihren Aktivitäten, an der Erarbeitung des Parteiprogramms. Am vergangenen Parteitag ist es uns gelungen, die Führung der PdAS bedeutend zu erneuern und zu verjüngen. In den kantonalen Organisationen sind sogar der Vertreter der Jugend an der Führung beteiligt. An den Nationalratswahlen war die Partei nicht durch die alte, sondern durch die junge Generation vertreten; es ist uns gelungen, das Vertrauen der Bevölkerung zu erhalten. Ich möchte aber auch auf einen Widerspruch hinweisen. Ich meine damit, dass die Jugend nicht wünscht, sich in ihrem politischen Kampf völlig in die Reihen der Partei zu integrieren. Die Jungen führen den Kampf hauptsächlich in konkreten Richtungen. Dies sind zum Beispiel die Solidaritätskampagne, die Lösung aktueller Fragen des Umweltschutzes, das Wohnungsproblem. Diese Leute kommen der Partei offen entgegen, lösen gemeinsam mit uns politische Fragen. Allerdings sind sie in organisatorischer Hinsicht nicht unmittelbar mit der PdAS verbunden, werden nicht Parteimitglieder, obwohl sie in der gleichen Richtung aktiv sind wie wir. Indem wir diese objektive Realität in Betracht ziehen, bemüht sich die Leitung der Partei darum, so nahe wie möglich an die Jugend heranzukommen. Dies betrifft auch die Form unserer Arbeit." Die nächste Frage gilt der Perestrojka und der Glasnost' in der Sowjetunion. Spielmann antwortet darauf, dass die bisher unternommenen Schritte auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet wichtig gewesen seien, nicht nur für die Sowjetunion, sondern für den Sozialismus insgesamt. "Wir können - und haben dies auch nie getan - die Demokratie nicht vom Sozialismus abtrennen. Das Ziel der Perestrojka in der UdSSR besteht darin, dass jeder Bürger, jeder einfache Arbeiter seinen aktiven Platz im politischen Leben kennt." Worte allein genügten nicht, das Leben der sowjetischen Gesellschaft radikal zum Besseren zu lenken. Nötig seien konkrete Taten, konkrete Manifestationen dieser Politik. Ausserdem seien die politischen Probleme unzertrennlich mit den wirtschaftlichen Problemen verbunden. Darüber hätten die Schweizer Kommunisten auch schon früher viel gesprochen. Die Perestrojka habe der Sache für einen Kampf um Frieden und Abrüstung viel gebracht. Das Bild der Sowjetunion habe sich bei der Bevölkerung der westlichen Länder gewandelt. Man schaue auf sie nicht mehr wie auf einen Feind. Reale Möglichkeiten hätten sich eröffnet, neue wirtschaftliche Beziehungen zwischen den kapitalistischen und sozialistischen Ländern aufzubauen, neue Zusammenarbeitsstrukturen zu eröffenen. Auf die Frage, wie sich die Veränderung der Beziehung zur Sowjetunion auf die Arbeit der PdAS auswirke, antwortet der schweizerische Generalsekretär, er sei der Ansicht, dass die Perestrojka vor allem einen Nutzen für die UdSSR haben müsse. Diese sei aber auch für uns wichtig. "Jetzt können wir den politischen Gegnern entgegen halten, dass ihre Kritik an die Adresse des Sowjetlandes vom ersten Jahr ihrer Existenz an einseitig gewesen ist, dass sie nur die negativen Seiten des Lebens im Sozialismus gesehen haben." Die Sowjetunion sei heute ein Beispiel dafür, dass der Sozialismus viele positiven Seiten habe und fähig sei, diese zu entwickeln. "Die Gegner, mit denen wir es in der Schweiz zu tun haben, glauben, das einzige Mittel, welches der Sowjetunion zu helfen in der Lage sei, sei 'mehr Kapitalismus', eine maximale Entwicklung der Marktbeziehungen. Tatsächlich muss man auf wirtschaftlichem Gebiet die Unumgänglichkeit von Veränderungen zugeben. Was allerdings den politischen Bereich betrifft, so ist es meiner Meinung nach notwendig, die Demokratie zu entwickeln, die Anteilnahme der Bürger am politischen Leben auszuweiten. Mehr Demokratie! Jene Seiten des wirtschaftlichen Lebens, welche deformiert waren, jene Methoden, die streng dogmatisch waren, sind zu verändern. Ausserdem muss man im Geiste der Demokratie handeln. Wenn wir uns der schweizerischen Wirklichkeit zuwenden, so kann man nicht sagen, dass in unseren Betrieben Demokratie existiert. Die Werktätigen können die Wirtschaftspolitik des Unternehmens nicht mitbestimmen. Wenn wir von diesem Gesichtspunkt aus an die Sache herangehen, so braucht man auch in der Schweiz eine Perestrojka. Wir bemühen uns, das von Ihnen in der Sowjetunion Erreichte im Kampfe für Frieden und die Abrüstung nutzbar zu machen, dies den Leuten zur Kenntnis zu bringen, ihnen zu helfen, sich in der Situation auszukennen. Die besondere Lage besteht nämlich darin, dass alle politischen Kräfte der Schweiz, auf alle Fälle in Worten, für Abrüstung eintreten und es dem Volk schwer verständlich ist, wo der Gegner des Friedens und der Zusammenarbeit sitzt. Der aussenpolitische Kurs Ihres Landes - er ist zweifellos prinzipiell und offen - hilft den Völkern Europas schon heute, an der Schaffung eines neuen Gesichtes des Kontinentes teilzunehmen. Europa muss seinem Kern nach ein demokratisches Gebilde sein, in welchem alle Rechte aller Bürger beachtet werden, welches nicht als militärischer oder geschlossener wirtschaftlicher Block dasteht. Es soll ein allgemeines europäisches Haus sein, in welchem eine Unterteilung in Luxuswohnungen und Kellergeschosse fehlt". Das Interview wurde von den beiden sowjetischen Journalisten A. Il'in und I. Mel'nikov in der Stadt Genf geführt. Uebersetzung: Leo Ribeli ![img-1.jpeg](img-1.jpeg) В дни праздника газеты «ВО реалите», который проходил в жененском коммунальном зале Планпале, мы не однажды встречались с Генеральным секретарем ШПТ Жаном Шпильманом. И всякий раз после короткого, мимоходного разговора, обмена репликами или дружеской шутки возникало желание обстоятельно побеседовать с этим привлекающим к себе внимание человеком. Чувствуется в нем какая-то притягательная сила. Но в праздничных заботах ему трудно было выкролть время для долгих бесед. Лишь после завершения кприеса (так здесь называют фестиваль газеты ШПТ) мы приехали в левобережье Роны. Тем, на улице с необычным названием Старый Октвард, и состоялась ваша полуторачасовая встреча с Жаном Шпильманом. Думается, некоторые ее детали будут небезынтересны для читателей «Правды», коммунистов нашей страны. - Товарищ Шпильман, ваша партия действует в одном из самых преуспеванших государства Запада. Как учитывает ШПТ эти условия при решении стоящих перед ней задачт - Традиционно место нашей партии в швейцарском обществе определялось тем, что она привлекает внимание людей своей последовательной борьбой за интересы и права неимущего населения, безработных, за улучшение жилищных условий, за справедливую налоговую систему. Жизнь не стоит на месте, и проблемы, волнующие общество, постоянно изменяются. Сейчас пропзошли заметные подвижки в социальном срезе - например, около 70 процентов трудоспособных заняты в сфере услуг. Повышается общий уровень жизни населения. В связи с этим возникают новые вопросы, меняется содержание требований, которые выдвигают люди. А значит, в задачи партии, стремящейся сохранить, укрепить и развить свои позиции в кантонах, городах, районах. Сегодня ШПТ призвана быть не только выразителем и защитником интересов относительно бедных слоев населения. Она не может стоять в стороне от тех проблем, которые определяют жизнь в современном швейцарском обществе, стремится способствовать его преобразованию в интересах всех людей труда. А швейцарцев волюуют сейчас и проблемы взаимоотношений с внешним миром, и охрана окружающей среды, и, конечно, развитие инфраструктуры городского хозяйства, создание удобства для жизни всех групп населения. С 60-х годов до последнего времени партия переживала определенные трудности. Она сократилась численно и утратила часть своего влияния среди населения. Почему? Мы попадали с переменами, которые позволили бы сделать нашу политику идекватной тем политическим изменениям, которые происходят в обществе. Это опоздание касается не только нас, оно сказалось и на других прогрессивных силах страны. Нужна была реалистическая оценка положения, учет его в своих действиях. Новую политическую программу мы выработали на съезде ШПТ в 1987 году. Ее характеризует открытость ко всему населению Швейцарии. Наши усилия начинают приносить конкретные результаты. В партию идет приток новых сил, а том числе интеллигенции. ШПТ заняла заметное место в политической жизни страны благодаря активному участию в избирательных кампаниях. Наши представители есть и в Национальном совете, и в законодательных органах власти на местах. Однако обновление, идущее в ШПТ, не полностью удовлетворяет ее активыстов, руководство, рядовых членов. Поэтому в последнее время предприняты усилия для выработки политических положений новой программы, которая будет рассматриваться на съезде в 1991 году. Дискуссия о содержании этой программы уже началась в первичных организациях. Надо более полно учесть изменения в жизни общества. Хочу отметить, это не означает полного пересмотра ценностей того, что было сделано партией за всю ее историю, многих принципов, которых она придерживалась и которые попрежнему остаются в силе. Главный смысл поваций развитие демократии, в частности, экономической демократии. Именно на этом направлении партия сч:смится содействовать трансформации общества. - В наших формах ведется партияная работа! Расскажите о месте в ней печатных органов ШПТ. - У ШПТ есть свои ячейки, первичные организации, организации городских кварталов. Политическая работа пар- тии строится с учетом специфики Швейцарии как федерального государства, состоящего из 23 кантонов, каждый из которых имеет свои законы и свою конституцию. Представители партии проводят ее политику в кантональных парламентах и правительствах, на муниципальном и общинном уровнях. Организация в городских кварталах участвуют в решении вопросов благоустройства, на предприятиях сотрудничаем с профсоюзами по защите интересов трудящихся. Вот и в этом здании, где мы сейчас беседуем, есть постоянные бюро, куда обращаются люди «с улицы» со своими вопросамио начислении налогов, об аренде жилья, о заработной плате. Они знают, что здесь им помогут советом, не оставят в беде. И, конечно, большую роль играет партийная пресса. Она особенно важна сейчас, когда наши идеологические противники поняли, что социализм нельзя поставить на колени с помощью вооруженной силы, остается единственная возможность - убить веру в социализм. Мы отчетливо понимаем: можно иметь хорошую политическую платформу, но грош ей цена, если она не будет доведена до населения. У нас три газеты, выходящие на французском, немецком, итальянском языках, секции на места выпускают бюллетеня и листоки во время политических кампаний. У наших газет немало трудностей, прежде всего финансовых, поскольку рекламодатели обходят их. По партийные активисты из года в год организуют сбор средств для всех трех газет. Надо сказать, каждая из них # OBMECTBY» пользуется влиянием-не случайно число их подписчиков намного превышает количест во членов ШПТ. - Мы обратили внимание, что среди участников пермиса «ВО реалитея преобладаки люди среднего и помилого возраста. Насколько тесты связи ШПТ с молодзнны»? - По одному этому впечатлению нельзя обо всем судить. Ветерань приходят в Плясна ее охотно - это для них волнующее событие, радость встреч, напоминание об их молодости... Если бы вам удалось побывать на проводимых партияй митингах, на эквиватических акциях, мероприятиях по сбору подписей к референдуму «За Швейцарию без армии» - там преобладает молодежь. В последние два года усилился приток молодежи в ряды ШПТ. Когда, например, в пришел на последнее собрание своей партийной ячейки, то заметил, что почти половине ее членов - новые для меня люди, молодые парни и девушки. Молодежь активно участвует в жизни партии, во всех ее акциях, в разработке партийной программы. На минувшем съезде нам удалось значительно обновить и омолодить руководство ШПТ. В кантональньх организациях у руля встали также представители молодежи. На выборах в Национальный совет партия была представлена не старым, а молодым поколением, и нам удалось сохранить доверие населения. Но хочу отметить и такое противоречие. Я имею в виду нежелание молодежи полностью влиться в ряды партии, в ее политическую борьбу. Молодые ведут работу главным образом по конкретным направлениям. Это, к примеру, кампании солидарности, решение злободневных вопросов охраны окружающей среды, жилищных проблем. Эти люди искренне идут на встречу партии, совместно с нами решают политические вопросы. Однако в организационном плане не связаны с ШПТ непосредственно, не становится членами партии, хотя действуют в том же направлении, что и мы. Учитывая эту объективную реальность, руковод- ство партии стремится как можно больше приблизиться к молодежи. Это касается и форм нашей работы. - Нам швейцарские коммунисты оценивают ход перестройки, утверждение гласности в нашей стране! - Шаги, предпринимаемые СССР в политической, экономической, социальной сферах, представляются нам очень важными как для вашей страны, так и для развития социализма в целом. Мы не можем и никогда не отделяли демократию от социализма. Цель перестройки в СССР - чтобы каждый гражданин, каждый простой труженик занял активное место в политической жизни. Просто слова, пусть верные, просто критика собственного прошлого, пусть самая резонная, еще недостаточны, чтобы возродить советское общество, радикально изменить жизнь к лучшему. Нужны конкретные дела, конкретные проявления этой политики. Кроме того, политические проблемы неразрывно связаны с экономикой. Об этом мы, швейцарские коммунисты, много говорили и раньше. Политика перестройки внесла много позитивного в дело борьбы за мир, за разоружение. Изменился образ Советского Союза в представлении населения западных стран. На него не смотрят, как на врага. Появилась реальная возможность строительства новых экономических отношений между капиталистическими и социалистическими странами, новых структур консервации. - Нам спазывается изменение в странах Запада отношения и нам на деятельность нампартия, а частнасти ШПТ? - Я считаю, что перестройка должна быть полезной прежде всего для СССР. Но это важно и для нас. Мы можем сейчас ответить политическим протнвникам, что их критика в адрес Советской страны с первого года ее существования основывалась на одностороннем подходе - они видели только отрицательные стороны жизни социализма. Сегодняшний день Советского Союзапример того, что социализм имеет много положительных сторон и способен развивать их. Противники, с которыми нам приходится иметь дело в Швейцарии, считают, что единственное средство, которое может помочь СССР, это «больше капитализма», максимальное развитие рыночных отношений. Действительно, в экономической сфере нужно признать необходимость изменений. Что же касается политической сферы... Здесь, на мой взгляд, необходимо развивать демократию, расширить участие граждан в политической жизни. Больше демократии! Изменяя те стороны экономической жизни, которые подверглись деформации, подход к которым был сугубо догматическим, также нужно действовать в духе демократии. Если обратиться к швейцарской действительности, то нельзя сказать, что на наших предрияятиях существует демократия. Трудящиеся не могут определить экономическую политику предприятия. Если подходить с этой точки зрения, то и в Швейцарии нужна перестройка. Мы стремимся использовать достигнутое вами в деле борьбы за мир и разоружение, довести это до сознания людей, помочь им разобраться в обстановке. Ведь особенность ситуации в том, что все политические силы Швейцарии, во всяком случае на словах, выступают за разоружение, в народу трудно понять, где же находится протнвник мира в сотрудничестве. Внериенолитический курс вашей страны,- а он, безусловно, принципиалсн и открыт,-уже сегодня помогает народам Европы принять участие в создании нового образа континента. Европа должна представлять собой по своей сути демократическое образование, в котором бы соблюдались все права всех граждан, которое не являлось бы военным или замкнутым экономическим блоком. Это должен быть общеевропейский дом, в котором отсутствует деление на роскошные апартаменты и подвальные помещения. Интервью взяли А. ИЛЬИН, И. МЕЛЬНИКОВ.
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Notes/Internal
63,318
Behandlung der Asylgesuche aus Sri Lanka
21
Das BFF wird ab sofort beginnen, die seit dem 1.9.1992 von Tamilen eingereichten Asylgesuche zu behandeln. Gleichzeitig wird die Repatriierung geprüft und mit dem UNHCR wird ein Passiv-Monitoring vorbereitet.
German
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1993-02-08
1993-02-08
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Tamilische Flüchtlinge
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Europa|Sri Lanka
Kantone/Fremdenpolizeidirektoren|Kantone/Fürsorgebehörden|Schweizerische Flüchtlingshilfe
EJPD/Bundesamt für Flüchtlinge|EJPD/Bundesamt für Flüchtlinge/Hauptabteilung Asylverfahren|UNO/Hochkommissariat für Flüchtlinge
EJPD/Bundesamt für Flüchtlinge
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Arbenz Peter
Sidler Esther
Arbenz Peter
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Profughi tamil
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Europa|Sri Lanka
Cantoni/Direttori dei servizi cantonali della polizia degli stranieri|Cantoni/Servizi d'assistenza|Organizzazione svizzera aiuto ai rifugiati
DFGP/Ufficio federale dei rifugiati|DFGP/Ufficio federale dei rifugiati/Divisione principale Procedura d'asilo|ONU/Alto Commissariato per i rifugiati
DFGP/Ufficio federale dei rifugiati
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Arbenz Peter
Sidler Esther
Arbenz Peter
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Réfugiés tamouls
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Europe|Sri Lanka
Cantons/Autorités en matière d'assistance|Cantons/Chefs des polices cantonales des étrangers|Organisation suisse d'aide aux réfugiés
DFJP/Office fédéral des réfugiés|DFJP/Office fédéral des réfugiés/Division principale Procédure d'asile|ONU/Haut-Commissariat pour les réfugiés
DFJP/Office fédéral des réfugiés
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Arbenz Peter
Sidler Esther
Arbenz Peter
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Tamil refugees
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Europe|Sri Lanka
Cantons/Heads of Cantonal Aliens Police|Cantons/Public Welfare Authorities|Swiss Refugee Council
FDJP/Federal Office for Refugees|FDJP/Federal Office for Refugees/Main Division Asylum Procedure|UN/Office of the High Commissioner for Refugees
FDJP/Federal Office for Refugees
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Arbenz Peter
Sidler Esther
Arbenz Peter
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60,000
https://dodis.ch/63318
Schreiben
Schreiben, German, Arbenz Peter
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63000-63999/dodis-63318.pdf
Taubenstrasse 16 3003 Bern, Tel. 031/325 9325 Fax 031/325 9379 An die Fremdenpolizei- und Fürsorgebehörden der Kantone An die SFH Zürich Unser Zeichen Notre référence Nostro riferenza Doc. $75.2(\mathrm{~A}+\mathrm{B})$ Doc. 750.4.4/2 $753 / 1.5$ Doc. 740.4 # Behandlung der Asylgesuche aus Sri Lanka Sehr geehrte Damen und Herren Wie Ihnen bekannt ist, hat das BFF aus verschiedenen Gründen bisher darauf verzichtet, die Asylgesuche srilankischer Staatsangehöriger (Tamilen) systematisch zu behandeln. Die Asylverfahren wurden nur in speziellen Fällen durchgeführt und abgeschlossen. Wegweisungen wurden lediglich im Rahmen der erweiterten Wegweisungspraxis für Tamilen vollzogen. In den vergangenen Monaten prüften wir umfassend die Möglichkeiten der Rückkehr und der Integration abgewiesener srilankischer Asylbewerber. Diese Abklärungen sind nun soweit fortgeschritten, dass mit der Umsetzung in die Praxis begonnen werden kann. Insbesondere haben wir mit dem UNHCR ein sogenanntes "Passiv-Monitoring" vorbereitet. Das BFF wird ab sofort damit beginnen, die seit dem 01.09.1992 von Tamilen eingereichten Asylgesuche zu behandeln. Da es sich um eine Praxis-Aenderung handelt, werden vorerst lange Wegweisungsfristen angesetzt (30.06.1993). Vorbehalten bleiben selbstverständlich kürzere Wegweisungsfristen für jene srilankischen Staatsangehörige, die delinquiert, sich dissozial verhalten haben oder die das Asylrecht missbrauchen. An den Vollzugsmodalitäten für diese Fälle ändert sich nichts. Die Gesuche um prioritäre Behandlung im Rahmen der "Internen Weisung für die Wegweisungspraxis von Tamilen" vom 08.01.1991 sind weiterhin an Frau E. Sidler, Abteilungschefin der Hauptabteilung Asylverfahren, zu leiten. Mit der Wiederaufnahme der systematischen Behandlung von neuen srilankischen Asylgesuchen nach dem Prinzip "last in - first out" beabsichtigen wir in erster Linie den Neuzustrom von Gesuchstellerinnen und Gesuchstellern aus Sri Lankà mit asylfremden Motiven zu minimieren und deren europäische Binnenwanderung zu reduzieren. Ein Entscheid über die Regelung der srilankischen Asylgesuche, die vor dem 01.09.1992 eingereicht worden sind, erfolgt später. Sie werden zum gegebenen Zeitpunkt darüber orientiert werden. Wir danken Ihnen für Ihre Mitwirkung. Mit freundlichen Grüssen BUNDESAMT FÜR FLÜCHTLINGE Der Direktor Peter Arbenz PS: Ab sofort werden die Asylgesuche aus Sri Lanka der Behandlungskategorie II zugeteilt. Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement Département fédéral de justice et police Dipartimento federale di giustizia e polizia # Bundesamt für Flüchtlinge Office fédéral des réfugiés Ufficio federale del rifugiati ## Kopie an: - Herrn Bundesrat Arnold Koller, EJPD - Generalsekretariat EJPD - Bundesamt für Ausländerfragen - Koordinator für internationale Flüchtlingspolitik, EDA (8 Ex.) - Informations- und Pressedienst EJPD - Asylrekurskommission, Zollikofen ## Interner Verteiler: - A - Ha, Z, Bet, S, Bie, Sh - Zuc, OF, Go - ACs Verfahren, SCs Verfahren - Mry
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Correspondence
15,275
Die Genfer Konferenzsituation aus Berliner Sicht
21
Lacher hat im kleinen Kreis mit Willy Brandt, Bürgermeister von Berlin gesprochen: dieser äussert sich zur militärischen und gesellschaftlichen Situation und fordert zwischen den Zeilen mehr Unterstützung aus dem Westen. - Lacher raconte de son entretien dans un petit cercle avec Willy Brandt, maire de Berlin: ce dernier commente la situation militaire et sociale dans la ville divisée. Entre les lignes il exige un engagement renforcé de l'Ouest.
German
1959-01-01
1959-06-04
1959-06-04
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Deutsche Demokratische Republik (Politik)
Deutsche Demokratische Republik (Allgemein)
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Berlin|China|Deutsche Demokratische Republik|Deutschland|Genf|Ost-Berlin|West-Berlin
EPD/Abteilung für Auswärtiges
UNO
Schweizerische Botschaft in Bonn/Aussenstelle Berlin
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Kohli Robert
Lacher Hans
Brandt Willy|Escher Alfred|Gromyko Andrei Andrejewitsch|Lacomme Jean|Lloyd Selwyn
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Repubblica Democratica Tedesca (Politica)
Repubblica Democratica Tedesca (Generale)
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Berlino|Berlino-Est|Berlino-Ovest|Cina|Germania|Ginevra|Repubblica democratica tedesca
DPF/Divisione degli Affari esteri
ONU
Ambasciata svizzera a Bonn/Ufficio di Berlino
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Kohli Robert
Lacher Hans
Brandt Willy|Escher Alfred|Gromyko Andrej Andreevič|Lacomme Jean|Lloyd Selwyn
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République démocratique allemande (Politique)
République démocratique allemande (Général)
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Allemagne|Berlin|Berlin-Est|Berlin-Ouest|Chine|Genève|République démocratique allemande
DPF/Division des affaires étrangères
ONU
Ambassade de Suisse à Bonn/Bureau de Berlin
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Kohli Robert
Lacher Hans
Brandt Willy|Escher Alfred|Gromyko Andreï Andreïevitch|Lacomme Jean|Lloyd Selwyn
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German Democratic Republic (Politics)
German Democratic Republic (General)
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China|East Berlin|Geneva|German Democratic Republic|Germany|Greater Berlin|West Berlin
Division des Affaires étrangères du Département politique fédéral
UNO
Swiss Embassy in Bonn/Berlin office
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Kohli Robert
Lacher Hans
Brandt Willy|Escher Alfred|Gromyko Andrej Andreevič|Lacomme Jean|Lloyd Selwyn
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15,000
https://dodis.ch/15275
Schreiben
Schreiben, German
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15000-15999/dodis-15275.pdf
# SCHWEIZERISCHE DELEGATION Fostcheckkonto Dkt.-West-Sarlin-West Nr. 30600 Telegramm-Adresse: Schweisdelegot Berlin SPRECHSTUNDEN 9.30-13 Uhr AUSSER MITTWOCHS UND SONNABENDS $A / b e$ Bitte dieses Zeichen in der Antwort wiederholen ## Politischer Brief Die Genfer Konferenzsituation aus Berliner Sicht Herr Minister, ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) Ich war heute in kleinem Kreise mit dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt zusammen und halte aus den Gesprächen einige Aeusserungen dieses prominentesten Sprechers Berlins zur Konferenzlage fest: Brandt erklärt, dass auch nach den ihm vorliegenden Berichten in der Berlinfrage keine wesentliche Annäherung unter den vier Delegationen zu beobachten sei. Immerhin scheine Gromyko mit seinen Vorschlägen auf symbolische Fortführung der "Besetzung" Westberlins durch die vier Mächte oder durch neutrale Truppen das frühere Postulat der "Entmilitarisierung" dieser Stadt praktisch aufgegeben zu haben. Zur Frage einer Begrenzung der Stärke dieser Kontingente habe er sich nicht zu äussern, doch sehe er in jeder solchen Festlegung das Risiko von Schikanen durch östliche Kontrollorgane. Man muss ihm in diesem Punkte beipflichten, wenn man sich der sowjetischen und ostdeutschen Praktiken in ähnlichen Situationen erinnert. Was die erörterte Reduktion der gegenwärtigen Bestände auf nurmehr symbolische Stärke betrifft, wies etwa der französische Stadtkommandant im Gespräch darauf hin, dass seine Berliner Garnison schon heute nur als symbolisch gelten könne. Niemand ausser den Propagandisten aus der Gegenseite wird den gegenwärtigen alliierten Kontingenten in Berlin strategischen Wert zumessen, es sei denn jenen, der darin liegt, dass ein gegen sie gerichtetes kriegerisches Unternehmen von den Westmächten und ihren Verbündeten als Angriffshandlung gewertet werden und damit ihre Abwehr in Gang bringen müsste. Diese Funktion können natürlich nur Truppen der alliierten Mächte, nicht aber Kontingente der UNO oder neutraler Staaten versehen. Ohne Kritik zu üben, liess Brandt im heutigen Gespräch dennoch durchblicken, dass man in Genf in der Reaktion des Westens auf die masslosen östlichen Vorwürfe zum Thema der Agententätigkeit in Westberlin vielleicht etwas zu zurückhaltend gewesen sei. Die auf diesen Gebiet in Ostberlin feststellbaren Umtriebe verhielten sich auf Grund von Untersuchungen des Senats zum Umfang der Geheimdiensttätigkeit in Westberlin wie 16 : 1. Im übrigen seien zwischenstaatliche Vereinbarungen über eine Reduktion der Tätigkeit von Agenten natürlich weitgehend illusorisch. Jedenfalls wäre den in Westberlin tätigen Diensten dieser Art grössere Zurückhaltung, besonders bei der Einvernahme von Flüchtlingen, nahezulegen. Unter keinen Umständen aber dürfte eine Aufgabe oder auch nur Einschränkung des freien Rechts zur Meinungsäusserung erfolgen. Uebrigens sei Gromyko nach den Brandt zugegangenen Meldungen vom Thema der Agententätigkeit in Westberlin in den letzten Tagen deutlich abgerückt. Von entscheidender Bedeutung für Berlin ist es, dass die politischen und wirtschaftlichen Bindungen zur Bundesrepublik keine Beeinträchtigung erfahren. Was die Verbindungswege nach Westen betreffe, so liessen sich laut Brandt im Sinne der Formel von Selwyn Lloyd (Status quo mit Verbesserungen) einige Aenderungen erwägen, die beiden Seiten zugute kämen. Z. B. würde eine Plombierung der Lastwagen inklusive der Fahrerkabine das Bewilligungsund Kontrollverfahren vereinfachen und die von Ostberlin erst kürzlich wieder polemisch behauptete Verwendung von Lastwagen-Chauffeuren im Agenteneinsatz ausschliessen. Auch könnte das gegenwärtige System der Gebührenentrichtung durch eine Pauschalleistung ersetzt werden. Vielleicht berücksichtigt Brandt bei diesen und ähnlichen Vorstellungen nicht genügend, dass das Zweckmässigkeitsdenken auf der andern Seite nicht die entscheidende Rolle spielt, sondern immer wieder hinter primitiven Erfordernissen der politischen Taktik zurücktreten muss. Man neigt bei einigen Westberliner Stellen, weniger aber bei der Bevölkerung, gelegentlich dazu, den Sowjets und ihren deutschen Marionetten Nützlichkeits- und Vernunftserwägungen nach westlicher Art zuzuschreiben, woraus dann bisweilen ein völlig falsch angebrachter und nicht ungefährlicher Optimismus mit Bezug auf das Deutschlandproblem entsteht. So stellt man etwa fest, dass die Sowjets die ihnen von der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung und vom Bevölkerungsdruck in China her drohenden Gefahren fürchteten und daher selbst das grösste Interesse an einer zuverlässigen und raschen Befriedung Europas hätten, wozu in erster Linie die Lösung der deutschen Frage gehöre. Solche Meinungen zeigen, zu welch riskantem Wunschdenken die Not der deutschen Trennung führt. In der Frage der technischen Kontakte mit Ostberlin scheint Brandt nach wie vor recht weit gehen zu wollen. Er sprach davon, dass man beispielsweise die im Interzonenhandel bewährte Einrichtung einer Treuhandstelle auch für andere Funktionen vorsehen könnte, deren Notwendigkeit sich aus dem nachbarlichen Verhältnis ergebe. Darüber, was eine de facto Anerkennung sei, gingen die Meinungen auch bei den Alliierten ohnehin weit auseinander. Er schien damit sagen zu wollen, dass, von diesem Problem her betrachtet, genügend Spielraum für solche technische Fühlungnahme bestehe. Die Stimmung in Westberlin sei nach dem 27. Mai deutlich entspannt, was indessen nicht heissen solle, dass keine Beunruhigung mehr zu verspüren sei. Das Interesse an den Genfer Verhandlungen ist in der Tat sehr gross. Auch Bevölkerungsteile, die für gewöhnlich andere Seiten ihrer Zeitung lesen, beispielsweise die Hausfrauen, verfolgen die Nachrichten aus Genf mit grosser Spannung, was bei der mangelnden Erfahrung dieser Leute und angesichts der Fülle der Nachrichten zu vorzeitigen Enttäuschungen und zur Unruhe führen kann. Die Stimmung der Bewohner der DDR ist laut Brandt zum Teil verzweifelt. Der Westberliner Bürgermeister erhält Briefe aus der DDR, aus denen hervorgeht, dass sich viele Leute vom Westen verlassen oder gar verraten vorkommen. Zum Teil wird auch den Westberliner Stellen der Vorwurf gemacht, über dem Berlin Problem sei die Not der Bevölkerung der Zone vergessen worden. Freilich dürfte andererseits auch ein grosser Teil der Bewohner der DDR einsehen, dass die Berlinfrage für sie wie für die Berliner selbst eine Schicksalsfrage bedeutet. Ich versichere Sie, Herr Minister, meiner vorzüglichen Hochachtung. DER CHEF DER SCHWEIZERISCHEN DELEGATION # Han haw Beilagen: 4 Briefkopien Kopie geht an Herrn Botschafter Escher, Köln, zur gefl. Kenntnisnahme.
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Correspondence
52,034
Investitionsschutzabkommen Thailand: Schwierigkeiten wegen Grossbritannien
28
Thailand beharrt bei den Verhandlungen über ein Investitionsschutzabkommen mit der Schweiz auf denselben Bedingungen wie in ihren Abkommen mit Grossbritannien und verlangt eine liberale Handhabung der Transferbestimmungen. Um dieses Problem zu lösen, soll das Gespräch mit Grossbritannien gesucht werden.
German
null
1978-10-25
1978-10-25
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Thailand (Wirtschaft)
Finanzhilfe
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Bonn|Deutschland|Entwicklungsländer|Frankreich|Industrieländer|London|Malaysia|New York|Niederlande|Paris|Schweden|Singapur|Südkorea|Thailand|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)|Vereinigtes Königreich
EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
Deutschland/Regierung|Europäische Union|Internationaler Währungsfonds|Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung|UNO
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null
Jolles Paul Rudolf
Lévy Philippe
Butler Michael|Jacobi Klaus|Jolles Paul Rudolf|Meissner Charles F.
Lévy Philippe
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Tailandia (Economia)
Aiuto finanziario
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Bonn|Corea del Sud|Francia|Germania|Londra|Malesia|New York|Paesi Bassi|Paesi in via di sviluppo|Paesi industrializzati|Parigi|Regno Unito|Singapore|Stati Uniti d'America (USA)|Svezia|Tailandia
DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna
Fondo monetario internazionale|Germania/Governo|ONU|Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico|Unione europea
null
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Jolles Paul Rudolf
Lévy Philippe
Butler Michael|Jacobi Klaus|Jolles Paul Rudolf|Meissner Charles F.
Lévy Philippe
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Thaïlande (Économie)
Aide financière
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Allemagne|Bonn|Corée du Sud|États-Unis d'Amérique (USA)|France|Londres|Malaisie|New York|Paris|Pays en voie de développement|Pays industriels|Pays-Bas|Royaume-Uni|Singapour|Suède|Thaïlande
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures
Allemagne/Gouvernement|Fonds monétaire international|ONU|Organisation de coopération et de développement économiques|Union Européenne
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Jolles Paul Rudolf
Lévy Philippe
Butler Michael|Jacobi Klaus|Jolles Paul Rudolf|Meissner Charles F.
Lévy Philippe
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Thailand (Economy)
Financial aid
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null
Bonn|Developed countries|Developing countries|France|Germany|Malaysia|Netherlands (the)|New York|Paris|Siam|Singapore|South Korea|Sweden|United Kingdom|United States of America (USA)
FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs
European Union|Germany/Government|International Monetary Fund|Organisation for Economic Co-operation and Development|UNO
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Jolles Paul Rudolf
Lévy Philippe
Butler Michael|Jacobi Klaus|Jolles Paul Rudolf|Meissner Charles F.
Lévy Philippe
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50,000
https://dodis.ch/52034
Aktennotiz / Notiz
German, Lévy Philippe, Aktennotiz / Notiz
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52000-52999/dodis-52034.pdf
# Dienst für Weltwirtschaftsfragen Bern, den 25. Oktober 1978 ## Notiz an Herrn Direktor P.R. Jolles Thail. 821.0 AVA - Ly/bn Investitionsschutzabkommen Thailand : Schwierigkeiten wegen Grossbritannien Grossbritannien hat vor einiger Zeit mit Thailand ein bilaterales Investitionsschutzabkommen (ISA) paraphiert, das auf dem Gebiet des Transfers der laufenden Erträge wesentliche Zugeständnisse enthält ${ }^{1)}$, indem der Grundsatz des freien und uneingeschränkten Transfers dadurch relativiert wird, dass es jeder Vertragspartei freisteht, Einschränkungen der Transferfreiheit einzuführen, die dem Investor im Zeitpunkt der Investition nicht bekannt waren. Nach britischer Aussage soll diese Lösung namentlich deshalb getroffen worden sein, um den britischen Interessen an einem Offenlassen der Möglichkeit künftiger Transferbeschränkungen im Verkehr mit Grossbritannien Rechnung zu tragen. 1) "Each Contracting Party shall guarantee to the nationals and companies of the other Contracting Party the free transfer of the capital of, and the returns from, their investments, subject to its right to exercise equitably and in good faith powers conferred by its laws and consistent with its rights and obligations as a Member of the International Monetary Fund." In den Verhandlungen mit uns beharrt nun Thailand auf einer Formulierung des Artikels über die Transferbestimmungen, die dem britischen ISA entspricht. Es ist dies insofern verständlich, als eine liberalere Lösung im Abkommen mit der Schweiz auf Grund der Meigtbegünstigungsklausel den britischen Investoren in Thailand die gleichen Rechte einräumen würde, wie sie die Schweizer in Anspruch nehmen könnten, ohne Gegenseitigkeit in bezug auf thailändische Investitionen in Grossbritannien. Wir haben uns bis jetzt konsequent geweigert, Einschränkungen im freien Transfer der laufenden Erträge, Amortisationen, Lizenzgebühren, usw. zuzugestehen. Dieselbe Haltung vertreten wir zur Zeit in den New Yorker Verhandlungen über einen UNO-Verhaltenskodex für multinationale Gesellschaften und sind dabei bei den Entwicklungsländern auf ein $\underset{\text { imol Siotherea }}{\text { ge- }}$ wisses Verständnis gestossen. Im Falle Malaysiayhaben wir erstmals für den Transfer von umfangreichen Liquidat ionserlösen einer zeitlichen Staffelung auf höchstens 5 Jahre zugestimmt, falls die Zahlungsbilanzlage einen sofortigen Transfer nicht zulässt (vgl. Beilage). Seit einiger Zeit mehren sich die Fälle, in denen sich die bilateralen Unterhändler aus Industrieländern bei ihren Verhandlungen über ISA mit Entwicklungsländern gegenseitig in die Quere kommen. Das ist namentlich darauf zurückzuführen, dass die Entwicklungsländer immer weniger bereit sind, ein "klassisches" ISA liberaler Prägung abzuschliessen. Erschwerend kommt hinzu, dass neben den "orthodoxen Spitzenreitern" Bundesrepublik und die Schweiz weitere Industrieländer, die unter anderem wegen ihrer schlechten Zahlungsbilanzlage restriktiv sind, beginnen, das deutschschweizerische Vorbild zu imitieren (Grossbritannien, Frankreich und in neuester Zeit auch Holland und Schweden). Wir hätten deshalb ein Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit diesen Ländern, nicht zuletzt, um eben unsere Verhandlungstätigkeit erschwerende Eskapaden soweit wie möglich zu verhindern. Es wäre naheliegend, dies im OECD-Rahmen zu tun, doch lehnen sich die EG-Länder dagegen auf, weil sie befürchten, dass durch eine derartige Multilateralisierung eine "Vergemeinschaftung" provoziert wird. Deshalb haben wir auch auf deutschen Wunsch hin eingewilligt, mit Bonn in bilaterale Konsultationen einzutreten, die erstmals vor Monatsfrist stattgefunden haben. Die USA, die seit einiger Zeit ebenfalls daran sind, ein ISA-Programm zu entwickeln, haben uns ersucht, mit ihnen Konsultationen über ein ISA mit Singapur zu führen, und ich werde zu diesem Zweck anfangs nächster Woche in Paris mit Chuck Meissner zusammentreffen. Im Einvernehmen mit Botschafter Jacobi wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie anlässlich Ihres Besuches in London mit Herrn Butler, der für die ISA-Politik Grossbritanniens zuständig sein soll, die beiden erwähnten Fragen erörtern könnten : - Möglichkeit einer Verschärfung der Transferbestimmungen im kommenden ISA UK-Thailand; - Grundsätzliche Zustimmung zur Idee, versuchsweise bilaterale Konsultationen zwischen Grossbritannien und der Schweiz über bilaterale (und eventuell multilaterale) Investitionsprobleme durchzuführen; diese könnten beispielsweise in der ersten Jahreshälfte 1979 stattfinden. Dienst für Weltwirtschaftsfragen Beil. erw. Kopie : (ohne Beilage) Schweiz. Botschaft, London HH. Ja, Mo, Lu, An/Jag, Schä, Mt, Ly
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null
null
Notes/Internal
61,588
Konferenz Moralische Aufrüstung
33
Caux, VD: 8. Welt-Konferenz für moralische Aufrüstung
null
null
1953-07-17
1953-07-17
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Bilder Schweizerische Filmwochenschau (1945–1973)
Moralische Aufrüstung
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Caux
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Initiativen der Veränderung
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Immagini Cinegiornale svizzero (1945–1973)
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Caux
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Iniziative di cambiamento
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Images Ciné-Journal Suisse (1945–1973)
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Caux
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Initiatives et Changement
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Images Swiss Weekly Newsreel (1945–1973)
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Caux
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Initiatives of Change
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60,000
https://dodis.ch/61588
Foto
Foto
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61000-61999/dodis-61588.pdf
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Rejected
49,057
45e séance du 24.6.1947, à 9 heures
39
Échange de vues au sein du Conseil fédéral notamment sur la question des Suisses de l'étranger sinistrés par la guerre et la liquidation des avoirs allemands. Concernant le recouvrement des avoirs suisses à l'étranger, des négociations sont engagées avec la France, la Pologne et la Finlande.
French
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1947-06-24
1947-06-24
null
null
Abkommen von Washington (1946)
Alliierte (Zweiter Weltkrieg)|Auslandschweizer|Polen (Wirtschaft)
null
null
Deutsches Reich|Finnland|Frankreich|Italien|Polen
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Bundesrat|Eidgenössisches Finanzdepartement|Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement|Nationalrat|Neue Helvetische Gesellschaft|Ständerat
Bundesrat
null
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Celio Enrico|Etter Philipp|Michaud Georges|Nobs Ernst|Petitpierre Max|Steiger Eduard von
Leimgruber Oskar|Oser Charles
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Accordo di Washington (1946)
Alleati (Seconda Guerra mondiale)|Polonia (Economia)|Svizzeri all'estero
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Finlandia|Francia|Italia|Polonia|Reame tedesco
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Consiglio degli Stati|Consiglio federale|Consiglio nazionale|Dipartimento federale delle finanze|Dipartimento federale di giustizia e polizia|Nuova Società elvetica
Consiglio federale
null
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Celio Enrico|Etter Philipp|Michaud Georges|Nobs Ernst|Petitpierre Max|Steiger Eduard von
Leimgruber Oskar|Oser Charles
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Accord de Washington (1946)
Alliés (Seconde guerre mondiale)|Pologne (Economie)|Suisses de l'étranger
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null
Finlande|France|Italie|Pologne|Reich allemand
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Conseil des États|Conseil fédéral|Conseil national|Département fédéral de justice et police|Département fédéral des finances|Nouvelle Société helvétique
Conseil fédéral
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null
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Celio Enrico|Etter Philipp|Michaud Georges|Nobs Ernst|Petitpierre Max|Steiger Eduard von
Leimgruber Oskar|Oser Charles
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Washington Agreement (1946)
Allies (World War II)|Poland (Economy)|Swiss citizens from abroad
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null
Finland|France|German Realm|Italy|Poland
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Council of States|Federal Department of Finance|Federal Department of Justice and Police|National Council|Swiss Federal Council
Swiss Federal Council
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Celio Enrico|Etter Philipp|Michaud Georges|Nobs Ernst|Petitpierre Max|Steiger Eduard von
Leimgruber Oskar|Oser Charles
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45,000
https://dodis.ch/49057
Verhandlungsprotokoll des Bundesrats
French, Verhandlungsprotokoll des Bundesrats, Leimgruber Oskar|Oser Charles
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49000-49999/dodis-49057.pdf
Présidence: M. Celio. Absent: M. Etter. Secrétaires: M. Leimgruber et Oser. Clôture: 10 h. 55. Réformes financières. M. Nobs: Séance spéciale vers le 15 juillet pour prendre position. Pas question d'ajourner au mois d'août. Il faut que le CF se détermine avant que le message soit rédigé. Presse et réforme des finances. M. Nobs: 5 journalistes demandent que le CF incorpore reçoive a presse pour lui dire combien il importe de renseigner exactement le public. J'ai dit à mes collaborateurs qu'une réception par le CF in corpore ne rentre pas en considération, ni même une conférence par le chef du département. Impossible d'empêcher ces discussions publiques. Le CF ne devrait rien dire avant l'adoption du message. M. Celio: Donc pas de conférence de presse avant le message. Le reste sera décidé à ce moment-là. Dommages de guerre. M. Nobs: La décision du 17 juin charge le département des finances de faire rapport aussitôt que possible. Cette formule me paraît dangereuse à la veille des élections. Interpréter le terme largement. M. Petitpierre: Pas nécessaire de présenter très tôt un message. Mais pas désirable que les Suisses sinistrés se fassent longtemps des illusions. Ne pas les laisser s'agiter comme ils le font maintenant. Désiré pouvoir les renseigner en septembre. Je dirai que l'intervention au CF ne peut se dire que sous la forme de l'assistance. Le département des finances devraient donc faire des propositions négatives. Reste la part du produit de liquidation des avoirs allemands. Une attitude nette est rapidement prise est indiquée. M. de Steiger: Distinguer les deux questions: réparation de l'étranger et emploi du produit de la liquidation. Il est acquis qu'une partie de ce produit peut être versée aux Suisses de l'étranger. Le CF n'a pas encore décidé la proportion. Serait bon d'avoir une certaine directive à cet égard. M. Petitpierre devrait convoquer le professeur Michaud (NSH) pour discuter le problème. M. Nobs: Les 5 départements devraient faire une proposition au CF. Le CF devrait se déterminer sur la part de liquidation avant qu'on entende prononcer des chiffres. Réserver une part suffisante à la Confédération. Suisses sinistrés sont insatiables. Bon de discuter avec président NSH. M. Gelio : Urgence de la question. Les Suisses en Italie devront payer des mio de lires sur un patrimoine improductif (maisons détruites). Les trois dépts, sous la présidence du politique, doivent se réunir pour discuter le problème. M. de Steiger: Mon département n'est pas intéressé, mais il participera. # Banque nationale- M. Nobs: Le conail de banque désire augmenter les honoraires du comité de banque. Miller propose de porter le chiffre a 3000 francs. Une augmentation est également envisagée pour les présidents des comités locaux. L'administration des finances et plutôt opposée à une telle augmentation. J'estime qu'il ne faut pas être mesquin. M. Gelio: Quelqu'un s'oppose-t-il à l'augmentation a 3000 francs? M. Petitpierre: C'est beaucoup d'un seul coup. M. Kobelt: D'accord pour 3000 fr. Ainsi décidé. Décisions prises sur la base de propositions écrites. Politique. Vorschuss an das Centre d'entraide internationale. Intérieur. Rheinregulierung. Prüfung der Jahresrechnungen. Militaire. Aufhebung von Vollmachtenbeschlüsse. Begnadigungsgesuche. Schweiz. Vereinigung f. Landesplanung. Finances et douanes. Sextionschei OED. Telegramm der Liber l-soz. Partei betr. Notenumlauf. Guthaben v. Verpflichtungen des Bundes im Ausland M. Nobs: Ne pas négliger le recouvrement de nos avoirs à l'étranger lors des négociations. Faire ex miner par chaque département comment recouvrer ces avoir. M. Petitpierre: Nous devrons discuter une fois la question de ces créances et les démarches à faire pour le recouvrement. Certaines sont reconnues, d'autres contestées. Des négociations sont engagées avec la France. Créances douteuses: internement des Polonais. Pour les Finlandais, il faudra probablement faire un prélèvement sur le solde du crédit de 20 mio ouvert par les chambres. Le politique devrait examiner l'affaire et prendre ensuite contact avec les autres départements. M. Nobs: Il doit être entendu quels politique doit examiner la question et prendre ensuite l'initiative des discussions à engager. Economie publique. Wirtschaftsverhandlung mit Polen. Finances et douanes. Voranschlag 1948. Richtlinien. M. Nobs: Nous ne pouvons pas bien prévoir une exception pour le DMF. Il s'agit d'un ordre du CF aux divisions. Le DMF pourra peut-être réduire des dépenses pour compenser l'augmentation des frais pour cours de répétition. La fin de la guerre s'éloigne. Les dépenses extraordinaires doivent diminuer en conséquence. Le CF gagnerait l'autorité en prenant l'initiative des réductions au lieu de le voir se plier aux décisions du parlement. Pour l'art. 5, il n'est pas exact que cette disposition exclut les chefs de département. Notre idée est que l'office du personnel doit faire certains travaux pour épargner de la besogne aux divisions. Il est mieux équiper pour cela. M. Kobelt: J'accepte l'art. 4, vu les explications données. Les chambres peuvent réduire les crédits, mais les conséquences se font toujours sentir plus ou moins rapidement. Pour l'art. 5, dire: Auf Grund der Berichte und Anträge der Departemente. M. Nobs: D'accord.
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GovDecisions
68,855
Bericht der Schweizer Delegation zu den Abschlussverhandlungen über eine internationale Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation. Paris, 6.–18.6.1994
28
Die abgeschlossene Konvention ermöglicht einen effizienteren und besser gesteuerten Einsatz bereits vorhandener Mittel zur Desertifikationsbekämpfung. Auf dem Papier konnte in schwierigen Verhandlungen eine gute Lösung gefunden werden. Ob und wie die Konvention praktisch umgesetzt wird, hängt nun vom politischen Willen in den einzelnen Länder ab. Darin: Rundschreiben von A. Bisaz von der DEH vom 7.7.1994 (Beilage).
German
null
1994-07-07
1994-07-07
null
null
Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (1994)
null
null
null
Afrika|Algerien|Altiplano|Asien|Australien|Brasilien|Europa|Genf|Kanada|Karibik|Lateinamerika|Malaysia|Mittelmeerländer|Nairobi|Neuseeland|New York|Ostblockstaaten|Osteuropa|Paris|Patagonien|Rio de Janeiro|Rom|Sahel|Sevilla|Spanien|Subsahara-Afrika|Ungarn|USA/Mittlerer Westen|Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
null
EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Völkerrecht|Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung|UNO/Gruppe der 77|UNO/Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur
EDA/Staatssekretariat/DEZA/Abteilung Politik, Planung und multilaterale Zusammenarbeit
null
null
Bisaz Andri|Ducret Claude-Georges
Bärlocher Norbert
Bisaz Andri
null
Convenzione delle Nazioni Unite contro la desertificazione (1994)
null
null
null
Africa|Africa subsahariana|Algeria|Altiplano|America Latina|Asia|Australia|Brasile|Canada|Caraibi|Europa|Europa meridionale|Europa orientale|Ginevra|Malesia|Nairobi|New York|Nuova Zelanda|Paesi dell'Est|Parigi|Patagonien|Rio de Janeiro|Roma|Sahel|Siviglia|Spagna|Stati Uniti d'America (USA)|Ungheria|USA/Stati Uniti medio occidentali
null
DFAE/Segreteria di Stato/Direzione del diritto internazionale pubblico|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|ONU/Gruppo dei 77|ONU/Organizzazione per l'educazione, la scienza e la cultura|Organizzazione per la cooperazione e lo sviluppo economico
DFAE/Segreteria di Stato/DSC/Divisione politica, pianificazione e cooperazione multilaterale
null
null
BSZ |Ducret Claude-Georges
Bärlocher Norbert
BSZ
null
Convention des Nations Unies sur la lutte contre la désertification (1994)
null
null
null
Afrique|Afrique sub-saharienne|Algérie|Altiplano|Amérique latine|Asie|Australie|Brésil|Canada|Caraïbes|Espagne|États-Unis d'Amérique (USA)|Europe|Europe méridionale|Europe orientale|Genève|Hongrie|Malaisie|Nairobi|New York|Nouvelle-Zélande|Paris|Patagonien|Pays communistes d'Europe|Rio de Janeiro|Rome|Sahel|Séville|USA/Midwest
null
DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du droit international public|ONU/Groupe des 77|ONU/Organisation pour l'éducation, la science et la culture|Organisation de coopération et de développement économiques
DFAE/Secrétariat d'État/DDC/Division politique, planification et coopération multilatérale
null
null
BSZ |Ducret Claude-Georges
Bärlocher Norbert
BSZ
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United Nations Convention to Combat Desertification (1994)
null
null
null
Africa|Algeria|Altiplano|Asia|Australia|Brazil|Canada|Eastern Bloc states|Eastern Europe|Europe|Geneva|Hungary|Malaysia|Nairobi|New York|New Zealand|Paris|Patagonien|Rio de Janeiro|Rome|Sahel|Spain|Südeuropa|United States of America (USA)|USA/Midwest
null
FDFA/State Secretariat/Directorate of Public International Law|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|Organisation for Economic Co-operation and Development|UN/Educational, Scientific and Cultural Organization|UN/Group of 77
FDFA/State Secretariat/SDC/Policy, Planning and Multilateral Cooperation Division
null
null
BSZ |Ducret Claude-Georges
Bärlocher Norbert
BSZ
null
65,000
https://dodis.ch/68855
Aktennotiz / Notiz
German, Bisaz Andri, Aktennotiz / Notiz
null
68000-68999/dodis-68855.pdf
# Bericht der Schweizer Delegation zu den Abschlussverhandlungen über eine internationale Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation Paris, 6. - 18. Juni 1994 Am 18. Juni 1994, in den frühen Morgenstunden, verabschiedeten über 100 Delegationen einen Entwurf über eine Desertifikationskonvention. Für die 99 direkt betroffenen Staaten, mit einer Bevölkerung von über 900 Millionen Menschen, eröffnet diese Konvention - bei Vorhandensein eines politischen Willens - die Möglichkeit eines effizienteren und besser gesteuerten Einsatzes bereits vorhandener Mittel zur Desertifikationsbekämpfung. ## Rahmen und Inhalt der Konvention La Convention s'inscrit dans le suivi de la Conférence de Rio et revêt la même importance que les Conventions sur les changements climatiques et sur la diversité biologique. La Convention sur la désertification a été particulièrement difficile à négocier en raison de la complexité des sujets qu'elle aborde, parce que la désertification - à l'inverse des changements climatiques - n'est pas un phénomène quantifiable, et finalement parce que les implications politiques seront importantes pour les pays qui la ratifieront. En effet, la plupart des conventions sont usuellement mises en oeuvre au moyen d'instruments législatifs our réglementaires. Une lutte efficace contre la désertification ne peut être menée uniquement par ces moyens: elle se réalise au premier chef au niveau local par les premiers concernés, ceux qui exploitent les terres et l'eau. Ce sont les implications politiques de cette réalité qui ont rendu, en grande partie, les négociations difficiles: réforme du droit foncier, participation aux prises de décisions, rôles et droits des peuples indigènes, lutte contre la pauvreté, politique démographique, gestion des bassins versants et des nappes phréatiques transfrontières, sources alternatives d'énergie, exploitation des ressources forestières, etc. La Convention ne s'occupe donc pas de désert, mais de la lutte contre la dégradation des terres arides ou semi-arides chaudes (Sahel, 3/4 de l'Australie, la moitié de l'Espagne, par exemple) ou tempérées (Patagonie, Altiplano, Middle-West américain, Hongrie, par exemple). C'est une Convention globale. Une de ses particularités est de prévoir une mise en oeuvre régionale car la nature des problèmes rencontrés et les niveaux de développement diffèrent considérablement d'une région à l'autre. Ainsi, la Convention possède quatre annexes différentes d'application régionale: Afrique, Amérique latine et Caraibes, Asie et zone septentrionale de la Méditerranée. Sur le plan politique, les négociations ont été marquées par quelques traits saillants: - Le G-77 s'est souvent trouvé disloqué, voire éclaté: les intérêts de "poids lourds" comme le Brésil et l'Inde ne sont pas facilement en concordance avec ceux de l'Afrique noire. Des tensions très fortes se sont donc manifestées. Souvent, en réalité, les travaux se sont déroulés au sein de groupes régionaux, l'Algérie ne présentant les vues du G-77 que sur des articles de la Convention elle-même. - Le transfert de technologie n'a pas été un problème: les textes des Conventions existantes ont été repris sans grand débat. La technologie ne joue d'ailleurs qu'un rôle mineur dans la lutte contre la désertification. Par contre, les droits des peuples autochtones sur les techniques ancestrales et sur des espèces de plantes ou d'animaux adaptés aux conditions d'aridité ont fait l'objet de négociations très serrées (Brésil, Malaisie, Australie, Nouvelle Zélande, USA, Canada). - Les mécanismes de financement ont failli faire échouer les travaux. Les besoins annuels pour lutter globalement contre la désertification avaient été évalués à \$ 77(!) milliards par le G-77, dont 8 - 12 d'apport extérieur. Face à des positions, notamment américaines, de "no new and additional resources", ces demandes ont provoqué des affrontements sérieux. On s'est finalement accordé pour constituer un "méchanisme global", modeste, dont les tâches principales sont de mieux coordonner des réseaux de recherche et de développement technologique et de favoriser l'élaboration des programmes nationaux et régionaux d'application. La Convention sera donc, pour l'essentiel, mise en oeuvre avec les moyens existants. - Le rôle du secrétariat a été longuement débattu, le G-77 - surtout les Africains souhaitant un secrétariat fort, de type de celui d'une agence d'exécution, alors que les Européens n'acceptaient qu'un secrétariat léger, assurant la coordination entre les organismes régionaux et la préparation des conférences des Parties. Le Secrétariat sera léger. La Suisse a plaidé en faveur d'une co-localisation du secrétariat de la Convention avec celui des Conventions climat et diversité biologique à Genève. L'idée a, en général, été bien reçue mais plusieurs concurrents sont sur les rangs (Séville, Rome, Nairobi, New York). Les pays de l'ex-URSS et de l'Europe orientale ont été quelque peu désarçonnés par la tournure des travaux. Invités par le G-77 à rallier ses rangs, ces pays ont préféré nouer des liens avec les pays de l'OECD. La délégation suisse a joué un rôle certain dans ce rapprochement. L'élaboration de ce texte juridique d'une cinquantaine de pages a été réalisée en un temps record pour une Convention globale: 13 mois. # Weiteres Vorgehen Eine Reihe von interimären Massnahmen - gemäss dem Modell des Prompt-Start der Klimakonvention - sollen baldmöglichst in Gang gesetzt werden, einerseits um mit Aktionen für Afrika der immer wieder betonten Priorität für diesen Kontinent Rechnung zu tragen, anderseits um den Impetus bis zur formellen Inkraftsetzung der Konvention (ca 1996, nach Vorliegen von 50 Ratifizierungen) nicht zu verlieren. Das entsprechende Uebergangsprogramm sowie die Vorbereitung der ersten "Konferenz der Parteien" soll im Januar 1995 in New York an einem nächsten Treffen des Komitees behandelt werden. Eine Unterzeichnungszeremonie ist auf Ministerniveau für den Herbst in Paris vorgesehen. Für die DEH ergeben sich - neben einem bescheidenen Beitrag an den erwähnten "Finanzmechanismus" - kaum finanzielle Folgen, trägt doch die Schweiz schon jetzt sehr substantiell zur Desertifikationsbekämpfung bei. So liegen in den wichtigsten Regionen (Asien, Sahel) unsere Verpflichtungen bei 5 bis 15\% unserer Totalausgaben, verglichen mit durchschnittlich nur 1 bis 2\% für andere Geber. Bezüglich Koordination wird jedoch ein vermehrtes Engagement im Rahmen der von den betroffenen Ländern gewählten Programmen und Vorgehensweisen vorzusehen sein. # Beurteilung Das Gelingen einer Konsensfindung in einem so komplexen und nichtquantifizierbaren Bereich wie der Desertifikationsbekämpfung darf sicher als Erfolg bezeichnet werden, obwohl die Entwicklungsländer - insbesondere bezüglich Finanzen - weit von dem von ihnen erhofften Ziel geblieben sind. Anderseits besteht mit den Verpflichtungen zur Koordination und den Vorschlägen für "Partnerschaftsabkommen" die Möglichkeit eines wesentlich effizienteren Einsatzes der vorhandenen und weiterhin fliessenden Mittel. Mit der regelmässigen Berichterstattung an den Parteienkonferenzen und dem erwarteten Engagement der NGOs sind im weiteren "moralische" Zwänge und "pressure groups" vorhanden, die Druck auf eine konkrete Implementierung ausüben werden. Das Instrumentarium für Aktionen zur Desertifikationsbekämpfung besteht. Ob es nur Papier bleibt oder Realität wird, hängt weitgehend vom politischen Willen der betroffenen Länder selbst ab. A. Bisaz C.-G. Ducret Beilage erwähnt # Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten ## Departement fédéral des affaires étrangères Dipartimento federale degli affari esteri ## Sitte dieses Zeichen in der Antwort wiederholen <br> Präre de rappeler cette référence dans la réponse <br> Pregasi rammentare questo riferimento nella risposta t. 858-16 - BSZ/JE - An alle Schweizerischen Botschaften und Missionen, ![img-0.jpeg](img-0.jpeg) ## Desertifikationskonvention Beiliegend stellen wir Ihnen einen Kurzbericht über den Abschluss der Verhandlungen über eine Desertifikationskonvention sowie das verabschiedete Dokument zu. Für allfällige Fragen steht Ihnen die schweizerische Delegation - A. Bisaz, DEH, C.-G. Ducret, DOI, N. Bärlocher DV - gerne zur Verfügung. Der schweizerischen Mission bei der UNESCO sei für ihre Unterstützung während den Verhandlungen der beste Dank ausgesprochen. DIREKTION FUER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT UND HUMANITAERE HILFE Dienst Eutopa/Mittelmeer A. Bisaz Beilage: erwähnt Kopie: EDA: - DIO, C.-G. Ducret - PA II, M. Aeschbacher - DV, N. Bärlocher - DEH: GI/CP, WR, EZ, RH/CHV, GCH EJPD: - BAGE, P. Koster EDI: - BUWAL, R. Lamb EVD: - BAWI, S. Flückiger
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null
null
null
null
null
Notes/Internal
32,685
null
21
Bemerkungen zum Problem der Heilmittelkontrolle mit den USA, welches in der Schweiz von den Interessenten mit einem ungewöhnlichen Aufwand an Emotionen behandelt werde.
German
1968-01-01
1968-02-20
1968-02-20
24
public/xml/32000/dodis-32685.xml
Verbotene Handlungen für einen fremden Staat (Art. 271–274 StGB)
Pharmazeutische und chemische Industrie|Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Allgemein)|Vereinigte Staaten von Amerika (USA) (Wirtschaft)
null
null
Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
Schweizerische Botschaft in Washington
Bundesversammlung|Ciba-Geigy|Economiesuisse|Europäische Union|Geigy|Sandoz|Schweizerische Gesellschaft für Chemische Industrie|USA/Staat
EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft
null
Schnyder Felix
Weitnauer Albert
Egli Jean|Junod Etienne|Schaffner Hans|Schnyder Sigrid
Weitnauer Albert
null
Atti compiuti senza autorizzazione per conto di uno Stato estero (Art. 271–274 CP)
Industria farmaceutica e chimica|Stati Uniti d'America (USA) (Economia)|Stati Uniti d'America (USA) (Generale)
null
null
Stati Uniti d'America (USA)
Ambasciata svizzera a Washington
Assemblea federale|Ciba-Geigy|Economiesuisse|Geigy|Sandoz|Società svizzera delle Industrie chimiche|Unione europea|USA/Stato
DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna
null
Schnyder Felix
Weitnauer Albert
Egli Jean|Junod Etienne|Schaffner Hans|Schnyder Sigrid
Weitnauer Albert
null
Actes exécutés sans droit pour un État étranger (Art. 271–274 CP)
États-Unis d'Amérique (USA) (Économie)|États-Unis d'Amérique (USA) (Général)|Industrie pharmaceutique et chimique
null
null
États-Unis d'Amérique (USA)
Ambassade de Suisse à Washington
Assemblée fédérale|Ciba-Geigy|Economiesuisse|Geigy|Sandoz|Société suisse des industries chimiques|Union Européenne|USA/État
DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures
null
Schnyder Felix
Weitnauer Albert
Egli Jean|Junod Etienne|Schaffner Hans|Schnyder Sigrid
Weitnauer Albert
null
Unlawful activities on behalf of a foreign state (Art. 271–274 SCC)
Pharmaceutical and chemical industry|United States of America (USA) (Economy)|United States of America (USA) (General)
null
Washington DC
United States of America (USA)|Washington DC
Swiss Embassy in Washington
Ciba-Geigy|Economiesuisse|Etats-Unis d'Amérique/Etat|European Union|Federal Assembly|Geigy|Sandoz|Scienceindustries
FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs
null
Schnyder Felix
Weitnauer Albert
Egli Jean|Junod Etienne|Schaffner Hans|Schnyder Sigrid
Weitnauer Albert
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30,000
https://dodis.ch/32685
Schreiben
Weitnauer Albert, Schreiben, German
<html> <head> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="https://www.dodis.ch/resources/fonts/font.css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/dodis.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <link href="https://www.dodis.ch/resources/css/style.css" rel="stylesheet" type="text/css" /> <meta charset="UTF-8" /> </head> <body><!-- docBegin --> <div id="document-pane" data-version="1.0"> <div class="content "> <div class="tei-div tei-div"> <h1 class="tei-head6 tei-head-div"> <a href="https://dodis.ch/32685" class="tei-ref3 tei-head-nr" target="">dodis.ch/32685</a> <div class="tei-title5 tei-title-main">Der Delegierte des Bundesrats für Handelsverträge, <a href="https://dodis.ch/P2132" class="tei-persName" target="">A. Weitnauer</a>, an den schweizerischen Botschafter in <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a>, <a href="https://dodis.ch/P84" class="tei-persName" target="">F. Schnyder</a><span id="fnref_3_4_2_2_3_4_8" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_8">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Bern, <span class="tei-date3 tei-date">20. Februar 1968</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Lieber <a href="https://dodis.ch/P84" class="tei-persName" target="">Felix</a>,</p> <p class="tei-p tei-p">Unsere heutige Mitteilung<span id="fnref_3_4_2_2_9_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_2">2</a></span> auf amtlichem Wege hat Dich bereits auf den letzten Stand des Heilmittelproblems<span id="fnref_3_4_2_2_9_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_4">3</a></span> gebracht, sodass ich mich auf wenige ergänzende Bemerkungen beschränken kann.</p> <p class="tei-p tei-p">Die Angelegenheit wird in der Schweiz von den Interessenten mit einem ungewöhnlichen Aufwand an Emotionen behandelt. Die Leitung des <a href="https://dodis.ch/R610" class="tei-orgName" target="">Chemieverband</a>es, Präsident <a href="https://dodis.ch/P18" class="tei-persName" target="">Junod</a> und Direktor <a href="https://dodis.ch/P28962" class="tei-persName" target="">Egli</a>, nehmen aus nicht ganz durchsichtigen Gründen eine betont «harte» Haltung ein. Sie stehen damit in absolutem Gegensatz zu dreien der vier «Grossen» – Ciba, <a href="https://dodis.ch/R315" class="tei-orgName" target="">Sandoz</a> und <a href="https://dodis.ch/R2600" class="tei-orgName" target="">Geigy</a> – die ihre These, dass auf die Wünsche der <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Amerika</a>ner bis zu einem gewissen Grade eingelenkt werden müsse, mit ebensoviel Insistenz vertreten.</p> <p class="tei-p tei-p">Das Bundeshaus wird von den drei Firmen ziemlich unverhüllt der Nachlässigkeit in der Wahrung ihrer Interessen geziehen. Herr Dr. <a href="https://dodis.ch/P28962" class="tei-persName" target="">Egli</a> wiederum versucht, uns die Situation so darzustellen, dass jegliche Konzession als ein Verrat an den höchsten Gütern des Vaterlandes erscheinen würde. Wir haben somit die Auswahl zwischen verschiedenen Beurteilungen, die alle negativ sind und uns in keineswegs schmeichelhafter Beleuchtung zeigen. Ergänzend füge ich noch bei, dass der <a href="https://dodis.ch/R34" class="tei-orgName" target="">Vorort</a> es bisher sorgfältig vermieden hat, Partei zu ergreifen.</p> <p class="tei-p tei-p">In einer solchen Lage kann uns nur das Beamtenethos der absoluten Sachlichkeit helfen. Dass wir dabei ohne Not ungeschickt operieren, gehört allerdings nicht zu unsern Amtspflichten. Ich habe daher für richtig gehalten, an der Sitzung vom 19. Januar, über die wir Euch ausführlich berichteten<span id="fnref_3_4_2_2_15_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_15_2">4</a></span>, nicht endgültig Stellung zu beziehen. Höchste Priorität hat für uns ohnehin der Locacortenfall<span id="fnref_3_4_2_2_15_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_15_4">5</a></span>. Im übrigen war es mir nicht unrecht, dass in den letzten Wochen die Spannung erheblich gestiegen ist. Nur so wird der ganze Fragenkomplex meiner Auffassung nach schliesslich reif für eine vernünftige Lösung werden. Wir sind uns gewiss einig darüber, dass maximale Formeln nicht werden durchgesetzt werden können. Das neue schweizerische Instrument der Ersatzinspektion werden wir so teuer als irgend möglich verkaufen. Wo genau der Preis liegt, kann nur die Schlussverhandlung zeigen.</p> <p class="tei-p tei-p">Wie Euch bereits mitgeteilt, drängt die Industrie darauf, dass ich meinen bevorstehenden Aufenthalt in <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a> dazu benutze, mich auch noch selbst mit den amerikanischen Behörden über die Angelegenheit zu unterhalten. Das Rennen nach dem Alibi hat m. a. W. kräftig eingesetzt. Mir selbst liegt namentlich daran, mich persönlich mit Dir an Ort und Stelle beraten zu können; unsere Verantwortung werden wir beide übernehmen.</p> <p class="tei-p tei-p">Leider trifft es sich so, dass ich mit der <a href="https://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName" target="">EWG</a> über eine recht schwierige Frage in Unterhandlung bin, die mitten in den virulenten Milchkrieg, der gegenwärtig auch in der Schweiz tobt, eingreift, nämlich das Problem der Käseeinfuhr. Es mag Dir recht technisch erscheinen; in Wirklichkeit ist es ein hochpolitisches Problem, und auch hier wird mit wildem Gefuchtel nach dem «Schuldigen» gesucht. Die Märzsession der eidgenössischen Räte verspricht recht bewegt zu werden, und ich kann Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P1652" class="tei-persName" target="">Schaffner</a> während dieser Zeit unmöglich im Stich lassen. Der früheste Zeitpunkt für eine <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Amerika</a>reise ist somit Anfang April<span id="fnref_3_4_2_2_19_8" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_19_8">6</a></span>. Aber einmal weiss ich nicht, ob dann die Gespräche mit der <a href="https://dodis.ch/R9899" class="tei-orgName" target="">EWG</a> bereits beendet sein werden, ob der Locacortenfall erledigt ist, und dann kommt ja auch bald Ostern. Es ist somit realistisch, wenn ich annehme, eher nach als vor Ostern in <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a> sein zu können. Das von Dir zu vollbringende Kunststück würde somit darin bestehen, einerseits den Locacortenfall gesondert vom Hauptproblem zu regeln und andererseits die <a href="https://dodis.ch/G11" class="tei-placeName" target="">Amerika</a>ner für die Fortführung der Verhandlungen auf April zu vertrösten.</p> <p class="tei-p tei-p">Es würde mich natürlich sehr interessieren, Deine Ansicht zu hören.</p> <p class="tei-p tei-p">Mit herzlichen Grüssen, auch an Sigi und besten Wünschen für gute Gesundheit verbleibe ich,</p> <p class="tei-p tei-p">Dein <a href="https://dodis.ch/P2132" class="tei-persName" target="">Albert</a></p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_8"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content">Schreiben: <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E2200.36#1980/24#342* (422.2).</span></span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_8">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_2"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Vgl. das Telegramm Nr. 22 der <a href="https://dodis.ch/R88" class="tei-orgName" target="">Handelsabteilung</a> des Volkswirtschaftsdepartements an die schweizerische Botschaft in <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a> vom 20. Februar 1968, <span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E2001E#1980/83#1146* (B.11.42.0).</span></span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_4"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu DDS, Bd. 24, Dok. 26, <a href="https://dodis.ch/32619" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32619</a>, bes. Anm. 3.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_15_2"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Schreiben von <a href="https://dodis.ch/P2132" class="tei-persName" target="">A. Weitnauer</a> an <a href="https://dodis.ch/P84" class="tei-persName" target="">F. Schnyder</a> vom 22. Januar 1968, Doss. wie Anm. 2.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_15_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_15_4"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Vgl. dazu DDS, Bd. 24, Dok. 26, <a href="https://dodis.ch/32619" class="tei-ref7" target="">dodis.ch/32619</a>, Anm. 8.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_15_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_19_8"> <dt class="fn-number">6</dt> <dd class="fn-content">Zu den Verhandlungen von <a href="https://dodis.ch/P2132" class="tei-persName" target="">A. Weitnauer</a> in <a href="https://dodis.ch/G16" class="tei-placeName" target="">Washington</a> vom 25. bis 26. April 1968 vgl. den Bericht von J. Bourgeois vom 1. Mai 1968, Doss. wie Anm. 3.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_19_8">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
32000-32999/dodis-32685.pdf
DER DELEGIERTE FÜR HANDELSVERTRÄGE UND SPEZIALMISSIONEN Bern, den 20. Februar 1968 Herrn Botschafter F. Schnyder Schweizerische Botschaft Washington Lieber Felix, Unsere heutige Mitteilung auf amtlichem Wege hat Dich bereits auf den letzten Stand des Heilmittelproblems gebracht, sodass ich mich auf wenige ergänzende Bemerkungen beschränken kann. Die Angelegenheit wird in der Schweiz von den Interessenten mit einem ungewöhnlichen Aufwand an Emotionen behandelt. Die Leitung des Chemieverbandes, Präsident Junod und Direktor Egli, nehmen aus nicht ganz durchsichtigen Gründen eine betont "harte" Haltung ein. Sie stehen damit in absolutem Gegensatz zu dreien der vier "Grossen" - CIBA, Sandoz und Geigy - die ihre These, dass auf die Wünsche der Amerikaner bis zu einem gewissen Grade eingelenkt werden müsse, mit ebensoviel Insistenz vertreten. Das Bundeshaus wird von den drei Firmen ziemlich unverhüllt der Nachlässigkeit in der Wahrung ihrer Interessen geziehen. Herr Dr. Egli wiederum versucht, uns die Situation so darzustellen, dass jegliche Konzession als ein Verrat an den höchsten Gütern des Vaterlandes erscheinen würde. Wir haben somit die Auswahl zwischen verschiedenen Beurteilungen, die alle negativ sind und uns in keineswegs schmeichelhafter Beleuchtung zeigen. Ergänzend füge ich noch bei, dass der Vorort es bisher sorgfältig vermieden hat, Partei zu ergreifen. In einer solchen Lage kann uns nur das Beamtenethos der absoluten Sachlichkeit helfen. Dass wir dabei ohne Not ungeschickt operieren, gehört allerdings nicht zu unsern Amptspflichten. Ich habe daher für richtig gehalten, an der Sitzung vom 19. Januar, über die wir auch ausführlich berichteten, nicht endgültig Stellung zu beziehen. Höchste Priorität hat für uns ohnehin der Locacortenfall. Im übrigen war es mir nicht unrecht, dass in den letzten Wochen die Spannung erheblich gestiegen ist. Nur so wird der ganze Fragenkomplex meiner Auffassung nach schliesslich reif für eine vernünftige Lösung werden. Wir sind uns gewiss einig darüber, dass maximale Formeln nicht werden durchgesetzt werden können. Das neue schweizerische Instrument der Ersatzinspektion werden wir so teuer als irgend möglich verkaufen. Wo genau der Preis liegt, kann nur die Schlussverhandlung zeigen. Wie Euch bereits mitgeteilt, drängt die Industrie darauf, dass ich meinen bevorstehenden Aufenthalt in Washington dazu benutze, mich auch noch selbst mit den amerikanischen Behörden über die Angelegenheit zu unterhalten. Das Rennen nach dem Alibi hat m.a.W. kräftig eingesetzt. Mir selbst liegt namentlich daran, mich persönlich mit Dir an Ort und Stelle beraten zu können; unsere Verantwortung werden wir beide übernehmen. Leider trifft es sich so, dass ich mit der EWG über eine recht schwierige Frage in Unterhandlung bin, die mitten in den virulenten Milchkrieg, der gegenwärtig auch in der Schweiz tobt, eingreift, nämlich das Problem der Käseeinfuhr. Es mag Dir recht technisch erscheinen; in Wirklichkeit ist es ein hochpolitisches Problem, und auch hier wird mit wildem Gefuchtel nach dem "Schuldigen" gesucht. Die Märzsession der eidgenössischen Räte verspricht recht bewegt zu werden, und ich kann Bundesrat Schaffner während dieser Zeit unmöglich im Stich lassen. Der früheste Zeitpunkt für eine Amerikareise ist somit Anfang April. Aber einmal weiss ich nicht, ob dann die Gespräche mit der EWG bereits beendet sein werden, ob der Locacortenfall erledigt ist, und dann kommt ja auch bald Ostern. Es ist somit realistisch, wenn ich annehme, eher nach als vor Ostern in Washington sein zu können. Das von Dir zu vollbringende Kunststück würde somit darin bestehen, einerseits den Locacortenfall gesondert vom Hauptproblem zu regeln und anderseits die Amerikaner für die Fortführung der Verhandlungen auf April zu vertrösten. Es würde mich natürlich sehr interessieren, Deine Ansicht zu hören. Mit herzlichen Grüssen, auch an Sigi und besten Wünschen für gute Gesundheit verbleibe ich
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null
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Correspondence
61,926
No 1242. Délégation suisse à la Réunion au Sommet de la CSCE, les 9.7.1992 et 10.7.1992
38
La délégation suisse au sommet d'Helsinki comprend notamment le Conseiller fédéral Ogi. En amont, la Suisse a participé activement à l'élaboration du document d'Helsinki. Par ses propositions, la Suisse a principalement œuvré pour les domaines suivants: maintien de la paix, règlement pacifique des différends et forum de sécurité. Également: Proposition du DFAE du 19.6.1992 (annexe). Également: Co-rapport du DFTCE du 19.6.1992 (annexe).
French
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1992-07-01
1992-07-01
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KSZE-Folgetreffen von Helsinki (1992)
Friedenserhaltende Aktionen|KSZE und friedliche Streitbeilegung|Vertrauens- und sicherheitsbildende Massnahmen (VSBM)
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Bern|Deutschland|Europa|Frankreich|Helsinki|Nordamerika|Paris|Prag|Schweiz|Valletta|Vancouver|Wladiwostok
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Bundesrat|EDA/Generalsekretariat/Information|EDA/Staatssekretariat/Politische Direktion/Politische Abteilung III/Sektion OSZE, Sicherheitsfragen, PfP|EDI/Bundesamt für Umwelt|EFD/Eidgenössische Finanzverwaltung|EFD/Eidgenössisches Personalamt|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation|EMD/Gruppe für Generalstabsdienste/Stab der Gruppe für Generalstabsdienste/Abteilung Friedenspolitische Massnahmen|Europarat|EVD/Bundesamt für Aussenwirtschaft|EVED/Generalsekretariat/Presse- und Informationsdienst|Internationales Komitee vom Roten Kreuz|NATO|Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa|OSZE/Hoher Rat|OSZE/Ministerrat|UNO/Blauhelme|UNO/Umweltprogramm|Westeuropäische Union
Bundesrat
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Muralt Müller Hanna
Aeschimann Stefan|Delamuraz Jean-Pascal|Dürler Reto|Felber René|Grünigen Marianne von|Kubiš Ján|Kunz Raimund|Martin Georges|Meuwly Christian|Ogi Adolf|Schärli Josef|Sieber Ulrich|Uhl Othmar|Widmer Paul
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Riunione CSCE di Helsinki (1992)
Azioni di mantenimento della pace|CSCE e risoluzione pacifica dei conflitti|Misure miranti a rafforzare la fiducia e la sicurezza (CSBM)
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America del Nord|Berna|Europa|Francia|Germania|Helsinki|La Valletta|Parigi|Praga|Svizzera|Vancouver|Vladivostok
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Comitato internazionale della Croce Rossa|Consiglio d'Europa|Consiglio federale|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione politica/Divisione politica III/Sezione OSCE, Politica di sicurezza, PPP|DFAE/Segreteria generale/Informazione|DFEP/Ufficio federale dell'economia esterna|DFF/Amministrazione federale delle finanze|DFF/Ufficio federale del personale|DFI/Ufficio federale dell'ambiente|DFTCE/Segreteria generale/Segreteria e servizio stampa|Dipartimento federale degli affari esteri|Dipartimento federale dell'ambiente, dei trasporti, dell'energia e delle comunicazioni|DMF/Aggruppamento dello stato maggiore generale/Stato maggiore dell'aggruppamento dello stato maggiore generale/Divisione per le misure in materia di politica di pace|NATO|ONU/Caschi blu|ONU/Programma per l'ambiente|Organizzazione per la sicurezza e la cooperazione in Europa|OSCE/Consiglio dei ministri|OSCE/Consiglio superiore|Unione Europea Occidentale
Consiglio federale
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Muralt Müller Hanna
Aeschimann Stefan|Delamuraz Jean-Pascal|Dürler Reto|Felber René|Grünigen Marianne von|Kubiš Ján|Kunz Raymund|Martin Georges|MW null|Ogi Adolf|Schärli Sepp|Sieber Ulrich|Uhl Othmar|Widmer Paul
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Conférence-bilan de la CSCE à Helsinik (1992)
Actions de maintien de la paix|CSCE et règlement pacifique des différends|Mesures de confiance et de sécurité (MDCS)
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Allemagne|Amérique du Nord|Berne|Europe|France|Helsinki|La Valette|Paris|Prague|Suisse|Vancouver|Vladivostok
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Comité international de la Croix-Rouge|Conseil de l'Europe|Conseil fédéral|Département fédéral de l'environnement, des transports, de l'énergie et de la communication|Département fédéral des affaires étrangères|DFAE/Secrétariat d'État/Direction Politique/Division politique III/Section OSCE, Politique de sécurité, PPP|DFAE/Secrétariat général/Information|DFEP/Office fédéral des affaires économiques extérieures|DFF/Administration fédérale des finances|DFF/Office fédéral du personnel|DFI/Office fédéral de l’environnement|DFTCE/Secrétariat général/Service de presse et d'information|DMF/Groupement de l'état-major général/État-major du groupement de l'état-major général/Division des mesures en matière de politique de paix|ONU/Casques bleus|ONU/Programme pour l'environnement|Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe|OSCE/Conseil ministériel|OSCE/Conseil supérieur|OTAN|Union de l'Europe occidentale
Conseil fédéral
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Muralt Müller Hanna
Aeschimann Stefan|Delamuraz Jean-Pascal|Dürler Reto|Felber René|Grünigen Marianne von|Kubiš Ján|Kunz Raymund|Martin Georges|MW null|Ogi Adolf|Schärli Sepp|Sieber Ulrich|Uhl Othmar|Widmer Paul
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CSCE follow-up meeting in Helsinki (1992)
Actions for peacekeeping|Confidence and Security-Building Measures (CSBM)|CSCE and peaceful settlement of disputes
null
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Bern|Europe|France|Germany|Helsinki|La Valletta|North America|Paris|Prague|Switzerland|Vancouver|Vladivostok
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Council of Europe|FDEA/Federal Office of Foreign Economic Affairs|FDETEC/General Secretariat/Press and Information Service|FDF/Federal Finance Administration|FDF/Federal Personnel Office|FDFA/General Secretariat/Information|FDFA/State Secretariat/Directorate of Political Affairs/Political Division III/Section OSCE, Security Policy, PfP|FDHA/Federal Office for the Environment|Federal Department for Foreign Affairs|Federal Department of the Environment, Transport, Energy, and Communications|FMD/General Staff/Staff of the General Staff/Peace Policy Division|International Committee of the Red Cross|NATO|Organization for Security and Co-operation in Europe|OSCE/Ministerial Council|OSCE/Senior Council|Swiss Federal Council|UN/Blue Helmets|UN/Environment Programme|Western European Union
Swiss Federal Council
null
null
Muralt Müller Hanna
Aeschimann Stefan|Delamuraz Jean-Pascal|Dürler Reto|Felber René|Grünigen Marianne von|Kubiš Ján|Kunz Raymund|Martin Georges|MW null|Ogi Adolf|Schärli Sepp|Sieber Ulrich|Uhl Othmar|Widmer Paul
null
null
60,000
https://dodis.ch/61926
Bundesratsprotokoll
French, Bundesratsprotokoll
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61000-61999/dodis-61926.pdf
Délégation suisse à la Réunion au Sommet de la CSCE, les 9 et 10 juillet 1992 à Helsinki Vu la proposition du DFAE du 19 juin 1992 Vu les résultats de la procédure de co-rapport, il est décidé 1. La Suisse prend part à la Réunion au Sommet de la CSCE qui aura lieu à Helsinki les 9 et 10 juillet 1992. 2. La délégation suisse se compose des personnes suivantes: - M. Adolf Ogi, Vice-Président du Conseil fédéral - M. Stefan Aeschimann, collaborateur personnel de M. Ogi - M. Georges Martin, secrétaire diplomatique de M. Felber - M. Christian Meuwly, collaborateur diplomatique au service presse et information du DFAE - M. Ulrich Sieber, service de presse et information du DFTCE * * - Mme Marianne von Grünigen, Ambassadeur, chef de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki - M. Josef Schärli, brigadier, chef de la division des mesures en matière de politique de paix, DMF - M. Paul Widmer, chef du service CSCE - M. Raimund Kunz, membre de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki - M. Reto Dürler, membre de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki 3. L'indemnité journalière des délégués est fixée conformément aux instructions de l'Office fédéral du personnel du 4.9.1989. Les frais de voyage ainsi que les autres indemnités des délégués seront imputés au crédit "dédommagements" des offices dont ils relèvent. Selon le barème en vigueur au sein de la CSCE, la Suisse doit prendre en charge 2,08 \% des dépenses totales de la Réunion. Les frais de participation seront imputés au crédit 2013600.161 "CSCE" du DFAE. Pour extrait conforme: Aluvaler cluildes | Protokollauszug an: | | | | | | :--: | :--: | :--: | :--: | :--: | | $\sum$ ohne / $\quad$ mit Beilage | | | | | | 2.V. | 2.K. | Dep. | Anz. | Akten | | $X$ | | EDA | 10 | - | | | $X$ | EDI | 5 | - | | | | EJPD | | | | | $X$ | EMD | 5 | - | | | $X$ | EFD | 7 | - | | | $X$ | EVD | 5 | - | | | $X$ | EVED | 5 | - | | | | BK | | | | | $X$ | EFK | 9 | - | | | $X$ | Fin.Del. | 2 | - | # EIDGENÖSSISCHES DEPARTEMENT FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN ## DÉPARTEMENT FÉDÉRAL DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES DIPARTIMENTO FEDERALE DEGLI AFFARI ESTERI Berne, le 19 juin 1992 Au Conseil fédéral Délégation suisse à la Réunion au Sommet de la CSCE, les 9 et 10 juillet 1992 à Helsinki 1. Les chefs d'Etat ou de gouvernement de la CSCE ont convenu dans la Charte de Paris (1990) de se réunir à nouveau en 1992 à l'occasion de la Réunion organisée à Helsinki dans le cadre des Suites de la CSCE. A Prague, en janvier dernier, le Conseil de la CSCE, auquel appartiennent les ministres des affaires étrangères de tous les Etats participant à la CSCE, a proposé que cette Réunion au Sommet s'ouvre le 9 juillet 1992 pour une durée de deux jours. 2. Il s'agit de la première Réunion au Sommet institutionnalisée de la CSCE. Par la suite, des rencontres de ce type auront lieu à l'occasion de chaque réunion de suivi, soit en principe tous les deux ans. Ces rencontres poursuivent un double objectif, à la fois symbolique et pratique. Au plan symbolique d'abord, le Sommet d'Helsinki sera l'expression visible de la communauté de destin et de civilisation unissant les pays d'Amérique du Nord et d'Europe, de Vancouver à Vladivostok. Plus concrètement, le but est aussi de favoriser les consultations et autres échanges de vues entre les chefs d'Etat ou de gouvernement. Enfin, le Sommet devra également approuver formellement les textes élaborés durant la Réunion sur les Suites qui s'est ouverte le 24 mars dernier. Ceux-ci seront rassemblés dans un document final qui sera signé lors d'une cérémonie dans l'après-midi du 10 juillet. Comme les négociations se poursuivront vraisemblablement jusqu'à la veille du Sommet, on ne peut ci-dessous qu'esquisser la charpente du document final. Celui-ci devrait comprendre deux parties: une déclaration politique des Chefs d'Etat ou de Gouvernement et des décisions concernant les suites du processus de la CSCE. Ces décisions couvreront en gros quatre thèmes: a) Le développement institutionnel de la CSCE. Il est question ici en premier lieu d'accroître son efficacité dans la prévention des conflits et la gestion des crises en Europe. Notamment, une Troïka comprenant le Président en exercice du Comité de hauts fonctionnaires, son prédecesseur et son successeur, sera chargée d'assurer un meilleur suivi des actions entreprises par la CSCE. Parmi celles-ci, il faut relever que celles relatives à la gestion des crises et au maintien de la paix acquerront une importance croissante à l'avenir. b) Un mandat pour un nouveau forum de sécurité sera défini. Cette enceinte, ouverte à tous les Etats participants, succédera après le Sommet de Helsinki aux deux forums de négociations existants, à savoir celui sur les mesures de confiance et de sécurité (NMDCS) et celui sur les forces armées conventionnelles en Europe (NFCE). Jusqu'ici, la Suisse n'avait participé qu'aux NMDCS. c) Le document contiendra une partie sur la coopération économique et l'environnement. Une assez grande variété de thèmes seront traités dans ce chapitre, parmi lesquels le rôle du forum économique établi par le Conseil lors de sa réunion de Prague. D'autre part, certaines impulsions politiques seront données en matière d'environnement, par exemple en vue de prévenir les accidents écologiques. d) Enfin, au titre de la dimension humaine, le document d'Helsinki mettra l'exergue sur la mise en oeuvre des provisions en matière de droits de l'homme. Pour accroître la coopération dans ce domaine, il sera prévu d'organiser des réunions sur la mise en oeuvre ainsi que des séminaires traitant de divers sujets qui relèvent du régime de la dimension humaine. 3. La délégation suisse a participé activement à l'élaboration du document d'Helsinki. Par ses propositions, la Suisse a principalement oeuvré dans les domaines suivants: a) Maintien de la paix. La Suisse s'est fortement engagée dans l'élaboration d'un mécanisme permettant à la CSCE d'envoyer des missions d'observateurs civils et/ou militaires ainsi que des forces de maintien de la paix ("casques bleus") dans des zones de crise. Des troupes ne pourront être déployées que par consensus et qu'en cas d'accord entre les parties au conflit. Elles seront composées d'unités fournies par les Etats individuellement et pourront bénéficier du soutien d'institutions existantes telles que l'OTAN (Organisation du traité de l'Atlantique-Nord) ou l'UEO (Union de l'Europe occidentale). La décision de leur envoi et la conduite de l'opération seront de la compétence du Conseil, ou du Comité de hauts fonctionnaires agissant comme son agent. b) Règlement pacifique des différends. La Suisse, promotrice d'un système contraignant de règlement pacifique des différends dès les origines de la CSCE, s'est associée à un projet lancé par la France et l'Allemagne qui vise, sous forme d'une convention, à améliorer le ' mécanisme mis au point lors de la réunion d'experts de la CSCE de la Valette, en janvier 1991. c) Forum de sécurité. La délégation suisse a été active dans la définition d'un mandat pour de nouvelles négociations sur la maîtrise des armements, le désarmement et les mesures de confiance et de sécurité qui soit substantiel tout en tenant compte des spécificités des forces armées non actives, d'une part, et de l'état de préparation élevée des forces actives, d'autre part, ainsi que de notre système de milices. La Suisse s'est d'autre part engagée pour faire figurer la question de la non-prolifération en bonne place dans les priorités du forum de sécurité à venir. d) Dimension humaine. Dans ce domaine, la Suisse s'est occupée de renforcer la protection des minorités nationales, en proposant qu'une nouvelle norme soit introduite qui protège l'usage de la langue des minorités dans l'éducation, les médias et les divers aspects de la vie publique. D'autre part, la Suisse a suggéré que la CSCE assiste les Etats dans l'organisation de recensements nationaux. Elle a encore soutenu une proposition néerlandaise ayant pour objet l'établissement d'un haut-commissaire chargé des problèmes de minorités nationales. Dans un autre registre, la Suisse a proposé que la CSCE soutienne explicitement le droit humanitaire et fasse mention dans le document final de l'oeuvre accomplie par le Comité international de la Croix-Rouge. Enfin, mettant à profit sa péride de présidence du Conseil de l'Europe, la Suisse a cherché à améliorer la coopération entre les deux institutions. e) "Casques verts". La Suisse, ensemble avec l'Allemagne, a suggéré la création d'un mécanisme d'intervention en cas d'accident environnemental non nucléaire. Ce système s'appuierait entre autre sur le Centre pour l'assistance environnementale d'urgence créé récemment à Genève dans le cadre du Programme des Nations Unies pour l'environnement (PNUE). 4. Nous proposons que la délégation suisse soit composée de la manière suivante: - M. Adolf Ogi, Vice-Président du Conseil fédéral - M. Stefan Aeschimann, collaborateur personnel de M. Ogi - M. Georges Martin, secrétaire diplomatique de M. Felber - M. Christian Meuwly, collaborateur diplomatique au service presse et information du DFAE * * * - Mme Marianne von Grünigen, Ambassadeur, chef de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki - M. Josef Schärli, brigadier, chef de la division des mesures en matière de politique de paix, DMF - M. Paul Widmer, chef du service CSCE - M. Raimund Kunz, membre de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki - M. Reto Dürler, membre de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki L'Ambassadeur de Suisse à Helsinki, Monsieur Othmar Uhl, ainsi que ses collaborateurs, se joindront également à la délégation. 5. L'office fédéral des affaires économiques extérieures, la division des mesures en matière de politique de paix du DMF, l'office fédéral de l'environnement, des forêts et du paysage du DFI et l'administration fédérale des finances, tous consultés, sont d'accord avec cette proposition. Nous vous proposons donc d'accepter le projet de décision ci-joint. # DEPARTEMENT FEDERAL DES AFFAIRES ETRANGERES e.r. leleunuma Annexe: Programme préliminaire de la réunion des chefs d'Etat ou de gouvernement (Sommet d'Helsinki de la CSCE 1992) Délégation suisse à la Réunion au Sommet de la CSCE, les 9 et 10 juillet 1992 à Helsinki Vu la proposition du DFAE du 19 juin 1992 Vu les résultats de la procédure de co-rapport, il est # décidé 1. La Suisse prend part à la Réunion au Sommet de la CSCE qui aura lieu à Helsinki les 9 et 10 juillet 1992. 2. La délégation suisse se compose des personnes suivantes: - M. Adolf Ogi, Vice-Président du Conseil fédéral - M. Stefan Aeschimann, collaborateur personnel de M. Ogi - M. Georges Martin, secrétaire diplomatique de M. Felber - M. Christian Meuwly, collaborateur diplomatique au service presse et information du DFAE * * * - Mme Marianne von Grünigen, Ambassadeur, chef de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki - M. Josef Schärli, brigadier, chef de la division des mesures en matière de politique de paix, DMF - M. Paul Widmer, chef du service CSCE - M. Raimund Kunz, membre de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki - M. Reto Dürler, membre de la délégation suisse à la Réunion de suivi d'Helsinki 3. L'indemnité journalière des délégués est fixée conformément aux instructions de l'Office fédéral du personnel du 4.9.1989. Les frais de voyage ainsi que les autres indemnités des délégués seront imputés au crédit "dédommagements" des offices dont ils relèvent. Selon le barème en vigueur au sein de la CSCE, la Suisse doit prendre en charge 2,08 \% des dépenses totales de la Réunion. Les frais de participation seront imputés au crédit 2013600.161 "CSCE" du DFAE. Pour extrait conforme: PRELIMINARY PROGRAMME FOR THE MEETING OF THE HEADS OF STATE OR GOVERNMENT (CSCE BELSINKI SUMMIT 1992) | Thursday | | | --- | --- | | July 9th | FIRST PLENARY SESSION (Chairman: Finland) | | at 9.00 a.m. | - Official Opening of the Meeting - Address by the President of the Republic of Finland - Address by the Secretary General of the United Nations | | at 9.30 a.m. $-12.30$ p.m. | SECOND PLENARY SESSION (Chairman: Kazakhstan) - Addresses by fourteen Heads of State or Government | | at 1.00 p.m. | WORKING LUNCHEON hosted by the President of the Republic of Finland at the Helsinki Fair Center (opportunity for the exchange of views between the Heads of State or Government) - interpretation provided | | at 3.00 p.m. $-6.45$ p.m. | THIRD PLENARY SESSION (Chairman: Holy See) - Addresses by eighteen Heads of State or Government | | at 8.30 p.m. | - Dinner hosted by the President of the Republic of Finland at the Presidential Palace | | at 9.00 p.m. | - Reception hosted by the Government of Finland at Restaurant Kalastajatorppa | Friday July 10th at 9.00 a.m. FOURTH PLENARY SESSION (Chairman: Uzbekistan) - Addresses by nineteen Heads of State or Government at 1.30 p.m. FIFTH PLENARY SESSION (Chairman: Finland) - Signing Ceremony - Closing statement by the President of the Republic of Finland NOTE: 1. - Taking into account that the President of the Republic of Finland will address the meeting both in the beginning and at the end of the Summit Finland will not take the floor as the 18th Speaker on the list of Speakers. 2. - Taken that the schedule of the meeting is very tight the Executive Secretariat emphasizes that the statements should not exceed 10 minutes. 3. - Apart from the Sumit Programme a Signing Ceremony for those new particiapting States which have not yet signed the CSCE Final Act 1975 is scheduled for Wednesday July 8, at 3 p.m. (Finlandia Hall). EIDGENÖSSISCHES VERKEHRS- UND ENERGIEWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT DEPARTEMENT FEDERAL DES TRANSPORTS, DES COMMUNICATIONS ET DE L'ENERGIE DIPARTIMENTO FEDERALE DEI TRASPORTI, DELLE COMUNICAZIONI E DEE E ENERGIE DEPARTAMENT FEDERAL DA TRAFFIC ED ENERGIA 3003 Bern, 30. Juni 1992 An den Bundesrat Mitbericht zum Antrag des EDA vom 19. Juni 1992 # Délégation suisse à la Réunion au Sommet de la CSCE à Helsinki 1. Antrag: Ziffer 4 des Dispositives wird wie folgt ergänzt: - Hr. Ulrich Sieber, Presse- und Informationsdienst des EVED 2. Begründung Mit Blick auf die wachsenden Ansprüche der Medien erachten wir eine Begleitung des Anlasses durch Herrn Sieber als unerlässlich. EIDGENÖSSISCHES VERKEHRS- UND ENERGIEWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT
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GovDecisions
58,359
Rapport de fin de Mission (2)
53
Les relations cordiales entre la Suisse et la Côte d'Ivoire se fondent entre autre sur la présence industrielle suisse, la francophonie et la neutralité comme modèle politique. Toutefois la belle image que la Suisse a eue est un peu ternie par le fait qu'on voit la Suisse comme pas assez généreuse.
French
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1991-11-06
1991-11-06
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Elfenbeinküste (Allgemein)
700-Jahrfeier der Eidgenossenschaft (1991)|Elfenbeinküste (Politik)|Elfenbeinküste (Wirtschaft)|Frankophonie|Mischkredite Elfenbeinküste (1990-1991)
Abidjan
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Abidjan|Adiopodoumé|Bingerville|Elfenbeinküste|Frankreich|Genf
EDA/Generalsekretariat
Amicale suisse de Côte d'Ivoire|Ciba-Geigy|EDA/Staatssekretariat/Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit|Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne|F. Hoffmann-La Roche|Nestlé|Schweizer Zentrum für wissenschaftliche Forschung in der Elfenbeinküste|Schweizerische Botschaft in Abidjan
Schweizerische Botschaft in Abidjan
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Reverdin Jacques
Diabaté Henriette|Ekra Alain|Essy Amara|Houphouët-Boigny Félix|Kablan Duncan Daniel|N'Diaye Alassane Salif|Ouattara Alassane
Reverdin Jacques
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Costa d'Avorio (Generale)
700° anniversario della Confederazione (1991)|Costa d'Avorio (Economia)|Costa d'Avorio (Politica)|Francofonia|Mischkredite Elfenbeinküste (1990-1991)
Abidjan
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Abidjan|Adiopodoumé|Bingerville|Costa d'Avorio|Francia|Ginevra
DFAE/Segreteria generale
Ambasciata svizzera a Abidjan|Amicale suisse de Côte d'Ivoire|Centro svizzero di ricerca scientifica in Costa d'Avorio|Ciba-Geigy|DFAE/Segreteria di Stato/Direzione dello sviluppo e della cooperazione|F. Hoffmann-La Roche|Nestlé|Politecnico federale di Losanna
Ambasciata svizzera a Abidjan
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Reverdin Jacques
Diabaté Henriette|Ekra Alain|Essy Amara|Houphouët-Boigny Félix|Kablan Duncan Daniel|N'Diaye Alassane Salif|Ouattara Alassane
Reverdin Jacques
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Côte d'Ivoire (Général)
700ème anniversaire de la Confédération (1991)|Côte d'Ivoire (Economie)|Côte d'Ivoire (Politique)|Francophonie|Mischkredite Elfenbeinküste (1990-1991)
Abidjan
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Abidjan|Adiopodoumé|Bingerville|Côte d'Ivoire|France|Genève
DFAE/Secrétariat général
Ambassade de Suisse à Abidjan|Amicale suisse de Côte d'Ivoire|Centre suisse de recherches scientifiques en Côte d'Ivoire|Ciba-Geigy|DFAE/Secrétariat d'État/Direction du développement et de la coopération|École polytechnique fédérale de Lausanne|F. Hoffmann-La Roche|Nestlé
Ambassade de Suisse à Abidjan
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Reverdin Jacques
Diabaté Henriette|Ekra Alain|Essy Amara|Houphouët-Boigny Félix|Kablan Duncan Daniel|N'Diaye Alassane Salif|Ouattara Alassane
Reverdin Jacques
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Ivory Coast (General)
700th anniversary of the Confederation (1991)|Francophonie|Ivory Coast (Economy)|Ivory Coast (Politics)|Mischkredite Elfenbeinküste (1990-1991)
Abidjan
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Abidjan|Adiopodoumé|Bingerville|France|Geneva|Ivory Coast
FDFA/General Secretariat
Amicale suisse de Côte d'Ivoire|Ciba-Geigy|F. Hoffmann-La Roche|FDFA/Swiss Agency for Development and Cooperation|Nestlé|Swiss Centre for Scientific Research in the Ivory Coast|Swiss Embassy in Abidjan|Swiss Federal Institute of Technology in Lausanne
Swiss Embassy in Abidjan
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Reverdin Jacques
Diabaté Henriette|Ekra Alain|Essy Amara|Houphouët-Boigny Félix|Kablan Duncan Daniel|N'Diaye Alassane Salif|Ouattara Alassane
Reverdin Jacques
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55,000
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Schlussbericht
French, Schlussbericht, Reverdin Jacques
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AMBASSADE DE SUISSE REC. 380.0 RV/FD CONFIDENTIEL RAPPORT DE FIN DE MISSION (2) 1. RELATIONS AVEC LA SUISSE - Les relations très cordiales avec les Ivoiriens se fondent sur un certain nombre de facteurs : - présence industrielle suisse importante en Côte d'Ivoire (Nestlé, Ciba-Geigy, Hoffmann la Roche, diverses entreprises dans l'industrie du bois, de la construction et des plantations fruitières), - important trafic entre Abidjan et Genève (résidence secondaire du Président), prestige de l'horlogerie de luxe et des produits suisses, banques suisses, etc. - notable présence suisse dès l'origine de la colonisation française, - francophonie - neutralité, qui présente un modèle politique auquel aspire le Président qui passe toutefois facilement sous silence le traité de défense commune qui le lie à la France. - Le pays est fortement centralisé. Depuis l'ouverture démocratique et la présence d'une quarantaine de partis politiques, les critiques envers le Président, et surtout envers le gouvernement, se font de plus en plus vives. Le premier test démocratique, lors des élections présidentielles et législatives de 1989 s'est déroulé à peu près bien. Mais, depuis deux ans environ, le calme politique est toutefois menacé par la crise économique et sociale, la paupérisation des Ivoiriens et les nombreuses manifestations de rue. - Sur le plan politique les relations sont sans nuage, mais sans dynamisme aussi. La Côte d'Ivoire n'a guère qu'une politique africaine et un intérêt marqué pour ce qui se passe en France. La belle image que la Suisse a eue jusqu'à présent est un peu ternie par la fait que l'on nous reproche de n'être pas assez généreux dans nos actions de coopération. Pas d'argent, pas de Suisses, est une idée qui fait rapidement chemin dans la sphère gouvernementale et il en résulte en quelque sorte une "déception amoureuse". - Sur le plan économique, deux accords de consolidation des dettes ivoiriennes ont été signés durant mon séjour. Le premier d'entre eux l'a été à la suite de très laborieuses négociations. les échanges commerciaux sont relativement faibles et il y a peu de chances, compte tenu de la crise économique, pour qu'ils augmentent dans un proche avenir, ce d'autant que les importations directes de café et de cacao, principaux produits d'exportation de la Côte d'ivoire, se font rares (approvisionnement sur les marchés spot.) - L'absence d'aide bilatérale suisse au développement est relevée avec surprise et une incompréhension d'autant plus grande que les difficultés économiques sont plus importantes. Toutefois, à fin 1990, un crédit mixte de 35 mio de francs a pu être mis en place pour la réhabilitation de centrales hydroélectriques, après plus de huit ans d'efforts. - Sur le plan culturel, la Suisse a été relativement active : elle a organisé en 1990 une grande exposition de livres suisses et, pour le 700 ème anniversaire, plusieurs manifestations avec l'aide de la Confédération, mais surtout avec l'aide des hommes d'affaires suisses en Côte d'Ivoire stimulés par l'événement et par l'Ambassade. L'Ambassade distribue également un grand nombre de livres scolaires; ces actions sont discrètes mais efficaces, compte tenu de la pauvreté des bibliothèques scolaires. - Sur le plan médiatique, la télévision ivoirienne ainsi que la radio et la presse sont intéressées par la Suisse. Il n'est pas difficile, en cette année du 700ème, de faire parler de la Suisse dans les médias. Divers journalistes ivoiriens ont d'ailleurs été invités à séjourner dans notre pays. - Sur le plan scientifique une présence suisse est assurée dans la recherche par le biais du Centre Suisse de Recherche Scientifique d'Adiopodoumé. L'appui de l'EPFL à l'Ecole supérieure d'ingénieurs en électricité de Bingerville est significative, de même que l'appui de la DDA à des fonctionnaires des douanes et des PTT de l'Afrique francophone. # 2. COLONIE SUISSE La colonie suisse en Côte d'Ivoire est jeune, dynamique et financièrement généralement à l'aise. Pour la plupart, il s'agit d'hommes d'affaires, de divers professionnels de l'hôtellerie et des missionnaires. Le nombre de ces compatriotes ne varie pas beaucoup et se situe aux alentours de 400. Quelques mariages mixtes posent aux conjoints suisses des problèmes de niveau de vie. L'Ambassade a également le plaisir de voir de temps à autre quelques rares aventuriers. L'Amicale suisse, qui réunit environ $1 / 3$ de la colonie à Abidjan, est active et organise des réunions mensuelles consacrées à divers loisirs. Le ler août est organisé par cette Amicale, avec l'aide de l'Ambassade, et rassemble environ 150 personnes. Il existe un club d'hommes d'affaires suisses incluant également les représentants étrangers de firmes suisses. Ce club a été très dynamique lors de l'organisation des manifestations culturelles pour le 700 ème anniversaire : chaque grande maison suisse représentée à Abidjan a ainsi participé à raison de FS 5'000 chacun au financement requis pour marquer la présence de la Suisse en Côte d'Ivoire. ## 3. PERSONNES INTERRESANTES A CONTACTER - GOUVERNEMENT/MINISTERES - Premier Ministre - SEM. Alassane Drahmane OUATTARA Compétent, jouissant de la confiance des Occidentaux, ayant travaillé et fait ses études aux Etats-Unis. C'est un homme bienveillant à l'égard de notre pays et à qui il ne faut s'adresser que pour des affaires très importantes en vue de les débloquer. - Ministre des Affaires étrangères - SEM. Amara ESSY Il a vécu quatre années en Suisse comme représentant de son pays auprès de l'ONU à Genève. C'est un fin diplomate, très bienveillant vis-à-vis de la Suisse qu'il connaît bien, mais malheureusement dépassé par des problèmes de personnel au sein de son Ministère. - Ministre de la recherche scientifique et de l'Enseignement professionnel et technique - SEM. Alassane Salif N'DIAYE Homme courtois et très coopératif, notamment pour le Centre suisse de recherche scientifique d'Adiopodoumé. - Ministre délégué auprès du Premier Ministre, chargé de l'Economie, des finances, du commerce et du plan SEM. Daniel DUNCAN KABLAN C'est un homme compétent et qui a une manière de travailler, ce qui est rare, très occidentale. Il sait écouter, parle peu et, quand il le peut, agit dans le sens souhaité. - Ministre de la Santé et de la protection sociale SEM. Alain EKRA Cardiologue, bien disposé vis-à-vis de la Suisse. Je me suis adressé à lui à l'occasion d'une petite action de coopération dans le domaine de sa compétence. - Ministre de la Culture - SEMme Henriette DAGRI-DIABATE C'est une personne sans personnalité et entourée de conseillers trop influents qui ont des vues arrêtées sur ce qu'elle doit faire ou ne pas faire. Il n'a pas toujours été facile de l'associer au programme de nos manifestations culturelles pour 1991. # REMARQUES Lorsqu'on veut traiter d'une affaire efficacement, il faut s'adresser, dans les Ministères, aux Directeurs de Cabinets et non pas au Chefs de Cabinets dont le rôle est seulement de tenir l'agenda du Ministre. Dans toute la mesure du possible, on évitera de se faire entraîner par ce que j'appellerais des quémandeurs de toutes sortes qui passent leur temps à chercher de l'argent plutôt qu'à travailler. ## 3. CORPS DIPLOMATIQUE Parmi ceux qui resteront sur place après une vaste rotation au cours de l'été, les Européens sont généralement qualifiés, cultivés et aimables envers leur collègue suisse. Ceux que j'ai trouvé particulièrement sympathiques : l'Ambassadeur d'Italie, de Belgique, de Norvège, du Japon, d'Autriche et du Canada. L'Ambassadeur de France a une position un peu à part en Côte d'Ivoire. Il est très influent, très occupé, mais il a toujours été pour moi de bon conseil. Les représentants de l'Afrique noire sont ici sans dossier, ni responsabilité, mais ils sont capables de donner des interprétations dans l'esprit africain, ce qui est parfois intéressant. Leurs femmes, de même que les femmes des Ivoiriens, partagent fort peu la vie de leur mari; elles s'adonnent généralement à un commerce frénétique de toutes sortes de denrées et de produits de luxe, dès lors qu'elles possèdent un passeport diplomatique. L'Ambassadeur de Suisse ![img-0.jpeg](img-0.jpeg)
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Correspondence
42,856
PROTOKOLL DER SITZUNG VOM 11.1.1904 BETREFFEND DIE HANDELSVERTRAGSUNTERHANDLUNGEN MIT DEM DEUTSCHEN REICH UND ITALIEN
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Hinsichtlich des Vorgehens gegenüber Italien wird über Form und Inhalt des Begehrenaustausches und die Stellung des schweizerischen Gesandten bei den Vertragsunterhandlungen diskutiert. Erstes Traktandum: Unterhandlungen mit Deutschland. Thematische Zuordung Serie 1848–1945: II. BILATERALE BEZIEHUNGEN 10. Italien 10.2. Handelsvertragsverhandlungen
German
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1904-01-11
1904-01-11
5
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Italien (Wirtschaft)
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Antwerpen|Berlin|Frankfurt am Main|Mailand|Rom|Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik
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Avarna Giuseppe Herzog von Gualtieri|Bülow Alfred von|Comtesse Robert|Deucher Adolf|Eichmann Arnold|Forrer Ludwig|Frey Alfred|Koerner Paul Ernst von|Künzli Arnold|Laur Ernst|Pioda Giovanni Battista|Richthofen Oswald von|Roth Arnold|Ruchet Marc|Tittoni Tommaso
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Italia (Economia)
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JANUAR 1904 BETREFFEND DIE HANDELSVERTRAGSUNTERHANDLUNGEN MIT DEM DEUTSCHEN REICH UND ITALIEN<span id="fnref_3_4_2_2_3_4_3" style="display:inline-block" class="tei-note4"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_3_4_3">1</a></span></div> </h1> <div class="tei-opener tei-opener"> <div class="tei-dateline tei-dateline"> Bern, <span class="tei-date3 tei-date">11. Januar. 1904</span> </div> </div> <p class="tei-p tei-p">Der <span class="tei-emph tei-emph">Vorsitzende </span>beantragt, zuerst das Referat von Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> über die</p> <p class="tei-p tei-p">Besprechungen in <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a> a/M.<span id="fnref_3_4_2_2_9_4" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_9_4">2</a></span> entgegenzunehmen, sodann das weitere Vorgehen mit Deutschland und in letzter Linie das Vorgehen mit Italien zu besprechen. Er hat Hrn. Unterhändler Dr. <a href="https://dodis.ch/P3660" class="tei-persName" target="">Laur</a> zur heutigen Sitzung nicht eingeladen,</p> <p class="tei-p tei-p">weil die italienische Angelegenheit nur nebenbei zur Behandlung kommen wird.</p> <p class="tei-p tei-p">Er erteilt Hrn. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> das Wort.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Erstes Traktandum: Unterhandlungen mit Deutschland.</span> </p> <p class="tei-p tei-p">Hr. <span class="tei-emph tei-emph">Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> </span>referiert über die Veranlassung und den Verlauf der</p> <p class="tei-p tei-p"><a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Beratungen und geht dann zur Besprechung der von Hm. von</p> <p class="tei-p tei-p"><a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> für unsere Hauptausfuhrartikel gemachten Offerten im einzelnen über</p> <p class="tei-p tei-p">(siehe den beiligenden schriftlichen Bericht)<span id="fnref_3_4_2_2_23_2" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_23_2">3</a></span>. Was das weitere Vorgehen bei den</p> <p class="tei-p tei-p">Unterhandlungen anbetrifft, so hat der Referent auf die Anfrage des Hrn. von</p> <p class="tei-p tei-p"><a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a>, wie er sich dasselbe denke, geantwortet, dass die auf dem deutschen</p> <p class="tei-p tei-p">Tarif in Aussicht gestellten Konzessionen weit davon entfernt seien, unseren</p> <p class="tei-p tei-p">Erwartungen zu entsprechen und dass unter diesen Umständen die Schweiz nicht in eine zweite Lesung eintreten könne. Auf die Anfrage des Referenten, wie man sich dieses Vorgehen deutscherseits vorstelle, habe Hr. von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> erklärt,</p> <p class="tei-p tei-p">dass, nachdem die deutsche Regierung der Anregung des Bundesrates betreffend vertrauliche Besprechungen Folge gegeben habe, es Sache des Bundesrates sei,</p> <p class="tei-p tei-p">sich über das Resultat derselben zu äussern und dazu Stellung zu nehmen. Die deutsche Regierung werde eine bezügliche Anfrage an den Bundesrat gelangen lassen.</p> <p class="tei-p tei-p">Der <span class="tei-emph tei-emph">Vorsitzende </span>verdankt das Referat. Er erwähnt einen Besuch, den ihm der deutsche Gesandte kurz nach der <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Entrevue gemacht habe. Hr. von</p> <p class="tei-p tei-p"><a href="https://dodis.ch/P33407" class="tei-persName" target="">Bülow</a> habe dabei wiederholt erklärt, dass man in <a href="https://dodis.ch/G25" class="tei-placeName" target="">Berlin</a> grossen Wert darauf lege, mit uns bald zu einem Vertragsabschluss zu gelangen; speziell habe er zwei</p> <p class="tei-p tei-p">Punkte hervorgehoben. Bezüglich Zuchtvieh bestehe alle Geneigtheit, unserem</p> <p class="tei-p tei-p">Begehren zu entsprechen, hinsichtlich des Nutzviehes sei einige Aussicht vorhanden, dass man uns entgegenkommen werde. Beim Käse könne man vielleicht auf den Status quo gehen. Der Sprechende habe Hm. von <a href="https://dodis.ch/P33407" class="tei-persName" target="">Bülow</a> erklärt, dass das nicht genüge, dass wir mehr haben müssen. Hr. <a href="https://dodis.ch/P33470" class="tei-persName" target="">Deucher</a> verliest einen Bericht von Hrn. Minister <a href="https://dodis.ch/P27913" class="tei-persName" target="">Roth</a>, vom 9. Januar, und fügt dann bei, es müsse ein Irrtum sein, wenn Hr. von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> laut diesem Bericht gesagt habe, es pressiere mit der Fortsetzung der Unterhandlungen nicht, nachdem doch Hr. von <a href="https://dodis.ch/P33407" class="tei-persName" target="">Bülow</a> wiederholt erklärt habe, dass die deutsche Regierung auf baldigen Abschluss dringe<span id="fnref_3_4_2_2_43_12" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_43_12">4</a></span></p> <p class="tei-p tei-p">. Es werde heute über das weitere Vorgehen zu beschliessen sein, ob wir von uns aus vorgehen oder die von deutscher Seite in Aussicht gestellte Anfrage gewärtigen wollen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P33619" class="tei-persName" target="">Künzli</a>: </span>Die von Deutschland in <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a> gemachten Offerten haben sich bei der ersten Lesung erwarten lassen. Man kann sie aber erst beurteilen, wenn wir wissen, was Hr. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> den Deutschen offeriert hat. Es sollte die Delegation beauftragt werden, sich hierüber mit Hrn. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> zu besprechen und das weitere Vorgehen zu beraten.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a> </span>bemerkt, er habe, als er sah, dass die Deutschen zwei Vertreter nach <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a> schickten, gebeten, ebenfalls delegiert zu werden. Er hat die Überzeugung, dass Hr. von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> in einer grösseren Versammlung ebensoweit gegangen wäre als er in Praxi nun gegangen ist. Die Stellung des Hrn. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> sei eine sehr schwierige gewesen, weil wir von den Deutschen den Status quo wünschen und verlangen, dass sie von uns eine Verschlechterung des Status quo<span id="fnref_3_4_2_2_49_9" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_49_9">5</a></span> annehmen sollen. In Einzelbesprechungen ohne verbindlichen Charakter lasse sich nicht weitermachen. Es sei nun an uns, Deutschland zu erklären, was wir haben müssen, damit die Verhandlungen auf dem <span class="tei-emph tei-emph">ordentlichen </span>Wege weitergehen können. Hr. von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> habe gesagt, es pressiere ja nicht; Hr. <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a> glaubt, es sei dies so zu verstehen, dass man deutscherseits zunächst die Behandlung der Interpellation der konservativen Partei, betreffend Kündigung der jetzigen Handelsverträge, abwarten und uns bei diesem Anlass im Reichstag Furcht einflössen wolle. Er ersucht, auf einen allfälligen Wunsch Deutschlands, mit den vertraulichen Besprechungen fortzufahren, nicht einzutreten, sondern zu gewärtigen, was Deutschland schriftlich offeriere, und dann unsere Wünsche zu formulieren.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundespräsident <a href="https://dodis.ch/P28763" class="tei-persName" target="">Comtesse</a> </span>bemerkt, bei der Neujahrsgratulation habe Hr. von <a href="https://dodis.ch/P33407" class="tei-persName" target="">Bülow</a> erklärt, die Schwierigkeiten seien nicht zu gross, um zu einer Verständigung zu gelangen. Der Sprechende glaubt, wir werden da noch verschiedene Etappen zurückzulegen haben. Wenn die Deutschen nicht pressiert sind, so haben wir nicht nötig, es mehr als sie zu sein. Er ist auch der Ansicht, dass wir warten sollten, bis sie die Konzessionen formulieren, die sie uns machen wollen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a> </span>schliesst sich der Auffassung des Hrn. <a href="https://dodis.ch/P33619" class="tei-persName" target="">Künzli</a> an, dass man wissen sollte, was für Offerten von uns gemacht worden sind.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende </span>richtet an Hrn. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> die Frage, ob er bereit sei, hierüber zu referieren.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a>: </span>Wenn im Referat nicht auf die Einzelheiten über diese Seite der Besprechungen eingetreten worden ist, so hat das seinen Grund darin, dass die Positionen, auf die von Seiten Deutschlands Gewicht gelegt werden muss, ausserordentlich zahlreich sind. Wir haben an Deutschland nur etwa 200 Begehren gestellt, Deutschland an uns dagegen etwa 600 bis 700. Infolgedessen waren an Hrn. von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> über eine grosse Anzahl Positionen Eröffnungen zu machen. Es würde zuviel Zeit in Anspruch nehmen, darüber hier zu referieren. Es müssten dazu die nötigen Erklärungen über die gegenwärtigen und die neuen Zollansätze gegeben werden.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P33619" class="tei-persName" target="">Künzli</a> </span>beantragt, die <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Abmachungen<span id="fnref_3_4_2_2_59_5" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_59_5">6</a></span> zu vervielfältigen und den Mitgliedern der Kommission auszuteilen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a> </span>erachtet es als bedenklich, ein solches Protokoll zu vervielfältigen. Wenn man davon Einsicht nehmen kann, so wird dies genügen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende: </span>Man könnte im Sinne des ersten Antrages des Hrn. <a href="https://dodis.ch/P33619" class="tei-persName" target="">Künzli</a> die beiden Delegierten beauftragen, die Sache gemeinsam mit dem Chef der Handelsabteilung durchzunehmen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a>: </span>Wir könnten wenigstens den Ingress und den Schluss lesen. Was die Ansätze anbetrifft, so hat der Sprechende mit Hrn. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a> versucht, vor der Besprechung eine gewisse Grenze aufzustellen. Wir sind zum Teil, aber nur für wenige Artikel, auf den Status quo gegangen, zum Teil etwas unter denselben, wo es im Interesse der betreffenden Industrie liegt, diese Artikel billig einzuführen. Sonst sind wir überall über dem Status quo geblieben. Damit unsere Stellungnahme verstanden werden kann, wäre es absolut nötig, für jede einzelne Position die Motive anzugeben.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende </span>würde es vorziehen, dass die Herren Unterhändler die Sache mit Hrn. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> durcharbeiteten. Unabhängig davon würde man aber heute beschliessen, Deutschland nicht zu begrüssen, sondern zuzuwarten.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a>: </span>Was die laut dem Bericht des Hrn. Minister <a href="https://dodis.ch/P27913" class="tei-persName" target="">Roth</a> vom 9. Januar von Hrn. Staatssekretär von <a href="https://dodis.ch/P34271" class="tei-persName" target="">Richthofen</a> beabsichtigte Abkommandierung eines der jetzt in <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a> engagierten deutschen Kommissäre anbetrifft, so will der Sprechende ablehnen. Auf alle Fälle sollte man nicht nach <a href="https://dodis.ch/G840" class="tei-placeName" target="">Mailand</a> gehen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende: </span>Es besteht Einverständnis, dass man abwarten soll, was uns Deutschland proponiert, und ferner, dass die HH. Delegierten mit Hrn. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> die <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Abmachungen durchgehen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> </span>bemerkt, Deutschland müsse überhaupt die Initiative für eine zweite Lesung ergreifen. Wenn die Einladung an uns gelange, werde es an uns sein, zu erklären, in welchen Punkten wir mit den <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Eröffnungen nicht zufrieden seien. Anderseits werde auch Deutschland hinsichtlich derjenigen Positionen, für welche es die von uns in <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a> in Aussicht gestellten Konzessionen nicht als genügend erachte, seine Begehren formulieren. So komme es auf eine Art zweiten Austausches der Begehren hinaus. Wenn uns von Deutschland nicht mitgeteilt werde, dass Hr. von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> mit bestimmten Instruktionen versehen sei, so werde man auf Pourparlers nicht mehr eintreten können. Bezüglich der <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Besprechungen bemerkt Redner, er habe dabei nicht etwa die Meinung, dass das, was an schweizerischen und deutschen Konzessionen gegenübergestellt sei, als ausgetauscht zu betrachten sei. Es handle sich hier nur um schweizerische und deutsche Erklärungen unverbindlicher Natur, nicht um einen Austausch von Konzessionen wie bei den Delegationsunterhandlungen; Sache der beiden Regierungen sei es, zu denselben Stellung zu nehmen und dann sich über die Fortsetzung der Unterhandlungen in einer zweiten Lesung schlüssig zu machen. Verliest den Ingress und den Schluss des <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Protokolls.</p> <p class="tei-p tei-p"> <div class="tei-title3 tei-title-doc">Zweites Traktandum: Unterhandlungen mit Italien.</div> </p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende </span>geht, da mit Bezug auf die Unterhandlungen mit Deutschland momentan nichts mehr zu besprechen ist, zur Frage betreffend das Vorgehen hinsichtlich Italiens über. Er erwähnt einen Bericht des Hrn. Minister <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> vom 9. Januar<span id="fnref_3_4_2_2_77_5" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_77_5">7</a></span>, wonach letzterem vom italienischen Minister des Auswärtigen, Hrn. <a href="https://dodis.ch/P34343" class="tei-persName" target="">Tittoni</a>, bemerkt worden sei, wir möchten es nicht übelnehmen, dass die italienische Regierung nun zuerst mit Deutschland in Unterhandlungen eintrete. Der Sprechende weist dann darauf hin, dass Italien zuerst Schwierigkeiten gemacht habe, die Begehren, wie es zwischen uns und Deutschland geschehen, gegenseitig auszutauschen. Hinterher sei es dann darauf eingetreten, behalte sich aber vor, nachträglich noch neue, höhere Begehren zu stellen, je nach der Tragweite unserer Forderungen. Wir haben eine Note an Italien beantragt, worin wir sagen wollten, dass wir ein solches Vorgehen nicht acceptieren können. Hr. <a href="https://dodis.ch/P33470" class="tei-persName" target="">Deucher</a> verliest den vom 7. Januar datierten Antrag des Departements an den Bundesrat<span id="fnref_3_4_2_2_77_11" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_77_11">8</a></span>. Gegenüber Deutschland haben wir immer vom Austausch der gegenseitigen Begehren gesprochen, ohne irgendwelchen Vorbehalt.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a> </span>hat Bedenken, dass wir Italien zumuten können, seine Begehren jetzt endgültig zu stellen. Die Natur einer Vertragsunterhandlung bedinge, dass man noch im letzten Augenblick Begehren aufstellen könne; schliesslich müsse man doch in einem Vertrag über alles einverstanden sein. Unsere Prätention scheine ihm völkerrechtlich unzulässig. Der Sprechende ist sicher, dass man auch nach deutscher Auffassung noch Begehren in jedem Stadium der Unterhandlungen stellen kann. Der Charakter eines Vertrages lasse es nicht zu, dass eine derartige Ausschliessung stattfinde.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende </span>konstatiert, dass dies bereits geschehen sei in der Note vom 1. Dezember<span id="fnref_3_4_2_2_81_3" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_81_3">9</a></span>.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a>: </span>Dann müssen wir einfach sagen, wir verzichten auf den Schriftenwechsel. Wir wollen jetzt die Italiener anfangen lassen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P33619" class="tei-persName" target="">Künzli</a> </span>stellt fest, dass die Deutschen auch noch nachträgliche Begehren gestellt haben, und zwar für Vieh und für Weichkäse, etwa bei 5 oder 6 Positionen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a> </span>ist auch der Ansicht, es sollte in jedem Stadium gestattet sein, neue Forderungen anzumelden. Die Note vom 1. Dezember habe nicht den Sinn, Italien förmlich zu verbieten, neue Begehren zu stellen. Die Italiener haben gesagt, wir verlangen den Status quo, aber wenn dann Euere Forderungen kommen, behalten wir uns vor, einen neuen Block von Begehren aufzustellen. Hr. <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a> findet, nachdem einmal dieser Schriftenwechsel eingeführt worden sei und sich als sehr praktisch erwiesen habe, so liege darin keine Unhöflichkeit, wenn wir den Italienern sagen, sie möchten uns mit einem solchen Vorgehen verschonen. Italien wolle die Verhandlungen verschleppen und dann schliesslich die Schuld der Verschleppung auf uns wälzen. Es wolle eine Verlängerung des bisherigen Vertrages. Was Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a> sage, möge vom juristischen Standpunkt aus richtig sein, aber praktisch laufe es doch auf eine Verschleppung hinaus.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundespräsident <a href="https://dodis.ch/P28763" class="tei-persName" target="">Comtesse</a>: </span>Wir können die Note verschieben und die italienischen Begehren gewärtigen. Wir können den Italienern unsere Auffassung nicht aufdrängen. Das einfachste wäre, wenn wir sagten, wir behalten uns auch noch spätere Begehren vor; das würde aber die Verhandlungen nicht erleichtern. Man sollte der Note nicht den imperativen Charakter geben. Wir sollten Italien vorschlagen, dieses Procedere anzunehmen und dann seine Begehren abwarten. Wir können darauf verzichten, diese Recharge zu schicken. Was wir vermeiden müssen, ist, dass Italien uns sagt, wir wollen ihm ein Vorgehen auf drängen, das es nicht annehmen könne.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Dr. <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a>: </span>Bei der Eröffnung von Vertragsunterhandlungen kann man auf verschiedene Art verfahren. Bis jetzt war es der Brauch, dass die Unterhändler ihre Instruktionen beim Beginn der Unterhandlungen austauschten. Die Eröffnung der Begehren erfolgte gleichzeitig. Man verlor dann immer einige Wochen Zeit, bis man die Begehren des ändern Teils geprüft hatte. Nun haben wir Deutschland vorgeschlagen, dass man die Begehren vorher schriftlich und gleichzeitig austausche, nicht in der Meinung, dass man jedem Teil Gelegenheit geben wolle, von seinen Begehren wegzunehmen oder hinzuzutun, was ihm beliebe. So ist auch Deutschland gegenüber <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a> vorgegangen. Es hat natürlich nicht den Sinn, dass nicht nachträglich noch Begehren gestellt werden. Aber so wie Italien jetzt vorgehen will, wird der Zweck des Austausches vollständig verfehlt. Unsere Unterhändler müssten dann in <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a> warten, bis sie neue Instruktionen betreffend die nachträglichen italienischen Begehren erhalten hätten. Es ist allerdings richtig, dass in der Note etwas zu bestimmt gesagt wird, dass es die Totalität der Forderungen sein müsse. Man könnte die Sache etwas mildern. Wenn aber Italien nicht will, so sollte man auf den Austausch verzichten und auf die bisherige Art vorgehen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundespräsident <a href="https://dodis.ch/P28763" class="tei-persName" target="">Comtesse</a> </span>verliest die Note des italienischen Ministers des Auswärtigen<span id="fnref_3_4_2_2_93_3" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_93_3">10</a></span>, worin gesagt wird, die italienische Regierung werde demnächst in der Lage sein, uns ihre Begehren betreffend die italienische Einfuhr in die Schweiz in Form eines Tableau zu übermitteln.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a>: </span>Ein Teil muss den Anfang machen. Wir haben gekündet, jetzt müssen wir auch sagen, was wir wollen. Ob ein Teil der Begehren des ändern etwas früher kenne oder nicht, ist gleichgültig. Die Hauptsache ist, dass wir zu einem Vertrag kommen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundespräsident <a href="https://dodis.ch/P28763" class="tei-persName" target="">Comtesse</a>: </span>Wir müssen von unserm Standpunkt nicht abgehen, sondern nur eine etwas andere Form wählen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a>: </span>In diesem Fall schiene es mir richtiger, dass wir auf alles zurückkommen. Wir sollten einfach gar nicht auswechseln.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende: </span>Das wäre das frühere Verfahren.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a>: </span>Was profitieren wir denn dabei?</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a>: </span>Dass die Italiener nichts verschleppen können. Es geht dann Zug um Zug in <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a>. Man sollte der Regierung deutlich nahelegen, dass sie alles beim ersten Anlass anmelde, was sie verlangen wolle. Die Fassung des vorgelegten Notenentwurfes scheint auch für uns etwas verfänglich; wir binden uns ja auch.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende: </span>Man muss das in einer Form schreiben, dass es nicht verletzt.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a>: </span>Wenn der Bundesrat die italienischen Begehren kennt, so kann er seine Unterhändler schon hier instruieren, und zwar auch mit Bezug auf den schweizerischen Tarif.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundespräsident <a href="https://dodis.ch/P28763" class="tei-persName" target="">Comtesse</a>: </span>Man kann den Italienern auch sagen, dass dieses Vorgehen schon von uns gegenüber Deutschland und von Deutschland gegenüber <a href="https://dodis.ch/G10073" class="tei-placeName" target="">Russland</a> eingeschlagen worden sei.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a> </span>verliest zwei Schreiben des Handelsdepartements an Hrn. <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> vom 16. und 18. Dezember und einen Bericht des letztem vom 21. gleichen Monats. Hr. <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a> hat dem italienischen Minister, Hrn. <a href="https://dodis.ch/P33911" class="tei-persName" target="">Avarna</a>, gesagt, es müsse entweder hier oder in <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a> ausgewechselt werden. Wir haben erklärt, wie wir den Schriftenwechsel verstehen. Die Italiener wissen es. Hinsichtlich der Stellung des Hrn. <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> bemerkt er, es sei besser, wenn derselbe sich an den Unterhandlungen nicht aktiv beteilige, besonders auch im Interesse seiner allgemeinen und nachherigen Position. Er könne unsere Delegierten einführen und etwa noch bei den Beratungen über den Text gegenwärtig sein, nicht aber bei den Tarifverhandlungen mitwirken.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a> </span>fände es etwas misslich, wenn Hr. <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> unsere Forderungen in der Hand hätte. Man habe in <a href="https://dodis.ch/G25" class="tei-placeName" target="">Berlin</a> oft <span class="tei-emph tei-emph">über </span>dem Ansatz der Instruktion bleiben müssen. Wenn dann Hr. <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> in einem analogen Fall etwa dazu käme, die Rolle eines Vermittlers spielen zu wollen, so könnte er die Stellung der Unterhändler präjudizieren.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P33619" class="tei-persName" target="">Künzli</a>: </span>Hr. Minister <a href="https://dodis.ch/P27913" class="tei-persName" target="">Roth</a> hat sich in die Tariffragen gar nie eingemischt.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Der Vorsitzende: </span>Man müsste sich Hrn. <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> gegenüber auf das Verhalten von Hrn. Minister <a href="https://dodis.ch/P27913" class="tei-persName" target="">Roth</a> berufen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundespräsident <a href="https://dodis.ch/P28763" class="tei-persName" target="">Comtesse</a>: </span>Warum sollte Hr. <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> den Sitzungen nicht beiwohnen? Man kann ihm ja zu verstehen geben, dass er den Tarifverhandlungen nicht beizuwohnen brauche. Es wäre sonst eine «Capitis deminutio» für ihn. Wenn er nachher unmöglich wird, so ist das ein Risiko, das alle Diplomaten treffen kann.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a>: </span>Wir hatten gewünscht, dass Hr. <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> überhaupt nicht Delegierter werden solle. Dann wäre er gänzlich ausserhalb der Situation geblieben. Nachdem er nun Mitglied ist, und zwar erstes Mitglied, kann man ihm keinen Maulkorb anlegen.</p> <p class="tei-p tei-p"><span class="tei-emph tei-emph">Hr. Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a>: </span>Hr. <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> bleibt in vollem Masse Unterhändler, und zwar der erste. Er sagte dem Sprechenden, er wolle bei den Unterhandlungen zugegen sein; wenn man denn etwas scharf aufeinandergerate, so könnte er vermittelnd eingreifen. Davon kann natürlich nicht die Rede sein. Wir legen ihm nahe, bei den technischen Fragen die HH. Unterhändler machen zu lassen; er müsse mit denselben immer einig gehen<span id="fnref_3_4_2_2_125_5" style="display:inline-block" class="tei-note2 tei-note"><a class="note" rel="footnote" href="#fn_3_4_2_2_125_5">11</a></span>.</p> </div> <div class="footnotes"> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_3_4_3"> <dt class="fn-number">1</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 13 (B)/165</span>. Teilnehmer: Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P33470" class="tei-persName" target="">Deucher</a> (Handelsdépartement, Vorsitz), Bundespräsident <a href="https://dodis.ch/P28763" class="tei-persName" target="">Comtesse</a> (Politisches Departement), Vizepräsident <a href="https://dodis.ch/P34791" class="tei-persName" target="">Ruchet</a> (Finanz- und Zolldepartement), Bundesrat <a href="https://dodis.ch/P22605" class="tei-persName" target="">Forrer</a> (Vorsteher des Handelsdepartementes pro 1903), Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P33619" class="tei-persName" target="">Künzli</a>, Nationalrat <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">Frey</a>, <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> (Chef der Handelsabteilung).<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_3_4_3">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_9_4"> <dt class="fn-number">2</dt> <dd class="fn-content">Die <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Besprechungen zwischen <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">A. Eichmann</a> und Geheimrat von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> fanden vom 11. bis zum 20. Dezember 1903 statt.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_9_4">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_23_2"> <dt class="fn-number">3</dt> <dd class="fn-content">Nicht ermittelt.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_23_2">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_43_12"> <dt class="fn-number">4</dt> <dd class="fn-content">Die entsprechende Stelle im Bericht <a href="https://dodis.ch/P27913" class="tei-persName" target="">Roth</a>s an <a href="https://dodis.ch/P33470" class="tei-persName" target="">Deucher</a> vom 9. Januar 1904 lautet: <span class="tei-add1 tei-add-edition">[...] </span><span class="tei-orig tei-orig">Überrascht hat mich die Bemerkung des Herrn von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a>, er finde, mit Herrn <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a>, es liege im Interesse des Zustandekommens einer Verständigung zwischen uns und Deutschland,</span> dass man nicht pressiere, <span class="tei-orig tei-orig">womit ich ja vollkommen einverstanden bin; nur war ich erstaunt, dies aus dem Munde des H. von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a> zu vernehmen, der bis vor kurzem immer die Dringlichkeit des Zustandekommens der neuen Abmachung vertreten hat. In dieser Beziehung urteilt <a href="https://dodis.ch/P37981" class="tei-persName" target="">Freiherr von</a> <a href="https://dodis.ch/P34271" class="tei-persName" target="">Richthofen</a> anders. Er sprach sich gestern erneuert dahin aus, wir müssen notwendig darauf bedacht sein, recht bald ans Ziel zu kommen. Er beabsichtige denn auch, noch in diesem Monate einen der jetzt in <a href="https://dodis.ch/G361" class="tei-placeName" target="">Rom</a> engagierten deutschen Unterhändler abzudelegieren, um entweder in Bern, oder vielleicht auch etwa in <a href="https://dodis.ch/G840" class="tei-placeName" target="">Mailand</a> wieder mit einem Vertrauensmanne von uns weiter zu verhandeln.</span> <span class="tei-add1 tei-add-edition">[...] </span><span class="tei-orig tei-orig">(<span class="tei-idno tei-idno">E 13 (B)/161</span>).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_43_12">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_49_9"> <dt class="fn-number">5</dt> <dd class="fn-content">Der Status quo beruhte auf dem Handels- und Zollvertrag zwischen der Schweiz und dem Deutschen Reich vom 10. Dezember 1891 <span class="tei-orig tei-orig">(AS 1890-1893, NF 12, S. 505 ff.).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_49_9">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_59_5"> <dt class="fn-number">6</dt> <dd class="fn-content">Schlussprotokoll der <a href="https://dodis.ch/G386" class="tei-placeName" target="">Frankfurt</a>er Besprechungen zwischen <a href="https://dodis.ch/P5650" class="tei-persName" target="">Eichmann</a> und von <a href="https://dodis.ch/P34128" class="tei-persName" target="">Koerner</a>, <span class="tei-orig tei-orig">22.</span> Dezember 1903 <span class="tei-orig tei-orig">(<span class="tei-idno tei-idno">E 13</span> (BJ/161).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_59_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_77_5"> <dt class="fn-number">7</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-idno tei-idno">E 13 (B)/222</span>.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_77_5">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_77_11"> <dt class="fn-number">8</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 13 (B)/222</span>.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_77_11">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_81_3"> <dt class="fn-number">9</dt> <dd class="fn-content">Zur vorbereitenden Phase der Verhandlungen mit Italien vgl. Bd. IV.<a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_81_3">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_93_3"> <dt class="fn-number">10</dt> <dd class="fn-content"><span class="tei-orig tei-orig"><span class="tei-idno tei-idno">E 13 (B)/222</span>.</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_93_3">↩</a></dd> </dl> <dl class="footnote" id="fn_3_4_2_2_125_5"> <dt class="fn-number">11</dt> <dd class="fn-content">Protokoll der Sitzung des Bundesrates vom 23. Februar 1904: <span class="tei-orig tei-orig">Der Bundesrat hat am 9. Dezember 1903 als schweizerische Spezialdelegierte für die Handelsvertragsunterhandlungen mit Italien definitiv die Herren Minister</span> <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a>, <span class="tei-orig tei-orig">Nationalrat</span> <a href="https://dodis.ch/P33619" class="tei-persName" target="">A. Künzli</a>, <span class="tei-orig tei-orig">Nationalrat</span> <a href="https://dodis.ch/P17395" class="tei-persName" target="">A. Frey</a> <span class="tei-orig tei-orig">und</span> Dr. <a href="https://dodis.ch/P3660" class="tei-persName" target="">Laur</a> <span class="tei-orig tei-orig">bezeichnet.</span> Ferner enthält das Protokoll den Passus: <span class="tei-orig tei-orig">Was Herrn Minister <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> betrifft, so ist nach den im Bundesrate erwogenen Gründen und nach der vom Chef des Handelsdepartements mit dem Genannten gepflogenen Rücksprache, dessen Mitwirkung an den</span> eigentlichen <span class="tei-orig tei-orig">Vertragsunterhandlungen als nicht wünschbar zu betrachten. Es wird</span> beschlossen: <span class="tei-orig tei-orig">l.Herr <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> sei vom Handelsdepartement zu beauftragen, der italienischen Regierung die Zusammensetzung der schweizerischen Delegation zu notifizieren, die Delegierten einzuführen und vorzustellen, sowie als erstgewählter Delegierter an sämtlichen Beratungen der Unterhändler unter sich und mit den italienischen Behörden und Unterhändlern teilzunehmen. Dabei wird es jedoch Herrn <a href="https://dodis.ch/P16325" class="tei-persName" target="">Pioda</a> freigestellt, nach seinem Ermessen sich von den Verhandlungen rein technischer Natur, über die Ansätze des Vertragstarifs, oder von einzelnen dieser Verhandlungen zu dispensieren, wie es in den Verhandlungen des vergangenen Herbstes mit der Zustimmung des Handelsdepartements seitens des Herrn Minister <a href="https://dodis.ch/P27913" class="tei-persName" target="">Roth</a> gehalten worden ist. Es ist aber Gewicht darauf zu legen, dass die schweizerischen vier Unterhändler nach aussen stets einig auftreten.</span> <span class="tei-add1 tei-add-edition">[...] </span><span class="tei-orig tei-orig">(<span class="tei-idno tei-idno">E 1004 1/216</span>).</span><a class="fn-back" href="#fnref_3_4_2_2_125_5">↩</a></dd> </dl> </div> </div> </div><!-- docEnd --> </body> </html>
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Protocols
51,226
Discours de M. le Conseiller fédéral Pierre Graber, Vice-Président du Conseil fédéral, Chef du Département politique
14
Le Conseiller fédéral souligne l’importance des travaux préparatoires au niveau des experts, le rôle importante joué par la Suisse dans le domaine du droit international humanitaire ainsi que la nécessité d’évolution de ce domaine du droit face aux méthodes et moyens de combat.
French
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1974-02-20
1974-02-20
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Konferenzen für die Entwicklung des humanitäres Völkerrecht (1971–1977)
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Genf|Niederlande|Solferino
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Bundesrat|Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten|Internationales Komitee vom Roten Kreuz|UNO
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Dunant Henri|Moynier Gustave|Rousseau Jean-Jacques
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Conferenze per lo sviluppo del diritto internazionale umanitario (1971–1977)
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Ginevra|Paesi Bassi
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Comitato internazionale della Croce Rossa|Consiglio federale|Dipartimento federale degli affari esteri|ONU
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Conférences pour le développement du droit international humanitaire (1971–1977)
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Genève|Pays-Bas
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Comité international de la Croix-Rouge|Conseil fédéral|Département fédéral des affaires étrangères|ONU
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Conferences for the development of the international humanitarian law (1971–1977)
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Geneva|Netherlands (the)
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Federal Department for Foreign Affairs|International Committee of the Red Cross|Swiss Federal Council|UNO
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Dunant Henri|Moynier Gustave|Rousseau Jean-Jacques
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Rede
French, Graber Pierre, Rede
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# CONFERENCE DIPLOMATIQUE DISTR. GENERALE sur la réaffirmation et le développement dut droit international humanitaire applicable dans les conflits armés ## DIPLOMATIC CONFERENCE on the reaffirmation and development of international humanitarian law applicable in armed conflicts CONFERENCIA DIPLOMATICA sobre la realinm-ción y el desarrollo del derecho internacional humanitario aplicable en los conflictos armados - Genève, 20 fóvrier - 29 mars 1974 ## Discours de M. le Conseiller fédéral Pierre Graber, Vice-Président du Conseil fédéral, Chef du Département politique Pour la sixième fois depuis un siècle, la Suisse et Genève ont le privilège d'accueillir une Conférence diplomatique dont la tâche est d'atténuer les souffrances des victimes de la guerre. Cette préoccupation est aujourd'hui si largement partagée que jamais l'on n'a vu pareille affluence. 117 Etats et 35 organisations internationales, gouvernementales et non gouvernementales, qui ont bien voulu accepter l'invitation du Conseil fédéral, sont en effet représentés par des délégués ou des observateurs. Au nom des Autorités et du peuple suisses, je souhaite à tous la plus cordiale bienvenue. J'ai aussi l'agréable devoir de saluer la présence dans cette salle : Votre présence, comme celle aussi de nombreuses autres personnalités qui honorent cette cérémonie inaugurale, témoigne éloquemment de l'intérêt que suscite de tous côtés la convocation de cette conférence et le sujet de ses travaux. Un genevois illustre, Jean-Jacques ROUSSEAU, qui a scrit des pages admirables sur le droit de la guerre, notait que "la guerre n'est point une relation d'homme à homme, mais une relation d'Etat à Etat ... On a le droit, disait-il, d'en tuer les défenseurs tant qu'ils ont les armes à la main mais sitôt qu'ils les posent et se rendent, ils cessent d'être ennemis ou instrument de l'ennemi, ils redeviennent simplement homme et l'on n'a plus de droit sur leur vie". Bien des choses ont changé depuis le XVIIIème siècle. Bien souvent, les guerres n'ont pas été des relations d'Etat à Etat; les civils, jadis ménagés, sont désormais dans le même péril que les militaires. Une seule chose demeure : l'homme, simplement l'homme, qu'il s'agit de protéger contre sa propre folie. C'est lui qui nous apostrophe, qui fait appel au législateur que nous sommes. Ne le décevons pas. L'ouverture de cette conférence marque l'aboutissement des travaux préparatoires approfondis que le Comité international de la Croix-Rouge a accomplis, des années durant, avec la fructueuse collaboration des experts gouvernementaux et non gouvernementaux de nombreux pays et celle aussi de plusieurs institutions internationales, parmi lesquelles je me plais à citer l'Organisation des Nations Unies. Les fruits de ces travaux préparatoires, ce sont les deux Frojets de Protocoles additionnels aux Conventions de Genève du 12 août 1949 sur la protection des victimes de la guerre, qui serviront de base à vos délibérations. Je tiens à rendre ici l'hommage que méritent les artisans de ces textes : le CICR et tous ceux qui, par leur science du droit ou par leur connaissance des formes si diverses que peuvent prendre les conflits armés, ont permis de mener à chef ce travail considérable et minutieux sans lequel il n'est pas de conférence diplomatique possible. C'est avec une vive satisfaction que le Conseil fédéral a pris acte de l'heureuse conclusion des travaux préparatoires, qui l'a déterminé à convoquer cette conférence de plénipotentiaires à laquelle il a invité tous les Etats parties aux Conventions de Genève et tous les Etats membres de l'Organisation des Nations Unies. Le Gouvernement suisse prolonge ainsi une longue traáition puisqu'il a eu l'honneur d'être à l'origine de toutes les conférences diplomatiques qui ont donné le jour aux Conventions de Genève. Mon pays considère comme un très grand privilège d'avoir pu contribuer de la sorte au développement de cette branche si importante du droit des gens. C'est également l'occasion pour lui de manifester concrètement le soutien constant qu'il entend apporter à l'oeuvre de la Croix-Rouge. Pour cette même raison, le Conseil fédéral est prêt, si cela devait s'avérer opportun, à convoquer une seconde session de cette conférence à la même époque, l'an prochain. Le droit international humanitaire a parcouru un très long chemin depuis le jour du 22 août 1864 où les plénipotentiaires de treize Etats, réunis dans cette même ville de Genève, ont adopté, presque sans changement, les dix articles de la Première Convention pour l'amélioration du sort des militaires blessés dans les armées en campagne, préparée par Henry Dunant et Gustave Moynier. D'étape en étape, le droit a ensuite étendu sa protection à de nouvelles catégories de victimes de la guerre : les naufragés, les prisonniers de guerre, les habitants des zones occupées, les internés civils. Tel est maintenant le champ d'application des quatre Conventions de Genève du 12 août 1949 auxquelles la presque totalité des Etats sont aujourd'hui Parties. Oui, l'écho de l'appel angoissé lancé par Dunant sur le champ de bataille de Solférino n'a cessé de s'amplifier. La voix de ce visionnaire obstiné porte maintenant jusqu'aux extrémités du monde. Gagnés à l'initiative d'une poignée d'hommes soulevés par la conviction de servir la cause de l'humanité, les Etats ont entrepris de codifier toujours davantage le droit applicable dans les conflits armés, droit auquel le nom des Pays-Bas est si étroitement attaché CODH/7 page 4 Cette oeuvre d'un siècle fait honneur à la communauté internationale entière et témoigne d'une prise de conscience toujours plus aiguë de la nécessité de mieux protéger la personne humaine. Mais ce labeur, hélas! est toujours inachevé, tant il est vrai que le renforcement réalisé dans la protection juridique accordee aux victimes des conflits armés ne fait que répondre à l'extension du champ de la souffrance qu'engendrent le déchaînement toujours renouvelé de la violence et le perfectionnement incessant des armements. La comparaison de certains articles des Conventions de 1864 et de 1949 est, à cet égard, tristement révelatrice. Cette constatation nous rappelle également le caractère indispensable et complémentaire des efforts qui se poursuivent dans d'autres enceintes pour résoudre pacifiquement les conflits et trouver des solutions aux problèmes complexes du désarmement. Les quatre Conventions de 1949 gardent aujourd'hui toute leur valeur. C'est pourquoi on ne saurait assez réaffirmer les règles qu'elles énoncent ni trop insister sur la nécessité de les respecter intégralement. Mais l'évolution des méthodes et des moyens de combat, les expériences faites pendant les guerres internationales et non internationales qui se sont succédées sans répit durant ce dernier quart de siècle, ont révélé de nouvelles détresses et, partant, l'urgente, l'impérieuse nécessité de développer le droit en vigueur et d'ajouter aux Conventions de Genève existantes des dispositions additionnelles. On a parfois dit des Conventions de Genève adoptées jusqu'à présent qu'elles ont été élaborées par un cercle relativement restreint d'Etats, essentiellement européens, encore que leur portée ait été d'emblée universelle. La communauté internationale était telle, à l'époque, qu'il ne pouvait en aller autrement. Tous les continents du globe sont aujourd'hui représentés. Nous devons nous féliciter de cette évolution qui permettra au droit humanitaire de s'édifier sur d'aussi larges bases. Par les Conventions de Genève, vos devanciers ont sauvé ou transformé le sort de plusieurs dizaines de millions d'hommes. C'est maintenant votre tour. Vous êtes venus pour cela des horizons les plus divers. Porte-parole de vos gouvernements, vos préoccupations, en pénétrant dans cette enceinte, sont sans doute à l'image des problèmes qu'affronte votre pays, elles portent l'empreinte de son histoire, de sa culture, des épreuves aussi qu'il a subies ou qu'il subit encore. Puisse l'ideal de charité que proclame si fortement, par dessus les frontières et les idéologies, la devise de la Croix-Rouge transcender cette diversité et vous permettre de surmonter difficultés et divergences. Ne perdons pas de vue le but humanitaire de cette conférence. Si nous sommes, encore aujourd'hui, impuissants à préserver notre planète du fléau de la guerre, du moins est-il en notre pouvoir de rendre la guerre moins implacable et moins aveugle. Puissiez-vous parvenir à un accord grâce auquel d'affreuses souffrances seront allégées, des vies innocentes épargnées et le faible mieux protégé. Tel est le voeu que je forme au moment où je déclare ouverte cette Conférence diplomatique sur la réaffirmation et le développement du droit international humanitaire applicable dans les conflits armés.
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GovComm/Press